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TE KW 07

S PORT Weltrekord!

S PORT Weltrekord! Eishockey in über 4.000 Meter Höhe Im Himalaya-Gebirge fand das höchstgelegene Eishockey-Turnier der Welt statt – Eine Telfer „Eismaus“ war mit dabei Ladakh, zwischen den Gebirgsketten des Himalaya und des Karakorum gelegen, war unlängst Schauplatz eines neuen Weltrekords und dem damit verbundenen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Auf über 4.000 Meter fand das höchstgelegene Eishockeyturnier der Welt statt. Neben zahlreichen Pro- und Semi-Pro-Spielern aus Nordamerika und Europa war auch Astrid Dummer, die Torfrau der Telfer „Icemice“, mit dabei. Von Alex Dosch „Eismaus“ Astrid Dummer hütete das Tor der „European Geronimos“. „Indien und Eishockey: Passt das zusammen?“, mag sich wohl manch einer gefragt haben, als er vom Weltrekordversuch am Fuße des Himalayas gehört hat. Zwar ist in Indien Hockey – gespielt auf Rasen oder in der Halle – der Nationalsport, holte die Herrenmannschaft achtmal olympisches Gold, aber auf Eis…? Zur Antwort: ja es hat funktioniert. Und wie. Auch wenn die Eisfläche etwa nicht maschinell sondern mit Hilfe des Publikums samt Besen gereinigt wurde, und die Temperaturen alles andere denn angenehm waren. „Unglaublich! Es war wie ein Volksfest. Selbst Dreijährige waren schon am Eis“, zeigte sich Icemice-Torhüterin Astrid Dummer sowohl von der Begeisterung für Eishockey als auch von der Gastfreundschaft der Ladakhis fasziniert. „Egal ob Jung oder Alt, es waren alle extrem freundlich, hilfsbereit.“ Da störte es dann auch nicht weiter, dass man sich ob fehlender Umkleidekabinen im Freien bei erfrischenden minus 40 Grad umziehen musste. Dummer, die bei den „European Geronimos“ gegen Teams aus Indien, Russland, Kanada und den USA spielte, trainierte in den Pausen den indischen Eishockeynachwuchs. „Das war einfach unglaublich. Weil sie alles aufgesaugt, probiert, probiert und nochmals probiert haben und sich auch gegenseitig unterstützten.“ Neben dem sportlichen und zwischenmenschlichen Miteinander erfüllte das Weltrekord-Turnier auch einen anderen, nicht unwesentlichen Zweck. Die von Adam Sherlip, dem ersten Cheftrainer der indischen Eishockeynationalmannschaft, gegründete „Hockey-Foundation“, greift der Region Ladakh seit 2009 finanziell unter die Arme. Allein in diesem Jahr kamen neben zahlreichen Sachspenden knapp 32.000 Euro zusammen. Mehr als 120 Kinder zwischen drei und zehn Jahren nahmen am höchstgelegensten Trainingslager der Welt teil. Fotos: Astrid Dummer Fünf Eishockeyteams, im Bild die Mannschaft von Indien, beteiligten sich am Weltrekordversuch im Himalaya-Gebirge. Medaillenregen für RSC-Ringer Von der Telfer-Kuppelarena zum höchstgelegenen Eishockeyturnier der Welt: Icemice-Torhüterin Astrid Dummer. Foto: Dosch Daniel Gastl überzeugte einmal mehr mit seiner Speizialtechnik und sicherte sich in der Klasse bis 97 Kilogramm Gold. Foto: RSC Inzing (GeSch) Gleich vier Staatsmeistertitel sicherten sich Tiroler Ringer bei den ÖM-Staatsmeisterschaften der allgemeinen Klasse im griechischrömischen Stil in der Innsbrucker Leitgebhalle. Die Inzinger Ringer Daniel Gastl (bis 97 Kilogramm) und Michael Wagner (bis 82 Kilogramm) holten ebenso Gold wie Daniel Anzengruber (AC Vollkraft) und Stefan Steigl (AC Hötting). Michael Wagner wurde zudem zum besten technischen Ringer gekürt. Das Top-Ergebnis für den RSC Inzing vervollständigten Dario Habel (bis 72 Kilogramm) mit Silber sowie Mario Hofer (bis 60 Kilogramm) und Dominik Gastl (bis 87 Kilogramm) mit Bronze. RUNDSCHAU Seite 40 14./15. Februar 2018

Torjäger und Windelwechsler in Personalunion Elversberg-Profi Julius Perstaller im RS-Interview über seine Rolle in der vierten deutschen Liga und als Jungpapa Mit einem 2:2-Remis im Nachtrag bei Spitzenreiter Saarbrücken und einer 0:3-Niederlage zum Rückrundenauftakt beim Tabellenzweiten Kickers Offenbach startete Julius Perstaller und sein SV Elversberg in das Fußballjahr 2018. Ob es heuer mit dem Sprung in die 3. Liga klappen kann, was Windel wechseln und Tore schießen gemeinsam haben und warum eine Rückkehr in die Heimat nicht ausgeschlossen ist, verriet „Persti“ im Gespräch mit Alex Dosch. Von Alex Dosch RUNDSCHAU: Persti, bevor wir zum Sportlichen kommen, die Frage aller Fragen. Was ist schwieriger: Windeln wechseln oder den Ball im gegnerischen Gehäuse unterbringen? Julius Perstaller: Windeln wechseln ist für mich mittlerweile Routine. Wie das Tore schießen auch (lacht). RS: Neben der Hochzeit mit Langzeitfreundin Sabrina bist du im Sommer auch Vater von Zwillingen, Nico & Noah, geworden. Wie geht`s dem jungen Familienglück? Perstaller: Sabrina und den Kindern geht`s sehr gut! Die Jungs halten uns auf Trab. RS: Deine Frau Sabrina pendelt immer wieder zwischen Polling und Elversberg. Wie schwer ist die Zeit ohne Familie und gibt es Pläne sesshaft zu werden? Perstaller: Natürlich ist es nicht schön, wenn wir getrennt sind. Ich vermisse Sabrina und die Kinder jeden Tag, an dem sie nicht bei mir sind. Aber dank Facetime (kostenloser Chatdienst von Apple, Anmerk.) sehe ich sie täglich. Was das Sesshaftwerden betrifft: Wir bleiben unserer Heimat auf jeden Fall treu Im bisherigen Saisonverlauf hatte „Persti“ neunmal Grund zu Jubel, ist damit Elversbergs Top-Torjäger. 14./15. Februar 2018 und werden unseren Lebensmittelpunkt in Tirol haben. RS: Nun zum Sportlichen: Nach einem völlig verpatzten Start mit lediglich drei Punkten aus den ersten fünf Spielen fehlen auf den zweiten Platz, der zur Relegation berechtigt, aktuell nur acht Zähler. Ein Rückstand der aufholbar ist? Perstaller: Ja! Die Chance, die Relegationsplätze zu erreichen, ist sicherlich weiterhin gegeben. Wir müssen halt gut in die Rückrunde starten und die direkten Duelle gewinnen. Dann kann es klappen. RS: Wie sehr schmerzt es, dass ausgerechnet Erzrivale Saarbrücken mit Ex-Teamkollegen Markus Obernosterer von der Tabellenspitze lacht? Perstaller: Das schmerzt überhaupt nicht. Sie haben diese Saison eine sehr gute Mannschaft, die ihre Leistung konstant abruft und daher verdient an der Tabellenspitze steht. RS: In der abgelaufenen Saison bist du mit Elversberg als Meister in der Relegation an Unterhaching gescheitert. Woran hat`s gelegen? Perstaller: Das ist im Nachhinein schwer zu sagen. Beim Hinspiel in Unterhaching ist unser Plan mit einer defensiven Spielweise nicht aufgegangen. Nach dem 0:3 war schon vieles verloren. RS: Zu Beginn der neuen Saison hast du in den Überlegungen von Trainer Karsten Neitzel keine Rolle gespielt. Du musstest sogar in der Saarlandliga ran. Warum lief es damals nicht. Und warum hat`s dann so gut geklappt? Perstaller: Ich war eigentlich immer gut in Form. Aber zu Beginn der Saison kamen zahlreiche Neuzugänge und der Trainer hatte mich nicht so auf dem Zettel. Der Saisonstart war dann sehr schwach und als ich meine Einsatzzeiten bekam, habe ich die Chance genutzt! RS: Als bester Legionär liegst du mit neun Treffern auf Rang sieben der Torschützenliste in der Regionalliga Südwest. Zufrieden mit der Ausbeute? Julius Perstaller hat sich in Elversberg als Stammspieler etabliert. Mit ihm holte die „Elv“ im Schnitt 1,91 Punkte pro Spiel. Fotos: SV Elversberg Perstaller: Mit der Ausbeute kann ich leben. Ich hoffe es geht auch in der Rückrunde so weiter. RS: Gegen Ende der Hinrunde lief es ausgezeichnet für dich. Die „Saarbrücker Zeitung“ titelte Ende November gar „Perstaller ist in der Form seines Lebens“. Hatte sie Recht? Perstaller: Sagen wir so: Ich war auf jeden Fall in einer sehr guten Form. Ich habe mich sehr fit gefühlt. Und wenn es dann einmal ein bisschen läuft, fällt einem alles leichter. RS: Weiters stand zu lesen, dass du einen „leicht österreichischen Akzent“ hast. Bringst du überhaupt noch ein kerniges Tirolerisch raus? Perstaller: Also das mit dem Tirolerisch funktioniert schon noch ganz gut. Wenn ich mich mit meinem Freund Marco (Ex-Wacker-Kicker Marco Kofler, Anmerk.) in der Kabine unterhalte, versteht uns keiner unserer Teamkollegen. RS: Dein Vertrag in Elversberg läuft im Juni aus. Gab`s schon Gespräche bezüglich einer Verlängerung oder zieht es dich auch wegen deiner Familie Richtung Heimat? Perstaller: Ja es gab schon Gespräche. Erst am Donnerstag haben Marco und ich um ein weiteres Jahr, bei Aufstieg um zwei, verlängert. RS: Ist eine Rückkehr zu Wacker oder nach Wattens vorstellbar? Perstaller: Auf jeden Fall. Vielleicht nicht dieses oder nächstes Jahr. Aber meine Profikarriere in der Heimat zu beenden, wäre schön. RS: Thomas Bergmann, ein ehemaliger Teamkollege von dir bei Wacker Innsbruck, hat seine Profilaufbahn mit 28 Jahren beendet, spielt ab dem Frühjahr bei Tirol-Ligist Zirl. War ein vorzeitiges Karriereende bei dir jemals ein Thema? PERSTALLER: Nein! Ich habe noch nicht über ein Karriereende nachgedacht. Ich bin fit und möchte noch ein paar Jahre kicken. RS: Wie lange hast du noch vor, Fußball professionell auszuüben? Kannst du dir vorstellen, deiner Karriere im Unterhaus ausklingen zu lassen? Etwa in einem Team mit Schwager Manuel Rott? Perstaller: Sofern ich fit bin und von schlimmeren Verletzungen verschont bleibe, möchte ich die nächsten Jahre schon noch im Profibereich bleiben. Aber natürlich kann ich mir vorstellen, im Unterhaus, zum Beispiel in Telfs, meine Karriere ausklingen zu lassen. RS: In der Winterpause gab es bestimmt auch Gelegenheit, mit deinem Schwiegervater (Telfs-Trainer Werner Rott, Anmerk.) über Fußball zu philosophieren. Traust du Telfs den Aufstieg in die Regionalliga zu? Wäre ein Aufstieg überhaupt ratsam? Perstaller: Ich traue ihnen auf jeden Fall den Aufstieg zu. Natürlich ist die Regionalliga reizvoll. Der Aufwand, den der Verein und auch die Spieler haben, würde aber entsprechend größer werden. Ob es sinnvoll wäre aufzusteigen, ist daher schwer zu sagen. Das Gespräch führte, Alex Dosch RUNDSCHAU Seite 41