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emskurier-harsewinkel_14-02-2018

Gesund& wohl heit

Gesund& wohl heit befinden Optimal versorgt im Alter Zertifiziertes Alterstraumazentrum im St. Elisabeth Hospital 18 Ein Sturz im hohen Alter kann das gesamte Leben verändern: Die Diagnose Oberschenkel-Hals-Fraktur trifft vor allem ältere Menschen häufig. Im Zusammenwirken mit vorbestehenden Erkrankungen kann sich dann eine besondere Gefährdung ergeben. So auch bei Alfred Martin, der nach seinem Sturz im neu zertifizierten Alterstraumazentrum des Sankt Elisabeth Hospitals von einem Team aus Unfallchirurgen, Altersmedizinern, Pflegekräften und weiteren spezialisierten Therapeuten sowie dem Sozialdienst multidisziplinär versorgt wird. Hand in Hand arbeiten die verschiedenen Spezialisten im Alterstraumazentrum zusammen: Bereits bei der Aufnahme wird bei allen Unfallpatienten ein Alters-Risiko-Check durchgeführt. »Lässt sich hierbei ein besonderes Risikoprofil erkennen, wird der Patient vom ersten Tag an gemeinsam geriatrisch und unfallchirurgisch betreut. Altersspezifische Komplikationen werden früher erkannt und behandelt und dadurch der gesamte Heilungsprozess gefördert«, betont Dr. Frank Kliebe, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Koordinator des Alterstraumazentrums. Insbesondere ältere Menschen seien nach einem operativen Eingriff oftmals kurzzeitig in einem Zustand geistiger Verwirrung, welcher vor allem bei dementen Patienten nicht leicht zu erkennen sei. Im Alterstraumazentrum solle die Entwicklung dieses so genannten postoperativen Delirs durch gezielte prophylaktische Maßnahmen verhindert Freuen sich über die erfolgreiche Zertifizierung zum Alterstraumazentrum: Gesundheits- und Krankenpflegerin Mareike Tkaczyk (von links), Patient Alfred Martin, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie Dr. Frank Kliebe, Oberarzt der Klinik für Geriatrie Jürgen Möller, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie Dr. Dieter Mann und Chefärztin der Klinik für Geriatrie Dr. Birgit Wippern. werden. Auch die Schmerzerkennung und -behandlung der Patienten, die sich nicht eindeutig äußern könnten, sei von großer Bedeutung. Trete dennoch ein Delir auf, könne die gemeinsame Behandlung der Patienten durch Altersmediziner, Unfallchirurgen und auch Anästhesisten eine Früherkennung und damit eine effektive Therapie ermöglichen. Das bedeutet im besten Fall eine schnellere Genesung mit deutlicher Verkürzung des Krankenhausaufenthalts. »Der Patient profitiert von der interdisziplinären Zusammenarbeit, sodass die altersgerechte Behandlung des Patienten vom ersten bis zum letzten Tag sichergestellt ist«, unterstreicht Dr. Birgit Wippern, Chefärztin der Klinik für Altersmedizin in Harsewinkel. Auch die Frage, ob eine Mangelernährung vorliegt – was bei älteren Menschen häufig der Fall ist – wird zu Beginn der Behandlung geklärt und bei Bedarf wird direkt eine individuelle ernährungsmedizinische Therapie verordnet. Zusammen mit Dr. Dieter Mann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie in Gütersloh, leitet Dr. Birgit Wippern das neue standortübergreifende Alterstraumazentrum. Neben den Geriatern und Unfallchirurgen gehören auch Ergo- und Physiotherapeuten, Ernährungs- und Sozialberater sowie speziell ausgebildete Pflegekräfte zum Team des Zentrums. Es ist bundesweit das 64. zertifizierte Alterstraumazentrum DGU (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie) und das erste im Kreisgebiet Gütersloh: Das Sankt Elisabeth Hospital ist nun zusammen mit dem Standort in Harsewinkel, der Klinik für Geriatrie im Sankt Lucia Hospital, durch die DGU ausgezeichnet worden. »Durch die Etablierung neuer Strukturen und Abläufe, die für die Zertifizierung zum Alterstraumazentrum Voraussetzungen sind, wirken nun die unfallchirurgische Versorgung sowie die geriatrische Behandlung und Frührehabilitation bestmöglich zusammen«, bekräftigt Dr. Dieter Mann. Praktisch bedeutet das, dass es zweimal wöchentlich eine interdisziplinäre Visite im Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh und zweimal wöchentlich eine interdisziplinäre Visite mit Altersmedizinern und Unfallchirurgen am Standort in Harsewinkel gibt. Darüber hinaus findet wöchentlich eine geriatrisch-unfallchirurgische Teambesprechung mit allen beteiligten Fachärzten und Mitgliedern des Zentrumsteams statt. Die standortübergreifende Behandlung birgt noch weitere Vorteile für die Patienten des Alterstraumazentrums: »Wir kennen den Patienten, seine Medikation und seinen Behandlungsverlauf – und der Patient kennt uns, bevor er zu uns verlegt wird«, fasst Jürgen Möller, Oberarzt der Klinik für Geriatrie sowie Koordinator des Alterstraumazentrums zusammen. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist die Erhaltung der Selbständigkeit und Steigerung der Lebensqualität der Patienten.

Mit der Tagespflege Clarholz hat der Caritasverband für den Kreis Gütersloh 2015 ein wichtiges Angebot zur Pflege und Betreuung älterer Menschen geschaffen. Gut drei Jahre nach der Eröffnung hat sich die Einrichtung fest in Clarholz etabliert. Nach dem Motto »Mitten im Leben« hat der Caritasverband mit der Schomäcker Straße 4 einen zentralen Standort gewählt – und nicht etwa auf der »grünen Wiese« weitab vom Leben in der Gemeinde. Die Caritas-Tagespflege in Clarholz ist ein Angebot für ältere Menschen, die zu Hause wohnen, aber tagsüber Gemeinschaft, fachliche Beratung und Betreuung suchen. Besonders wichtig ist Leiterin Mechthild Rottmann: »Die Tagespflege entlastet pflegende Angehörige und unterstützt sie in ihrem Alltag.« Sieben solcher Einrichtungen unterhält die Caritas im Kreisgebiet. 16 Plätze stehen Seniorinnen und Senioren zur Verfügung. Die Architektur des im Frühjahr 2015 fertiggestellten Gebäudes ist einladend freundlich. Die Tagespflege-Einrichtung befindet sich im Erdgeschoss und ist somit Tagsüber Gemeinschaft – dann wieder in die eigenen vier Wände zurück Caritas-Tagespflege Clarholz ist seit 2015 fest etabliert komplett barrierefrei. Seniorinnen und Senioren aus Clarholz und den umliegenden Orten von Beelen und Lette bis Harsewinkel besuchen die Tagespflege Clarholz regelmäßig. Dabei richten sich Mechthild Rottmann und ihre Kolleginnen ganz auf die Bedürfnisse der Tagesgäste ein: »Wir haben montags bis freitags geöffnet. Es sind auch Besuche an einzelnen Tagen möglich.« Wer möchte, wird vom Caritas-Tagespflege-Shuttleservice morgens abgeholt und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Übrigens ist die Tagespflege auf die Betreuung und Pflege von Menschen mit allen Pflegegraden eingerichtet. Zudem wird der Besuch der Tagespflege bei Vorliegen eines Pflegegrades durch die Pflegekassen unterstützt, meistenteils werden die Kosten sogar komplett übernommen. Das Tagesprogramm ist vielseitig. Angeboten werden Gesprächsrunden und Gedächtnistraining, Gymnastik und Tanzen im Sitzen, Zeitungsrunden oder auch Sing- und Musizierkreise. Kochen, Malaktionen oder auch Ausflüge runden das Angebot ab. Aber auch wenn man es lieber etwas ruhiger hat, ist man in der Tagespflege richtig: Es stehen ausreichend Ruheräume für das Nickerchen zwischendurch zur Verfügung. Wer neugierig geworden ist, kann die Tagespflege einfach mal probeweise besuchen. Die Caritas bietet »Schnuppertage« an. Fragen beantwortet Mechthild Rottmann unter 05245/83492-10. Weitere Infos unter www.caritas-guetersloh.de Ein Lachen kostet nichts. Zumindest nicht bei uns! Jetzt Schnuppertag buchen! Ganz in Ihrer Nähe: Unsere Gäste erleben ein abwechslungsreiches Tagesprogramm mit vielen Aktionen, aber auch Raum für Entspannung und Ruhe. Ganz so, wie Sie es wünschen. 19