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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

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'') [Mal. MänSbang h&ma ] 146 WILDE STAEMME VON MALÄKA. giöser Bedeutung, den ich kenne — war eine Erklärung nicht zu bekommen, so dass es nicht sicher ist, ob es stets geschieht und ob der Brauch nicht eine spätere Zufügung ist. Zaubermittel in Verbindung mit der Kultur des Padi oder Berg-Reis.') Es giebt, wie erwähnt, fünf derartiger Zauber, nämlich: 1. Vor dem Fällen des Forstes, 2. vor dem Verbrennen des Forstes, 3. vor dem Säen der Saat. 4. vor dem Sammeln der Ernte, 5. vor dem Genuss der ersten Frucht. I, 3, 4 müssen vor Sonnenaufgang, 2 muss des Abends vollbracht werden, 5 kann zu jeder Zeit geschehen. I. Das Fällen des Forstes „Nebong oomak" *), um eine Lichtung herzustellen. Nur eine Ernte (oder, wenn der Boden sehr reich ist, zwei Ernten) werden dem Boden abgewonnen. Ist die Ernte geschnitten, so verlässt man den bebauten Boden wieder. In der „trockenen" Jahreszeit — je nachdem der Monsun oder Passat- Wind wasserschwer von der Küste weht und, eine oder die andere Seite der Halbinsel streifend, seine Regen herabgiesst, haben die betreffenden Hälften .,trockene" oder „nasse" Jahreszeit — wird das zur Kultur ausgewählte Dickicht mit dem „Parang" und „Beliyong" gefällt, und zwar auf folgende Art. Das kleinere Holz wird in der Mitte — zwischen Boden und Krone — durchgeschlagen. Die grösseren Bäume werden bis zur Hälfte und darüber durchgeschlagen, in der Höhe von 3 Depa's ') (17— 18 Fuss) vom Boden aus gerechnet, mittels eines Gerüstes von jungen Stämmchen und zwar so, dass bei den halbdurchgeschlagenen Bäumen, welche mit den Aesten durcheinander gehen, ein stützender Theil erhalten bleibt. Desshalb werden die Bäume, welche nicht gross genug sind, um halbdurchschnitten stehen zu bleiben, so hoch oder so niedrig vom Boden aus abgeschlagen, als der einzelne Mann vermag. Ein grosser schwerer Baum wird dann vollständig durchgeschlagen und mit seinem Fall bricht die ganze Masse der halb eingeschlagenen Bäume zusammen. Das gefallene Holz muss nun ein paar Wochen trocknen und, wenn es dann in Brand gesteckt wird, verbrennt alles zu Asche mit Ausnahme der dickeren Stämme, zwischen welchen der Pttdi *) gepflanzt wird, gerade ehe die nasse Jahreszeit beginnt. Ehe das Fällen beginnt, müssen alle Werkzeuge, Parang's und BSliyong's gesegnet werden, um Unfälle zu vermeiden, die etwa durch das Wirken der Hantu's herbeigeführt werden könnten. Weiber und Kinder dürfen nicht zugegen sein wegen der dabei eintretenden Gefahren. Gewöhnlich giebt es in jeder Niederlassung einen Mann oder mehrere — in der Regel ist der Pgnglina oder Dorf- Schulze heutzutage oft der Einzige — welcher noch den Bannspruch kennt, denn seitdem, wie oben erwähnt, die Zaubererkaste ausgestorben ist, kann Jeder, der Bescheid weiss, den Zauber ausführen. Manchmal hat Jemand einen besonderen Ruf in Bezug auf einen wirksamen Zauberspruch; dies trifft aber nur seine Person, die Form des Spruches ist dieselbe. Der ganze Vorgang ist folgender. AA zwei aufrecht gestellte Stangen von beliebigem Holz und beliebiger Länge und Dicke, oben gegabelt, werden aus dem Dickicht herausgehauen und in die Erde gesteckt. ß eine Querstange, die in den Gabeln von AA ruht, eine Spitze nach Osten, eine nach Westen gerichtet (der aufgehenden und der untergehenden Sonne zu), Länge, Dicke, Holzart sind wieder beliebig. ') [Ueber ähnliche Gebräuche bei den örang Maläyu vgl. z. B. J. Str. Br. R. As. Soc. 18, 1887, 362ff] >) [Mal. Deppa.] *) Der Pädi ist für den örang „Blandass" nicht nur die Nahrung, sondern auch sein Geld. Alle Werthe waren in Pädi angesetzt. Wenn heutzutage ein Örang Hütan einen Dollar oder mehrere Dollars von einem anderen geborgt hat, so zahlt er einfach wieder das Geld zurück, aber wenn er Pädi borgt, so muss er noch nach der alten Sitte das Doppelte zurückzahlen, ganz gleich, auf welche Frist er es geliehen hatte.

WILDE STAEMME VON MALÄ.KA. 147 C über B wird der Griff eines B6liyong aufgehängt. D ein Zweig irgend eines Dschangel-Baumes wird unterhalb B in die Erde gesteciit. Bei E wird ein Bunglei-Schössling in die Erde gesteckt. H Bei F liegt die Hälfte einer Kokosnuss, als Schale dienend, mit Erde gefüllt, auf welcher ein paar glühende Kohlen vom Feuerplatz gelegt werden. Auf die Kohlen wird wohlriechendes Harz gestreut: es ist das oben (S. 142) erwähnte „Sungkoon". Griffes. Bei G die aufgehende, H ist die untergehende Sonne. Bei J liegt genau unter B auf der Erde ein PSrang, bei K die Klinge des aufgehängten Beliyong- Bei Sonnenaufgang wird ein Stück Wald ausgesucht, in dessen Nähe nicht zu grosse Bäume stehen (um die 3 „Depa's" ') zu vermeiden, auf welche am Schluss des Zaubers Bezug genommen wird, die Stangen u. s. w. werden geschnitten und, wie in der Skizze angedeutet, aufgestellt und Harz über die heissen Kohlen gestreut. Mit dem Gesicht der aufgehenden Sonne (G) zugewandt und auf einer beliebigen Seite von B stehend, schlägt der Beschwörer die Klinge von dem Beliyong - Griff und hängt den Griff bei C auf, wie auf der Skizze angegeben ist. Der Parang und die Klinge des Beliyong werden bei J und K hingelegt. Dann fasst der Beschwörer mit den Händen die beiden Waffen vom Boden auf, bewegt die Hände kreisförmig im Rauch über F in der oben S. 143 angegebenen Weise und ruft laut sieben Mal die Zahl des Kreises, welchen er damit beschreibt. Dann spricht er die Bannformel: ,,0 hSntoo teeSp goontong teeüp pooläng chaharoo hantoo sebooroo ^koo nn'ok - na^tow nin tannah. O eetoe powang naing brimpat akoo mintar padar powäng naing brimpat akoo nn'ok-natow nin tännar; bree seejok dülläm badan jangghSn rosak, jangghan benassar dall3m badan bree seejok dingin dee dülläm bSdSn ttkoojnee." Die Uebersetzung des Originals lautet: „O spirits of the source of every river go back to your places. O spirits „Sebooroo" 1 wish to use this ground. O ye four ruling spirits of the „Sebooroo" I, Standing near this spell of the four spirits, teil you: I wish this ground. Give me a cool body, do not cause me to be sick, keep accidents away from me, do not give me chills: I standing here." Nach der gewöhnlichen Schreibung also: „O hantu tiyap tiyap pülang tjahSri, hantu sebürü *) aku h6ndak nin tanah. O itu pawang nang bSrömpat 3ku minta pada pawang 1} TMan vgl. diese drei „Depa" mit der drei „Depa"-H8lie, in welclier der Baum durchgeschlagen wird. Ob die beiden Maasse mit einander in Bezug stehen, habe ich nicht erfahren kSnnen. / ') [van der Tuuk s. v. Seboeroe: naam van een hoom, welks bast gebrand wordt ter afweering van booze geesten.] • 19*

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