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Halbinsel Malaka - wilde Staemme

154 WILDE STAEMME VON

154 WILDE STAEMME VON MALÄKA. über die Güte der Ernte discutiren; denn den Hülsen haftet derselbe Duft an, und es wäre unschicklich, die Körner selbst in dieser Weise zu prüfen. Die Weiber besorgen während dieser drei Tage den Padi- Schnitt allein, weil die Männer anderweit beschäftigt sind, aus Forst und Fluss den nothwendigen Fleisch- und Fischvorrath für das Fest zu beschaffen. Nachher betheiiigen sich beide Geschlechter am Schnitt, weil die Körner sehr schnell und leicht aus den Aehren herausfallen, wenn sie reif sind. Wegen dieser schnellen Ablösung der Körner wendet man die eigenthümliche Art des Schneidens und das nur wenige Aehren auf einmal trennende Messer als am meisten für diesen Zweck geeignet an. 5. Das Padi-Fest und der Zauber für die Padi-Seele („Berlat".) Nachdem der an den ersten drei Tagen gesammelte Padi enthülst und zubereitet ist, wird davon in genügender Menge für die zu erwartenden Gäste (Freunde und Verwandte) am Morgen des vierten Tages gekocht mit all' den Zuthaten, welche die Männer erbeuten konnten. Die Männer legen nun ihre besten Rindenkleider an, die Unverheiratheten stecken Blumen in ihre Kopfbänder, nehmen ihre Sumpitan's mit sich und machen sich auf, ihre Gäste zu dem Festhaus zu geleiten. Der vornehmste Gast, der Batin oder die untergebenen Häuptlinge, falls sie die Einladung angenommen haben, oder derjenige, welcher die Ceremonie des Zaubers vollzieht, werden zuletzt abgeholt, nnd alle Leute gebqn ihm das Geleit, die unverheiratheten Männer als eine Art Leibwache. Wenn dieser letzte Gast angelangt ist, gewöhnlich gegen Mittag, werden die Gerichte auf Matten ausgelegt. Heutzutage besorgen die Festgeber den Reis und den Sirih und Jeder, welcher die Einladung annimmt, giebt etwa zehn Cents zur Beschaffung von Leckereien. Früher wurden diese zehn Cents in der Form von verschiedenen Zugaben zu den Gerichten beigebracht als Fisch, Wild, Gemüse u. s. w. Der Hausbesitzer und seine Frau mit den erwachsenen Töchtern warten den Gästen während des Essens auf. Vor dem Essen, sobald die Gäste alle vor der Flur des Hauses sich nach ihrem Belieben Plätze gewählt haben (wobei es für eine Regel gilt, dass die Weiber und Kinder zusammen und die Männer für sich sitzen), wird ein „Sungkoon" herbeigebracht mit dem hoch brodelnden Harz auf den heissen Kohlen. Der Beschwörer nimmt es und lässt es sieben Mal im Kreise der Gäste bei Jedem herumgehen, ndem Jeder es von seinem Nachbar zu linker Hand nimmt und an seinen Nachbar rechter Hand weiter giebt, bis es zu dem Beschwörer zurückgekehrt ist, welcher jedesmal, wenn er es empfängt und weiter giebt, laut ruft: „Eins", „zwei", „drei" u. s. w. Sonst spricht der Beschwörer bei diesem Zauber keine Worte und wendet das Gesicht nach keiner bestimmten Richtung. Nachdem der „Sungkoon" sieben Mal im Kreise der Gäste herumgegangen ist, führt ihn der Beschwörer sieben Mal um die Sicheln und das Tuch, in welchem die sieben Padi-Aehren enthalten sind; Sicheln und Tuch hängen beide an einem der Mittelpfeiler des Hauses, welche die Dachfirste halten; die Laubwände des Hauses sind entfernt, damit man den „Sungkoon" um den Pfeiler herumfuhren kann. Nächstdem wird er sieben Mal um alle Padi-Säcke getragen, welche die Ernte aufnehmen sollen und zuletzt noch sieben Mal um die Kochtöpfe, welche *an der einen Seite stehen. Dann wird er an dem Fuss desjenigen Pfeilers niedergesetzt, an welchem der Sfimangat des Padi und die Sicheln hängen. Nun nimmt der Beschwörer ein paar gekochte Reiskörner und legt einige auf den Kopf jedes Kindes, in dessen Haar er sie hineinsteckt, damit sie immer des eingedenk bleiben, dass, wenn sie älter werden, sie Padi für ihre Kinder bauen müssen. Dann beginnt das Fest. Ein Segen wird weiter nicht gesprochen. Nach der Mahlzeit wäscht man sich die Hände in dem den Kokosnuss- Schalen entnommenen Wasser, welches Jedem hingestellt wird, um den Durst zu löschen. Dies ist nothwendig, weil der klebrige Reis mit den Fingern gegessen wird. Wenn sich Alle gewaschen haben, grUsst Jeder den Andern, indem er, ohne aufzustehen, ihm die Hände entgegenstreckt, und zwar Jeden seiner Genossen der Reihe nach. Die verschiedenen Grüsse, die Jeder empfängt, muss er in derselben Weise erwiedern (v^ie bei

WILDE STAEMME VON MALÄKA. IS5 uns beim HändeschQtteln), also: A grüsst B, welcher den Gruss erwiedert, B grUsst A vielleicht einige Minuten spater und A muss diesen Gruss erwiedern. Die Männer grUssen nur die MUnner und die Frauen grüssen unter einander genau so. Sirih wird gebracht und herumgereicht, und währenddem speisen der Gastgeber und seine Frau in einer Ecke der Hütte. Wenn sie fertig sind, waschen sie sich und begrüssen der Reihe nach jeden Gast, und jeder Gast muss, nachdem er wieder gegrUsst hat, der Reihe nach herankommen und den Wirth grUssen. Die Frau des Wirthes tauscht mittlerweile Gruss und Gegengruss mit den Weibern. Nun wird das Harz von dem „Sungkoon" entfernt und die dampfende Schale wird von dem Beschwörer jeder erwachsenen Person ohne bestimmte Reihenfolge hingereicht [und geht so, aber einmal nur, herum. Wenn der Beschwörer sie zurückbekommt, führt er sie einmal um die sieben Padi-Aehren an dem Pfeiler herum und stellt sie dann an dem Fusse dieses Pfeilers auf die Erde. Der ungekochte, übrig bleibende Beras der dreitägigen Ernte wird gleichmässig unter die Gäste vertheilt; aller Nasi aber, der nicht gegessen wird, fällt als besondere Sportel an den Beschwörer. Die entfernt wohnenden Gäste verabschieden sich nun und werden wie vorher, von den Eigenthümern des Pudi - Feldes geleitet. Ehe sie aber aufbrechen, grüssen die Frauen den Gastgeber und nur diesen, sieben Mal. Die Männer grUssen ihn nicht. Der Wirth darf Niemand nach Hause begleiten, ehe der vornehmste Gast gegangen ist, sondern bleibt so lange im Hause und empfängt die Grüsse der sich empfehlenden Weiber. Auch die Frau des Batin oder eines anderen Häuptlings von höherer gesellschaftlicher Stellung muss den Gastgeber grUssen, wenn sie bei dem Fest gegenwärtig war und zwar in derselben Weise wie alle anderen. Die Frau des Wirthes empfängt, obgleich sie neben ihm sitzt, keinen Gruss, ausgenommen etwa einen ganz formlosen von irgend einer ihrer besonderen Freundinnen. Alle verlassen dann das Haus, um noch vor dem Eintritt der Dunkelheit ihre Wohnungen zu erreichen. 20*

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