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Handbuch der Mythologie

mit seiner Mutter Venus,

mit seiner Mutter Venus, die ihm die Waffen überreicht, die der Gott Vulcanus für ihn geschmiedet hat (Nicolas Poussin, 1639; Pompeo Batoni, 1748). In der Fresken- Ausmalung der Villa Valmarana (bei Vicenza, 1757) von Giovanni Battista Tiepolo gibt es drei Aeneas-Motive: seine Begegnung mit Venus, Aeneas und Askanius vor Dido und schließlich Merkur, der Aeneas an seine Schicksalsaufgabe gemahnt. Die Popularität des Stoffes erweist sich nicht zuletzt durch das Aufblühen von Parodien. Paul Scarrons komisches Epos Le Virgile travesti (1648–1653) kehrt das Heroische und Tragische der Dido-Aeneas-Episode ins Lächerliche und präsentiert den antiken Tugendhelden als weinerlichen Schönling. Er hat damit bis weit ins 18. Jh. eine Vielzahl an Fortsetzungen und Nachahmern angeregt. Das hohe, schulisch und akademisch gefestigte Ansehen des Vergil’schen Epos findet hier sein spöttisches Echo. Gian Lorenzo Bernini: Aeneas und Anchises, 1619, Rom, Galleria Borghese Neue tragische Größe gewinnt die Aeneas-Figur im 19. Jh. auf der Opernbühne durch Hector Berlioz’ Les Troyens (Die Trojaner, 1863), eine monumentale Adaption der Aeneis, die den Handlungszusammenhang vom Untergang Trojas bis zum Aufbruch von Karthago und Didos Tod umfasst. Im Übrigen aber gehen die Beliebtheit und Verbreitung des Stoffes gegenüber dem 17. und 18. Jh. deutlich zurück. William Turners Zyklus von elf Aeneis-Gemälden (1815–1817) lässt (im Anschluss an Claude Lorrains Malweise und sie radikalisierend) die mythischen

Figuren fast ganz im stimmungsvollen Gesamteindruck der Landschaft verschwinden. LITERATUR Christopher J. Mackie: The Characterization of Aeneas. Edinburgh 1988 Gerhard Binder (Hg.): Dido und Aeneas. Vergils Dido-Drama und Aspekte seiner Rezeption. Trier 2000 Werner Suerbaum: Vergils Aeneis. Epos zwischen Geschichte und Gegenwart. Stuttgart 2 2007 Joseph Farrell, Michael C. J. Putnam: A Companion to Vergil’s Aeneid and its Tradition. Chichester 2010 SM Ceres Ceres ist die altitalische Göttin des Ackerbaus und Getreides, aber auch generell der Fruchtbarkeit (vgl. die Verbindung ihres Namens mit lat. crescere = ‚wachsen, entstehen‘). Sie wurde schon früh mit der griechischen Göttin Demeter (▸ Demeter und Persephone) gleichgesetzt, von der sie die Ikonographie, den Mythos und ihre Verehrung als Totengottheit übernahm. Auch die eigentümliche kultische Dreifachverehrung von Ceres zusammen mit den beiden Naturgottheiten Liber und Libera erklärt sich aus dieser Parallelisierung, da Demeter in Eleusis zusammen mit ▸ Dionysos (Liber) und Persephone verehrt wurde. Ovid erzählt die römische Fassung des Raubes der Proserpina, der für den Demeterkult an den Eleusinischen Mysterien zentrale Bedeutung besaß, in seinem Festkalender (Ovid, Fasti 4.393– 620). Das Hauptfest der Ceres, die ludes Ceriales, wurde vom 12. – 19. April gefeiert. Für den dort stattfindenden römischen Brauch, zu Ehren der Ceres am letzten Tag ihres Festes Füchse mit angebundenen brennenden Fackeln laufen zu lassen, (er)findet Ovid eine Ursprungsgeschichte (aition) in Kontrastimitation zur Einkehr der Ceres in das Haus eines alten Bauernehepaares auf ihrer Suche nach Persephone. Während Ceres den kranken Sohn der Familie, Triptolemos, heilt und ihn zum Urheber des Pflügens und Säens macht, so berichtet Ovid von seiner Einkehr in das Haus eines Greises, der ihm von einem alten Bauernehepaar erzählt, dessen Sohn einst einen gefangenen Fuchs in Stroh wickelte und anzündete. Der Fuchs entfloh, verbrannte auf seiner Flucht jedoch die Felder und Getreide, womit die Frucht der Ceres (und die Arbeit des Triptolemos) zerstört wurde: „Damit es seine Schuld büße, brennt dieses Tier am Ceresfest; es geht genauso zugrunde, wie es einst die Felder zerstörte“ (Ovid, Fasti 4.711–712). Im Unterschied zur griechischen Demeterverehrung war Ceres vor allem eine Göttin der Plebs. Ihrem Tempel, der im Jahr 496 v. Chr. auf dem Aventin eingeweiht wurde, standen plebeische Ädilen vor, die als Getreidebeamte (aediles Cereris) tätig und auch für die Durchführung der Festspiele zu ihren Ehren zuständig waren. Die hohe politische Bedeutung der Ceres zeigt sich auch daran, dass ihr Tempel ein Aufbewahrungsort für Senatsbeschlüsse war. In der Rezeption ist Ceres von

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Die Religion und Mythologie der Griechen
Handbuch der germanischen Mythologie
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Mythologie im Sachunterricht am Beispiel Wasser - Baeuml ...
Keltische Mythologie
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Über Mythologie und Cultus von Hawaii
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