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beiserhausnews122009

Redaktion: Hallo Stefan,

Redaktion: Hallo Stefan, wie sah deine Situation aus, bevor du am 01. September 2006 die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel mit der Fachrichtung Elektronik gestartet hast? Stefan Garbe: Sehr schlecht. Meine Mutter war schwer erkrankt und die Familie ist durch diese Erkrankung in eine sehr schwierige wirtschaftliche Lage geraten. Ich habe noch vier Geschwister und lebte zu diesem Zeitpunkt mit meinem jüngsten Bruder im elterlichen Haushalt. Das Verhältnis zu meinem Vater war schwierig geworden und hatte sich durch die bedrückende Situation noch verschlechtert. Um meine Familie zu entlasten, bin ich ausgezogen, wurde dann „Hartz IV Empfänger“ und gründete meinen eigenen Haushalt. Über die Arbeitsförderung Schwalm-Eder wurde mir dann die Möglichkeit einer geförderten Ausbildung angeboten. Redaktion: Wo hast du dann die Ausbildung zum Kaufmann für Einzelhandel gemacht? Stefan: Die Sozialpädagogen in der Beruflichen Bildung im Beiserhaus haben mich angerufen. Wir haben uns dann verabredet und bei möglichen Betriebe mit Aus-bildungsberechtigung vorgesprochen. Der Elektro-Fachhandelsbetrieb Dingel & Spohr wurde zum Volltreffer. Hier gab es die Möglichkeit zu einer Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel im Bereich Elektronik. Das bedeutet TV, Computer, Laptop und Handy verkaufen zu lernen, ein Bereich der mich besonders interessiert. Redaktion: Ist die Ausbildung dann so gelaufen, wie du dir das vorgestellt hast? Stefan: Mit der Ausbildung bei Dingel & Spohr war ich sehr zufrieden. Ich habe so viel Glück gehabt und einen guten Ausbildungsplatz bekommen. Das Ausbilder-Team war sehr nett, und hat mich bei allen Fragen und Problemen stets gut beraten, aber auch gefordert. Leider ist dann 2007 meine Mutter gestorben. Das war für mich ein schwerer Schlag. Hinzu kamen damals auch noch finanzielle Probleme. Heute bin ich sehr froh über die Kombination Ausbildung im Betrieb mit einer sozialpädagogischen Begleitung durch das Beiserhaus. Ich glaube in der damaligen Situation hätte ich die Ausbildung ohne Begleitung über drei Jahre nicht durchgehalten. Redaktion: Wie sieht heute die Situation bei dir aus? Stefan: Am 19. Juli diesen Jahres habe ich meine Abschlussprüfung vor dem IHK-Prüfungsausschuss mit der Gesamtnote 2 abgeschlossen. Und bereits am nächsten Tag, konnte ich mit der Firma Dingel & Spohr einen unbefristeten Arbeitsvertrag abschliessen. Ich werde jetzt erstmal ein Jahr lang mich den Aufgaben eines Einzelhandelskaufmanns widmen. Danach plane ich ein berufsbegleitendes Fernstudium zum Handelsfachwirt aufzunehmen, um dadurch meine zukünftigen beruflichen Aussichten zu verbessern Mit meinem festen Einkommen kann ich heute planen. Ich kann mir eine Wohnung leisten, und spare auf einen eigenen PKW. Vielen Dank möchte ich an die Arbeitsförderung Schwalm- Eder, die Stiftung Beiserhaus und an den Ausbildungsbetrieb Dingel & Spohr sagen. Ohne die stetige Hilfe und Unterstützung der beiden Sozialpädagogen Herrn Krämer und Herrn Novotny wäre dieser Erfolg so nicht möglich gewesen. Besonders glücklich bin ich darüber, dass das Verhältnis zu meinem Vater sich danach deutlich entspannt hat.

Redaktion: Hallo Anna. Wie ist es dir ergangen, als du 2006 einen Ausbildungsplatz gesucht hast? Anna Bast: Ich hatte einen guten Hauptschulabschluss erreicht, eine Kaufmännische Berufsfachschule besucht und wollte danach eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel beginnen. Ich fand aber keinen Ausbildungsplatz. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Kassel riet mir zu einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme beim Starthilfe-Ausbildungsverbund in Homberg. Kurz nach Beginn dieser Maßnahme schlug mir dann ein Berufsberater der Agentur für Arbeit vor, Kontakt mit einem Sozialpädagogen der Stiftung Beiserhaus aufzunehmen. Ich hatte riesiges Glück: ein Förderungsprogramm der Arbeitsagentur für Menschen mit Migrationshintergrund übernahm die Ausbildungskosten und das Beiserhaus signalisierte Bereitschaft, einen Ausbildungsvertrag mit mir abzuschliessen, sofern ein Betrieb mit Ausbildungsberechtigung die Ausbildung durchführen würde. Herr Krämer legte sich sogleich ins Zeug und fand in der Firma Ried, einem Fachbetrieb für Büroorganisation einen Kooperationspartner. Am 1. November 2006 begann dann meine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel in der Fachrichtung Bürobedarf. Redaktion: Erzähle doch unseren Lesern bitte, wie es dann weiterging. Anna: Im Team der Firma Ried wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Niemand hat sich hier daran gestört, dass ich Ruß- landdeutsche bin, meine Ausbildung über ein Förderungsprogramm finanziert wurde und ich rechtlich betrachtet, keine „richtige“ Betriebsanhörige war. Die Ausbildungsinhalte Büroorganisation, Bürotechnik und Büroeinrichtung haben mich sehr interessiert. Ich hatte natürlich einen riesen Vorteil auf Grund meiner Kenntnisse der zweijährigen kaufmännischen Berufsfachschule. Zusätzlich gab es noch den vom Beiserhaus organisierten Stützunterricht in Fritzlar, wo ich mit wieteren kaufmännischen Auszubildenden wöchentlich teilnahm. Herr Kisser und Frau Stagge haben den Zusatzunterricht und die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung richtig super gemacht. Im Laufe der Ausbildung sind wir eine richtig tolle Truppe geworden. Und unsere Kontakte aus dieser Zeit halten bis heute an. Eine ehemalige Auszubildende, die auch mit dem Beiserhaus ein solches Vertragsverhältnis hatte, ist heute meine beste Freundin. Sie wurde während der Ausbildung Mutter, hat ihre Ausbildung aber durchgezogen und konnte von den Sozialpädagogen des Beiserhauses in ihrem erlernten Beruf als Einzelhandelkauffrau vermittelt werden. Mit ihr treffe ich mich öfters in der Mittagspause, da wir beide jetzt in Homberg arbeiten. Redaktion: Jetzt bist du Angestellte bei der Firma Ried, wie fühlt sich dies denn heute an? Anna: Direkt im Anschluss an die bestandene Abschlussprüfung am 3. Juni, habe ich einen Arbeitsvertrag erhalten. Besser konnte es für mich nicht laufen. Mein festes Einkommen ist aber erstmal verplant: mein Vater baut mir damit eine eigene Wohnung aus. Wenn dann noch etwas über bleibt, spare ich damit für ein Auto. In ein bis zwei Jahren könnte ich mir gut eine beruflich Weiterqualifizierung vorstellen. Letztendlich freue ich mich, dass alles so glatt gelaufen ist und ich bin allen sehr dankbar, die mich gefördert, beraten und in vielfältiger Weise unterstützt haben.

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