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Jörg`s Bärenhund- und Storywelt- Bücher, Kurzgeschichten und der Germanische Bärenhund

Lemmy musste erst den

Lemmy musste erst den Alkoholschleier verdrängen. „Die Straße runter. Bei „Mario“. Der Name hängt groß über der Tür. Können Sie gar nicht verfehlen.“ Die Frau war eine Schönheit. Mindestens 1,75m groß, schwarze Haare, braune Augen, tief wie Seen. Die allerdings, wie er erst jetzt bemerkte, leicht flackerten. Auch ihre gepflegten Hände zitterten. „Irgendwas stimmt nicht“, dachte er. „Soll ich Sie hinbringen?“ „Ja, gerne.“ „Sind Sie sicher? Ich gelte nicht gerade als gesellschaftsfähig.“ „Ja, bin ich. Ich erkenne sofort, wenn jemand nett ist. An dem Rest kann man ja arbeiten.“ Ihr Lächeln bei diesen Worten ließ ihn schlagartig nüchtern werden. Sie hakte sich bei ihm ein. Von dieser Sekunde an war Lemmy ihr verfallen. „Odin, komm!“ Der achtzig Kilo schwere Germanische Bärenhund erhob sich völlig lautlos, schien den Kopf zu schütteln und trottete hinter ihnen her. „Sie reisen ganz ohne Gepäck?“, wunderte sich Lemmy. „Ich heiße Julia, lassen wir das doch mit dem Sie. Ja, ich musste ziemlich plötzlich aufbrechen.“ In der Hotelbar lud Julia ihn zu einem Kaffee ein. Dabei erzählte sie ihm eine haarsträubende Geschichte. Alles in allem hatte sie hunderttausend Euro dabei, die sie einem Wetthai abgeluchst hatte. Nun folgten ihr fünf Typen, die ihr das Geld wieder abnehmen wollten. Einmal wurde sie bereits von ihnen zusammengeschlagen, konnte aber entkommen. „Wenn du Hilfe brauchst …“ Für Lemmy war das keine Frage. „Brauch ich. Aber sei mir nicht böse. Nach einer großen Hilfe siehst du mir nicht aus.“ „Vertrau mir. Ich war nicht immer so. Nur, wenn ich dich beschützen soll, müssen wir zu mir.“ „Okay!“ Ohne weiteren Kommentar nahm sie seine Hand.

Bei ihm zu Hause gab er ihr das sicherste Zimmer, das nur eine Tür hatte. „Odin, wach!“ Der riesige Hund ließ sich vor dem Eingang nieder. Lemmy zog sich einen Stuhl dazu, und zusammen wachten sie über die ungewöhnliche Frau. Und es kam Lemmy nicht einmal seltsam vor. Am nächsten Tag verbrachte er einen wunderschönen Morgen mit Julia. Erst gegen Mittag, als der nächste Zug in dem kleinen westfälischen Dorf ankam, schickte er sie ins Haus. „Odin, wach!“ Lemmy ließ den Hund aufpassen, während er sich im Dorf umsah. Seit zwölf Stunden hatte er schon keinen Whisky mehr getrunken. Er fühlte sich gut. Bei „Mario“ sah er sie dann. Fünf Mann, alle Jeans, weiße Hemden, durchtrainiert. Nur die Gesichter unterschieden sich. Drei russisch, zwei arabisch. Mario erklärte ihnen gerade den Weg zu seinem Haus. „Idiot“, knurrte Lemmy und ging auf die Fremden zu. „Schönen guten Tag. Kann ich euch helfen?“ Lemmy war schon immer für den direkten Weg. „Ich glaube, Julia will euch nicht sehen. Am besten, ihr verschwindet.“ Die Reaktion fiel wie erwartet aus. Die drei Russen kreisten ihn ein, die beiden Araber gingen weiter. „Was willst du Penner denn?“ Beim Reden zog der Wortführer einen Totschläger aus der Tasche. Gleichzeitig mit den beiden anderen. „Wirklich wie Zwillinge.“, dachte Lemmy. „Aufpassen!“, rief der Wortführer, der die plötzliche Veränderung bei Lemmy bemerkte. Doch es war bereits zu spät. Lemmys gespreizte Hand schlug bereits im Kehlkopf des Wortführers ein. Fast zeitgleich krachte sein Fuß ins Kniegelenk des zweiten Russen. Aus derselben Bewegung erwischte er ihn mit dem Ellenbogen an der Schläfe. Erst jetzt hatte sein dritter Gegner Zeit zu reagieren: Wie ein Irrer drosch er mit seinem Totschläger zu. Lemmy tauchte unter den Schlägen weg, kam im Rücken des Russen wieder hoch und hämmerte ihm die hohlen Handflächen auf die Ohren. Der Fremde ging in die Knie. Blut sickerte aus seinen Ohren. Ein trockener Schlag gegen die Schläfe gab ihm den Rest. „Nicht schön, aber wirkungsvoll“, dachte Lemmy. Er machte dem Wortführer noch schnell eine kurze Ansage und lief dann besorgt nach Hause. „Odin ist nicht mehr der Jüngste. Und zwei bewaffnete Gegner. Das wird eng“, dachte er. Seine Sorge erwies sich aber als unnötig. Bei seinem Haus angekommen, fand er zwei jammernde Schläger vor. Einer saß in der Ecke und hielt sich den blutenden Arm, der zweite lag unter Odin. Mit dem riesigen Germanischen Bärenhund

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