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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

104 WILDE STAEMME VON

104 WILDE STAEMME VON MALAKA. an seine Stelle gebracht, nachdem das Ende des SumpTtan über dem Feuer erhitzt worden war, ein wenig Harz auf dasselbe gerieben und die Form mit dem Parang roh herausgeschnitten. Die Herstellung des Bambusschattes folgt nunmehr. Ein grüner Bambus, nach Grösse ausgewählt, wird genommen; von den Knoten werden mit Hülfe eines langen Stabes soviel als möglich herausgestossen; dann wird der Bambus über ein gelindes Feuer gehalten und sobald er gut durchwärmt ist, wird er durch den Griff eines Paares hölzerner Zangen mit stetigem Zusammendrücken zu wiederholten Malen niedergehalten. Dieses Verfahren macht den Bambus ganz weich und schmiegsam, da das Erhitzen und Niederdrücken ein halbes Dutzend Mal und noch öfter abwechselt. Um die Ueberbleibsel der Knoten zu entfernen, werden die frisch geschnittenen, stachligen Blätter angewendet und so viele von den dickeren Enden als hineingehen können, werden in die Röhre des Bambus hinuntergestossen und kräftig auf- und niedergezogen, bis die harten Stacheln die hervor ragenden Ringe der Knoten in dem Innern gänzlich abgerieben und entfernt haben. Zuerst werden nur vier oder fünf Blätter eingeführt, nachher aber, um die Röhre vollständig glatt zu machen, mehrere. Der letzte oder Grund - Knoten wird nicht herausgestossen (der Bambus wird nämlich länger geschnitten als der Sumpitan) und durch ein starkes Rötangebinde verstärkt, um bei der nächsten Procedur des Schaftansetzens Widerstand zu leisten. Der Bambus wird aufrecht gehalten, mit dem gebundenen Ende am Boden. Das Mundstück des Sumpitan wird soweit als es nur irgend geht, hineingearbeitet (gewöhnlich bis zu dem ersten Knoten), Originalgrösse. Das abgeschnittene, durch Eintreiben des hölzernen Rohres zerstossene Ende des Bambusschaftes. alsdann wird das Ganze einige Zoll in die Höhe gehoben und auf einen Holzblock scharf niedergestossen. Bei jedem Stoss sinkt der Sumpitan in dem Bambus weiter und weiter nieder, bis das Mundstück das Ende erreicht. Der erhitzte und weichgemachte Bambus giebt dem eindringenden Cylinder nach und passt sich ihm gut an, aber gerade in diesem Stadium erscheinen oft Sprünge, wenn die Knoten nicht genügend gereinigt sind, und der Bambus spaltet sich durch das Hineintreiben des Sumpitan. Das jetzt zerstossene Ende, welches gegen den Block gebraucht worden war, wird abgeschnitten und das Mundstück des Sumpitans und des Schaftes wird mit dem Parang glatt geschabt. Der lange, einem Rammstabe ähnliche Stock „Bingrot", wird alsdann, das dünne Ende zuerst, in die Höhlung des Sumpitans gesteckt und irgend welche leichten Unregelmässigkeiten oder Rauhheiten werden durch einfache Reibung von Holz entfernt, indem das „Bingrot" auf und nieder geht. Nachdem der Weg in dieser Weise für weiteres Verfahren klar gemacht ist, wird ein kleines Stück getrockneter Fischhaut (Stachelrochen) an dem dickeren Ende des „Bingrot" befestigt, nachdem der Keil in demselben herausgezogen worden ist. Zwei oder drei Tage sitzt nun der örang Bönüa da, diesen in der Röhre auf- und niederführend, allmählich das Ende des „Bingrot" verstärkend durch Einsetzung des Keils oder ein wenig Nipah-Blatt unter die Fischhaut legend, bis durch geduldiges Abschaben die Höhlung von einem Ende bis zu dem anderen denselben Umfang hat. Schliesslich wird das getrocknete Blatt von „Akker')-Momplas" (Delima^) sarmentosa) der rauheren Fischhaut substituirt und die Höhlung in derselben Weise geglättet. Es erübrigt alsdann nur noch, das Mundstück fertig zu machen, zu glätten und mit einer Lage von Gettah pörtja zu bedecken, wenn es aus weichem Holz hergestellt ist (nicht aber, wenn es wie jetzt aus hartem Holz gemacht ist), und der „Malan", wie der Örang Benüa sein Sumpitan nennt, ist zum Gebrauch fertig. Die Pfeilköcher der Örang Benüa (Bgnüa-Name „Timlahan") bestehen stets aus einem Glied des grossen Bambus, grün geschnitten und mit feuchtem Thon angefüllt. Das Ganze wird zuerst ') [Mal. Äkar mSmpelas cfr. van der Tunk s. v. ampelas: a. lemboet naam van een vijgeboom, welks bladeren gebruikt worden, cm er hout mede te polijsten: Ficus politoria; empelas: naam van eenige wortel planten (äkar), welcker scherpe bladeren gebruikt worden, om hout, been, hoorn en dergelijke te polijsten ... mempelas q. cfr. — Favre s. v. mempeläs: nom d'un arbre dont les feuilles servent a polir le bois.] ') Der Name mal. Dalima, skt. DOlima bezeichnet ursprünglich den Granatenbaum.

WILDE STAEMME VON MALAKA 105 senkrecht aufgehängt bis der Thon etwas trocken ist, und alsdann auf das Gerüst, welches sich über allen Feueressen der Bgnüa-Häuser befindet, gelegt und von Zeit zu Zeit umgewendet. Zuerst wird der Behälter einer beträchtlichen Hitze ausgesetzt, aber sobald der Thon anfängt hart zu werden, wird der Bambus weiter von der Hitze entfernt und muss so lange auswittern, bis er durch und durch trocken ist, ohne in seiner Form unregelmässig zu werden. Dieses nimmt einige Wochen in Anspruch. Nachdem die erste Hitze den grössten Theil von dem Saft des Bambus getrocknet hat, wird er in Rindenzeug gewickelt, welches zwar der Hitze gestattet, auf den Behälter einzuwirken, aber den meisten Rauch zurückhält, wesshalb ein gut hergestellter Behälter eine goldgelbe Farbe zeigt. Der Orang Bgnüa verziert niemals seinen Pfeil - Behälter mit eingravirten Linien, wie andere Örang Hütan thun. 54 der OriginalgrSsse. Pfeilköcher der örang Benüa, an der Seite hängen zwei mit Blattdecken umwickelte Giftbehälter und ein Stück Harz („Keeji"). ]^ der Originalgrösse. Pfeilköcher der Örang Benüa im Längsdurchschnitt, an der Bodenhöhlung ist „Keeji"-Harz, befestigt. Die verschiedenen Theile eines Orang Benüa Pfeil-Behälters sind: ,,Jinkoop ^), die geflochtene Kappe auf dem oberen Ende; „Simpi" ^), die geflochtenen Rotanringe um denselben; „Sungroo", das Seil, welches rund um den Leib geht; „Petis" '), der Knopf an dem „Sungroo"; „Pakan" *), das Röhrensystem in seinem Innern, um jeden Pfeil getrennt zu halten. Der Pfeil-Behälter wird stets an der linken Hüfte getragen, gleichviel ob der örang B6nüa linkshändig ist oder nicht, wie es zuweilen vorkommt. Der „Jinkoop" kann von iedem beliebigen Blatt sein; der Regel nach aber ist er entweder von Nipah oder Pandan. Er wird stets von den Frauen angefertigt. „Simpi" ist von gespaltenem Rotan mit von Natur schwarzer Faser (von verschiedenen Wurzeln) als Zierrath abwechselnd. In früheren ') [vgl. mal. mfndjungkub: van der Tuuk s. v. Menjoengkoeb bedekken med iets hols overstulpen.] *) [Mal. Simpei, sipei, Favre s. v.: cercle, cerceau; Däyak; Simpai (bas. Bandjar) i. q. saloang: Band; Simpäi: Band s. v, Karohäi Hardeland s. v. v] ') [Mal. pitis: peiit monnaie chinoise ayant un trou au milieu, Däyak: pikis: Die chinesischen messingenen Duite, Hardeland s.v., Jav. pitjis: Holt pietje, pietjes (een achtste van een zeeuwsche rijksdaalder Vreede s.v.) Zur Sache vgl. unten.] *) [Mal. Päkan cfr. van der Tuuk s. v.] Veröffentlichungen. IL 3/4. 14

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