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beiserhausnews122012

Das Glück dieser Erde

Das Glück dieser Erde liegt nicht nur auf dem Rücken der Pferde Therapeutisches Reiten in der Therapeutischen Wohngruppe Rengshausen Bei uns liegt es auch in den vielen kleinen Momenten, in denen das Pferd auf uns reagiert, mit uns in Dialog geht. Egal, ob es gerade Stress in der Gruppe gab, die Schule wieder mal nur doof war oder unsere Klamotten total „uncool“ sind. Die Pferde kennen keinen sozialen Status in unserem Sinne; sie leben in einer natürlichen Rangordnung. Nicht der Coolste und Lauteste ist der Chef, sondern der, der kreatürlich ehrlich ist, sich deutlich aber fair behaupten kann und vor allem der, dem man vertrauen und sich anvertrauen kann. Pferde kennen keine doublebind- Botschaften, sie bieten uns eine konstante und tragfähige Beziehung an. Natürlich ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen - sie können sich uns gegenüber auch ablehnend verhalten. Dabei agieren sie jedoch nicht willkürlich. Es ist keine Ablehnung, die auf subjektivem Missfallen beruht. In ihrer Ablehnung spiegeln sie uns unser nicht angemessenes Verhalten wider. Wenn wir offen und ehrlich hingucken und fühlen, können wir erkennen, wo die Unstimmigkeiten sind und dem Pferd als "Beziehungspartner" neu begegnen. Einige Jungs können es gar nicht erwarten, bis sie ENDLICH wieder zum Reiten gehen können. Es werden über die Woche Äpfel gesammelt und Brote getrocknet, um dem "Pferdekumpel" eine Freude machen zu können. Doch es gibt auch Tage, da hat keiner Lust, aus seinem Zimmer zu kommen, Stall- oder Reitklamotten anzuziehen und am Ende auch noch raus an die frische Luft zu gehen. Doch wenn die Jungs sich einmal überwunden haben, habe ich es noch nie erlebt, dass sie es bereut haben. Auch wenn sie das manchmal nicht zugeben würden. Bereits beim Gang zur Weide oder zur Box der Pferde gibt es viel zu erzählen, Hypothesen werden aufgestellt, wie es heute wohl so werden könnte. Spätestens beim Putzen ist dann das Eis gebrochen - das weiche Fell der Pferde lädt zum Kuscheln und Knuddeln ein. Und dann kann man schon mal vergessen werden, dass man ja heute eigentlich gar keine Lust hatte, das Haus zu verlassen.

Egal ob in der Halle, auf dem Platz oder im Gelände - auf dem Pferd zu sitzen, nur getragen zu werden oder gar Einfluss auf ein so großes Tier zu nehmen, ist entspannend und bestärkend zugleich. Der Umgang mit den Pferden ist für die Jungs nicht nur ein Freizeitvergnügen, dem einmal wöchentlich nachgegangen wird. Sie übernehmen Verantwortung für die Pferde: Das artgerechte Versorgen vor und nach dem Reiten ist genauso wichtig wie das Reiten selbst. Durch die örtliche Nähe der Wohngruppe zur Pferdewirtschaft haben die Jungs darüber hinaus die Chance, täglich ihre "Pferdekumpels" zu besuchen und beim Versorgen zu helfen. Möglicherweise können einige nicht verstehen, was wir da beim Therapeutischen Reiten eigentlich machen. Von außen betrachten wirkt es sicher so, als spielten wir ein bisschen mit den Pferden `rum oder reiten eben ein bisschen durch die Gegend. Doch für die Jungs ist es oft viel mehr. Giacomo ist unendlich stolz auf sich, wenn er "seinem Willi" die Hufe ausgekratzt hat. Rico erzählt begeistert von seinen Ausritten und "seinen Pferden". Nico ist stolz auf sich, wenn er mit Ulina allein durch die Halle galoppieren kann. Dominic ist sich sicher, dass "seine Dschiela" ihn die ganze Woche über vermisst hat und sich freut, endlich wieder mit ihm reiten zu gehen. Timos Selbstbewusstsein wird nahezu sichtbar größer, wenn er erzählt, dass er mit Rocky ungeführt im Gelände geritten ist. Es klingt vielleicht pathetisch, doch wer einmal gesehen hat, wie Bene Ulina frei in der Halle laufen lässt, sich umdreht, dann sagt: "Komm Ulina!", woraufhin sich knapp 400 Kilo Lebendgewicht wie selbstverständlich in Bewegung setzen und entspannt einem grinsenden Bene hinterher trotten, der konnte einen Moment am "Glück dieser Erde" teilhaben. Corinna Weidemann Mitarbeiterin im Mädchenhaus Melsungen Reitpädagogin DKThR (Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten e. V.) „Das Pferd muss gut ausgebildet, gutmütig und geduldig sein.“ Interview mit Frau Ina El Kobbia, Geschäftsführerin des deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten (DKThR) Bezahlen Krankenkassen Hippo-Therapie ? Die gesetzlichen Kassen leider nicht, private Kassen manchmal. Warum ? Als Begründung heisst es, dass es zuwenig wissenschaftliche Studien gibt, die den Nutzen nachweisen. Ganz richtig ist das nicht, denn wir haben einige Studien, allerdings nur mit kleiner Patientenzahl. Deshalb haben wir 2009 eine grosse Multicenterstudie als Studienträger ins Leben gerufen, daran sind fünf Institute in Deutschland beteiligt. Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Dr. Martin Häusler vom Universitätsklinikum Aachen (…). Gibt es schon Ergebnisse ? Die Studie läuft noch 1 ½ Jahre, aber wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon absehen, dass sich ein sehr positiver Verlauf zugunster der Hippotherapie abzeichnet .(…) Wer darf sich Reittherapeut nennen ? Im Grunde jeder, denn es ist keine geschützte Berufsbezeichnung. (…) Unser Verband hält derzeit die höchsten Anforderungen (…). Unsere Richtlinien werden in Gerichtsverfahren bis hin zum Bundesgerichtshof als Massstab herangezogen. Ein Hippotherapeut DKThR muss beispielsweise ausgebildeter Physiotherapeut oder Mediziner mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung sein, dazu muss er eine reiterliche Ausbildung (…) nachweisen.

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