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LA KW 07

„Imageschaden für das

„Imageschaden für das Skigebiet und den Ort“ St. Anton: Sperre des Steißbachtals erfordert Maßnahmen Seit Dezember ist das Steißbachtal im St. Antoner Skigebiet, die einzige blau gekennzeichnete Talabfahrt von der Valluga bzw. vom Galzig ins Tal, gesperrt. Die Folgen sind wirtschaftliche Einbußen der Gastronomiebetriebe am Moos, aber auch eine Qualitätsminderung des Skigebiets. Die St. Antoner Institutionen sehen dringenden Handlungsbedarf und arbeiten an einer Lösung. Von Elisabeth Zangerl Vom Galzig bzw. der Valluga führen zwei Routen vorbei am Ortsteil Moos ins Tal: Zum einen die schwierige, schwarz gekennzeichnete Kandahar-Piste und die „blaue“ Strecke durch das Steißbachtal. Letztere wurde Mitte Dezember, nach wenigen Tagen im Betrieb, zum Leidwesen von Wirten und Skifahrern aus Gefahrengründen gesperrt: „Es besteht eine prekäre Lawinensituation seit Winterbeginn, die Lawinenkommission beurteilt und entscheidet unabhängig im Sinne der Sicherheit, das ist zu akzeptieren, denn Sicherheit geht vor“, informiert St. Antons Bürgermeister Helmut Mall über die ständig neu beurteilte Sperre. Die Konsequenzen laut Mall: „Derzeit ist ein gewisser Imageschaden für unser Skigebiet und den Ort festzustellen, besonders der ‚schwächere‘ Skifahrer kämpft sehr mit der Talabfahrt vom Galzig über die Kandahar.“ Der Geschäftsleiter der Arlberger Bergbahnen, Dr. Walter Thöny, informiert über maßgebliche Gründe dieser Entscheidung: „Die unabhängige Lawinenkommission ‚UK 1‘, die konkret auch für die Beurteilung des Steißbachtales zuständig ist, stellte bereits vor Beginn der Skisaison (somit also vor dem 01.12.2017) eine für die Jahreszeit unverhältnismäßig große Anzahl an Gleitschneerissen in diversen Bereichen des Steißbachtales (insbesondere im Bereich der „Pleisen“, des „Schindlerkar Steilhangs“, der „Schulter“ usw.) fest. Die daraufhin eingeleiteten Versuche, diese Gleitschneemassen abzusprengen, schlugen fehl bzw. kam es zu keinem Abgang der Gleitschneemassen. Sämtliche Gleitschneerisse wurden in Vom Galzig (l.) ins Tal über den Ortsteil Moos kommt man derzeit nur über die „schwarze“ Kandahar-Piste (Mitte), das Steißbachtal (r.) bleibt bis auf Weiteres gesperrt. RS-Foto: Zangerl weiterer Folge seitens der Mitglieder der unabhängigen Lawinenkommission „UK 1“ täglich hinsichtlich der Aktivitäten begutachtet (teilweise auch vermessen) und unter Zugrundelegung der Witterungsverhältnisse (z. B. der Lufttemperatur, Schneetemperatur, Sonneneinstrahlung, Schneeaufbau usw.) bewertet.“ Bgm. Mall bestätigt: „Es wurde alles versucht, um mit Sprengungen usw. die Situation zu entschärfen, leider ohne Erfolg. Es sind weiterhin Lawinenabgänge zu jeder Tages- und Nachtzeit zu beobachten.“ „KÖNNTE MIT BEWEIDUNG ZUSAMMENHÄNGEN“. Infolge der Witterung wurden am 15. Dezember jedenfalls erhebliche Aktivitäten diverser Gleitschneerisse beobachtet, auch neue Risse und Rissvergröße- Winter genießen in Hoch-Imst > Top Pistenverhältnisse – alle Anlagen und Pisten geöffnet > Funpark für Pros und Beginner > Doppelter Rodelspaß auf zwei Natur-Bahnen > Nachtskilauf und Rodelabend – jeden Mi. und Sa. Perfekte Pisten und Rodelbahnen Imster Bergbahnen Hoch-Imst 19 A-6460 Imst Tel. +43 5412 66322 info@imster-bergbahnen.at www.imster-bergbahnen.at RUNDSCHAU Seite 20 14./15. Feber 2018

ungen: „Daher gab die Lawinenkommission UK 1 die Empfehlung ab, das Steißbachtal bis zum Abklingen dieser Gleitschneeaktivitäten zu sperren“, informiert Dr. Thöny. Abgeklungen sind die Aktivitäten bis dato nicht, wie täglich durchgeführte Beobachtungen und Bewertungen ergaben: „Ungeachtet der (nach wie vor durchgeführten) erfolglosen Versuche, die Gleitschneemassen abzusprengen, kam und kommt es aber im Zulauf zum Steißbachtal zu unkontrollierten (also nicht als Folge einer Sprengung ausgelösten) Abgängen von Gleitschneelawinen (z. B. am 23.01.2018, 30.01.2018 und 02.02.2018)….“, informiert Dr. Thöny, der appelliert, die „Richtigkeit der Entscheidung der Lawinenkommission in keiner Weise in Frage zu stellen“. Bgm. Mall hat eine mögliche Erklärung für die Situation: „Meiner Einschätzung nach hängt es auch damit zusammen, dass die Bewirtschaftung der Flächen durch Beweidung nicht mehr bzw. nur mehr geringfügig stattfindet – derzeit weiden dort im Sommer noch 150 Schafe, vor längerer Zeit waren es noch über 700 und gemäht wird schon seit Jahrzehnten nicht mehr.“ „DERZEIT KEINE ZUFRIE- DENSTELLENDE SITUATION“. Emotional zeigen sich teils die Wirte vom Ortsteil Moos, die mit Gewinneinbußen, besonders beim Mittagsgeschäft, konfrontiert sind. Den Vorwurf, dass es eine derart lange Sperre noch nie gegeben hat, bestätigt auch Dr. Thöny: „Dass sich im Früh- bzw. Hochwinter derartige Problemlagen mit dem möglichen Abgang von Gleitschneemassen im Steißbachtal ergeben, ist in dieser Ausprägung bislang nicht vorgekommen. Die mittelfristig realisierbaren Möglichkeiten, dieser Problemlage durch technische Maßnahmen (bis hin zu einer großräumigen ‚Umfahrung‘ des Steißbachtales) entgegenzuwirken, werden derzeit (fertig) ausgearbeitet und auf ihre Bewilligungsfähigkeit hin geprüft“, lautet die Stellungnahme Dr. Thönys. Und er bedauert: „So sehr wir den Umstand, dass das Steißbachtal aus den dargelegten Gründen derzeit nicht für den Skibetrieb zur Verfügung steht, bedauern, so sehr bitten wir doch andererseits um Verständnis, dass diese Sperre derzeit im Interesse der Sicherheit unserer Gäste erforderlich ist …“ Der Dorfchef sieht dringenden Handlungsbedarf: „Es werden sich die drei Institutionen Gemeinde, TVB und ABB zusammen setzen müssen, um über Lösungen zu diskutieren und die bereits vorhandenen bzw. neue alternative Projekte mit den Grundbesitzern diskutieren bzw. sich auch in Richtung Beweidung und Bewirtschaftung diverser Flächen Gedanken machen“. Es habe Projekte seitens der Arlberger Bergbahnen für eine Errichtung von Lawinendämmen im Steißbachtal gegeben, wobei die Grundverhandlungen aber leider nicht positiv abgeschlossen werden konnten und auch Quellschutzgebiete eine gewisse Rolle spielen. Mall kann derzeit keine „zufriedenstellende Situation, was die Talabfahrt von der Valluga- und Galzigseite im Skigebiet betrifft“ feststellen, bekräftigt aber, dass triftige Perjenerweg befahrbar Am Perjenerweg in Landeck war die Straße abgesackt. Die Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen – die Sperre konnte am Freitagnachmittag aufgehoben werden. Gründe für diese Sperre vorliegen: „Von Seiten der Lawinenkommission im Skigebiet wird aber großartige (oft unbedankte) Arbeit geleistet und die Gemeinde steht voll und ganz hinter den Entscheidungen der Kommission und spricht dieser auch großen Dank dafür aus.“ Scheibenschlagen Am Kassunnti, dem 18. Februar, findet ab 16.30 Uhr im Pfarrgarten Perjen das Scheibenschlagen statt. Es gibt Kaskiachla, mit dem Scheibenschlagen wird um ca. 18.30 Uhr begonnen. „Hildegardfasten“ Am 21. Februar um 19 Uhr stellt Brigitte Pregenzer in der Tyrolia Landeck „Sanftes Hildegardfasten“ vor. Kartenvorverkauf in der Tyrolia. Bundesstraße 1 · Imst · Tirol · www.gottstein.at Mo-Fr 9.00-18.00 Uhr · Sa 9.00-17.00 Uhr Frühling 2018 Johannes Tilg, Pia Müller, Dominik Oberhofer, Matthias Strolz, Franziska Schumi *Symbolfoto 14./15. Feber 2018 RUNDSCHAU Seite 21