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Leseprobe 2-18

Paten für glückliche

Paten für glückliche Hühner 18 2/2018

»Unser Familienhuhn« nennt sich ein Konzept, bei dem Menschen die Patenschaft für ein Huhn übernehmen und dafür Eier bekommen. Artgerechte und ökologische Haltung ist garantiert – die Anzahl der Eier nicht. Auf dem Hofgut Hinterstrauben bei Ravensburg geht das Projekt in die zweite Saison. E s ist ein friedliches Bild: Die weißen und braunen Hühner gehen gemächlich durchs Gras, geben gurrende Laute von sich und picken mal hier, mal da. Auf der Wiese im eingezäunten Bereich befindet sich eine Art Bauwagen – der mobile Hühnerstall. Zwei oder drei Hühner haben entdeckt, dass sie über den Zaun flattern können und stolzieren nun außerhalb im Gras. Die Hähne behalten den Himmel im Auge, um vor Greifvögeln zu warnen und schlichten, falls es Streit unter den Hennen gibt. »Hühner sind faszinierende und sehr soziale Wesen«, sagt Siegbert Gerster vom Hofgut Hinterstrauben. Anfang 2017 gründete er das Projekt »Unser Familienhuhn«, um die Prinzipien der solidarischen Landwirtschaft auch auf die Haltung und Nutzung von Tieren zu übertragen. Siegbert, Manuela und Noemi Gerster vor dem Hühnermobil. Einer für alle und alle für einen Die Jahrespatenschaft für ein Huhn kostet rund 13 Euro im Monat. Dafür bekommt der Pate einmal in der Woche Eier – keine bestimmte Menge, sondern so viele, wie eben da sind. Hier setzt bereits der erste Schritt zum Umdenken ein: Es entsteht Bewusstsein dafür, dass Hühner keine Eierfabriken sind, sondern Lebewesen. Und so werden die Eier der 90 Hühner auf 80 Paten verteilt – mal sind es für jeden fünf oder sieben Eier in der Woche, mal nur zwei. Jedes Huhn legt im Jahr etwa 240 Eier. Diese Eier kommen in fünf Depots in Geschäften in Ravensburg. Dort können die Paten die Eier abholen. Den Preis pro Ei rechnen sie dabei nicht aus – es geht um mehr, als den Kauf eines Produktes: »Wer als Pate mitmacht, möchte die Idee mittragen und dafür sorgen, dass die Hühner ein gutes Leben haben«, erklärt Siegbert Gerster. Möglich ist das bei ihm im Hofgut Hinterstrauben und ab dem Sommer 2018 auch in Scheidegg auf dem Hof von Albert Huber. Ein mobiler Stall für frisches Gras Bevor Gerster das Projekt startete, suchte er nach der besten Haltungsmöglichkeit für die Hühner. Statt Urlaub in Italien zu machen, reiste er mit seiner Frau Manuela und Tochter Noemi durch die Lande und besuchte Hühnerhalter: »Der mobile Stall hat mich überzeugt. Ich kann ihn alle 14 Tage auf ein frisches Stück Wiese ziehen. Die Hühner haben viel zu picken – der Boden kann sich laufend regenerieren.« Morgens dürfen die Vögel ins Freie, können sich aber auch in den Stall zurückziehen und ungestört ein Ei legen. Einmal am Tag sammelt Gerster die Eier ein. Abends wird der Stall verschlossen, damit der Fuchs keine Hühner holt... 2/2018 19

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