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beiserhausnews122009

Lebe deine Träume! -

Lebe deine Träume! - Abenteuer-Urlaub im Allgäu „Weg vom Computer, rein in die Natur und sie mit allen Sinnen spüren und erleben!“ Diesem Motto folgten Kinder und Jugendliche der Sozialen Gruppenarbeit in Bebra. Der erlebnispädagogische Charakter stand im Vordergrund der Reise. Ziel war es, vorhandene Ressourcen zu nutzen und Sozialkompetenzen zu fördern. Die Jungen- und Mädchengruppe fuhren jeweils getrennt für eine Woche in die Alpen. Zuvor mussten über 500 km und fast sechs Stunden Fahrzeit im Kleinbus überwunden werden. Das Allgäu ist eine der schönsten Alpenregionen in Deutschland und ist bekannt als grandiose Wanderregion mit unzähligen Bergen, Seen und Schlössern. Das interessierte zu diesem Zeitpunkt aber niemanden. Die Strapazen der langen Reise waren jedem anzumerken. Die Müdigkeit verschwand recht schnell beim Eintreffen des Tourguides. Die fachkundigen und sehr sympathischen Leiter, Annika und „Matze“, erklärten den Jungs und Mädels das Programm und begleiteten sie durch die Unterkünfte. Gleich konnte so das Eis gebrochen werden und Annikas und Matzes pädagogisches Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen liessen eine vertrauensvolle Atmosphäre entstehen. Die acht Mädchen und Betreuer wohnten für sich in Jutta’s Bauernhaus. Das alte Bauernhaus liegt in dem idyllischen Örtchen Rottach, besitzt einen großen Garten, Bolzplatz und ein kleines Tiergehege. Dort spielten die Mäd- chen Fußball, Badminton, Tischtennis und kümmerten sich liebevoll um die Hasen und Katzen des Hauses. Die Gastgeberin Jutta, mittlerweile über 60 Jahre alt, war Kkasse. Nach der deftigen Mahlzeit gab es immer eine süße Leckerei und sie stand den Mädchen mit Rat und Tat bei Schwierigkeiten oder Heimweh zur Seite. Jessica bekam von ihr einen Geburtstagskuchen und den Mädchen servierte sie einen Schokobrunnen am Abschlussabend. Auf einer Anhöhe von ca. 840 m übernachteten die acht Jungen im Jugendhaus Elias am Seifriedsberg zusammen mit anderen Jugendgruppen. Von allen Zimmern hatte man einen herrlichen Panoramablick auf die faszinierende Bergwelt. Das Haus verfügt über vielfältige Sport- und Freizeitmöglichkeiten, wie Turnhalle, Sportplatz, Tischtennis, Billard und Kicker. Erstaunt waren die Jungen über die Anzahl der Kinder im Jugendhaus und deren Lautstärke beim Essen. Eigentlich sind sie es doch die, die den Ton angeben wollen, aber diesmal zeigten sie sich ruhig und eher verwundert. Viel Zeit blieb nicht, um in der Unterkunft zu verweilen, da gleich am nächsten Morgen die erste Aktion folgte. Egal, ob Mädchen oder Junge, ob sechs oder 16 Jahre alt, alle Kinder der Gruppe

nahmen die Herausforderungen des Programms mutig und beherzt an: Die Canadier-Raftingtour auf der Iller, der Floßbau und die anschließende Fahrt auf dem See bzw. das spektakuläre Canyoning im Ostertal. Zuerst hieß es immer „Rein in die Gummihaut“, denn bei 8°C Wassertemperatur gehörten Neoprenmontur und Schwimmweste zur täglichen Pflichtausrüstung. Während der Raftingtour gab es noch ein Paddel und ein Boot und dann hieß es „Leinen los!“. Die Jungs in kippstabilen Booten und die Mädchen im Schlauchboot den reißenden Strom abwärts. Bei dieser Tagestour wurden einige Lieder angestimmt, Piratenkämpfe ausgetragen, Boote geentert und umgekippt sowie Stechmücken erschlagen. Alle lernten, dass durch Teamarbeit, sei es bei Rettungsmanövern oder Flussquerungen, das gemeinsame Ziel von allen erreicht werden kann. Der Lohn der Mühen war am nächsten Tag zu spüren. Heftiger Muskelkater, Sonnenbrand und juckende Bremseneinstiche erinnerten neben dem Glücksgefühl, es geschafft zu haben, schmerzhaft an diese Paddeltour. Teamwork wurde während der Aktion Floßbau ganz groß geschrieben. Je nach Gruppengröße wurden mehrere Flöße aus verschiedenen Materialien zusammengebaut. Da es keine Bauanleitung gab, war Kommunikation, Kooperation und Ideenreichtum gefragt. Dann mussten die Balken, Bretter und Fässer auch noch zum See getragen werden. Zum Glück gab es die Betreuer dachte so mancher. Die Schweißperlen schon auf der Stirn begann erst die Arbeit. Nach einer Bauzeit von ca. 3 Stunden wurde dann auf dem See erprobt, ob das selbstgebaute Floß auch alle trägt. Die Flöße hielten und nun ging das Spiel richtig los. Die Flöße wurden geentert, die Betreuer und Guides herunter geschubst und einige schwammen zurück ans Ufer. Jetzt war aber noch nicht Schluss, da die Flöße auseinander- gebaut und das Material zurückgetragen werden musste. Zur Belohnung gab es einen Ausflug ins Freizeitbad „Wonnemar“ in Sonthofen. Baaahn frei! Egal, ob Kamikaze, Crazy River oder Black-Hole-Rutsche: hier kam jeder auf seine Kosten. Das aufregendste Ereignis lag indessen noch vor der Gruppe: die Canyoning-Einsteigertour. Bevor es losging, gab es zuerst die spezielle Bergsteigerausrüstung für die Schluchtenwanderung und eine detaillierte Einweisung durch Annika und Matze. Ein Sprung aus vier Metern Höhe, Wasserfälle, Naturrutschen und drei Abseilstellen galt es zu überwinden. Hier konnte sich jeder bis an seine eigene Grenze heranwagen und diese manchmal überwinden. Also nichts für schwache Nerven und das bewies gleich der Einstieg in die erste Abseilstelle. Nur durch die Guides mit Seil und Karabiner gehalten, ging es in die Tiefe, teilweise frei schwebend und ohne den Boden zu sehen. Das ohrenbetäubende Geräusch des Wasserfalls trug dazu bei, dass einigen starken Jungs tatsächlich „das Herz in die Hose rutschte“. Nur keine Schwäche zeigen, dachte sich dagegen der erst sieben-jährige Mirco und stieg problemlos hinab, sprang ins eiskalte Wasser und meisterte ebenso die Seilwinde, die ihn meterhoch über den reißenden Fluss ans andere Ende gleiten ließ. Hier waren besonders die Mädchen furchtlos und tapfer gegenüber den Hindernissen. In den Gesichtern spiegelte sich ein Gefühlschaos zwischen Angst und Tapferkeit ab. So kannten die Betreuer ihre Mädchen bisher nicht. Selbst die älteren Mädchen riefen den jüngeren Mut zu. Mit neuem Selbstvertrauen gingen viele Mädchen an diesem Abend ins Bett und freuten sich schon auf zu Hause. Insgesamt war die einwöchige Reise eine echte Herausforderung für alle Beteiligten mit vielen erstmalig gemachten Erfahrungen sowie neugewonnenem Selbstbewusstsein. An einem gemeinsamen Nachmittag nach den Sommerferien konnten die Kinder zusammen mit den Eltern diese Aktionen in einer gemütlichen Runde mit Getränken und Kuchen wieder aufleben lassen. Es schien, als sei es erst gestern gewesen. Stolz erzählten die Mädchen und Jungen anhand der gezeigten Bilder ihre Geschichten und Erlebnisse. In der täglichen Gruppenarbeit unterhalten sich die Kinder noch oft über dieses Abenteuer. Für die nächsten Sommerferien hat sich die Jungengruppe wieder für diese Tour in die Natur entschieden. Und dies nicht ohne Grund: Das nächste Mal warten auf die Gruppe neue Unternehmungen, wie eine GPS-Schatz-Suche und der Hochseilgarten in den Alpen. Manuel Smolen Soziale Gruppenarbeit Bebra

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