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Lehen Antwerpen

Lehen Antwerpen 1542-1577 Die Stadt Antwerpen (Abb. 1) mit ihren damaligen politischen und religiösen Verhältnissen bildete den Rahmen, in dem sich die erste Hälfte des Lebens von Joris Hoefnagel abspielte und der seine Persönlichkeit prägte. Unter den niederländischen Städten war Amwerpen bis zum Jahr 1585 wohl jene, in der sich die politische Emwicklung der Niederlande am deutlichsten und zugleich am grausamsten manifestierte. Auch das Leben von Joris wurde bis 1577 durch diesen dramatischen Verlaufbestimmt, der in der Geschichtsschreibung als nüchterner Tatsachenbericht überliefert ist. Lodovico Guicciardinis Beschreibung Amwerpens, die er in se iner 1567 dort erschienenen Descrittione di tutti i Paesi Bassi gibt, bezieht sich auf jene Periode, in der auch Joris Hoefnagel in der Stadt aufwuchs. Die Schilderungen nehmen in Guicciardinis Buch über die Niederlande einen beachtlichen Teil ein. 1 Joris kam im Jahr 1542 zur Welt in >>Hoefnagels Huis« (Hoefnagel'sches Haus), gelegen gegenüber der 1531 eröffneten neuen >> Borze« an der Lange Nieuwstraat (dort befindet sich jetzt ein Neubau, wohl die Nr. 13 oder 15). 2 Die Lange Nieuwstraat hatte sich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Wohngebiet entwickelt, in dem sich vorzugsweise vermögende und einflussreiche Bürger niederließen: Kaufleute, Bankiers und Adlige. Die Straße führte majestätisch breit von dem Stadttor >>Kipdorppoort« auf die gotische Kathedrale Unserer Lieben Frau zu, die man in Richtung Scheide laufend stets im Auge behalten konnte. Dort sollte sich 1604 Jan Brueghel d. Ä . ein Haus kaufen (jetzt Nr. 111), in das später sein Schwiegersohn David Teniers d.J. einzog. Auch der Maler Pieter van Avont wählte hier seinen Wohnsitz. Das Haus Sim-Franciscus (heute Nr. 43) bewohnte zunächst der Nürnberger Kaufmann Lazarus Tuch er. Im Jahr 1559 erwarb der englische Kaufmann und Diplomat Thomas Gresham das stattliche Haus. Gresham war Faktor der Fellowship of Mercham Adventurers, der Gesellschaft von freien und selbstständig schaffenden englischen Kaufleuten. Antwerpen galt bis 1568 als das wichtigste Zentrum des englischen Handels auf dem Kontinent. In diesem Patrizierviertellag unweit von Greshams Haus und gegenüber demjenigen der Kaufmannsfamilie Hoefnagel Abb. 2 Die Bör s ~.: und das Hoefnagcl 'schc H aus in Amwc.:rpcn (Derail au s Abb. 1) die Neue Börse;' ein Zentralbau mit vier Eingängen, dessen monumentale Tore symmetrisch einander gegenüber angebracht waren (Abb. 2). Diese führten in vier Straßen, heute Twaalfmaanden-, Israelieten-, Borze- und Korte Klarenstraat. Die anspruchsvolle quadratische Börsenanlage war von D01nien de Waghemakere erbaut worden. Sie ersetzte ab 1531 die Alte Börse (Oude Borse oder Den Rhijn) in der Hofstraat N r. 15, in der sich die Kaufleute bis dahin getroffen hatten. Der Komplex der Neuen Börse umfasste einen zentralen Innenhof, der unter freiem Himmel lag. Zum Hof hin öffneten sich umen Galerien mit spätgotischen Dreipassbögen. Oben auf der Galerie war ein weiterer Umgang errichtet worden, der kleine Läden beherbergte, in denen auch Gemälde verkauft wurden. Guicciardini bezeichnet den Innenhof als einen der schönsten Plätze der Stadt: Er habe in Europa nicht seinesgleichen. Der H of sei frei von Pferden und Wagen und umgeben von schönen Loggien. Über den Loggien befänden sich geräumige Lager mit allerlei Läden.' Guicciardini vermittelt in seinem Buch im Kapitel >> Discorso sopra i mercatanti d'Anversa et illoro traffico« einen Eindruck vom imernationalen Charakter der Stadt und ihrer Bewohner, unter denen Kaufleute aus umerschiedlichen Nationen eine wichtige Rolle spielten. Sie rekrutierten sich hauptsächlich aus sechs Nationen, die hier in Kriegs- wie in Friedenszeiten ansässig seien, im Ganzen - wenn man die 20

es Blumenvase - Freundschaftsbild für Johannes Radermacher, 1589 (Abb. 1) Wasser- und Deckfarben auf Pergament, 118 x 163 mm; Umrahmungsli nien in Braun und Gold; fest in einer älteren Umrahmung (!?.Jahrh undert?) montiert, 235 x 285 mm (mit Umrahmung): bezeichnet in Gold in der blauen Kartusche oben: >>Amici tiis no[n] est utendum ut flosculis, tamdiu gratis qua(m]diu recemibus« (M it Freundschaften sollman nicht umgehen wie mit Blümchen, die nur willkommen sind, solange sie noch frisch si nd); unten in der schwa rzen Karrusche mit Goldbuchstaben: >>D[omi no] Ioanni Rademacherio suo I Georgius Hoefnaglius pignus amoris D (o num] D (edit] A. 0 89>Van Georg Hoefnagel bezit ik twee fraaie stukjes. Her eene, op pergament met waterverf geschilderd, verbeeldt enige bloemen in een fies, benevens een grote zwarte tor en enige andere insecten. Bovenaan leest men in gouden letters: >A micitiis non est utendum ut flosculis Tamdiu gratis quam diu recentibus. Onderaan: D[omino] Joanni Rademacherio suo Georgius Houfnaglius pignus amoris D[onum] D[edit] Ao 89

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