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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

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: ,92 WILDE STAEMME VON MALÄKA. einen allgemeinen Auftrag hat, dessen Absicht darin besteht, Hungersnöthe zu verhüten. Der Zauberspruch des Pawang für den Sterbenden enthalt keinerlei Wendung, welche den Hantu wegtreiben soll, wie das bei dem Kranken der Fall ist: Tühan hat entschieden und der Mann muss fort. Aber der Mann kann unvorsichtig gewesen sein oder eine Versündigung begangen haben, so dass ein Hantu ihn bloss krank gemacht hat, dann wird die Hülfe des Pawang angerufen, um den Hantu auszutreiben — da er bis dahin nicht wissen kann, ob Tühan ihn abrufen will oder nicht. Ist das letztere dei Fall, so ist die Krankheit dem eigenmächtigen Wirken eines Hantu zuzuschreiben und kann deshalb beseitigt werden. Ich werde unten darauf zurückkommen. Von Dämonenverehrung ist hierbei nichts zu spüren. Der örang „Blandass" versucht, den Hantu zu erschrecken oder ihn zu versöhnen, in derselben Weise, wie er es bei einem Menschen machen würde, von dem er wüsste, dass er ihm Unheil zufügen wolle. Ich gehe nunmehr auf die Vorstellungen von deii Hantu's genauer ein. Die Hantu's zerfallen in: 1. Hantu's der verderbten Seelen; 2. die bösen Thaten der Todten. Zu besserer Unterscheidung kann man sie klassificiren 1. Klasse, der Grab-Hantu: Hantu „Degup"; 2. ,, Unsichtbare Hantu's; 3. „ Sichtbare Hantu's; 4. „ Hantu's der körperlichen Ermüdung; 5. „ Hantu's der bösen Thaten: Hantu Kübur [wörtlich allerdings „Grab-Hantu"]. No. I—3 sind die Seelen der unverbesserlich verderbten örang „Blandass". No. 5 sind die bösen Thaten, die einer verübt hat, oder die Neigung, solche zu wiederholen. Sie sind nicht etwa die Seelen der Menschen, doch ist es freilich schwer, eine glatte und präcise Bezeichnung von ihnen zu geben. „The evil that men do, lives after them" ist, buchstäblich genommen, der Hantu Kübur („Hantu des Grabes") [also das buddhistische „Karma"]. Zwischen dem Hantu „Degup" und Hantu Kübur, welche scheinbar verwandt sind, sind folgende durchgreifende Unterschiede: 1. Der Hantu „Degup" ist eine unsterbliche Seele. Der Hantu Kübur ist gar keine Seele, sondern nur eine Neigung zu bösen Thaten, welche in der Seele und dem Körper irgend eines anderen lebenden Mannes vorhanden, dadurch lebendig gehalten wird, aber einer menschlichen Wohnung beraubt, ihren Wirkungskreis verliert, in Folge dessen ermattet und stirbt, um nicht wieder aufzuleben. 2. Der Hantu „Degup" tödtet Jeden, der ihm begegnet. Der Hantu Kübur fügt äusserlich Niemand etwas Böses zu, hat überhaupt nur zu Demjenigen Zutritt, der böse Neigungen besitzt und so der Versuchung zugänglich ist. 3. Der Hantu „Degup" ist sichtbar. Der Hantu Kübur ist unsichtbar. 4. Hantu „Degup" büsst eine Strafe, welche er verdient hat. Der Hantu Kübur ist durchaus nicht in Strafe. Es erübrigt nun, die einzelnen Hantu's genauer zu beschreiben. I. Der Grab-Hantu „Degup". Wird, wie oben erzählt, eine Seele ausgestossen aus der Hölle als „nicht mehr zu reinigen", so liegt bei „Genowie Lanyoot" die Entscheidung, welche Strafe der besonderen Verderbtheit der Seele entspricht. Falls die Entscheidung fällt, die verderbte Seele solle zum Hantu „Degup" werden, so wird dieselbe auf immer zur Erde zurückgeschickt, um eine Ewigkeit von Kälte, Hunger oder Durst oder all' diesen Qualen zusammen, dem Maasse ihrer früheren Verruchtheit entsprechend, zu ertragen. Der Hantu „Degup" kann sich nicht weit von dem Ort entfernen, an welchem sein Körper beerdigt wurde, und sucht in der Nachbarschaft herum nach Feuer, Speise oder Trank, aber, so hat „Genowie" bestimmt, selbst wenn er das Gesuchte findet, hat es keine Wirkung für ihn, gerade, als hätte er sie gar nicht gefunden. Unerträglich gequält, sucht er Erleichterung und findet sie nie.

WILDE STAEMME VON MALÄKA. 133 Es giebt nur einen Ort, an dem er von seinem fruchtlosen Streben ausruhen dart, und das ist sein Grab. War er aber eine ausserordentlich verderbte Seele, so wartet noch eine schärfere Strafe auf ihn. Während seine schwarze und befleckte Seele, wie oben beschrieben, von „Genowie" sieben Siedebädern unterworfen wird, um gereinigt zu werden, aber trotzdem jeder Reinigungsversuch fruchtlos ausfäUt und in Folge dessen das Ausstossungsurtheil erfolgt und die Seele als Haniu „Degup" zurückkehrt, ist ihr Grab vom Sturme der Zeit dem Boden gleich gemacht. Bäume sind darüber gewachsen und das Dickicht der Dschangeln verbirgt den Platz. Unfähig, ihr Grab zu finden, muss die verfluchte Seele ruhelos in der Nachbarschaft umher^ wandern und danach suchen, und dann schreit sie hat sie ihren Namen: „Gup, Gup, Gup". durch das Dunkel der Nacht und von diesem Schrei Gelingt es der Seele, das Grab wieder zu finden, so kauert sie darauf nieder in der Gestalt eines greisen Mannes oder Weibes, greis geworden durch den langen Aufenthalt im Höllenkessel, aber mit den Füssen nach der verkehrten Richtung, d. h. mit den Zehen nach rückwärts, um den Menschen zu zeigen, dass sie auf Erden nicht den „rechten Weg wandelte", und dass es ein Hantu ist, nicht ein wirklicher Mensch, ein zu sein. Wesen, dem man „aus dem Wege" gehen muss. Die Verdammung zum Hantu „Degup" scheint den schhmmsten der Misseihäter vorbehalten Die Hantu „Degup" haben, um das Unrecht wieder gut zu machen, welches sie auf Erden ihren Mitmenschen zufügten, von „Genowie Lanyoot" die Macht erhalten, Jeden, welchen sie treffen, schmerzlos zu tödten und in Schreck zu setzen, indem sie entweder im Walde herumstreifend oder auf dem Grabe kauernd sichtbar werden. Die örang „Blandass" sind vollkommen überzeugt, dass in dieser Anordnung, durch welche verhindert wird, dass viele Menschen sich allzulange an einem und demselben Orte aufhalten, dadurch die Nährquellen des Bodens erschöpfen und schliesslich Hunger leiden müssen, eine grosse Weisheit liegt. Die Nothwendigkeit eines richtigen Verhältnisses der Bevölkerung zu den Boden - Erträgnissen kennen die Örang „Blandass" sehr wohl. Das giebt die Erklärung für die steten Wanderungen der Orang Hütan. Sie schaffen sich ein Heim und im gewissen Sinne ein dauerndes Heim, sie sind also, streng genommen, kein Nomadenvolk, nur wird die Aufenthaltsdauer für einen Ort hauptsächlich bestimmt durch die Zahl der Todesfälle daselbst. Ich sage „hauptsächhch", weil auf dieser Halbinsel auch noch andere Ursachen mitgewirkt haben, um die „Blandass" von einem Ende derselben bis zum anderen zu zerstreuen. Die Orang „Blandass" verlassen den wünschenswerthesten mit allen Bedürfnissen überreich gesegneten Wohnplatz, wenn ein einziger Todesfall eintritt, welchen sie dem Zusammentreffen mit einem Hantu „Degup" zuschreiben. Es ist oben erwähnt worden, dass nach Ansicht der örang Hütan der Mensch die Pflicht hat, sich berechtigten Angriffen der Naturgewalten nicht auszusetzen. So erklärt sich auch die Flucht vor dem Hantu „Degup". Er ist leicht zu vermeiden, da er nicht weit von seinem Grabe weggehen darf, aber er tödtet auch ganz zweifellos, wenn Jemand darauf bestehen wollte, den Platz zu behaupten. Der Tiger u. s. w., die anderen Hantu's, bilden nur eine Möglichkeit des Verderbens für den Menschen, der Hantu „Degup" aber tödtet unvermeidlich. Es kommt gar nicht auf die Anzahl der Todesfälle an, die ihnen Besorgniss erregt, wenn sie nur anderen Ursachen zuzuschreiben sind, vorausgesetzt, dass die Verstorbenen eines guten Rufes auf Erden genossen, also die Hoffnung gewähren, dass sie früher oder später der Siedehölle entrinnen und nicht zum Hantu „Degup" verdammt werden. Wenn aber ein Uebelthäter oder eine allgemein missliebige Person stirbt, so werden die Ueberlebenden bestimmt bald darauf den Boden verlassen, welcher dem gefürchteten Hantu „Degup" als Bereich seiner Thätigkeit zufallen kann. Deshalb haben sie auch in früheren Zeiten die Nachbarschaft der Malaien gemieden. Den lebenden Malaien gegenüber galten ja noch andere Gründe, aber der Malaie überhaupt, ob todt oder lebendig, galt als ,Jahat" ') (verrucht), und obwohl die örang Hütan die Möglichkeit gehen Hessen, dass für die i| [Mal. Djäbat.]

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