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Wiener Festwochen 2018

Pod schütze Österreich

Pod schütze Österreich Reden zur Lage der Nation(en) DE Die Frühgeschichte des Radios ist eng mit Szenen der politischen Kommunikation und Imagination verbunden: In Reden zur Lage der Nation arrangierten Entscheidungsträger * innen Macht, Gesetz und Ereignis zu einer kollektiven Erzählung. Eine solche richtete Kurt Schuschnigg am 11. März 1938 an der Schwelle von der klerikalen Diktatur zum Nationalsozialismus an den Souverän: das Volk. Der letzte Kanzler der – im Gedenkjahr 2018 mitgefeierten – Ersten Republik schloss seine Rede mit der berühmten Kapitulation: »Gott schütze Österreich«. Pod schütze Österreich, eine performative Installation zwischen Radiokunst und Podcast, nimmt die Hörfunk-Tradition der politischen Beschwörungen des Gemeinwesens wieder auf. Den Ausgangspunkt bildet eine Beobachtung: Souveränität scheint heute zu diffundieren. Sie bringt zunehmend poröse Nationalstaaten hervor. Aber auch die Autonomie des Subjekts ist in dichte Netze von technischen Dingen und Megastrukturen eingespannt, die hinter unseren Rücken mithandeln. Auf der Suche nach Teil-Souveränitäten angesichts einstürzender Welten versuchen sich Denker * innen, Künstler * innen und politische Aktivist * innen in der – einst staatstragenden – Rhetorik der Reden zur Lage der Nation(en). 76

Diskurs Öffentliche Rede- und Gesprächs reihe. Ort und Detailprogramm werden am 26. April bekannt gegeben. Alle Podcasts sind unter www.festwochen.at verfügbar. EN Pod schütze Österreich (Pod Save Austria), a performative installation between radio art and podcast, revives the early radio tradition of state of the nation addresses. The starting point is the observation that sovereignty today appears to be diffusing. It is increasingly producing porous nation states and subjects alike. In their quest to find partial sovereignties in the face of collapsing worlds, thinkers, artists and political activists engage in a series of public talks in this rhetoric that was formerly used to represent governments. Kurator Alexander Martos Beratung Martin Gasteiner 77