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Jörg`s Bärenhund- und Storywelt- Bücher, Kurzgeschichten und der Germanische Bärenhund

mit meinem Freund

mit meinem Freund sieben. Aber er war ja nur am Samstag und Sonntag da. Die Wohnung war auch nicht allzu groß. Ich freute mich schon auf meinen Geburtstag. Da wurde ich so richtig verwöhnt. Morgens musste ich erst zur Arbeit. Vater hatte Mittagsschicht, aber er war schon ganz früh aufgestanden und hatte das Frühstück für mich gemacht. Er war der Erste, der mir gratulierte. „Mein Mädel, zwanzig Jahre! Wie schnell doch die Zeit vergeht!“ „Oh, Paps, wie schade, dass du nicht mitfeiern kannst.“ „Das holen wir nach, mein Mädel. Aber zur Vorsicht esse ich jetzt schon ein Stück Kuchen, sonst kriege ich vielleicht keinen mehr mit.“ „Vater, da kennst du mich aber schlecht. Zuerst lege ich etwas für dich zurück.“ Wir haben noch eine ganze Zeit geredet. Dann sagte er laut, dass alle wach wurden: „Hilde hat Geburtstag!“ Da sprangen sie auf ihrem Betten. Selbst unser kleiner Rudi krähte. Der Tag fing ja gut an. Ich wäre bald zu spät zur Arbeit gekommen, habe es noch so eben geschafft. Mittags nach dem Essen konnte ich nach Hause gehen. Das war ein Geburtstag! Erich spielte Mundharmonika. Wir haben getanzt und gejucht. Die Füße brannten uns. Mutter war so lustig wie lange nicht mehr. Tante Anna schlug immer wieder die Hände über dem Kopf zusammen und sagte: „Lisbeth, du bist gar nicht wiederzuerkennen. Deinem Heinrich wird doch nichts passieren.“ „Oh, Anna, mal bloß nicht den Teufel an die Wand.“ Von da an war Mutters Stimmung hin. Es wurde Abendbrot gegessen und noch ein Gläschen getrunken. Dann verabschiedete sich der Besuch. Es war schon fast zehn. Mutter sagte: „Hilde, geh du auch ins Bett.“ „Ach, ich möchte warten, bis Vater kommt.“ „Nein, es wird zu spät für dich, mein Mädel, du musst morgen früh aus den Federn.“ „Dann gute Nacht.“ Ich gab ihr noch einen herzhaften Kuss: „Das war für die schönen Geschenke und für den schönen Tag.“ Plötzlich hörte ich einen furchtbaren Schrei. Zuerst dachte ich, ich träume. Aber da hörte ich Männerstimmen und dazwischen immer wieder Mutters Worte: „Das kann nicht sein!“ Ich zog mir schnell einen Mantel über und lief in die Küche.

Morgenröcke gab es ja nicht. Da sagte einer der Männer: „Frau Hake, beruhigen Sie sich doch, er ist doch nur eingeschlossen. Vielleicht können ihn seine Kumpels noch retten.“ „Oh ja, so wird es sein. Hilde, hol schon meine Sachen, dann kann ich gleich bei ihm sein.“ Die Leute aus dem Haus liefen zusammen. Sie hatten das Schreien gehört. Sie versuchten, Mutter zu trösten. Da kam Heini von der Zeche, er hatte auch Mittagsschicht. Sie sah gleich, was los war, da war sie auf einmal ruhig. Sie konnte es nicht glauben. Er war doch noch so jung: 44 Jahre. Sie hatte ihn noch mittags mit Rudi ein Stück begleitet. Heini sagte: „Mutter, seine Kumpels hatten ihn schon fast frei, da kam die Kohle von neuem runter. Es gab keine Rettung. Vielleicht wenn ich dabei gewesen wäre, wäre mir noch was eingefallen. Sein bester Freund ist mit ihm umgekommen. Er war noch ein paar Jahre jünger als Vater. Die Kumpels, die ihn befreien wollten, waren ganz erschöpft und klitschnass geschwitzt und wären beinahe noch mit verschüttet worden.“ „Oh Gott“, sagte Mutter, „nur das nicht.“ Mutter konnte es nicht fassen, dass Vater sie alleine gelassen hatte. Drei Tage lang hat sie nichts angerührt. Tante Anna hat ihr immer eine kräftige Brühe gemacht, davon trank sie nach vielem Bitten einen Schluck. „Lisbeth“, sagte Tante Anna, „du musst dich zusammenreißen. Denk an die Kinder. Besonders an Erich, er braucht dich.“ Ich habe nie wieder so einen traurigen Menschen gesehen. Sie war so weit weg mit ihren Gedanken, hat uns einfach nicht verstanden. Am Beerdigungstag mussten wir sie wie ein kleines Kind anziehen. Als wir nach draußen kamen, waren wir platt: Tausende von Menschen! Der Trauerzug wollte kein Ende nehmen. Selbst die Zeitungen waren voll, dass noch nie ein Arbeiter eine solche Beerdigung gehabt hätte. Ein paar von seinen Tauben begleiteten den Trauerzug. Der Korb war mit einem schwarzen Tuch bedeckt. Mutter ging hinter dem Sarg her, sie wollte nicht gefahren werden. Aber als alles vorbei war, brach sie auf dem Friedhof zusammen. Der Taubenkorb wurde zum Schluss geöffnet. Es war unglaublich: Die Tiere hatten keine Angst und setzen sich um das Grab herum. Der Totengräber erzählte uns später, dass die Tauben

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