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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

84 WILDE STAEMME VON

84 WILDE STAEMME VON MALÄKA. beiden Seiten des Gebirges sich begeben. Tags über bleiben sie in der Nähe dieses Gebirgssattels in hangender Lage an den Bäumen. Die Bewohner der Insel, die Örang „Blandass", zogen nun lange Leinen mit Fangnetzen quer vor den Eingang in die ßergschlucht und schüttelten während des Tages die hängenden Thiere herab. Aufgescheucht und von dem Sonnenlicht geblendet, flogen sie in die Netze. Den Orang „Blandass" dienten die erbeuteten Thiere zur Nahrung. Daran schliesst sich die Ueberlieferung, dass ein grosses Schiff an dieser Insel scheiterte und die Wasser sanken und das Schiff hoch auf dem Felsen zurückliessen. Der Kapitän und seine Leute gelangten sicher an das Ufer und wurden freundlich aufgenommen von den „Benar - Benar", einem Stamm der örang Laut („Meer-Männer"), welche an der Küste lebten, während die örang „Blandass" in den Wäldern hausten. Diese Örang Laut waren — nach einigen der heutigen örang „Blandass" — ebenfalls Blandass-Leute, aber von untergeordneter Art, andere behaupten, dass sie ursprünglich einen besonderen Stamm bildeten, sich aber mit/ den Wald -„Blandass" durch Zwischenheirath vermischten. Jedenfalls stimmen die Berichte darin Uberein, dass sie in einer Art von Abhängigkeit zu den örang „Blandass" standen. Diese „Benar-Benar" benachrichtigten den Bätin der örang „Blandass", welcher die Schiffbrüchigen kommen Hess und sie gastfreundlich behandelte. Kurz darauf setzten sich einige derselben in die kleinen Boote des Schiffes und machten sich davon. Von ihnen erfuhr man nichts mehr. Der Kapitän und die anderen blieben dort und wurden gut behandelt. Bald darauf starb der alte Batin, ohne einen Sohn zu hinterlassen. Nach der herrschenden Sitte versammelten sich die Örang „Blandass", um ein neues Stammeshaupt zu wählen. Sie wählten den Kapitän wegen seiner überlegenen Kenntnisse und nannten ihn Batin ßörtjanggei Besi. ') " Dieser Name wurde — sagen sie — dann dem Bätin gegeben wegen seiner grossen Körperkraft. So rief er einmal einige zwanzig Leute zusammen, um einen umgefallenen Baum wegzuschaffen und da sie nicht im Stande dazu waren, vollbrachte er es allein ohne Helfer. Dabei aber spaltete sich einmal sein langer Fingernagel. Bgrtjanggei baute nun zunächst für seine Unterthanen ein neues und fremdartig geformtes Haus auf der Spitze des Hügels. Das Dach war ,,von in Feuer gebrannter Erde". Die ersten Grundpfeiler waren von einer neuen Art sehr harten Holzes und die kleineren Pfosten von einer riesigen Grasart, so dick wie eines Mannes Bein, mit hartem Aussen- und weichem Innenholz Diese Holzarten waren auf der Insel unbekannt. Das Dach (First) war von ganz anderer Gestalt, als die Bewohner der Inse je zuvor gesehen hatten. Anstatt gerade gebaut zu sein wie bei A, lief es wie bei B in lange vorstehende Enden aus^), welche über die Firstspitzen hinausragten („Gnar-ding"), für die örang „Blandass" eine unerhörte Bauart. Die Mauern aber waren von Glas. ^) Eines Tages „fiel der Sohn eines Radja vom Himmel". Dabei wird nicht erwähnt, dass er irgend Jemand bei sich gehabt hätte. Er verweilte bei dem Batin Bgrtjanggei und heirathete nach kurzer Zeit seine äheste Tochter. Später überredete er viele von den örang „Blandass", kein Schweinefleisch mehr zu geniessen. Der ahe Batin, der Vorgänger des Bertjanggei, hatte einen Bruder. Dieser Bruder war gestorben, ehe Bertjanggei kam, aber hatte zwei Söhne hinterlassen. Die Bezeichnung Äbang*) („älterer Sohn") verblieb dem Aeheren als Namen, die „jüngerer Sohn" dem Jüngeren. Der Äbang hätte Batin werden müssen. Eines Tages kreuzten die beiden Brüder einen Strom auf einem Baumstamm, der ältere nach der Sitt; als der Vornstehende. Als sie die Mitte des Stromes erreicht hatten, brach der Stamm unter '] Im Original: Bätin Berchangi Besih or the Bätin of the iron fingernail. A long nail, such as the Chinesemen of rank wear on the little finger, if split, is called in „Blandass": Changie [d. h. Mal. Tjanggei.] Lange Fingernägel wurden bei den Örang „Blandass" nicht getragen, so dass ihnen dieselben als etwas Ausserordentliches auffallen mussten. [cfr. J. Str. Br. As. Soc. 10, i883 192.] -") [Darnach hatte das Hausdach den Stil central-sumatranischer Häuser.] 3) This „glass" is from those only, who have seen glass. The remote Blandass said, that „it let the light through". The Blandass-houses have no Windows er even apertures, except the open doorway. •) Im Original: „The eider son [Bruder!] in Blandass is called the „Äbang", the younger the „Adee" [mal. Ädik]: the Malays make the e short."

WILDE STAEMME VON MALÄKA- 85 den Füssen des Äbang und beide Männer fielen in das Wasser, der ältere mit geraden Füssen, der jüngere in hockender Stellung. ') Nachdem der jüngere sich versichert hatte, dass er unverletzt war, rief er auf „Blandass'' „Oosul". -) Die Männer setzten ihren Weg fort, fragten aber, als sie heimgekehrt waren, einen Poyang um Rath, was das „Omen" zu bedeuten habe. Der Pöyang erwiderte, dass der ältere Bruder immer auf seinen Füssen sein und nie rasten, der jüngere dagegen wie die Malaien sesshaft sein und nicht wandern würde. Darauf entschloss sich der jüngere, einen Ort zu suchen, wo er diese Weisssagung erfüllen könnte, und ging nach MSnangkabau. Der ältere aber blieb im Lande. Ehe aber der jüngere Sohn nach Mfinangkabau ging, bereitete Bertjanggei ein Fest, bei welchem alle Arten Speisen aufgetragen wurden. Der jüngere Sohn und eine Anzahl seiner Freunde bemerkten, dass das Fleisch mit Schweinefett gekocht war, dass aber der Schweinskqpf nicht aufgetragen wurde. Sie forschten nach und entdeckten, dass durch irgend ein Versehen der Schweinskopf nicht mitgekocht worden war. Sie gingen daher zu dem Bätin und fragten nach dem Schweinskopf. Der Batin fand bald, dass der Schweinskopf vergessen worden war und entschuldigte sich bei seinen Gästen. Die Gäste waren aber sehr ärgerlich und sagten, dass, wenn der Batin Speisen für sich zurückbehielte, sie überhaupt nichts von seinem Gastmahl essen wollten und gingen fort. Darauf gingen der jüngere Sohn und alle seine Freunde, welche kein Schweinefleisch essen wollten, fort nach Mfinangkabau. Von dieser Zeit her ist es Sitte, dass die Abgänge der dreitägigen Padi-Bewirthung (welche später beschrieben werden soll), den Gästen vorgezeigt werden, um zu beweisen, dass alles Padi für sie zubereitet worden sei. Als Bertjanggei erfuhr, dass die Haniu's „Degup'' die örang „Blandass" tödteten, berief er eine Versammlung und schlug vor, andere Wohnstätten zu suchen. Sein Schwiegersohn (der vom Himmel gefallene Fürst) und eine Anzahl der Örang „Blandass" stimmten dagegen, die übrigen willigten ein, auszuwandern, ßgrtjanggei brach nun sein Haus auf dem Hügel ab, schlug es an der Meeresküste auf und errichtete einen Pfahlzaun um den Platz aus Nibong- Palmen. Darnach nannte er den Platz „Pagar Rüyong"') „das Gehege aus gespaltenen (Nibong) Stämmen". Nun gab er wieder em grosses Gastmahl. An dem einen Ende gab es Speisen mit Schweinefleisch, an dem anderen Speisen ohne solches. Der ganze Stamm war geladen: Diejenigen, welche kein Schweinefleisch essen mochten, Sassen zusammen. Nach dem Fest beschlossen Bßrtjanggei und alle, welche Schweinefleisch assen, die Insel zu verlassen. Der Schwiegersohn erhielt das Haus des Batin zu Pagar Rüyong, wo er blieb. Er wird in keiner Ueberlieferung wieder erwähnt. Gerade als das Gebäude fertig war, starb der Äbang. Bertjanggei veranlasste die „Benar-Benar", „den Pfahlzaun" zu vollenden. Dann veranlasste er sie eine Anzahl Boote zu bauen, in welchen der Batin, seine Freunde und die „Benar-Benar, welche alle Schweinefleisch assen und Bertjanggei's Befehlen gehorchten, von der Insel fortfuhren. Bertjanggei und sein Volk gelangten zu einer unbewohnten Insel, welcher sie den Namen Pasir*) („Sand") gaben. Hier beschloss eine Anzahl der Örang „Blandass" zu bleiben. Bertjanggei und die übrigen fuhren weiter. Von Päsir aus erreichten die örang „Blandass" eine andere unbewohnte Insel, welche sie „Pantey Läyang" =) nannten. Hier blieben wieder einige örang „Blandass" zurück. Nachdem Bertjanggei Pantei Layang verlassen hatte, erreichte er eine grosse — wie die vorigen unbewohnte — Insel, welche er „Jowar" ') nannte. Hier bheb seine jüngste Tochter mit mehreren ') Im Original: In the squatting tailor-like position of Malay. ^) „Oosul" „All-right" in English or ratlier the way, in which tliey apply it, is about the equivalent An einer anderen Stelle heisst es: Adat [genauer Ädat] in Malay means „a custom". In the Blandass „asal" is employed and means the some. The younger, falling unhurt exclaimed „Oosul" and the Bätin desiring to commemorate the division of his people into settied and wandering life, decreed, that henceforward ,^sal" [Oosul] should be used, to express any of the Blandass customs. 2) Im Original „Paggar Rooyang" [mal. Nibong, bat Libung: Caryota urens; nach D. F. A. Hervey lag der Ort in Sumatra : J. Str. Br. As. Soc. 10, i883, 192]. *) Im Original: „Pasai": „sandy". ') Im Original: „Panti Liong" a sandy place by the seashore where there were a number of swallows [Läyang - läyang Schwalbe]. ") Nach Herrn Vaughan Stevens' Orthographie etwa als Djäwa wiederzugeben. Zu „Jowar" kommt noch folgende Erklärung: „a sea-bird with webbed feet, white and black, long neck long beak, curved at the end of upper mandible and a place beneath the Iower one for holding the fish it caught" (Pelican). Die heutigen örang MSniSra behaupten, dass dieses „Jowar" die Insel Jawa oder Djäwa sei, und dass die Jawanen theilweise eines Blutes mit ihnen seien in Folge der Verbindunp mit den dort zurükgelassenen Örang „Blandass".

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