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beiserhausnews122011

Warum ich aus meine

Warum ich aus meine Heimat fliehen musste Ich heisse Ade Jeylaani Osman. Bevor ich Ihnen die Beweggründe meiner Flucht erzähle, möchte ich mich im Namen aller unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge für die freundliche Aufnahme in Ihrer Gemeinschaft bedanken. Wer so schreckliche Erlebnisse hinter sich hat, weiss es hoch zu schätzen, keine Angst mehr haben zu müssen und satt zu werden. Ich bin einer von 25 Flüchtlingen im Beiserhaus. Alle, die hier sind, haben Schlimmes gesehen oder erlitten. Mancher möchte das Geschehene nicht erzählen, weil es zu furchtbar ist oder weil er sich schämt. Mein Vater und meine Mutter gehören dem Clan Midgan an. Die Midgans zählen zu den niedrigeren Clans in der somalischen Gesellschaft. Sie werden deshalb in Somalia diskriminiert und verfolgt Als mein Vater eine Zweitfrau aus dem Clan der Hawiye heiratete, wurde er dafür später von den Angehörigen des Familienclans getötet. Ich war über den Tod meines Vaters sehr traurig. Ich war damals 12 Jahre alt. Da ich unbedingt etwas lernen wollte, schloss ich mich der politischen Gruppe Mukawim an. Diese Gruppe kämpfte gegen die äthiopische Besatzung, die zu jener Zeit im Lande war. Wir waren 28 Kinder und Jugendliche. Man bildete uns an Waffen aus und lehrte uns den Koran. Wir bekamen Einsatzbefehle immer über Handy und trafen uns dann an einem bestimmten Platz in der Stadt. Ich habe vier Einsätze miterlebt. Ich hatte eine Pistole und Handgranaten, aber auch Bomben. Meine Mutter missbilligte meine Mitgliedschaft in dieser Gruppe und sagte, ich müsse sie sofort verlassen. Sie drohte mir, mich zu verfluchen. Aus dieser Gruppe auszuscheiden, das war unmöglich, weil man, einmal Mitglied, nur noch tot aus dieser Gruppe entlassen wird. Deshalb entschloss ich mich zur Flucht aus Somalia. Meine Mutter unterstützte mich und organisierte diese Flucht. Aber an der äthiopisch-sudanesischen Grenze wurde ich festgenommen und musste unter einem Baum sitzen und warten. Man hat mich drei Tage lang dort immer wieder misshandelt. Es gelang mir zu fliehen und mich zu verstecken. Später habe ich mich anderen Flüchtlingen anschliessen können und wir sind 21 Tage durch die libysche Wüste geirrt, bis wir mit Hilfe eines Ortskundigen nach Tripolis fanden. Von hier setzten wir mit einem Boot zur italienischen Insel Lampedusa über. Dort blieb ich ein Jahr und sieben Monate bis es mir gelang, mit Hilfe eines Schleusers nach Holland zu gelangen. Von dort aus ging es weiter nach Frankfurt am Main, wo ich mich bei der Polizei meldete. Vor Italien habe ich eine unsagbare Angst, weil die Verhältnisse dort für uns unbeschreiblich schlimm waren. Ich kam dann ins Beiserhaus, wo es mir seit langer Zeit wieder gut ging. Eines Morgens um 5.00 Uhr wurde ich hier von der Polizei abgeholt und in Handschellen nach Fulda verbracht. Ich sollte nach Somalia abgeschoben werden. In Fulda erreichte die Polizei die Nachricht, dass ein Gericht die Abschiebungsanordnung aufgehoben habe und ich durfte ins Beiserhaus zurückkehren. Weihnachten steht für mich unter einem ganz besonderen Stern: Zu meinem Glück bin ich seit kurzem als Flüchtling anerkannt worden, habe Asyl erhalten und darf mich jetzt recht- mässig in Deutschland aufhalten. Was mir diese Sicherheit bedeutet, , kann sich, so glaube ich, von Ihnen niemand richtig vorstellen. Mein Glück, meine Freude wird aber durch Sorge um meine Familie getrübt. Seit sechs Monaten habe ich keinen Kontakt mehr, weiss nicht wie es ihr geht. Das bekümmert mich sehr. Ich danke für die Aufmerksamkeit.

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