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sportFACHHANDEL 04_2018 Leseprobe

20 | WINTER | ÖSFA

20 | WINTER | ÖSFA 4.2018 HANDEL IN ÖSTERREICH Guter Winter = gute Umsätze Wenn das Wetter mitspielt, klingelt´s in der Kasse. So das bisherige Resümee bei den großen Einkaufsverbänden, die auch positiv auf die kommende ÖSFA 2018 in Salzburg blicken. sportFACHHANDEL im Gespräch mit Matthias Boenke, Geschäfts führer Intersport Austria und Dr. Holger Schwarting, Vorstand Sport 2000. Text: Astrid Schlüchter Die ÖSFA ist eine Art Trendbarometer für die zentralen Entwicklungen in der Sportbranche.« Matthias Boenke, Geschäftsführer Intersport Austria sportFACHHANDEL: Wie sind das Jahr 2017 und die Wintersaison bisher gelaufen? Dr. Holger Schwarting: Ein früher Wintereinbruch mit Schnee und Kälte sorgten für gute Umsätze bereits im November und Dezember. Der im Verhältnis warme Jänner sorgte in Österreich für eine leichte Stagnation. Kälte und Schnee in der ersten Februarwoche brachte auch steigende Umsätze bei den Sport 2000-Händlern. Im Februar und März rechnet man damit, dass sich die Umsatzzahlen gut entwickeln. Dabei zeigen sich die Kunden qualitätsbewusst. Die aktuell 213 Sport 2000-Händler mit 351 Geschäften in ganz Österreich erzielten im bisherigen Wintergeschäft je nach Region ein Plus zwischen zehn und zwanzig Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei legen die Österreicherinnen und Österreicher vermehrt Wert auf hochwertige Sportartikel. Besonders freut uns die starke Nachfrage nach hochwertigen Sportartikeln für Kinder. Das zeigt, dass es vielen Eltern wichtig ist, dass sich die Kinder bewegen und die Freude am Sport entdecken. Auch der Bereich Textil entwickelt sich durch den frühen Wintereinbruch sehr positiv. Viele der Kunden suchen Qualitätsprodukte sowie eine kompetente Beratung im Geschäft. Beides finden sie in den Geschäften der Sport 2000-Händler. Matthias Boenke: Intersport Österreich hat im Kalenderjahr 2017 einen Umsatz von 530 Mio. Euro eingefahren – eine gewaltige Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Unser Best-in-Town- Konzept ist voll aufgegangen. Wir sind heute mit über 280 Shops in ganz Österreich in allen wichtigen Städten, in allen Regionen und natürlich auch in den Bergen präsent. Ob Stadtgeschäft oder Rent-Standort, die Kunden nehmen Intersport als die Adresse für alles rund um ihren Lieblingssport wahr. Der Winter ist für uns mehr als erfreulich. Alle Wintersportprodukte laufen sehr gut. Wir gehen davon aus, dass in den Semesterferien die Nachfrage bei Kinder- und Jugendprodukten noch einmal anziehen wird. Intersport spürt die tolle Entwicklung auch in den Kompetenz-Services. Mit unserem Intersport -Skiservice oder dem Intersport-Bootfitting können wir ordentlich punkten. Besonders erfreulich entwickelt sich auch die Situation bei Intersport-Rent, den Verleihstandorten in den Wintersportgebieten. Hier steigt die Anzahl der Buchungen kontinuierlich. Welche Herausforderungen gab es und wie werden diese in 2018 angegangen? Matthias Boenke: Wir arbeiten erfolgreich am Ausbau der digitalen Kanäle. Ob Website, E-Shop oder Social Media – wir sehen in der digitalen Kommunikation mit unseren Kunden eine wunderbare Ergänzung zu unseren Shops. Die Herausforderung ist, dass unsere Marke am PoS und im Netz in Auftritt und Atmosphäre stimmig zusammen passt. Da sind wir auf dem besten Weg. Dr. Holger Schwarting: Die Aufteilung des Marktes in den qualitätsorientierten Fachhandel und den preisgetriebenen Handel wird in Österreich auch 2018 weiter voranschreiten. Sport 2000 folgt seit 2011 einer klaren Qualitätsstrategie mit Fokus auf Beratung und setzt mit einer Spezialisierungsoffensive nun den nächsten Schritt in eine erfolgreiche Zukunft. Zusätzliche Herausforderungen für den stationären Sportfachhandel ergeben sich durch die zunehmende Digitalisierung und den wachsenden Onlinehandel. Im Fokus der Digitalisierungsstrategie bei Sport 2000 stehen Sortiment (digitaler Ladentisch), datengetriebenes Marketing sowie exzellente Beratung. Welche Trends werden für 2018 gesehen? Dr. Holger Schwarting: Der Trend zu Fitness in der kalten Jahreszeit hält im heurigen Winter ebenfalls an. Neben Ausrüstungen für Skitouren und Langlaufen werden vermehrt auch Schneeschuhe nachgefragt. Für die Umsatzzuwächse ausschlaggebend scheint die Freude an der Bewegung im Schnee und im Freien sowie der Wunsch nach Gesundheit, Vitalität und persönlicher Leistungssteigerung zu sein. Starkes Wachstum verzeichnet auch die Verleihplattform Sport 2000 rent. Hier setzte der Boom bei Onlinebuchungen aufgrund der guten Schneelage bereits Anfang Dezember © INTERSPORT AUSTRIA, SPORT 2000

4.2018 ÖSFA ÖSFA | WINTER | 21 ein. Der Trend zum Leihski ist demnach auch in der laufenden Wintersaison ungebrochen. Komfortable, an den eigenen Fuß speziell angepasste Skischuhe boomen ebenfalls nach wie vor. Das Bootfitting ist für den Sportfachhandel damit ein weiterhin wachsendes Segment. Ein weiterer Trend nennt sich Walkability und erleichtert das Gehen mit Skischuhen: profilierte Anti-Rutsch- Rocker-Sohle heißt das Geheimnis der GripWalk-Technologie. Ein absoluter Trend für die kommenden Jahre ist das Thema Personalisierung. Dieses wird bei vielen Sportartikeln – vom Schuh bis zum Tennisschläger – immer wichtiger werden. Der Trend zum E-Bike ist auch in 2018 ungebrochen. Vor allem E-Mountainbikes für sportliche Fahrerinnen und Fahrer waren in der Bikesaison 2017 sehr beliebt. Bei den E-Bikes zeichnen sich in den Rahmen integrierte Powertube Akkus als Produktinnovation ab. Skitourengehen liegt noch immer stark im Trend, aber auch die Schneeschuhwanderer erobern zunehmend die winterliche Landschaft. Langlauf erlebt ein kleines Comeback, vor allem bei den Skatern lassen sich im Vergleich zu den Vorjahren Umsatzzuwächse vermerken. Läufer rasten auch bei Schnee und Kälte nicht und statten sich mit Multifunktionsbekleidung für ihre Laufrunden im Winter aus. Matthias Boenke: Wir wollen in unseren Intersport-Shops ein besonderes Einkaufserlebnis schaffen. Das kann eine Virtual-Reality-Brille sein oder beispielsweise ein Fernrohr, mit dem man seine Lieblingslandschaft im Shop entdeckt. Dass am Laufband die eigene Laufstrecke gezeigt wird, ist schon lange möglich. Wir kreieren „places of sports“, von Kletterwänden bis hin zu Kältekammern zum Testen von Funktionskleidung. Dazu kommen smarte Gadgets, die dem Trend der Digitalisierung entgegen kommen. Mit Hilfe von App & Co. wird der Lieblingssport mit persönlichen Fitnessdaten verknüpft und motiviert zu noch mehr Leistung. Zu Weihnachten haben wir einen großen Run auf Sportelektronik gesehen. Die Verbindung von Sport und Gesundheit hält zunehmend Einzug in den Alltag unserer Kunden. Der Umsatz mit E-Bikes hat bei Intersport ein gewaltiges Plus erlebt. Das Sportgerät erlaubt Touren mit sanfter Unterstützung. So können längere Strecken oder Berge leichter bewältigt werden. Mit dem E-Bike kommen viele Menschen auf den Geschmack, das Radeln als Sport zu entdecken. Wer sich für eine Anschaffung interessiert, kommt dann zu uns, weil man hier kompetente Beratung erwarten darf. Außerdem ist es sinnvoll, das gekaufte E-Bike auch in einer guten Werkstatt pflegen und servicieren zu lassen. Warum lohnt sich für Sportfachhändler der Besuch der ÖSFA? Matthias Boenke: Es ist in jedem Fall spannend, sich über Trends und alle wichtigen Neuheiten für die nächste Wintersaison zu informieren. Die ÖSFA ist eine Art Trendbarometer für die zentralen Entwicklungen in der Sportbranche. Das breite Markenportfolio mit vielen großen Wintersport- Ausrüstern ist auch für uns eine gute Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Dr. Holger Schwarting: Die ÖSFA ist als größte Sportfachmesse in Österreich für die Sport 2000-Händler ein wichtiger Branchentreff. Sie bietet die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und fungiert als Trendbarometer für die zentralen Entwicklungen in der Sportbranche. Neben den Ordermessen in der Sport 2000-Zentrale in Ohlsdorf ist die ÖSFA ein weiterer, wichtiger Orderzeitpunkt für die Händler.