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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

82 WILDE STAEMME VON

82 WILDE STAEMME VON MALÄKA. Es ist nur wenig über sie bekannt, und jeder Stamm, ja jede einzelne Niederlassung eines Stammes giebt verschiedene Berichte über sie, so dass daraus hervorgeht, dass die Geschichte von ihnen der Mythologie angehört. Im Scherz oder Spott hört man oft Leute eines Ortes die eines anderen als örang Gßrgasi bezeichnen, während sie andererseits, wenn sie ärgerlich sind und mit einander zanken, den Wortwechsel mit einem „Grunzen" und mit dem Ausruf „Sakei" schliessen, indem sie dadurch andeuten, dass der Gegner zu tief unter dem Sprecher steht, um noch ferner mit ihm zu verhandeln. Das Wort Gergasi bezeichnet also keinen der oben genannten vier Hauptstämme. Von Örang £kor oder ,,Schwanz - Menschen" hört man von einem Ende des Archipels bis zum anderen als von wirklichen menschlichen Wesen sprechen. In Malaka werden sie als Menschen bezeichnet, welche sich gelegentlich in irgend einem Theile der Halbinsel sehen lassen. Sie sollen wie andere Menschen aussehen und nicht gefährlich sein, aber nie mit anderen in Verkehr treten, sondern sofort im Dschangel verschwinden, wenn sie gesehen werden. Sie tragen nur einen Tjawat (Lenden-Schurz aus Rinde), unter welchem hinten ein kurzer Schwanz hervorsieht. Sie sind nicht zahlreich, Männer und Weiber sind gleich geschwänzt, Kinder soll man aber niemals sehen! Der Malaie identificirt sie oft geradezu mit den Batak. Der Ausdruck Mäwas bezeichnet die in Europa örang Otan genannte Affenart. Die Beschreibungen, welche von den Mawas gegeben werden, passen vollkommen auf dies Thier, nur sollen die Mawas Malaka's grösser sein. Trotzdem behauptet die Erzählung, dass sie Menschen seien und nicht Affen. Sie sollen in Malaka nie sehr zahlreich gewesen sein, jetzt aber nur noch sehr selten sich zeigen. Ausserdem giebt es noch Ueberlieferungen von anderen Wildniss-Bewohnern, nämlich: I. von einer Rasse riesenhafter Weiber, welche ohne Männer leben. Es wird erzählt, dass gewisse Örang ,,Blandass" gelegentlich im Walde das lange, prachtvoll gearbeitete Sumpitan eines dieser Weiber auf der Erde liegend oder gegen einen Stamm gelehnt fanden und tollkühn genug waren, es wegzunehmerJ. Sie wären aber nicht weit gekommen, als sie plötzlich von rückwärts niedergestossen wurden, und, wenn sie nicht getödtet wurden, sehen konnten, dass ihr Angreifer ein grosses Weib war, welches, wieder im Besitz seines Eigenthums, verschwand. Wenn es sich nicht um ein Sumpitan handelte, Hessen sich die Weiber nicht sehen. Wie viele ihrer wären, wo sie sich aufhielten u. s. w., war nicht zu erfahren. Dass sie aber keine Hantu's wären, darin stimmten alle überein. Seit verhältnissmässig kurzer Zeil verbindet man das Wort Hantu mit Sakei zu einem Begriff'. Das Wort Sükei ist von den Bügis eingeführt worden, welche es auf alle Örang Hütan anwendeten, die sie auf der Halbinsel trafen. ') Vor dieser Zeit war es unbekannt. Gewöhnt, von sich stets als von den Sakei reden zu hören, gebrauchten die Örang „Blandass" selbst den Namen Hantu Sakei, um eine fabelhafte Rasse kleiner, behaarter Wildniss - Bewohner zu bezeichnen, welche sich oft zufällig für einen Augenblick zeigen sollen, aber sehr scheu sind und einen sehr feinen Geruch besitzen, so dass sie die Annäherung eines Menschen sofort bemerken. Diesen Hantu Sakei wächst ein scharfer Knochengrat den rechten Ober -Arm herunter, und sie gebrauchen ihn, um Bäume zu fällen. Auch halten sie die sonderbare Sitte, dass sie, um Früchte von den obersten Zweigen eines Baumes zu erhallen, den Stamm hinaufkletterten, sich auf den Zweig setzten und ihn mittels ihres scharfen Gratknochens durchschnitten. Mit dem durchsägten Zweig Hessen sie sich dann auf die Erde fallen, die sie stets unverletzt erreichten, wie hoch der Baum auch war. Der Ausdruck Hantu Sakei dient nur zum Unterschied von den gewöhnlichen Sakei, und soll nicht etwa besagen, dass sie zu der Klasse der eigentlichen Hantu's gehören, sondern nur als Haniuähnliche Wesen gelten. Die folgende Ueberlieferung gehört eigentlich nur den Örang „Pangghan" an, doch ist sie auch weiter verbreitet. Man erzählt sich noch von einem unsichtbaren, sehr grossen menschenähnlichen Wesen, welches, obwohl es selbst nie sichtbar wird, meterlange Fussspuren auf weichem oder schlammigem Boden hinterlässt. Sonst ist nichts darüber bekannt. Malaien in Pahang behaupten mit Uebertreibung, dass sonst gewöhnlich gestaltete Örang Hütan diese grossen Füsse besässen! Von den Namen, welche fabelhafte Wesen bezeichnen, wollen wir nun zu den wirklichen Stamm- ') [Aus sprachlichen Gründen wenig wahrscheinlich.]

WILDE STAEMME VON MALÄKA. 83 namen übergehen. UeberSukei ist oben ausführlich gehandelt worden: einen besonderen Stamm dieses Namens giebt es nicht. Den Namen Örang Hülu gaben die Malaien allen Dschangel-ßewohnern ohne Stammesunterschied, welche sich bei ihrer Einwanderung in die Quellgegenden (Hülu) der Flüsse oder in das „Hinterland" zurückgezogen hatten. Das Wort ist verhältnissmässig jungen Ursprungs. Die Malaien gebrauchten es, als sie begannen, feste Niederlassungen zu gründen und von dem schiffbaren Theil der Flüsse Besitz zu nehmen. „Wald-Mensch". Der Ausdruck Orang Hütan, ebenfalls malaiischen Ursprungs, ist so bezeichnend für den ursprünglichen Charakter der Dschangel-Bewohner, dass ich ihn gebrauchen werde, wenn von den wilden Stämmen im Allgemeinen gesprochen werden soll. Der Name örang ßükit '}, „Berg-Menschen", ist, obwohl malaiisch der Sprache nach, doch chinesischen Ursprungs, jetzt wird er auch von den Malaien gebraucht. Die civilisirteren Stämme nennen sich mit Vorliebe selbst so, da nichts kränkendes in dem Namen liegt. örang Dalam, „Leute des Inneren", ist der ursprüngliche malaiische Collektiv-Name. Ein malaiischer Name späteren Datums als örang Dalam ist örang Liar, ,,Wilde Menschen". Er wurde, als die örang „Blandass" mehr und mehr ein Tribut-Volk wurden, zum Unterschiede von diesen Unterthanen der Malaien den wenigen Berg-„Blandass" gegeben, besonders den örang „Tummeor" und örang „Pangghan", welche sich weigerten, mit den verhassten Malaien in Beziehung zu treten. Dieser Name wird aufgefasst als den „ärmeren und tiefer stehenden Theil einer Bevölkerung" bezeichnend. Er wird allgemein angewendet, wenn man von dem örang Hutan in einem mehr abstrakten Sinne spricht, nicht um sie direkt zu bezeichnen. Die örang „Blandass", auf welche er ausschliesslich angewendet wird, hören ihn nicht gern. Es folgen nun die Stamm-Namen der Örang „Blandass": Memfira *) Kenaboi Bersisi „Sinnoi" Djakun Benüa ursprüngliche örang „Blandass" ,Benar-ßenar" gegenwärtige örang „Blandass". Die ersten vier sind sicher einerlei Stamm. Der Stamm der örang Djakun oder, wie er zuerst genannt wurde: „Benar-Benar" („viele Ortschaften"'), von den Malaien in das weichere Benüa verändert, war anfangs aller Wahrscheinlichkeit nach ein besonderer Stamm, ist aber jetzt nach vielen Generationen mit den örang ^Blandass" so verschmolzen, dass er thatsächlich mit ihnen ein und dasselbe Volk bildet. Die unten folgenden Mittheilungen fussen auf den Berichten von einigen hundert Leuten der verschiedenen Stämme, welche über ihre Geschichte befragt worden sind. Berichte, welche ein einzelner Mann oder nur eine Gruppe von Leuten mir gaben, sollen zunächst wegbleiben und nur diejenigen gegeben werden, welche überall gleich erzählt wurden. Die älteste Ueberlieferung betrifft eine Insel, „Pülo Gantung Pöndjaring" *) genannt, welche im Meere gelegen sein soll, in der Richtung der aufgehenden Sonne. Im Inneren dieser Insel nun ist ein Berg mit zwei Gipfeln. Zwischen diesen Gipfeln hausen bei Nacht grosse Schaaren Fledermäuse (Mal. Kelüang'), Vespertilio vampyrus), welche von hier aus nach ihren Futtreplätzen auf ') Im Original: Orang Bukit, Orang Dalldm, Orang Liar, Orang Tummeor, Orang Ryot. 2) Im Original: Mantra, Kenaboy, Bersisi, Sinnoi, Blandass, Jakoon, Benua, Benai-Benar. [Olu Kenäboi J. Str. Br. As. Soc. 10, i883, 192.] ') [In welcher Sprache?] *) Im Original: „Püloh Guntong Pinjarring". The shaking these dependant vines „Guntong", the nooses „Pinjarring", an Island „Puloh". [Dagegen: Mal. Gantong hängen, herabhängen, vgl. zu dieser Tradition vor allem D. F. A. Hervey, The MSntra traditions J. Str. Br. As. Soc. 10, i883, 193.J An einer anderen Stelle heisst es von dieser Insel: In „Puloh Pinjarring was a Hantu, not found in the Malayan Peninsula. Jt was not a Hantu proper: it was not a „Smunghut" or soul of a man, but on account of the härm it wrought, it was given the name of Hantu. It appeared as a little dwarf, bigbellied, small head, red hair, a very tiny „Chavat" or loincloth and of a reddish colour. It lived in the hollow trees and at night would come to the houses and while the Blandass were sieeping would bite a hole in the big toe of the foot and suck the blood, but if there was a fire-burning in the hut the Hantu would sil by that fire and warm instead of sucking. This is clearly the vampire cat. [,,Smunghut", mal. Semängat, Sumängat, jav. Sumängat, bat Sumangot, ghost. vgl. J. Str. Br. As. Soc. 8, 1881, 97.] '1 [auch Kälong; Bat. Haluwang.J II*

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