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Zuckerfrei bis drei:

Zuckerfrei bis drei: Muss ein Kleinkind schon Süßigkeiten essen? Warum ich diese Frage für mich mit „jain“ beantworte Von Kathi Klaudel in Bio-Family, Querbeet Wenn man zum ersten Mal Mutter wird, will man alles richtig machen, was man richtig machen kann. Man ist ambitioniert und motiviert, zumindest solange bis die Realität auf ernüchternde Art und Weise zurück schlägt. So war es auch bei mir. Mittlerweile ist mein Sohn 2 ½ Jahre alt und ein Vorsatz vieler junger, ambitionierter Mütter sorgt auch bei uns immer wieder für Zündstoff: „Zuckerfrei bis drei.“ Süß: Ja! Zucker: Nein! Bei uns wurde ein definitives „Zuckerfrei bis zwei“ draus, denn zum zweiten Geburtstag gab es erstmals Kuchen und Torte mit Zucker. Grund: Ich hatte keine Lust auf die immer selben Diskussionen über den Sinn des Ganzen mit Freunden und Familie. Unnötig, wie ich heute mit etwas Reue denke, denn: Es geht auch anders. Zum ersten Geburtstag meines kleinen Schatzes gab es beispielsweise eine wunderschöne und extrem leckere Rohkosttorte – süß aber frei von industriellem Zucker. Gesüßt wird hier lediglich mithilfe von Trockenfrüchten. Ein Rezept für eine sehr, sehr leckere rohe Schokoladentorte, die man beliebig abwandeln kann, findet sich zum Beispiel hier (deutsche Version unten): https://veganinternational.wordpress. com/2012/02/05/something-raw-in-betweenwith-a-lot-of-chocolate/ Zu Weihnachten haben wir zuckersüße Plätzchen gebacken – statt Haushaltszucker im Teig verwendete ich Xylit/Birkenzucker. Gemahlener Birkenzucker ersetzt Puderzucker perfekt und kann direkt für einen alternativen Zuckerguss genommen werden. Wer es schokoladiger möchte, verwendet als Kuvertüre eine Schokolade mit Kokosblütenzucker, die es beispielsweise im denn's biomarkt zu kaufen gibt. Die Gründe für das bittersüße Theater Natürlich möchte ich meinen Sohn nicht grundlos von Haushaltszucker fernhalten. Für mich lagen die Gründe dafür immer auf der Hand. Durch viele kritische Stimmen im Umfeld weiß ich, dass das nicht bei jedem so ist. Ich fand es immer schlimm und war zum Teil aufrichtig erstaunt, mich dafür tatsächlich rechtfertigen zu müssen, aber nicht jedem ist klar, welche Gründe für mich dafür sprechen und es war wohl vermessen von mir dies einfach anzunehmen. Vorweg: Ich glaube nicht, dass es bei diesem Thema „den richtigen Weg“ gibt. Jedes Elternteil hat das Recht zu entscheiden, ob sein Kind Zucker essen sollte oder nicht und diese Entscheidung verdient den Respekt auch derer, die anders entscheiden würden. 1. Mein Kind will gar keinen Zucker + 2. Zucker hat keinen Mehrwert für ihn Mein Sohn hat bis zum zweiten Geburtstag Zucker nie kennengelernt. In seinem ersten Kita- Jahr war er immer derjenige der zur Banane griff, wenn er die Wahl zwischen konventionellen Süßigkeiten und Obst hatte. Früchte waren für ihn das, was für manch andere Kinder Schokolade und Kekse waren. Ich fand das großartig! Zucker hat zudem, anders als Obst, von seinen Nährstoffen her keine gesundheitlichen Vorteile – mein Kleiner braucht ihn nicht. Warum also sollte ich ihm etwas aufzwängen, was er nicht möchte und was zudem ernährungstechnisch keinen Mehrwert für ihn hat? Eine überzeugende Antwort auf diese Frage habe ich bis heute nicht gefunden. 3. Mein Sohn kann sich noch nicht richtig die Zähne putzen Mit seiner selbstgemachten Zahnpasta putzt sich mein Kleiner zwar ganz gerne die Zähne, allerdings gleicht das Ganze eher einem „drauf rum kauen“ bis hin zum „ablutschen“. Er probiert sich diesbezüglich noch sehr aus. Natürlich putzt die Mama anschließend nach aber mein mittlerweile in der sogenannten Autoritätsphase befindlicher Trotzkopf ist davon wenig bis gar nicht begeistert, weshalb das mütterliche Nachputzen nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Da ich seine Zahngesundheit aber nicht aufs Spiel setzen möchte, bleibt für mich als logische Konsequenz nur, den industriellen Zucker wegzulassen.

Folge uns /dennsBiomarkt 4. Es gibt massenhaft Alternativen Zugegeben: Die Kita und das Zusammensein mit anderen Kindern, die nicht zuckerfrei erzogen werden, verkompliziert die Sache aber auch hier gibt es Lösungen. Beim Plätzchenbacken in der Kita habe ich einen Teig mit zahnfreundlichem Xylit oder auch Birkenzucker genannt, mitgebracht. Ein Bananenbrot zum Kaffee mit der Familie, gesüßt nur mit zuckersüßen reifen Bananen schmeckt absolut köstlich. In der Adventszeit gab es für meinen Sohn statt normaler Schokolade, solche mit Kokosblütenzucker oder Rohkostschokolade. Erhältlich ist diese zum Beispiel im Biomarkt. Der Kleine muss also trotz zuckerfreier Ernährung, diesbezüglich auf nichts verzichten. 5. Der glykämische Index und die liebe Zuckersucht Auch das spielt für mich persönlich eine Rolle, wenn auch nur sekundär. Alternative Süßungsmittel wie Xylit und Kokosblütenzucker sind nicht nur wesentlich zahnfreundlicher, sie haben auch einen niedrigeren glykämischen Index (GI). Der GI sagt aus, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Je niedriger er ist, desto eher werden Heißhungerattacken verhindert. Birkenzucker beispielsweise hat einen GI von 7 bis 11, während der von Zucker bei 65 bis 100 liegt. (Birkenzucker und Lebensmittel, die das alternative Süßungsmittel enthalten, sollten unbedingt von Hunden ferngehalten werden. Ähnlich wie Schokolade kann Xylit einiges bei den Vierbeinern anrichten und sogar zum Tod führen.) 6. Neurodermitis Ein ganz persönlicher Grund für den Verzicht auf Haushaltszucker liegt für mich darin begründet, dass mein Sohn eine leichte Form von Neurodermitis hat. Industrieller Zucker kann Krankheitsschübe dieser furchtbaren Hautkrankheit auslösen. Zukunftsaussichten Mein Sohn hat noch ein gutes halbes Jahr bis der Leitspruch „Zuckerfrei bis drei“ nicht mehr gilt. Ich für meinen Teil habe beschlossen, das Ganze nicht an dieser Zahl festzumachen. Vermutlich wird es auch weiterhin keinen, bis wenig Zucker bei uns zuhause geben. Was in der Kita passiert, darauf habe ich nur beschränkten Einfluss und auf die sicher bald startenden Kindergeburtstage schon gar nicht. Eins steht für mich ganz klar fest: Wenn das Ganze anfängt zum Kraftakt zu werden oder ich merke, es tut meinem Sohn nicht gut, werde ich mit Sicherheit keine Hexenjagd auf Süßigkeiten machen, sondern mein Kind, Kind sein lassen. Solange es ihm aber nichts ausmacht und der Kindergeburtstag mit einem zuckerfreien Backwerk meinerseits ausgestattet werden kann, spricht für mich nichts dagegen, sondern die oben genannten Gründe dafür. In diesem Sinne wünsche ich allen Eltern, die es möchten viel Spaß beim Ausprobieren der Tipps und Tricks zum Thema „zuckerfrei“. Schaut auf euer Kind und zwar von Anfang an! Vertraut ihm! Es weiß am besten was es braucht und was nicht! Themen Bio-Branche DIY Emelys Zickenzone Helden des Alltags Naturkosmetik Naturtextilien Querbeet Saisonale Rezeptideen Autoren Ariane Bille Erbse Huth Kathi Klaudel Julia Keith Renée Herrnkind Besuche uns www.denns.de Kontakt www.bio-blog.de