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Jörg`s Bärenhund- und Storywelt- Bücher, Kurzgeschichten und der Germanische Bärenhund

noch nach drei Tagen

noch nach drei Tagen über das Tag geflogen seien. Wir haben es manchmal nicht geglaubt, aber es wird schon so gewesen sein. Jeden Abend ging Mutter zum Friedhof, danach wurde sie ruhiger. Wenn ich es eben schaffte, begleitet ich sie. Unser Stummel ging auch mit. Er hatte eine ganz wunderschöne Taube gemalt und sie Vater in den Sarg gelegt, ohne etwas zu sagen. Mutter freute sich darüber und sagte: „Mein Kleiner, du wirst mir keine Sorgen machen.“ Heini und ich gingen nach ein paar Monaten wieder unserem Vergnügen nach. Damit war Mutter auch einverstanden. Aber ein ganzes Jahr gingen wir jeden Sonntag zum Friedhof. Vaters Grab war wie ein Blumenmeer. Die anderen waren noch nicht verwelkt, dann waren schon wieder frische drauf. Schaffte es Mutter mal nicht, fuhr ich mit dem Fahrrad. Wir hatten ja selbst viele Blumen im Garten, da brauchten wir kein Geld dafür auszugeben. Mit der Zeit hatte Mutter sich mit dem Schicksal versöhnt. Tante Anna, auch Tante Mimmi standen Mutter immer zur Seite. Auch Vaters Geschwister, besonders sein Bruder Ludwig und seine Frau, die tolle Emma. Er kümmerte sich um die Rente und nahm Mutter alles ab, was eben möglich war. Sie kannte sich ja in nichts aus. Onkel Ludwig umso besser. Tante Emma ließ keine Trauermine aufkommen. Wenn sie uns besuchten, war was los. Ich machte ja die schönsten Handarbeiten. Dafür hatte sie immer Verwendung. Sie hatten ein ganzes Haus und waren herrlich eingerichtet, das war für jede Handarbeit ein besonderer Platz. Darum gab ich auch immer gerne etwas ab. Ich liebte das Schöne und freute mich, wenn ich sie besuchen durfte. Onkel Ludwig hatte einen Narren an mir gefressen. Mutter hatte mich auch immer piekfein, und ich war immer guter Laune. Sie hatten drei Söhne, da war ich Hahn im Korb. Aber je älter wir wurden, umso seltener wurden die Besuche. Auch Vaters Schwestern besuchten uns. Eine war netter als die andere. Sie hatten gerade Vater alle besonders lieb. Es ging nur immer um ihn. „Unser Heinrich, unser Heinrich.“ Sie konnten es nicht begreifen, dass gerade ihn, der niemandem etwas zuleide getan und nur Frohsinn und Freude verbreitet hatte, das Schicksal so hart traf…

1865: Das Ehepaar Biel lebt mitten im Ruhrgebiet. Johannes Biel ist Bergmann auf der Zeche Neu-Iserlohn. Seine Ehefrau, Wilhelmine Biel, bringt acht Kinder zur Welt, die sie in armen Verhältnissen resolut aber liebevoll großzieht. Abseits der glanzvollen Geschichten bekannter Industriellenfamilien gewährt der Autor tiefe Einblicke in das Leben der einfachen Bergleute. Die Arbeit auf der Zeche ist dabei nur am Rande Thema. Der Blick ist immer in die Familie und das Gefühlsleben hinein gerichtet. Der Leser lernt die Werte dieser Zeit kennen, und wie sie vermittelt wurden. Werte, die sich teilweise gravierend von unseren heutigen unterscheiden. Die genannten Personen haben alle gelebt; die Schauplätze existieren teilweise heute noch. So ist die Zeche Neu-Iserlohn die heutige JVA Bochum-Langendreer. Im Schatten von Schlägel und Eisen bei Amazon: https://www.amazon.de/Im-Schatten-von-Schl%C3%A4gel- Eisen/dp/3957200377/ref=asap_bc?ie=UTF8

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Dann taucht sie plötzlich vor uns auf: eine Luke aus mehreren S
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Magazin Nr. 53 - Tabor eV