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leitthema ..… Gemeindebriefe werden tatsächlich gelesen. Dafür gibt es gute Gründe … VON SUPERINTENDENT DIRK JÄGER Beim Stichwort „Gemeindebrief“ denkt mancher Zeitgenosse: „Ach ja, dieses Blättchen von der Kirche mit moralischem Impuls vom Pastor vorneweg, dem Bericht vom Seniorenausflug in die Heide und der Liste der Verstorbenen der letzten drei Monate.“ Und viele haben noch ein Bild davon im Kopf, wie Gemeindebriefe vor 20 Jahren mehrheitlich auch aussahen: Farblos, lange und oft langweilige Texte, unscharfe Fotos, Satz und Layout amateurmäßig zusammengebastelt. Dazu ein paar halbwitzige Karikaturen und für die Kinder ein Rätsel, bei dem seltsamerweise als Lösungswort immer „Bethlehem“ als Geburtsort Jesu herauskam. Was damals richtig beobachtet und zu beklagen war, stimmt heute nicht mehr. In fast jeder Gemeinde gibt es mittlerweile attraktive, gut gemachte und gut zu lesende Gemeindebriefe, die in Inhalt und Aufmachung den Vergleich zu professionellen Zeitschriften nicht scheuen brauchen. Der Neu Wulmstorfer „Doppelpunkt’“ ist ein anschauliches Beispiel dafür, was sorgfältige redaktionelle Arbeit und kompetente Gestaltung bewirken. Der hohe Aufwand lohnt sich, denn der Gemeindebrief ist nach wie vor das wichtigste Kommunikationsmedium einer Kirchengemeinde. Er erreicht kostenlos alle Haushalte, auch die von Nicht- Mitgliedern. Und er wird tatsächlich gelesen. Das zeigen nicht nur alle einschlägigen Befragungen und Reichweitenuntersuchungen. Gemeindebriefe liegen noch aufgeblättert auf Küchenschränken und der Gemeindebrief ist nach wie vor das wichtigste Kommunikationsmedium einer Kirchengemeinde. Wohnzimmertischen, wenn die restliche Papierflut längst in der blauen Tonne gelandet ist. Ich bin manchmal überrascht darüber, wie oft ich beim Einkaufen oder beim Sport angesprochen werde auf Beiträge im Gemeindebrief. „In Ihrem Blatt habe ich gelesen, dass …“ – und dann reicht die Bandbreite von der Nachfrage zur Altkleidersammlung bis hin zur Diskussion über meine oder andere Äußerungen zu diesem oder jenem Thema. Was ist das Geheimnis dieses fast anachronistisch anmutenden Erfolgs? Ich glaube, es ist der lokale Bezug. In einen Gemeindebrief gehören nur wenig überregionale Themen, dazu findet man inzwischen so gut wie alles im Internet. Im Gemeindebrief aber finde ich Beiträge von und über Menschen aus meiner Nachbarschaft, aus meinem Ort. Ich sehe Fotos, auf denen ich Bekannte entdecke oder Kinder von Freunden. Ich erfahre etwas über das Leben der Leute in meinem unmittelbaren Umfeld, ihren Glauben und ihre Einstellungen. Ich kann mich anregen lassen zur eigenen Auseinandersetzung mit religiösen und gesellschaftlichen Fragen und mich aufregen über Meinungen, die ich nicht teile. 8

gemeindebrief Von all dem hätte ich nichts gewusst ohne Gemeindebrief. In ihm kommen auch Nicht- Prominente zu Wort, haben Berichte und Hinweise Raum, die sonst keinen Weg in die Presse fänden. Und wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir nüchtern feststellen, dass regelmäßige Kirchgänger und Teilnehmer an unseren Veranstaltungen immer nur einen kleinen Ausschnitt unserer Gemeinden darstellen. Wo könnte die Kommunikation mit allen Mitgliedern und darüber hinaus stattfinden, wenn es keinen Gemeindebrief gäbe? Im Gemeindebrief geben wir uns zu erkennen, regen an zur Diskussion, informieren transparent und laden ein. Dabei lassen wir den Lesenden alle Freiheit, wie sie damit umgehen wollen. In welcher Nähe oder Distanz sie sich beteiligen oder kritisch bleiben. In der Eröffnung dieses großen Spielraums wird der scheinbar altbackene Gemeindebrief zu einem sehr modernen Medium. Weil er seine Leserschaft in ihrer individuellen Haltung, wenn es um Gott und die Welt geht, ebenso respektiert wie zueinander bringt. Und damit beispielhaft aufscheinen lässt, was uns Protestanten seit Luthers Zeiten wertvoll und wichtig ist. Niemand wird bestreiten, dass uns mit modernen digitalen Medien großartige Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Auch im Bereich der Kirche nutzen wir sie intensiv und täglich; sie sind eine weitere und wichtige Schiene unserer Kommunikation. Aber mehr als 115 Millionen Exemplare an jährlich gedruckten und mehrheitlich gelesenen Gemeindebriefen sind eben auch immer noch eine echte Hausnummer. Ich vermute, dass sich daran in den nächsten Jahren wenig ändern wird – aus guten Gründen. DIRK JÄGER , Seit 2008 Superintendent des Kirchenkreises Hittfeld, Vorsitzender des Diakonieverbandes im Landkreis Harburg und Vorstandsmitglied im Ev. Krankenhaus Ginsterhof / Tötensen. Foto: Carolin Wöhling 9

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