Aufrufe
vor 1 Woche

Halbinsel Malaka - wilde Staemme

II. Das Blasrohr

II. Das Blasrohr (Sumpitan ') und sein Zubehör. Das Blasrohr der örang Bgnüa. Die Sumpitans der Orang Benüa unterscheiden sich von denen der anderen 3 Stämme dadurch, dass sie aus zwei Längen „Penaghur"^)-Holz (Calophyllum sp.) zusammengesetzt sind, die an den Flächen genau aufeinander gepasst, sich mit den Seiten berühren und zusammen derartig gerundet werden, dass sie einen geraden Cylinder bilden, der in Länge und Dicke variirt, je nachdem die Hände des örang BSnüa gestaltet sind, der ihn gebrauchen will. In jede Hälfte des SumpTtans wird aus dem festen Holz heraus eine Höhlung geschnitten und diese beiden entgegengesetzten Höhlungen bilden den Tubus für den Pfeil. Die beiden Holzlängen werden in ihrer Lage durch eine besondere R6tan-Art zusammengebunden und der gebundene Cylinder wird zum Schutz in ein Bambusfutteral gesteckt. Sehr wenige der örang Benüa können jetzt diese Art von Sumpitan, die bald ganz von der Halbinsel verschwunden sein wird, anfertigen. Die noch vorhandenen Proben sind bereits sehr selten und schwierig zu erhalten. Um ein gutes, vollkommenes Sumpitan von dieser Art herzustellen, braucht ein Örang Bönüa sechszehn Tage mit geduldigem Anpassen und Schaben. Nachdem der Penaga-Baum (deshalb gewählt, weil er, wenn einmal getrocknet, nur geringe Neigung hat, sich wieder zu werfen) im allgemeinen von o derOriginalgrösse. '/J2 Blasrohr der (istlichen Djöhor- Böjiiia , aus Penägaholz mit Bambushülle, welche mit 7Rötanringen gebunden ist Aufrecht stehend, wiederBambus, welcher den Schaft bildet, gewachsen war. ungefähr einem Fuss Durchmesser durch den ßgliyong gefällt worden ist, spaltet dasselbe Werkzeug die Langen heraus, welche roh bearbeitet werden zur Form durch den Parang. Die zwei flachen Seiten werden nun zunächst durch den Parang sorgfältiger bearbeitet, und sollte dabei irgend ein Sichwerfen oder Drehen vorkommen, so wird dasselbe dadurch verbessert, dass man das Holz feuch macht, es über das Feuer hält und in der entgegengesetzten Richtung Gewalt anwendet. Verschiedene Umwickelungen von Rotan bringen die beiden Längen zusammen in die richtige Lage, worauf der Örang ßfinüa den Cyhnder zu runden beginnt, den Parang dabei gebrauchend und sich ganz und gar auf sein unbewaffnetes Auge verlassend. Da die Stellen zwischen den Rotan-Binden nur roh bearbeitet sind, so werden frische Binden angelegt und das Holz unter der ersten Lage Binden abgeschabt, um dem Ganzen Form zu geben. Der Arbeiter sieht hin und wieder den Cylinder entlang, um zu beobachten, ob er sich gerade gestaltet, aber braucht niemals irgend eine Art von Maass, um zu sehen, ob der Cylinder seiner ganzen Länge nach denselben Durchmesser hat. Nachdem die Hauptmasse des Holzes entfernt ist, wird der Parang nicht mehr als Schneidewerkzeug, sondern als Schaber gebraucht, bis der Arbeiter mit seinem Werk zufrieden ist und der Cylinder so schön ist, wie er ihn nur machen kann. Nachdem der Arbeiter die Binden entfernt hat, benetzt er die eine flache Seite mit wenig Wasser, passt sie genau der trockenen Sehe an und klopft sie auf der Rückseite mit dem Rücken des Parang. Diese Procedur veranlasst, dass an den hervorragenden Theilen etwas von der Feuchtigkeit der nassen Seite auf die trockene Seite überführt wird. Diese angezeichneten Stellen werden abgeschabt und der Prozess so lange wiederholt, bis beim Wiederzusammenbinden kein Durchschimmern zwischen den beiden Seiten bemerkt wird. Mit einem Stück Kohle aus seinem Holzfeuer zieht jetzt der örang Benüa zunächst eine breite schwarze Linie in der Mitte jeder Länge auf der flachen Seite, 'I [Mal. richtig: Sumpit] '-') [Mal. Penäga.]

WILDE STAEMME VON MALÄKA. 103 indem er seiner Hand durch den kleinen Finger, mit dem er an dem Rande lang fährt, die erforderliche Festigkeit verleiht. Auf dieser Linie fängt er nun an, die Höhlung herauszuschneiden, indem er das Holz in seiner linken Hand hält gegen das äusserste Ende des Parang in seiner Rechten. Nur ein viertel Kreis wird auf einmal herausgeschnitten, dann wird das Holz wieder umgewendet. Die linke Hand wendet das Holz gegen den Rand des Parang; aber bei jeder Wendung des Holzes vertieft sich der Schnitt, bis das anschwellende Ende eines langen, dünnen, einem Rammstabe ähnlichen Stockes „Bingrot"'), der jetzt als Maassstab für Tiefe und Weite der Höhlung angewendet wird, horizontal die Höhlung entlang durchpassiren kann. Sobald dies erreicht ist, werden die beiden Längen durch Roian - Binden in Zwischenräumen von ungefähr zehn Zoll fest zusammengebunden, die Klammer, „Kahon", wird ungefähr zwei Zoll von einem Ende aufgesetzt und der Rotan - Ring an demselben wird auf sie aufgeschlagen, bis die Klammer die beiden Längen in ihrem Griff fest zusammenhält. Nachdem die Rotan - Binden hergestellt worden sind (ungefähr 3o Meter, womöglich in einem StQck), nur von einer bestimmten R6tan-Art „Toongal" ^) (Calamus geminifloris), wird der Knaul auf den Erdboden unter das Haus des Benüa (stets einige, acht, Fuss hoch oder noch mehr auf Pfosten errichtet) gelegt und das Ende des Rotan durch den Flur heraufgezogen. Er wird alsdann über den Cylinder gewunden, und zwar an der rechten Hand des Arbeiters und an dem Ende, wo die Klammer befestigt ist, beginnend. Die linke Hand fasst den Cylinder hinter der Klammer und dreht den Sumpitan herum in der Richtung von des ßgnüa's Körper fort, eine halbe Wendung auf einmal, indem I3 der Originalgrösse. „Kahon", Klammer zum Zusammenpressen des Tubus aus Penäga-Holz, aus welchem das Rohr des Blasrohrs hergestellt wird, ebenfalls aus P6naga-Holz mit Rötanbändern. das linke Ende des Sumpitan auf dem Flur der Hütte ruht und das andere auf den abwechselnden Enden der Klammer, „Kahon", in rechten Winkeln von dem Sumpitan absteht. Die rechte Hand liegt gleichmässig auf dem Rotan bei seinem spiralen Umlauf, während die linke Hand die Spannung gegen die rechte hält, bis die halbe Wendung gemacht ist, und das andere Ende der Klammer ist unten auf dem Boden, sobald die rechte Hand die Richtung ihres Drucks vom Horizontalen zum Vertikalen verändert und den Sumpitan durch den Rotan mit dem Klammerende auf den Boden fest niederdrückt, so dass der Rotan nicht schlaff werden kann, während die linke Hand einen frischen Griff macht. Sobald nun die Klammer erreicht ist, wird der rechte Fuss auf den Rötan gesetzt, wenn er durch die Löcher des Fussbodens passirt, wodurch die rechte Hand frei wird, welche, den Parang ergreifend, die Klammer (auf ihrer vorderen Seite) fünf oder sechs Zoll zurückschlägt, während die linke Hand, inzwischen die gewundene Lage des Rotangebindes führend, dasselbe durch einen stetigen Druck gegen den rechten Fuss fest anzieht. Das Aufwinden des Gebindes schreitet in dieser Weise bis zu dem anderen Ende des Sumpitans fort, wo das Ende durch Einschürzen unter die vorhergehenden Falten befestigt wird. Das Mundstück „Bassoong" ') wird jetzt zunächst angefertigt (ursprünglich ganz aus dem Holz des „Lebut" genannten Baumes, aber in den letzteren Jahren, wo der Orang Benüa in den Besitz malaiischer Messer kam, aus härteren Hölzern). Die Höhlung wird zuerst durch eine Knochen-Ahle gemacht und durch die Reibung mit einem Pflock aus irgend einem weichen Holz geglättet; das Mundstück wird ') [vgl. van der Tunk s. v. Geroet.] •') [„Tunggal" nach J. St. B. As. Soc. 8 1881 S. 160, wo eine ganze Anzahl Rötan-Arten aufgezählt werden.] ä) [Mal. Bäsong, bat. Basung. Favre s. v.: racines d'un certain bois tres-tendre et tres-leger, dont on se sert pour faire des poignees de certains Instruments, des flottes de lignes a pecher, de filets etc. — van der Tuuk s. v. (Mänangkäbau): de worteis van een zeker licht en zacht hout, die voor steelen en dobbers gebruikt worden.]

Sonderbeläge Naturbeläge Sisal Memory - Rudolf Stamm GmbH
Wilde Kaiserin Frühjahr/Sommer 2016
raum und auf der Arabischen Halbinsel - Edition Topoi
downloaden - Wilde Gesellen in Coburg
Kanada – das wilde Paradies Wo man sich wohl ... - bei GOLDENAge
Betriebliches Rechnungsw. - Steuerkanzlei Wilder & Partner
zum PDF Download… - Stamm VI
w w w .w ild e-g esellen.d e - Wilde Gesellen in Coburg
Bülent Ceylan - Wilde - CFL
WILD, JAGD, JÄGER - Wild und Hund
Tu es Jetzt! - DPSG Stamm Konradin Friedberg
Arier, Wilde und Juden : ihre Rassen, Kulturen und Ideen
Blick ins Elisabethtal in der Herrschaft Militsch ... - Wild und Hund
(4,61 MB) - .PDF - Going am wilden Kaiser
100 Jahre Pfadfinden Neu in Hamburg: Stamm Zassenhaus Interview
Ein freudiges Ereignis Medianeras Die wilde Zeit - Filmcasino
Stammes INFO - Blatt - Wilde Gesellen in Coburg
stammes info 07-08 - Wilde Gesellen in Coburg
stammes Kurz Info 02-10 - Wilde Gesellen in Coburg
Falklandinseln, Südgeorgien & Antarktische Halbinsel - Spitzbergen
Odessa und die Halbinsel Krim - Bildungswerk Sachsen der ...
Händl Klaus. Porträt von Silvia Stammen (application/pdf 12.3 KB)
Kunden stamm - tat SCHWARZER
→ Stamm - Quartierverein Gallusplatz