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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

134 WILDE STAEMME VON

134 WILDE STAEMME VON MALAKA. Seelen der Malaien besondere Höllen existirten, fühlten sie sich doch in Bezug auf die ganze Frage unsicher. Von einem Ort zu anderen nächstliegenden wandern wohl die Örang ,,Blandass", getrieben durch die Bedürfnisse des Lebens, und suchen nach unberührtem Boden, nach Wild nnd Walderzeugnissen, aber das einhellige Wandern einer ganzen Schaar nach entfernten Orten hat keine andere Veranlassung, als den Zweck, dem Hantu „Degup" zu entrinnen. Früher kehrten die örang Hütan, wenn sie einmal eine Gegend aus diesem Grunde verlassen hatten, nie wieder dorthin zurück. Heutzutage suchen sie freilich wieder die Plätze auf, welche ihre Vorfahren verlassen hatten, aber die Zeiten haben sich geändert. Malaien und Chinesen haben die Wälder gelichtet und die Hantu's sind daraus verschwunden. Die Örang Hütan, welche zu den früher verwünschten Stätten zurückkehren und sich im täglichen Leben mit anderen Rassen mischen, haben mit ihren alten Sitten ihre alten Vorstellungen verloren. Ich spreche aber von den Sitten der alten Geschlechter, deren einzige Heimath der weite und dunkle Forst war und nicht von dem schmutzigen und entarteten Volk, welches einer Halbkultur anhängt, welche sie entnervt und ihre alte Unabhängigkeit vernichtet. Heutigen Tages stehen die Grade der Civilisation weit auseinander. An dem einen Ende der Skala steht etwa ein örang Möntgra, der lateinisch spricht und schreibt (Erfolg der katholischen Mission), an dem anderen ein richtiger Hinterwäldler, dessen einzige Ahnung von der Aussenwelt in dem Pärang ') besteht, der an seinem Gürtel aus Baumrinde hängt. Ich kehre zu den Hantu's „Degup" zurück. Es giebt unter ihnen Rangklassen ^) , und wie andere Hantu's (Gruppe 3) wählen sie aus ihrer Mitte vier Führer oder Häupter nach der Sitte der Lebenden, nämlich: einen ßatin (Häuptling), einen Djönnang (Vertreter des Batin's), einen Djürukörah und Pönglima. ") Ich habe oft Stunden lang im Walde nächtlicher Weile auf einem „Blandass"-Grab gesessen und den Hantu-Ruf: Gup! Gup! Gup! zuweilen dicht neben mir gehört.^) Vermuthlich ist es der Schrei eines vorüberfliegenden Nachtvogels (der kleinen Eule) oder einer Gekko-Art. Bei Tage habe ich den Ruf nie vernommen, auch habe ich, wenn ich so wachte, nichts Schlimmeres angetroffen als einen Tiger. Nach der Beschreibung der Todes -Symptome eines vom Hantu ,,Degup" Getroffenen ist es mir wahrscheinlich, dass der Mann unversehens mit blossen Füssen auf eine Schlange getreten war. In dem Gewirr des Unterholzes ist eine kleine Schlange nicht zu bemerken; bei den vielseitigen Hindernissen, welche die Vegetation bietet, wird seitens des Mannes, welcher sich mit Gewalt seinen Weg bahnt, ein Stich als ganz unwesentlich gar nicht weiter beachtet. Wenn Jemand dem Hantu „Degup" begegnet, rechtzeitig die verkehrt gestellten Füsse wahrnimmt und dann schnell flieht, so kann er ihm wohl entrinnen, da der Hantu mit seinen verkehrten Füssen nicht schnell laufen kann. Ueberkommt aber der Hantu den Fliehenden, ohne dass dieser es bemerkt, so packt er ihn um den Leib und schüttelt ihn, wobei er unsichtbar wird. Der so angegriffene Mann kann wohl noch ein Stückchen gehen, fällt dann aber todt nieder. Gelingt es ihm, sich bei der ersten Berührung loszuringen, so gelangt er wohl noch bis in sein Haus, stirbt aber doch nach kürzerer oder längerer Zeit. Gegenwärtig, wo es keinen Pawang mehr giebt, der entscheiden könnte, welcher Hantu bei einem Todesfalle die Hand im Spiele hatte, werden dem Hantu „Degup" oft Todesfälle zur Last gelegt, für welche sonst andere Hantu's als Urheber galten. Daher wird der Hantu „Degup" mehr als die anderen gefürchtet. •) [Stets malaiischen Ursprungs.] -) Klasse No i hat nur einen Bätin oder Führer, Klasse No. 3 vier Bätin's, welche Norden, Süden, Osten und Westen regieren (oder in der „Blandass"-Sprache: „Linghoie", „Selätan", „Timor" und „Bärat"). [d. h, malaiisch: Sälätan, Timor, Bärat] Klasse No. 2 hat keine Häupter. •*) Im Original: Batin, Jekrat, Jenung, Penglima. *) [vgl. F. A. Hervey, The £ndau and its Tribularies J. Str. Br. As. Soc. No. 8, 1882 S- in- The noise this species (mal. Bäong Üüduk, Jakun: B£bap frogj makes is almost unearthly, and quite disagreeable; there is one other sound I noticed in the jungle at night-time, which, though otherwise different, resembles it in this peculiar way; it is that made by the Hantu Semambu, which is very weird, consisting of three or four long-drawn notes rising and falling but slightly, but the effect is impossible to describe, the Jakuns say it is a weather-guide.

; WILDE STAEMME VON MAL&KA. 135 2. Unsichtbare Hantu's. Auch diese Hantu's werden von „Genowie Lanyoot" ausgesendet, ihre Strafe auf Erden zu verblissen, aber weniger verrucht, als Hantu „Degup", wirken sie durch Regen, durch Hitze, in Bergen, Seen, Steinen, Bäumen u. s. w. Jeder Baum hat seine besondere Art Hantu's. Sie haben unter gewissen Umständen die Macht, Menschen zu tödten, aber gar nicht immer den Willen dazu: ein Baum kann ja fallen und Jemand tödten, ein Mann kann beim Klettern sich zu Tode fallen, ein Blitz kann Jemand erschlagen — aber es ist nicht immer der Fall. Geschieht ein solcher Unglücksfall und wird ein Menschenleben auf eine Weise verloren, welche ein Hantu verschuldet haben kann, so liegt die Ursache offen zu Tage und hat keinen religiösen Hintergrund. Diese Gruppe von Hantu's ist wenig spezialisirt: unter den festeren Gestalten, welche dazu gehören, tritt der „schielende Hantu"', der durch den Padi- Schnitt- Segen, gebannt wird'), besonders hervor. Er ist unsichtbar, halt sich unter dem Hause auf und ist der einzige dieser Hantu -Gruppe, welcher Hab und Gut beschädigt. Kein Hantu der ganzen Gruppe ist besonders gefürchtet, da sie selten ernstliches Unheil anzurichten im Stande sind. 3. Sichtbare Hantu's. Sie verursachen nach der Ansicht der Orang Hütan die Krankheiten, deren Ursache ihnen unverständlich ist, z. ß. Fieber, Elephantiasis, Schwären, Rheumatismus. Ferner allerlei Unfälle, welche nicht etwa einer Verschuldung zuzuschreiben sind: z. B. wenn ein Parang der Hand entgleitet und Denjenigen, welcher den Streich führte, verletzt. Hierfür findet sich freilich die Erklärung, dass die Absicht vorhanden war, dem Streich eine bestimmte Richtung zu geben, dass aber der Hantu den Parang ablenkte. Es werden vier Arten Hantu's dieser Klasse genannt, welche alle im Wasser sich aufhalten: 1. Hantu „Sebooroo" ^) 2. Hantu „Tinghi". ') Jeder der beiden erscheint in der Gestalt eines gewöhnlichen Orang Hütan, verschwindet aber dann ganz plötzlich; 3. Hanta „Baunan" erscheint als schwarze Menschengestalt, Mann oder Weib von ungewöhnlicher Grösse, verschwindet ebenfalls plötzlich; 4. Hantu „Matee Anak"*) erscheint in zwei Formen: als Frosch oder als Vogel — für einen Augenblick klar erkennbar, verschwinden diese Gestalten im nächsten, ohne dass irgend eine Bewegung wahrgenommen werden kann. Diese vier Hantu's sind nie sehr weit vom Wasser entfernt. Im Trinkwasser mitverschluckt, können sie ins „Blut" gebracht werden. Auch diese Hantu's sind von ,,Genowie Lanyoot" zur Verbüssung ihrer Sünden auf die Erde geschickt, und wie den übrigen Klassen ist auch ihnen Kfilongsong-Äwan verschlossen. 4. Hantu's der körperlichen Ermüdung. Diese Gruppe von Hantu's besteht nur in einer Form und unterscheidet sich von den übrigen dadurch, dass sie keinen bestimmten Aufenthaltsort hat. Insofern ähneln sie den Hantu's „Degup", als diese herumstreifen müssen, wenn sie ihr Grab nicht wieder finden können, während sie freilich auch bei diesem Herumstreifen an die Nähe des Grabes gebunden sind. Der Hantu der körperlichen Ermüdung, Hantu „Jemoy", erscheint in der Gestalt eines schwarzen Hundes, welcher sich plötzlich in Luft auflöst; er erscheint nur selten, wer ihn aber gesehen hat, wird von grosser Ermüdung und Erschöpfung betroffen. Seine Beine schwellen an und er ist nicht im Stande, sich von der Stelle zu bewegen. Dieser Hantu kann Niemand tödten und macht auch nur auf kurze Zeit schwach. Man kann ihn nur gegen das Ende langtägiger Reisen im Dickicht sehen. Er ist keine „Seele" und scheint lediglich eine Personification der Ermüdung zu sein. ') Davon wird später weiter die Rede sein. -') [Doch wohl von mal, Mlmbüru, hastig sein, nachjagen vgl. indess van der Tuuk s. v. Sibüru.] ^) [Mal. Tinggi.] *) [Mal. Mati Änak.]

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