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30 | FACHHANDEL |

30 | FACHHANDEL | Schweiz 4.2018 MARKTREPORT SCHWEIZ Sporthandel kämpft Die Schweizer Wintersaison steht seit zwei Jahren unter enormen Druck. Grund: rückläufige Umsätze bei Ski und Bekeidung, das Thema Snowboard bleibt absoluten Spezialisten vorbehalten und das Vororderverhalten ist unberechenbar. In der Saison 2017/2018 könnte sich jedoch eine Trendwende abzeichnen. Text: Nicolas Kellner Ein weiterer schneearmer Winter hatte 2016 der Sportbranche zugesetzt. Während die Sommerbeziehungsweise Ganzjahresumsätze in dem Jahr die Erwartungen der Branche erfüllt hatten (u.a. aufgrund eines Umsatzplus dank der EM), enttäuschten einmal mehr die Umsätze bei den Winterartikeln. Jetzt hatten schon zwei Winter enttäuscht, was am späten Schnee lag, an weiteren, teilweise chaotischen Preisreduktionen und einem viel zu frühen Start zum Ausverkauf. Die Auswirkungen ließen die Umsätze sinken. Denn schließlich entfallen nur noch rund 30 Prozent der Sportartikelverkäufe auf Winterartikel. 2016 hatte daraus schon ein Gesamtminus von vier Prozent im Pisten meist sogar bis April offen. Wenn im Tal dann jedoch schon die Sonne scheint, dann habe der Konsument eher Lust auf Sommer. Allerdings sind die Voraussetzungen nicht schlecht, die Stimmung scheint anzusteigen, wie soeben die GfK in der Schweiz (Hergiswil) bekanntgibt: Der Markt-Monitor für die ersten neun Monaten des Jahres 2017 zeigt Sport- und Spielwaren mit einem Plus von 4,4 Prozent als Gewinner. Der Bereich Fashion/Style weist ein leichtes Minus aus, wobei das Vorjahresergebnis bei einem starken Minus lag. Das herbstliche September-Wetter hat das Geschäft mit der neuen Ware stark unterstützt und wirkte sich im September sehr positiv aus. Die Großfläche wie bei Ochsner Sport bleibt in der Schweiz attraktiv. Vergleich zum Vorjahr resultiert. Doch der Sporthandel hat offenbar gelernt, für 2017 nahmen sich die Händler jedenfalls vor, die Preise so lange wie möglich zu halten. Die Discounter von Athleticum über SportXX bis hin zu Ochsner hielten sich einigermaßen daran. Der Sporthandel hat begriffen, dass er anderenfalls an seinem eigenen Ast sägt. Übers Jahr gesehen haben sich 2017 Trends gehalten – wenn es auch nur wenige sind, dafür jedoch Bereiche mit Langlebigkeit: Gut nachgefragt waren noch immer Sportschuhe, berichten Sporthändler in der Nordschweiz, Artikel rund um die Bereiche Lifestyle und Fitness (inklusive Fitnesstracker) und Running liefen in der gesamten Eidgenossenschaft. Je nach Winter entscheidet sich allerdings noch, wie stark der Umsatzrückgang insgesamt ausfallen werde oder ob 2017 die Talsohle erreicht wurde. Noch sei alles möglich, machen sich Händler Mut, immerhin läuft die Wintersaison in der Schweiz bis lange in den März hinein. Traditionell sind die Sorgen und Eintrübungen könnte höchstens der Onlinesektor haben. Viele Kunden schätzten zwar wieder den Einkauf und direkten Kontakt vor Ort, also im Geschäft. Egal ob Outlet-Anbieter Ochsner oder Edel-Sportshop Och (beide an der Züricher Bahnhofstraße gelegen), die Kunden entdecken offenbar die Vorzüge des stationären Geschäfts, erklären Verkäufer kurz vor Weihnachten. Dabei hat jeder Händler seine bestimmte Klientel, die er pflegen und bedienen muss. Das Gespür für Preise und Marken sei das A und O. Die Entwicklung des Onlinebusiness bleibt trotzdem unberrechenbar und fordert weiter heraus. Für den neuen Chef von Intersport International Corporation (IIC), Victor Duran, ist deshalb klar: „Können wir keine attraktiven Onlineshops bieten, werden wir von der Konkurrenz abgehängt.“ Der US-Amerikaner sieht Nachholbedarf im Onlinegeschäft. Der Verbund erwirtschafte derzeit gerade mal ein Prozent seines Umsatzes online, während der Durchschnitt in Europa bei zehn Prozent liege, in den USA sogar bei 20 Prozent. Würde man das Business erst 2020 angehen, riskiere man einen beträchtlichen Teil des Geschäfts zu verlieren, glaubt Duran. Als seine größten Konkurrenten fürchtet Duran Amazon, aber auch die Onlineshops von Nike oder Adidas. Auch Décathlon werde immer stärker und liege bereits bei einen Umsatz von zehn Mrd. Euro. Intersport erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 11,4 Mrd.Euro (ein Plus von zwei Prozent gegenüber Vorjahr) und war damit unter den Erwartungen von 11,6 Mrd. Euro geblieben. In der Schweiz lag der Umsatz bei 162 Mio. Franken. Für 2017 zeichne sich ein ähnliches Ergebnis wie 2016 ab, sagt Duran, auch für die Schweiz.

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