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Tassilo, Ausgabe März/April 2018 - Das Magazin rund um Weilheim und die Seen

Murnau im Quarantänefieber: der Asiatiche Laubholzbockkäfer ist da | Drohnen und wer was wan wo wie damit machen darf: Volumenberechnung, Video und Fotografie | Helmut Ochs auf der Roten Couch - der Leiter der Integrierten Leitstelle Oberland | Auswirkungen der neuen Gülleverordnung | Tauchen mit Stahlschuh und Schweißapparat: Tauchausbildung bei der Bundewswehr | Die Welt ist grün: St. Patrick's Day im Tassiloland | Vom Tiefenbach nach Übersee: Fußballerin Kristina Schuster besucht ein College in den USA | Sonderteil Bauen, Wohnen und Energie | Von der Natur lernen beim Aktionstag auf Gut Achberg | Noten sind nicht alles: neues Konzept bei der Bauer Unternehmensgruppe | Selbsthilfebruppe für Sex- und Liebssüchtige im Landkreis | Theaterer aus Leidenschaft: das Marnbacher Theater im alten Schulhaus | Veranstaltungstipps für März und April und vieles mehr . . .

Murnau im Quarantänefieber: der Asiatiche Laubholzbockkäfer ist da | Drohnen und wer was wan wo wie damit machen darf: Volumenberechnung, Video und Fotografie | Helmut Ochs auf der Roten Couch - der Leiter der Integrierten Leitstelle Oberland | Auswirkungen der neuen Gülleverordnung | Tauchen mit Stahlschuh und Schweißapparat: Tauchausbildung bei der Bundewswehr | Die Welt ist grün: St. Patrick's Day im Tassiloland | Vom Tiefenbach nach Übersee: Fußballerin Kristina Schuster besucht ein College in den USA | Sonderteil Bauen, Wohnen und Energie | Von der Natur lernen beim Aktionstag auf Gut Achberg | Noten sind nicht alles: neues Konzept bei der Bauer Unternehmensgruppe | Selbsthilfebruppe für Sex- und Liebssüchtige im Landkreis | Theaterer aus Leidenschaft: das Marnbacher Theater im alten Schulhaus | Veranstaltungstipps für März und April und vieles mehr . . .

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<strong>Ausgabe</strong> 17<br />

<strong>März</strong> / <strong>April</strong> <strong>2018</strong><br />

®<br />

<strong>Das</strong> <strong>Magazin</strong> <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>Weilheim</strong> <strong>und</strong> <strong>die</strong> <strong>Seen</strong><br />

Eine Produktion von<br />

Titelbild: Klaus Neuner, mauritius images<br />

Polling, Tiefenbach <strong>und</strong> Stiftskirche<br />

mit Veranstaltungskalender für zwei Monate<br />

Ungebetener Gast<br />

Ein Käfer sorgt für Aufregung<br />

Sonderteil<br />

BAUEN<br />

&<br />

WOHNEN<br />

im <strong>Tassilo</strong>land<br />

Auf der Roten Couch<br />

Leitstellen-Chef Helmut Ochs


POLIER SEPP<br />

<strong>Das</strong> zu Hause genießen...Freira<strong>um</strong><br />

Alle Möbel sind gerückt <strong>und</strong> das Leben kann in eine Wohnanlage einziehen. <strong>Das</strong> befeuert nicht nur den Grill, sondern auch<br />

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Tel. 08861-2351-0


Abgetaucht <strong>und</strong> abgehoben<br />

Ganz Murnau steht unter<br />

Quarantäne. <strong>Das</strong> klingt unheimlich.<br />

Als wäre eine<br />

Seuche ausgebrochen.<br />

Doch <strong>die</strong> Bürger können<br />

beruhigt sein. Eine<br />

Gefahr für Leib <strong>und</strong><br />

Leben ist weitestgehend<br />

ausgeschlossen.<br />

Nur ein wirtschaftlicher<br />

Schaden der<br />

Laubba<strong>um</strong>besitzer, der<br />

könnte nochmals z<strong>um</strong><br />

Thema werden. Und alles nur wegen eines asiatischen<br />

Schönlings, dessen Fühler zweieinhalbmal so<br />

lang sind wie sein gepunkteter Körper. Experten nennen<br />

ihn nur ALB. Waldbesitzer Ba<strong>um</strong>vernichter. Der<br />

Asiatische Laubholzbockkäfer, der in seiner Heimat<br />

Jahr für Jahr Milliardenschäden anrichtet, hält seit<br />

gera<strong>um</strong>er Zeit das Werdenfelser Land in Atem. Ob<br />

Helmut Ochs auch schon Notrufe wegen Käferbefalls<br />

angenommen hat? Der ILS-Leiter geht Ende des Jahres<br />

in Ruhestand, <strong>und</strong> hat <strong>die</strong> kommenden Wochen<br />

<strong>und</strong> Monate noch alle Hände voll zu tun. Im großen<br />

Interview auf der Roten Couch spricht der gelernte<br />

Rettungsassistent über <strong>die</strong> mehrfach abgesicherte<br />

Technik, den chaotischsten Tag, seinen Nachfolger<br />

<strong>und</strong> ein bayernweit einzigartiges Pilotprojekt.<br />

Einzigartig ist auch das Taucherausbildungszentr<strong>um</strong><br />

im Starnberger Ortsteil Percha. Die Deutsche<br />

B<strong>und</strong>eswehr lehrt dort angehende Pioniertaucher.<br />

<strong>Das</strong> sind <strong>die</strong> Soldaten, <strong>die</strong> mit Schweißgerät <strong>und</strong><br />

Stahlschuhen in den See springen <strong>und</strong> unter Wasser<br />

Schwerstarbeit verrichten. Ob Sommer oder Winter<br />

spielt für <strong>die</strong> jungen Männer keine Rolle – der Ernstfall<br />

muss schließlich bei allen Bedingungen geprobt<br />

werden. Wetterresistent sollte in jedem Falle Sicherheitstechnik<br />

funktionieren, <strong>die</strong> Haus <strong>und</strong> Hof vor<br />

Wohnungseinbrechern schützt. Was wirklich sinnvoll<br />

ist, <strong>und</strong> wovon Sie, liebe Leser, besser <strong>die</strong> Finger lassen<br />

sollten, haben uns zwei ausgewiesene Experten<br />

erklärt. Gewählt haben wir <strong>die</strong>ses Thema passend<br />

z<strong>um</strong> Sonderteil „Bauen & Wohnen“, in dem wir unter<br />

anderem <strong>die</strong> monströsen Autokräne von Familie<br />

Albrecht, das älteste Ehrenamt Bayerns, <strong>die</strong> Kreishandwerkerschaft,<br />

an der Decke klebende Lebensretter<br />

sowie einen promovierten Altbausanierer vorstellen.<br />

Letzterer lebt übrigens im drittältesten Holzhaus<br />

Bayerns, nur wenige Kilometer Luftlinie von Polling<br />

entfernt, dessen Ortskern mit Tiefenbach wir <strong>die</strong>smal<br />

als frühlingshaftes Titelbild gewählt haben.<br />

Dort zuhause ist Fußballerin Kristina Schuster. Eigentlich.<br />

Vor knapp zwei Jahren wechselte sie vom FC<br />

Bayern München auf ein US-amerikanisches College –<br />

<strong>und</strong> hat sich trotz Zeitverschiebung, Schul- <strong>und</strong> Trainingsstress<br />

Zeit genommen für ein Gespräch, in dem<br />

es bei weitem nicht nur <strong>um</strong> sportliche Dinge ging.<br />

Koordination <strong>und</strong> rä<strong>um</strong>liches Sehvermögen brauchen<br />

auch professionelle Drohnen-Flieger. Einer davon:<br />

Sebastian Jahn. Er lenkt seinen Oktokopter nicht<br />

nur für Kinofilme <strong>und</strong> TV-Serien, für Werbedrehs mit<br />

Mario Götze <strong>und</strong> Jerome Boateng sowie BR-Dokus<br />

über Friedhöfe im <strong>Tassilo</strong>land. Neuerdings betreibt<br />

er Vol<strong>um</strong>enberechnungen mittels Luftaufnahmen –<br />

ein Meilenstein in der Vermessungsbranche? So lange<br />

er <strong>die</strong> verschärften Rechte <strong>und</strong> Pflichten einhält …<br />

Davon können Landwirte ein Liedchen trällern. Stichwort<br />

„Düngeverordnung“, 150 Seiten dick, <strong>und</strong> für<br />

<strong>die</strong> Betroffenen noch nervenaufreibender als der<br />

ALB-Befall in Murnau. Umso entspannteres Lesen<br />

wünscht an <strong>die</strong>ser Stelle<br />

Ihr Johannes Schelle<br />

> > > Aus dem Inhalt<br />

Seite 4<br />

Auch im <strong>Tassilo</strong>land:<br />

Gefahr durch den Asiatischen<br />

Laubholzbockkäfer<br />

Seite 6<br />

Vol<strong>um</strong>enberechnung <strong>und</strong><br />

Verfolgungsjad — was es bei<br />

Drohnen zu beachten gilt<br />

Seite 9<br />

Der Leiter der Leitstelle:<br />

Helmut Ochs im Interview<br />

auf der Roten Couch<br />

Seite 14<br />

Auswirkungen der neuen<br />

Verordnung: Güllefahren<br />

nach Vorschrift<br />

Seite 16<br />

Tauchgang mit Stahlschuh<br />

<strong>und</strong> Schweißapparat im<br />

Starnberger See<br />

Seite 18<br />

Die Welt ist grün!<br />

St. Patrick's Day<br />

am 17. <strong>März</strong><br />

Seite 20<br />

Vom Tiefenbach nach Übersee:<br />

Kristina Schuster spielt Fußball<br />

in North Carolina<br />

Ab Seite 25<br />

GROSSER SONDERTEIL<br />

ZU DEN THEMEN BAUEN,<br />

WOHNEN UND ENERGIE<br />

Seite 54<br />

Von der Natur lernen<br />

beim Aktionstag auf<br />

Gut Achberg<br />

Seite 56<br />

Noten sind nicht alles:<br />

Neues Konzept bei der Bauer<br />

Unternehmensgruppe<br />

Seite 62<br />

„Eine Krankheit, <strong>die</strong> dich fertig<br />

macht!“ Selbsthilfegruppe für<br />

Sex- <strong>und</strong> Liebessüchtige<br />

Seite 65<br />

Wildes Bobfahren mit älterem<br />

Bruder — <strong>die</strong> Gewinner unserer<br />

Aktion „Spaß im Schnee“<br />

Seite 68<br />

Spielen aus Leidenschaft:<br />

Marnbacher Theater im<br />

alten Schulhaus<br />

Seite 73<br />

Es wird langsam wärmer!<br />

Unsere Veranstaltungstipps<br />

für <strong>März</strong> <strong>und</strong> <strong>April</strong><br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 3


Gefahr durch Asiatischen Laubholzbockkäfer<br />

Der taxifahrende Ba<strong>um</strong>vernichter<br />

Murnau | Welch große Bedrohung<br />

der Borkenkäfer für den Bestand<br />

hiesiger Fichtenwälder ist, dürfte<br />

seit vielen Jahren bekannt sein.<br />

Weniger präsent in den Köpfen der<br />

Bürger ist dagegen der Asiatische<br />

Laubholzbockkäfer. Wie der Name<br />

verrät, stammt das Insekt aus Asien<br />

<strong>und</strong> ist rein optisch betrachtet<br />

einer der größten <strong>und</strong> schönsten<br />

Käfer überhaupt. Sein robuster<br />

schwarzer Körper mit weißen<br />

Punkten auf dem Rücken erreicht<br />

<br />

eine Länge<br />

<br />

von bis<br />

<br />

zu vier<br />

Zentimetern, wird fortbewegt<br />

durch sechs grätige Beinchen oder<br />

durch unter den Flügeldecken versteckte<br />

Flügel. Noch auffälliger<br />

sind seine schwarz-weiß gestreiften<br />

Fühler, <strong>die</strong> zweieinhalb Mal so<br />

lang werden können wie sein Körper.<br />

Ob <strong>die</strong> beim Fliegen stören?<br />

Aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> seiner Trägheit hebt der<br />

Asiatische Laubholzbockkäfer, kurz<br />

ALB, eher selten ab. „Er fährt lieber<br />

Taxi“, sagt Ruth Haag, Försterin<br />

des AELF <strong>Weilheim</strong>, <strong>die</strong> einzig<br />

<strong>und</strong> allein <strong>die</strong> Aufgabe hat, <strong>die</strong>ses<br />

exotische Insekt in den Laubwäldern<br />

<strong>um</strong> Murnau am Staffelsee<br />

aufzuspüren – <strong>und</strong> es zu vernichten.<br />

„<strong>Das</strong> klingt im ersten Moment<br />

brutal <strong>und</strong> fällt mir als Käferliebhaberin<br />

auch nicht leicht, aber<br />

der Schutz unserer Laubbä<strong>um</strong>e<br />

ist am Ende des Tages<br />

wichtiger.“ Während der<br />

Borkenkäfer hauptsächlich<br />

schwache Fichten<br />

angreift, nistet sich<br />

Riesengroß <strong>und</strong> w<strong>und</strong>erschön:<br />

So sieht ein ausgewachsener ALB aus.<br />

der Asiatische Laubholzbockkäfer<br />

ausschließlich in Laubbä<strong>um</strong>en<br />

ein. Bayernweit sind derzeit fünf<br />

Fälle von ALB-Befall bekannt. Der<br />

jüngste F<strong>und</strong> stammt aus Murnau,<br />

quasi mitten im Ort. Entdeckt wurde<br />

der Befall von einem Touristen,<br />

dem der Käfer auf dem Weg z<strong>um</strong><br />

Bahnhof entgegenkrabbelte. Offensichtlich<br />

kennt sich der Mann<br />

aus mit exotischen Insekten – er<br />

erkannte das Tier auf Anhieb als<br />

Schädling <strong>und</strong> informierte <strong>die</strong> Landesanstalt<br />

für Landwirtschaft (LfL).<br />

Dort schrillten sofort <strong>die</strong> Alarmglocken.<br />

Sollte sich der Asiatische<br />

Laubholzbockkäfer hierzulande<br />

etablieren, würde das alle Laubbä<strong>um</strong>e<br />

in Murnau gefährden <strong>und</strong><br />

in den <strong>um</strong>liegenden Laubwäldern<br />

eine mittelschwere Wald-Katastrophe<br />

bedeuten: Borkenkäfer, immer<br />

heftigere Stürme – <strong>und</strong> nun auch<br />

noch ein Laubba<strong>um</strong>vernichter!? In<br />

Asien richtet der Sechsbeiner jährlich<br />

einen Schaden von mehr als<br />

einer Milliarde Euro (!) an.<br />

<strong>Das</strong> Schadpotential durch den<br />

Asiatischen Laubholzbockkäfer ist<br />

<br />

deshalb so hoch,<br />

weil er kernges<strong>und</strong>e Laubbä<strong>um</strong>e<br />

angreift. Deshalb gelten im Falle<br />

eines ALB-Befalls gleichermaßen<br />

strenge wie rigorose Auflagen.<br />

Keine natürlichen<br />

Feinde<br />

Die effektivste Methode, den<br />

Schädling zu vernichten: Befallene<br />

Bä<strong>um</strong>e <strong>um</strong>gehend fällen, zu<br />

Schnitzel häckseln <strong>und</strong> verbrennen.<br />

Dies gilt übrigens nicht nur<br />

für direkt befallene Ahorne, Weiden,<br />

Birken, Pappeln <strong>und</strong> Rosskastanien.<br />

Auch weitere vom ALB bevorzugte<br />

Laubbä<strong>um</strong>e (spezifizierte<br />

Ba<strong>um</strong>arten) im Befalls-Umkreis<br />

von 100 Metern werden gefällt,<br />

gehäckselt, verbrannt. Darüber<br />

hinaus wird <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> den Befalls-<br />

Ort eine Quarantäne-Zone mit<br />

2 100 Metern Radius eingerichtet.<br />

Alle Laubbä<strong>um</strong>e, <strong>die</strong> sich in <strong>die</strong>sem<br />

Bereich befinden, werden<br />

regelmäßig von Fachleuten auf<br />

ALB-Befall kontrolliert, was laut<br />

Ruth Haag gar nicht so einfach sei.<br />

Einzige, gut von außen erkennbare<br />

Merkmale eines ALB-Befalls<br />

sind fingerdicke, kreis<strong>r<strong>und</strong></strong>e Ausbohrlöcher,<br />

abplatzende Rinden,<br />

brechende Äste <strong>und</strong> Fraßbilder an<br />

Blättern. „Wobei es beim Entdecken<br />

<strong>die</strong>ser Merkmale im G<strong>r<strong>und</strong></strong>e<br />

schon zu spät ist.“ Zwischen Juni<br />

<strong>und</strong> Oktober, hauptsächlich<br />

im August, frisst sich der<br />

Asiatische Laubholzbockkäfer<br />

durch <strong>die</strong> Rinde<br />

des Laubba<strong>um</strong>s <strong>und</strong> legt<br />

direkt unter der Rinde<br />

reiskorngroße Eier ab.<br />

Nach wenigen Wochen schlüpfen<br />

<strong>die</strong> Larven, „von denen der hauptsächliche<br />

Schaden ausgeht, weil<br />

der Käfer selbst nach nur wenigen<br />

Fingerdicke Bohrlöcher <strong>und</strong> abplatzende<br />

Rinden sind Anzeichen<br />

für einen ALB-Befall.<br />

Wochen stirbt“. Die Larven dagegen<br />

fressen sich <strong>die</strong> ersten Tage<br />

durch das saftig weiche Kambi<strong>um</strong><br />

zwischen Stamm <strong>und</strong> Rinde,<br />

dringen anschließend tief ins<br />

Ba<strong>um</strong>stamminnere, wo sie sich<br />

von unten nach oben durchfressen<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Ba<strong>um</strong>stabilität massiv<br />

beeinträchtigen. Sie sind dort vor<br />

möglichen Feinden wie Meisen<br />

oder Spechten bestens geschützt,<br />

da <strong>die</strong>se nur an Ba<strong>um</strong>oberflächen<br />

<strong>und</strong> im äußeren Stammbereich<br />

mittels Schnabelpickerei nach Insekten-Mahlzeit<br />

suchen.<br />

Spürh<strong>und</strong> soll weitere<br />

Käfer finden<br />

Beim Stichwort „Suchen“ spitzt<br />

Haags Jagdhündin „Mia“ <strong>die</strong> Ohren.<br />

Sie wurde kürzlich in Österreich<br />

z<strong>um</strong> Spürh<strong>und</strong> für das<br />

Auffinden des Asiatischen Laubholzbockkäfers<br />

ausgebildet, genau<br />

wie Hündin „Brezel“ von Försterkollegin<br />

Silke Hartmann. Neben<br />

den optischen Merkmalen ist das<br />

eine effektive Methode in Sachen<br />

4 | tassilo


Den größten Schaden verursachen<br />

<strong>die</strong> im Ba<strong>um</strong> geschlüpften Larven.<br />

ALB-Suche, für <strong>die</strong> im Sommer<br />

auch Pheromon-Fallen (Sexuallockstoffe)<br />

aufgehängt werden, <strong>die</strong><br />

den Schädling aus seinen Verstecken<br />

locken sollen. 20 Stück sind<br />

hiervon während der Flugzeit im<br />

Murnauer Wald <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>die</strong> Befallszone<br />

platziert. Von der Insel<br />

Wörth bis zur Unfallklinik – so<br />

weitläufig ist <strong>die</strong> Quarantäne-<br />

Zone.<br />

Davon abgesehen haben alle<br />

Murnauer, <strong>die</strong> Wald in <strong>die</strong>sem<br />

abgegrenzten Gebiet besitzen, folgendes<br />

zu beachten: Wer Laubholz<br />

im Wald <strong>um</strong>- oder abschneidet,<br />

darf <strong>die</strong>ses nicht vom G<strong>r<strong>und</strong></strong>stück<br />

entfernen. Am besten vor Ort das<br />

Holz stehen <strong>und</strong> liegen lassen. Wer<br />

unbedingt Holz machen möchte<br />

oder muss, ist verpflichtet, das Material<br />

direkt vor Ort von Ruth Haag<br />

oder Vertretern der LfL erst kontrollieren<br />

zu lassen, dann häckseln<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Schnitzel unmittelbar <strong>und</strong><br />

in geschlossenen Behältnissen zu<br />

einer ausgewiesenen Verbrennungsstation<br />

zu fahren. Wer Holz<br />

außerhalb der Zone schlägt, darf<br />

es z<strong>um</strong> Lagern in den Quarantäne-Bereich<br />

bringen, muss es vom<br />

Zeitpunkt des Stapelns jedoch unberührt<br />

dort liegen lassen. Wobei<br />

<strong>die</strong>se strengen Regeln, „vor allem<br />

für Brennholzmacher ist <strong>die</strong> Situation<br />

nicht leicht“, ausschließlich<br />

für Laubholz gelten. Damit sich<br />

auch alle betroffenen Waldbesitzer<br />

an <strong>die</strong> Regeln halten, wurden sie<br />

mehrfach informiert. Infoveranstaltungen,<br />

Infoanschreiben per<br />

Post sowie tägliche Beratungsmöglichkeiten<br />

bei Ruth Haag im<br />

Murnauer Forstamt haben bisher<br />

zur Bekämpfung <strong>und</strong> Information<br />

über den ALB beigetragen <strong>und</strong><br />

werden <strong>die</strong>s auch weiterhin.<br />

Aus Asien ins<br />

Werdenfelser Land<br />

> > > Z<strong>um</strong> Thema<br />

Die in Murnau gef<strong>und</strong>enen Asiatischen<br />

Laubholzbockkäfer reisten<br />

höchstwahrscheinlich als Ei oder<br />

Larve in einer Palette für Stein-<br />

Transport aus Asien ins Werdenfelser<br />

Land. Dort, wo <strong>die</strong> Käfer<br />

ihre Eier ablegen konnten sowie<br />

in deren Umkreis von 100 Metern<br />

steht nun kein einziger Laubba<strong>um</strong><br />

mehr. Ruth Haag ist jedoch fest<br />

davon überzeugt, dass <strong>die</strong>ses rigorose<br />

Abholzen seinen Zweck erfüllte.<br />

„Bis jetzt haben wir <strong>und</strong> <strong>die</strong><br />

Mitarbeiter der LfL in Murnauer<br />

Wäldern, Gärten <strong>und</strong> Parks keinen<br />

weiteren ALB-Befall gef<strong>und</strong>en. Ich<br />

bin zuversichtlich, dass wir das<br />

ALB-Problem in den Griff bekommen.“<br />

Vor allem deshalb, weil<br />

sich der Asiatische Laubholzbockkäfer<br />

nicht nur träge fortbewegt,<br />

sondern mit höchstens 30 bis 70<br />

Eiern auch wesentlich langsamer<br />

fortpflanzt als der Borkenkäfer –<br />

der vermehrt sich bekanntlich exponentiell.js<br />

Jagdhündin Mia wurde von Försterin Ruth Haag z<strong>um</strong> Spürh<strong>und</strong> für das<br />

Aufsuchen des Asiatischen Laubholzbockkäfers ausgebildet.<br />

Hinweise auf ALB-Befall sofort melden!<br />

Wer sich näher über den Schädling informieren möchte oder ALBtypische<br />

Merkmale an Waldbä<strong>um</strong>en oder Blättern entdeckt, möge<br />

sich <strong>um</strong>gehend bei Ruth Haag unter 08841 / 6129-23 oder ALB@aelfwm.bayern.de<br />

melden.<br />

Jede Verdachtsmeldung nimmt auch <strong>die</strong> Landesanstalt für Landwirtschaft<br />

(LfL) unter 08161 / 71-5730 oder ALB@LfL.bayern.de entgegen.<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 5


Neuheiten <strong>und</strong> Rechte für <strong>die</strong> Arbeit mit Drohnen<br />

Von Vol<strong>um</strong>enberechnung<br />

bis Verfolgungsjagd<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Fasziniert von nie<br />

zuvor gesehenen Aufnahmen aus<br />

der weltberühmten Sixtinischen<br />

Kapelle, rief Sebastian Jahn in der<br />

dafür verantwortlichen Produktion<br />

an. Er wollte wissen, wie <strong>die</strong>se Bilder<br />

entstanden sind. Die Antwort:<br />

Mit einer Drohne, was jedoch extrem<br />

zeit- <strong>und</strong> personalaufwendig<br />

gewesen, im G<strong>r<strong>und</strong></strong>e nicht bezahlbar<br />

ist. Aufgelegt. Drohnen waren<br />

damals, im Jahr 2007, ein unbeschriebenes<br />

Blatt. Ka<strong>um</strong> einer hatte<br />

sie, ka<strong>um</strong> einer kannte sie. Doch<br />

zu teuer, zu unrentabel? Sebastian<br />

Jahn, Maschinenbau-Konstrukteur<br />

<strong>und</strong> damals schon Hobbyfotograf,<br />

wollte das so nicht stehen lassen<br />

<strong>und</strong> sagte sich: „Dann baue<br />

ich so eine Drohne eben selbst.“<br />

Der Rahmen aus Carbon, an den<br />

äußeren Enden Rotorblätter mit<br />

kleinem Motor. Sein erstes Werk:<br />

Ein Quadrokopter, viermotorig.<br />

Später konstruierte <strong>und</strong> baute er<br />

einen Hexakopter, sechsmotorig,<br />

schließlich einen Oktokopter,<br />

achtmotorig, der bis zu fünf Kilo<br />

Gewicht mitschleppen kann. <strong>Das</strong><br />

Gewicht bei Sebastian Jahn heißt<br />

hochauflösende Kamera. Für erste<br />

Testflüge fixierte er eine standardmäßige<br />

GoPro, für Filmaufnahmen<br />

eine Red Epic, 40 000 Euro wert,<br />

mit der unter anderem Szenen bei<br />

Harry Potter, Fluch der Karibik <strong>und</strong><br />

300 gedreht wurden. Allerdings<br />

nicht von Sebastian Jahn. Auf den<br />

heute 35-Jährigen wurden andere<br />

Filmproduzenten aufmerksam.<br />

Nachdem er erste Luftaufnahmen<br />

auf YouTube <strong>und</strong> seiner Internetseite<br />

veröffentlichte, flatterten<br />

immer häufiger Anfragen ein.<br />

Sebastian Jahn <strong>und</strong> sein koaxialer<br />

Oktokopter, mit dem er unter<br />

anderem Szenen für Filme dreht.<br />

Für <strong>die</strong> Serie Bergdoktor filmte er<br />

atemberaubende Landschaftsbilder<br />

<strong>und</strong> spektakuläre Verfolgungsszenen<br />

durch enge, naturbelassene<br />

Täler. Ähnliche Aufnahmen<br />

machte er für <strong>die</strong> Kinofilme „Burg<br />

Schreckenstein“, „Die Trapp-Familie“<br />

<strong>und</strong> „Verrückt nach Fixi“. Sein<br />

Kerngeschäft bis heute: Fotografie<br />

am Boden sowie Bild- <strong>und</strong> Filmaufnahmen<br />

aus der Luft jeglicher<br />

Art. Für Roller, eines der größten<br />

Möbelhäuser Deutschlands,<br />

machte er hochqualitative Aufnahmen<br />

für einen Imagefilm. Er<br />

dok<strong>um</strong>entierte den Neubau des<br />

Feldafinger Krankenhauses, filmte<br />

Immobilien entlang des Starnberger<br />

Sees, machte Landschaftsaufnahmen<br />

für <strong>die</strong> Polizeiinspektion<br />

<strong>Weilheim</strong> oder Luftbilder der<br />

Friedhöfe in Habach, Wessobrunn,<br />

Obersöchering <strong>und</strong> Bernried, <strong>die</strong><br />

unter anderem im BR gezeigt<br />

wurden. Außerdem filmte er Mario<br />

Götze <strong>und</strong> Jerome Boateng aus<br />

der Luft. „Ein Werbefilm für eine<br />

Fitness-App.“ Sein neuestes Aufgabengebiet<br />

ist allerdings<br />

<strong>die</strong> Vol<strong>um</strong>en-Berechnung mittels<br />

Luftaufnahmen, erstmals erfolgreich<br />

getestet mit einer großen<br />

Kiesgrube im westlichen Landkreis<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau.<br />

45 Minuten<br />

statt sieben St<strong>und</strong>en<br />

Die Vol<strong>um</strong>enberechnung per<br />

Drohne funktioniert wie folgt: Zunächst<br />

fährt Sebastian Jahn das zu<br />

erfassende Gelände ab <strong>und</strong> setzt<br />

in regelmäßigen Abständen Markierungspunkte<br />

mittels Farbspray.<br />

Anschließend geht er mit GPS-gesteuerter<br />

Drohne <strong>und</strong> angebrachter,<br />

hochauflösender Kamera in<br />

<strong>die</strong> Luft <strong>und</strong> macht aus maximal<br />

100 Metern Höhe zahlreiche Bilder.<br />

Am Beispiel Kiesgrube, knapp<br />

47 000 Quadratmeter Fläche,<br />

knipste er in nur 30 Minuten exakt<br />

100 Fotos. Nach Landung der<br />

Drohne fuhr er zurück ins Büro,<br />

setzte sich an den PC, lud <strong>die</strong> 100<br />

Bilder hoch, prüfte <strong>und</strong> drehte sie<br />

<strong>und</strong> stellte sie schließlich in ein<br />

spezielles Programm, eine 3D-<br />

Vermessungssoftware. Darin wurden<br />

nun alle 100 Bilder zu einem<br />

großen miteinander verknüpft, so<br />

dass letztlich <strong>die</strong> komplette Kiesgrube<br />

auf einen Blick zu sehen ist.<br />

Dabei ins Auge stechen <strong>die</strong> vor Ort<br />

markierten Farbpunkte, auf <strong>die</strong><br />

Jahn nun am PC Referenzpunkte<br />

setzt. Fortan übernimmt eine<br />

komplexe Software <strong>die</strong> Arbeit, <strong>die</strong><br />

anhand der GPS-Daten <strong>und</strong> der<br />

von Jahn gesetzten Referenzpunkte<br />

in <strong>r<strong>und</strong></strong> sechs St<strong>und</strong>en das<br />

komplette Gelände in Höhe, Länge,<br />

Breite <strong>und</strong> Tiefe ausrechnet.<br />

<strong>Das</strong> Ergebnis ist verblüffend genau:<br />

Mit minimaler Abweichung<br />

von plus-minus einem Prozent<br />

konnte das Vol<strong>um</strong>en der Kiesgrube<br />

bestimmt werden. Obendrein<br />

ist Jahns Arbeit wesentlich<br />

zeitsparender als <strong>die</strong> klassische<br />

Vermessung am Boden, <strong>die</strong> ohne<br />

PC-Arbeit bereits einen kompletten<br />

Arbeitstag in Anspruch nimmt<br />

<strong>und</strong> vor allem an unwegsamen<br />

Geländestellen äußerst mühsam<br />

ist. Als netten Nebeneffekt <strong>die</strong>ser<br />

Vermessungen bezeichnet Sebastian<br />

Jahn das dabei entstehende<br />

3D-Modell.<br />

Rechte <strong>und</strong> Pflichten<br />

für Drohnenflieger<br />

Doch für was braucht es überhaupt<br />

Vol<strong>um</strong>enangaben von beispielsweise<br />

Kiesgruben? „Damit<br />

kann man z<strong>um</strong> Beispiel herausfinden,<br />

wie viel Material pro Jahr<br />

abgetragen wurde“, sagt Jahn,<br />

der hierfür <strong>die</strong> gleiche Arbeit ein<br />

Jahr später erneut durchführen<br />

müsste. Darüber hinaus könnte<br />

er z<strong>um</strong> Beispiel <strong>die</strong> „Löcher“<br />

brachliegender Kiesgruben vermessen<br />

<strong>und</strong> so bestimmen, wie<br />

viele Tonnen Kies dort hineingekippt<br />

werden müssten, <strong>um</strong> <strong>die</strong>se<br />

aufzufüllen. Auch Abtragungen<br />

für den Bau von Umgehungstrassen<br />

könnte er mittels Drohnenmessung<br />

exakt vorausrechnen.<br />

Ob Fotos, Filme oder Vermessungen:<br />

Damit Sebastian Jahn mit ei-<br />

6 | tassilo


Drohnen-Arbeit über Friedhof <strong>und</strong> Kloster von Bernried.<br />

ner seiner haftpflichtversicherten<br />

Drohnen – der große Oktokopter<br />

misst eine Spannweite von 1,70<br />

Meter, seine kleinste Drohne 40<br />

Zentimeter – in <strong>die</strong> Luft darf, hat<br />

er jede Menge Rechte <strong>und</strong> Pflichten<br />

einzuhalten. Zwischen <strong>April</strong><br />

<strong>und</strong> Oktober 2017 musste jeder<br />

Gewerbliche für Drohnen ab zwei<br />

Kilogramm einen gut 200 Euro<br />

teuren Führerschein (ab 16. Lebensjahr)<br />

bei einer vom Luftfahrtb<strong>und</strong>esamt<br />

anerkannten Stelle<br />

absolvieren. Sebastian Jahn legte<br />

<strong>die</strong>se theoretische Prüfung mit<br />

Themenschwerpunkten Navigation,<br />

Zivil-, Straf- <strong>und</strong> Luftrecht,<br />

Meteorologie, Flugbetrieb sowie<br />

Fachwissen <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> Drohnen in<br />

der Münchner Landeshauptstadt<br />

ab. Darüber hinaus besitzt Sebastian<br />

Jahn für halbjährlich 120 Euro<br />

eine Sondergenehmigung, <strong>die</strong> ihm<br />

erlaubt, auch näher als 100 Meter<br />

an Hochspannungsleitungen,<br />

B<strong>und</strong>esstraßen <strong>und</strong> öffentliche<br />

Gebäude heranzufliegen. Absolute<br />

Tabuzone für jeden Drohnenflieger<br />

sind unter anderem Krankenhäuser<br />

(100 Meter Abstand),<br />

Flughäfen (1,5 Kilometer Abstand),<br />

Unfallstellen, Menschenansammlungen<br />

<strong>und</strong> Gefängnisse. Außerdem<br />

müssen seit Oktober 2017<br />

Drohen von mehr als 250 Gramm<br />

mit einer festangebrachten, hitze-<br />

<strong>und</strong> kältebeständigen Plakette<br />

samt Name <strong>und</strong> Anschrift des<br />

Halters gekennzeichnet sein. „Für<br />

<strong>die</strong> Anbringung ist jeder Drohnenbesitzer<br />

selbst verantwortlich, <strong>die</strong><br />

Schilder aus z<strong>um</strong> Beispiel Al<strong>um</strong>ini<strong>um</strong><br />

kann man unter anderem<br />

online bestellen“, sagt Sebastian<br />

Jahn, der sich vor jedem Flug eine<br />

schriftliche Starterlaubnis vom<br />

jeweiligen G<strong>r<strong>und</strong></strong>stücksbesitzer<br />

genehmigen lassen muss <strong>und</strong> als<br />

Gewerblicher maximal 100 Meter<br />

hochfliegen darf. Bei innerörtlichen<br />

Flügen hat er außerdem <strong>die</strong><br />

örtliche Polizei zu informieren –<br />

<strong>und</strong> zwar 24 St<strong>und</strong>en vor dem<br />

Start.<br />

In Wohngebieten dürfen Drohnen<br />

über 250 Gramm nicht aufsteigen,<br />

schon gar nicht mit film- oder<br />

tonaufnahmefähigem Anhang.<br />

Es sei denn, G<strong>r<strong>und</strong></strong>stückseigentümer<br />

oder Mieter stimmen dem<br />

ausdrücklich zu. Drohnen bis 250<br />

Gramm sind in Wohngebieten<br />

erlaubt. Allerdings ausschließlich<br />

über dem eigenen G<strong>r<strong>und</strong></strong>stück <strong>und</strong><br />

maximal 30 Meter hoch – für Flüge<br />

über Nachbarsg<strong>r<strong>und</strong></strong>stücke ist deren<br />

Genehmigung erforderlich. js<br />

Kiesgrube in 3D (unten), zusammengesetzt aus 100 Luftaufnahmen.<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 7<br />

FRÜHLING<br />

GENIEßEN<br />

ZlEGELElWEG 2<br />

82398 ODERDlNG<br />

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Tel. 0881-927 63 77<br />

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WIR FREUEN UNS AUF SIE


„15 Tage“ von Rosemarie Benke-Bursian<br />

Brandneuer<br />

Tutzing-Krimi<br />

Tutzing | Der knapp 16-jährige Leo<br />

Förster aus Tutzing ist verschw<strong>und</strong>en.<br />

Aus heiterem Himmel. Einfach<br />

weg. Was ist geschehen? Ist<br />

er weggelaufen? Ist ihm etwas zugestoßen?<br />

Sagt sein Fre<strong>und</strong> David<br />

<strong>die</strong> Wahrheit oder verschweigt er<br />

etwas? Und wer ist <strong>die</strong>se geheimnisvolle<br />

Person, mit der Leo sich<br />

angeblich vor seinem Verschwinden<br />

getroffen hat? Gibt es sie überhaupt?<br />

Immer wieder stecken <strong>die</strong><br />

beiden Polizisten Abby <strong>und</strong> Georg<br />

hoffnungslos fest. Je mehr sie über<br />

Leo erfahren, <strong>um</strong>so rätselhafter<br />

erscheint sein Verschwinden. Da<br />

meldet sich ein weiterer Zeuge.<br />

Zwei Wochen voll spannender Ermittlungsarbeit<br />

sind im neuen Tutzing-Krimi<br />

notwendig, bis schließlich<br />

an Tag 15 auch das letzte Rätsel<br />

gelöst ist.<br />

Handlung <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong><br />

Tutzing <strong>und</strong> <strong>die</strong> <strong>Seen</strong><br />

Hauptautorin des Krimis mit dem<br />

passenden Titel „15 Tage“ ist Rosemarie<br />

Benke-Bursian, eigentlich<br />

diplomierte Biologin, <strong>die</strong> aber<br />

schon während ihrer Promotion<br />

das Schreiben intensiviert hatte.<br />

Mittlerweile ist sie freiberufliche<br />

Wirtschaftsjournalistin, Autorin<br />

<strong>und</strong> Verfasserin zahlreicher journalistischer<br />

Texte, Presseartikel sowie<br />

Sachbücher für Fachleute <strong>und</strong> interessierte<br />

Laien aus Naturwissenschaft,<br />

Medizin <strong>und</strong> Ges<strong>und</strong>heit.<br />

Darüber hinaus hat sie zahlreiche<br />

Kurzgeschichten in Zeitschriften<br />

<strong>und</strong> Anthologien veröffentlicht sowie<br />

drei Kinderbücher <strong>und</strong> zwei<br />

Kurzkrimisammlungen verfasst.<br />

Mit Veronika Otto <strong>und</strong> Jonas<br />

Höbenreich haben sich<br />

zwei Schüler aus ihrer seit<br />

2008 bestehenden Kinder-<br />

<strong>und</strong> Jugendschreibwerkstatt<br />

am Tutzing-Krimi<br />

beteiligt. Sie hatten Interesse,<br />

den gesamten Prozess<br />

kennenzulernen, vom<br />

Plotten – dem Ausdenken<br />

der kompletten Handlung<br />

vor dem Verfassen – über Recherchieren,<br />

Schreiben, Überarbeiten<br />

bis hin zur Veröffentlichung. „<strong>Das</strong><br />

Schreiben zu Dritt war eine riesen<br />

Herausforderung <strong>und</strong> Bereicherung<br />

zugleich. Profitiert hat dabei<br />

jeder von uns <strong>und</strong> nicht zuletzt<br />

auch der Krimi“, sagt Benke-Bursian.<br />

Insgesamt dauerte <strong>die</strong> Schreibphase<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> drei Jahre, ehe der<br />

mehr als 500 Seiten starke Roman<br />

bei der Premierenlesung Mitte Februar<br />

in der Buchhandlung Held<br />

vorgestellt wurde. Herausgeber<br />

von „15 Tage“, dessen Handlung<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> Tutzing, Starnberg <strong>und</strong><br />

> > > Bücher-Verlosung<br />

<strong>die</strong> <strong>Seen</strong> spielt, ist der Münchner<br />

Smart & Nett-Verlag.<br />

Der Krimi wird unter anderem im<br />

Rahmen von „La<strong>die</strong>s Crime Nights“,<br />

etwa in München <strong>und</strong> Deggendorf,<br />

vorgestellt. Diese „La<strong>die</strong>s Crime<br />

Nights“ sind eine spezielle Lesung<br />

der „Mörderischen Schwestern“,<br />

Europas größtem Verein deutschsprachiger<br />

Krimiautorinnen, deren<br />

Mitglied <strong>und</strong> Pressesprecherin Rosemarie<br />

Benke-Bursian ist.<br />

Weitere Lesungen in Tutzing <strong>und</strong><br />

Pähl werden folgen <strong>und</strong> auch in<br />

anderen Nachbarorten sind welche<br />

angedacht.<br />

tis<br />

Ihr Regionalmagazin „tassilo“ verlost drei Exemplare des brandneuen<br />

Tutzing-Krimis von Rosemarie Benke-Bursian <strong>und</strong> ihren beiden<br />

Co-Autoren Veronika Otto <strong>und</strong> Jonas Höbenreich. Wer einen der Romane<br />

gewinnen möchte, schickt eine Postkarte mit dem Stichwort<br />

„15 Tage“ an tassilo, Birkland 40, 86971 Peiting. Oder eine E-Mail<br />

an info@tassilo.de. Einsendeschluss ist der 15. <strong>März</strong>. Bitte Absenderadresse<br />

nicht vergessen, da <strong>die</strong> Bücher ihre neuen Besitzer auf<br />

postalischem Weg erreichen. <strong>Das</strong> Los entscheidet, der Rechtsweg ist<br />

ausgeschlossen. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg.<br />

8 | tassilo 8 | tassilo


Auf der Roten Couch<br />

Der Leiter<br />

in der<br />

Leitstelle<br />

Foto: Johann Jilka<br />

Zurück zu den Wurzeln: Eigentlich sitzt Helmut Ochs als Leiter<br />

der Integrierten Leitstelle Oberland im Chefbüro von nebenan.<br />

Z<strong>um</strong> Fotoshooting des Roten Couch-Interviews platzierten<br />

wir ihn vor den Arbeitsplatz eines Disponenten.<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 9


<strong>Weilheim</strong> | Eigentlich wollte Helmut<br />

Ochs nach Fachhochschulreife<br />

<strong>und</strong> Zivil<strong>die</strong>nst stu<strong>die</strong>ren, sich <strong>die</strong><br />

Basis für einen „richtig guten“ Beruf<br />

schaffen. „Doch irgendwie habe<br />

ich den Absprung nicht geschafft“,<br />

sagt der gebürtige Franke rückblickend<br />

– <strong>und</strong> kann sich in <strong>die</strong>ser Sek<strong>und</strong>e<br />

ein Grinsen nicht verkneifen.<br />

Erstens, weil er den Absprung vom<br />

„Notfallhelfer“ gar nicht schaffen<br />

wollte. Und zweitens, weil er trotzdem<br />

Karriere gemacht hat. Und<br />

wie: Rettungsassistent, leitender<br />

Rettungsassistent der Rettungshubschrauberstation<br />

Nürnberg<br />

<strong>und</strong> stellvertretender Leiter der<br />

Rettungsleitstelle Nürnberg, <strong>die</strong><br />

auch für Fürth, Erlangen <strong>und</strong> <strong>die</strong><br />

dort <strong>um</strong>liegenden Landkreise zuständig<br />

ist. Dieser Berufung geht<br />

der heute 65-Jährige noch immer<br />

nach. Zunächst wechselte er als<br />

Leitstellen-Leiter nach Traunstein.<br />

2008 wurde er schließlich z<strong>um</strong><br />

Chef der Integrierten Leitstelle<br />

Oberland berufen. Seither ist er<br />

hauptverantwortlich für eine reibungslose<br />

Notrufabwicklung in<br />

den Landkreisen <strong>Weilheim</strong>-Schongau,<br />

Garmisch-Partenkirchen<br />

<strong>und</strong> Bad Tölz-Wolfratshausen. Im<br />

Interview auf der Roten Couch<br />

erzählt der Vater zweier erwachsener<br />

Kinder von „eingebrannten<br />

Bildern“, ersten Einsätzen mit<br />

dem Rettungshubschrauber <strong>und</strong><br />

maximalen Stress-Tagen in der ILS<br />

Oberland. Außerdem gibt er seinen<br />

Nachfolger bekannt, der bereits in<br />

wenigen Monaten zur Einarbeitung<br />

antritt <strong>und</strong> Einblicke in ein weiteres<br />

Pilotprojekt bekommt. Helmut Ochs<br />

geht z<strong>um</strong> 1. September <strong>2018</strong> in den<br />

wohlver<strong>die</strong>nten Ruhestand.<br />

Herr Ochs, wie viele Menschenleben<br />

retten Sie <strong>und</strong> Ihre Mitarbeiter täglich<br />

durch Ihre Arbeit?<br />

<strong>Das</strong> ist ganz schwer zu sagen. In<br />

erster Linie retten <strong>die</strong> Einsatzkräfte<br />

vor Ort Menschenleben, <strong>die</strong> von<br />

der Leitstelle alarmiert werden.<br />

Im Leitstellenbereich Oberland,<br />

zu dem <strong>die</strong> Landkreise Garmisch-<br />

Hereinspaziert: Helmut Ochs (li.)<br />

empfängt „tassilo“-Redakteur<br />

Johannes Schelle am Eingang der<br />

ILS Oberland.<br />

Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen<br />

<strong>und</strong> <strong>Weilheim</strong>-Schongau<br />

gehören, werden im Jahr <strong>r<strong>und</strong></strong><br />

40 000 Einsätze der Notfallrettung<br />

durchgeführt. Hinzu kommen zahlreiche<br />

Krankentransporte, <strong>die</strong> aber<br />

nicht akut lebensbedrohlich sind.<br />

Ebenso alarmieren wir <strong>die</strong> Berg<strong>und</strong><br />

Wasserrettung. Und dann natürlich<br />

noch das ganze Spektr<strong>um</strong><br />

der Feuerwehr-Einsätze.<br />

Auch bei Stromausfall?<br />

Wir haben ein red<strong>und</strong>antes Stromsystem,<br />

das bei Ausfall des Stromes<br />

auch für längere Zeiträ<strong>um</strong>e einspringt.<br />

Manchmal merken wir in<br />

der Leitstelle gar nicht, wenn <strong>um</strong><br />

uns her<strong>um</strong> kurzzeitig der Strom<br />

ausfällt. Für außergewöhnliche Ereignisse<br />

in der Leitstelle übernimmt<br />

<strong>die</strong> gesamten Aufgaben eine Vertretungsleitstelle.<br />

Die Notrufe <strong>und</strong><br />

auch <strong>die</strong> Funkkommunikation mit<br />

den Einsatzkräften werden dann<br />

in <strong>die</strong> Vertretungsleitstelle geroutet.<br />

Für uns ist das <strong>die</strong> Integrierte<br />

Leitstelle Schweinfurt, wir dagegen<br />

vertreten künftig <strong>die</strong> Integrierte<br />

Leitstelle Donau-Iller in Kr<strong>um</strong>bach.<br />

<strong>Das</strong> wurde im Vorfeld des G7-Gipfels<br />

mit der ILS Schweinfurt getestet<br />

<strong>und</strong> hat gut funktioniert.<br />

<strong>Das</strong> Telefon in der Integrierten Leitstelle<br />

Oberland klingelt vermutlich<br />

häufig?<br />

<strong>Das</strong> stimmt. Notrufe über <strong>die</strong> Notrufn<strong>um</strong>mer<br />

112 sind es pro Tag<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> 260. In etwa nochmal so viele<br />

Anrufe nehmen wir entgegen für<br />

nicht dringliche Krankentransporte,<br />

Auskünfte <strong>und</strong> Nachfragen jeglicher<br />

Art.<br />

Welche Aufgaben haben Sie als Leiter<br />

der ILS Oberland?<br />

Mein Aufgabenspektr<strong>um</strong> ist sehr<br />

breit gefächert. Ich bin verantwortlich<br />

für einen ordnungsgemäßen<br />

Betriebsablauf in der Leitstelle.<br />

Ebenso für Mitarbeitergespräche<br />

<strong>und</strong> den ganzen Bereich der Personalentwicklung.<br />

Ich bin zuständig<br />

für <strong>die</strong> Qualitätssicherung der ILS<br />

Oberland sowie <strong>die</strong> Umsetzung relevanter<br />

Gesetze <strong>und</strong> Vorschriften.<br />

Hinzu kommt <strong>die</strong> Kostenverantwortung.<br />

Und eine enge Zusammenarbeit<br />

mit dem Zweckverband für<br />

Rettungs<strong>die</strong>nst <strong>und</strong> Feuerwehralarmierung,<br />

weiteren Partnern<br />

wie den Feuerwehren, den Kreisverbänden<br />

des Bayerischen Roten<br />

Kreuzes, der Bergwacht, der Wasserwacht,<br />

der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft,<br />

der Luftrettungsstation<br />

an der Unfallklinik<br />

Murnau, den Kliniken ...<br />

Klingt nach viel Abwechslung.<br />

<strong>Das</strong> stimmt. Morgens verschaffe<br />

ich mir im Rahmen eines Jour fixe<br />

(Anm. d. Red.: regelmäßige Besprechung)<br />

mit meinen Mitarbeitern einen<br />

Überblick der Ereignisse sowie<br />

der anstehenden Aufgaben. Meine<br />

Arbeitszeiten sind sehr flexibel,<br />

da ich häufig auch Abendtermine<br />

wahrzunehmen habe oder mehrere<br />

Tage bayernweit bei Arbeitsgruppen<br />

der Integrierten Leitstellen<br />

unterwegs bin. Neben den üblichen<br />

Bürotätigkeiten, wie Bearbeiten der<br />

<strong>um</strong>fangreichen E-Mails, werden<br />

anstehende Projekte vorangetrieben.<br />

Wobei es auch immer wieder<br />

turbulente Tage gibt, an denen <strong>die</strong><br />

vorher geplanten Arbeiten durch<br />

plötzlich auftretende Ereignisse<br />

nicht erledigt werden können.<br />

Für wie viele Mitarbeiter sind Sie<br />

derzeit verantwortlich?<br />

Ich bin verantwortlich für 23 Disponenten,<br />

drei IT-Spezialisten, meinen<br />

Stellvertreter Christoph Fischer<br />

sowie 15 geringfügig Beschäftigte,<br />

<strong>die</strong> für Sonderlagen zur Unterstützung<br />

in der Leitstelle bereitstehen.<br />

Können Sie in einfachen Worten <strong>die</strong><br />

technische Ausstattung der ILS Oberland<br />

beschreiben?<br />

Unsere Technik besteht grob gesagt<br />

aus drei Hauptkomponenten,<br />

<strong>die</strong> allesamt über Schnittstellen<br />

miteinander verb<strong>und</strong>en sind. <strong>Das</strong><br />

Einsatzleitsystem, <strong>die</strong> Telefontechnik<br />

sowie <strong>die</strong> analoge <strong>und</strong> digitale<br />

Funktechnik. Natürlich gibt es noch<br />

eine Reihe anderer technischer<br />

Einrichtungen in der Leitstelle.<br />

Z<strong>um</strong> Beispiel <strong>die</strong> Klimatechnik, Beleuchtungstechnik<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> unterbrechungsfreie<br />

Stromversorgung.<br />

Vor was sitzt der Disponent?<br />

Er sitzt an einem sogenannten<br />

Einsatzleitplatz <strong>und</strong> hat fünf Monitore<br />

vor sich, mit denen von der<br />

Notrufannahme bis zur Einsatzdisposition<br />

das ganze rettungs<strong>die</strong>nstliche<br />

Spektr<strong>um</strong> gesteuert wird. Mit<br />

einem sechsten Monitor wird der<br />

gesamte Bereich der Telefon- <strong>und</strong><br />

Funkkommunikation gemanagt.<br />

Was sind <strong>die</strong> aus Notrufer-Sicht<br />

häufigsten Angaben, <strong>die</strong> vergessen<br />

werden?<br />

Aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> der außergewöhnlichen<br />

Situation <strong>und</strong> der damit oftmals<br />

verb<strong>und</strong>enen Aufgeregtheit der<br />

Notrufer ist <strong>die</strong>ses Spektr<strong>um</strong> sehr<br />

breit gefächert. Es gibt sehr laute<br />

<strong>und</strong> aufgeregte, aber auch völlig<br />

ruhige Anrufer, was aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> der<br />

Geschehnisse am Ereignisort auch<br />

vollkommen verständlich ist. Dann<br />

ist es <strong>die</strong> Kunst des Disponenten,<br />

Empathie zu zeigen, den Notrufer<br />

soweit zu unterstützen, dass er<br />

schnellstmöglich in der Lage ist,<br />

vernünftige Angaben zu machen.<br />

Die fünf W-Fragen sind natürlich<br />

das Wichtigste, sozusagen das<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>handwerkszeug.<br />

Empathie zeigen. Welche Eigenschaften<br />

braucht ein guter Disponent<br />

noch?<br />

Auf den Anrufer eingehen, ruhig<br />

<strong>und</strong> sachlich bleiben, den Überblick<br />

behalten. Da <strong>die</strong> Disponenten<br />

viel Erfahrung haben, kommen sie<br />

mit den unterschiedlichsten Situationen<br />

gut zurecht. <strong>Das</strong> ist in <strong>die</strong>sem<br />

verantwortungsvollen Beruf<br />

ganz entscheidend.<br />

Gibt der Disponent auch Erste-Hilfe-<br />

Anleitungen?<br />

Selbstverständlich werden, abhängig<br />

von der Situation vor Ort, Erste-Hilfe-Maßnahmen<br />

angeboten.<br />

10 | tassilo


Aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> verschiedener Faktoren<br />

an der Notfallstelle funktioniert<br />

das nicht immer. Bei einem Herzstillstand<br />

können z<strong>um</strong> Beispiel Anweisungen<br />

entsprechender Sofortmaßnahmen<br />

jedoch lebensrettend<br />

sein. <strong>Das</strong> Fachwort dazu in der<br />

Leitstelle heißt Telefonreanimation.<br />

Gleichzeitig muss der Disponent den<br />

Rettungs<strong>die</strong>nst informieren.<br />

Aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> des abgefragten Meldebildes<br />

legt der Disponent ein<br />

bestimmtes Schlagwort fest. Für<br />

<strong>die</strong>ses Schlagwort werden <strong>die</strong> geeigneten<br />

Einsatzmittel vom Einsatzleitsystem<br />

ermittelt. Die Regel<br />

besagt: Die erste Wahl ist immer<br />

das schnellste, für das Ereignis geeignete,<br />

zur Verfügung stehende<br />

Rettungsmittel.<br />

Auf wie viele Rettungsmittel können<br />

Sie in Ihrem Zuständigkeitsgebiet,<br />

den drei Landkreisen, zurückgreifen?<br />

Im Bereich des bodengeb<strong>und</strong>enen<br />

öffentlichen Rettungs<strong>die</strong>nstes sind<br />

es 16 Rettungswachen mit 20 Rettungswagen,<br />

10 Notarztstandorte<br />

<strong>und</strong> 17 Krankentransportwagen.<br />

Hinzu kommen 18 Bergwachtbereitschaften,<br />

19 Wasserwachtortsgruppen<br />

<strong>und</strong> zwei Deutsche<br />

Lebens-Rettungs-Gesellschafts-<br />

Ortsgruppen. Ein Rettungshubschrauber,<br />

Standort Unfallklinik<br />

Murnau. Dann gibt es noch diverse<br />

Sondereinrichtungen wie Helfer vor<br />

Ort-Gruppen <strong>und</strong> First-Responder-<br />

Gruppen, Rettungsh<strong>und</strong>estaffeln<br />

<strong>und</strong> Kriseninterventionsteams. Und<br />

natürlich zahlreiche Feuerwehren,<br />

im Leitstellenbereich sind das<br />

141 Freiwillige Feuerwehren <strong>und</strong><br />

drei Werksfeuerwehren <strong>und</strong> das<br />

Technische Hilfswerk. Die genaue<br />

Anzahl der insgesamt zur Verfügung<br />

stehenden Rettungsmittel im<br />

Einsatzleitsystem kann ich spontan<br />

nicht nennen. Es dürften aber gut<br />

1000 Einsatzmittel sein.<br />

Wow. Und das <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>die</strong> Uhr?<br />

Der hauptamtlich organisierte<br />

öffentliche Rettungs<strong>die</strong>nst ist natürlich<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>die</strong> Uhr einsatzbereit.<br />

Selbstverständlich sind<br />

auch <strong>die</strong> Rettungssparten wie<br />

Wasser- <strong>und</strong> Bergrettung, ebenso<br />

<strong>die</strong> Feuerwehren immer alarmierbar.<br />

Klar ist aber auch, dass<br />

bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften<br />

mit diversen Sonderfunktionen<br />

nicht jeden Tag immer von<br />

jetzt auf gleich alles verfügbar ist.<br />

<strong>Das</strong> ist im Ehrenamt gar nicht<br />

möglich.<br />

Worin unterscheiden sich eigentlich<br />

Rettungswagen (RTW) <strong>und</strong> Krankentransportwagen<br />

(KTW)?<br />

Der RTW wird zur medizinischen<br />

Versorgung <strong>und</strong> den Transport<br />

von Notfallpatienten eingesetzt.<br />

Dafür ist er mit entsprechender<br />

notfallmedizinischer Technik ausgestattet.<br />

Der KTW dagegen wird<br />

für disponierbare <strong>und</strong> zeitunkritische<br />

Transporte eingesetzt. Z<strong>um</strong><br />

Beispiel, wenn ein Patient vom<br />

Hausarzt in ein Krankenhaus eingewiesen<br />

wird, oder Patientenheimfahrten<br />

vom Krankenhaus.<br />

Vier bis fünf Disponenten besetzen<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>die</strong> Uhr <strong>die</strong> Telefone in der<br />

ILS Oberland. Reichen <strong>die</strong> aus?<br />

An „normalen“ Tagen schon. Insgesamt<br />

haben wir 15 Plätze zur<br />

Verfügung, <strong>die</strong> z<strong>um</strong> Beispiel während<br />

des G7-Gipfels von Haus aus<br />

durchwegs besetzt waren.<br />

Waren aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> Wetterkapriolen<br />

auch schon alle 15 Plätze besetzt?<br />

<strong>Das</strong> kommt immer wieder vor,<br />

wie bei Sturm „Niklas“ 2015. Auch<br />

bei einem heftigen Unwetter vergangenen<br />

Sommer, das gar nicht<br />

großartig angekündigt war, musste<br />

kurzfristig unser Verstärkungskonzept<br />

aktiviert werden. Auffallend<br />

ist auch, dass bei schönem<br />

Wetter wesentlich mehr passiert,<br />

weil das Freizeitverhalten dann ein<br />

ganz anderes ist. Vom Grillen über<br />

Baden bis z<strong>um</strong> Motorradfahren, da<br />

sind Jung <strong>und</strong> Alt unterwegs, entsprechend<br />

hoch ist auch <strong>die</strong> Gefahr,<br />

dass Unfälle passieren.<br />

An <strong>die</strong>sen Tagen müssen <strong>die</strong> Disponenten<br />

besonders kühlen Kopf<br />

bewahren. Lernen sie das während<br />

der Ausbildung?<br />

Zunächst braucht man für <strong>die</strong> Ausbildung<br />

z<strong>um</strong> Disponenten zwei<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>voraussetzungen: Einmal <strong>die</strong><br />

vollständige Ausbildung z<strong>um</strong> Rettungssanitäter,<br />

früher Rettungsassistenten,<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Feuerwehrausbildung.<br />

Wer <strong>die</strong> kompletten Qualifikationen<br />

nicht mitbringt, hat unter Umständen<br />

trotzdem <strong>die</strong> Möglichkeit<br />

auf eine Disponenten-Ausbildung.<br />

Die fehlende Eignung muss dann<br />

nachgeschult werden. Allerdings<br />

wird sich das in absehbarer Zeit<br />

komplett ändern.<br />

Highlightveranstaltungen im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung<br />

Mai bis November <strong>2018</strong><br />

Freitag, 4. Mai <strong>2018</strong><br />

Kloster Ettal, Festzelt<br />

Sonntag, 6. Mai <strong>2018</strong><br />

Kloster Ettal, Festzelt<br />

25 Jahre Radio Oberland Geburtstagsparty mit Auftritt der bayerischen Rockbands<br />

Gringo Bavaria <strong>und</strong> Die Troglauer<br />

Kartenbestellungen über http://www.radio-oberland.de<br />

Satire-Kabarett mit Helmut Schleich in der Rolle von König Ludwig II.<br />

<strong>und</strong> Franz Josef Strauß<br />

Kartenbestellungen über http://www.gap-ticket.de<br />

WALD, GEBIRG<br />

UND KÖNIGSTRAUM<br />

MYTHOS<br />

BAYERN<br />

Freitag bis Sonntag,<br />

15. bis 17. Juni <strong>2018</strong><br />

Kloster Ettal, verschiedene Orte<br />

Freitag <strong>und</strong> Samstag,<br />

29. <strong>und</strong> 30. Juni <strong>2018</strong><br />

Kloster Ettal, Innenhof<br />

Benediktiner Klassiktage<br />

Symposi<strong>um</strong>, Bläserkonzert, Kammermusik-Konzerte <strong>und</strong> Liedrezital mit dem<br />

Bayerischen Staatsorchester, dem Orchestra of Europe <strong>und</strong> Werken von Wagner,<br />

Mozart, Baretsch, u.a.<br />

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Klassik Open Air Konzerte mit Musik von Richard Strauss <strong>und</strong> Sergej Prokofiev mit<br />

dem Brno Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Alexander Liebreich<br />

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Veranstaltungen in Garmisch-Partenkirchen<br />

Pfingstsonntag 20. Mai <strong>2018</strong><br />

Start Ludwigsstraße<br />

Freitag, 27. Juli <strong>2018</strong><br />

Historischer Festzug in Garmisch <strong>und</strong> Partenkirchen<br />

Streifzug durch <strong>die</strong> Geschichte Bayerns mit 30 Festwägen, Fußgruppen <strong>und</strong> Musikkapellen<br />

Aufführung des Musiktheaters „Der Mond“ von Carl Orff<br />

zur totalen Mondfinsternis unter der künstlerischen Leitung von Christian von Gehren<br />

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BAYERISCHE LANDESAUSSTELLUNG<br />

3. MAI – 4. NOVEMBER <strong>2018</strong><br />

Kloster Ettal, täglich 9 – 18 Uhr // www.hdbg.de<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 11


Wir feiern:<br />

12 | tassilo<br />

Wir freuen uns auf<br />

eine examinierte<br />

Pflegefachkraft<br />

für außerklinische<br />

Intensivpflege<br />

in Peißenberg<br />

Top Konditionen, tolles Team, angenehmes Umfeld,<br />

Fortbildung, betriebl. Zusatzleistungen u.v.m.<br />

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»10 Jahre«<br />

<strong>Weilheim</strong> – Obere Stadt<br />

Inwiefern?<br />

Der Freistaat Bayern wird in absehbarer<br />

Zeit einen eigenständigen<br />

Ausbildungsberuf z<strong>um</strong><br />

Leitstellendisponenten einführen,<br />

den junge Männer <strong>und</strong> Frauen<br />

absolvieren können. Eine ganz<br />

normale Berufsausbildung in Theorie<br />

<strong>und</strong> Praxis über mehrere Jahre.<br />

Heißt: In Zukunft werden auch<br />

an der ILS Oberland Disponenten<br />

ausgebildet, <strong>die</strong> blockweise diverse<br />

Schulungen auch an anderen<br />

Orten besuchen werden. Ab wann<br />

<strong>und</strong> wie genau der neue Ausbildungsberuf<br />

aussieht, müssen <strong>die</strong><br />

Verantwortlichen noch final festlegen.<br />

Begrüßen Sie <strong>die</strong> Einführung der<br />

eigenständigen Ausbildung, oder<br />

fänden Sie das alte System mittels<br />

Anlernen rettungs<strong>die</strong>nsterfahrener<br />

Quereinsteigern besser?<br />

Ich begrüße es. Einmal, weil dadurch<br />

Personalsicherheit geschaffen<br />

wird. Andererseits, weil <strong>die</strong>ses<br />

System der ILS ein hochkomplexes<br />

ist <strong>und</strong> ständig steigende Anforderungen<br />

an <strong>die</strong> Disponenten<br />

stellt, das auch eine <strong>um</strong>fangreiche,<br />

komplett eigene Ausbildung<br />

erfordert.<br />

Mangelt es derzeit an Disponenten?<br />

Sie sind auf jeden Fall gesucht.<br />

Wir haben vor kurzem vier neue<br />

Leute eingestellt, nachdem andere<br />

aufgehört oder krankheitsbedingt<br />

länger ausgefallen sind.<br />

Wobei momentan – wie bekannt –<br />

in fast allen Branchen gute Leute<br />

gesucht werden.<br />

Themawechsel: Sie waren als<br />

noch junger Rettungsassistent Teil<br />

der mit ersten Luftrettung in ganz<br />

Bayern. Erinnern Sie sich noch an<br />

Ihren ersten Einsatz?<br />

An den ersten allein verantwortlichen<br />

Einsatz kann ich mich konkret<br />

nicht erinnern. Aber das war<br />

natürlich unheimlich aufregend<br />

<strong>und</strong> hat schon eine gewisse Zeit<br />

Leitstellen-Leiter Helmut Ochs hat seinen Sinn für ges<strong>und</strong>en H<strong>um</strong>or<br />

nicht verloren — trotz unzähliger prägender Einsätze.<br />

gedauert, bis Routine eingekehrt<br />

ist. Z<strong>um</strong>al ich gleich zur Anfangszeit<br />

einen meiner schwersten Unfälle<br />

überhaupt hatte.<br />

Erzählen Sie.<br />

Damals ist am Nürnberger Hafen<br />

ein Schmelzofen explo<strong>die</strong>rt. Es<br />

gab zig Verletzte <strong>und</strong> wir waren<br />

mit dem Rettungshubschrauber<br />

eines der ersten Einsatzmittel vor<br />

Ort. Dort trafen wir auf sehr viele<br />

Verletzte, darunter schwerstverbrannte<br />

<strong>und</strong> polytra<strong>um</strong>atisierte<br />

Personen. Ich war gerade mal 26<br />

Jahre alt.<br />

Klingt schrecklich.<br />

Ich könnte einige solcher Geschichten<br />

erzählen, z<strong>um</strong> Beispiel<br />

<strong>die</strong> von jenem Samstag, an dem<br />

wir von einem schwersten Verkehrsunfall<br />

z<strong>um</strong> anderen alarmiert<br />

wurden, das waren zwölf<br />

am Stück. Generell gab es in den<br />

1980er Jahren noch viel mehr Verkehrstote<br />

<strong>und</strong> Verletzte als heute.<br />

Bayernweit <strong>r<strong>und</strong></strong> 15 000 im Jahr.<br />

Unglaublich, wie viele Motorradfahrer<br />

damals verunglückten.<br />

Diese Bilder haben sich natürlich<br />

besonders eingebrannt. Früher<br />

haben wir nach den Einsätzen,<br />

<strong>die</strong> komplette Crew, über <strong>die</strong> Ereignisse<br />

vom Tag gequatscht. <strong>Das</strong><br />

hat uns geholfen, das Erlebte zu<br />

verarbeiten.<br />

Behalten Sie auch schöne Momente<br />

aus ihrem 45-jährgen Arbeitsleben<br />

in Erinnerung?<br />

Davon gibt es ganz viele. <strong>Das</strong> fängt<br />

an bei erfolgreichen Reanimationen<br />

bis hin zu Schwerstverletzten,<br />

<strong>die</strong> wieder ges<strong>und</strong> aus dem Krankenhaus<br />

entlassen wurden. Solche<br />

Erfolgserlebnisse geben einem<br />

unglaublich viel zurück. <strong>Das</strong> geht<br />

mir bis heute so. Wenn wir hier in<br />

der Leitstelle mitbekommen, dass<br />

jemand trotz schweren Unfalls<br />

wieder ges<strong>und</strong> aus dem Krankenhaus<br />

entlassen wurde, ist das ein<br />

tolles Gefühl – auch wenn wir in<br />

der ILS nicht <strong>die</strong> Helfer direkt vor<br />

Ort sind.<br />

Ihr bislang chaotischster Tag in der<br />

ILS Oberland?<br />

<strong>Das</strong> war tatsächlich während des<br />

Sturms „Niklas“, als wir innerhalb<br />

kurzer Zeit 1 200 Anrufe reinbekommen<br />

haben. <strong>Das</strong> sind schon<br />

heftige Tage. Und auch <strong>die</strong> Vorbereitungen<br />

für den G7-Gipfel waren<br />

sehr intensiv.<br />

Apropos intensiv. Wie gut sind <strong>die</strong><br />

drei Landkreise <strong>Weilheim</strong>-Schongau,<br />

Bad Tölz-Wolfratshausen <strong>und</strong>


Garmisch-Partenkirchen in Sachen<br />

Rettungssystem aufgestellt?<br />

Es handelt sich stets <strong>um</strong> einen<br />

dynamischen Prozess, weil sich<br />

ständig, vor allem technisch, was<br />

verändert oder neue Möglichkeiten<br />

vorhanden sind. Ob infrastrukturelle<br />

Maßnahmen im Leitstellenbereich<br />

erforderlich sind, wird<br />

regelhaft durch Gutachten überprüft.<br />

Zuständig hierfür ist der<br />

Zweckverband für Rettungs<strong>die</strong>nst<br />

<strong>und</strong> Feuerwehralarmierung. Aktuell<br />

wird unser Gebiet durch das<br />

Institut für Notfallmedizin <strong>und</strong><br />

Medizinmanagement von der Ludwig-Maximilian-Universität<br />

München<br />

begutachtet. <strong>Das</strong> Ergebnis<br />

des Gutachtens dürfte Mitte des<br />

Jahres vorliegen.<br />

Hätten sie einen Wunsch frei, wie<br />

würde <strong>die</strong>ser lauten?<br />

Zunächst kann ich ganz klar sagen,<br />

dass das Rettungssystem in Bayern<br />

gut funktioniert. Im Detail betrachtet<br />

kann man natürlich immer etwas<br />

verbessern. Der technische<br />

Fortschritt schreitet in kürzester<br />

Zeit auch in <strong>die</strong>sem Bereich voran,<br />

<strong>die</strong> Systeme werden ständig weiterentwickelt.<br />

Und klar, mit mehr<br />

Mitarbeitern <strong>und</strong> mehr Rettungsmitteln<br />

lassen sich verschiedene<br />

Parameter wie Hilfsfristen positiv<br />

verändern. Aber das muss natürlich<br />

alles finanzierbar sein. Die<br />

Hilfsfrist beträgt in Bayern zwölf<br />

Minuten Fahrzeit zur Einsatzstelle.<br />

<strong>Das</strong> Gutachten Mitte des Jahres<br />

wird zeigen, ob Handlungsbedarf<br />

besteht.<br />

Sie haben noch gut ein halbes Jahr<br />

bis z<strong>um</strong> Renteneintritt. Was geben<br />

Sie ihrem Nachfolger mit?<br />

Eigentlich möchte ich ihm gar<br />

nichts mitgeben. Jeder muss seinen<br />

eigenen Stil finden, mit den<br />

hier anfallenden Aufgaben <strong>und</strong><br />

Herausforderungen <strong>um</strong>zugehen.<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>sätzlich kann ich nur raten,<br />

offen, transparent, kommunikativ<br />

<strong>und</strong> kooperativ mit den Mitarbeitern<br />

<strong>und</strong> unseren Partnern<br />

<strong>um</strong>zugehen. <strong>Das</strong> sind G<strong>r<strong>und</strong></strong>voraussetzungen,<br />

<strong>die</strong> ich jeder Führungskraft<br />

ans Herz legen kann.<br />

Wer wird denn Ihr Nachfolger?<br />

Michael Meyr aus Fürstenfeldbruck.<br />

Er ist bis jetzt Schichtführer<br />

der ILS Fürstenfeldbruck.<br />

Und wechselt wann genau nach<br />

<strong>Weilheim</strong>?<br />

Herr Meyr wird gegen Mai/Juni für<br />

einen fließenden Übergang in der<br />

ILS Oberland seine Tätigkeit aufnehmen.<br />

Ab dem 1.9.<strong>2018</strong> sind Sie in Rente –<br />

<strong>und</strong> wissen mit Ihrer Zeit nichts<br />

mehr anzufangen?<br />

(lacht) Dann schaue ich in <strong>die</strong> große<br />

Leere… Spaß beiseite. Natürlich<br />

wird das eine große Umstellung,<br />

schließlich war ich 45 Jahre in<br />

<strong>die</strong>sem Bereich tätig <strong>und</strong> immer<br />

mit viel Engagement unterwegs.<br />

<strong>Das</strong> fällt jetzt plötzlich weg. Aber<br />

ich habe schon gewisse Pläne <strong>und</strong><br />

Ideen, <strong>die</strong> ich nach meiner beruflichen<br />

Laufbahn <strong>um</strong>setzen möchte.<br />

Z<strong>um</strong> Beispiel?<br />

Reisen. Ich bin schon als junger<br />

Mensch viel her<strong>um</strong>gereist, von<br />

Afrika bis Skandinavien. Viel mit<br />

Campingwagen, aber auch viel<br />

getrampt. Mal mit Fre<strong>und</strong>en, mal<br />

allein. Der Westen Amerikas hat<br />

mir sehr gut gefallen. Vergangenes<br />

Jahr war ich dort für vier Wochen,<br />

allerdings nur in Kalifornien.<br />

Da möchte ich gerne nochmals hin<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> komplette West-Küste bereisen.<br />

Vielleicht übernehme ich<br />

auch eine ehrenamtliche Aufgabe,<br />

dann aber in einem<br />

anderen Bereich als der<br />

Rettung.<br />

Weitere Hobbys?<br />

Ich bin im Sommer viel<br />

mit dem Fahrrad unterwegs,<br />

auch mal über längere<br />

Strecken. Z<strong>um</strong> Beispiel<br />

von hier in meine fränkische<br />

Heimat. Es kann auch durchaus<br />

möglich sein, dass ich komplett<br />

zurück in meine Heimat gehe.<br />

Wobei es mir bislang überall sehr<br />

gut gefallen hat. Egal ob hier in<br />

<strong>Weilheim</strong>, im Chiemgau oder in<br />

Franken. Mein Bekanntenkreis ist<br />

mittlerweile riesengroß, ich habe<br />

durch meine beruflichen Stationen<br />

viele Fre<strong>und</strong>e gef<strong>und</strong>en.<br />

Werden Sie mit einem lachenden<br />

oder weinenden Auge in Ruhestand<br />

gehen?<br />

Mit beidem. Weinend, weil ich<br />

immer Freude an meiner Arbeit<br />

gehabt habe. Lachend, weil <strong>die</strong><br />

ständige Verantwortung <strong>und</strong> <strong>die</strong><br />

immer stärker werdende Arbeitsverdichtung<br />

wegfällt.<br />

Z<strong>um</strong>indest in gut einem halben<br />

Jahr. Was steht neben der Einarbeitung<br />

Ihres Nachfolgers noch an im<br />

Jahr <strong>2018</strong>?<br />

Wir sind heuer Pilotleitstelle für<br />

digitale Alarmierung. <strong>Das</strong> ist was<br />

komplett Neues, das bei uns noch<br />

im Laufe <strong>die</strong>ses Jahres ausgetestet<br />

wird. Mein letztes Projekt, auf das<br />

ich mich schon freue. Da sind wir<br />

bayernweit <strong>die</strong> Allerersten. War<strong>um</strong><br />

<strong>die</strong> Verantwortlichen wieder<br />

zu uns gekommen sind mit einem<br />

Pilotprojekt, weiß ich ehrlich gesagt<br />

gar nicht. Während der Vorbereitungen<br />

des G7-Gipfels waren<br />

wir schon Vorreiter in Sachen Einführung<br />

des digitalen Funks, was<br />

sehr gut <strong>und</strong> ohne Probleme funktioniert<br />

hat. Vielleicht ist das auch<br />

ein G<strong>r<strong>und</strong></strong>, erneut hier bei uns in<br />

der ILS Oberland ein Pilotprojekt<br />

zu starten. js<br />

Die Weckerle GmbH ist ein weltweit erfolgreich agierendes<br />

<strong>und</strong> expan<strong>die</strong>rendes Familienunternehmen mit Sitz in <strong>Weilheim</strong><br />

<strong>und</strong> Standorten in Peißenberg, Eislingen, der Schweiz,<br />

Frankreich, Italien, Russland, Brasilien, China, In<strong>die</strong>n <strong>und</strong> den<br />

USA. Mit den Geschäftsbereichen Machines <strong>und</strong> Cosmetics ist<br />

das Unternehmen führend in der Herstellung innovativer <strong>und</strong><br />

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Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:<br />

Herrn Dominik Schütz,<br />

Personalleiter<br />

Tel. +49 881 92 93 1126<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 13


Auswirkungen der neuen Düngeverordnung<br />

96.<br />

Tutzinger<br />

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Güllefahren nach<br />

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Dr. Jutta Gospos, Chefärztin Gastroenterolgie<br />

Benedictus Krankenhaus Tutzing<br />

Dr. Frank G<strong>um</strong>pinger, Oberarzt Viszeralchirurgie<br />

Benedictus Krankenhaus Tutzing<br />

Dr. Michael Perker, niedergelassener Hämatologe,<br />

Onkologe, Röntgenstraße 4, <strong>Weilheim</strong><br />

VERANSTALTUNGSORT<br />

Benedictus Krankenhaus Tutzing<br />

Bahnhofstraße 5, 82327 Tutzing<br />

Um Anmeldung wird gebeten unter T 08158 23 - 112.<br />

14 | tassilo<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Auf <strong>die</strong> Frage, wie<br />

oft er Gülle ausfahren müsse, holt<br />

Wolfgang Scholz – Landwirt, BBV-<br />

Kreisobmann <strong>und</strong> stv. BBV-Vorsitzender<br />

von Oberbayern – erst<br />

mal zur allgemeinen Klarstellung<br />

aus: „Wir müssen nicht, wir dürfen,<br />

weil Gülle für uns Landwirte<br />

ein wertvolles Düngemittel ist <strong>und</strong><br />

kein lästiges Übel, wie von vielen<br />

Bürgern in unserer Gesellschaft<br />

angenommen.“ Doch <strong>die</strong>ses „ausfahren<br />

dürfen“ wird den Landwirten<br />

ein immer größerer Dorn im<br />

Auge. G<strong>r<strong>und</strong></strong> ist <strong>die</strong> neue, Mitte<br />

2017 eingeführte, 150 Seiten starke<br />

Düngeverordnung, <strong>die</strong> aufg<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

deutschlandweit erhöhter Nitratwerte<br />

im G<strong>r<strong>und</strong></strong>wasser in einigen<br />

Punkten verschärft wurde. „Dabei<br />

haben wir hier in der Region beste<br />

Trinkwasserqualitäten“, sagt<br />

Wolfgang Scholz, der sich wie<br />

alle anderen Landwirte auch mit<br />

mehr Papierkram her<strong>um</strong>schlagen<br />

muss, noch mehr Geld in <strong>die</strong><br />

Hand nehmen muss <strong>und</strong> in seiner<br />

Arbeit noch eingeschränkter ist.<br />

Streitthema N<strong>um</strong>mer eins: <strong>die</strong><br />

Sperrfrist. Vom ersten November<br />

bis 31. Januar dürfen Landwirte<br />

keine Gülle mehr ausfahren. Die<br />

Begründung: Da im Winter ohnehin<br />

nichts wächst, muss auch nicht<br />

gedüngt werden. Zwar kann <strong>die</strong>se<br />

Sperre <strong>um</strong> zwei oder vier Wochen<br />

landkreisweit nach hinten verschoben<br />

werden, was Wolfgang<br />

Scholz im Sinne hiesiger Landwirte<br />

z<strong>um</strong>indest für Grünflächen<br />

getan hat, „weil wir im Spätherbst<br />

meistens gutes Wetter z<strong>um</strong> Gülle<br />

Ausfahren haben“. Doch <strong>die</strong> Sperrdauer<br />

von drei Monaten am Stück<br />

muss definitiv eingehalten werden.<br />

<strong>Das</strong>s Wolfgang Scholz <strong>und</strong> alle anderen<br />

Nutztierhalter <strong>die</strong> Fütterung<br />

währenddessen nicht einstellen,<br />

Kühe, Jungvieh <strong>und</strong> Kälber trotzdem<br />

Gülle produzieren <strong>und</strong> das<br />

Lager irgendwann voll sein könnte,<br />

scheint <strong>die</strong> Verantwortlichen hinter<br />

der Düngeverordnung wenig zu interessieren.<br />

Ein weiteres Szenario:<br />

Schnee, Frost oder zu viel Nässe in<br />

den Tagen <strong>und</strong> Wochen nach der<br />

Sperrfrist. Bei <strong>die</strong>sen Bedingungen<br />

darf g<strong>r<strong>und</strong></strong>sätzlich keine Gülle ausgefahren<br />

werden, weil der Boden<br />

an <strong>die</strong>sen Tagen nicht aufnahmefähig<br />

ist. Was also tun, wenn <strong>die</strong><br />

Grube in Zeiten des Gülle-Verbots<br />

voll wird? „Auf gar keinen Fall ausfahren,<br />

sonst mache ich mich straf-<br />

Ab 2025 ist ausschließlich <strong>die</strong> sogenannte Schleppschlauchtechnik<br />

erlaubt. Die meisten Landwirte müssen bald <strong>um</strong>rüsten.


Milbenstopp<br />

biologisch wirksam durch Auszüge der<br />

Ölessenzen von Zitrone, Lavendel <strong>und</strong> Eukalyptus<br />

Hoch <strong>und</strong> weit nach oben<br />

spritzen ist nicht mehr<br />

erlaubt, weil so zuviel Ammoniak<br />

in <strong>die</strong> Luft gerät.<br />

bar“, sagt Wolfgang Scholz, der<br />

an <strong>die</strong>ser Stelle zwei Alternativen<br />

vorschlägt: „Entweder miete ich<br />

mir Lagerkapazitäten an, oder ich<br />

fahre sie an eine Biogasanlage <strong>und</strong><br />

lasse sie vergären.“ Beide Varianten<br />

kosten Geld. Dabei herrschen,<br />

Stichwort „milde Winter“, während<br />

der Sperrfrist immer häufiger<br />

optimale Bedingungen z<strong>um</strong> Gülle<br />

Ausfahren.<br />

Z<strong>um</strong> Zukauf von<br />

Dünger verdammt<br />

Ein weiteres Streitthema ist der<br />

vorgeschriebene Stickstoffgehalt<br />

von maximal 170 Kilogramm pro<br />

Hektar <strong>und</strong> Jahr. Stickstoff ist der<br />

mit wichtigste Dünger für rasch<br />

wachsendes, nährstoffreiches Gras<br />

oder Getreide. Wer z<strong>um</strong> Beispiel<br />

wertvolle Obergräser anbaut,<br />

braucht für optimales Wachst<strong>um</strong><br />

mehr als 300 Kilogramm Stickstoff<br />

pro Hektar <strong>und</strong> Jahr. Heißt für den<br />

Landwirt: Obwohl er genug eigenen<br />

Dünger in Form von Gülle zur<br />

Verfügung hätte, darf er nur <strong>die</strong>se<br />

maximal 170 Kilogramm anbringen<br />

– <strong>und</strong> muss sich <strong>die</strong> restlichen 130<br />

Kilogramm in Form von Mineralstoffen<br />

hinzukaufen. „Mit <strong>die</strong>ser<br />

Regelung unterstützt <strong>die</strong> Regierung<br />

ein Konjunkturprogramm der<br />

Kunstdüngerindustrie <strong>und</strong> zieht<br />

uns Landwirten dadurch noch<br />

mehr Geld aus der Tasche“, sagt<br />

ein sichtlich verärgerter Wolfgang<br />

Scholz. Er selbst baut unter anderem<br />

Weidelgras an, das gehaltvollste<br />

Gras überhaupt, das sogar<br />

400 Kilogramm Stickstoffgehalt<br />

für optimales Wachst<strong>um</strong> bräuchte.<br />

„Den Bedarf könnte ich nahezu<br />

komplett selbst decken.“ Aber er<br />

darf nicht.<br />

Ähnlich verärgert ist Wolfgang<br />

Scholz in Sachen vorgeschriebener<br />

Technik am Güllefass. Hoch<br />

<strong>und</strong> weit nach oben spritzen darf<br />

Gülle schon lange nicht mehr, weil<br />

dadurch zu viel klimaschädliches<br />

Ammoniak in <strong>die</strong> Luft gerät. So<br />

weit so gut. Die derzeit erlaubten<br />

Streugeräte namens Möscha<br />

oder Schwanenhals spritzen nach<br />

unten <strong>und</strong> zur Seite <strong>und</strong> seien in<br />

Scholz‘ Augen, vor allem was <strong>die</strong><br />

Pflanzendüngung angeht, nahezu<br />

optimal. Ab 2025 aber sind auch<br />

<strong>die</strong>se Techniken nicht mehr erlaubt,<br />

stattdessen nur noch <strong>die</strong><br />

sogenannte Schleppschlauchtechnik<br />

– viele, aneinandergereihte<br />

Schläuche, <strong>die</strong> Gülle so bodennah<br />

wie möglich anbringen. „Erste<br />

Resultate haben gezeigt, dass<br />

<strong>die</strong>ses Injektionsverfahren für das<br />

Pflanzen-Wachst<strong>um</strong> nicht optimal<br />

ist.“ Dennoch sind Landwirte dazu<br />

verpflichtet, ihre Güllefässer <strong>die</strong><br />

kommenden zwei Jahre <strong>um</strong>zurüsten<br />

oder gleich neue zu kaufen.<br />

Nicht immer mit<br />

Natur vereinbar<br />

Am liebsten würde Scholz selbst<br />

entscheiden, wann er an welcher<br />

Stelle wie viel Gülle auszubringen<br />

hat. „Weil <strong>die</strong> Düngeverordnung in<br />

vielen Punkten bei weitem nicht<br />

immer im Sinne der Natur <strong>um</strong>setzbar<br />

ist“, sagt er. Je nach Region,<br />

Witterung <strong>und</strong> Bodenkultur seien<br />

Äcker <strong>und</strong> Wiesen unterschiedlich<br />

zu behandeln. Ein Feld im moränenlandschaftsgeprägten<br />

Oberbayern<br />

sei ganz anders zu düngen<br />

als <strong>die</strong> Ebenen im flachen Norden<br />

oder Osten der Republik. „Ein guter<br />

Landwirt weiß das.“ Allein deshalb,<br />

weil in aller Regelmäßigkeit,<br />

mindestens alle fünf Jahre, alle<br />

seine Böden beprobt werden. „So<br />

wissen wir genau, welches Feld<br />

bei welchem Gras oder Getreide<br />

wie viel Stickstoffgehalt für optimales<br />

Wachst<strong>um</strong> braucht.“ Wer<br />

seine Gülle nach <strong>die</strong>sen Werten<br />

ausfährt, verschmutzt kein G<strong>r<strong>und</strong></strong>wasser.<br />

Doch darauf möchte sich<br />

der Staat offensichtlich nicht verlassen.<br />

Die Düngeverordnung gilt<br />

für alle gleich, egal ob in Oberbayern<br />

oder Ostfriesland.<br />

Gülle ist ein<br />

guter Dünger<br />

Hinter den immer strengeren <strong>und</strong><br />

mehr werdenden Vorschriften erkennt<br />

Wolfgang Scholz „eine politische<br />

Dynamik, mit der Angst<br />

geschürt wird“. <strong>Das</strong> überträgt<br />

sich auch auf <strong>die</strong> sensibilisierte<br />

Gesellschaft, „<strong>die</strong> sich in einer<br />

naturfremden Welt zusehends zurück<br />

zu den natürlichen Wurzeln<br />

sehnt <strong>und</strong> sich w<strong>und</strong>ert, dass wir<br />

Landwirte inzwischen auch mit<br />

topmodernen Maschinen <strong>und</strong> Mitteln<br />

arbeiten“. Zudem lästert der<br />

Spaziergänger über den „Gestank<br />

der Gülle“, <strong>die</strong> Ursache für den<br />

seit jeher bescheidenen Ruf des<br />

Landwirtes? „Ruhe bewahren, geduldig<br />

sein <strong>und</strong> den Leuten immer<br />

wieder versuchen zu erklären,<br />

war<strong>um</strong> wir Gülle ausfahren <strong>und</strong><br />

wie wichtig sie für uns als Dünger<br />

ist.“ Abgesehen davon stinkt Gülle<br />

ohnehin nur dann, wenn <strong>die</strong> Konsistenz<br />

nicht stimmt, oder sie z<strong>um</strong><br />

falschen Zeitpunkt ausgebracht<br />

wird. Wolfgang Scholz mischt ganz<br />

bewusst ein wenig Regenwasser<br />

bei. Und fährt seine Gülle im Idealfall<br />

wann aus? „Bei Temperaturen<br />

unter 20 Grad <strong>und</strong> leichtem Nebel<br />

direkt über dem Boden.“ Deshalb<br />

rücken Landwirte speziell im heißen<br />

Hochsommer bevorzugt in<br />

den kühleren Nächten mit Bulldog<br />

<strong>und</strong> Güllefass aus. js<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 15<br />

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Starnberg | Manchmal kehren<br />

<strong>die</strong> angehenden Pioniertaucher<br />

von ihrer Mittagspause zurück<br />

<strong>und</strong> stoßen auf Zivilisten. „Die<br />

schwimmen vom Ufer auf unser<br />

Hausboot <strong>und</strong> unterschätzen, wie<br />

weit <strong>die</strong> Strecke ist“, erzählt Oliver<br />

Suttner, der in solchen Fällen ein<br />

Auge zudrückt, den Schwimmern<br />

<strong>die</strong> notwendige Erholung gönnt<br />

<strong>und</strong> sie erst dann zurück ins Wasser<br />

bittet. Denn eigentlich haben<br />

Einheimische <strong>und</strong> Touristen nichts<br />

zu suchen auf der Fähre, <strong>die</strong> einzig<br />

<strong>und</strong> allein der Ausbildung von<br />

Pionier- <strong>und</strong> Kampfmittelabwehrtauchern<br />

<strong>die</strong>nt, nur in Ausnahmefällen<br />

auch THW, Feuerwehr<br />

<strong>und</strong> Polizei zur Verfügung gestellt<br />

wird. Auch Segler halten sich selten<br />

daran, den vorgeschriebenen<br />

Mindestabstand von 50 Metern<br />

einzuhalten. Einige, weil sie ihr<br />

Boot nicht so recht im Griff haben.<br />

Andere aus purer Neugier.<br />

Stabsfeldwebel Oliver Suttner,<br />

43, ist Ausbilder am Taucherausbildungszentr<strong>um</strong><br />

der Deutschen<br />

B<strong>und</strong>eswehr in Starnberg-Percha.<br />

Jeden Morgen macht er sich mit einer<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> 30-köpfigen Gruppe junger<br />

Zeitsoldaten auf den Weg z<strong>um</strong><br />

beschaulichen Hafen <strong>und</strong> legt <strong>um</strong><br />

Punkt 7.15 Uhr mit einem der beiden<br />

Hausboote, genannt Taucherfähre,<br />

ab. Die wird nun an einer<br />

für <strong>die</strong> jeweilige Übung optimalen<br />

Stelle mitten auf dem Starnberger<br />

See verankert, steht dort den<br />

ganzen Tag über <strong>und</strong> wird erst<br />

am Abend wieder motorbetrieben<br />

zurück in den Hafen gefahren. Für<br />

<strong>die</strong> Mittagspause in der großen<br />

Mit <strong>die</strong>sem Transportboot fahren <strong>die</strong> Pioniertaucher z<strong>um</strong> Hausboot.<br />

Kantine auf dem Basisgelände<br />

werden <strong>die</strong> Taucher-Azubis von<br />

Kollegen abgeholt, nach Speis <strong>und</strong><br />

Trank wieder hinausgefahren – <strong>die</strong><br />

kurze Fahrt mit dem tarnfarbenen<br />

Motorboot ist wesentlich flotter als<br />

<strong>die</strong> Tauchgänge am Unterg<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

des Sees.<br />

Getaucht wird<br />

auch im Winter<br />

So auch an <strong>die</strong>sem wechselwolkigen<br />

Dienstag Ende Januar, an<br />

dem weit <strong>und</strong> breit keine verirrten<br />

Schwimmer <strong>und</strong> Segler zu sehen<br />

sind, weil Wasser- <strong>und</strong> Außentemperatur<br />

nicht wirklich wassersportfre<strong>und</strong>lich<br />

sind zu <strong>die</strong>ser<br />

Jahreszeit. „An der Oberfläche<br />

dürften wir heute <strong>um</strong> <strong>die</strong> sieben<br />

Grad, in der Tiefe <strong>r<strong>und</strong></strong> vier Grad<br />

haben“, sagt Oliver Suttner. Den<br />

Pioniertauchern macht <strong>die</strong> kalte<br />

Wassertemperatur nichts aus,<br />

weil sie bestens eingepackt sind<br />

in Trockentauchanzug <strong>und</strong> Vollgesichtsmaske.<br />

„Bei kühlen Außentemperaturen<br />

ist es sogar noch<br />

angenehmer für uns, weil wir mit<br />

relativ konstanter Körpertemperatur<br />

ins Wasser steigen, was im<br />

Hochsommer trotz Funktionsunterwäsche<br />

nicht wirklich der Fall<br />

ist.“ Hinterg<strong>r<strong>und</strong></strong>: In der Tiefe des<br />

Sees ist <strong>die</strong> Wassertemperatur<br />

Sommer wie Winter konstant, beträgt<br />

in etwa immer <strong>um</strong> <strong>die</strong> vier<br />

Grad Celsius.<br />

Luft bekommen <strong>die</strong> Taucher über<br />

einen langen Schlauch, der mit<br />

auf dem Hausboot angebrachten<br />

Atemluft-Flaschen verb<strong>und</strong>en ist.<br />

Atemluft? „Wir tauchen maximal<br />

50 Meter tief. Dort ist der Druck<br />

noch nicht ganz so stark, sodass<br />

wir ohne künstlichen Sauerstoff,<br />

stattdessen mit Atemluft auskommen“,<br />

sagt Suttner. Ein weiterer<br />

Vorteil: Dank Vollgesichtsmaske<br />

können <strong>die</strong> Taucher frei atmen<br />

<strong>und</strong> sprechen, da sie keinen Stöpsel<br />

im M<strong>und</strong> haben. Verb<strong>und</strong>en<br />

mit einer Telefonleitung, <strong>die</strong> <strong>um</strong><br />

den Atemluft-Schlauch gewickelt<br />

ist, kommunizieren <strong>die</strong> Taucher<br />

während der Unterwasser-Übungen<br />

mit ihren Partnern oben an<br />

Deck, <strong>die</strong> wieder<strong>um</strong> mit Headset<br />

ausgestattet sind. „Heute simulieren<br />

wir <strong>die</strong> Reparatur eines<br />

leckenden Schiffes“, sagt Suttner.<br />

Genaugenommen sollen <strong>die</strong> Azu-<br />

Die Taucherfähre z<strong>um</strong> Üben wird über Nacht in den Hafen gefahren.<br />

16 | tassilo


Endlich geschafft: Ein Helmtaucher<br />

nach zweistündiger Übung.<br />

bis eine größere, löchrige Stahlplatte<br />

mit einer kleineren, dichten<br />

Stahlplatte mithilfe eines hydraulikbetriebenen<br />

Nietwerkzeugs flicken<br />

– alles unter Wasser.<br />

Handwerker<br />

unter Wasser<br />

Schweißen, sägen, flexen, bohren,<br />

hämmern oder Hindernisse<br />

sprengen, <strong>Seen</strong> <strong>und</strong> Flüsse auf<br />

Tiefe, Stromstärke oder Waffen<br />

erk<strong>und</strong>en – all das sind Aufgaben<br />

eines Pionier- oder Kampfmittelabwehrtauchers,<br />

<strong>die</strong> auch<br />

als Handwerker unter Wasser<br />

bezeichnet werden, hierfür jede<br />

Menge Spezialwerkzeuge zur Verfügung<br />

haben. <strong>Das</strong> Rüstzeug <strong>die</strong>ser<br />

verantwortungsvollen Aufgabe<br />

lernen <strong>die</strong> jungen Soldaten nicht<br />

nur am <strong>und</strong> im Starnberger See.<br />

Schwimmhalle <strong>und</strong> Tauchtopf in<br />

Havelberg (Sachsen-Anhalt) sowie<br />

Sprengsee in Havelberg-Nitzow<br />

sind zwei weitere Ausbildungsstandorte<br />

für <strong>die</strong>sen speziellen<br />

Beruf. Außerdem fahren <strong>die</strong> Azubis<br />

von Starnberg-Percha regelmäßig<br />

an <strong>um</strong>liegende Flüsse wie<br />

Lech, Amper oder Isar, <strong>um</strong> Unter-<br />

Wasser-Arbeiten bei starker Strömung<br />

– <strong>und</strong> damit noch schlechterer<br />

Sicht – zu trainieren.<br />

Dafür geeignet sind nur ausgewählte<br />

Personen. Sie müssen<br />

sportlich fit, furchtlos <strong>und</strong> handwerklich<br />

geschickt sein, sich einer<br />

ärztlichen Untersuchung unterziehen<br />

<strong>und</strong> einen speziellen Einstellungstest<br />

in Kiel bestehen. Wer<br />

<strong>die</strong>se Hürden erfolgreich meistert,<br />

darf in Sachen Kraft <strong>und</strong> Kondition<br />

nicht nachlassen. Leichtere Arbeiten<br />

erledigt der Schwimmtaucher,<br />

der sich mit Flossen fortbewegt.<br />

Schwere Arbeiten wie das Betonieren<br />

eines Brückenf<strong>und</strong>aments<br />

dagegen erledigt der sogenannte<br />

Helmtaucher, der nicht mit Flossen,<br />

sondern Stahlschuhen ins<br />

Wasser gelassen wird – <strong>die</strong>se Form<br />

des Zusatzgewichtes verhindert<br />

ungewünschten Auftrieb <strong>und</strong> hält<br />

auch starken Strömungen stand.<br />

Stahlschuhe für<br />

besseren Halt<br />

„Beide zusammen wiegen 15<br />

Kilo“, sagt Suttner in <strong>die</strong>sem Moment,<br />

als einer der Pioniertaucher<br />

nach knapp zwei St<strong>und</strong>en Unter-<br />

Wasser-Übung wieder ges<strong>und</strong><br />

<strong>und</strong> munter, aber sichtlich erschöpft,<br />

über <strong>die</strong> Treppe auf <strong>die</strong><br />

Fähre steigt. Zwei Kameraden eilen<br />

zur Entrüstung herbei. Damit<br />

er sich <strong>und</strong> <strong>die</strong> schwere Ausrüstung<br />

überhaupt zurück ans Deck<br />

der Taucherfähre geschafft hat,<br />

half ihm ein dickes Tau, das wie<br />

Atemschlauch <strong>und</strong> Telefonleitung<br />

mit ihm im Starnberger See war –<br />

<strong>und</strong> dem Zeitsoldaten zu sicherem<br />

Auftauchen verhalf.<br />

Überhaupt wird das Thema Sicherheit<br />

großgeschrieben bei den<br />

Pioniertauchern, <strong>die</strong> <strong>die</strong>sbezüglich<br />

bestens aufgestellt <strong>und</strong> ausgestattet<br />

sind. „Mit an Bord sind<br />

immer ein Arzt sowie ein Arztgehilfe“,<br />

sagt Suttner, der im Notfall<br />

auch selbst als erfahrener Taucher<br />

ins Wasser geht. Darüber hinaus<br />

steht auf dem Basis-Gelände des<br />

TAZ Percha eine Druckkammer.<br />

Die wird im Falle der klassischen,<br />

lebensbedrohlichen Taucherkrankheit<br />

gebraucht, verursacht<br />

durch zu schnelles Auftauchen.<br />

Der vor wenigen Minuten aufgetauchte<br />

Helmtaucher hat keinerlei<br />

ges<strong>und</strong>heitlichen Probleme,<br />

weil er <strong>die</strong> maximale Auftauchgeschwindigkeit<br />

von zehn Metern<br />

pro Minute vorbildlich eingehalten<br />

hat. Was er allerdings braucht:<br />

eine ordentliche Stärkung. Pünktlich<br />

auf 12 Uhr fährt <strong>die</strong> Crew mit<br />

dem tarnfarbenen Motorboot<br />

zurück zur Basis. <strong>Das</strong> Hausboot<br />

lassen sie abgesperrt zurück, ehe<br />

es am Nachmittag in <strong>um</strong>gekehrter<br />

Konstellation mit den Übungen<br />

weitergeht. Dick eingepackt in Trockentauchanzug,<br />

Vollgesichtsmaske<br />

<strong>und</strong> Stahlschuhen.<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 17


Am 17. <strong>März</strong> ist St. Patrick’s Day<br />

Grün, soweit<br />

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Murnau I Am 17. <strong>März</strong> erstrahlt<br />

<strong>die</strong> Welt in Grün: Grüne Klamotten,<br />

grünes Bier <strong>und</strong> in Chicago<br />

wird gar der Fluss alljährlich<br />

mittels Farbstoff grün eingefärbt.<br />

Die Rede ist vom St. Patrick’s Day,<br />

einem der höchsten Feiertage<br />

Irlands. <strong>Das</strong>s sich der Tag in den<br />

letzten Jahren auch außerhalb<br />

der „Grünen Insel“ immer größerer<br />

Beliebtheit erfreut, liegt<br />

einerseits an den Millionen ausgewanderten<br />

Iren weltweit. Anderseits<br />

ist es der voranschreitenden<br />

Globalisierung zuzuschreiben<br />

<strong>und</strong> ganz nebenbei mittlerweile<br />

ein multinationales Fest. Dabei<br />

wissen sicherlich nicht alle Feierwütigen,<br />

was an St. Patrick’s Day<br />

eigentlich genau gefeiert wird.<br />

Der St. Patrick’s Day ist der Gedenktag<br />

des irischen Bischofs Patrick,<br />

dem Schutz- <strong>und</strong> Nationalheiligen<br />

der Iren. Er gilt als erster<br />

christlicher Missionar in Irland,<br />

bekehrte <strong>die</strong> Iren im fünften Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

z<strong>um</strong> Christent<strong>um</strong>. Auch<br />

heute noch ranken sich <strong>um</strong> den<br />

Bischof einige Legenden <strong>und</strong> Mythen,<br />

nur wenige Fakten über den<br />

Heiligen gelten als gesichert. So<br />

sind weder Geburts- noch Sterbedat<strong>um</strong><br />

genau bekannt, wobei das<br />

Dat<strong>um</strong> des 17. <strong>März</strong> für Patricks<br />

Tod erstmals im siebten Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

auftaucht.<br />

Gefeiert wird auf der<br />

ganzen Welt<br />

Es gibt sogar einige Historiker<br />

<strong>und</strong> Wissenschaftler, <strong>die</strong> davon<br />

ausgehen, dass in der Figur des<br />

St. Patrick, wie er heute verehrt<br />

wird, zwei oder mehrere Personen<br />

zusammenfließen.<br />

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Der 17. <strong>März</strong> ist in der Republik<br />

Irland, in Nordirland, im britischen<br />

Überseegebiet Montserrat<br />

sowie in der kanadischen Provinz<br />

Neuf<strong>und</strong>land ein gesetzlicher Feiertag,<br />

wird allerdings weltweit<br />

von Iren, irischen Emigranten<br />

<strong>und</strong> in den letzten Jahren auch<br />

zunehmend von Nicht-Iren gefeiert.<br />

In Dublin <strong>und</strong> vielen anderen<br />

irischen Städten wie Cork oder<br />

Limerick gibt es große Paraden<br />

<strong>und</strong> weitere Aktionen, <strong>die</strong> den<br />

St. Patrick’s Day zu einem bunten<br />

– vor allem grünen – Volksfest<br />

machen. Auch außerhalb Irlands,<br />

etwa in München, New York, Boston,<br />

Chicago, Manchester oder<br />

London, gibt es große Paraden.<br />

Nach den Umzügen gehen <strong>die</strong><br />

Feierlichkeiten meist traditionell<br />

in einem Pub weiter.<br />

Guiness, Snake Bite<br />

<strong>und</strong> Trifle<br />

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Und auch im <strong>Tassilo</strong>and erfreut sich<br />

der Feiertag zunehmender Beliebtheit.<br />

Konzerte, Live-Events –<br />

immer mehr Veranstalter springen<br />

auf den St. Patrick’s Day-<br />

Zug auf. Ganz traditionell geht<br />

es hingegen in der „Kneip’n“ in<br />

Murnau zu, einem der wenigen<br />

Irish Pubs der Region, auch wenn<br />

der Name <strong>die</strong>s nicht auf den ersten<br />

Blick verrät. „Wir haben das<br />

W<br />

S<br />

o<br />

18 | tassilo<br />

An St. Patrick's Day am 17. <strong>März</strong><br />

dürfte <strong>die</strong> „Kneip'n“ voll werden.<br />

Auch wenn auf Live-Musik<br />

bewusst verzichtet wird.


In der „Kneip'n“ dürfte für jeden Gast etwas dabei sein.<br />

ganze Jahr über immer wieder<br />

Live-Musik, deshalb verzichten<br />

wir heuer an St. Patrick’s Day darauf“,<br />

sagt Andrea Glas, Inhaberin<br />

der „Kneip’n“. Auf ein landestypisches<br />

Guiness oder Snake Bite,<br />

ein Mixgetränk aus Cider, Bier<br />

<strong>und</strong> Fruchtsirup, müssen ihre<br />

Gäste allerdings nicht verzichten.<br />

Selbstverständlich wird auch<br />

irische Musik aus den Lautsprechern<br />

tönen <strong>und</strong> entsprechende<br />

Dekoration das irische Flair noch<br />

unterstreichen. 1979 ist <strong>die</strong> gebürtige<br />

Engländerin Andrea Glas<br />

nach Deutschland gekommen.<br />

Nach erfolgreich absolvierter<br />

Hotelfachschule hatte sie lange<br />

Zeit ein Restaurant in Murnau gepachtet,<br />

ehe sie über Umwege vor<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> zwei Jahren <strong>die</strong> „Kneip’n“<br />

übernommen hat. Dem allgemeinen<br />

Kneipensterben, wie es in<br />

ländlichen Regionen seit einiger<br />

Zeit zu beobachten ist, versucht<br />

sie durch Aktionen wie „La<strong>die</strong>s<br />

Nights“ oder eben Live-Musik-<br />

Abenden entgegenzuwirken.<br />

An St. Patrick’s Day zu ihren Kinderzeiten<br />

erinnert sich Andrea<br />

Glas – beide Elternteile sind irischer<br />

Abstammung – nur mehr<br />

schemenhaft. Meist ging es mit<br />

der Familie in einen sogenannten<br />

„Irishmen’s Working Club“. Alle<br />

waren grün gekleidet <strong>und</strong> irische<br />

Tänze standen im Vorderg<strong>r<strong>und</strong></strong>.<br />

„Mittlerweile geht es ja mehr<br />

<strong>um</strong>s Trinken“, sagt sie schmunzelnd,<br />

wohlwissend, dass es für<br />

sie als Pub-Inhaberin schlechtere<br />

Voraussetzungen gibt. <strong>Das</strong>s es jedoch<br />

häufig auch an St. Patrick’s<br />

Day, wie etwa bei Junggesellenabschieden<br />

oder Halloween,<br />

übertrieben wird, bedauert sie<br />

dennoch.<br />

Trend seit knapp zehn<br />

Jahren auch in der Region<br />

Kulinarisch erinnert sich Andrea<br />

Glas neben grünem Wackelpudding<br />

vor allem an Trifle,<br />

eine Süßspeise, bestehend aus<br />

mehreren Schichten Creme, Obst<br />

oder Marmelade, Biskuitkuchen<br />

<strong>und</strong> Schlagsahne. An St. Patrick’s<br />

Day selbstverständlich in Orange,<br />

Weiß <strong>und</strong> Grün, den Farben der<br />

irischen Nationalflagge. Die Tradition<br />

des Feierns am 17. <strong>März</strong> ist<br />

erst in den vergangenen Jahren in<br />

Deutschland angekommen, wie<br />

auch Andrea Glas bestätigt: „Ich<br />

kann mich nicht erinnern, dass<br />

wir St. Patrick’s Day gefeiert haben,<br />

als ich Ende der Siebzigerjahre<br />

nach Deutschland kam.“<br />

Vor knapp zehn Jahren, so schätzt<br />

sie, hat der Trend auch im <strong>Tassilo</strong>land<br />

Einzug gehalten. Wer<br />

<strong>die</strong>sen heuer ganz traditionell<br />

begehen möchte, ist herzlich in<br />

<strong>die</strong> „Kneip’n“ eingeladen. Dresscode?<br />

Bestenfalls ganz in Grün. tis<br />

Typisch Irisch: Die Inneneinrichtung<br />

der „Kneip'n“ versprüht<br />

tradionelles Flair von der Grünen<br />

Insel. Auf der Getränkekarte<br />

stehen neben diversen Gins auch<br />

das bekannte Guiness sowie<br />

Snake Bite, ein Mixgetränk aus<br />

Bier, Cider <strong>und</strong> Fruchtsirup.<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 19<br />

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Kristina Schuster spielt Fußball in North Carolina<br />

Vom Tiefenbach nach Übersee<br />

Polling / North Carolina | Kristina<br />

Schuster aus Polling lebt seit 2016<br />

in den USA. Genauer gesagt in<br />

Raleigh, einer knapp 500000-Ein-<br />

wohner-Stadt in North Carolina.<br />

Die 20-Jährige stu<strong>die</strong>rt dort an<br />

der North Carolina State University<br />

(NCSU) im vierten Semester<br />

Business Administration mit dem<br />

Fokus auf Accounting, also Buchhaltung.<br />

Die Türen für das Studi<strong>um</strong><br />

inklusive Vollstipendi<strong>um</strong><br />

– sie muss<br />

keine Stu<strong>die</strong>ngebühren<br />

bezahlen<br />

– öffneten ihr<br />

ihre sportlichen Talente. Sie spielt<br />

dort für das College-Fußballteam<br />

„Wolfpack“. Ihre Karriere begann<br />

einst beim SV Polling, wo sie als<br />

kleines Mädchen mit dem Kicken<br />

begann. Mit 14 folgte der Sprung<br />

in <strong>die</strong> Juniorenabteilung des FC<br />

Bayern München, mit dem sie 2013<br />

<strong>und</strong> 2014 <strong>die</strong> Deutsche Meisterschaft<br />

der B-Juniorinnen gewann.<br />

Im September 2014 gab sie beim<br />

2:1-Sieg über den SC Freiburg gar<br />

ihr B<strong>und</strong>esligadebüt für <strong>die</strong> Damen<br />

des FC Bayern.<br />

wechselte. Kristina musste <strong>die</strong> Verantwortlichen<br />

überzeugen, sendete<br />

ein Video inklusive Spielszenen –<br />

mit Erfolg: „Wolfpack“-Trainer Tim<br />

Santoro bot ihr ein Stipendi<strong>um</strong> an.<br />

In der Regel sprechen angehende<br />

Studenten mit mehreren Universitäten,<br />

<strong>um</strong> ihre Möglichkeiten<br />

auszuloten. Nicht so Kristina, <strong>die</strong><br />

voll auf das Urteil ihrer Bekannten<br />

vertraute. „Es war ein Schuss<br />

ins Blaue“, wie sie im Nachhinein<br />

zugibt, den sie aber trotz gelegentlichem<br />

Heimweh nicht bereut:<br />

„Hier habe ich einfach <strong>die</strong> Möglichkeit,<br />

mein Studi<strong>um</strong> selbst zu<br />

finanzieren, tolle Erfahrungen zu<br />

sammeln.“<br />

Seit Kristina in den USA gelandet<br />

ist, dreht sich ihr Leben z<strong>um</strong>eist <strong>um</strong><br />

zwei Dinge: Lernen <strong>und</strong> Fußball.<br />

Vier- bis fünfmal <strong>die</strong> Woche steht<br />

sie auf dem Trainingsplatz, hinzu<br />

kommen Einheiten im Kraftra<strong>um</strong><br />

<strong>und</strong> Ausdauerläufe. Dazu stehen<br />

während des Herbstsemesters in<br />

der Regel wöchentlich zwei Spiele,<br />

donnerstags <strong>und</strong> sonntags,<br />

auf dem Programm. Und obwohl<br />

Auswärtsspiele mitunter in Florida<br />

oder Indiana sind, sie dadurch viel<br />

Zeit im Flugzeug verbringt, spricht<br />

sie keineswegs von Überforderung:<br />

„Zu viel Stress ist es nicht wirklich,<br />

da Unist<strong>und</strong>enplan <strong>und</strong> Trainingsplan<br />

gut aufeinander abgestimmt<br />

sind“, erklärt Kristina, dass schwierige<br />

Kurse vor allem ins Frühlingssemester<br />

gelegt werden. Dann<br />

befindet sie sich mit ihrem Team in<br />

der sogenannten „Off Season“, der<br />

Punktspiel-freien Zeit, in der zwar<br />

trainiert <strong>und</strong> an der Fitness gearbeitet<br />

wird, aber nur wenige Testspiele<br />

anstehen. Es wäre eigentlich<br />

<strong>die</strong> Phase, in der Kristina mehr Zeit<br />

z<strong>um</strong> Ausgehen hätte, den „American<br />

Way of Life“ genießen könnte.<br />

Bekanntlich kommt man aber in<br />

<strong>die</strong> meisten Bars in den USA erst<br />

mit 21, sie muss sich also noch bis<br />

September gedulden. „Mir geht<br />

es gar nicht <strong>um</strong>s Trinken, sondern<br />

eher <strong>um</strong>s Zusammensitzen, am<br />

liebsten draußen. <strong>Das</strong> kennen meine<br />

amerikanischen Fre<strong>und</strong>e gar<br />

nicht, dass man sich einfach trifft<br />

<strong>und</strong> ratscht“, vermisst sie unter anderem<br />

<strong>die</strong> typisch bayrische Biergartenkultur.<br />

Ihr sportliches Talent öffnete Kristina Schuster aus Polling<br />

<strong>die</strong> Tür für eine akademische Ausbildung in North Carolina.<br />

20 | tassilo<br />

Fotos: NC State Athletics<br />

NSCU als einzige<br />

College-Alternative<br />

Kristina Schuster hatte einen Plan:<br />

Sie kannte bereits einige ältere<br />

Spielerinnen, <strong>die</strong> das „Abenteuer<br />

USA“ wagten, <strong>um</strong> dort Sport <strong>und</strong><br />

Studi<strong>um</strong> miteinander zu verbinden.<br />

Während sie <strong>die</strong> elfte Klasse des<br />

<strong>Weilheim</strong>er Gymnasi<strong>um</strong>s besuchte,<br />

nahm sie Kontakt zu einer Agentur<br />

auf, welche sie ab sofort beim Bewerbungsprozess<br />

unterstützte. Die<br />

Verbindung zur NCSU kam bereits<br />

früh durch eine Bekannte zustande,<br />

<strong>die</strong> 2014 nach North Carolina<br />

Vor jedem Spiel ertönt <strong>die</strong> amerikanische Nationalhymne.


Fokussiert: 2019 möchte Kristina Schuster den Bachelor abschließen.<br />

Die meiste Zeit verbringt Kristina<br />

Schuster derzeit auf dem weitläufigen<br />

Campus der North Carolina<br />

State University. Dort gibt es unter<br />

anderem zwei große Büchereien,<br />

einige Kaffeeläden, verschiedene<br />

Essensmöglichkeiten <strong>und</strong><br />

Wiesen z<strong>um</strong> Sitzen. Zudem sind<br />

„Downtown-Raleigh“ inklusive<br />

Einkaufszentr<strong>um</strong> nur wenige Minuten<br />

entfernt. Gut so, schließlich<br />

ist Kristina in Übersee nur<br />

mit dem Fahrrad unterwegs <strong>und</strong><br />

daher nicht ganz so mobil. „Die<br />

Autos meiner Eltern vermisse ich<br />

da schon manchmal“, sagt sie mit<br />

einem Augenzwinkern.<br />

Ansteckende<br />

Sport-Begeisterung<br />

Und obwohl North Carolina landschaftlich<br />

einiges zu bieten hat,<br />

sowohl Berge im Westen als auch<br />

den Atlantik im Osten, schwärmt<br />

sie nach wie vor von der heimatlichen<br />

Natur: „Daheim ist es<br />

nochmal schöner.“ Besonders gut<br />

gefallen ihr hingegen <strong>die</strong> Menschen,<br />

<strong>die</strong> sich oftmals sehr stark<br />

mit den Universitäten identifizieren.<br />

60 000 Zuschauer bei einem<br />

College-Footballspiel, bei dem nur<br />

Studenten auf dem Platz stehen,<br />

<strong>die</strong> kein Geld dafür ver<strong>die</strong>nen,<br />

sind keine Seltenheit. „Da gibt es<br />

echte Rivalitäten. Generell ist den<br />

Amerikanern der Collegesport fast<br />

lieber als professioneller Sport.“<br />

Auch deshalb genießt sie es, andere<br />

Sportler der NSCU am Wochenende<br />

bei deren Wettkämpfen<br />

<strong>und</strong> Spielen zu unterstützen.<br />

Während in Deutschland meist<br />

auch weitaus ältere Frauen in der<br />

B<strong>und</strong>esliga spielen, sind <strong>die</strong> ältesten<br />

Teamkolleginnen von Kristina<br />

auf dem College 22 Jahre alt. „Daher<br />

fehlt es verständlicherweise an<br />

Erfahrung“, spricht sie einen der<br />

größten Unterschiede an.<br />

90 Minuten<br />

Netto-Spielzeit<br />

Auch soll der amerikanische Fußball<br />

etwas physischer sein als der<br />

europäische, wo weit mehr Wert<br />

auf aufwendiges Passspiel gelegt<br />

wird. Die größte Umstellung für<br />

sie war allerdings das Wetter, da<br />

es in North Carolina bis in den Oktober<br />

hinein sehr heiß <strong>und</strong> schwül<br />

ist. <strong>Das</strong>s es nach 90 Minuten, <strong>die</strong><br />

im Übrigen runter gezählt <strong>und</strong> bei<br />

Spielunterbrechungen angehalten<br />

werden (dafür gibt es keine Nachspielzeit),<br />

kein Unentschieden<br />

gibt, war eine weitere Neuheit.<br />

Auch in einem normalen Saisonspiel.<br />

Bereits in ihrer zweiten<br />

Partie für <strong>die</strong> „Wolfpacks“ stand<br />

es nach regulärer Spielzeit 0:0,<br />

Kristina war heilfroh bei 40 Grad<br />

ihre Leistung gebracht zu haben.<br />

Und dementsprechend irritiert,<br />

als ihr Coach von Verlängerung<br />

sprach. Immerhin war <strong>die</strong> Begegnung<br />

schnell beendet, da ihr Team<br />

rasch das „Golden Goal“ kassierte.<br />

„Wenigstens wusste ich dann<br />

Bescheid.“ Wie es für sie nach<br />

dem Studi<strong>um</strong> weitergeht, weiß<br />

Kristina noch nicht abschließend.<br />

Derzeit hat sie vor, nach dem im<br />

Dezember 2019 angestrebten Bachelorabschluss,<br />

ihren Master in<br />

Deutschland zu machen. Auch <strong>um</strong><br />

wieder näher bei ihrer Familie zu<br />

sein. Was Kristinas sportliche Zukunft<br />

bringt, steht ebenfalls noch<br />

in den Sternen. Professionell Fußball<br />

spielen möchte sie – Stand<br />

jetzt – nicht, sagt stattdessen: „Ich<br />

denke, dass ich nach dem College<br />

womöglich mit dem Fußball aufhöre.“<br />

<strong>Das</strong>s es im Fußball jedoch<br />

häufig schnell gehen kann, sich<br />

Pläne ändern, dürfte jedem Fan<br />

hinlänglich bekannt sein. <strong>Das</strong><br />

weiß auch Kristina.<br />

tis<br />

Kristina Schuster (re.) mit Teamkollegen beim College-Football.<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 21


Allerlei im TASSILOland<br />

Sehen, erleben,<br />

mitfühlen <strong>und</strong> hören<br />

100 Teilnehmer für Hörstu<strong>die</strong> in Oberbayern gesucht<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Klein <strong>und</strong> unauffällig sollten Hörgeräte<br />

aussehen <strong>und</strong> dabei gut <strong>und</strong> leicht zu be<strong>die</strong>nen<br />

sein – so der Wunsch der meisten Träger. Hansaton<br />

kommt <strong>die</strong>sem Wunsch mit der Entwicklung neuer,<br />

leistungsstarker <strong>und</strong> unauffälliger Im-Ohr-Hörsysteme<br />

nach. Im Rahmen einer Hörstu<strong>die</strong> sucht <strong>die</strong><br />

Hochschule Aalen in Kooperation mit Hansaton<br />

<strong>und</strong> Ohrwerk Hörgeräte GmbH, 100 Teilnehmer in<br />

Oberbayern, <strong>die</strong> <strong>die</strong> neueste Technologie hinsichtlich<br />

ihrer klanglichen Leistungsfähigkeit, ihrer Optik<br />

<strong>und</strong> der Handhabung beurteilen.<br />

Die Teilnehmer der Hörstu<strong>die</strong> haben <strong>die</strong> Möglichkeit,<br />

<strong>die</strong> neuen Im-Ohr-Hörsysteme eine Woche<br />

kostenfrei zu testen <strong>und</strong> mit ihrem Erfahrungsbericht<br />

aktiv an der Weiterentwicklung der Hörsystem-Technologie<br />

mitzuwirken. <strong>Das</strong> Hörsystem<br />

wird dabei<br />

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Probanden angepasst<br />

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Interessenten wenden<br />

sich telefonisch an<br />

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ihrer Nähe <strong>und</strong> vereinbaren einen Termin. Bei dem<br />

Termin vor Ort erhält der Proband alle wichtigen<br />

Informationen.<br />

Weitere Details zur Hörstu<strong>die</strong> im Internet<br />

unter www.besser-hoeren.de. tis<br />

Naturw<strong>und</strong>er Erde – eine Weltreise voller Bilder, Erlebnisse <strong>und</strong> Musik<br />

„Lech-Isar-Land“ <strong>und</strong> „Der coole Weg“ –<br />

<strong>die</strong> Gewinner der letzten <strong>Ausgabe</strong><br />

<strong>Tassilo</strong>land | Einen gewaltigen Schatz Heimatk<strong>und</strong>e in Form des<br />

neuen Jahrbuches „Lech-Isar-Land <strong>2018</strong>“ haben wir in der vergangenen<br />

„tassilo“-<strong>Ausgabe</strong> verlost. Um genauer zu sein drei Exemplare.<br />

Über jeweils eines durften sich freuen: Dr. Thomas Kirschba<strong>um</strong><br />

aus Penzberg, Gabriele Düsch aus Olching <strong>und</strong> Karl-Hermann Pandza<br />

aus Seeshaupt. Dank neuer Lektüre ist ihnen <strong>die</strong> oberbayerische<br />

Heimat zwischen den beiden großen Alpenflüssen nun noch näher.<br />

Ebenfalls ein Buch, jedoch zu einem ganz anderen Thema, bekamen<br />

indes Benjamin Kuhn aus Peißenberg, Elisabeth Weber aus Steingaden<br />

<strong>und</strong> Iris Girgner aus Penzberg zugeschickt. Sie alle können<br />

ein Exemplar von Alexander Fricks kompaktem Wegweiser für ein<br />

bewusstes Leben „Der coole Weg“ fortan ihr Eigen nennen. Wir<br />

wünschen allen Gewinnern viel Spaß mit Ihren Büchern.<br />

Allen, <strong>die</strong> <strong>die</strong>smal kein Glück hatten, wünschen wir mehr<br />

Erfolg bei den aktuellen Gewinnspielen.<br />

tis<br />

<strong>Weilheim</strong> | Für sein Projekt „Naturw<strong>und</strong>er Erde“<br />

hängte sich Markus Mauthe 14 Mal <strong>die</strong> Fotoausrüstung<br />

<strong>um</strong>, reiste zu den entlegensten Orten der Welt<br />

<strong>und</strong> hat <strong>die</strong> Schönheit der Erde eingefangen. Dabei<br />

dok<strong>um</strong>entierte er <strong>die</strong> unberührte <strong>und</strong> intakte Natur<br />

aller relevanten Lebensrä<strong>um</strong>e, <strong>um</strong> <strong>die</strong> Vielfalt der<br />

Erde abzubilden <strong>und</strong> <strong>die</strong> Verflechtungen untereinander<br />

zu zeigen. Entstanden sind technisch professionelle<br />

<strong>und</strong> vor allem schöne Fotografien, <strong>die</strong> das<br />

Herz berühren. Seine Kompositionen verzaubern<br />

mit einzigartigen Lichtstimmungen, warmen Farbsymphonien<br />

<strong>und</strong> überraschen<br />

mit ungewohnten Blickwinkeln.<br />

In authentischer <strong>und</strong> sympathischer<br />

Art spricht er aber auch<br />

klar aus, was es über <strong>die</strong> Situation<br />

an ökologischen Hotspots<br />

<strong>die</strong>ser Erde zu sagen gibt. Abge<strong>r<strong>und</strong></strong>et<br />

wird <strong>die</strong> Show durch<br />

eigens dafür komponierte Musik von Kai Arend. Am<br />

Dienstag, 20. <strong>März</strong>, ist Markus Mauthe in der <strong>Weilheim</strong>er<br />

Stadthalle zu Gast. Die multimediale Fotoshow<br />

startet <strong>um</strong> 19.30 Uhr. Einlass ist eine halbe<br />

St<strong>und</strong>e vor Beginn, der Eintritt ist frei.<br />

tis<br />

>>> BILDBAND UND KALENDER ZU GEWINNEN<br />

Passend zur Show verlost „tassilo“ drei Kalender<br />

<strong>und</strong> einen Bildband von „Naturw<strong>und</strong>er Erde“. Wer<br />

gewinnen möchte, schickt eine Postkarte mit dem<br />

Stichwort „Naturw<strong>und</strong>er-Kalender“ oder „Naturw<strong>und</strong>er-Bildband“<br />

an tassilo,<br />

Birkland 40, 86971 Peiting. Oder<br />

eine E-Mail an info@tassilo.de.<br />

Einsendeschluss ist der 15. <strong>März</strong>,<br />

das Los entscheidet, der Rechtsweg<br />

ist ausgeschlossen.<br />

Foto: Markus Mauthe/Greenpeace<br />

22 | tassilo


Berliner Compagnie im Stadttheater<br />

<strong>Weilheim</strong> | Auf Einladung<br />

des Arbeitskreises<br />

„Eine Welt“ in der <strong>Weilheim</strong>er<br />

Agenda 21 sowie<br />

des Weltladens, kommt<br />

<strong>die</strong> renommierte Berliner<br />

Compagnie am Sonntag,<br />

4. <strong>März</strong>, ins Stadttheater.<br />

1981 ist <strong>die</strong>se als freie Theatergruppe<br />

von Schauspielern<br />

aus verschiedenen<br />

Stadt-, Staats- <strong>und</strong><br />

freien Theatern gegründet<br />

worden. Ausgehend von<br />

der Erkenntnis, dass Frieden unabdingbar mit Gerechtigkeit<br />

zusammenhängt, hat sich <strong>die</strong> Gruppe eine Satzung gegeben,<br />

in der sie sich verpflichtet, mit ihrem Theater „dem Erhalt des<br />

Friedens, der Völkerverständigung sowie sozialer Gerechtigkeit,<br />

insbesondere im Hinblick auf <strong>die</strong> Dritte Welt“, zu <strong>die</strong>nen.<br />

So auch in ihrem Stück „<strong>Das</strong> Bild vom Feind“, mit dem<br />

sie in <strong>Weilheim</strong> zu Gast sein werden. Darin hat Milliardär<br />

Doppelhaus den „Fortschritt“ aufgekauft. Der von ihm eingesetzte<br />

Chefredakteur Ditte soll bei den Redakteuren der linken<br />

Zeitung einen neuen politischen Kurs durchsetzen. Erste<br />

Aufgabe: eine Sonderbeilage über <strong>die</strong> Krise in der Ukraine.<br />

Zu seiner Unterstützung hat Ditte eine ukrainische Maidan-<br />

Aktivistin als Volontärin in <strong>die</strong> Redaktion mitgebracht. Geht<br />

seine Rechnung auf? In der Zeitungsredaktion jedenfalls wird<br />

manch festgefahrene Meinung in Frage gestellt, das eine<br />

oder andere Feindbild aufgelöst. Und Lieder wehen herein –<br />

ein ukrainisches, ein jüdisches, ein deutsches, ein polnisches,<br />

ein russisches Lied. Karten für „<strong>Das</strong> Bild vom Feind“ –<br />

das Theater beginnt <strong>um</strong> 18 Uhr – gibt es im <strong>Weilheim</strong>er<br />

Veranstaltungsbüro, beim Kreisboten-Ticketservice<br />

in der Sparkasse sowie bei den Buchhandlungen<br />

Lesbar <strong>und</strong> Zauberberg. <br />

tis<br />

„Matinee <strong>um</strong> Elf“ im Bibliotheksaal<br />

Polling | Seit 2009 gibt der gemeinnützige Verein<br />

„Podi<strong>um</strong> Musical – Junge Künstler konzertieren“<br />

jungen Musikern <strong>die</strong> Möglichkeit, im renommierten<br />

Bibliotheksaal Polling mit einer herrlichen Akustik<br />

aufzutreten. Wie etwa am Sonntag, 11. <strong>März</strong>, <strong>um</strong> 11<br />

Uhr, bei „Matinee <strong>um</strong> Elf“, <strong>die</strong>smal unter dem Titel<br />

„Clarinet Trios“. Einer der Protagonisten des Konzerts<br />

ist Klarinettist Fidelis Edelmann. Der 25-jährige<br />

<strong>Weilheim</strong>er ist Student bei Prof. Ralph Manno an der<br />

Musikhochschule Köln <strong>und</strong> ehemaliger Praktikant<br />

der Bayerischen Orchesterakademie. Darüber hinaus<br />

ist er Preisträger des Lions-Musikwettbewerbs Bayern<br />

2015 <strong>und</strong> der Reihe „Junge Stars in Fürstenfeld“<br />

sowie Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie<br />

<strong>und</strong> Akademist im WDR Funkhausorchester Köln.<br />

Komplettiert wird das Trio <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> Edelmann von<br />

Pianistin Nika Afazel <strong>und</strong> Violoncellistin Ching-Jung<br />

Chung. Gespielt werden <strong>die</strong> Stücke „Trio in Es-Dur,<br />

op. 38“ von Ludwig van Beethoven <strong>und</strong> „Trio a-Moll,<br />

op. 114“ von Johannes Brahms. Der Eintritt<br />

z<strong>um</strong> Konzert im Bibliotheksaal ist frei,<br />

Spenden sind jedoch erbeten tis<br />

Kinofilm über Arbeit der „Clowns ohne Grenzen“<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Walter Steffen gilt als einer der bekanntesten<br />

Filmemacher im <strong>Tassilo</strong>land. Sein neuestes<br />

Werk heißt „JOY IN IRAN“. Es zeigt <strong>die</strong> Arbeit der<br />

„Clowns ohne Grenzen“, <strong>die</strong> Kinder wie Erwachsene<br />

in Flüchtlingscamps, Waisenhäusern, psychiatrischen<br />

Kliniken oder Schulen für Street Kids z<strong>um</strong><br />

Lachen bringen. Für <strong>die</strong> Drehaufnahmen wurden<br />

„Happ“, „Hepp“ <strong>und</strong> „Hupo“ alias Andreas Schock,<br />

Dr. Monika Single <strong>und</strong> Susie Wimmer aus <strong>Weilheim</strong>,<br />

<strong>die</strong> Hauptprotagonisten des Films, während ihrer<br />

Auftrittsreise durch den Iran begleitet. Gezeigt wird<br />

der Film ab Januar 2019 deutschlandweit. Z<strong>um</strong> Auftakt<br />

jedoch schon jetzt – <strong>und</strong> das bei freiem Eintritt.<br />

Im Kino Kochel am 11. <strong>März</strong> <strong>um</strong> 11 Uhr, im Kurtheater<br />

Tutzing am 12. <strong>März</strong> <strong>um</strong> 10.30 Uhr, im Breitwandkino<br />

Seefeld am 14. <strong>März</strong> <strong>um</strong> 20 Uhr, im Breitwandkino<br />

Starnberg am 25. <strong>März</strong> <strong>um</strong> 11 Uhr <strong>und</strong> im Capitol Bad<br />

Tölz am 28. <strong>März</strong> <strong>um</strong> 20 Uhr. Wer sich also interessiert<br />

für einen herzergreifenden Dok<strong>um</strong>entarfilm<br />

über ein krisengebeuteltes Land, gedreht <strong>und</strong> gespielt<br />

mit Protagonisten aus unmittelbarer<br />

Region, sollte sich <strong>die</strong>se Benefiz-Aufführungen<br />

nicht entgehen lassen. js<br />

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24 | tassilo<br />

Peißenberg I „Man darf den<br />

Namen Blonder Engel ruhig<br />

wörtlich nehmen: Der<br />

Auftritt des Künstlers ist<br />

schlichtweg ein Geschenk<br />

des Himmels!“ So schwärmte<br />

<strong>die</strong> Presse unlängst nach<br />

einem Auftritt des Musikkabarettisten<br />

aus Österreich.<br />

Nicht weniger beeindruckt<br />

von seinen raffinierten Texten,<br />

dem virtuosen Gitarrenspiel<br />

<strong>und</strong> seinem Improvisationstalent<br />

waren <strong>die</strong> Juroren des<br />

Münchner Kabaretts Kaktus <strong>und</strong><br />

des Passauer Scharfrichterbeils, <strong>die</strong><br />

den Linzer Liedermacher prompt<br />

mit ihren renommierten Preisen<br />

auszeichneten.<br />

Nach seinem rasanten Aufstieg in<br />

den Kleinkunst-Olymp kommt der<br />

Engel nun jedoch ins Grübeln: Die<br />

Trophäen setzen im Regal Staub an,<br />

das „opus magn<strong>um</strong>“ ist geschrieben,<br />

der YouTube-Hit gelandet –<br />

was soll noch kommen? War’s das?<br />

Da könnte man glatt schwermütig<br />

werden. Aber so leicht lässt sich<br />

<strong>die</strong> wortgewaltige Revolverschnauze<br />

nicht unterkriegen: Mit schelmischer<br />

Selbstironie, gewohnt<br />

spitzbübischen Songs <strong>und</strong> einer<br />

großen Portion österreichischem<br />

Schmäh setzt sich das schnelle<br />

M<strong>und</strong>werk auch im neuen Programm<br />

wieder genüsslich zwischen<br />

alle Stühle. Nicht fehlen dürfen<br />

natürlich <strong>die</strong> aberwitzig-skurrilen<br />

Geschichten, <strong>die</strong> der Engel spontan<br />

aus dem nicht vorhandenen<br />

Hut zaubert <strong>und</strong> seinem Publik<strong>um</strong><br />

präsentiert. Man weiß nie vorab,<br />

wohin <strong>die</strong> Reise geht, immer überrascht<br />

der Engel mit neuen Ideen,<br />

Assoziationen <strong>und</strong> Wendungen –<br />

<strong>und</strong> macht so jede Show zu einem<br />

einzigartigen Erlebnis. Davon überzeugen<br />

können sich Besucher am<br />

Freitag, 13. <strong>April</strong>, wenn der Blonde<br />

Engel in der Tiefstollenhalle Peißenberg<br />

zu Gast ist.<br />

Cobario, Jazz <strong>und</strong> der<br />

neue Förg-Krimi<br />

Bereits am Samstag, 3. <strong>März</strong>, <strong>um</strong><br />

20 Uhr gastieren <strong>die</strong> drei Musiker<br />

von „Cobario“ am gleichen Ort mit<br />

ihrem Alb<strong>um</strong> „Zehn Welten“. Einst<br />

als Straßenmusikanten gestartet,<br />

entwickelten sie schnell einen ganz<br />

> > > Tickets zu gewinnen<br />

eigenen Stil, der vor allem<br />

durch <strong>die</strong> unterschiedlichen<br />

Inspirationen geprägt ist, <strong>die</strong><br />

man <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>die</strong> Welt sammelt.<br />

Die vielen Geschichten<br />

<strong>und</strong> kleinen Abenteuer, <strong>die</strong><br />

das Trio auf seinen Reisen<br />

erlebte, werden in Musik<br />

verpackt <strong>und</strong> mit Wiener<br />

Charme präsentiert.<br />

Am Freitag, 16. <strong>März</strong>, <strong>um</strong> 20<br />

Uhr wird hingegen gejazzt<br />

auf der Bühne der Tiefstollenhalle,<br />

wenn <strong>die</strong> Münchner<br />

Combo „Heye Society“ das Publik<strong>um</strong><br />

mit auf ihre Reise in <strong>die</strong> Zeit<br />

des Old-Time-Jazz nimmt.<br />

Im Mittelpunkt einer Lesung der<br />

bekannten Schauspielerin Michaela<br />

May steht am Donnerstag, 12.<br />

<strong>April</strong>, <strong>um</strong> 19 Uhr dann der brandneue<br />

Roman „Rabenschwarze<br />

Beute“ von Nicola Förg. May entführt<br />

ihre Zuhörer in <strong>die</strong> Welt der<br />

Garmischer Ermittler Irmi Mangold<br />

<strong>und</strong> Kathi Reindl.<br />

Infos zu allen Veranstaltungen, Tickets<br />

<strong>und</strong> Vorverkaufsstellen hält<br />

<strong>die</strong> Internetseite des Kulturvereins<br />

Peißenberg bereit (www.kulturverein-peißenberg.de).<br />

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Ihr Regionalmagazin „tassilo“ verlost 3 x 2 Karten für das Musikkabarett<br />

mit dem Blonden Engel am Freitag, 13. <strong>April</strong>. Wer sie gewinnen<br />

möchte, schickt eine Postkarte mit dem Stichwort „Engel“<br />

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tassilo.de. Einsendeschluss ist der 15. <strong>März</strong>. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen,<br />

das Los entscheidet.<br />

wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg!<br />

Foto: Lukas Wögerer


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Wohnen<br />

Bauen<br />

Energie<br />

Aus dem<br />

Inhalt<br />

Flachdachgestaltung <strong>und</strong> ihre Vorteile . . . . Seite 26<br />

Autokran-Service bei Familie Albrecht . . . . Seite 28<br />

Feldgeschworene in Bayern . . . . . . . . . . . . . Seite 30<br />

Rauchmelder sind Pflicht . . . . . . . . . . . . . . . Seite 32<br />

Kreishandwerkerschaft Oberland . . . . . . . . . Seite 34<br />

Hauseigener Speicher durch Sonnenstrom . . Seite 38<br />

Kompetenz in Sachen Fensterbau . . . . . . . . . Seite 40<br />

Altbau-Restaurator Dr. Thomas Becker . . . . . Seite 42<br />

Haustiergerechtes Bauen <strong>und</strong> Wohnen . . . . . Seite 44<br />

Seriöser Schutz vor Einbrüchen . . . . . . . . . . Seite 46<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 25


Flachdachgestaltung <strong>und</strong> ihre Vorteile<br />

Eine Entlastung<br />

für <strong>die</strong> Kanalisation<br />

<strong>Weilheim</strong> I In Städten <strong>und</strong> Gemeinden<br />

werden immer häufiger<br />

Flachdächer gebaut. Allen voran<br />

auf Garagen. Nicht immer, weil<br />

der K<strong>und</strong>e sich das wünscht. „In<br />

der Regel schreibt <strong>die</strong> Form des<br />

Daches der Bebauungsplan vor“,<br />

sagt Florian Knittel, 34, Landschaftsgärtner<br />

aus <strong>Weilheim</strong>, der<br />

sich bestens auskennt mit Vor- <strong>und</strong><br />

Nachteilen von Flachdächern, weil<br />

er selbst schon jede Menge Dächer<br />

gestaltet <strong>und</strong> bepflanzt hat. Wobei<br />

Flachdach nicht gleich Flachdach<br />

ist. Knittel spricht von extensiver<br />

<strong>und</strong> intensiver Flachdachbepflanzung,<br />

„was ein großer Unterschied<br />

ist“. Extensiv bedeutet: das Flachdach<br />

wird zwischen acht <strong>und</strong> 20<br />

Zentimeter dick aufgeschichtet, erlaubt<br />

somit nur kleinere Pflanzen<br />

<strong>und</strong> gestalterische Elemente. Die<br />

intensive Flachdachbepflanzung<br />

dagegen beginnt bei 20 Zentimeter<br />

dicken Aufschichtungen <strong>und</strong><br />

erlaubt eine wesentlich <strong>um</strong>fangreichere<br />

Gestaltung. „<strong>Das</strong> geht bis<br />

zur Pflanzung massiver Bä<strong>um</strong>e<br />

<strong>und</strong> einer Gestaltung mit Wegen,<br />

Terrassen, Whirlpool <strong>und</strong> ganzen<br />

Wohlfühloasen z<strong>um</strong> Entspannen.“<br />

Letztlich hängt <strong>die</strong> Gestaltung<br />

immer von der maximal erlaubten<br />

Traglast des Gebäudes ab. Je<br />

massiver Haus oder Garage gebaut<br />

sind, desto mehr Kraft kann<br />

deren Dach aufnehmen. Speziell<br />

im <strong>Tassilo</strong>land, wo <strong>die</strong> Winter<br />

Bepflanzte Flachdächer werten<br />

Objekte nicht nur optisch auf, sondern<br />

<strong>die</strong>nen auch als Lebensra<strong>um</strong><br />

für seltene Insekten.<br />

26 | tassilo<br />

zwar milder werden, dennoch<br />

starke Schneefälle immer wieder<br />

vorkommen, gilt es <strong>die</strong> vom Statiker<br />

vorgegebene Verkehrslast<br />

des Dachs nicht zu überschreiten,<br />

<strong>um</strong> ausreichend Puffer für z<strong>um</strong><br />

Beispiel <strong>die</strong> Schneelast einzukalkulieren.<br />

Die liegt aktuell bei 225<br />

Kilogramm pro Quadratmeter.<br />

Schneemassen bleiben auf Flachdächern<br />

logischerweise länger<br />

liegen als auf Spitzdächern, weil<br />

sie nicht abrutschen können, sondern<br />

ausschließlich sanft abtauen.<br />

Was sich aus statischer Sicht<br />

als Nachteil liest, ist aus ökologischer<br />

Sicht ein großer Vorteil.<br />

Denn langsameres Schwinden von<br />

Schnee sowie langsameres Ablaufen<br />

von Regen sind zwei gewichtige<br />

Arg<strong>um</strong>ente, war<strong>um</strong> Flachdächer<br />

von Städten <strong>und</strong> Gemeinden


Aufgekiest werden Flachdächer überwiegend mit Dachziegelsubstrat<br />

aus Recycling-Höfen.<br />

oft mal vorgeschrieben werden.<br />

„Weil dadurch <strong>die</strong> Kanalisation<br />

entlastet wird.“<br />

Unscheinbare Neigung<br />

für sanften Ablauf<br />

Im Detail sieht der Aufbau von<br />

Flachdächern so aus: Betondecke,<br />

Schutzlage, Dämmplatten,<br />

Gefälle-Elemente, Dachbahnen,<br />

Drainageschicht, Pflanz-Substrat,<br />

Begrünung <strong>und</strong> Bepflanzung.<br />

„Einfach gesagt ist <strong>die</strong> G<strong>r<strong>und</strong></strong>form<br />

eine Wanne, <strong>die</strong> mit verschiedenen<br />

Schichten für optimale Entwässerung,<br />

Gestaltung <strong>und</strong> Bepflanzung<br />

aufgefüllt wird“, sagt<br />

Florian Knittel. Flachdächer sind<br />

also auch schräg, wenn auch minimal.<br />

„In der Regel handelt es<br />

sich <strong>um</strong> zwei bis fünf Prozent Gefälle,<br />

was vollkommen ausreicht<br />

für <strong>die</strong> Entwässerung.“ Z<strong>um</strong>al für<br />

Starkregenfälle, <strong>die</strong> vergangenen<br />

Sommer sehr häufig vorgekommen<br />

sind, zusätzliche Abläufe an<br />

den jeweiligen Ecken installiert<br />

werden, über <strong>die</strong> das Wasser auch<br />

oberflächlich entweichen kann.<br />

Neben sanfter Entwässerung bieten<br />

Flachdächer weitere Vorteile.<br />

Speziell in Städten, in denen ka<strong>um</strong><br />

Grünflächen vorhanden sind, entsteht<br />

im Hochsommer eine schier<br />

unerträgliche Hitze. „Blechdächer<br />

erwärmen sich extrem <strong>und</strong> strahlen<br />

<strong>die</strong>se Hitze ab – unter anderem<br />

ins Schlafzimmer.“ Flachdächer<br />

dagegen stehen für ausgezeichnete<br />

Dämmwerte, halten das Gebäude<br />

im Winter warm <strong>und</strong> im<br />

Sommer kühl, strahlen gleichzeitig<br />

keine Hitze ab. Darüber hinaus<br />

bieten Pflanzen <strong>und</strong> Bl<strong>um</strong>en auf<br />

dem Dach Lebensra<strong>um</strong> für artenbedrohte<br />

Lebewesen, allen voran<br />

<strong>die</strong> Biene, <strong>die</strong> als wichtiger Indikator<br />

für ökologisches Gleichgewicht<br />

gilt. Und auch für Rockstars <strong>und</strong><br />

strahlenempfindliche Menschen<br />

haben Flachdächer etwas Gutes:<br />

Sie dämmen Schall <strong>und</strong> schützen<br />

vor Elektrosmog. Gleichzeitig halten<br />

sich <strong>die</strong> Nachteile, abgesehen<br />

von einer aufwändigeren Planung,<br />

etwas höheren Kosten <strong>und</strong><br />

einer höheren Traglast, in Grenzen.<br />

„Natürlich brauchen Flachdächer<br />

regelmäßige Pflege, wobei<br />

an Spitzdächern auch Rinnen<br />

freigemacht <strong>und</strong> Dachplatten von<br />

Moosbewuchs regelmäßig befreit<br />

werden sollten.“<br />

Meistens Garagen mit<br />

extensiver Bepflanzung<br />

Florian Knittel <strong>und</strong> seine Mitarbeiter<br />

gestalten hier in der Region<br />

überwiegend Garagen mit<br />

extensiver Flachdachbepflanzung,<br />

aufgekiest mit geschreddertem<br />

Dachziegelsubstrat aus Recycling-<br />

Höfen. „Wobei das nur ein kleiner<br />

Teil unseres Aufgabenspektr<strong>um</strong>s<br />

ist“, sagt Knittel, der sich im zarten<br />

Alter von 24 Jahren – nach<br />

der Techniker-Ausbildung – als<br />

Landschaftsgärtner selbstständig<br />

gemacht hat. „Damals noch mit<br />

dem Schubkarren meines Vaters“,<br />

sagt er <strong>und</strong> grinst. Heute, gut zehn<br />

Jahre später, ist der Betrieb <strong>um</strong> ein<br />

Vielfaches gewachsen <strong>und</strong> wird<br />

auch von Florians Schwester Julia<br />

Knittel, Diplom-Kauffrau, geleitet.<br />

Eigene Ausbildung<br />

Basis des Erfolgs<br />

<strong>Das</strong> Lager für Ba<strong>um</strong>aterial <strong>und</strong><br />

Maschinen steht in Unterhausen,<br />

das Büro bei Florian Knittel<br />

zuhause in einem <strong>Weilheim</strong>er<br />

Wohngebiet. Noch. „Wir werden<br />

im Laufe der kommenden zwei<br />

Jahre weiter ausbauen müssen,<br />

dann Lager <strong>und</strong> Büro miteinander<br />

verbinden.“ <strong>Das</strong> Einzugsgebiet<br />

seiner K<strong>und</strong>en erstreckt sich<br />

mittlerweile von Garmisch-Partenkirchen<br />

bis München, von Wessobrunn<br />

bis Penzberg. Von kleinen<br />

Terrassen, Wegen <strong>und</strong> Mauern<br />

über vollautomatische Bewässerung<br />

<strong>und</strong> Rasenpflege bis hin zu<br />

Teichen, Schwimmteichen <strong>und</strong><br />

Umsetzung <strong>und</strong> Pflege geht alles<br />

über uns.“ Mit uns meint Florian<br />

Knittel zwölf engagierte Mitarbeiter,<br />

<strong>die</strong> er überwiegend selbst<br />

ausgebildet hat. „Die Ausbildung<br />

guter Leute ist für mich das A <strong>und</strong><br />

O.“ Auch für September <strong>2018</strong> sucht<br />

Florian Knittel wieder einen Lehrling,<br />

der in der Landschaftsgärtnerei<br />

einen immer gefragteren<br />

<strong>und</strong> extrem abwechslungsreichen<br />

Beruf an der frischen Luft erlernen<br />

möchte. Unter anderem beim extensiven<br />

<strong>und</strong> intensiven Gestalten<br />

von Flachdächern. js<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 27<br />

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Autokran-Service von Familie Albrecht<br />

100 Tonnen auf wenigen<br />

Quadratmetern<br />

Etting I Zehn Reifen an fünf Achsen,<br />

60 Tonnen Eigengewicht, 25<br />

Tonnen zusätzliches Gegengewicht,<br />

eine Arm-Reichweite von 62 Metern,<br />

530 PS z<strong>um</strong> Fahren, 175 PS<br />

z<strong>um</strong> Heben: Der größte Autokran<br />

von Familie Albrecht ist ein Monster<br />

seiner Zunft, kostet <strong>r<strong>und</strong></strong> 900 000<br />

Euro <strong>und</strong> ist im Umkreis von bis zu<br />

100 Kilometern für diverse Spezialaufträge<br />

im Einsatz. Selbst bei maximal<br />

ausgestrecktem Arm hebt <strong>die</strong><br />

gelb-blau lackierte „Waffe“ noch<br />

immer 1,2 Tonnen mit spielerischer<br />

Leichtigkeit über Gartenzäune,<br />

Hecken <strong>und</strong>, wenn es sein muss,<br />

ziemlich hohe Häuser. Diesen Autokran-Service<br />

betreibt Vater Magnus<br />

Albrecht gemeinsam mit Sohn<br />

Andreas Albrecht seit insgesamt<br />

mehr als 25 Jahren. Angefangen<br />

hat alles mit einem 40-Tonner.<br />

Inzwischen stehen fünf Autokräne<br />

unterschiedlicher Größen auf dem<br />

Gelände des Familienbetriebes,<br />

ein Hof östlich von Etting, gelegen<br />

auf einer sanften Anhöhe mit herrlichem<br />

Weitblick Richtung Gebirge.<br />

Zur Selbstständigkeit fand Magnus<br />

Albrecht im Jahre 1984. Allerdings<br />

nicht auf Anhieb mit Autokränen.<br />

Albrecht baute über drei Jahre<br />

hinweg seinen Hof überwiegend<br />

selbst, kaufte sich dafür eine eigene<br />

Schalung. Und <strong>die</strong> war in den<br />

1990er Jahren gefragt. Als der Hof<br />

fertiggestellt war, häuften sich <strong>die</strong><br />

Leih-Anfragen, so dass sich Albrecht<br />

neben der Landwirtschaft<br />

mit dem Verleih der Schalung<br />

selbstständig machte. „Inzwischen<br />

haben <strong>die</strong> meisten Baufirmen ihre<br />

eigene Schalung, außerdem werden<br />

immer häufiger Fertighäuser<br />

aufgestellt, für <strong>die</strong> eine Schalung<br />

nicht mehr gebraucht wird“, sagt<br />

der inzwischen 65-Jährige heute.<br />

Während sich der Schalungsverleih<br />

von Familie Albrecht inzwischen<br />

auf einem stark absteigenden<br />

Ast befindet, sind dagegen<br />

<strong>die</strong> Arbeiten mit den Autokränen<br />

<strong>um</strong>so gefragter – nicht nur z<strong>um</strong><br />

Aufstellen von Fertighäusern.<br />

Fällung von<br />

Problem-Bä<strong>um</strong>en<br />

Ba<strong>um</strong>fällarbeiten in Peißenberg: Der Arm des Autokrans reicht problemlos<br />

über Hecke <strong>und</strong> Hausdach, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.<br />

Speziell der 120-Tonner, so <strong>die</strong><br />

offizielle Bezeichnung des größten<br />

Autokrans der Albrechts, hebt<br />

komplette Gebäudeteile, kleinere<br />

Industriehallen, Liftanlagen, riesige<br />

Bä<strong>um</strong>e oder ganze Rolltreppen<br />

aus oder auf F<strong>und</strong>amente. Ein<br />

Kerngeschäft seit einigen Jahren ist<br />

<strong>die</strong> Fällung von Problem-Bä<strong>um</strong>en,<br />

wofür Familie Albrecht mit gut<br />

ausgebildeten Ba<strong>um</strong>-Kletterern<br />

zusammenarbeitet. Einer davon<br />

ist Andreas Kraus, 23, ebenfalls<br />

aus Etting. „Wir fällen <strong>r<strong>und</strong></strong> 150<br />

Bä<strong>um</strong>e im Jahr in Kombination<br />

mit einem Autokran“, sagt der<br />

gelernte Landschaftsgärtner, der<br />

von blindem Vertrauen, absoluter<br />

Teamarbeit <strong>und</strong> unterschiedlichsten<br />

Vorgehensweisen spricht.<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>sätzlich seilt sich Kraus immer<br />

über den Autokran von oben<br />

auf den zu fällenden Ba<strong>um</strong> herab<br />

ab. An der richtigen Stelle eingependelt,<br />

hängt er sich mit seiner<br />

Kletterausrüstung vom Haken des<br />

Krans aus, sichert sich selbst am<br />

Ba<strong>um</strong>stamm <strong>und</strong> hängt zugleich<br />

das Seil des Krans an einem geeigneten<br />

Ast oder einer geeigneten<br />

Stelle des Stammes an. Nun wird<br />

der Ba<strong>um</strong> mit bis zu 1,70 Metern<br />

28 | tassilo


Stammdurchmesser schrittweise<br />

<strong>und</strong> von oben herab abgesagt.<br />

Dabei entscheidend: „Die Ausrichtung,<br />

damit der am Kran hängende<br />

Stamm oder Ast unmittelbar nach<br />

dem Durchschnitt nicht auspendelt“,<br />

was folgenschwere Auswirkungen<br />

haben könnte: Der Stamm<br />

kracht in ein danebenstehendes<br />

Gebäude, er trifft den noch am stehenden<br />

Stamm fixierten Andreas<br />

Kraus oder der eigentlich un<strong>um</strong>kippbare<br />

Autokran bekommt eine<br />

unerfreuliche Eigendynamik. Letzteres<br />

sehen sich Kraus <strong>und</strong> Familie<br />

Albrecht immer wieder auf YouTube<br />

an – nicht aus Schadenfreude,<br />

sondern <strong>um</strong> sich ins Bewusstsein<br />

zu rufen, wie wichtig das Einhalten<br />

der Sicherheitsaspekte ist.<br />

Von U-Bahn-Treppen<br />

bis Liftanlagen<br />

<strong>Das</strong> A <strong>und</strong> O: Der Autokran muss<br />

immer im Wasser, also waagrecht<br />

stehen. Zusätzlich gesichert wird<br />

er von vier ausfahrenden Stützen.<br />

Auch entscheidend: Ein stabiler<br />

Unterg<strong>r<strong>und</strong></strong>, der bei 60 Tonnen<br />

Eigengewicht, 25 Tonnen Gegengewicht<br />

<strong>und</strong> noch einigen Tonnen<br />

Last oft 100 Tonnen auf wenigen<br />

Quadratmetern aushalten muss.<br />

„Deshalb müssen wir oder unsere<br />

Auftraggeber sich extrem gut mit<br />

den Bodenbeschaffenheiten auskennen“,<br />

sagt Magnus Albrecht,<br />

der als Kranfahrer überwiegend<br />

mit Andreas Kraus zusammenarbeitet,<br />

bis zu 40 Meter hohe<br />

Bä<strong>um</strong>e zwischen Mehrfamilienhäusern<br />

heraushebt. Und „toi, toi,<br />

toi“ auf eine bislang unfallfreie<br />

Autokran-Historie – von einmal<br />

Steckenbleiben abgesehen – zurückblicken<br />

kann. Zur Baustelle<br />

gelangt der 120-Tonnen-Kran<br />

durch „ganz normales“ Befahren<br />

der B<strong>und</strong>esstraßen. 120 Liter Diesel<br />

verbrennt er auf 100 Kilometer,<br />

erreicht eine Maximalgeschwindigkeit<br />

von immerhin 85 St<strong>und</strong>enkilometer.<br />

Die mit aufregendsten<br />

Aufträge bisher: <strong>Das</strong> Errichten der<br />

Mittelstation einer Liftanlage, der<br />

„Schatzbergbahn“ im österreichischen<br />

Wildschönau. „Dafür mussten<br />

wir mit unserem großen Kran<br />

Serpentinen auf 1 300 Meter über<br />

dem Meer hochfahren. <strong>Das</strong> war<br />

eine große, nicht ungefährliche<br />

Herausforderung“, erinnert sich<br />

Magnus Albrecht noch ganz genau.<br />

Auch unvergessen: Die Arbeiten<br />

inmitten der Landeshauptstadt, in<br />

der <strong>die</strong> Albrechts schon mehrfach<br />

neue Rolltreppen an U-Bahn-<br />

Pavillons <strong>und</strong> kleinere Industriehallen<br />

hebt der große<br />

Autokran spielerisch.<br />

Stationen angebracht haben. Oder<br />

<strong>die</strong> Be- <strong>und</strong> Endlandung riesiger<br />

Industriemaschinen, etwa eine 40<br />

Tonnen schwere Spritzguss-Anlage<br />

einer Firma in Peißenberg. js<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 29


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Seeshaupt I Ein bisserl stolz ist<br />

Georg Leininger schon, als er<br />

zurückdenkt <strong>und</strong> erzählt: „<strong>Das</strong><br />

war auf einem Dorffest, als der<br />

damalige Bürgermeister zu mir<br />

gekommen ist <strong>und</strong> mich gefragt<br />

hat.“ Leininger zögerte nicht lange,<br />

gab dem Gemeindeoberhaupt<br />

am Südufer des Starnberger Sees<br />

sein Wort. Seither ist der heute<br />

55-jährige Landwirt Feldgeschworener<br />

der Gemeinde Seeshaupt.<br />

Vier bis sechs Mal im Jahr wird<br />

er gebraucht. Immer dann, wenn<br />

neue Grenzsteine gesetzt, oder<br />

alte wieder aufgedeckt <strong>und</strong> neu<br />

abgemarkt werden. Feldgeschworene<br />

wachen über Gemeinde- <strong>und</strong><br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>stücksgrenzen <strong>und</strong> helfen<br />

den Vermessungsbeamten bei<br />

der Festlegung neuer Grenzen.<br />

<strong>Das</strong> ist dann der Fall, sobald Stadt<br />

oder Gemeinde ein neues Baugebiet<br />

ausweisen, zwei Brüder ein<br />

vererbtes G<strong>r<strong>und</strong></strong>stück teilen, <strong>um</strong><br />

darauf ein Haus zu bauen oder<br />

eine neue Straße gebaut wird,<br />

z<strong>um</strong> Beispiel <strong>die</strong> Umfahrung bei<br />

Hohenpeißenberg. Dort ist Georg<br />

Leininger nicht im Einsatz. Er ist,<br />

wie alle anderen Feldgeschworenen<br />

auch, ausschließlich bei<br />

Grenzmarkierungen im eigenen<br />

Gemeindegebiet dabei. Also in<br />

Seeshaupt <strong>und</strong> den dazugehörenden<br />

Ortsteilen wie Oppenried,<br />

wo Leininger neben zwei weiteren<br />

Bauernhöfen zuhause ist.<br />

Auf den Zentimeter<br />

genau<br />

Ein bis zwei Wochen vor Festlegung<br />

einer neuen G<strong>r<strong>und</strong></strong>stücksgrenze<br />

wird Georg Leininger von<br />

der Gemeinde über den konkreten<br />

Termin informiert, „damit man<br />

rechtzeitig planen kann“. Wobei<br />

Leininger als Landwirt, also<br />

Selbstständiger, zeitlich ohnehin<br />

flexibel ist, „was für <strong>die</strong>ses Amt<br />

natürlich von Vorteil ist“. Kommt<br />

es schließlich zur Grenzfestlegung,<br />

sind neben dem Feldgeschworenen<br />

zwei Vertreter aus dem zuständigen<br />

Amt für Digitalisierung,<br />

Breitband <strong>und</strong> Vermessung, der<br />

Geometer <strong>und</strong> sein Messgehilfe,<br />

der G<strong>r<strong>und</strong></strong>stückseigentümer sowie<br />

<strong>die</strong> Eigentümer der dort angrenzenden<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>stücke vor Ort.<br />

Meistens sind <strong>die</strong> Grenzverhältnisse<br />

von vorne herein klar <strong>und</strong> alle<br />

Beteiligten einverstanden. „Dann<br />

ist es im G<strong>r<strong>und</strong></strong>e ein rein technischer<br />

<strong>und</strong> handwerklicher Pro-<br />

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Vermessungsingenieur Simon Cegla<br />

visiert einen Grenzpunkt an.<br />

30 | tassilo


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Georg Leininger übt seit vielen<br />

Jahren das Ehrenamt des Feldgeschworenen<br />

aus.<br />

zess“, sagt Leininger. Technisch,<br />

weil der Vermessungsingenieur<br />

auf den Zentimeter genau ausmisst,<br />

wo genau <strong>und</strong> an wie vielen<br />

Stellen neue Grenzsteine gesetzt<br />

werden. Handwerklich, weil für<br />

das Anbringen der Grenzsteine<br />

maßgenau gegraben, gesetzt <strong>und</strong><br />

gestampft wird. Die Arbeit des<br />

Setzens führt übrigens der Feldgeschworene<br />

selbst aus. Schaufel,<br />

Pickel <strong>und</strong> Stampfer bekommt er<br />

von der Gemeinde zur Verfügung<br />

gestellt. Und weniger technisch?<br />

„Wenn <strong>die</strong> G<strong>r<strong>und</strong></strong>stückseigentümer<br />

nicht einverstanden sind mit<br />

der Markierung, es im schlimmsten<br />

Falle vor Gericht geht.“ Leininger<br />

blieben solch Streitigkeiten<br />

erspart. „Bei uns sind <strong>die</strong> Grenzsteinsetzungen<br />

immer friedlich<br />

abgelaufen.“<br />

Aus Sicherheitsgründen<br />

bodeneben<br />

Klassische Grenzsteine bestehen<br />

aus Granit, sind <strong>r<strong>und</strong></strong> 50 Zentimeter<br />

lang <strong>und</strong> 12 auf 12 Zentimeter<br />

breit. Sie werden lotrecht<br />

im Boden versenkt – <strong>und</strong> zwar<br />

bodengleich. Heißt: Aus Sicherheitsgründen<br />

darf der Stein nicht<br />

herausspitzeln. Im Garten nicht,<br />

weil dort <strong>die</strong> her<strong>um</strong>tollenden<br />

Kinder darüber stolpern könnten.<br />

Auf freien Feldern nicht, weil der<br />

Bauer sein Mähwerk daran zerstören<br />

würde oder Wanderer zu Sturz<br />

kommen könnten. Eine Ausnahme<br />

gibt es, sofern von den Eigentümern<br />

gewünscht, in Wäldern, wo<br />

Grenzsteine sogar bewusst einige<br />

Zentimeter aus dem Unterg<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

ragen sollen. Waldböden sind bekanntlich<br />

sehr weich <strong>und</strong> arbeiten<br />

unterirdisch sehr viel, Moos gedeiht<br />

<strong>und</strong> obendrein fällt ständig<br />

Laub <strong>und</strong> Totholz auf den Boden.<br />

„Hier würde man einen bodenebenen<br />

Stein nach kurzer Zeit<br />

schon nicht mehr finden“, sagt<br />

Simon Cegla, Vermessungsingenieur<br />

<strong>und</strong> stellvertretender Leiter<br />

des Amtes für Digitalisierung,<br />

Breitband <strong>und</strong> Vermessung in<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau. Vier bis fünf<br />

Mal <strong>die</strong> Woche sind er <strong>und</strong> seine<br />

Kollegen landkreisweit unterwegs,<br />

<strong>um</strong> neue Grenzmarkierungen zu<br />

setzen. Granit-Grenzsteine, „<strong>die</strong><br />

Klassiker“, kommen heutzutage<br />

immer seltener z<strong>um</strong> Einsatz, weil<br />

sie ziemlich schwer <strong>und</strong> sperrig,<br />

speziell bei dichteren Bodenverhältnissen<br />

schwer zu setzen<br />

sind. Hauptsächlich z<strong>um</strong> Einsatz<br />

kommt inzwischen ein sogenann-<br />

Dieser graue Rahmen gehoert nicht zur Anzeige<br />

ter T-Stahl mit Kunststoffwürfel,<br />

auf dessen Oberfläche das Wort<br />

„Grenzpunkt“ eingraviert ist. Als<br />

Markierung erlaubt sind auch<br />

Eisenrohre, Meißelzeichen <strong>und</strong><br />

Eisennägel. Letztere werden bei<br />

Asphalt verwendet, Meißelzeichen<br />

bei Beton oder Stein <strong>und</strong> Eisen-<br />

Fenster Türen<br />

rohre bei verdichtetem Schotter.<br />

Rollläden Markisen<br />

Ehrenamt mit<br />

Aufwandsentschädigung<br />

Die Kosten für eine Grenzfestlegung<br />

übernimmt der G<strong>r<strong>und</strong></strong>stückseigentümer,<br />

also der Auftraggeber.<br />

<strong>Das</strong> Setzen des ersten Steines<br />

kostet 260 Euro, jeder weitere 85<br />

Euro. Wie viele Markierungen pro<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>stück gesetzt werden, hängt<br />

von dessen Form ab. „Im G<strong>r<strong>und</strong></strong>e<br />

wird an jeder Ecke eine Markierung<br />

gesetzt“, sagt Simon Cegla.<br />

Speziell entlang kurviger Straßen,<br />

aber auch bei mehreren kleineren<br />

Ausbuchtungen kann sich <strong>die</strong><br />

Anzahl der Grenzsteine deutlich<br />

nach oben schrauben. Dann haben<br />

auch <strong>die</strong> Feldgeschworenen,<br />

<strong>die</strong> übrigens das älteste Ehrenamt<br />

Bayerns ausüben, alle Hände voll<br />

zu tun. Ganz <strong>um</strong>sonst ist <strong>die</strong> Arbeit<br />

allerdings nicht. Georg Leininger<br />

bekommt eine Aufwandsentschädigung<br />

von 15 Euro <strong>die</strong> St<strong>und</strong>e,<br />

festgelegt vom Kreistag. <br />

js<br />

Setzen den Grenzstein: Feldgeschworener (li.) <strong>und</strong> Messgehilfe.<br />

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Rauchmelder sind Pflicht – <strong>und</strong> retten Leben<br />

Weil wir im Schlaf<br />

nichts riechen<br />

<strong>Tassilo</strong>land I Die größte Gefahr<br />

für uns Menschen im Falle eines<br />

Wohnungsbrandes sind nicht <strong>die</strong><br />

lodernden Flammen, sondern der<br />

beim Brand entstehende Rauch.<br />

Fünf Grau Atemzüge reichen bei Kohlendioxid-verpesteter<br />

Luft aus, <strong>um</strong><br />

zu sterben. CMYK: 0 Eigentlich - 0 - 0 - 80 verw<strong>und</strong>erlich,<br />

dass RGB: 88 aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> - 88 - 90<strong>die</strong>ser erschre-<br />

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verkauft, installiert <strong>und</strong> wartet von unten an das dünnere aufge-<br />

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aber auch Rauchmelder, wofür er schraubt. Darin versteckt sich auch<br />

#ED7842<br />

ckenden <strong>und</strong> seit vielen Jahren extra eine Schulung absolvierte. das Herz des Melders, das aus<br />

Pantone: 158 C<br />

Pantone: Cool Gray 10C<br />

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bekannten Tatsache der Freistaat<br />

zwei gegenüberliegenden Fotozellen<br />

besteht. Dringt Rauch über <strong>die</strong><br />

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Bayern erst im Januar 2013 zur Experte rät von<br />

Installation von Rauchmeldern<br />

seitlichen Öffnungen ins Innere,<br />

Billig-Produkten ab<br />

aufrief – als letztes B<strong>und</strong>esland<br />

wird der Lichtstrahl zwischen den<br />

Schönachstraße 46<br />

der Republik. Vier Jahre, bis 31. Rauchmelder sind einfach aufgebaut<br />

<strong>und</strong> bestehen aus zwei Bau-<br />

das Alarmsignal ausgelöst – <strong>und</strong><br />

Zellen durchbrochen <strong>und</strong> dadurch<br />

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Dezember 2017, hatten Privathaushalte<br />

nun Hohenfurch Zeit, alle Schlafrä<strong>um</strong>e · Tel. 0173 teilen 3772202 mit Kunststoffgehäuse. · mail@schwathe-metall.de <strong>Das</strong> das ist ohrenbetäubend · www.schwathe-me<br />

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sowie <strong>die</strong> dort angrenzenden<br />

Fluchtwege mit Rauchmeldern<br />

auszustatten. Schlafzimmer, Kinderzimmer,<br />

Gästezimmer <strong>und</strong><br />

Gänge. Erhältlich waren <strong>und</strong> sind<br />

<strong>die</strong> <strong>r<strong>und</strong></strong> 150 Gramm leichten<br />

Melder beinahe überall. Online,<br />

im Supermarkt, im Fachgeschäft.<br />

Selbst <strong>die</strong> Billig-Rauchmelder<br />

ab sechs Euro entsprechen der<br />

Norm, sind allerdings nicht zu<br />

empfehlen. Erstens: Sie werden<br />

mit Wechselbatterien betrieben,<br />

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<strong>die</strong> teilweise nach nur einem dreiviertel<br />

Jahr ausgetauscht werden<br />

müssen. Zweitens: Die Fehlalarm-<br />

Quote ist bei Billig-Rauchmeldern<br />

relativ hoch. Brandschutzexperten<br />

empfehlen daher einen <strong>r<strong>und</strong></strong><br />

30 Euro teuren Rauchmelder mit<br />

festinstallierter Batterie, <strong>die</strong> eine<br />

Laufzeit von zehn Jahren garantiert.<br />

„Die müssen zwar nach <strong>die</strong>ser<br />

Laufzeit komplett ausgetauscht<br />

werden, funktionieren aber über<br />

<strong>die</strong>sen Zeitra<strong>um</strong> g<strong>r<strong>und</strong></strong>solide <strong>und</strong><br />

32 | tassilo<br />

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machen keinerlei Probleme“, sagt<br />

Matthias Buchner, Fachmann für<br />

Brandschutztechnik. Der Huglfinger<br />

rüstet seit 2004 gemeinsam<br />

Matthias Buchner klebt einen<br />

Rauchmelder an <strong>die</strong> Decke.<br />

dünnere, <strong>die</strong> Montageplatte, wird<br />

entweder an <strong>die</strong> Decke geschraubt<br />

oder geklebt. Und zwar mit vorgeschriebenen<br />

Abständen zu den<br />

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mehr...<br />

80 bis 95 Dezibel werden selbst<br />

tiefschnarchende Bewohner aus<br />

ihren Betten gepfiffen. Allen voran<br />

bei ansteigendem Ton, der laut<br />

Matthias Buchner „noch besser<br />

wahrgenommen wird als ein monotoner<br />

Ton“. Damit der Rauchmelder<br />

im Falle eines Notfalls<br />

auch wirklich funktioniert, sollte<br />

er einmal jährlich geprüft <strong>und</strong> von<br />

Staub an den „Kiemen“ befreit<br />

werden. Die Prüfung kann im<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>e jeder Bewohner selbst<br />

durchführen, indem er den außen<br />

angebrachten Testknopf drückt –<br />

löst hierbei der Alarm aus, ist alles<br />

voll funktionstüchtig. Wichtig:<br />

Die regelmäßige Prüfung sollte<br />

für etwaige Versicherungsfälle<br />

protokolliert werden. „Passende<br />

Formulare findet man im Internet<br />

z<strong>um</strong> Ausdrucken“, sagt Matthias<br />

Buchner, der selbst auf <strong>die</strong><br />

derzeit modernste Version setzt:<br />

Prüfung mittels Handy-App. Die<br />

Rauchmelder, <strong>die</strong> er vertreibt, be-


So sieht ein g<strong>r<strong>und</strong></strong>solider Rauchmelder für <strong>r<strong>und</strong></strong> 30 Euro aus.<br />

inhalten einen Art Mini-Computer,<br />

über den mittels App alle relevanten<br />

Daten abgelesen <strong>und</strong> abgespeichert<br />

werden. Wer sich trotz<br />

Lesen der Gebrauchsanleitung in<br />

Sachen Installation, Wartung <strong>und</strong><br />

Prüfung unsicher ist, sollte einen<br />

Fachmann aufsuchen. Neben<br />

Brandschutztechnikern wie Matthias<br />

Buchner bieten <strong>die</strong> Kontrolle<br />

von Rauchmeldern auch einige<br />

Kaminkehrer oder Elektriker an.<br />

Letztlich ist jedoch jeder Bewohner<br />

selbst für <strong>die</strong> volle Funktionstüchtigkeit<br />

der Rauchmelder<br />

verantwortlich – eine vom Staat<br />

beauftragte Kontrolle gibt es trotz<br />

Rauchmelderpflicht nicht, da Privatpersonen<br />

niemanden in ihre<br />

Wohnung lassen müssen.<br />

Rauchmelder<br />

miteinander vernetzen?<br />

Bürger, <strong>die</strong> in größeren Häusern<br />

leben, z<strong>um</strong> Beispiel im zweiten<br />

Stock schlafen, aber auch<br />

den Heizungsra<strong>um</strong> im Keller mit<br />

Rauchmelder ausstatten möchten,<br />

sollten <strong>die</strong> Melder miteinander<br />

vernetzen. Dies geht per Funk oder<br />

durch Verkabelung. Heißt: Entwickelt<br />

sich im Heizungsra<strong>um</strong> ein<br />

Brand <strong>und</strong> löst den dortigen Alarm<br />

aus, ringt es auch beim Bewohner<br />

oben im Schlafzimmer. Wer drei,<br />

vier oder noch mehr Rauchmelder<br />

in einem Haus installiert, sollte sie<br />

nicht nur miteinander vernetzen,<br />

sondern auch an eine Zentrale<br />

schalten oder <strong>die</strong> Möglichkeit mit<br />

der Handy-App nutzen. „So kann<br />

ich auf dem Display sofort erkennen,<br />

in welchem Ra<strong>um</strong> der Alarm<br />

ausgelöst wurde <strong>und</strong> weiß somit,<br />

wo sich der Rauch entwickelt hat“,<br />

sagt Matthias Buchner. Mehrere<br />

Rauchmelder in ein <strong>und</strong> derselben<br />

Wohnung würde er dagegen<br />

nicht vernetzen, „weil es wenig<br />

Sinn macht, dass in allen Rä<strong>um</strong>en<br />

gleichzeitig <strong>die</strong> Melder losgehen“.<br />

Einer sei laut genug <strong>und</strong> könne<br />

dem rauchenden Ra<strong>um</strong> sofort<br />

zugordnet werden – auch ohne<br />

Zentrale oder Handy-App. Unabhängig<br />

davon sollte sich wirklich<br />

jeder an <strong>die</strong> gesetzliche Vorschrift<br />

halten. Nicht nur wegen der Versicherung,<br />

<strong>die</strong> im Falle eines<br />

Brandes ohne installierten Rauchmeldern<br />

wenig bis gar nichts vom<br />

entstehenden Schaden übernehmen<br />

wird. In erster Linie wegen<br />

der fünf Atemzüge – Rauchmelder<br />

retten Leben! <br />

js<br />

Rauchmelder können mittels App auf dem Smartphone geprüft werden.<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 33


Kreishandwerkerschaft Oberland<br />

<strong>Das</strong> Sprachrohr des<br />

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<strong>Weilheim</strong> I R<strong>und</strong> jeder fünfte<br />

Betrieb in den Landkreisen <strong>Weilheim</strong>-Schongau<br />

<strong>und</strong> Garmisch-<br />

Partenkirchen ist ein Handwerksunternehmen.<br />

Damit liegt <strong>die</strong><br />

Region deutlich über dem oberbayerischen<br />

Schnitt (14,7 Prozent)<br />

<strong>und</strong> auch beim Umsatz hat das<br />

hiesige Handwerk mit über 20<br />

Prozent einen hohen Anteil. Z<strong>um</strong><br />

Vergleich: Im kompletten Oberbayern<br />

sind es „nur“ knapp sechs<br />

Prozent. Kurz<strong>um</strong>: <strong>Das</strong> regionale<br />

Handwerk lebt! Einen nicht unbedeutenden<br />

Anteil an der positiven<br />

Entwicklung in der Region hat <strong>die</strong><br />

Kreishandwerkerschaft Oberland.<br />

Noch deutlicher wird <strong>die</strong>s beim<br />

Blick auf <strong>die</strong> Zahlen der Jugendlichen,<br />

<strong>die</strong> in den vergangenen<br />

Jahren ihre Ausbildung begonnen<br />

haben. Entgegen des deutschlandweiten<br />

Trends konnten Kreishandwerksmeister<br />

Stefan Zirngibl<br />

<strong>und</strong> seine Mitstreiter wieder mehr<br />

junge Menschen für eine duale<br />

Ausbildung im Handwerk begeistern.<br />

Eine Reihe an Vorteilen<br />

für Unternehmen<br />

Schlossen 2015 noch 194 Personen<br />

einen Ausbildungsvertrag ab,<br />

waren es im darauffolgenden Jahr<br />

330. 2017 wurde das Niveau nahezu<br />

gehalten. „<strong>Das</strong> sind zwar tolle Zahlen,<br />

allerdings darf man sich nicht<br />

darauf ausruhen“, weiß Roland<br />

Streim, seit 2015 Geschäftsführer<br />

der Kreishandwerkerschaft Oberland.<br />

Er ergänzt: „Ich wünsche mir<br />

mehr Nachwuchs, mehr Fachkräfte.<br />

Damit <strong>die</strong> Betriebe ihre gute Arbeit<br />

weiter anbieten können.“<br />

Kreishandwerkerschaften, in Oberbayern<br />

gibt es 15, sind Körperschaften<br />

des öffentlichen Rechts<br />

<strong>und</strong> werden durch regionale Innungen<br />

getragen. Bei der Kreishandwerkerschaft<br />

Oberland sind<br />

es insgesamt acht verschiedene<br />

Innungen. Die Aufgabe besteht in<br />

erster Linie darin, <strong>die</strong> Interessen<br />

des regionalen Handwerks im öffentlichen<br />

Leben zu vertreten sowie<br />

intern <strong>die</strong> Geschäftsführung<br />

der ihr angeschlossenen Innungen<br />

zu organisieren. Derzeit sind über<br />

750 Betriebe über <strong>die</strong> verschiedenen<br />

Innungen dem „Interessensverb<strong>und</strong>“<br />

Kreishandwerkerschaft<br />

Oberland angeschlossen.<br />

Um den Unternehmen bei der<br />

Lehrlingsfindung zu helfen, ist<br />

<strong>die</strong> Kreishandwerkerschaft viel in<br />

Geschäftsführer Roland Streim<br />

(links) <strong>und</strong> Kreishandwerksmeister<br />

Stefan Zirngibl<br />

<strong>die</strong> Organisation von Messen mit<br />

eingeb<strong>und</strong>en <strong>und</strong> ist auf solchen<br />

stets präsent. Ein Muss, schließlich<br />

erkennt Geschäftsführer Roland<br />

Streim: „Während früher auf Ausbildungsmessen<br />

angehende Lehrlinge<br />

bei Firmen für sich geworben<br />

haben, werben mittlerweile<br />

<strong>die</strong> Betriebe <strong>um</strong> <strong>die</strong> Lehrlinge“.<br />

Es ist eben jener Wandel in Ausbildungsberufen,<br />

der Handwerksunternehmen<br />

<strong>und</strong> damit auch <strong>die</strong><br />

Kreishandwerkerschaft vor Herausforderungen<br />

stellt. Streim sagt<br />

allerdings auch klar: „Ich muss<br />

unseren regionalen Betrieben ein<br />

großes Lob aussprechen, denn <strong>die</strong><br />

machen sehr viel.“<br />

Für <strong>die</strong> Betriebe selbst ist eine<br />

Mitgliedschaft in den einzelnen<br />

Innungen <strong>und</strong> damit in der Kreishandwerkerschaft<br />

keineswegs<br />

verpflichtend, bietet allerdings<br />

34 | tassilo


eine Reihe an Vorteilen: Neben<br />

Tarifverträgen, welche <strong>die</strong> Unternehmen<br />

nutzen können, gibt<br />

es vergünstigte Prüfungsgebühren.<br />

Informationsmaterialien wie<br />

R<strong>und</strong>schreiben zu Neuerungen<br />

oder Internetportale zählen ebenso<br />

z<strong>um</strong> Angebot wie Weiterbildungsmöglichkeiten,<br />

etwa betriebswirtschaftliche<br />

oder arbeitsrechtliche<br />

Seminare. Ein großer<br />

Teil ist zudem der arbeitsrechtliche<br />

Bereich. Die Kreishandwerkerschaft<br />

greift immer dann vermittelnd<br />

ein, wenn es zwischen<br />

Arbeitnehmer <strong>und</strong> Arbeitgeber<br />

Probleme gibt, hilft bei Mahnungen<br />

oder in letzter Instanz auch<br />

bei Kündigungen.<br />

Erfreuliche Zahlen<br />

entgegen des Trends<br />

Die Unterstützung reicht bis zur<br />

Vertretung vor dem Arbeitsgericht.<br />

Wichtiger Aspekt ist darüber<br />

hinaus <strong>die</strong> Zusammenarbeit der<br />

Kreishandwerkerschaft mit verschiedensten<br />

Gremien, Ausschüssen<br />

<strong>und</strong> Beiräten wie etwa dem<br />

Jobcenter oder dem Arbeitskreis<br />

Wirtschaft-Schule. „Wir sind das<br />

Sprachrohr des Handwerks“, fasst<br />

Roland Streim zusammen.<br />

Trotz erfreulicher Zahlen <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong><br />

<strong>die</strong> Kreishandwerkerschaft Oberland<br />

bereiten dem Geschäftsführer<br />

<strong>die</strong> aktuellen gesellschaftlichen<br />

Entwicklungen durchaus Sorgen.<br />

So gibt es beispielsweise seit 2014<br />

in München <strong>und</strong> Oberbayern mehr<br />

Stu<strong>die</strong>nanfänger an Universitäten<br />

<strong>und</strong> Hochschulen als Leute, <strong>die</strong> eine<br />

duale Ausbildung beginnen. Dieser<br />

Trend ist auch in den Landkreisen<br />

Garmisch-Partenkirchen <strong>und</strong> <strong>Weilheim</strong>-Schongau<br />

angekommen,<br />

wenngleich <strong>die</strong> Lage keineswegs so<br />

angespannt ist wie in vielen Teilen<br />

Bayerns. Holzberufe wie Schreiner<br />

oder Zimmerer „boomen“ laut Roland<br />

Streim regelrecht. „Die sind<br />

wieder in Mode gekommen. Es<br />

scheint fast so, als ob <strong>die</strong> traditionellen<br />

Handwerksberufe wieder<br />

richtig Zuspruch finden“, bemerkt<br />

der Geschäftsführer <strong>die</strong>sbezüglich<br />

ein Umdenken. „Man darf nicht<br />

vergessen, dass das alles hochtechnisierte<br />

Berufe sind, in denen<br />

man sich auch nach erfolgreicher<br />

Gesellenprüfung entwickeln kann“,<br />

spricht Streim <strong>die</strong> zahlreichen<br />

Möglichkeiten an, im Handwerk<br />

Karriere zu machen. Während es in<br />

technisch orientierten Berufen wie<br />

etwa im Elektrofachbereich stabile<br />

Ausbildungszahlen gibt, bereitet<br />

vor allem der Lebensmittelbereich,<br />

allen voran das Metzgerhandwerk,<br />

Kopfzerbrechen. Die Kreishandwerkerschaft<br />

wird sich <strong>die</strong>sbezüglich<br />

etwas einfallen lassen müssen,<br />

neue Wege gehen. Um generell<br />

mehr Schüler für eine duale Ausbildung<br />

zu begeistern, geht <strong>die</strong><br />

Ober-<br />

Kreishandwerkerschaft<br />

land bereits gezielt in Schulen,<br />

<strong>die</strong> das Handwerk ihrerseits<br />

wieder spürbar vermehrt<br />

integrieren. Es scheint,<br />

dass nicht nur Roland<br />

Streim erkannt hat:<br />

„Irgendwann gibt es<br />

viele Architekten,<br />

aber niemanden<br />

mehr, der das<br />

Haus bauen<br />

kann.“ tis


Gartenbautrends <strong>2018</strong><br />

Du bist der,<br />

der bestimmt<br />

Murnau I Der Frühling naht <strong>und</strong><br />

alle wollen raus an <strong>die</strong> frische Luft.<br />

Sport treiben, nach Möglichkeit<br />

an einem See liegen, Eis essen<br />

oder einfach nur im eigenen Garten<br />

arbeiten. Letzteres ist für viele<br />

eine sehr entspannende Tätigkeit<br />

<strong>und</strong> gleichzeitig verschönert sie<br />

den Wohnra<strong>um</strong> Garten. Die Trends<br />

hierfür sind im G<strong>r<strong>und</strong></strong>e einfach<br />

erklärt: Alles, was verwertbar ist.<br />

Obst <strong>und</strong> Gemüse sind also immer<br />

mehr im Trend. Schließlich wollen<br />

<strong>die</strong> Menschen nicht nur schöne<br />

Pflanzen haben, sondern sich auch<br />

ein Stück weit selbst versorgen.<br />

Und mal ehrlich: Biologischer als<br />

selbstangebaut geht nicht, da weiß<br />

man eben, was drin steckt.<br />

Gerade jetzt nach dem Winter teilt<br />

sich der Garten in verschiedene<br />

Bereiche: Die Beetflächen, <strong>die</strong> Rasenflächen<br />

<strong>und</strong> eventuell Teiche.<br />

Hier stehen erst mal einige Revisionsarbeiten<br />

im Ra<strong>um</strong>. Alle alten<br />

Blätter, <strong>die</strong> auf dem Rasen liegen,<br />

sollte man wegrechen. Vertikutieren<br />

(Grasnaben ausreißen, <strong>um</strong><br />

Boden zu lockern) sollten Gartenbesitzer<br />

dagegen erst, wenn der<br />

Boden mindestens zwölf bis 14<br />

Grad Celsius erreicht hat. In Beeten<br />

sollte <strong>die</strong> organische Masse<br />

aufgefüllt werden, <strong>die</strong> im Winter<br />

abgenommen hat: Z<strong>um</strong> Beispiel<br />

Dünger oder kompostierten H<strong>um</strong>us<br />

in den Beeten verteilen. In Teichen<br />

sollte man vor dem Gestalten des<br />

Gartens auch nach dem Rechten<br />

sehen, z<strong>um</strong> Beispiel Teichpflanzen<br />

wieder einsetzen, falls man sie im<br />

Keller überwintert hat. Schlussendlich<br />

folgt das aussäen. „Ob nun<br />

Gemüse oder Bl<strong>um</strong>en, man kann<br />

im Frühling mit der Anzucht beginnen.<br />

Erst mal auf dem Fensterbrett,<br />

ehe man sie später in den Garten<br />

pflanzt", erklärt Volker Stewens von<br />

Garten Sauer aus Murnau.<br />

Geplant wird schon<br />

im Winter<br />

Geplant wird im Winter, <strong>um</strong>gesetzt<br />

im Frühling. Weil: „Es liegt ja noch<br />

der ganze Sommer vor mir, in dem<br />

ich mich an der Gartengestaltung<br />

erfreuen kann“, sagt Volker Stewens.<br />

Obst, Gemüse, Kräuter <strong>und</strong><br />

Nüsse liegen voll im Trend. „Der<br />

Rest hängt an den Vorlieben des<br />

Gärtners“, erklärt der Gartenbauexperte.<br />

Die Möglichkeiten sind<br />

mannigfaltig: Ein Designer-Garten<br />

mit viel Rasen <strong>und</strong> wenig Bl<strong>um</strong>en,<br />

oder viele Obstbä<strong>um</strong>e, damit <strong>die</strong><br />

Kinder spielen können <strong>und</strong> man<br />

Platz im Schatten hat. Oder gar ein<br />

zweiseitiger Garten mit Nutz- <strong>und</strong><br />

Zierfläche, getrennt durch eine Hecke?<br />

Hier sei nochmal gesagt: „Du<br />

bist der, der entscheidet, was in<br />

deinen Garten kommt.“ Außerdem<br />

ist man ja nicht festgelegt. „Wenn<br />

man genug Arbeitskraft <strong>und</strong> Zeit<br />

hat, dann ist man frei. Denn dann<br />

grab ich den Ba<strong>um</strong> aus <strong>und</strong> versetze<br />

ihn oder mach einfach was Neues“,<br />

betont Stewens. Dennoch hat<br />

der Gartenexperte Tipps: <strong>Das</strong> Allerwichtigste<br />

sei eine Abgrenzung<br />

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Trends: Garten Sauer in Murnau.<br />

<strong>um</strong> den Garten. <strong>Das</strong> Zweitwichtigste<br />

seien Schatten <strong>und</strong> Terrasse.<br />

Wer also einen Garten neu macht,<br />

sei es beim Hausbau oder Hauskauf,<br />

der sollte mit der Terrasse<br />

beginnen. „Die kann für mich nicht<br />

groß genug sein“, meint Stewens.<br />

Schließlich will man ja unter anderem<br />

auch einen Tisch mit Stühlen<br />

dort unterbringen <strong>und</strong> vielleicht<br />

noch den Grill. In einem weiteren<br />

Schritt empfiehlt der Experte,<br />

den Garten einzufrieden. „Manche<br />

mögen es, <strong>die</strong> Nachbarhäuser zu<br />

sehen, <strong>und</strong> manche eben nicht.“<br />

Wer einen Sichtschutz möchte,<br />

sollte sich eine Hecke <strong>um</strong> den<br />

Garten bauen, in der Regel ist <strong>die</strong><br />

zwei Meter hoch. Gestalterisch <strong>und</strong><br />

praktisch kann man <strong>die</strong>se Hecke<br />

mit einem Ba<strong>um</strong> ergänzen: „Den<br />

kann ich so pflanzen, dass ich vom<br />

Nachbarn auch den ersten Stock<br />

nicht mehr sehe."<br />

So etwas wie Hecke <strong>und</strong> Bä<strong>um</strong>e<br />

kann man bereits während eines<br />

Hausbaus bedenken. Dann kann<br />

<strong>die</strong> Baufirma den H<strong>um</strong>us bereits<br />

andecken – <strong>und</strong> somit für Pflanzen<br />

bessere Bedingungen schaffen.<br />

Nicht immer hat man selber eine<br />

Vorstellung, was man will oder<br />

was möglich ist in der Gartengestaltung.<br />

Hier kann man sich von<br />

Gärtnereien, z<strong>um</strong> Beispiel Garten<br />

Sauer, beraten lassen. Je nachdem,<br />

wie man es lieber möchte. Entweder<br />

übernimmt man <strong>die</strong> Idee <strong>und</strong><br />

macht sich selbst an <strong>die</strong> Arbeit,<br />

oder man überlässt <strong>die</strong> Arbeit dann<br />

doch den Experten. „Da ist man<br />

ganz frei.“<br />

Apropos Garten: Zu klein gibt es<br />

nicht, <strong>um</strong> ihn zu gestalten. Laut<br />

Volker Stewens kann man jede<br />

Umgebung gestalten, sogar einen<br />

Balkon. Oft könne man kleine<br />

Gärten sogar viel cooler gestalten.<br />

Volker Stewens erinnert<br />

sich an <strong>die</strong>ser Stelle an<br />

einen kleinen Garten,<br />

den er vor Jahren in<br />

Penzberg gestaltet hatte:<br />

Die Dame des Hauses<br />

wollte einen Springbrunnen.<br />

„Und dann<br />

entstand alles <strong>um</strong> den<br />

Brunnen her<strong>um</strong>. Am<br />

Ende hatten wir keinen<br />

Rasen mehr, nur befestigte<br />

Wege <strong>und</strong> Beete<br />

<strong>und</strong> es war voll der Bringer.“ Ob<br />

jemand seinen Garten nun französisch,<br />

japanisch oder ganz normal<br />

gestaltet? Ein weiterer Trend sind<br />

Bienennutzpflanzen, also Pflanzen,<br />

<strong>die</strong> Bienen gerne anfliegen,<br />

weil sie viel Nektar zu bieten haben.<br />

Diese Bl<strong>um</strong>en sind meist nicht<br />

nur farbenprächtig, sie tragen auch<br />

z<strong>um</strong> Erhalt der Artenvielfalt bei.<br />

„Was man jedoch unbedingt sagen<br />

muss, egal zu welchem Garten: Er<br />

ist nur schön mit einem Gärtner“,<br />

betont Volker Stewens. Einem Garten<br />

sehe man es an, sobald der<br />

Gärtner keinen Bock mehr habe,<br />

ihn zu pflegen. Deshalb sollte<br />

man sich bereits im Vorhinein<br />

gut überlegen, ob man sich einen<br />

Garten tatsächlich leisten kann<br />

<strong>und</strong> will. „Der Garten ist in unserer<br />

schnelllebigen Zeit eine ganz<br />

langsam pulsierende Konstante“,<br />

sagt Stewens. Man könne noch so<br />

viel Superdünger verwenden, der<br />

Frühling komme jedoch erst dann,<br />

wenn er kommt. „Es blüht, wenn<br />

es blüht.“ Und <strong>die</strong> Gartenpflege?<br />

Die entschleunigt uns hektischen<br />

Menschen so oder so – unerheblich<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 37


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<strong>Weilheim</strong> I R<strong>und</strong> 20 Prozent aller<br />

Eigenheimbesitzer haben eine<br />

Photovoltaik-Anlage auf ihrem<br />

Dach. Der durch Sonne <strong>und</strong> Licht<br />

erzeugte „grüne“ Strom wird entweder<br />

ins Stromnetz eingespeist<br />

oder direkt z<strong>um</strong> Kochen, Waschen<br />

oder Fernsehen verbraucht. Letzteres<br />

war viele Jahre nur tagsüber<br />

möglich – so lange <strong>die</strong> Sonne auf<br />

<strong>die</strong> Zellen schien <strong>und</strong> Strom erzeugt<br />

wurde. Inzwischen aber gibt<br />

es ausgereifte Speichermöglichkeiten,<br />

dank denen Hausbesitzer<br />

den eigens produzierten Strom<br />

auch nachts nutzen können. Batteriespeicher<br />

für Eigenheime gibt es<br />

seit 2011 <strong>und</strong> ermöglichen heute<br />

eine autarke Stromversorgung von<br />

70 bis 80 Prozent. „Mittlerweile<br />

entscheiden sich 90 Prozent unserer<br />

K<strong>und</strong>en für eine PV-Anlage mit<br />

Batteriespeicher“, sagt Michael<br />

Hildebrandt, Fachberater bei „actensys“.<br />

Technisch sieht das Ganze<br />

wie folgt aus: Neben den gewöhnlichen<br />

PV-Modulen wird zusätzlich<br />

eine <strong>r<strong>und</strong></strong> ein auf ein Meter große<br />

Anlage benötigt, in der sich Batteriemodule,<br />

ein Wechselrichter<br />

sowie ein intelligentes Batteriemanagement<br />

befinden. Die<br />

Aufgabe der Batteriemodule ist<br />

klar: darin wird der Sonnenstrom<br />

gespeichert. Der Wechselrichter,<br />

der auch bei PV-Anlagen ohne<br />

Speicher benötigt wird, <strong>die</strong>nt zur<br />

Umwandlung des Stroms. Hinterg<strong>r<strong>und</strong></strong>:<br />

Bei dem auf dem Dach produzierten<br />

Strom handelt es sich<br />

<strong>um</strong> Gleichstrom, kurz DC, mit dem<br />

der Verbraucher nichts anfangen<br />

kann. Erst <strong>die</strong> Umwandlung in<br />

Wechselstrom, kurz AC, ermöglicht<br />

dem Verbraucher <strong>die</strong> Nutzung des<br />

Stroms.<br />

Höherer Wirkungsgrad<br />

mit DC-Speicher<br />

Und der Batteriemanager? „Den<br />

könnte man einfach gesagt als<br />

kleinen Computer bezeichnen,<br />

der das Speichersystem intelligent<br />

steuert."<br />

Ganz entscheidend in Sachen „PV-<br />

Strom in Batterien speichern“: Erst<br />

abspeichern, dann <strong>um</strong>wandeln.<br />

„Es gibt Anlagen mit sogenanntem<br />

AC-Speicher, bei denen der<br />

komplette Solarstrom zunächst in<br />

Wechselstrom, für das Speichern<br />

in <strong>die</strong> Batterie zurück in Gleichstrom,<br />

<strong>und</strong> schließlich für <strong>die</strong><br />

Nutzung aus der Batterie erneut<br />

in Wechselstrom <strong>um</strong>gewandelt<br />

wird“, sagt Michael Hildebrandt.<br />

Durch <strong>die</strong>ses dreifache Hin <strong>und</strong> Her<br />

sei der Wirkungsgrad wesentlich<br />

niedriger. Die PV-Anlagen von „actensys“<br />

sind vorzugsweise an DC-<br />

Speicher gekoppelt. Bedeutet: Der<br />

PV-Strom, der nicht für <strong>die</strong> direkte<br />

Nutzung verbraucht wird, geht<br />

ohne Umwandlung in <strong>die</strong> Batterie,<br />

wird somit nur einmal <strong>um</strong>gewandelt<br />

– sobald der Batteriestrom<br />

gebraucht wird. Der Speicherkas-<br />

38 | tassilo<br />

ENTWURF / PLANUNG / BAULEITUNG<br />

ENTWURF / PLANUNG / BAULEITUNG<br />

ENTWURF PLANUNG BAULEITUNG<br />

Solarplatten auf dem Dach, den<br />

Batteriespeicher mit Wechselrichter<br />

<strong>und</strong> Manager im Keller.


ten mit Batteriemodulen, Wechselrichter<br />

<strong>und</strong> Batteriemanager,<br />

der mittels Stromkabel an <strong>die</strong> PV-<br />

Anlage geknüpft wird, kann in nahezu<br />

jeder Rä<strong>um</strong>lichkeit installiert<br />

werden – vorausgesetzt, es herrschen<br />

mindestens fünf Grad Celsius,<br />

<strong>um</strong> Qualität <strong>und</strong> Langlebigkeit<br />

der Batterien aufrecht zu erhalten.<br />

Apropos Batterien: In jedem Speicherkasten<br />

haben mehrere Batterien<br />

Platz, so dass je nach Bedarf<br />

von anfangs zwei Modulen auf<br />

bis zu sechs nachgerüstet werden<br />

kann. Eine junge Familie mit zwei<br />

Kindern beispielsweise kommt in<br />

der Regel mit zwei, höchstens drei<br />

Batteriemodulen sehr gut durch<br />

sonnenfreie Abende <strong>und</strong> Nächte.<br />

Letztlich wird jede PV-Anlage, ob<br />

mit oder ohne Batteriespeicher, individuell<br />

dem Bedarf des K<strong>und</strong>en<br />

angepasst. Hierfür ist eine <strong>um</strong>fangreiche<br />

Beratung <strong>und</strong> Stromverbrauchsanalyse<br />

erforderlich.<br />

Die Firma „actensys“ bietet Beratung,<br />

Analyse <strong>und</strong> Angebot den<br />

K<strong>und</strong>en kostenlos an.<br />

Batteriespeicher ab<br />

10 000 Euro<br />

Die Kosten eines qualitativ g<strong>r<strong>und</strong></strong>soliden<br />

Batteriespeichers, Wechselrichter<br />

<strong>und</strong> „Manager“ inklusive,<br />

beginnen bei <strong>r<strong>und</strong></strong> 10 000 Euro.<br />

Generell sind PV-Anlagen, ob mit<br />

oder ohne Batteriespeicher, nach<br />

zehn bis 15 Jahren refinanziert, werfen<br />

ab dann Reingewinn ab. Wer<br />

seine Anlage finanzieren möchte<br />

oder muss, hat über den aus der<br />

TV-Werbung bekannten KfW-Kredit<br />

<strong>die</strong> Möglichkeit auf Fördergeld. Die<br />

Einspeisevergütung von Solarstrom<br />

liegt für eine Inbetriebnahme im<br />

Jahr <strong>2018</strong> bei derzeit zwölf Cent.<br />

Sinn macht eine PV-Anlage für jeden<br />

hiesigen Hauseigentümer, der<br />

ein dafür geeignetes Dach besitzt.<br />

Denkmalschutz <strong>und</strong> steile Norddächer<br />

sind zwei seltene Gründe,<br />

<strong>die</strong> <strong>die</strong> Installation einer solchen<br />

Anlage verhindern. Dagegen sehr<br />

wirtschaftlich sind PV-Anlagen auf<br />

Ost-West-Dächern, insofern <strong>die</strong><br />

Dachschräge weniger als 45 Grad<br />

beträgt.<br />

1 800 PV-Anlagen in<br />

ganz Deutschland<br />

Die Firma „actensys“ mit Hauptsitz<br />

in Ellzee (Schwaben) <strong>und</strong> Niederlassung<br />

in <strong>Weilheim</strong> beschäftigt<br />

derzeit 50 Mitarbeiter. Gegründet<br />

wurde das Ingenieurbüro 2008,<br />

konnte seither mehr als 1 800 PV-<br />

Anlagen deutschlandweit planen<br />

<strong>und</strong> bauen. „Von der kleinen Zwei-<br />

Kilo-Watt-Dachanlage bis hin z<strong>um</strong><br />

Zehn-Megawatt-Park machen wir<br />

wirklich alles“, sagt Martin Pape,<br />

Niederlassungsleiter von „actensys“<br />

in <strong>Weilheim</strong>. Darin verstecken<br />

sich auch <strong>die</strong> neuesten Techniken.<br />

Z<strong>um</strong> Beispiel könne man nicht nur<br />

den Batteriespeicher mit einer<br />

E-Auto-Ladestation koppeln, sondern<br />

in Zukunft auch <strong>um</strong>gekehrt<br />

den Strom des E-Auto-Akkus für<br />

den Hausverbrauch nutzen. js<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 39


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Kompetenz aus einer Hand<br />

in Sachen Fensterbau<br />

Scheuring I Egal ob bei Neubau,<br />

Sanierung oder einfach nur zur<br />

Steigerung des Wohnkomforts –<br />

<strong>die</strong> Firma mursall unterstützt ihre<br />

K<strong>und</strong>en möglichst schnell <strong>und</strong><br />

kompetent. <strong>Das</strong> Besondere beim<br />

Fensterbauer <strong>und</strong> Türspezialisten<br />

aus Scheuring ist <strong>die</strong> Tatsache, dass<br />

<strong>die</strong> Fertigung der eingebauten<br />

Fenster direkt hausintern passiert.<br />

Durch <strong>die</strong> In-Haus-Produktion der<br />

Fenster hat mursall <strong>die</strong> Möglichkeit,<br />

eine große Vielfalt an Fenstern<br />

<strong>und</strong> Fenstersystemen anzubieten.<br />

So können K<strong>und</strong>en aus zahlreichen<br />

bestehenden Designs oder<br />

Spezialanfertigungen auswählen.<br />

Profile des Partners VEKA für<br />

Fenster-, Haus- <strong>und</strong> Schiebetüren<br />

sowie Wintergärten bieten zusätzliche<br />

Varianten <strong>und</strong> technische<br />

Möglichkeiten, so dass insgesamt<br />

über 1600 verschiedene Profile<br />

zur Verfügung stehen. Mit <strong>die</strong>sen<br />

lassen sich alle gewünschten<br />

Fenster- <strong>und</strong> Fenstertürtypen individuell<br />

fertigen. In der <strong>r<strong>und</strong></strong> 2000<br />

Quadratmeter großen Produktionsanlage<br />

in Scheuring bei Kaltenberg<br />

trifft traditionelles Handwerk auf<br />

moderne Fertigungstechniken.<br />

Hier werden Fenster, Türen <strong>und</strong><br />

Rollläden der Marke mursall gefertigt.<br />

Damit das Unternehmen<br />

ein Höchstmaß an Präzision <strong>und</strong><br />

Leistungsstärke garantieren kann,<br />

wird ein leistungsstarker Maschinenpark<br />

genutzt, darunter ein<br />

CNC-Bearbeitungszentr<strong>um</strong> <strong>und</strong><br />

eine Vier-Kopf-Schweißmaschine<br />

mit Verputzautomaten. Bevor <strong>die</strong><br />

Fenster <strong>die</strong> Produktionshallen verlassen,<br />

werden alle Produkte einer<br />

Qualitätsprüfung unterzogen.<br />

Kompletter Austausch<br />

in kürzester Zeit<br />

Auf <strong>r<strong>und</strong></strong> 2 000 Quadratmetern werden <strong>die</strong> mursall-Fenster gefertigt.<br />

Nicht nur Produkte, auch Mitarbeiter<br />

werden bei mursall regelmäßigen<br />

Qualitätskontrollen<br />

unterzogen. Ein Sachverständiger<br />

für Kunststofffenster<br />

überprüft in<br />

der Montage <strong>und</strong> auch<br />

in der Produktion das<br />

Unternehmen. Er besucht<br />

mursall fünf- bis<br />

sechsmal im Jahr ohne<br />

Voranmeldung <strong>und</strong> begutachtet<br />

<strong>die</strong> Leistungen<br />

der Monteure auf den<br />

jeweiligen Baustellen.<br />

Alles, <strong>um</strong> <strong>die</strong> hohe Qualität<br />

auch weiterhin zu garantieren.<br />

Denn das Problem ist wahrlich<br />

nicht selten: Die alten Fenster Zuhause<br />

sind schon <strong>und</strong>icht, es zieht<br />

durch alle Ritzen. Eigentlich müssten<br />

dringend neue Fenster her.<br />

Häufig schreckt man jedoch wegen<br />

der Befürchtung, keinen Termin zu<br />

bekommen, vor dem Einbau neuer<br />

Fenster zurück. Bis <strong>die</strong> alljährliche<br />

Abrechnung des Energieversorgers<br />

ins Haus flattert <strong>und</strong> man<br />

<strong>die</strong> schlechte Isolierung der alten<br />

Modelle verflucht. Vielleicht besteht<br />

aber auch nur der Wunsch,<br />

unsichere Fenster gegen neue,<br />

einbruchsichere auszutauschen.<br />

Um seinen K<strong>und</strong>en bezüglich der<br />

Zeit <strong>und</strong> auch des zu erwartenden<br />

Drecks <strong>die</strong> Vorbehalte zu nehmen,<br />

<strong>die</strong> häufig mit dem Fenstereinbau<br />

verb<strong>und</strong>en sind, zeigt das Team<br />

der Firma mursall wie schnell <strong>und</strong><br />

sauber Fachleute arbeiten. Bei<br />

mehreren Live-Fenstereinbauten<br />

demonstrieren Monteure live <strong>und</strong><br />

in Farbe, wie unkompliziert <strong>und</strong><br />

staubfrei so ein Einbau sein kann,<br />

schließlich sind <strong>die</strong> Mitarbeiter<br />

Durch <strong>die</strong> In-Haus-Produktion der Fenster<br />

kann mursall eine große Vielfalt anbieten.<br />

darauf geschult, das Zuhause nicht<br />

zu verschmutzen. Neue Fenster<br />

aus dem Hause mursall werden<br />

passgenau gefertigt <strong>und</strong> binnen<br />

kürzester Zeit eingesetzt. Je nach<br />

Modell dauert ein solch kompletter<br />

Austausch lediglich 15 Minuten. Ein<br />

abschließender Funktionstest stellt<br />

sicher, dass alles richtig sitzt.<br />

Über 50 Jahre ein<br />

verlässlicher Partner<br />

Seit nunmehr über 50 Jahren setzt<br />

sich das Unternehmen immer wieder<br />

mit den neuen Anforderungen<br />

zu den Themen Fenster, Türen <strong>und</strong><br />

Haustüren sowie Tore, Beschattung<br />

<strong>und</strong> Insektenschutz auseinander.<br />

Auf über 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche<br />

kann der K<strong>und</strong>e<br />

<strong>die</strong> vielfältigen Lösungen, <strong>die</strong><br />

mursall bietet, ausgiebig testen<br />

<strong>und</strong> sich fachmännisch beraten<br />

lassen. Ein eingerichteter Blog<br />

auf der Internetseite bietet zudem<br />

vielfältige <strong>und</strong> aktuelle Informationen<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> das Thema Fenster<br />

(www.mursall.de). tis<br />

40 | tassilo


Fördermittel für Bauherren<br />

Attraktiver<br />

<strong>und</strong> teurer denn je<br />

<strong>Tassilo</strong>land I Bauen ist attraktiv <strong>und</strong><br />

teuer wie nie. Umso wichtiger ist es,<br />

sich einen aktuellen Überblick über<br />

mögliche Förderungen zu verschaffen.<br />

Diese gibt es in Form vergünstigter<br />

Darlehen, Zuschüssen <strong>und</strong><br />

Subventionen. Wer den Wunsch<br />

vom Eigenheim verwirklichen will,<br />

muss dafür tief in <strong>die</strong> Tasche greifen.<br />

Doch angehende Hausbesitzer<br />

können sich Unterstützung durch<br />

verschiedene Förderprogramme<br />

holen. Der wohl bekannteste Förderer<br />

von Neubauvorhaben ist <strong>die</strong><br />

KfW-Bank. Sie fördert den Bau von<br />

Wohnungseigent<strong>um</strong> mit zinsvergünstigten<br />

Darlehen <strong>und</strong> Tilgungszuschüssen.<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>sätzlich gilt: Je<br />

besser <strong>die</strong> Energieeffizienz des<br />

Gebäudes, desto höher <strong>die</strong> Förderung.<br />

Es werden aber auch einzelne<br />

Energieeffizienz-Maßnahmen<br />

oder eine Nachhaltigkeits-Bewertung<br />

gefördert.<br />

Wer kann Förderungen<br />

beantragen?<br />

Alle Privatpersonen, <strong>die</strong> selbst<br />

genutztes Wohneigent<strong>um</strong> bauen<br />

oder energetisch sanieren, können<br />

unabhängig von Alter <strong>und</strong> Familienstand<br />

einen Kredit aus dem<br />

KfW-Wohneigent<strong>um</strong>sprogramm<br />

beantragen. Es gilt: Erst Förderung<br />

beantragen <strong>und</strong> dann loslegen.<br />

Beantragt wird das Darlehen über<br />

<strong>die</strong> Hausbank. Fördergegenstand<br />

ist der Bau selbst genutzten Wohneigent<strong>um</strong>s.<br />

Berücksichtigt werden<br />

<strong>die</strong> G<strong>r<strong>und</strong></strong>stücks-, Bau- sowie Baunebenkosten<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Kosten der<br />

Außenanlagen.<br />

Der Förderhöchstbetrag pro Wohneinheit<br />

beläuft sich auf 100 000<br />

Euro. Die Zinsen für <strong>die</strong> Darlehen<br />

werden für <strong>die</strong> ersten zehn oder 20<br />

Jahre Laufzeit aus Mitteln des B<strong>und</strong>es<br />

vergünstigt <strong>und</strong> liegen dementsprechend<br />

etwas unterhalb der<br />

üblichen Marktzinsen. Neben der<br />

Zinsvergünstigung wird zusätzlich<br />

ein Tilgungszuschuss gewährt: für<br />

das KfW55 Haus fünf Prozent der<br />

Darlehenss<strong>um</strong>me, höchstens jedoch<br />

5 000 Euro je Wohneinheit;<br />

für das KfW40 Haus zehn Prozent<br />

der Darlehenss<strong>um</strong>me, höchstens<br />

jedoch 10 000 Euro je Wohneinheit;<br />

für das KfW40+ Haus 15 Prozent<br />

der Darlehenss<strong>um</strong>me, höchstens<br />

jedoch 15 000 Euro je Wohneinheit.<br />

Konkret bedeutet das, dass der<br />

Bauherr einer KfW40-plus-Wohneinheit<br />

bei einem 100 000-Euro-<br />

Darlehen nur 85 000 Euro zurückzahlen<br />

muss, 15 000 Euro sind<br />

seine Förderung. Plant der Bauherr<br />

von Beginn an eine Einliegerwohnung<br />

mit ein, verdoppeln sich<br />

<strong>die</strong>se Beträge. Die Förderziele werden<br />

unterschiedlich subventioniert.<br />

Eine Nachhaltigkeitsuntersuchung<br />

wird beispielsweise mit 50 Prozent<br />

bezuschusst.<br />

Weitere<br />

Förderungen<br />

Ähnlich der KfW-Bank gibt es<br />

auch auf Länderebene Förderbanken,<br />

<strong>die</strong> günstige Darlehen<br />

<strong>und</strong> Zuschüsse für den Bau oder<br />

Kauf des Eigenheims gewähren.<br />

Je nach B<strong>und</strong>esland sind <strong>die</strong> Förderungsbedingungen<br />

verschieden.<br />

Mit dem Wohn-Riester fördert der<br />

Staat durch das Eigenheimrentengesetz<br />

Verträge mit staatlichen<br />

Zulagen <strong>und</strong> Steuervergünstigungen.<br />

<strong>Das</strong> G<strong>r<strong>und</strong></strong>prinzip: Wer einen<br />

Teil seines Einkommens in einen<br />

Wohnriester-Vertrag einzahlt, bekommt<br />

Zuschüsse vom Staat <strong>und</strong><br />

kann Einzahlungen als Sonderausgaben<br />

von der Steuer absetzen.<br />

<strong>Das</strong> eingezahlte Geld muss beim<br />

Wohn-Riester für eine Immobilie<br />

verwendet werden – etwa, indem<br />

es direkt in einen Bausparvertrag<br />

eingezahlt wird. Über das Wohnra<strong>um</strong>förderungsgesetz<br />

stellen<br />

B<strong>und</strong>esländer Mittel zur Verfügung,<br />

<strong>um</strong> vor allem einkommensschwächeren<br />

<strong>und</strong> kinderreichen<br />

Familien z<strong>um</strong> eigenen Heim zu<br />

verhelfen. tdx Quelle: Mein Ziegelhaus<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 41


Altbau-Restaurator Dr. Thomas Becker<br />

Zurück z<strong>um</strong> gotischen<br />

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Peißenberg I Dr. Thomas Becker<br />

jobbte schon während des<br />

Medizin-Studi<strong>um</strong>s bei einem Antiquitätenhändler.<br />

„Handarbeit<br />

mit Holz sowie alte Gegenstände<br />

haben mich schon immer fasziniert“,<br />

sagt er. Nach der Promotion<br />

suchte er gezielt nach einem<br />

traditionellen Handwerker, der<br />

ihm qualitativ hochwertige Handarbeit<br />

mit Holz beibringt. Fündig<br />

wurde er im Ahrntal, Südtirol,<br />

wo ihm ein Tischler verschiedene<br />

Hobeltechniken sowie das Nageln<br />

mit Holznägeln zeigte. „Wertvolle<br />

Techniken, <strong>die</strong> heute niemand<br />

mehr verwendet.“ Heute lebt der<br />

70-Jährige gemeinsam mit Ehefrau<br />

Marlies im ältesten Holzhaus<br />

des <strong>Tassilo</strong>landes, im drittältesten<br />

Blockbau Bayerns, entstanden im<br />

Jahre 1455. Von außen erkennbar<br />

ist <strong>die</strong>ses stattliche Alter für Kenner<br />

des gotischen Baustils auf den<br />

ersten Blick. Allerdings erst, seit<br />

sich Thomas Becker selbst an <strong>die</strong><br />

Arbeit machte. Als Kinderarzt ver<strong>die</strong>nt<br />

der in Oldenburg Geborene<br />

<strong>und</strong> in Starnberg Aufgewachsene<br />

schon lange nicht mehr sein Geld.<br />

Er restauriert seit 35 Jahren alte<br />

Häuser – <strong>und</strong> zwar so lange, bis<br />

sie ihre Ursprungsform wieder erreicht<br />

haben. Dafür hat er mehrere<br />

Auszeichnungen bekommen –<br />

<strong>und</strong> drei Herzinfarkte, „weil ich<br />

phasenweise an drei Projekten<br />

gleichzeitig gearbeitet habe, was<br />

viel zu viel war“. Glücklicherweise<br />

überstand Dr. Thomas Becker alle<br />

drei Infarkte gut. Und <strong>die</strong> Lust am<br />

Häuser restaurieren? Die hat er<br />

noch immer nicht verloren. „Eigentlich<br />

wollte ich <strong>2018</strong> aufhören,<br />

aber dann ist eine Anfrage nahe<br />

Irschenberg eingegangen, ein<br />

faszinierendes Projekt, das konnte<br />

ich nicht ausschlagen.“ Elf Monate<br />

hat er nun gemeinsam mit seinen<br />

zwei festangestellten Mitarbeitern<br />

sowie ausgewählten Handwerkern<br />

Zeit, <strong>die</strong>ses große Anwesen in das<br />

Barocke Holztüren sind fester Bestandteil<br />

des Lagers.<br />

<strong>um</strong>zuwandeln, was es einmal<br />

war: Ein barockes Bauernhaus.<br />

Aufregend wird’s beim<br />

Wände Abtragen<br />

Etliche alte Häuser hat Dr. Thomas<br />

Becker in seiner bisherigen Laufbahn<br />

restauriert. Überwiegend<br />

im Allgäu. Aber auch in Brandenburg,<br />

Kitzbühel <strong>und</strong> Kirchberg<br />

oder in näherer Umgebung.<br />

Werbung musste er für seine Berufung<br />

nie machen. „Kein einziges<br />

Mal.“ Dr. Thomas Becker hat<br />

nicht mal PC, Internet oder Handy.<br />

Vorher <strong>und</strong> nachher: <strong>Das</strong> Bild links zeigt den Anfang<br />

der Restaurierungsarbeit von Dr. Thomas<br />

Becker. Rechts ist das tolle Endergebnis zu sehen.<br />

42 | tassilo


Jahrh<strong>und</strong>erte altes Material lagert Dr. Thomas Becker unter anderem<br />

bei sich Zuhause, dem drittältesten Holzhaus Bayerns.<br />

Leute, <strong>die</strong> sich ein ursprüngliches<br />

Bauernhaus von ihm wünschen,<br />

finden irgendwie immer zu dem<br />

begabten Handwerker. „Mittels<br />

M<strong>und</strong>propaganda, oftmals über<br />

viele Ecken.“ Steht <strong>die</strong> Zusage für<br />

ein Projekt, wird’s vor allem für<br />

Dr. Thomas Becker selbst sehr<br />

spannend. Die Häuser, <strong>die</strong> er in<br />

Angriff nimmt, weisen meistens<br />

nur an einer kleinen Stelle Merkmale<br />

stattlichen Alters auf. „Oft ist<br />

es der Dachstuhl.“ Welche Schätze<br />

<strong>die</strong> Häuser im Detail verbergen,<br />

zeigt sich erst beim schrittweisen<br />

Abtragen der meist zahlreichen<br />

Sanierungs- <strong>und</strong> Erneuerungsschichten,<br />

<strong>die</strong> an alten Häusern<br />

über Jahrzehnte <strong>und</strong> Jahrh<strong>und</strong>erte<br />

angebracht wurden – <strong>und</strong> <strong>die</strong><br />

Dr. Thomas Becker überwiegend<br />

„einfach nur schrecklich“ findet.<br />

Hölzer sind bis zu<br />

560 Jahre alt<br />

Hinter den in ihren Ursprung zurückversetzten<br />

Häusern steckt also<br />

knochenharte Arbeit, „<strong>die</strong> vor allem<br />

zu Beginn alles andere als<br />

schön ist“. Müll, Schimmel oder<br />

unges<strong>und</strong>e Baustoffe, <strong>die</strong> für ihn<br />

nicht ansatzweise in Frage kämen,<br />

„weil ich mir als Arzt nicht<br />

nur <strong>die</strong> technische Seite anschaue,<br />

sondern auch immer überlege,<br />

wie sich Material <strong>und</strong> Bauweise<br />

auf unsere Ges<strong>und</strong>heit <strong>und</strong> unser<br />

Wohlbefinden auswirken“. Hat Dr.<br />

Thomas Becker gemeinsam mit<br />

seinen Mitarbeitern Bretter, Presspapp,<br />

Putz <strong>und</strong> Farbe abgerissen<br />

<strong>und</strong> abgewaschen, kommen oft<br />

bestens erhaltene Wände, Decken<br />

<strong>und</strong> Böden z<strong>um</strong> Vorschein, <strong>die</strong> bis<br />

zu 560 Jahre alt sind. Alles, was<br />

davon nicht mehr stabil, schön genug<br />

oder ausreichend vorhanden<br />

ist, ersetzt oder ergänzt Dr. Becker<br />

durch aus ähnlicher Zeit stammende<br />

Fenster, Türen, Balken <strong>und</strong><br />

Bretter, „<strong>die</strong> ich im Alpengebiet<br />

zusammensammle“. In mehreren<br />

Lagern bewahrt er seine Schätze<br />

auf, richtet sie in seinen Werkstätten<br />

her. Insgesamt dauert <strong>die</strong><br />

Restaurierung eines Hauses <strong>r<strong>und</strong></strong><br />

ein Jahr, kostet am Größenbeispiel<br />

„durchschnittliches Einfamilienhaus“<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> 400 000 Euro. „Es<br />

heißt immer, dass so eine Altbaurestaurierung<br />

wesentlich teurer<br />

als Abriss <strong>und</strong> Neubau sind, aber<br />

das stimmt nicht.“ Auch <strong>die</strong> Angst<br />

vieler Bürger, dass in den Urzustand<br />

restaurierte Häuser nicht<br />

> > > Altholz gesucht<br />

langlebig sind, sei laut Dr. Thomas<br />

Becker absolut falsch. Er selbst lebt<br />

seit 1989 auf, neben <strong>und</strong> unter 560<br />

Jahre altem Fichtenholz, das hervorragende<br />

Dämm- <strong>und</strong> Brandschutzwerte<br />

Sommer wie Winter,<br />

vollkommene Stabilität <strong>und</strong> ein<br />

äußerst ges<strong>und</strong>es Ra<strong>um</strong>klima aufweist.<br />

Die uralten Holzwände seines<br />

alten Bauernhauses sind auch<br />

nicht dick. Von außen nach innen<br />

betrachtet: 15 Zentimeter Holzblock<br />

(Außenwand), drei Zentimeter Luft<br />

(Zwischenschicht), zwei Zentimeter<br />

Getäfel (Innenwand). Modern<br />

<strong>und</strong> nicht aus 1455 sind in seinem<br />

Haus lediglich Wasseranschlüsse,<br />

Elektrik <strong>und</strong> Heizung. „Und natürlich<br />

das F<strong>und</strong>ament.“ Früher<br />

wurden Holzhäuser direkt auf den<br />

Boden gesetzt. „Klar, dass so recht<br />

schnell Kälte <strong>und</strong> Feuchtigkeit ins<br />

Innere dringen.“ Deshalb sei das<br />

A <strong>und</strong> O bei Dr. Beckers Restaurierungsarbeiten<br />

ein ordentliches<br />

F<strong>und</strong>ament, in Beckers Fall mit<br />

Ziegelsteinen gemauert, gepaart<br />

mit einer Trockenlegung – eine<br />

Schutzschicht gegen Feuchtigkeit.<br />

Nachfolger aus<br />

Wessobrunn<br />

Ob Dr. Thomas Becker seine einzigartige<br />

Restaurations-Arbeit<br />

nach dem Irschenberg-Projekt<br />

endgültig an den Nagel hängt?<br />

„Festlegen möchte ich mich noch<br />

nicht.“ Sein Nachfolger jedenfalls<br />

steht schon in den Startlöchern.<br />

Ein junger Mann aus Wessobrunn,<br />

handwerklich hochbegabt <strong>und</strong> seit<br />

gera<strong>um</strong>er Zeit gemeinsam mit<br />

Thomas Becker <strong>und</strong> Team auf den<br />

Baustellen. <br />

js<br />

Dr. Thomas Becker sammelt im kompletten deutschsprachigen<br />

Ra<strong>um</strong> Böden, Decken, Fenster <strong>und</strong> Türen uralter Häuser, <strong>die</strong> er bei<br />

gutem Erhalt für seine Restaurierungen wieder verwendet. Wer alte<br />

Objekte z<strong>um</strong> Abriss frei gibt, kann sich beim Altbau-Restaurator unter<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 43


Haustiergerechtes Bauen <strong>und</strong> Wohnen<br />

Klappe zu, Katze drin<br />

Jetzt schon an den<br />

Sommer denken...<br />

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<strong>Tassilo</strong>land I Menschen halten<br />

gerne Haustiere. <strong>Das</strong> ist in ganz<br />

Deutschland nicht anders als<br />

im Oberland. Katzen führen <strong>die</strong><br />

Rangliste der häufigsten Haustiere<br />

an, dicht gefolgt von H<strong>und</strong>en. An<br />

dritter Stelle stehen Kleintiere wie<br />

Hamster, Meerschweinchen <strong>und</strong><br />

Kaninchen. Manche halten Haustiere<br />

wegen der Kinder, andere<br />

aus eigenem Interesse. In beiden<br />

Fällen wichtig: <strong>die</strong> Tiere richtig<br />

zu halten. Ein erster wichtiger<br />

Hinweis: Man sollte nicht vergessen,<br />

dass man nicht mehr alleine<br />

wohnt. Und: „Jedes Haustier<br />

braucht seinen Platz, sowohl im<br />

als auch außerhalb des Hauses“,<br />

sagt Janine Weigelt, Vorsitzende<br />

des Tierschutzvereins <strong>Weilheim</strong>-<br />

Schongau. „<strong>Das</strong> kann ich mir bereits<br />

beim Bau eines Hauses überlegen,<br />

dann kann ich hier schon<br />

einige Dinge wie Klappen <strong>und</strong><br />

Aufgänge einplanen."<br />

Im Falle eines H<strong>und</strong>es gibt es <strong>die</strong><br />

Vorüberlegung, ob er Familienanschluss<br />

haben soll, oder nicht ins<br />

Haus darf. Bei letzterem gilt es<br />

genug Platz im Garten bereitzustellen,<br />

<strong>um</strong> einen angemessen<br />

Zwinger bauen zu können. Der<br />

sollte ausreichend Platz nach der<br />

H<strong>und</strong>everordnung sowie einen<br />

witterungsgeschützten Ort für den<br />

H<strong>und</strong> bieten – falls es regnet oder<br />

schneit. Und eine isolierte H<strong>und</strong>ehütte,<br />

<strong>die</strong> der Vierbeiner mit<br />

seiner Körperwärme warmhalten<br />

kann.<br />

Nicht Richtung<br />

vielbefahrener Straße<br />

Wer sich eine Katze zulegen<br />

möchte, <strong>die</strong>se Freigänger wird,<br />

für den gibt es auch einiges zu bedenken.<br />

Nämlich <strong>die</strong> Lage der Katzenklappe.<br />

Diese kann in Türen,<br />

in Fensterscheiben oder auch in<br />

Wänden installiert werden. Doch<br />

ganz wichtig: „Sie sollte nie direkt<br />

zu einer viel befahrenen Straße<br />

hinausführen, also lieber Richtung<br />

Garten oder an einer Kellertür angebracht<br />

sein.“ Außerdem sollte<br />

der Garten eingezäunt sein – hoch<br />

genug <strong>und</strong> nicht zu breitmaschig,<br />

damit <strong>die</strong> Tiere nicht auf <strong>die</strong> Straße<br />

laufen können. Gleiches gilt übrigens<br />

für H<strong>und</strong>eklappen, wobei<br />

hier <strong>die</strong> Anbringung am Kellereingang<br />

besonders von Vorteil ist,<br />

<strong>um</strong> den verschmutzen H<strong>und</strong> nach<br />

einem verregneten Spaziergang<br />

gleich abwaschen zu können.<br />

Die Klappen an sich sind facettenreich:<br />

Es gibt sie mit Öffnungsmechanismus<br />

in beide Richtungen,<br />

so dass alle Tiere, auch <strong>die</strong> aus<br />

der Nachbarschaft, ohne Beschränkung<br />

bei einem zu Hause<br />

rein <strong>und</strong> raus können. Dann gibt<br />

es sie mit Drei- oder Vierwege-<br />

Verriegelungen, was vor allem<br />

während der Abendst<strong>und</strong>en von<br />

Vorteil ist. „Damit kann man einstellen,<br />

dass meine Katze z<strong>um</strong> Beispiel<br />

reinkommt, aber nicht mehr<br />

raus kann", erklärt Janine Weigelt.<br />

Die beste Klappe sei jedoch<br />

<strong>die</strong> chipgesteuerte. „Die öffnet<br />

sich nur für mein Haustier.“ Und<br />

was tun, falls jemand im ersten<br />

Stock wohnt? Am besten einen<br />

44 | tassilo


Mit einem Aufgang kann eine Katze<br />

Freigänger werden, auch wenn<br />

man im ersten Stock wohnt.<br />

Aufgang bauen, sofern Nachbarn<br />

<strong>und</strong> Vermieter einverstanden<br />

sind. Aufgang? „<strong>Das</strong> ist im G<strong>r<strong>und</strong></strong>e<br />

nichts anderes als ein Brett, das<br />

stabil <strong>und</strong> witterungsbeständig<br />

sein sollte, über das <strong>die</strong> Katze den<br />

Balkon erreicht.“ Von dort gelangt<br />

das Tier wieder über eine Klappe<br />

in <strong>die</strong> Wohnung. Allerdings sollte<br />

das Brett nicht zu steil angebracht<br />

werden <strong>und</strong> in regelmäßigen Abstanden<br />

mit kleinen Stufen versehen<br />

sein, damit <strong>die</strong> Katze einen<br />

guten Halt hat.<br />

Fressplatz nicht<br />

neben Fernseher<br />

Im Haus brauchen H<strong>und</strong>e <strong>und</strong><br />

Katzen selbstverständlich auch<br />

ihren eigenen Platz. Der<br />

sollte so gewählt sein, dass<br />

<strong>die</strong> Tiere einen guten Überblick<br />

haben – <strong>und</strong> natürlich<br />

ruhen können. „Also nicht<br />

direkt neben der Haustür",<br />

betont Janine Weigelt. Auch<br />

Der Liegeplatz für das Tier<br />

in der Wohnung sollte an<br />

einem ruhigen Platz gewählt<br />

werden, wo sich das Tier entspannen<br />

kann.<br />

hier gilt: Die Liegefläche muss<br />

groß genug sein. Darüber hinaus<br />

brauchen H<strong>und</strong>e auch Ruhe am<br />

Fressplatz, der nicht neben dem<br />

Fernseher oder Herd sein sollte.<br />

„Wer möchte schon einen Tisch im<br />

Restaurant direkt neben der Küche<br />

haben?“ Zu guter Letzt sollte man<br />

sich Gedanken über den richtigen<br />

Bodenbelag machen, denn<br />

das Klicken von H<strong>und</strong>ekrallen auf<br />

Laminat kann einen <strong>die</strong> ganze<br />

Nacht wachhalten. „Es gibt viele<br />

Beläge, <strong>die</strong> gut für Haustiere <strong>und</strong><br />

Menschen sind. Ich persönlich bin<br />

Fan von Vinyl", sagt Weigelt. Was<br />

immer hilft, sind Teppiche.<br />

Der wichtigste Punkt bei Kleintieren<br />

ist jedoch ein ges<strong>und</strong>es Miteinander.<br />

„Die Alleinhaltung von<br />

Meerschweinchen oder Kaninchen<br />

ist Tierquälerei“, betont<br />

Janine Weigelt. Diese Tiere<br />

brauchen Artgenossen. Und<br />

wie H<strong>und</strong>e <strong>und</strong> Katzen genug<br />

Platz, drinnen wie draußen.<br />

Gleiches gilt für Reptilien <strong>und</strong><br />

Fische. Janine Weigelt <strong>und</strong> ihre<br />

Kollegen vom Tierschutzverein<br />

bemerken viel zu oft, dass Tiere<br />

in der Realität meist in zu kleinen<br />

Käfigen <strong>und</strong> Terrarien gehalten<br />

werden. „Wenn ich mir<br />

ein Tier zulege, muss ich mich<br />

vorher gut informieren, wie<br />

viel Platz es wirklich braucht.“<br />

Dann klappt's auch mit dem<br />

Haustier. <br />

ww<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 45


Polizeiberater <strong>und</strong> Sicherheitstechniker klären auf<br />

Seriöser Schutz vor<br />

Wohnungseinbrüchen<br />

<strong>Tassilo</strong>land I Knapp 40 Wohnungseinbrüche<br />

haben sich 2017 im Landkreis<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau ereignet.<br />

Gemessen an der Einwohnerzahl<br />

von <strong>r<strong>und</strong></strong> 134000 eine verhältnismäßig<br />

geringe Zahl. Dennoch ist<br />

jeder Einbruch, meist ausgeübt<br />

von osteuropäischen Banden, einer<br />

zu viel. Weniger wegen des<br />

materiellen Schadens. „Manche<br />

stecken das tatsächlich locker weg,<br />

bei anderen ist das seelische Schadensbild<br />

jedoch erschreckend, oft<br />

vergleichbar mit dem eines sexuellen<br />

Missbrauchs“, sagt Simon<br />

Bräutigam, kriminalpolizeilicher<br />

Fachberater in <strong>Weilheim</strong>-Schongau<br />

<strong>und</strong> Bad Tölz-Wolfratshausen.<br />

Viele möchten sofort ausziehen,<br />

können nicht mehr schlafen <strong>und</strong><br />

kommen mit der Ungewissheit<br />

nicht klar – nicht zu wissen, wer im<br />

Haus war, was wirklich geschah.<br />

Bräutigam kennt von Wohnungseinbrüchen<br />

betroffene Frauen, <strong>die</strong><br />

ihre Textilien komplett vernichtet<br />

haben, weil sie vom Einbrecher<br />

berührt worden sein könnten. Bei<br />

solch tra<strong>um</strong>atischen Fällen hilft<br />

nur professionelle Hilfe. Bräutigam<br />

empfiehlt den Geschädigten<br />

insbesondere den Weißen Ring,<br />

eine ehrenamtliche Hilfsorganisation<br />

für Kriminalitätsopfer. Darüber<br />

hinaus legt er jedem Hausbesitzer<br />

eine solide, mechanische Sicherheitstechnik<br />

ans Herz, <strong>die</strong> je nach<br />

Alter <strong>und</strong> Form des Hauses ganz<br />

individuell installiert werden könne.<br />

Nachrüsten sei zwar in nahezu<br />

allen Fällen möglich, koste jedoch<br />

deutlich mehr, als den Einbruchschutz<br />

bereits beim Neu- oder<br />

Umbau zu berücksichtigen. Gerade<br />

beim Bau eines neuen Hauses<br />

sollte das Thema Einbruchsschutz<br />

in <strong>die</strong> Bau-Planung unbedingt<br />

miteinbezogen werden – im Optimalfall<br />

mit objektivem Berater<br />

wie Simon Bräutigam, der sich mit<br />

den Vorgehensweisen möglicher<br />

Täter bestens auskennt, als Kriminalbeamter<br />

keine wirtschaftlichen<br />

Interessen verfolgt <strong>und</strong> für <strong>die</strong><br />

Umsetzung ausschließlich Firmen<br />

vorschlägt, <strong>die</strong> unter anderem vom<br />

Landeskriminalamt zertifiziert, <strong>und</strong><br />

deren Adressennachweis im Internet<br />

unter www.k-einbruch.de gelistet<br />

sind.<br />

Ausstattung über<br />

zertifizierte Firmen<br />

Die 65 Mitarbeiter starke Firma<br />

„minos Sicherheitstechnik“ mit<br />

Sitz in der ehemaligen Klosterbrauerei<br />

Polling sowie<br />

einem Geschäft in <strong>Weilheim</strong><br />

ist so ein vom Landeskriminalamt<br />

zertifizierter Betrieb<br />

für mechanische Sicherheitstechnik,<br />

Alarmanlagen<br />

<strong>und</strong> Videoüberwachung,<br />

darüber hinaus vom Verband<br />

der Sachversicherer<br />

(VdS) anerkannt. Bernhard<br />

Ditsch, einer von drei minos-Gründern,<br />

arbeitet sehr<br />

eng mit polizeilichen Beratungsstellen<br />

zusammen. Er<br />

<strong>und</strong> Simon Bräutigam sind<br />

sich einig: Die Basis eines<br />

g<strong>r<strong>und</strong></strong>soliden Einbruchschutzes<br />

ist <strong>die</strong> mechanische<br />

Sicherheit. Pilzzapfen<br />

machen ein schnelles<br />

Aushebeln von Fenstern<br />

<strong>und</strong> Türen schier<br />

unmöglich. „Wir haben<br />

so ein pilzzapfenverriegeltes<br />

Fenster im Rahmen eines<br />

Selbstversuches mal versucht auszuhebeln<br />

– <strong>und</strong> sind innerhalb<br />

des vorgegebenen Zeitrahmens<br />

kläglich gescheitert“, sagt Simon<br />

Bräutigam. Heißt: Ein Einbrecher,<br />

der mit einem massiven Schraubendreher<br />

– das derzeit gängige<br />

Aushebel-Werkzeug – nach wenigen<br />

Minuten noch immer keinen<br />

Erfolg hat, bricht den Einbruch in<br />

der Regel ab, flüchtet oder sucht<br />

sich ein anderes Objekt in der<br />

Nachbarschaft. „Wer neu baut,<br />

sollte alle Fenster <strong>und</strong> Türen im<br />

Erdgeschoss <strong>und</strong> alle Fenster <strong>und</strong><br />

Türen im ersten Obergeschoss, <strong>die</strong><br />

von außen im Stehen erreichbar<br />

sind, mit Pilzzapfen <strong>und</strong> absperrbaren<br />

Fenstergriffen ausrüsten<br />

lassen.“ <strong>Das</strong> koste, verglichen<br />

mit standardmäßigen Rollzapfen,<br />

für ein gängiges Einfamilienhaus<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> 500 bis 1500 Euro mehr –<br />

<strong>und</strong> sollte nach Bräutigams<br />

Wunsch schon längst Pflicht sein,<br />

verankert in der Bayerischen Bauordnung.<br />

Empfehlenswert seien<br />

darüber hinaus Gitterstäbe <strong>und</strong><br />

stabile Hochhebesicherungen an<br />

Kellerschächten sowie Schlösser<br />

in Fenster- <strong>und</strong> Türgriffen, falls<br />

der Einbrecher eine Scheibe einschlägt<br />

<strong>und</strong> so Fenster oder Türen<br />

von innen öffnen möchte. <strong>Das</strong> Einschlagen<br />

von Glasscheiben<br />

<strong>und</strong> Durchsteigen<br />

komme laut Bräutigam<br />

praktisch nicht vor, weil<br />

das Zerschlagen von Glas<br />

dem Einbrecher schlichtweg<br />

zu laut <strong>und</strong> der<br />

Durchstieg zu gefährlich<br />

sei.<br />

Neben der mechanischen<br />

Sicherheit, der Basis in<br />

Sachen Einbruchsschutz,<br />

„sind nach oben keine<br />

Grenzen gesetzt“, sagt<br />

Bernhard Ditsch, der mit<br />

seinem Unternehmen<br />

unter anderem zahlreiche<br />

Villen <strong>um</strong> Ammersee <strong>und</strong><br />

Starnberger See sowie München-<br />

Grünwald mit Sicherheitstechnik<br />

ausgestattet hat – hochrangige<br />

Politiker, Fußballprofis <strong>und</strong> Großunternehmen<br />

gehören ebenso<br />

z<strong>um</strong> K<strong>und</strong>enstamm wie einfache<br />

Bürger, Kleinbetriebe sowie soziale<br />

<strong>und</strong> behördliche Einrichtungen.<br />

Auf Mechanik folgt<br />

Elektrik<br />

Wer sein intimstes Reich noch<br />

besser schützen möchte vor Einbrechern,<br />

sollte neben der mechanischen<br />

Sicherheitstechnik<br />

auf eine Alarmanlage setzen. Die<br />

sorgt einerseits durch Sirenengeheul<br />

von bis zu 110 Dezibel sowie<br />

außen angebrachter Blitzleuchte<br />

für laut- <strong>und</strong> lichtstarke Meldung<br />

direkt vor Ort, so dass Spaziergänger<br />

<strong>und</strong> Nachbarn aufmerksam<br />

werden. Andererseits wird der<br />

Alarm weitergeleitet. Entweder<br />

direkt z<strong>um</strong> Hausbesitzer, der z<strong>um</strong><br />

Beispiel eine Nachricht aufs Handy<br />

bekommt. Oder in eine Notrufserviceleitstelle<br />

in München oder<br />

Wolfratshausen, <strong>die</strong> <strong>um</strong>gehend<br />

<strong>die</strong> Polizei informiert. Und, falls<br />

mit dem Alarmanlagen-Besitzer<br />

vereinbart, einen ihrer Revier-<br />

Bernhard Ditsch erklärt im Ausstellungsra<strong>um</strong> <strong>die</strong> Bestandteile<br />

einer g<strong>r<strong>und</strong></strong>soliden Alarmanlage.<br />

46 | tassilo


fahrer zur Einbruchsstelle schickt.<br />

<strong>Das</strong> Hirn einer Alarmanlage ist<br />

<strong>die</strong> Zentrale, an <strong>die</strong> per Funk oder<br />

Verkabelung im Rahmen einer sogenannten<br />

Außenhautsicherung<br />

verschiedene Melder geknüpft<br />

sind – hauptsächlich Magnetkontakte,<br />

angebracht an Fenster <strong>und</strong><br />

Türen, aber auch Glasbruchmelder,<br />

integriert in Glasscheiben.<br />

Bei einer Ra<strong>um</strong>überwachung<br />

werden zur Fallensicherung Bewegungsmelder<br />

in zentralen Rä<strong>um</strong>en<br />

installiert. Zudem kann <strong>die</strong><br />

Außenhautsicherung mit einer<br />

Ra<strong>um</strong>überwachung kombiniert<br />

werden. Damit der Alarm auslöst,<br />

muss <strong>die</strong> Anlage, <strong>die</strong> mit einer<br />

vernünftigen Basisausstattung<br />

bei <strong>r<strong>und</strong></strong> 3 500 Euro beginnt, vom<br />

Besitzer meist mit einem elektronischen<br />

Schlüssel (Chip) scharf<br />

geschaltet werden. Vor dem Bettgehen<br />

intern, vor dem Verlassen<br />

des Hauses extern.<br />

Warnung vor<br />

unseriösen Anlagen<br />

Videoüberwachung bringt im Falle<br />

eines Einbruches eher weniger,<br />

da Einbrecher in der Regel verm<strong>um</strong>mt<br />

<strong>und</strong> bei der Auswertung<br />

des Films nicht zu identifizieren<br />

sind. „Eine Videoüberwachung<br />

macht z<strong>um</strong> Beispiel Sinn, <strong>um</strong><br />

sein Ferienhaus am Gardasee<br />

vom entfernten Zuhause aus regelmäßig<br />

zu kontrollieren“, sagt<br />

Bernhard Ditsch, der bei Neuk<strong>und</strong>en<br />

größten Wert auf eine detaillierte<br />

Schwachstellenanalyse<br />

legt, „<strong>um</strong> nur das zu installieren,<br />

was wirklich sinnvoll ist“. Ditsch<br />

<strong>und</strong> Bräutigam warnen vor „sehr<br />

viel unseriösem Schwachsinn“,<br />

der in Sachen Sicherheitstechnik<br />

im Umlauf ist. Seit einiger Zeit<br />

verkauft wird z<strong>um</strong> Beispiel eine<br />

Alarmanlage, <strong>die</strong> angeblich automatisch<br />

erkennt, ob <strong>die</strong> zur Türe<br />

hereintretende Person bekannt<br />

oder fremd <strong>und</strong> somit ein Einbrecher<br />

ist. „Eine sehr fehleranfällige<br />

Anlage, <strong>die</strong> in Wahrheit auf den<br />

veränderten Luftdruck durch das<br />

Auf- <strong>und</strong> Z<strong>um</strong>achen der Haustüre<br />

reagiert, aber sicher nicht <strong>die</strong> einzelne<br />

Person erkennt“, sagt Simon<br />

Bräutigam. Die Vertreiber <strong>die</strong>ser<br />

Anlagen preisen <strong>die</strong>se sogar mit<br />

„von der Polizei empfohlen“ an,<br />

was laut Bräutigam absolut nicht<br />

stimme. Kurz <strong>um</strong>: Wer sein Haus<br />

vor Wohnungseinbrechern seriös<br />

schützen möchte, muss Geld in<br />

<strong>die</strong> Hand nehmen – <strong>und</strong> sich von<br />

anerkannten Experten beraten<br />

lassen. Z<strong>um</strong> Beispiel von Simon<br />

Bräutigam <strong>und</strong> Bernhard Ditsch. js<br />

Sogenannte Alarmspinnen auf<br />

Glasscheiben können auch Teil<br />

einer Alarmanlage sein.<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 47


Gebäude-Steckbrief zur energetischen Beurteilung<br />

R<strong>und</strong> <strong>um</strong> den<br />

Energieausweis<br />

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<strong>Tassilo</strong>land I Der Energieausweis<br />

ist ein praktisches Instr<strong>um</strong>ent zur<br />

energetischen Beurteilung von<br />

Gebäuden <strong>und</strong> gibt Aufschluss<br />

über Verbrauch <strong>und</strong> Emission. Eigentümer<br />

sowie Vermieter sind<br />

verpflichtet, ihn bei einem Nutzerwechsel<br />

oder Verkauf vorzulegen.<br />

Ausgestellt wird er unter anderem<br />

durch viele Schornsteinfeger.<br />

Ausstellung nur durch<br />

qualifizierte Fachleute<br />

Die Energieeinsparverordnung,<br />

kurz EnEV genannt, schreibt für fast<br />

alle Gebäude einen sogenannten<br />

Energieausweis vor. Er ist ein äußerst<br />

hilfreiches Mittel, wenn es<br />

dar<strong>um</strong> geht, den energetischen Ist-<br />

Zustand eines Gebäudes zu beurteilen.<br />

Alle ab Mai 2014 erstellten<br />

Energieausweise verfügen außerdem<br />

über eine Energieeffizienzklasse,<br />

wie sie von Elektrogeräten<br />

bekannt ist. Die Skala reicht von A+<br />

bis H, wobei nur <strong>die</strong> Klassen A <strong>und</strong><br />

B dem heutigen Neubaustandard<br />

entsprechen. Der Ausweis muss für<br />

jedes Objekt ausgestellt werden,<br />

das neu gebaut, neu vermietet,<br />

verkauft oder energetisch saniert<br />

wird, <strong>und</strong> ist zehn Jahre lang gültig.<br />

Ausgestellt werden darf das Dok<strong>um</strong>ent<br />

nur von qualifizierten Fachleuten.<br />

Dazu zählen unter anderem<br />

auch viele Schornsteinfeger.<br />

Eigentümer <strong>und</strong> Vermieter müssen<br />

den Energieausweis bei Nutzerwechsel<br />

oder Verkauf ungefragt<br />

vorlegen <strong>und</strong> bereits im Inserat<br />

<strong>die</strong> zentralen Daten angeben. Wer<br />

<strong>die</strong>ser Pflicht nicht nachkommt,<br />

riskiert ein Bußgeld von bis<br />

zu 14 000 Euro. Lediglich Baudenkmäler<br />

sowie kleine Gebäude<br />

mit einer Nutzfläche mit<br />

bis zu 50 Quadratmetern sind<br />

von der Ausweispflicht freigestellt.<br />

Zwar verpflichtet <strong>die</strong><br />

EnEV Eigentümer nur selten zu<br />

einer Nachrüstung, im Falle eines<br />

hohen Energiebedarfes ist<br />

jedoch immer zu einer Dämmung<br />

oder Heizungsmodernisierung zu<br />

raten, so <strong>die</strong> Experten des Schornsteinfegerhandwerks.<br />

Auch für Gebäudeeigentümer,<br />

<strong>die</strong> eigentlich<br />

von der Pflicht befreit sind, ist <strong>die</strong><br />

Erstellung eines Energieausweises<br />

gegebenenfalls in Verbindung mit<br />

Modernisierung <strong>und</strong> Fördermitteln<br />

äußerst sinnvoll. Denn ein energetisch<br />

hochwertiges Zuhause erhöht<br />

nicht nur den Wert der Immobilie,<br />

sondern auch den Wohnkomfort<br />

<strong>und</strong> spart außerdem bares Geld.<br />

<strong>Das</strong> steht im<br />

Energieausweis<br />

<strong>Das</strong> steckbriefartige Dok<strong>um</strong>ent<br />

<strong>um</strong>fasst fünf Seiten, <strong>die</strong> über <strong>die</strong><br />

energetischen Eigenschaften eines<br />

Gebäudes informieren. Wer<br />

sich einen solchen Energieausweis<br />

genauer ansieht, entdeckt vor<br />

allem Farben <strong>und</strong> Zahlen. Zwar<br />

erscheint der Inhalt auf den ersten<br />

Blick kompliziert, er lässt sich<br />

jedoch leicht erschließen <strong>und</strong> gibt<br />

tiefe Einblicke in <strong>die</strong> energetische<br />

Gebäudesubstanz. Auf Seite eins<br />

sind zunächst <strong>die</strong> g<strong>r<strong>und</strong></strong>legenden<br />

Angaben z<strong>um</strong> Objekt zu finden,<br />

wie etwa <strong>die</strong> Anschrift, das Baujahr<br />

<strong>und</strong> <strong>die</strong> Nutzfläche. Ebenso ist<br />

angegeben, wie der Energieausweis<br />

erstellt wurde: auf Basis einer<br />

Berechnung oder durch Auswertung<br />

des tatsächlichen Verbrauchs.<br />

Wurde der Verbrauch berechnet,<br />

so finden sich auf Seite zwei <strong>die</strong><br />

weiteren Energiekennwerte wie<br />

etwa das Berechnungsverfahren,<br />

<strong>die</strong> etwaige Nutzung erneuerbarer<br />

Energien <strong>und</strong> natürlich der<br />

Bedarf. Wurde der Energiebedarf<br />

auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs<br />

ermittelt, so gibt hierüber<br />

Seite drei weitere Auskünfte. Hier<br />

sind Primär- <strong>und</strong> Endenergiebedarf<br />

des Gebäudes zu finden, <strong>die</strong><br />

Daten der Verbrauchserfassung<br />

<strong>und</strong> eine Skala z<strong>um</strong> Vergleich des<br />

Endenergiebedarfs. Auf Seite vier<br />

schließlich finden sich mögliche<br />

Empfehlungen zu kostengünstigen<br />

Modernisierungsmaßnahmen in<br />

Bezug auf Energieeinsparung, wie<br />

etwa eine Fassadendämmung oder<br />

<strong>die</strong> Erneuerung der Heizungsanlage.<br />

Auf Seite fünf werden abschließend<br />

<strong>die</strong> wichtigsten Begriffe des<br />

Energieausweises erläutert, wie<br />

etwa der Primär- <strong>und</strong> Endenergiebedarf.<br />

Weitere Informationen sind<br />

unter www.schornsteinfeger.de erhältlich.<br />

tdx Quelle: LIV Schornsteinfegerhandwerk<br />

48 | tassilo


Am 14. <strong>und</strong> 15. <strong>April</strong> in der Kreisstadt<br />

6. Energiemesse in der<br />

<strong>Weilheim</strong>er Stadthalle<br />

<strong>Weilheim</strong> I Für <strong>die</strong> ‚Energiewende‘<br />

müssen alle anpacken, aber<br />

sie ist machbar“, ist sich Wolfgang<br />

Haas, Geschäftsführer der Energieberatung<br />

Ammer-Lech-Loisach<br />

<strong>und</strong> Leiter der mittlerweile sechsten<br />

Auflage der Energiemesse<br />

<strong>Weilheim</strong>, sicher. In Kooperation<br />

mit der Sparkasse Oberland, der<br />

Standortförderung des Landkreises<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau <strong>und</strong> der<br />

Energiewende Oberland ist es erneut<br />

gelungen, zahlreiche Firmen<br />

<strong>und</strong> Organisationen, <strong>die</strong> sich mit<br />

den Themen Energieeinsparung,<br />

Energieeffizienz <strong>und</strong> erneuerbare<br />

Energien beschäftigen, in <strong>die</strong><br />

<strong>Weilheim</strong>er Stadthalle einzuladen.<br />

Mit der Messe will <strong>die</strong> Energieberatung<br />

Ammer-Lech-Loisach eine<br />

Hilfestellung geben <strong>und</strong> ihren Teil<br />

zur „Energiewende“ beitragen. Offizielle<br />

Eröffnung mit Messe<strong>r<strong>und</strong></strong>gang<br />

ist am Samstag, 14. <strong>April</strong>, <strong>um</strong><br />

10 Uhr. Die Ausstellung endet <strong>um</strong> 17<br />

Uhr. Auch am Sonntag (15.04.) öffnet<br />

<strong>die</strong> sechste <strong>Weilheim</strong>er Energiemesse<br />

von 10 bis 17 Uhr.<br />

Bei einem Spaziergang durch <strong>die</strong><br />

Stadthalle <strong>und</strong> den Außenbereich<br />

können sich interessierte Besucher<br />

einen Überblick über aktuelle <strong>und</strong><br />

innovative Heizsystem verschaffen<br />

oder Informationen über Wärmedämmverb<strong>und</strong>systeme<br />

sowie deren<br />

korrekte Verwendung <strong>und</strong> Verarbeitung<br />

einholen. Es ist zudem<br />

möglich, energetisch optimierte<br />

Fenster zu besichtigen, sich mit<br />

dem Thema „kontrollierte“ Wohnra<strong>um</strong>lüftung<br />

auseinanderzusetzen<br />

oder über eine Photovoltaik-<br />

Anlage inklusive Stromspeicher<br />

zu informieren. Ob Neubau oder<br />

Altbausanierung, es wird erneut<br />

ein breites Spektr<strong>um</strong> an Fachfirmen<br />

<strong>und</strong> Organisationen mit vielen<br />

Experten vor Ort sein. Eine Fachvortragsreihe<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong>et das Angebot<br />

der Energiemesse ab: Samstag <strong>und</strong><br />

Sonntag erfahren Besucher in einzelnen<br />

Präsentation von Neuheiten<br />

am Markt <strong>und</strong> aktuellen Entwicklungen<br />

in den großen Bereichen<br />

Energie <strong>und</strong> Klima. Referenten von<br />

Herstellerfirmen einerseits <strong>und</strong><br />

unabhängigen Energieberatern<br />

andererseits gewährleisten, dass<br />

<strong>die</strong> Themen von unterschiedlichen<br />

Seiten beleuchtet werden.<br />

Stabile Zahlen<br />

seit 2009<br />

Nachdem es in Penzberg mit dem<br />

Energie- <strong>und</strong> Baufor<strong>um</strong> bereits<br />

eine ähnliche Ausstellung gab,<br />

wurde der Wunsch nach einem<br />

vergleichbaren Angebot in <strong>Weilheim</strong><br />

laut. Wolfgang Haas <strong>und</strong><br />

seine Mitstreiter versuchten also,<br />

eine Energiemesse in <strong>Weilheim</strong><br />

zu etablieren. Sowohl Anzahl der<br />

Aussteller, als auch Besucherzahlen,<br />

<strong>die</strong> meist bei <strong>r<strong>und</strong></strong> 1000<br />

liegen, haben sich seit der ersten<br />

Auflage im Jahr 2009 ka<strong>um</strong> verändert.<br />

„Lieber klein <strong>und</strong> fein“,<br />

spricht Wolfgang Haas <strong>die</strong> Tatsache<br />

an, dass für teilnehmende<br />

Firmen ohnehin <strong>die</strong> Qualität der<br />

Besucher entscheidender sei als<br />

<strong>die</strong> Quantität. Und genau darin<br />

sieht der Messeleiter den Vorteil<br />

der <strong>Weilheim</strong>er Energiemesse:<br />

„Die Aussteller waren in der Vergangenheit<br />

stets begeistert von<br />

der Intensität der Gespräche.“<br />

Der Eintritt zur Messe beträgt 3,50<br />

Euro, Kinder bis 14 Jahren sind frei.<br />

Über das detaillierte Programm<br />

informiert <strong>die</strong> Internetseite (www.<br />

energiemesse-weilheim.de). Sie<br />

hält zudem <strong>die</strong> Kontaktdaten für<br />

interessierte Unternehmen bereit,<br />

schließlich sind noch wenige Aussteller-Restplätze<br />

verfügbar. tis<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 49<br />

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Spezialist für Handchirurgie Dr. Carsten Hopf verstärkt Schongauer Ärzteteam<br />

Unfallchirurgie <strong>und</strong> Orthopä<strong>die</strong><br />

erweitern Leistungsspektr<strong>um</strong><br />

Sonderveröffentlichung der<br />

Schongau | Chefarzt Dr. Thomas<br />

Löffler leitet seit <strong>r<strong>und</strong></strong> zweieinhalb<br />

Jahren <strong>die</strong> Klinik für Unfallchirurgie<br />

<strong>und</strong> Orthopä<strong>die</strong> in der Krankenhaus<br />

GmbH <strong>Weilheim</strong>-Schongau.<br />

Dabei erweitert er das medizinische<br />

Spektr<strong>um</strong> der Fachklinik<br />

schrittweise <strong>um</strong> weitere Schwerpunkte.<br />

Einer davon ist <strong>die</strong> Handchirurgie,<br />

für <strong>die</strong> seit November<br />

2017 Dr. Carsten Hopf als Spezialist<br />

zur Verfügung steht, schließlich<br />

ist <strong>die</strong> Hand eines der wichtigsten<br />

Körperteile des Menschen. War<strong>um</strong><br />

das so ist <strong>und</strong> was <strong>die</strong> Hand so<br />

komplex macht, erklären Chefarzt<br />

Dr. Thomas Löffler <strong>und</strong> Dr. Carsten<br />

Hopf im Interview mit „tassilo“.<br />

Sie geben darüber hinaus Einblick<br />

in ihre Tätigkeit als Chirurgen <strong>und</strong><br />

berichten, was <strong>die</strong> Krankenhaus<br />

GmbH in der Unfallchirurgie <strong>und</strong><br />

Orthopä<strong>die</strong> so besonders macht.<br />

Modell Handskelett<br />

mit Bändern <strong>und</strong> Muskeln.<br />

Foto: <strong>2018</strong>, 3B Scientific GmbH, Hamburg<br />

Dr. Hopf, war<strong>um</strong> das Spezialgebiet<br />

„Hand“?<br />

Dr. Hopf: Handchirurgie hat mich<br />

schon während der unfallchirurgischen<br />

Ausbildung fasziniert. Da<br />

ist der Funke übergesprungen, obwohl<br />

<strong>die</strong> Hand im Fach Anatomie<br />

während des Studi<strong>um</strong>s immer ein<br />

Graus war. Wenn man sich dann<br />

aber ein wenig in <strong>die</strong> Handchirurgie<br />

vertieft, ist das ein faszinierendes<br />

Gebiet. <strong>Das</strong> Zusammenspiel<br />

der vielen Knochen, Sehnen, Muskeln<br />

<strong>und</strong> auch des Nervensystems.<br />

Je tiefer ich in das Fachgebiet eingedrungen<br />

bin, desto größer wurde<br />

das Gebiet. Da habe ich dann<br />

auch verstanden, war<strong>um</strong> es Sinn<br />

macht, dass es <strong>die</strong> Subspezialisierung<br />

„Handchirurgie“ seit über 20<br />

Jahren gibt.<br />

Wie sind Sie letztlich bei der Krankenhaus<br />

GmbH gelandet?<br />

Dr. Hopf: Meine Ausbildung z<strong>um</strong><br />

Unfallchirurgen absolvierte ich<br />

im Klinik<strong>um</strong> Fulda. Da gab es einen<br />

Handchirurgen, der in mir <strong>die</strong><br />

Leidenschaft für das komplizierte<br />

<strong>und</strong> faszinierende Konstrukt Hand<br />

geweckt hat. Ich hatte das große<br />

Glück, dann als Oberarzt nach Erfurt<br />

gehen zu dürfen, <strong>um</strong> dort <strong>die</strong><br />

Handchirurgie zu übernehmen.<br />

Hier war man mit der winkelstabilen<br />

Osteosynthese von Radiusfrakturen<br />

Vorreiter, es wurden also<br />

<strong>die</strong> ersten Handgelenksfrakturen<br />

mit winkelstabilen Implantaten<br />

versorgt. Nach Erfurt habe ich<br />

jetzt zehn Jahre <strong>die</strong> Handchirurgie<br />

in Pfronten geleitet <strong>und</strong> führte<br />

dort alle gängigen Operationen an<br />

der Hand <strong>und</strong> den Fingern durch,<br />

inklusive aufwendiger Rekonstruktionen,<br />

Teilversteifungen <strong>und</strong><br />

Implantationen von künstlichen<br />

Gelenken. Auch bekam ich <strong>die</strong><br />

Möglichkeit, meine chirurgischen<br />

Kenntnisse auf das komplette Feld<br />

der oberen Extremitäten auszudehnen<br />

durch operative Mitbehandlung<br />

von Erkrankungen im<br />

Bereich der Schulter <strong>und</strong> des Ellenbogens.<br />

Seit November bin ich<br />

in Schongau, <strong>um</strong> auch hier <strong>die</strong><br />

Handchirurgie zu etablieren.<br />

Dr. Löffler, wie ist <strong>die</strong> Klinik für Unfallchirurgie<br />

<strong>und</strong> Orthopä<strong>die</strong> bei der<br />

Krankenhaus GmbH derzeit aufgestellt?<br />

Dr. Löffler: Da muss ich ein bisschen<br />

ausholen: Die Medizin wird ja immer<br />

spezialisierter. Früher behandelte<br />

der Generalchirurg alles. Von<br />

der Speiseröhre, über den Magen,<br />

über künstliche Hüfte, Bauchaortenaneurysma<br />

<strong>und</strong> in der Nacht noch<br />

schnell den Schädel aufgebohrt.<br />

Diese breite Fächerung kann<br />

ein einzelner Operateur heute<br />

gar nicht mehr leisten. Man<br />

muss sich also spezialisieren<br />

in Bauchchirurgie, Neurochirurgie,<br />

Unfallchirurgie oder<br />

Gefäßchirurgie. Aber selbst<br />

innerhalb eines Fachbereiches,<br />

in unserem Fall in<br />

der Orthopä<strong>die</strong> <strong>und</strong><br />

Unfallchirurgie,<br />

schafft man es fast nicht mehr,<br />

das gesamte Spektr<strong>um</strong> auf höchstem<br />

Niveau anzubieten. Deshalb<br />

versuchen wird zunehmend auch<br />

innerhalb unseres Teilbereiches,<br />

Schwerpunkte zu bilden.<br />

Wie sieht das genau aus?<br />

Dr. Löffler: Natürlich müssen Oberärzte<br />

ein recht großes Spektr<strong>um</strong><br />

an Basisversorgung anbieten <strong>und</strong><br />

abdecken. Wir versuchen dennoch,<br />

dass sich der eine mehr – wie Dr.<br />

Hopf – auf <strong>die</strong> oberen Extremitäten<br />

konzentriert, sich entsprechend<br />

fortbildet. Der nächste konzentriert<br />

sich mehr auf <strong>die</strong> Endoprothetik<br />

<strong>und</strong> Revisions-<br />

Endoprothetik bis hin zu<br />

schwierigsten Eingriffen<br />

–<br />

wir ersetzen<br />

Chefarzt Dr. Thomas Löffler (re.)<br />

im Gespräch mit Dr. Carsten Hopf,<br />

Spezialist für Handchirurgie.


ja ganze Oberschenkel endoprothetisch.<br />

Ein weiterer konzentriert<br />

sich mehr auf spezielle unfallchirurgische<br />

Eingriffe. Fußchirurgie ist<br />

ein Stichwort, ebenso wie Sport-<br />

Tra<strong>um</strong>atologie. Natürlich ist das<br />

kein Prozess, den man von heute<br />

auf morgen abbilden kann. Zudem<br />

ist es immer schön, wenn das nicht<br />

an einer Person hängt, sondern<br />

es möglichst auch einen Vertreter<br />

gibt. Wir möchten also das Team<br />

weiter ausbauen, was natürlich<br />

schwierig ist. Mann kann nicht einkaufen<br />

<strong>und</strong> dann <strong>die</strong> Leistung bringen,<br />

sondern das Personal folgt<br />

immer der Vorleistung.<br />

Welchen Vorteil haben <strong>die</strong> Patienten<br />

– abgesehen von der zusätzlichen<br />

Kompetenz?<br />

Dr. Löffler: Wir sind momentan<br />

dabei, innerhalb des Teams, sozusagen<br />

das „Crossover“ mit <strong>Weilheim</strong><br />

weiter voranzutreiben, <strong>die</strong><br />

Verzahnung innerhalb der GmbH<br />

noch enger zu gestalten. Damit der<br />

Patient nicht mehr z<strong>um</strong> Chirurgen<br />

verlegt werden muss, sondern der<br />

Chirurg z<strong>um</strong> Patienten kommt, so<br />

dass auch immer der Kollege, der<br />

<strong>die</strong> entsprechende Expertise hat,<br />

innerhalb des Klinikverb<strong>und</strong>es in<br />

<strong>Weilheim</strong> oder eben in Schongau<br />

operiert.<br />

Dr. Hopf, nach nun knapp vier Monaten<br />

bei der Krankenhaus GmbH:<br />

Wie war der Start?<br />

Dr. Hopf: Ich bin sehr gut<br />

aufgenommen worden.<br />

Gerade <strong>die</strong> erste Woche,<br />

das habe ich<br />

von mensch-<br />

licher<br />

Seite noch nicht erlebt. <strong>Das</strong> Haus<br />

ist ja doch ein wenig größer <strong>und</strong><br />

verschachtelter. <strong>Das</strong> Team funktioniert<br />

gut <strong>und</strong> ist sehr herzlich.<br />

<strong>Das</strong> braucht man aber auch, <strong>um</strong><br />

das Arbeitsaufkommen zu bewältigen.<br />

Auch vom Management<br />

wurde mir unter <strong>die</strong> Arme gegriffen.<br />

Da war <strong>die</strong> Unterstützung da,<br />

man hatte etwa <strong>die</strong> Instr<strong>um</strong>ente<br />

schon bestellt. Ich konnte praktisch<br />

vom ersten Tag an loslegen.<br />

Geben Sie uns einen Einblick in <strong>die</strong><br />

Arbeit der Handchirurgie.<br />

Dr. Hopf: Verletzungen <strong>und</strong> Erkrankungen<br />

an Händen <strong>und</strong> Fingern<br />

sind sehr häufig <strong>und</strong> folgenreich,<br />

da privat <strong>und</strong> beruflich <strong>die</strong> Kraft<br />

<strong>und</strong> Geschicklichkeit der Hände<br />

enorm wichtig sind. Nicht erkannte<br />

oder übersehende Verletzungen<br />

der Hand machen sich oft erst nach<br />

Jahren bemerkbar <strong>und</strong> können <strong>die</strong><br />

Handfunktion erheblich einschränken.<br />

So ist es wichtig, dass Frakturen<br />

mit Gelenkbeteiligung so operiert<br />

werden, dass eine Benutzung<br />

der Hand ohne Ausfälle baldmöglichst<br />

gewährleistet werden kann.<br />

Dabei gibt es unterschiedliche,<br />

individuelle <strong>und</strong> spezielle Operationsverfahren,<br />

<strong>die</strong> an <strong>die</strong> unterschiedlichen<br />

Ansprüche <strong>und</strong> Bedürfnisse<br />

der Patienten angepasst<br />

werden. Dafür ist eine konzentrierte<br />

Arbeit mit Lupenbrille auch über<br />

mehrere St<strong>und</strong>en notwendig. Hier<br />

benötigt man eine Klinik mit einem<br />

breitgefächerten Portfolio. Nahezu<br />

das komplette Spektr<strong>um</strong> der Handchirurgie<br />

kann jetzt in <strong>Weilheim</strong><br />

<strong>und</strong> Schongau angeboten werden.<br />

Dr. Löffler: Wenn der Rettungs<strong>die</strong>nst<br />

einen verletzten Patienten<br />

brachte <strong>und</strong> wir feststellten, dass<br />

<strong>die</strong>ser etwas Spezielleres hatte,<br />

mussten wir ihn tatsächlich<br />

verlegen.<br />

Da hat unsere Expertise<br />

als Unfallchirurgen<br />

nicht mehr<br />

ausgereicht. Es ist<br />

einfach eine spezielle<br />

handchirurgische Kompetenz<br />

gefragt, schließlich arthroskopieren<br />

Handchirurgen unter<br />

anderem auch. Unser Ziel<br />

ist es, dass wir Ansprechpartner<br />

werden für Probleme,<br />

von denen heut ka<strong>um</strong> jemand<br />

denkt, dass man sie in unseren<br />

Krankenhäusern behandeln kann.<br />

Welche Besonderheiten bietet <strong>die</strong><br />

Unfallchirurgie <strong>und</strong> Orthopä<strong>die</strong><br />

sonst?<br />

Dr. Löffler: Hier komme ich immer<br />

wieder auf <strong>die</strong> Alterstra<strong>um</strong>atologie<br />

zurück, weil mir alte Menschen am<br />

Herzen liegen. Früher war das so,<br />

dass Patienten mit immobilisierenden<br />

Beckenbrüchen einfach ins<br />

Bett gelegt wurden <strong>und</strong> man gesagt<br />

hat, es würde von selbst heilen.<br />

Die Leute waren dann acht Wochen<br />

ans Bett gefesselt <strong>und</strong> kamen nicht<br />

mehr raus. Sie sind z<strong>um</strong> Großteil<br />

echte Pflegefälle geworden oder<br />

sogar an den Komplikationen <strong>die</strong>ses<br />

therapeutischen Nihilismusses<br />

verstorben. Heutzutage wird zwar<br />

zunächst aggressiver wirkend therapiert,<br />

was aber letztlich für Patienten<br />

schonender ist. Und zwar wenn<br />

immer möglich über minimalinvasive<br />

Techniken. Z<strong>um</strong> Teil dauert<br />

eine OP nur 45 Minuten <strong>und</strong><br />

ist nahezu ohne Blutverlust. Wir<br />

sind da schon sehr frühzeitig auf<br />

den Zug aufgesprungen, dass alten<br />

Patienten sehr wohl auch Operationen<br />

zugemutet werden können,<br />

sofern es der Funktionalität <strong>und</strong><br />

Mobilisierbarkeit <strong>die</strong>nt. Zudem<br />

bieten wir <strong>die</strong> komplette Palette an<br />

Endoprothetik <strong>und</strong> Revisions-Endoprothetik.<br />

Oder auch Operationen<br />

in der Zusammenarbeit<br />

mit unserem Wirbelsäulenzentr<strong>um</strong><br />

mit Dr.<br />

Soldner.<br />

Sie sprechen es an: Interdisziplinarität<br />

spielt<br />

eine große Rolle.<br />

Dr. Löffler: Ja. Unfallchirurgisch<br />

ist <strong>die</strong> Zusammenarbeit<br />

mit der<br />

Anästhesie <strong>und</strong> Inten-<br />

> > > Kontakt<br />

Klinik für Unfallchirurgie <strong>und</strong> Orthopä<strong>die</strong><br />

Sekretariat <strong>Weilheim</strong><br />

Birgit Hirthammer<br />

Telefon: 0881 / 188-593<br />

Telefax: 0881 / 188-679<br />

Mail: wm-zmc@kh-gmbh-ws.de<br />

Dr. Carsten Hopf (li.) <strong>und</strong> Dr. Thomas Löffler<br />

von der Unfallchirurgie <strong>und</strong> Orthopä<strong>die</strong>.<br />

sivmedizin natürlich<br />

<strong>die</strong> unmittelbarste. Wir<br />

haben an beiden Standorten<br />

wirklich differenzierte<br />

Narkosetechniken.<br />

Es werden spezielle<br />

Katheterverfahren verwendet,<br />

es werden<br />

Rückenmarksnarkosen<br />

durchgeführt. All das,<br />

was heutzutage Standard<br />

ist, funktioniert.<br />

Wir haben verschiedene<br />

schmerztherapeutische<br />

Möglichkeiten in Absprache<br />

mit der Anästhesie. Wenn es <strong>um</strong><br />

preoperative Einschätzungen der<br />

Operationsfähigkeit geht, arbeiten<br />

natürlich Chirurgen <strong>und</strong> Internisten<br />

sehr eng zusammen. <strong>Das</strong> Schöne<br />

an kleinen Häusern ist, dass auf<br />

ganz unkomplizierte Art <strong>und</strong> Weise<br />

<strong>und</strong> auf dem kleinen Dienstweg<br />

entsprechende Lösungen erreicht<br />

werden. Besonders erwähnenswert<br />

ist <strong>die</strong> Zusammenarbeit mit<br />

unserem Zentr<strong>um</strong> für Altersmedizin.<br />

Von der Synergie – perfekt.<br />

Chirurgen machen das, was sie am<br />

besten können, nämlich operieren.<br />

Die Geriater begleiten hingegen<br />

alte Menschen in ihrem sensiblen<br />

System medikamentös. Viele Krankenhäuser<br />

hätten das gerne. Da<br />

haben wir großes Glück.<br />

Dr. Hopf: Die Zusammenarbeit<br />

mit den Geriatern läuft wirklich<br />

komplikationsfrei. Wenn ein älterer<br />

Patient aus der häuslichen<br />

Umgebung wegen eines Unfalls<br />

rausgerissen wird, ist es gut, dass<br />

<strong>die</strong>ser nicht jede Station durchlaufen<br />

muss. Notaufnahme, unfallchirurgische<br />

Station, vielleicht<br />

noch Intensivstation <strong>und</strong> dann<br />

erst Reha. Es macht Sinn, dass der<br />

Geriater das in enger Abstimmung<br />

mit dem Chirurgen steuert. Fantastisch,<br />

dass das angeboten wird. Ein<br />

Riesenaufwand, aber <strong>die</strong> Patienten<br />

profitieren davon. Bezüglich der<br />

Handchirurgie ist <strong>die</strong> Zusammenarbeit<br />

mit den Internisten noch<br />

sehr wichtig. Vor allem wegen<br />

Stoffwechselerkrankungen wie<br />

Gicht oder Rhe<strong>um</strong>a.<br />

Dr. Löffler, was wünscht sich der<br />

Chefarzt für <strong>die</strong> Zukunft?<br />

Dr. Löffler: <strong>Das</strong>s wir weiter auf so<br />

hohem Niveau kommunal agieren<br />

können. <strong>Das</strong>s <strong>die</strong> Politik uns weiterhin<br />

ihr Vertrauen schenkt. <strong>Das</strong>s<br />

wir auch als kleine Häuser in der<br />

Form weiter bestehen <strong>und</strong> durchaus<br />

noch einzelne Teilbereiche<br />

weiter entwickeln oder ausbauen.<br />

Speziell auf unserem Gebiet wollen<br />

wir <strong>die</strong> einzelnen Teilbereiche in<br />

immer noch größeren Spezialiserungsgraden<br />

weiterentwickeln <strong>und</strong><br />

abbilden. <br />

tis<br />

Sekretariat Schongau<br />

Sarah Schmid<br />

Telefon: 08861 / 215-292<br />

Telefax: 08861 / 215-693<br />

Mail: sog-unfallchirurgie@kh-gmbh-ws.de<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 51


Kliniken für Allgemein- <strong>und</strong> Viszeralchirurgie<br />

Minimal-invasive Operationen<br />

in <strong>Weilheim</strong> <strong>und</strong> Schongau<br />

<strong>Weilheim</strong> / Schongau | „Haben Sie<br />

noch Fragen?“ Mit <strong>die</strong>sen Worten<br />

beendet Prof. Dr. Reinhold Lang<br />

seine ausführliche Aufklärung für<br />

<strong>die</strong> Operation am nächsten Tag.<br />

Der Patient hat Krebs am Enddarm<br />

<strong>und</strong> wird morgen im Krankenhaus<br />

<strong>Weilheim</strong> operiert. Chefarzt Prof.<br />

Lang ist Spezialist auf <strong>die</strong>sem<br />

Gebiet. Er wird den Krebs minimal-invasiv,<br />

heißt mit der Schlüssellochtechnik,<br />

entfernen <strong>und</strong><br />

versuchen, auf einen künstlichen<br />

Darmausgang zu verzichten.<br />

Prof. Dr. Reinhold Lang<br />

Zur gleichen Zeit, 30 Kilometer entfernt,<br />

steht Chefarzt Dr. Michael Platz in der<br />

Endoskopie-Abteilung des Krankenhauses<br />

Schongau. Die Internisten haben ihn<br />

gebeten, sich einen Bef<strong>und</strong> anzusehen:<br />

„Hier ist <strong>die</strong> Engstelle <strong>und</strong> hier sind <strong>die</strong><br />

entzündeten Divertikel …“, erklärt der Internist<br />

dem Chirurgen. <strong>Das</strong> ist Teil einer<br />

gelebten Zusammenarbeit, wird Dr. Platz<br />

später sagen. „Sobald <strong>die</strong> Kollegen einen<br />

zu operierenden Bef<strong>und</strong> entdecken, rufen<br />

sie uns zur Untersuchung hinzu. Wir können<br />

uns sofort über <strong>die</strong> Dringlichkeit <strong>und</strong><br />

das Ausmaß der Operation ein Bild machen“,<br />

erläutert Dr. Platz.<br />

Dr. Michael Platz<br />

Sonderveröffentlichung der<br />

Rekt<strong>um</strong>karzinom –<br />

eine bösartige Erkrankung des Enddarms<br />

Als Mast- oder Enddarm (Rekt<strong>um</strong>) bezeichnet man das 15 bis 18<br />

Zentimeter lange Endstück des Dickdarms, das in den Darmausgang<br />

(After) übergeht. Ein Rekt<strong>um</strong>karzinom ist ein bösartiger T<strong>um</strong>or<br />

an <strong>die</strong>sem Endstück des Dickdarms. Als Therapie wird das<br />

durch Schlüssellochtechnik besonders schonende <strong>und</strong> funktionserhaltende<br />

Operationsverfahren TME (Totale mesorektale Exzision)<br />

angewendet. Die Frage, ob ein künstlicher Ausgang, entweder permanent<br />

oder vorübergehend (als „Schutz-Stoma“) angelegt werden<br />

muss, richtet sich nach definierten chirurgischen Regeln. Z<strong>um</strong><br />

Beispiel wie fortgeschritten der T<strong>um</strong>or ist <strong>und</strong> welche Nähe z<strong>um</strong><br />

Schließmuskel besteht. Je nach Ausprägung des Mastdarmkrebses<br />

kann nach den Empfehlungen der Deutschen Krebsgesellschaft eine<br />

zusätzliche Chemo- oder Strahlentherapie erforderlich sein, deren<br />

Besonderheiten mit den Patienten ausführlich besprochen wird.<br />

Diese zusätzliche Bestrahlung mit simultaner Chemotherapie kann<br />

vor oder nach der Operation erfolgen. G<strong>r<strong>und</strong></strong>sätzlich wird <strong>die</strong> Bestrahlung<br />

mit begleitender Chemotherapie vor der Operation bevorzugt.<br />

Was ist eine Sigmadivertikulitis?<br />

Bei der Sigmadivertikulitis oder kurz: Divertikulitis liegt eine Entzündung<br />

von Aussackungen der Darmwand vor. Am häufigsten findet<br />

man Divertikel jedoch im sogenannten S-Darm (Colon sigmoide<strong>um</strong>).<br />

Dieser Abschnitt des Dickdarms ist im linken Unterbauch lokalisiert.<br />

Die jeweilige Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Divertikelentzündung<br />

<strong>und</strong> muss individuell entschieden werden. Im Vorderg<strong>r<strong>und</strong></strong><br />

steht zunächst immer <strong>die</strong> Behandlung der Entzündung. Diese<br />

erfolgt durch Ruhigstellung des Darms mit einer Nahrungskarenz<br />

<strong>und</strong> künstlicher Ernährung sowie aus einer Schmerzmedikation <strong>und</strong><br />

der Gabe eines Antibiotik<strong>um</strong>s. Wenn sich unter <strong>die</strong>ser konservativen<br />

Therapie <strong>die</strong> Symptome verschlechtern oder wenn von vornherein<br />

ein Durchbruch eines Divertikels mit einer Bauchfellentzündung aufgetreten<br />

ist, ist eine rasche Operation erforderlich.<br />

Prof. Dr. Lang <strong>und</strong> Dr. Platz sind Chefärzte der Kliniken für Allgemein- <strong>und</strong><br />

Viszeralchirurgie in <strong>Weilheim</strong> <strong>und</strong> Schongau. Z<strong>um</strong> Aufgabengebiet der<br />

Viszeralchirurgie gehören <strong>die</strong> Operation <strong>und</strong> Versorgung von gut- oder<br />

bösartigen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. An beiden Kliniken<br />

werden in modernen Operationssälen nahezu alle Eingriffe am Bauch<br />

minimal-invasiv durchgeführt. Schwerpunktmäßig handelt es sich dabei<br />

<strong>um</strong> Eingriffe im Bereich der Adipositaschirurgie, Chirurgie bei gutartigen


Erkrankungen wie etwa Gallensteinleiden, Refluxerkrankung der Speiseröhre,<br />

Hernienchirurgie sowie der Chirurgie von gut- <strong>und</strong> bösartigen<br />

Erkrankungen des Dick- <strong>und</strong> Mastdarms, der Proktologie <strong>und</strong> der Schilddrüse.<br />

Aber auch Eingriffe an Magen, Leber <strong>und</strong> Milz werden in <strong>Weilheim</strong><br />

<strong>und</strong> Schongau nach Möglichkeit minimal-invasiv durchgeführt.<br />

Leistenbruch, Nabelbruch, Narbenbruch – was tun?<br />

Leistenbruch, Nabelbruch, Narbenbruch, Bauchwandbruch, Zwerchfellbruch:<br />

Hernien, so der Fachbegriff, zählen zu den häufigsten Diagnosen<br />

in der Bauchchirurgie. In den Kliniken in <strong>Weilheim</strong> <strong>und</strong><br />

Schongau sind <strong>die</strong> Ärzte auf <strong>die</strong> besonders schonende Behandlung<br />

von Bauchwandhernien spezialisiert. „Die Behandlung sollte<br />

heutzutage sta<strong>die</strong>ngerecht <strong>und</strong> individuell angepasst erfolgen“,<br />

sagt der leitende Oberarzt Dr. Rolland Rosniatowski. Die meisten<br />

der operierten Leistenbrüche<br />

werden mit einem Kunststoffnetz<br />

verschlossen. Entweder<br />

geschieht <strong>die</strong>s über einen<br />

Leistenschnitt von außen<br />

oder von innen endoskopisch<br />

per Bauchspiegelung (Laparoskopie).<br />

Für Bauchwandoder<br />

Narbenbrüche gilt <strong>die</strong><br />

Verstärkung der Bauchwand<br />

mit einem Kunststoffnetz,<br />

das entweder offen oder per<br />

Bauchspiegelung eingebracht<br />

wird, als das Verfahren der<br />

Wahl.<br />

Dr. Rolland Rosniatowski<br />

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden<br />

Es handelt sich <strong>um</strong> stark durchblutete Polster aus Blutgefäßen im oberen<br />

Analkanal. Sie werden von Arterien aufgep<strong>um</strong>pt <strong>und</strong> schwellen<br />

dadurch z<strong>um</strong> Abdichten des Afters nach dem Stuhlgang automatisch<br />

an. Durch Pressen bei der Stuhlentleerung, aber auch bei Durchfall,<br />

bleiben <strong>die</strong> Hämorrhoidalpolster gestaut <strong>und</strong> werden bei der Stuhlpassage<br />

nach unten gedrückt. Dadurch werden sie mit der Zeit vergrößert,<br />

bis sie schließlich bei der Stuhlentleerung aus dem After hervortreten.<br />

Die Schädigung der Afterhaut führt zu Juckreiz, Nässen, Brennen, z<strong>um</strong><br />

Bluten sowie gelegentlich dem unbemerkten Abgang von Blut oder<br />

Schleim. Je nach Ausmaß der Schädigung redet man von Hämorrhoiden<br />

I., II. oder III. Grades. Bleiben <strong>die</strong> vorgestülpten Anteile der Analhaut<br />

<strong>und</strong> der Hämorrhoiden dauerhaft außerhalb des Afters, so spricht man<br />

von Hämorrhoiden IV. Grades.<br />

Die Vergrößerung der Hämorrhoiden allein macht aber noch keine<br />

Krankheit aus; erst wenn Beschwerden hinzukommen, redet man von<br />

einem Hämorrhoidalleiden <strong>und</strong> nur <strong>die</strong>ses muss behandelt werden.<br />

Die Ärzte der Krankenhaus GmbH untersuchen schonend <strong>und</strong> beraten<br />

gerne.<br />

Hormonlieferant Schilddrüse<br />

Die Schilddrüse nimmt eine wichtige Aufgabe im Stoffwechsel wahr.<br />

Sie produziert <strong>die</strong> Hormone für <strong>die</strong> geistige <strong>und</strong> körperliche Entwicklung<br />

<strong>und</strong> ist verantwortlich für Kreislauf <strong>und</strong> Stress. Damit <strong>die</strong><br />

Schilddrüse genügend Hormone produzieren kann, benötigt sie das<br />

Spurenelement Jod. Dieses nehmen wir normalerweise über <strong>die</strong><br />

Nahrung in ausreichender Menge zu uns. Bei zu wenig Jod vergrößert<br />

sich <strong>die</strong> Schilddrüse <strong>und</strong> es bildet sich ein „Kropf“, was im Oberland<br />

häufig vorkommt. Produziert <strong>die</strong> Schilddrüse zu wenig Hormone,<br />

spricht man von einer Unterfunktion. Produziert sie zu viele, spricht<br />

man von einer Überfunktion. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung<br />

lassen sich Form <strong>und</strong> Größe der Schilddrüse bestimmen. Eine weitere<br />

Untersuchungsmethode ist <strong>die</strong><br />

Szintigrafie. „Die Behandlung erfolgt<br />

medikamentös oder bei Knotenbildung<br />

zur Abklärung auch<br />

operativ“, erklärt der <strong>die</strong> Schilddrüsenchirurgie<br />

leitende Oberarzt<br />

in <strong>Weilheim</strong>, Dr. Bernhard<br />

Kann. Eingriffe an der Schilddrüse<br />

werden sowohl in <strong>Weilheim</strong> als<br />

auch in Schongau angeboten. In<br />

<strong>Weilheim</strong> findet immer donnerstags<br />

<strong>die</strong> Schilddrüsensprechst<strong>und</strong>e<br />

(Terminvereinbarung unter<br />

0881 / 188-580) statt.<br />

> > > Kontakt<br />

Klinik für Allgemein- <strong>und</strong> Viszeralchirurgie<br />

Kontakt <strong>Weilheim</strong><br />

Claudia Sontheimer<br />

Telefon: 0881 / 188-580<br />

Telefax: 0881 / 188-579<br />

Dr. Bernhard Kann<br />

E-Mail: wm-allgemeinchirurgie@kh-gmbh-ws.de<br />

Kontakt Schongau<br />

Karin Nitschmann<br />

Telefon: 08861 / 215-141<br />

Telefax: 08861 / 215-142<br />

E-Mail: sog-allgemeinchirurgie@kh-gmbh-ws.de<br />

www.ges<strong>und</strong>heitsversorger2020.de<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 53<br />

Veranstaltungen der<br />

Krankenhaus GmbH<br />

Montag, 7. <strong>März</strong>, 16.00 bis 18.00 Uhr<br />

3. Adipositas-Tag<br />

mit Prof. Dr. Reinhold Lang, Chefarzt Klinik<br />

für Allgemein- <strong>und</strong> Viszeralchirurgie<br />

Nicole Retzer, Diätassistentin<br />

Krankenhaus <strong>Weilheim</strong><br />

Montag, 7. <strong>März</strong>, 19.00 – 21.00 Uhr<br />

„Patientenverfügung,<br />

Vollmacht ... alles klar! –<br />

oder doch nicht?<br />

mit Christian Sturm,<br />

Ltd. Arzt Klinik für Innere Medizin<br />

Dr. Hans Christian Sänger,<br />

Chefarzt Zentr<strong>um</strong> für Altersmedizin –<br />

Geriatrische Rehabilitation<br />

Ballenhaus Schongau<br />

Montag, 12. <strong>März</strong>, 19.00 Uhr<br />

Krankenhaus <strong>Weilheim</strong><br />

Mittwoch, 14. <strong>März</strong>, 19.00 Uhr<br />

Krankenhaus Schongau<br />

„Krampfadern <strong>und</strong><br />

offenes Bein – Schicksal oder<br />

behandelbares Leiden?“<br />

mit Dr. Peter Ba<strong>um</strong>ann, Chefarzt Klinik<br />

für Gefäß- <strong>und</strong> Endovaskularchirurgie<br />

Mittwoch, 21. <strong>März</strong>, 17.00 Uhr<br />

Proktologie & Darmkrebs<br />

mit Dr. Michael Platz, Chefarzt Klinik<br />

für Allgemein- <strong>und</strong> Viszeralchirurgie<br />

Dr. Jochen Dresel, Chefarzt Klinik<br />

für Innere Medizin<br />

Ballenhaus Schongau<br />

Mittwoch, 18. <strong>April</strong>, 19.00 Uhr<br />

„Ist Hüftersatz eine Lösung?<br />

mit Dr. Thomas Löffler, Chefarzt Klinik<br />

für Unfallchirurgie <strong>und</strong> Orthopä<strong>die</strong><br />

Krankenhaus Schongau<br />

Donnerstag, 19. <strong>April</strong>, 17.00 – 19.00 Uhr<br />

Präsentation Klinik für Innere<br />

Medizin Schongau<br />

mit Dr. Jochen Dresel <strong>und</strong> Team<br />

Schloßberghalle Peiting<br />

Donnerstag, 26. <strong>April</strong>, 19.00 Uhr<br />

„Wenn das Knie schmerzt“<br />

mit Dr. Thomas Löffler, Chefarzt Klinik<br />

für Unfallchirurgie <strong>und</strong> Orthopä<strong>die</strong><br />

Krankenhaus <strong>Weilheim</strong>


Aktionstag auf Gut Achberg<br />

Von der Natur lernen<br />

Achberg | Wer lebt eigentlich im<br />

Wald? Was muss ein Jagdh<strong>und</strong><br />

beherrschen? Wie verhalten sich<br />

Greifvögel <strong>und</strong> welche Fische haben<br />

in unseren Flüssen, Bächen<br />

<strong>und</strong> <strong>Seen</strong> ihren Lebensra<strong>um</strong>? <strong>Das</strong><br />

sind nur einige der<br />

Fragen, <strong>die</strong><br />

während des Aktionstages „Lernort<br />

Natur“ auf Gut Achberg bei<br />

Oberhausen beantwortet werden.<br />

1991 hatte der Deutsche Jagdverband<br />

<strong>die</strong> Initiative „Lernort Natur“<br />

ins Leben gerufen, seither<br />

bietet auch der Kreisjagdverband<br />

<strong>Weilheim</strong> regelmäßige Aktivitäten<br />

an. Denn nicht nur<br />

Erwachsene, vor allem<br />

auch Kinder unterliegen<br />

heutzutage<br />

immer häufiger<br />

Irrtümern über <strong>die</strong><br />

Natur. In einer digitalen<br />

Welt mit Laptop, Spielkonsole<br />

<strong>und</strong> Smartphone<br />

wird sie immer seltener<br />

hautnah erlebt. Dabei ist<br />

es wichtiger denn je zu<br />

wissen, dass ein Schnit-<br />

<br />

zel eben<br />

nicht aus der Tiefkühltruhe kommt,<br />

das Reh nicht <strong>die</strong> Frau vom Hirsch<br />

ist <strong>und</strong> Kühe nicht zwangsläufig<br />

lila sind.<br />

Naturtag fest im<br />

Lehrplan integriert<br />

Auch <strong>die</strong> bayerischen G<strong>r<strong>und</strong></strong>schulen<br />

haben trotz unaufhaltsamer<br />

Digitalisierung längst erkannt, wie<br />

wichtig ein verantwortungsvoller<br />

Umgang mit der Natur ist <strong>und</strong><br />

daher einen „Naturtag“ in den<br />

Lehrplan integriert. Da trifft es sich<br />

gut, dass der Kreisjagdverband<br />

<strong>Weilheim</strong> hiesige G<strong>r<strong>und</strong></strong>schüler<br />

auf Gut Achberg einlädt, <strong>um</strong> dort<br />

einen spannenden <strong>und</strong> lehrreichen<br />

Aktionstag zu verbringen.<br />

Lediglich <strong>um</strong> den Transport nach<br />

Achberg müssen sich <strong>die</strong> G<strong>r<strong>und</strong></strong>schulen<br />

aus der Umgebung selbst<br />

kümmern. Ab dem Forstgut<br />

werden <strong>die</strong> Schüler von<br />

ehrenamtlichen<br />

<br />

Helfern be-<br />

treut,<br />

Abwechslungsreiche Themengebiete: Z<strong>um</strong> Lehrpfad gehört sowohl eine<br />

Fisch-Station, als auch eine H<strong>und</strong>estation.<br />

der Kreisjagdverband kümmert<br />

sich dort <strong>um</strong> alles <strong>und</strong> lässt sich<br />

den Tag, der meist Ende Juni/Anfang<br />

Juli stattfindet, durchaus etwas<br />

kosten. R<strong>und</strong> 120 Kinder aus<br />

der dritten oder vierten Klasse sind<br />

jährlich auf Gut Achberg zu Gast –<br />

<strong>und</strong> lernen fernab von Tafel, Beamer<br />

<strong>und</strong> Klassenzimmer, an verschiedenen<br />

Stationen hautnah von<br />

der Natur.<br />

Etwa bei Conny W<strong>und</strong>er, zweite<br />

Vorsitzende des Kreisjagdverbandes,<br />

<strong>die</strong> an der H<strong>und</strong>estation erklärt,<br />

was ein Jagdh<strong>und</strong> beherrschen<br />

muss. Praktische Vorführung<br />

eines Jagdh<strong>und</strong>es inklusive. Eine<br />

weitere Station ist der „Waldlehrpfad“,<br />

ein 200 Meter langer Weg,<br />

auf dem Schüler ihre Augen offen<br />

halten müssen. Um zu erkennen,<br />

welche Dinge in den heimischen<br />

Wald gehören <strong>und</strong> welche nicht.<br />

Bananen? Batterien? Wolpertinger?<br />

Diverse Vögel? Die Kinder entscheiden<br />

<strong>und</strong> lernen so an praktischen<br />

Beispielen in unmittelbarer<br />

Umgebung.<br />

Von der staatlichen Fischereianstalt<br />

aus Starnberg ist meist Fischermeister<br />

Walter Strohmeier<br />

zu Gast. „Ein echtes Original“,<br />

lobt Florian Pfütze, erster Vorsitzender<br />

des Kreisjagdverbandes<br />

<strong>Weilheim</strong>, vor allem dessen lebhafte<br />

Erklärungen <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> das<br />

Thema Fisch. Als Anschauungsobjekte<br />

bringt der Experte Hecht,<br />

Aal, Forelle, Waller <strong>und</strong> einige<br />

weitere Arten mit. Letztes Jahr sogar<br />

einen 35 Pf<strong>und</strong>-Karpfen. „Wo<br />

sieht man so einen denn schon<br />

mal?“, freut sich Pfütze über das<br />

ehrenamtliche Engagement. Die<br />

nächste Station ist jene der Greifvögel,<br />

im vergangenen Jahr unter<br />

54 | tassilo


anz_F&P_87x200_050417_Layout 1 05.04.17 10:25 Seite 1<br />

anderem besetzt von Uli Jaser <strong>und</strong><br />

dessen Steinadler „Leif“. Hier erfuhren<br />

<strong>die</strong> Kinder Wissenswertes<br />

zur Falkenjagd, zu Adlern <strong>und</strong><br />

Uhus. Die Schüler dürfen <strong>die</strong> Vögel<br />

z<strong>um</strong> Teil sogar streicheln –<br />

Naturk<strong>und</strong>e geht ka<strong>um</strong> näher.<br />

Die Kinder werden zu Beginn des<br />

Tages in gleich große Gruppen<br />

aufgeteilt, starten an unterschiedlichen<br />

Stationen <strong>und</strong> verweilen<br />

an jeder <strong>r<strong>und</strong></strong> eine halbe bis dreiviertel<br />

St<strong>und</strong>e. Überall sind sie mit<br />

verschiedensten Mitmachaktionen<br />

beschäftigt <strong>und</strong> gefordert. Insgesamt<br />

sind <strong>die</strong> Schüler auf dem<br />

gesamten R<strong>und</strong>weg etwa zwei<br />

Kilometer unterwegs – ein echter<br />

Wandertag. Z<strong>um</strong> Abschluss gibt es<br />

stets eine vom Kreisjagdverband<br />

gesponserte Verpflegung, wie<br />

etwa den „Wilden Achberger“, ein<br />

Burger mit Wildfleisch. Im vergangene<br />

Jahr gab es Wild-Bratwürste.<br />

Die Kinder waren begeistert.<br />

Viel Engagement<br />

für <strong>die</strong> gute Sache<br />

Um solch einen Tag bewältigen zu<br />

können, braucht es eine Vielzahl<br />

an freiwilligen Helfern. Z<strong>um</strong> einen<br />

Experten, welche <strong>die</strong> verschiedenen<br />

Stationen mit Leben füllen,<br />

Personen <strong>die</strong> <strong>die</strong> Gruppen führen<br />

<strong>und</strong> Leute, <strong>die</strong> sich <strong>um</strong> <strong>die</strong> Verpflegung<br />

kümmern. Florian Pfütze ist<br />

<strong>die</strong>ses pädagogische Angebot als<br />

Die Verpflegung nach dem Naturtag gehört auf Gut Achberg dazu. Es<br />

gab bereits den „Wilden Achberger“ oder Wild-Bratwürste.<br />

erstem Vorsitzendem des Kreisjagdverbandes<br />

<strong>Weilheim</strong> enorm<br />

wichtig. „Die Jagd wird häufig<br />

zerrissen“, bedauert er <strong>und</strong> ergänzt<br />

zugleich: „Dabei sind Jäger<br />

wie auch Fischer mit <strong>die</strong> größten<br />

Naturschützer überhaupt, schließlich<br />

sind wir <strong>die</strong> einzigen, <strong>die</strong> eine<br />

staatliche Prüfung vorweisen müssen.“<br />

Durch Aktionen wie „Lernort<br />

Natur“ soll eben auch <strong>die</strong>se<br />

Akzeptanz gegenüber den Jägern<br />

gesteigert werden, schließlich leben<br />

sie in <strong>und</strong> mit der Natur. „Es<br />

ist eben nicht nur das Totschießen,<br />

sondern es geht auch <strong>um</strong> Pflege<br />

am Wild. <strong>Das</strong>s wir Jäger beispielsweise<br />

ganz selbstverständlich Kitze<br />

in den Feldern suchen, dafür<br />

Zeit <strong>und</strong> auch Geld investieren“, so<br />

Pfütze weiter. Der Aktionstag auf<br />

Gut Achberg wird laut dem Kreisjagdverbands-Vorsitzenden<br />

enorm<br />

gut angenommen. „Es kommt unfassbar<br />

gut an. Wir könnten solch<br />

einen Tag theoretisch locker fünf<br />

Mal im Jahr anbieten“, meint Florian<br />

Pfütze, dem es für solch ein<br />

Angebot allerdings selbst <strong>und</strong><br />

auch den ehrenamtlichen Helfern<br />

an Zeit fehlt. Schließlich ist der Tag<br />

immer mit erheblichem Aufwand<br />

verb<strong>und</strong>en. Der sich aber lohnt,<br />

vor allem wenn <strong>die</strong> Kinder im Anschluss<br />

wissen, dass das Reh eben<br />

nicht <strong>die</strong> Frau vom Hirsch ist. tis<br />

> > > Z<strong>um</strong> Thema<br />

Informationen <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> den<br />

Kreisjagdverband <strong>Weilheim</strong><br />

e.V. sowie den „Lernort Natur“<br />

bietet <strong>die</strong> Internetseite:<br />

www.jagd-weilheim.de<br />

Die Fliegenfischerschule Oberbayern<br />

– Privat- <strong>und</strong> Gruppenkurse für Anfänger <strong>und</strong> Fortgeschrittene<br />

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– Professionelles Guiding an Fließ- <strong>und</strong> Stillwasserstrecken<br />

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Großzügig, gemütlich <strong>und</strong> voll ausgestattet<br />

mit allem was das Fliegenfischer-Herz<br />

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Am Weinberg 1<br />

82487 Oberammergau<br />

Tel. 49-8822-9488500<br />

Mobil 49-171-45 78 360<br />

www.flyrodandpaddle.com<br />

contact@flyrodandpaddle.com<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mi/Fr 16-19 Uhr & Sa 9-12 Uhr<br />

Und nach Vereinbarung<br />

Opening Hour:<br />

Mi/Fr 4-7 p.m. & Sa 9-12 a.m.<br />

And by appointment<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 55


Neues Konzept bei der Bauer Unternehmensgruppe<br />

Gute Noten machen noch<br />

keinen guten Facharbeiter<br />

Wir sind ein expan<strong>die</strong>rendes, mittelständisches Unternehmen<br />

in der Büro-, Schul- <strong>und</strong> Schreibwarenbranche mit<br />

Sitz im <strong>Weilheim</strong>er Gewerbegebiet Trifthof <strong>und</strong> bieten ab<br />

01. September <strong>2018</strong> einen Ausbildungsplatz zur<br />

Fachkraft für Lagerlogistik<br />

<strong>Das</strong> erwartet Dich:<br />

Spannende Einblicke in unsere vielschichtige Vertriebsorganisation<br />

<strong>und</strong> Logistik. In einem modernen Arbeits<strong>um</strong>feld<br />

lernst Du, Waren anzunehmen, optimal einzulagern,<br />

mit Hilfe von diversen Flurförderzeugen sicher zu transportieren,<br />

für K<strong>und</strong>en zusammenzustellen <strong>und</strong> zu versenden.<br />

Außerdem wirst Du bei der stetigen Optimierung unserer<br />

Lager- <strong>und</strong> Transportprozesse mitwirken.<br />

<strong>Das</strong> solltest Du mitbringen:<br />

Qualifizierender Hauptschulabschluss oder mittlerer<br />

Bildungsabschluss. Sorgfältige <strong>und</strong> organisierte Arbeitsweise,<br />

Leistungs- <strong>und</strong> Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit,<br />

Selbstständigkeit <strong>und</strong> angemessene Umgangsformen.<br />

Sicherer Umgang mit Computer, Tablets, Scanner usw.<br />

Interesse? Dann sende uns Deine aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen<br />

per E-Mail oder per Post.<br />

Schneider Novus Vertriebs GmbH<br />

Holzhofring 20 · 82362 <strong>Weilheim</strong> · Ausbildung@snv.de<br />

www.Schneider-Novus.de · Tel: 0881 629 29 100<br />

56 | tassilo<br />

<strong>Weilheim</strong> | „Sobald <strong>die</strong> jungen<br />

Leute z<strong>um</strong> Praktik<strong>um</strong> erscheinen,<br />

sind für uns schulische Vorleistungen<br />

nicht mehr relevant“, erklärt<br />

Ralf Greif, seit <strong>r<strong>und</strong></strong> zweieinhalb<br />

Jahren Personalleiter der Bauer<br />

Unternehmensgruppe in <strong>Weilheim</strong>.<br />

„Man merkt sofort, wie den<br />

Schülern ein Stein vom Herzen<br />

fällt, wie sie entsprechend lockerer<br />

werden“, berichtet der stu<strong>die</strong>rte<br />

Sozialwissenschaftler, Psychologe<br />

<strong>und</strong> Betriebswirt von seinen emotional<br />

aufregenden Gesprächen<br />

mit den Bewerbern. „Noten sind<br />

nicht alles – wir suchen Praktiker“,<br />

so das neue Ausbildungs-Motto<br />

der Bauer Unternehmensgruppe,<br />

welches keineswegs der Tatsache<br />

geschuldet ist, dass <strong>die</strong> Firma keine<br />

herausragenden Schüler bekäme.<br />

Ganz im Gegenteil: Trotz Lehrlingsmangel<br />

in vielen anderen Branchen<br />

bewerben sich beim <strong>Weilheim</strong>er<br />

Unternehmen jährlich weitaus<br />

mehr, als letztlich eine Ausbildung<br />

beginnen können.<br />

Langfristige<br />

Zusammenarbeit<br />

<strong>Das</strong> neue Einstellungskonzept ist<br />

nicht als Marketing-Maßnahme<br />

zu verstehen, sondern hat vielmehr<br />

wirtschaftliche Hintergründe.<br />

„Gute Noten machen noch lange<br />

keinen guten Facharbeiter“, weiß<br />

Ralf Greif aus seiner langjährigen<br />

Erfahrung. Bis ins Jahr 2004 zurück<br />

hat er <strong>die</strong> Kennzahlen des Unternehmens<br />

analysiert <strong>und</strong> dabei<br />

festgestellt, dass <strong>r<strong>und</strong></strong> 75 Prozent<br />

derjenigen, <strong>die</strong> seither eine Ausbildung<br />

bei Bauer absolvierten,<br />

noch immer in der Firma tätig sind.<br />

Ein herausragender Wert. Und bei<br />

denen, <strong>die</strong> das Unternehmen verlassen<br />

habe, waren mitunter <strong>die</strong><br />

guten Noten einer der Gründe. Sie<br />

haben <strong>die</strong> Meisterschule oder eine<br />

andere weiterführende Ausbildung<br />

angeschlossen <strong>und</strong> möchten<br />

dementsprechend in Führungspositionen<br />

arbeiten, <strong>die</strong> es allerdings<br />

auch bei Bauer nicht unendlich zu<br />

besetzen gibt.<br />

Generell ist <strong>die</strong> Bauer Unternehmensgruppe<br />

stets an einer<br />

möglichst langfristigen Zusammenarbeit<br />

interessiert, über 20<br />

Dienstjahre im Unternehmen sind<br />

beileibe keine Seltenheit. Schließlich<br />

ist eine Ausbildung immer<br />

eine Investition in <strong>die</strong> Zukunft, kostet<br />

der Firma eine Menge<br />

Geld – mit allem dr<strong>um</strong><br />

<strong>und</strong> dran <strong>r<strong>und</strong></strong> 100000<br />

Euro. Mittlerweile wird<br />

bei Bauer eine sehr gute<br />

Mittlere Reife nicht mehr<br />

als eines der Haupt-<br />

Einstellkriterien gesehen.<br />

Auch Mittelschüler<br />

mit durchschnittlichem<br />

Abschluss haben <strong>die</strong> realistische<br />

Chance, bei<br />

Bauer ihre Ausbildung<br />

beginnen zu dürfen. Alternativlos<br />

<strong>und</strong> Voraussetzung<br />

ist hingegen ein<br />

einwöchiges Betriebspraktik<strong>um</strong><br />

z<strong>um</strong> gegenseitigen<br />

Kennenlernen. Laut<br />

Ralf Greif möchte nahezu<br />

jeder Praktikant seine<br />

Ausbildung später auch<br />

tatsächlich bei der Bauer Unternehmensgruppe<br />

beginnen, wenngleich<br />

natürlich nicht alle eingestellt<br />

werden können. Derzeit sind<br />

43 der <strong>r<strong>und</strong></strong> 230 Mitarbeiter Auszubildende.<br />

Welche Faktoren letztlich<br />

den Ausschlag geben, ist immer<br />

individuell zu betrachten, hängt allerdings<br />

stark von der einwöchigen<br />

„Praktik<strong>um</strong>s-Performance“ ab. Ein<br />

harter Fakt, der über eine Einstellung<br />

entscheidet, ist <strong>die</strong> Wohnortnähe<br />

z<strong>um</strong> Betrieb, auch wenn <strong>die</strong><br />

Firma mit den öffentlichen Verkehrsmitteln<br />

gut zu erreichen ist –<br />

der Bahnhof liegt lediglich acht<br />

Gehminuten entfernt. Der plausible<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>: „Jemand aus <strong>Weilheim</strong><br />

oder Umgebung bleibt dem Unternehmen<br />

meist langfristiger erhalten<br />

als einer, der jeden Tag 60<br />

Die persönliche Entwicklung<br />

wird bei Bauer großgeschrieben.


43 der <strong>r<strong>und</strong></strong> 230 Mitarbeiter bei Bauer sind Auszubildende.<br />

Kilometer anreisen muss“, erklärt<br />

Ralf Greif wohlwissend, dass es<br />

auch hier Ausnahmen gibt.<br />

Freizeitverhalten häufig<br />

entscheidender<br />

Viel mehr als auf Schulnoten achten<br />

Greif <strong>und</strong> Markus Bauer, der für<br />

<strong>die</strong> technische Ausbildung verantwortlich<br />

ist, etwa auf das Freizeitverhalten<br />

der Bewerber. So spielt<br />

unter anderem das Thema Ehrenamt<br />

eine große Rolle. „Wenn jemand<br />

mit 15 oder 16 beispielsweise<br />

bereits Übungsleiter ist, dann ist<br />

das schon was“, so Greif. Wichtig<br />

sei ihnen in jedem Fall ein sinnvolles,<br />

interessantes Freizeitverhalten.<br />

Erst kürzlich haben sie einen Azubi<br />

eingestellt, der ein großes Talent<br />

im Zeichnen hat. Wie sie das erfahren<br />

haben? „Auf Facebook“,<br />

sagt Ralf Greif über den völlig<br />

selbstverständlichen Vorgang, dass<br />

heutzutage <strong>die</strong> sozialen Me<strong>die</strong>n<br />

zur Auswahlfindung genutzt werden.<br />

Sich Sorgen über einzelne<br />

Einträge oder Bilder braucht sich<br />

indes wegen der Bauer Unternehmensgruppe<br />

niemand machen.<br />

„Auch wir waren mal 15“, beruhigt<br />

Greif, dem es vor allem wichtig<br />

ist, dass seine Bewerber nicht<br />

„mainstream“ sind. „Ich glaube,<br />

man kommt nur mit Leuten voran,<br />

<strong>die</strong> in Frage stellen, was man<br />

tut.“ Auch von diversen Leitlinien<br />

für Bewerbungsgespräche hält<br />

der Experte nicht allzu viel. Zwar<br />

orientiert auch er sich während<br />

des Gesprächs an einigen Fragen,<br />

achtet dabei allerdings mehr auf<br />

<strong>die</strong> Körpersprache. Denn daran<br />

Du hast ein Ziel?<br />

HIER kannst<br />

Du es erreichen!<br />

erkennt Greif, der unter anderem<br />

seit über 20 Jahren an deutschen<br />

Hochschulen doziert, ob <strong>die</strong> Worte<br />

seines Gegenübers ehrlich sind.<br />

Wer letztlich einen Ausbildungsvertrag<br />

bei der Bauer Unternehmensgruppe<br />

bekommt, darf sich<br />

neben der abwechslungsreichen<br />

Ausbildung – man wechselt alle<br />

drei Monate den Bereich – auf<br />

weitere attraktive Aspekte freuen:<br />

Wie etwa <strong>die</strong> neue Ausbildungswerkstatt,<br />

<strong>die</strong> Bauer-Akademie<br />

oder unterschiedlichste Workshops.<br />

Generell ist <strong>die</strong> Entwicklung<br />

ihrer Mitarbeiter der Bauer Unternehmensgruppe<br />

enorm wichtig.<br />

Unter anderem, damit Lehrlinge<br />

zu guten Facharbeitern ausgebildet<br />

werden – völlig egal, welche<br />

Schulnoten sie einst hatten. tis<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 57


15. Ausbildungsmesse in <strong>Weilheim</strong><br />

Mein Job – meine Zukunft<br />

<strong>Weilheim</strong> | Ausbildung oder weiterführende<br />

Schule? Duales oder<br />

eingleisiges Studi<strong>um</strong>? Weiterbildung<br />

oder Umschulung? Die Aus-<br />

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mittlerweile verdoppelt. <strong>Das</strong> Konzept<br />

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<strong>und</strong> Feinwerkmechaniker/-in<br />

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im Landkreis gesehen werden,<br />

schließlich teilen sich eine Vielzahl<br />

von Veranstaltern <strong>die</strong> vielfältigen<br />

Aufgaben der Organisation. Auch<br />

<strong>die</strong> regionalen Schulen unterstützen<br />

das Projekt.<br />

Aussteller aus vielen<br />

Bereichen<br />

Besucher dürfen sich wieder auf<br />

zahlreiche Präsentationen aus<br />

Handwerk, Industrie <strong>und</strong> Handel,<br />

Dienstleistungen, Ges<strong>und</strong>heit<br />

<strong>und</strong> öffentlichem Dienst freuen.<br />

<strong>Das</strong> Angebot soll auch heuer <strong>die</strong><br />

Vielfalt des Branchenmixes im<br />

Landkreis widerspiegeln. R<strong>und</strong><br />

80 Aussteller zeigen verschiedene<br />

aktuelle <strong>und</strong> zukunftsfähige Berufsbilder,<br />

dazu Praktika- <strong>und</strong> Stu<strong>die</strong>nangebote.<br />

Auch Berufs- <strong>und</strong><br />

Fachschulen sowie andere weiterführende<br />

Schulen stellen sich vor.<br />

Einige Unternehmen bereiten sogar<br />

hilfreiche Checklisten fürs Bewerbungsfahren<br />

inklusive Zeitpläne<br />

<strong>und</strong> Fristen vor. Die Jobmesse ist<br />

darüber hinaus <strong>die</strong> perfekte Gelegenheit,<br />

wichtige Ansprechpartner<br />

kennenzulernen. Sie nehmen sich<br />

gerne Zeit für persönliche Gespräche<br />

oder erste Terminvereinbarungen.<br />

Neu auf der Jobmesse ist<br />

indes der Berufe-Bus, ein mobiler<br />

Ra<strong>um</strong>, in dem Vorträge zu Themen<br />

wie Bewerbung oder Vorstellungsgespräch<br />

angeboten werden. Er<br />

parkt direkt vor der Stadthalle. Ein<br />

Stand z<strong>um</strong> Thema „Digitalisierung<br />

im Bereich der Bildung“ inklusive<br />

Fachvortrag ergänzt das vielfältige<br />

Angebot der <strong>die</strong>sjährigen Messe.<br />

Als Ansporn für Schüler möglichst<br />

viele Gespräche zu führen, gibt es<br />

einen Messepass, mit dem man<br />

später an einer Tombola teilnehmen<br />

kann.<br />

Organisiert wird <strong>die</strong> Jobmesse<br />

„Mein Job – meine Zukunft“<br />

von der Wirtschaftsförderung des<br />

Landkreises <strong>Weilheim</strong>-Schongau<br />

in Kooperation mit der Agentur für<br />

Arbeit, dem Arbeitskreis Schule-<br />

Wirtschaft, der HWK für München<br />

<strong>und</strong> Oberbayern, der IHK für München<br />

<strong>und</strong> Oberbayern, der Stadt<br />

<strong>Weilheim</strong> sowie der Sparkasse<br />

Oberland. Die Messe ist am 1. <strong>März</strong><br />

von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. tis<br />

58 | tassilo


Dachmarke<br />

Vier Jugendliche zeigen Da<strong>um</strong>en hoch<br />

weisses Feld<br />

SAM <strong>2018</strong> – zweite Ausbildungsmesse in Schongau<br />

AUSBILDUNG oder DUALES STUDIUM ?<br />

80 Firmen – 15 Branchen<br />

Schongau | Nach dem Erfolgsdebüt<br />

im vergangenen Frühjahr<br />

findet auch heuer wieder eine<br />

Ausbildungsmesse in Schongau<br />

statt. Die SAM <strong>2018</strong> beginnt am<br />

Mittwoch, 18. <strong>April</strong>, <strong>um</strong> 13.30 Uhr<br />

in der Lechsporthalle in Schongau.<br />

Weil Andrang <strong>und</strong> Nachfrage im<br />

Vorjahr derart groß waren, wurde<br />

das Rahmenprogramm im Detail<br />

etwas verändert, <strong>um</strong> den Fokus<br />

noch stärker auf das Wesentliche<br />

zu richten: Die Suche nach<br />

dem perfekten Ausbildungsplatz.<br />

Heißt: Statt Bühne mit Prominenten-Frage-St<strong>und</strong>e<br />

wurde Platz<br />

geschaffen für weitere Betriebe,<br />

<strong>die</strong> mit eigens aufgebauten Informationsständen<br />

ihre Philosophie,<br />

Produkte <strong>und</strong> Ausbildungsinhalte<br />

präsentieren werden. Organisiert<br />

wird <strong>die</strong> zweite Schongauer Ausbildungsmesse<br />

von Peter Ostenrieder,<br />

der <strong>die</strong> Veranstaltung im<br />

Auftrag des Landratsamtes <strong>und</strong><br />

gemeinsam mit Vertretern des Informationskreises<br />

der Wirtschaft<br />

bereits 2017 aus der Taufe gehoben<br />

hatte. Hinterg<strong>r<strong>und</strong></strong> damals:<br />

Immer mehr Firmeninhaber aus<br />

dem Schongauer Ra<strong>um</strong> äußerten<br />

den Wunsch nach einer ähnlichen<br />

Veranstaltung wie <strong>die</strong> seit Jahren<br />

etablierte Jobmesse in <strong>Weilheim</strong><br />

(siehe links). Wobei einige Firmen<br />

auf beiden Messen vertreten sein<br />

werden.<br />

Mut z<strong>um</strong> Gespräch<br />

wird belohnt<br />

Insgesamt haben sich ca. 80 Firmen<br />

aus über 15 Branchen — von Industrie<br />

<strong>und</strong> Handwerk über Behörde<br />

bis z<strong>um</strong> Ges<strong>und</strong>heitswesen —<br />

für <strong>die</strong> SAM <strong>2018</strong> angemeldet, <strong>die</strong><br />

allesamt einen guten Platz finden<br />

werden in der freigerä<strong>um</strong>ten<br />

Sporthalle. Damit <strong>die</strong> Schüler ähnlich<br />

zahlreich erscheinen wie 2017,<br />

locken <strong>die</strong> Veranstalter neben<br />

halbstündlichen Fachvorträgen<br />

von Polizei, Zarges, Landratsamt,<br />

B<strong>und</strong>eswehr, Barmer <strong>und</strong> Ausbildungsoffensive<br />

mit einem interessanten<br />

Gewinnspiel – dem Messepass.<br />

Der wird im Eingangsbereich<br />

an jeden Ausbildungssuchenden<br />

verteilt <strong>und</strong> soll <strong>die</strong> überwiegend<br />

minderjährigen Jungs <strong>und</strong> Mädels<br />

dazu animieren, furchtlos <strong>und</strong> unaufgeregt<br />

auf <strong>die</strong> Firmenvertreter<br />

zuzugehen. Denn für jedes aktive<br />

Gespräch mit den Ausstellern bekommen<br />

<strong>die</strong> Schüler einen Stempel.<br />

Wer den Messepass vollgestempelt<br />

bekommt, darf <strong>die</strong>sen<br />

in einen Topf werfen <strong>und</strong> bei abschließender<br />

Verlosung mit tollen<br />

Sachpreisen teilnehmen.<br />

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wenig verbessert. Dennoch werden<br />

<strong>die</strong> Besucher dar<strong>um</strong> gebeten,<br />

Unsere Ausbildungsangebote für 2019<br />

von der Lechsporthalle auch weiter<br />

entfernte Parkplätze zu nutzen. • Berufsausbildung z<strong>um</strong>/zur<br />

Bewerbungsschluss: 27. <strong>April</strong> <strong>2018</strong><br />

...in <strong>die</strong> berufliche...<br />

Hinweisschilder mit Richtungspfeilen<br />

für Messe-Parkplätze <strong>und</strong> • Ausbildung z<strong>um</strong>/zur Verwaltungswirt/in<br />

Verwaltungsfachangestellten<br />

zur Halle führenden Fußwegen Unser Stu<strong>die</strong>nangebot für 2019<br />

werden in ganz Schongau verteilt. Bewerbungsschluss: 29. Juni <strong>2018</strong><br />

Der offizielle R<strong>und</strong>gang mit Landrätin<br />

Andrea Jochner-Weiß, Ver-<br />

z<strong>um</strong>/zur Diplom-Verwaltungswirt/in (FH)<br />

• Praxisorientiertes Fachhochschulstudi<strong>um</strong><br />

tretern von IHK, Arbeitsamt, Handwerkskammer,<br />

Organisatoren <strong>und</strong> • Berufsausbildung z<strong>um</strong>/zur<br />

Zusätzliches Angebot für <strong>2018</strong><br />

Presse ist bereits eine St<strong>und</strong>e vor Fachinformatiker/in für Systemintegration<br />

Eröffnung damit auch <strong>die</strong>se sich<br />

intensiver mit den Firmen unter-<br />

Besuchen Sie uns auf folgenden Messen:<br />

• Job-Messe in <strong>Weilheim</strong> am 1. <strong>März</strong> <strong>2018</strong><br />

halten können, bevor der erhoffte • SAM in Schongau am 18. <strong>April</strong> <strong>2018</strong><br />

Ansturm beginnt. <strong>Das</strong> Ende der<br />

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zweiten Schongauer Ausbildungsmesse<br />

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Gefährt testen. Platz bietet<br />

der Truck, der neben dem Halleneingang<br />

geparkt wird, für eine<br />

komplette Schulklasse, <strong>die</strong> nach<br />

allgemeiner Einführung in Kleingruppen<br />

aufgeteilt wird, so dass<br />

in Sachen Fragen <strong>und</strong> Ausprobieren<br />

niemand zu kurz kommt. <strong>Das</strong><br />

Parkplatzproblem in Schongau hat<br />

sich im Vergleich z<strong>um</strong> Vorjahr ein<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 59


Arbeit, <strong>die</strong> Freude macht -<br />

in einer Gegend wo das Herz vor Freude lacht!<br />

WIR<br />

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Neubau in Polling<br />

Fachkräfte (Erzieher, Heilerziehungspfleger) &<br />

pädagogische Mitarbeiter<br />

(HEP-Helfer, Kinderpfleger)<br />

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Frauen <strong>und</strong> Männern. Bereitschaft zu exiblen Dienstzeiten.<br />

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Tel.: 0881-925 67 01 <strong>und</strong> 0151-23220745<br />

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Wessobrunn | Fast jeder Haushalt<br />

im <strong>Tassilo</strong>land hält ein oder mehrere<br />

Haustiere. „Für viele sind sie<br />

Kind- oder Partnerersatz, im G<strong>r<strong>und</strong></strong>e<br />

genommen wie ein eigenes<br />

Familienmitglied“, sagt Jochen<br />

Kohler, der gemeinsam mit Ehefrau<br />

Bettina seit 17 Jahren „anicare“<br />

betreibt – ein Bestattungsunternehmen<br />

für Haustiere. Auf <strong>die</strong>se<br />

außergewöhnliche Geschäftsidee<br />

sind <strong>die</strong> beiden gekommen, als<br />

sie durch den Tod ihrer damaligen<br />

Katze selbst betroffen waren. „Einen<br />

Garten haben wir damals noch<br />

keinen gehabt, <strong>und</strong> ein Transport<br />

in <strong>die</strong> Tierkadaververwertung kam<br />

für uns nicht in Frage“, sagt Bettina<br />

Kohler. Also gründeten sie selbst<br />

ein Unternehmen, das den Hinterbliebenen<br />

der toten H<strong>und</strong>e, Katzen<br />

<strong>und</strong> Meerschweinchen einen würdevollen<br />

Abschied ermöglicht. Anfangs<br />

wurden sie dafür ausgelacht.<br />

Doofe Sprüche in der Bevölkerung<br />

wie „braucht’s des, ist doch bloß<br />

a Viech“, standen auf der Tagesordnung.<br />

Auch wirtschaftlich war<br />

der Start in <strong>die</strong> Selbstständigkeit<br />

bei ein bis zwei Aufträgen pro Woche<br />

kein leichter. Inzwischen sind<br />

<strong>die</strong> „doofen Sprüche“ längst verst<strong>um</strong>mt.<br />

„Anicare“ kann sich vor<br />

Anfragen ka<strong>um</strong> retten, bekommt<br />

pro Woche 15 bis 20 Aufträge. <strong>Das</strong><br />

Einzugsgebiet reicht von Kempten<br />

bis zur Münchner Stadtgrenze. Vom<br />

Hartz IV-Empfänger bis z<strong>um</strong> Promi<br />

ist wirklich alles dabei. „Und das<br />

Schöne bei der Trauer <strong>um</strong> Tiere ist,<br />

dass wirklich alle Menschen gleich<br />

sind, egal wie arm oder reich jemand<br />

ist“, sagt Bettina Kohler,<br />

<strong>die</strong> wie Ehemann Jochen auch in<br />

Sachen Seelsorge ganze Arbeit<br />

leistet. „Wenn wir zur Abholung<br />

eines toten Tieres zu den Leuten<br />

kommen <strong>und</strong> <strong>die</strong> Fotoalben schon<br />

auf dem Tisch liegen sehen, wissen<br />

wir sofort, dass es ein sehr emotionaler<br />

Abschied werden wird.“<br />

Einfach hinsetzen <strong>und</strong> zuhören sei<br />

<strong>die</strong> meist beste Methode, den Trauerschmerz<br />

der Betroffenen erträglicher<br />

zu machen. <strong>Das</strong> verstorbene<br />

Tier selbst verladen <strong>die</strong> Kohlers<br />

vorsichtig in einen ihrer zwei Spezialtransporter,<br />

deren Ladefläche<br />

mit Edelstahlwannen ausgestattet<br />

sind, damit sie nach jedem Transport<br />

vorschriftsmäßig gereinigt<br />

<strong>und</strong> desinfiziert werden können.<br />

Tierbestattung<br />

im Garten?<br />

Überhaupt gibt es in Sachen Tierbestattung<br />

jede Menge gesetzliche<br />

Pflichten. <strong>Das</strong> klassische Begraben<br />

im Garten ist beispielsweise<br />

Jochen <strong>und</strong> Bettina Kohler in ihrem Büro.<br />

erlaubt, solange es sich <strong>um</strong> den<br />

eigenen Garten handelt oder der<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>stückseigentümer dem Begräbnis<br />

zustimmt. Und solange<br />

das Tier eines natürlichen Todes<br />

gestorben, also frei von meldepflichtigen<br />

Krankheiten ist sowie<br />

nicht vom Tierarzt eingeschläfert<br />

wurde. Außerdem muss ein Mindestabstand<br />

z<strong>um</strong> nächstgelegenen<br />

öffentlichen G<strong>r<strong>und</strong></strong> von fünf Metern<br />

eingehalten werden <strong>und</strong> das<br />

Tier mindestens einen Meter tief<br />

unter der Erde liegen. Während<br />

kleinere Tiere wie Hamster oder<br />

Vögel antraglos begraben werden<br />

dürfen, sollte bei größeren Tieren,<br />

z<strong>um</strong> Beispiel H<strong>und</strong>en, ein Antrag<br />

beim Veterinäramt gestellt werden.<br />

Eine andere Möglichkeit ist<br />

<strong>die</strong> Einäscherung von Haustieren.<br />

Zweimal <strong>die</strong> Woche fahren Jochen<br />

<strong>und</strong> Bettina Kohler <strong>die</strong> von ihren<br />

K<strong>und</strong>en verstorbenen Haustiere<br />

ins Krematori<strong>um</strong> nach München<br />

oder Memmingen. Dort gibt es<br />

wieder<strong>um</strong> <strong>die</strong> Möglichkeit einer


Selbstgemachte Holzurnen zur Aufbewahrung der Asche.<br />

Einzeleinäscherung, <strong>die</strong> dem K<strong>und</strong>en<br />

garantiert, dass er auch wirklich<br />

<strong>die</strong> Asche seines geliebten<br />

Tieres wiederbekommt. Oder es<br />

gibt <strong>die</strong> Möglichkeit der Sammeleinäscherung,<br />

wonach mehrere<br />

verstorbene Tiere gemeinsam<br />

verbrannt werden, <strong>die</strong> Asche aber<br />

in ein Sammelgrab nahe am Krematori<strong>um</strong><br />

kommt. Wer emotional<br />

dazu in der Lage ist, kann sein verstorbenes<br />

Haustier auch zur Tierkadaververwertung<br />

in Kraftisried<br />

bringen, oder es in einem der dafür<br />

aufgestellten Container entsorgen.<br />

Auf dem Bauhof der Stadt <strong>Weilheim</strong><br />

befindet sich beispielsweise<br />

ein solches Behältnis, worin häufig<br />

auch durch Wildunfall zu Tode gekommene<br />

Tiere zwischengelagert<br />

werden. Bettina <strong>und</strong> Jochen Kohler<br />

halten letztere Methode gerade bei<br />

liebgewonnen Haustieren jedoch<br />

für ziemlich geschmacklos.<br />

Definitiv verboten ist das Begraben<br />

von Tieren auf fremden oder<br />

gemieteten G<strong>r<strong>und</strong></strong>stücken, das im<br />

Falle eines sich hochschaukelnden<br />

Nachbarschaftsstreites Geldstrafen<br />

von bis zu 15 000 Euro nach sich<br />

ziehen kann. „Haben wir alles<br />

schon erlebt“, sagt Jochen Kohler.<br />

Ebenso nicht erlaubt ist das Begraben<br />

in Natur- <strong>und</strong> Wasserschutzgebieten<br />

sowie öffentlichen oder<br />

dem Haustierbesitzer fremden<br />

Waldgebieten. Wobei das Begräbnis<br />

auch im eigenen Privatwald<br />

nicht gemacht werden sollte – <strong>die</strong><br />

Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch,<br />

dass Wildtiere wie beispielsweise<br />

ein Fuchs das Tier wieder ausgräbt,<br />

frisst <strong>und</strong> davon krank wird.<br />

Urnenbestattung<br />

besonders beliebt<br />

Bis vor kurzem waren Bettina <strong>und</strong><br />

Jochen Kohler sogar <strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>die</strong><br />

Uhr für ihre K<strong>und</strong>en erreichbar. Inzwischen<br />

sind sie es tagsüber, von<br />

einer dreistündigen Mittagspause<br />

abgesehen. „Die gönnen wir uns,<br />

weil wir sonst gar keine Zeit mehr<br />

für uns finden“, sagt Bettina. Seit<br />

der Gründung von „anicare“ waren<br />

<strong>die</strong> Fleißigen, <strong>die</strong> selbst zwei<br />

Urnen aller Art gibt es bei „anicare“ zu kaufen.<br />

H<strong>und</strong>e, drei Katzen <strong>und</strong> zwei Laufenten<br />

besitzen, kein einziges Mal<br />

im Urlaub. „Wir sind inzwischen<br />

so stark vernetzt <strong>und</strong> arbeiten auch<br />

mit zahlreichen Tierärzten zusammen,<br />

dass wir ständig gebraucht<br />

werden. Und wenn ein Tier stirbt,<br />

muss es nun mal schnell gehen.“<br />

Zwei, drei Wochen in den Urlaub<br />

fliegen sei da nicht drin. Vor allem<br />

deshalb nicht, weil <strong>die</strong> beiden auf<br />

weiter Flur konkurrenzlos sind,<br />

<strong>die</strong> K<strong>und</strong>en nicht kurzerhand an<br />

einen Konkurrenten oder Kollegen<br />

<strong>um</strong> <strong>die</strong> Ecke schicken können. <strong>Das</strong><br />

nächste Tierbestattungsunternehmen<br />

ist in München.<br />

Wie lange <strong>die</strong> beiden <strong>die</strong>sen<br />

Sieben-Tage-<strong>die</strong>-Woche-Beruf allerdings<br />

noch ausüben, wissen<br />

sie Stand jetzt nicht. Fakt ist jedenfalls,<br />

bei aller Belastung, dass<br />

<strong>die</strong> Kohlers für ihre hochprofessionelle<br />

Tierbestattung unglaublich<br />

viel zurückbekommen. <strong>Das</strong> ist<br />

einerseits ihrem hervorragenden<br />

zwischenmenschlichen Ruf<br />

geschuldet. Andererseits der beliebten<br />

Urnenbestattung, <strong>die</strong> je<br />

nach Gewicht des Tieres <strong>und</strong> je<br />

nach Wahl der Urne zwischen 100<br />

<strong>und</strong> 500 Euro kostet – auf emotionaler<br />

Ebene jedoch unbezahlbar<br />

ist. Denn nur so können H<strong>und</strong>e-,<br />

Katzen- oder Hamsterbesitzer wenigstens<br />

<strong>die</strong> Asche ihres geliebten<br />

Tieres für immer in ihrer Nähe behalten.<br />

js<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 61


Selbsthilfegruppe für Sex- <strong>und</strong> Liebessüchtige<br />

„Eine Krankheit,<br />

<strong>die</strong> dich fertig macht“<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau | Sex- <strong>und</strong> Liebessucht<br />

ist eine fortschreitende<br />

Krankheit. Sie wird mit zunehmender<br />

Dauer weniger kontrollierbar.<br />

Wie viele Menschen davon betroffen<br />

sind, ist schwer zu sagen. „Allein<br />

<strong>die</strong> Tatsache, dass jeden Tag<br />

68 Millionen Pornos weltweit geschaut<br />

werden, lässt darauf schließen,<br />

dass irgendwo <strong>die</strong> ganze<br />

Gesellschaft davon betroffen ist“,<br />

sagt Stefan M. (Name von der Redaktion<br />

geändert), der selbst unter<br />

Sex-, Liebes- <strong>und</strong> Beziehungssucht<br />

leidet. Im schlimmsten Falle endet<br />

<strong>die</strong>se Krankheit mit dem Tod. „Weil<br />

der ständige Drang, sexuelle Handlungen<br />

oder Fantasien auszuleben,<br />

z<strong>um</strong> Kontrollverlust <strong>und</strong> damit z<strong>um</strong><br />

physischen, psychischen <strong>und</strong> seelischen<br />

Ruin führen kann.“ Damit<br />

eng verb<strong>und</strong>en ist der Verlust von<br />

Selbstvertrauen <strong>und</strong> Würde – eine<br />

Abwärtsspirale, <strong>die</strong> sich früher<br />

oder später auf alle Lebensbereiche<br />

negativ auswirkt. <strong>Das</strong> klassische<br />

Familienleben findet nicht mehr<br />

statt. Ehen gehen zu Bruch. Man ist<br />

nicht mehr fähig zu arbeiten, flüchtet<br />

in Depressionen <strong>und</strong> grenzt sich<br />

von alltäglichen Dingen des Lebens<br />

mehr <strong>und</strong> mehr aus. Man flieht<br />

davor, Verantwortung für sich <strong>und</strong><br />

sein Leben zu übernehmen. „Es sei<br />

denn, man findet rechtzeitig den<br />

für sich richtigen Weg, etwas dagegen<br />

zu tun“, sagt Stefan M. Allen<br />

voran das „rechtzeitig“ ist bei der<br />

Bekämpfung von Sex- <strong>und</strong> Liebessucht<br />

entscheidend. „Erstmal für<br />

sich selbst erkennen, was da im<br />

Kopf passiert, sich einzugestehen,<br />

dass <strong>die</strong>ser ständige Zwang nach<br />

z<strong>um</strong> Beispiel Selbstbefriedigung<br />

nicht normal ist <strong>und</strong> es sich <strong>um</strong><br />

eine Krankheit handeln muss, ist<br />

der mit Abstand schwierigste <strong>und</strong><br />

entscheidende Schritt“, sagt er. Bei<br />

Alkoholsucht, dem ständigen Greifen<br />

nach einer neuen Flasche, sei<br />

das Problem offensichtlicher. Sex<strong>und</strong><br />

Liebessucht dagegen ist eine<br />

nichtstoffliche Sucht, <strong>die</strong> von vielen<br />

Betroffenen unterschätzt <strong>und</strong> jahrelang<br />

gar nicht erst erkannt wird.<br />

Zwanghafter Kons<strong>um</strong> von Pornos,<br />

Exhibitionismus, Selbstbefriedigung,<br />

ständiges Fremdgehen oder<br />

das ständige „sich beschäftigen<br />

mit sexuellen oder romantischen<br />

Gedanken mit echten oder fiktiven<br />

Partnern“ sind gängige Verhaltensweisen<br />

der Betroffenen. Wer<br />

glaubt, davon betroffen zu sein,<br />

muss letztlich für sich herausfinden,<br />

ob eine Zwanghaftigkeit vorliegt.<br />

„So lange <strong>die</strong> nicht vorliegt,<br />

ist es auch keine Sucht.“ Eine Möglichkeit,<br />

Sex- <strong>und</strong> Liebessucht zu<br />

erkennen: Ein 40-Fragen-Katalog,<br />

kostenlos aufrufbar im Internet.<br />

Keine Wertung <strong>und</strong><br />

absolute Anonymität<br />

Hilfsmaßnahmen finden Sex- <strong>und</strong><br />

Liebessüchtige auf verschiedene<br />

Weise. Psychotherapie, Suchtklinik,<br />

ärztliche Behandlung <strong>und</strong><br />

Selbsthilfegruppen. Stefan M. hat<br />

mit letzterem <strong>die</strong> für ihn beste<br />

Möglichkeit gef<strong>und</strong>en, offen mit<br />

seiner Krankheit <strong>um</strong>zugehen <strong>und</strong><br />

deren Fortschreiten zu verhindern.<br />

Anonyme Sex- <strong>und</strong> Liebessüchtige,<br />

kurz S.L.A.A, heißt <strong>die</strong><br />

deutschlandweit bekannte <strong>und</strong><br />

anerkannte Selbsthilfegruppe, <strong>die</strong><br />

auch hier in der Region vertreten<br />

ist. Offiziell beschrieben wird sie<br />

als „Gemeinschaft von Männern<br />

<strong>und</strong> Frauen, <strong>die</strong> sich gegenseitig<br />

62 | tassilo


helfen, nüchtern zu bleiben“. Alle<br />

Mitglieder in <strong>die</strong>ser Gruppe sind<br />

selbst betroffen, haben somit ein<br />

sehr hohes Verständnis füreinander.<br />

Sie treffen sich jeden ersten,<br />

dritten <strong>und</strong> fünften Freitag im Monat.<br />

Teilnehmen darf jeder, der von<br />

Sex- <strong>und</strong> Liebessucht betroffen ist.<br />

Egal ob <strong>Weilheim</strong>er, Schongauer<br />

oder Hamburger. Feste Mitgliederzahlen<br />

sowie Anwesenheitspflicht<br />

gibt es ebenso wenig wie einen<br />

klassischen Gruppenleiter. Klare<br />

Regeln dagegen schon. Alle Mitglieder<br />

verpflichten sich, keinerlei<br />

Informationen im Rahmen des<br />

Selbsthilfetreffens nach außen zu<br />

tragen, <strong>um</strong> absolute Anonymität<br />

Sex- <strong>und</strong> Liebessucht ist<br />

für Betroffene mental wie<br />

körperlich extrem belastend,<br />

kann schwerwiegende<br />

Folgekrankheiten<br />

verursachen.<br />

zu wahren. Anonymität bedeutet<br />

in <strong>die</strong>sem Zusammenhang auch,<br />

keine missionarische Haltung<br />

einzunehmen. Jeder wird mit seinem<br />

persönlichen Bezug zu einer<br />

„Höheren Macht“ akzeptiert, unabhängig<br />

von seiner ethnischen<br />

Herkunft – schließlich kann jeder<br />

betroffen sein. Die Aussagen der<br />

Wortführenden werden in keinster<br />

Weise gewertet, kommentiert<br />

oder in Frage gestellt. Der grobe<br />

Ablauf des <strong>r<strong>und</strong></strong> eineinhalbstündigen<br />

Treffens sieht wie folgt aus:<br />

Begrüßung, Vorstellung, Schweigeminute<br />

z<strong>um</strong> Ankommen, Vorlesen<br />

der sogenannten Präambel<br />

<strong>und</strong> des Zwölf-Schritte-Progamms,<br />

Befindlichkeits<strong>r<strong>und</strong></strong>e sowie z<strong>um</strong><br />

Beispiel „Bearbeitung“ einer konkreten<br />

Darstellung eines Betroffenen.<br />

<strong>Das</strong> Zwölf-Schritte-Programm<br />

wurde im Jahre 1930 von zwei Alkoholikern<br />

entwickelt, basierend<br />

auf deren eigenen Erfahrungen.<br />

Allerdings funktioniert das Konzept<br />

auch in Gruppen mit anderen Problemen,<br />

unter anderem bei Sex-,<br />

Liebes- <strong>und</strong> Beziehungssüchtigen.<br />

Punkt eins des Programms: Der<br />

Betroffene muss offen erkennen,<br />

dass er süchtig <strong>und</strong> <strong>die</strong>sem damit<br />

verb<strong>und</strong>enen Zwang machtlos<br />

ausgesetzt ist. Aufg<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>die</strong>ser<br />

Machtlosigkeit versucht man in<br />

Schritt zwei, den Bezug zu einer<br />

„höheren Macht“ herzustellen.<br />

„Weil man der Sucht gegenüber<br />

machtlos ist, vertraut man auf <strong>die</strong><br />

Hilfe einer größeren Kraft, <strong>die</strong> dein<br />

Leben positiv verändert.“ Letztlich<br />

sollen <strong>die</strong> zwölf Punkte den Süchtigen<br />

zu einem besseren Leben<br />

verhelfen. Konkrete Zahlen <strong>und</strong><br />

Statistiken über den Erfolg von<br />

Selbsthilfegruppen für Sex- <strong>und</strong><br />

Liebessüchtige gibt es keine. Stefan<br />

M. berichtet jedoch von einigen<br />

Betroffenen, denen das regelmäßige<br />

Treffen hilft – <strong>und</strong> damit auch<br />

den Angehörigen der Betroffenen.<br />

Selbsthilfegruppe<br />

auch für Angehörige<br />

Angehörige von Sex- <strong>und</strong> Liebessüchtigen,<br />

das können auch<br />

Fre<strong>und</strong>e <strong>und</strong> Verwandte sein,<br />

leiden in der Regel nicht weniger<br />

unter <strong>die</strong>ser Krankheit als <strong>die</strong> Betroffenen<br />

selbst. Auch sie haben<br />

damit zu kämpfen, offen mit <strong>die</strong>ser<br />

äußerst intimen Problematik <strong>um</strong>zugehen.<br />

Sie haben Angst davor,<br />

dass ihr betroffener Partner sich<br />

aus dem Familienleben ausgrenzt,<br />

seinen Job verliert oder fremdgeht.<br />

Deshalb gibt es im Landkreis <strong>Weilheim</strong>-Schongau<br />

auch für Angehörige<br />

von Sex- <strong>und</strong> Liebessüchtigen<br />

eine anonyme Selbsthilfegruppe.<br />

Sie nennt sich S-Anon <strong>und</strong> trifft<br />

sich jeden Dienstag. Im Sitzkreis<br />

werden Erfahrungen ausgetauscht.<br />

Außerdem geben sich <strong>die</strong> Männer<br />

<strong>und</strong> Frauen gegenseitig Kraft,<br />

schöpfen Hoffnung <strong>und</strong> versuchen<br />

gemeinsam herauszufinden, wie<br />

sie den direkt Betroffenen am besten<br />

helfen können. js<br />

PATIENTENVERFÜGUNG:<br />

Wie mache ich es ganz praktisch?<br />

Mi., 11. <strong>April</strong> <strong>2018</strong>, <strong>um</strong> 19.00 Uhr<br />

REFERENTEN<br />

Sr. Dr. med. Ulla Mariam Hoffmann OSB, MAS<br />

(Palliative Care)<br />

Prof. Dr. med. Rainer Freynhagen, DEAA<br />

97.<br />

Tutzinger<br />

Patientenfor<strong>um</strong><br />

> > > INFOrmationen<br />

Die Selbsthilfegruppen S.L.A.A <strong>und</strong> S-Anon stehen für maximale<br />

Objektivität, sind weder mit Sekten, Religionen, politischen Parteien,<br />

Institutionen oder Organisation verb<strong>und</strong>en. Außerdem beteiligen<br />

sie sich in keinster Weise an öffentlichen Debatten. Nähere<br />

Informationen zu den Treffen (Dat<strong>um</strong>, Uhrzeit, Ort) gibt es<br />

bei Ronald Weber im Selbsthilfebüro des Ges<strong>und</strong>heitsamtes unter<br />

0881 / 681 1616 oder per E-Mail r.weber@lra-wm.bayern.de.<br />

Weber sitzt im <strong>Weilheim</strong>-Schongauer Ges<strong>und</strong>heitsamt <strong>und</strong> ist<br />

erster Ansprechpartner für <strong>r<strong>und</strong></strong> 100 Selbsthilfegruppen, <strong>die</strong> hier<br />

im Landkreis existieren.<br />

VERANSTALTUNGSORT<br />

Benedictus Krankenhaus Tutzing<br />

Bahnhofstraße 5<br />

82327 Tutzing<br />

Um Anmeldung wird gebeten unter T 08158 23-710.<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 63


DAS TASSILO-Heimaträtsel<br />

Kann ein Verein tatsächlich so groß sein?<br />

<strong>Tassilo</strong>land | Mit wachsender<br />

Globalisierung, allen voran rascher<br />

Digitalisierung, wurden <strong>und</strong><br />

werden Berufe in beinahe allen<br />

Branchen immer stressiger. Keine<br />

Schwäche zeigen, mithalten, besser<br />

sein. Die Folge: Überst<strong>und</strong>en<br />

über Überst<strong>und</strong>en, Mails checken<br />

per Smartphone, Tablet oder Laptop<br />

auch nach Feierabend am<br />

Brotzeittisch, Mails checken auch<br />

mitten im Ski- oder Strandurlaub.<br />

Sich neben Arbeit, Familie, Sport<br />

<strong>und</strong> Physio nun auch noch <strong>um</strong> ein<br />

Ehrenamt kümmern? Schön <strong>und</strong><br />

gut, aber leider keine Zeit dafür.<br />

Vom Ehrenamtssterben ist seit vielen<br />

Jahren <strong>die</strong> Rede. Es beginnt bereits<br />

bei Jugendlichen <strong>und</strong> jungen<br />

Erwachsenen, <strong>die</strong> oftmals nach<br />

erfolgreichem Schulabschluss<br />

ein Auslandsjahr einbauen <strong>und</strong><br />

anschließend in einer größeren<br />

Stadt stu<strong>die</strong>ren, somit für längere<br />

Zeit von zuhause weggehen. Sich<br />

trotzdem <strong>um</strong> <strong>die</strong> F-Jugend des heimischen<br />

Fußballvereins, <strong>die</strong> Nachwuchstrachtler<br />

oder jungen Kletterer<br />

des Alpenvereins kümmern<br />

– ein Ding der Unmöglichkeit.<br />

Vereinsverantwortliche haben es<br />

heutzutage wahrlich nicht leicht,<br />

ausreichend Trainer <strong>und</strong> Betreuer<br />

zu finden. Viele sind froh, überhaupt<br />

jemanden zu bekommen,<br />

ob geeignet oder nicht. Doch bei<br />

allen Ehrenamtssorgen: <strong>Das</strong> Vereinsgefüge<br />

hier im <strong>Tassilo</strong>land ist<br />

auch im Jahr <strong>2018</strong> stark genug,<br />

<strong>um</strong> Leben <strong>und</strong> Leute da draußen<br />

nachhaltig zu prägen. Wer kennt<br />

den Satz aus den Mündern unserer<br />

Eltern nicht: „Engagiere dich in<br />

einem Verein, da findest du neue<br />

Fre<strong>und</strong>e, lernst Verantwortung zu<br />

übernehmen <strong>und</strong> hast einen super<br />

Ausgleich z<strong>um</strong> Alltag.“ Dieser<br />

Weisheit müssen selbst schwerpubertierende<br />

Jungs <strong>und</strong> Mädels<br />

zustimmen – für <strong>die</strong> soziale Weiterentwicklung<br />

junger Menschen<br />

ist Vereinsarbeit nun mal Gold<br />

wert. Z<strong>um</strong>al hierzulande wirklich<br />

jeder eine passende Anlaufstelle<br />

findet. Zig Sportvereine, Musik,<br />

Theater <strong>und</strong> Kunst. Doch welcher<br />

Verein im <strong>Tassilo</strong>and ist derzeit der<br />

größte?<br />

Genau das möchten wir von Ihnen,<br />

liebe Leser, in Rahmen unseres<br />

Heimaträtsels wissen. Schicken Sie<br />

uns eine Postkarte mit Vereinsname<br />

<strong>und</strong> ungefährer Mitgliederanzahl<br />

des Ihrer Meinung nach größten<br />

Vereins der Region an „tassilo“,<br />

Birkland 40, 86971 Peiting. Oder<br />

eine E-Mail an info@tassilo.de.<br />

Gesucht wird ausschließlich ein<br />

klassischer, eingetragener Verein<br />

aus einem bestimmten Ort. Dachverbände<br />

wie der Bayerische Fußballverband<br />

sind logischerweise<br />

als Lösung nicht erlaubt.<br />

Bei Alpenvereinen gelten nur <strong>die</strong><br />

einzelnen Sektionen, nicht der<br />

Deutsche Alpenverein an sich.<br />

Zu gewinnen gibt es erneut fünf<br />

Familienkarten für Badespaß im<br />

Schongauer Plantsch. Wir wünschen<br />

viel Erfolg! js<br />

> > > des letzten rätsels Lösung<br />

Wo schlägt’s kurz vor Neun? <strong>Das</strong> wollten wir in der Januar/Februar-<br />

<strong>Ausgabe</strong> von Ihnen, liebe Leser, wissen. Die richtige Lösung: „Der<br />

Graue Herzog“, „Römerturm“ oder „Glockenturm im Klosterhof“<br />

in Wessobrunn. Stapelweise Einsendungen <strong>und</strong> E-Mails mit der<br />

richtigen Lösung haben unser Redaktionsbüro erreicht. Wir haben<br />

alle in einen großen Topf geworfen, kräftig durchgerührt <strong>und</strong> dann<br />

gezogen. Gewonnen haben <strong>die</strong>smal: Annemarie <strong>und</strong> Günther Benedikt<br />

aus Peißenberg, Christl Höfler aus Tutzing, Elisabeth Reinelt<br />

aus Huglfing, Rudolf Müller aus Tutzing sowie Andreas Daiber aus<br />

Peißenberg. Wir gratulieren recht herzlich!<br />

> > > Impress<strong>um</strong><br />

„tassilo“<br />

Birkland 40, 86971 Peiting<br />

Telefon: 08869 / 91 22-26<br />

Fax: 08869 / 91 22-27<br />

Mail: info@tassilo.de<br />

Stand bei Drucklegung im Februar <strong>2018</strong>.<br />

Änderungen <strong>und</strong> Fehler vorbehalten.<br />

Auflage: 64 000 Exemplare<br />

„tassilo“ ist ein Medi<strong>um</strong> von<br />

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten <strong>Ausgabe</strong> Mai/Juni <strong>2018</strong>:<br />

Freitag, 28. <strong>April</strong> <strong>2018</strong> (Anzeigenschluss: 9. <strong>April</strong> <strong>2018</strong>)<br />

Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung sowie keine<br />

Erscheinungsgewähr übernommen.<br />

Herausgeber: Peter Ostenrieder<br />

Redaktion: Johannes Schelle, Tim Schmid, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)<br />

Mitarbeiter <strong>die</strong>ser <strong>Ausgabe</strong>: Rosi Geiger, Wennaël Würmli<br />

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler, Tim Schmid<br />

Satz, Layout & Anzeigengestaltung: Peter Ostenrieder, Kurt Zarbock,<br />

Irmgard Gruber, Jeannine Echtler<br />

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, M.-Moser-Straße 23, 84503 Altötting<br />

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Weidenbach 8, 82362 <strong>Weilheim</strong><br />

Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung an alle Haushalte<br />

<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>um</strong> <strong>Weilheim</strong> <strong>und</strong> <strong>die</strong> <strong>Seen</strong> — Zahlreiche Auslegestellen im Verteilgebiet.<br />

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine<br />

<strong>und</strong> weitere technische Angaben finden Sie auf www.tassilo.de<br />

Fotos: Klaus Neuner/mauritius images, Johann Jilka, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft<br />

(LfL), Johannes Schelle, Peter Ostenrieder, Tim Schmid, Kurt Zarbock, Rosi Geiger, Wennaël<br />

Würmli, BSE-AIRpix.de, Smart & Nett-Verlag, Die Kneip’n Murnau, NC State Athletics, Ohrwerk,<br />

Markus Mauthe/Greenpeace, Berliner Compagnie, Podi<strong>um</strong> Musicale e.V., JOY IN IRAN/Walter<br />

Steffen, Lukas Wögerer, Die Gartengestalter GmbH & Co. KG, Magnus Albrecht Kranverleih, Kreishandwerkerschaft<br />

Oberland, Garten Sauer, actensys GmbH, Mursall GmbH & Co. KG, Dr. Thomas<br />

Becker, B<strong>und</strong>esverband des Schornsteinfegerhandwerks/www.themen<strong>die</strong>nst.de, Energiemesse<br />

<strong>Weilheim</strong>, Krankenhaus GmbH <strong>Weilheim</strong>-Schongau, 3B Scientific GmbH (Hamburg), Kreisjagdverband<br />

<strong>Weilheim</strong>, Bauer Unternehmensgruppe GmbH & Co. KG, Landratsamt <strong>Weilheim</strong>-Schongau,<br />

anicare, Familie Mark (Peißenberg), Klaus Papenfuß, Peter Wild, TSV Peißenberg Handball/Annette<br />

Halbritter, 1. SC Lechbruck e.V., Stefan Gilge, fotolia<br />

64 | tassilo


Die Gewinner von „Spaß im Schnee“<br />

Wildes Bobfahren mit<br />

älterem Bruder<br />

Peißenberg / Wessobrunn | Bisher<br />

musste der kleine Andreas besonders<br />

fre<strong>und</strong>lich sein zu seinem<br />

älteren Bruder Philipp. Der nämlich<br />

hat schon seit längerem einen<br />

Zipfelbob, den sich der Dreijährige<br />

für rasante Abfahrten am Peißenberger<br />

Guggenberg nur zu gerne<br />

ausgeliehen hatte. Damit ist jetzt<br />

Schluss. Andreas Mark aus Peißenberg<br />

ist nun selbst stolzer Besitzer<br />

eines original Mini-Bobs, den er im<br />

Rahmen unserer Zipflbob-Aktion<br />

„Spaß im Schnee“ in der letzten<br />

<strong>Ausgabe</strong> gewonnen hatte. Genaugenommen<br />

waren es seine Eltern<br />

Manfred <strong>und</strong> Susanne, <strong>die</strong> ein von<br />

uns gefordertes Foto von ihrem<br />

Jüngsten ans Redaktionsbüro geschickt<br />

haben. Und was für eins.<br />

Diesem unverstellten Ausdruck<br />

purer Wintersportfreude konnte<br />

<strong>die</strong> „tassilo“-Jury einfach nicht<br />

widerstehen. „Sobald Schnee fällt,<br />

ist unser Andreas völlig aus dem<br />

Häuschen, er liebt den Winter“,<br />

sagt Mutter Susanne, <strong>die</strong> fortan<br />

ganz gewiss keine Streitereien <strong>um</strong><br />

den beliebten Zipflbob zu schlichten<br />

hat.<br />

Opa gewinnt<br />

für „wilden“ Enkel<br />

Der Gewinner des zweiten Mini-<br />

Bobs heißt Klaus Papenfuß, wohnhaft<br />

in Wessobrunn-Haid, der für<br />

seinen Enkel Pius Brennauer nicht<br />

nur ein mitreißendes Foto geschickt,<br />

sondern auch einen dazu<br />

passenden Text verfasst hat: „Spaß<br />

im Schnee heißt für meinen Enkel<br />

wildes Schlittenfahren.“ Da könne<br />

es noch so kalt <strong>und</strong> steil sein. „Unermüdlich<br />

zieht er seinen Schlitten<br />

ein <strong>um</strong>s andere Mal rauf, ehe es<br />

mit Karacho wieder<br />

hinuntergeht.“ Der<br />

Schnappschuss entstand<br />

an der ehemaligen<br />

Wasserreserve<br />

am Wessobrunner<br />

Klostergut. Ein Ort, an dem seit Generationen<br />

Haider <strong>und</strong> Wessobrunner<br />

Kinder im Schnee her<strong>um</strong>tollen.<br />

Allen voran der kleine Pius, der<br />

seinem Papa auf <strong>und</strong> davon fährt –<br />

obwohl er vor lauter Enthusiasmus<br />

vergessen hatte, <strong>die</strong> Skibrille<br />

vors Gesicht zu ziehen. Doch Pius<br />

kennt den Berg in <strong>und</strong> auswendig,<br />

bezwingt ihn auch mit verschlossenen<br />

Augen rasend schnell <strong>und</strong><br />

sturzfrei. Und kann <strong>die</strong>s nun auch<br />

an seinem eigentlichen Hausberg<br />

in Haunshofen tun. Pius Brennauer<br />

wohnt nämlich im Ort der Ochserer,<br />

wo es nahe Naturarena einen fast<br />

noch rasanteren Berg z<strong>um</strong> Schlittenfahren<br />

gibt als bei seinem Opa<br />

in Wessobrunn. In <strong>die</strong>sem Sinne:<br />

Bob heil! <br />

js<br />

ChanCen für Ihr KInd!<br />

OberlandsChulen<br />

GemeInSam z<strong>um</strong> zIel<br />

Sonja Adler<br />

Wirtschaftsschule<br />

Kaufmännische Schule<br />

Fremdsprachenschule<br />

Gymnasi<strong>um</strong><br />

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Foto:<br />

Famillie Mark,<br />

Peißenberg<br />

Foto:<br />

Klaus Papenfuß,<br />

Wessobrunn<br />

märz / april <strong>2018</strong> | 65


Kinderkino im Landkreis<br />

Ein Gespür für Qualität<br />

<strong>Tassilo</strong>land | <strong>Das</strong> Kinderkino hat<br />

seit Jahrzehnten schon seinen<br />

festen Platz im jährlichen Veranstaltungskalender<br />

des Landkreises<br />

<strong>Weilheim</strong>-Schongau. Seit Oktober<br />

1985, also seit gut 32 Jahren, wird<br />

es vom Amt für Jugend <strong>und</strong> Familie<br />

organisiert. In der Regel einmal im<br />

Monat wird derzeit in 17 Gemeinden<br />

ein Kinderfilm gespielt, der<br />

von ehrenamtlichen Helfern betreut<br />

<strong>und</strong> vorgeführt wird. Im gesamten<br />

Landkreis kommt man so<br />

auf <strong>r<strong>und</strong></strong> 190 Vorstellungen im Jahr<br />

zu familienfre<strong>und</strong>lichen Eintrittspreisen<br />

von maximal zwei Euro.<br />

Kein Platz im Kino<br />

oder Fernsehen<br />

Open-Air-Kino: Wenn es <strong>die</strong> Witterung zulässt, wird gelegentlich auch<br />

im Freien geschaut.<br />

R<strong>und</strong> 2 500 Kinder besuchen jährlich <strong>die</strong> Vorstellungen — <strong>und</strong> blicken<br />

dann meist so gespannt auf <strong>die</strong> Leinwand wie hier in Forst.<br />

„Es gibt so viele tolle Kinderfilme,<br />

<strong>die</strong> im Kino oder Fernsehen keinen<br />

Platz finden“, sagt Rainer Strick,<br />

Leiter der Abteilung Prävention<br />

<strong>und</strong> Familie im Jugendamt <strong>und</strong><br />

einst einer der Ideengeber für das<br />

regionale Kinderkino. Mitte der<br />

Achtzigerjahre kam <strong>die</strong> Idee auf,<br />

ein Angebot zu etablieren, das sich<br />

auf künstlerisch wertvolle Filme<br />

konzentriert. In Zeiten von Fernseher,<br />

Laptop <strong>und</strong> Smartphone<br />

sei es laut Strick <strong>um</strong>so wichtiger,<br />

Kindern „ein Gespür für Qualität<br />

zu vermitteln“. Dabei soll das Kinderkino<br />

keineswegs einfach noch<br />

ein weiteres Angebot zur Unterhaltung<br />

von Kindern sein, sondern<br />

ist eingeb<strong>und</strong>en in <strong>die</strong> vielfältigen<br />

Maßnahmen des erzieherischen<br />

Kinder- <strong>und</strong> Jugendschutzes, <strong>die</strong><br />

vom Amt für Jugend <strong>und</strong> Familie<br />

durchgeführt werden. Mehr denn<br />

je ist <strong>die</strong> Kindheit heutzutage medial<br />

geprägt, was nicht nur <strong>die</strong><br />

Kleinen, sondern zunehmend auch<br />

Eltern überfordert. Auch deshalb<br />

soll mit dem Kinderkino den teils<br />

problematischen Angeboten der<br />

Unterhaltungsindustrie mit deren<br />

Sensations- <strong>und</strong> Actiondramaturgie<br />

kindgemäß gestaltete Filme<br />

entgegengesetzt werden. Die jeweiligen<br />

Filme sucht Rainer Strick<br />

<strong>und</strong> sein Team aus. Auf große<br />

Disney-Blockbuster wird bewusst<br />

verzichtet, schließlich laufen <strong>die</strong>se<br />

auch in den „normalen“ Kinos.<br />

Ausnahmen waren etwa „Wall-E“<br />

oder „Ratatouille“, weil „sie einfach<br />

genial gemacht sind“, sagt<br />

Rainer Strick, der neben seiner Tätigkeit<br />

im Landratsamt im bayerischen<br />

Me<strong>die</strong>ngutachterausschuss,<br />

einem Komitee für <strong>die</strong> Altersfreigabe<br />

von Filmen, mitwirkt.<br />

Um <strong>die</strong> Filme auch zeigen zu können,<br />

müssen Lizenzen erworben<br />

werden. Da der Film schließlich<br />

fast einen Monat lang durch den<br />

ganzen Landkreis tourt, es so viele<br />

Spieltage gibt, rechnet sich <strong>die</strong><br />

S<strong>um</strong>me auch. Jeden Monat wird<br />

ein anderer Film gezeigt, wobei<br />

<strong>die</strong> Ferien ausgespart werden.<br />

„Jährlich sind es zehn oder elf Filme“,<br />

sagt Christina Daisenberger,<br />

Mitarbeiterin im Jugendamt.<br />

Ein wenig komplexer als <strong>die</strong> Frage<br />

nach dem richtigen Film gestaltet<br />

sich jene nach den Spielstellen,<br />

also den Gemeinden, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Filme<br />

schließlich zeigen. „Auf dem<br />

Dorf ist es erfahrungsgemäß ein<br />

wenig einfacher als in der Stadt“,<br />

berichtet Daisenberger. <strong>Das</strong> mag<br />

z<strong>um</strong> einen an der größeren städtischen<br />

Unterhaltungs-Konkurrenz<br />

liegen, z<strong>um</strong> anderen auch daran,<br />

dass es Kindern auf dem Dorf<br />

häufiger erlaubt ist, sich auch mal<br />

alleine auf den Weg z<strong>um</strong> Kino zu<br />

machen. Noch dazu, weil das Kinderkino<br />

z<strong>um</strong>eist in vertrauten Orten<br />

wie Schule, Pfarr- oder Sportheim<br />

stattfindet. Mit den derzeit 17<br />

Spielstellen sind <strong>die</strong> Organisatoren<br />

durchaus zufrieden – noch mehr<br />

aber mit der Zusammenarbeit mit<br />

den ehrenamtlichen Helfern, ohne<br />

deren Engagement ein solches<br />

Projekt sicherlich nicht möglich<br />

wäre.<br />

R<strong>und</strong> 2 500<br />

Kinder im Jahr<br />

<strong>Das</strong>s Kinder Filme sehen wollen,<br />

<strong>die</strong> von ihren Trä<strong>um</strong>en, Problemen<br />

<strong>und</strong> ihrer Lebenswelt handeln, zeigen<br />

der Erfolg <strong>und</strong> <strong>die</strong> Zuschauerzahlen<br />

des Kinderkinos. R<strong>und</strong><br />

2 500 Kinder besuchen jährlich<br />

<strong>die</strong> Vorstellungen, womit Rainer<br />

Strick <strong>und</strong> Christina Daisenberger<br />

überaus zufrieden sind, auch<br />

wenn <strong>die</strong> Zahlen vor zehn, zwölf<br />

Jahren noch etwas höher waren.<br />

„Wir hatten ganz früher schon mal<br />

an <strong>die</strong> 9 000 Besucher im Jahr“,<br />

66 | tassilo


Spieltermine im <strong>Tassilo</strong>land<br />

blickt Rainer Stick zurück, ergänzt<br />

aber: „Es ist toll, dass <strong>die</strong> Anzahl<br />

der Kinder trotz größer werdender<br />

Konkurrenz in den letzten Jahren<br />

gleich geblieben ist.“ Wie viele<br />

Kinder zu den einzelnen Veranstaltungen<br />

kommen, richtet sich<br />

immer nach der Bekanntheit des<br />

Films, dem Wetter <strong>und</strong> „was sonst<br />

noch im Ort los ist“, wie Christina<br />

Daisenberger berichtet. Z<strong>um</strong> Positiven<br />

entwickelt hat sich im Lauf<br />

der Zeit in jedem Fall <strong>die</strong> Technik.<br />

Während es früher weitaus komplizierter<br />

war, Filmprojektor, Lautsprecher<br />

<strong>und</strong> das restliche Equipment<br />

von Spielstelle zu Spielstelle<br />

zu transportieren, reicht heute ein<br />

einziger Koffer. In <strong>die</strong>sem sind<br />

Beamer, Abspielgerät <strong>und</strong> kleine<br />

Lautsprecher, <strong>die</strong> trotz geringer<br />

Größe einen erstaunlichen Klang<br />

erzeugen, integriert. Die Ehrenamtlichen<br />

vor Ort müssen nur <strong>die</strong><br />

DVD einlegen <strong>und</strong> den Film abspielen<br />

– <strong>und</strong> gelegentlich an der<br />

einen oder anderen Stelle etwas<br />

erklären.<br />

„Wenn ich da an früher denke“,<br />

erinnert sich Rainer Strick beispielsweise<br />

an eine Vorführung<br />

von „Ronja Räubertochter“. R<strong>und</strong><br />

60 Kinder warteten auf den Film,<br />

ehe der Film riss <strong>und</strong> <strong>die</strong> 16 Millimeter-Spule<br />

durch den Ra<strong>um</strong> rollte.<br />

Strick konnte den Film schließlich<br />

mit einem Klebestreifen<br />

notdürftig reparieren. Diese Zeiten<br />

sind längst vorbei <strong>und</strong> so dürfen<br />

sich alle Kinder im Landkreis auch<br />

in <strong>die</strong>sem Jahr wieder auf einige<br />

Christina Daisenberger <strong>und</strong> Rainer Strick, hier vor dem Equipment-<br />

Koffer, kümmern sich auch <strong>um</strong> <strong>die</strong> Auswahl der kindgerechten Filme.<br />

Zugvögel – wenn Fre<strong>und</strong>schaft Flügel verleiht<br />

Mo. 5. <strong>März</strong>, 16.30 Uhr Antdorf Sportheim<br />

Di. 6. <strong>März</strong>, 15.00 Uhr Eberfing Schule<br />

Mi. 7. <strong>März</strong>, 15.30 Uhr Obersöchering Pfarrheim<br />

Fr. 9. <strong>März</strong>, 17.00 Uhr Raisting AWO-Haus<br />

Mo. 12. <strong>März</strong>, 15.30 Uhr Eglfing Sportheim<br />

Di. 13. <strong>März</strong>, 15.00 Uhr Pähl Gemeinde<br />

Do. 15. <strong>März</strong>, 15.30 Uhr Forst G<strong>r<strong>und</strong></strong>schule<br />

Fr. 16. <strong>März</strong>, 14.00 Uhr Huglfing Schmitterhof<br />

Sa. 17. <strong>März</strong>, 10.00 Uhr Peißenberg Volkshochschule<br />

Sa. 17. <strong>März</strong>, 16.30 Uhr Oberhausen Rathaus<br />

Der Fall Mäuserich<br />

Mo. 16. <strong>April</strong>, 16.30 Uhr Antdorf Sportheim<br />

Di. 17. <strong>April</strong>, 15.00 Uhr Eberfing Schule<br />

Mi. 18. <strong>April</strong>, 15.30 Uhr Obersöchering Pfarrheim<br />

Fr. 20. <strong>April</strong>, 17.00 Uhr Raisting AWO-Haus<br />

Sa. 21. <strong>April</strong>, 15.00 Uhr Polling Feuerwehrhaus<br />

Mo. 23. <strong>April</strong>, 15.30 Uhr Eglfing Sportheim<br />

Di. 24. <strong>April</strong>, 15.00 Uhr Pähl Gemeinde<br />

Do. 26. <strong>April</strong>, 15.30 Uhr Forst G<strong>r<strong>und</strong></strong>schule<br />

Fr. 27. <strong>April</strong>, 14.00 Uhr Huglfing Schmitterhof<br />

Sa. 28. <strong>April</strong>, 10.00 Uhr Peißenberg Volkshochschule<br />

Sa. 28. <strong>April</strong>, 16.30 Uhr Oberhausen Rathaus<br />

störungsfreie Schmankerl freuen.<br />

Wie etwa auf „Zugvögel – wenn<br />

Fre<strong>und</strong>schaft Flügel verleiht“, der<br />

im <strong>März</strong> in den teilnehmenden<br />

Gemeinden gezeigt wird. Darin<br />

haben es <strong>die</strong> beiden Mädchen <strong>und</strong><br />

besten Fre<strong>und</strong>innen Cathy <strong>und</strong><br />

Margaux nicht leicht im Leben. Cathys<br />

Eltern ticken total verschieden<br />

<strong>und</strong> leben getrennt. Margaux hingegen<br />

sitzt im Rollstuhl <strong>und</strong> wird<br />

von ihren Eltern sehr <strong>um</strong>sorgt.<br />

Z<strong>um</strong> zehnten Geburtstag bekommt<br />

Cathy von ihrem Vater ein Entenei<br />

samt Brutkasten. Als das Küken<br />

schlüpft, sitzt gerade Margaux davor,<br />

weshalb das fla<strong>um</strong>ige Wesen<br />

nun sie als Mama betrachtet <strong>und</strong><br />

sich nur in ihrer Nähe wohlfühlt.<br />

Margaux würde sich gerne <strong>um</strong> das<br />

Küken kümmern, aber ihre Eltern<br />

trauen ihr das nicht zu – sie bringen<br />

es in eine Geflügelfarm. Doch<br />

als <strong>die</strong> Mädchen das herausfinden,<br />

machen sie sich auf den Weg, <strong>um</strong><br />

das Entlein zu retten.<br />

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märz / april <strong>2018</strong> | 67


Schauspiel aus Leidenschaft<br />

Marnbacher Theater<br />

im alten Schulhaus<br />

Marnbach | „Für's Theater, do<br />

brauchst a Handerl dafür“, stellt<br />

Spielleiter Josef Niedermaier fest.<br />

Die Marnbacher Laienschauspieler<br />

brauchen aber auch viel Leidenschaft<br />

für ihr Hobby, denn ihre<br />

Spielgemeinschaft besteht aus nur<br />

sieben Personen – <strong>und</strong> sie stellen<br />

jedes Jahr einen Dreiakter mit<br />

zahlreichen Vorstellungen auf <strong>die</strong><br />

Beine. Die Stadt <strong>Weilheim</strong> honorierte<br />

<strong>die</strong>ses Engagement bereits<br />

2011 mit dem Kulturpreis.<br />

Wer das alte Schulhaus in Marnbach<br />

leer betritt, kann sich gar<br />

nicht vorstellen, dass hier Theater<br />

gespielt werden kann. Doch im<br />

Klassenzimmer des Erdgeschosses<br />

ist eine urige, gerade mal 15 Quadratmeter<br />

große Bühne eingebaut.<br />

Und mit einer Bestuhlung bis direkt<br />

vor <strong>die</strong> Bühne schaffen sie<br />

Platz für 100 Zuschauer.<br />

Uralte Ausdrücke<br />

erfordern viel Übung<br />

68 | tassilo<br />

Der örtliche Veteranenverein<br />

spielte jedes Jahr einen Einakter,<br />

das war den Brüdern Georg <strong>und</strong><br />

Josef Niedermaier irgendwann zu<br />

wenig. Sie begannen 1995 erstmals<br />

einen Dreiakter zu spielen.<br />

„<strong>Das</strong> war ein Landsdorfer Stückl<br />

mit fünf Vorstellungen“, erinnert<br />

sich Georg Niedermaier. Mit<br />

der kleinen Bühne haben sie allerdings<br />

wenig Möglichkeit für<br />

Umbauten <strong>und</strong> so stießen sie bei<br />

der Stückauswahl schnell an ihre<br />

Grenzen. Also wechselten sie z<strong>um</strong><br />

Theaterautor Georg Maier, der mit<br />

seiner Iberl-Bühne ein ähnlich urwüchsiges<br />

Theater mitten in München<br />

pflegte. „Dem Maier sein Stil<br />

is verdraaht <strong>und</strong> hintersinnig“,<br />

sagt Josef Niedermaier. Als Spielleiter<br />

achtet er sehr darauf, dass<br />

<strong>die</strong> Satzstellung oder <strong>die</strong> doppelte<br />

Verneinung durch eine besondere<br />

Betonung z<strong>um</strong> Ausdruck kommt.<br />

Die sieben Spieler sind zwar alle<br />

aus dem <strong>Weilheim</strong>er Ra<strong>um</strong> <strong>und</strong><br />

der oberbayerischen Sprache<br />

mächtig – <strong>und</strong> trotzdem stellt Sepp<br />

Scharnagl fest: „Manchmal san<br />

Ausdrücke dabei, do miaßn sogar<br />

mir überlegn.“ Diese alt-oberbayerische<br />

Sprache, gepaart mit einer<br />

im Theater notwendigen langsamen,<br />

deutlichen Aussprache, erfordert<br />

ein genaues <strong>und</strong> intensives<br />

Textlernen. Aber <strong>die</strong> Marnbacher<br />

Theaterer haben es mittlerweile<br />

so verinnerlicht, dass es zu einem<br />

Markenzeichen geworden ist. Zu<br />

ihrem Theaterautor Georg Maier<br />

haben sie längst persönlichen<br />

Kontakt <strong>und</strong> konnten auch schon<br />

wichtige Tipps von dem erfahrenen<br />

Regisseur erhalten.<br />

Theater-Delikatesse<br />

„Hollerküacherl“<br />

<strong>Das</strong> <strong>die</strong>sjährige Stück „Hollerküacherl“<br />

spielt so <strong>um</strong> 1920 in einer<br />

bayerischen Pfarrhausküche. Seit<br />

kurzem ist ein neuer Pfarrer da,<br />

dessen Leibspeise <strong>die</strong> Hollerküacherl<br />

sind. Doch <strong>die</strong> resolute<br />

Pfarrersköchin weigert sich, eine<br />

so niedere Kost zu backen. Auf<br />

Moral <strong>und</strong> Anstand bedacht, widerstrebt<br />

es ihr natürlich auch,<br />

als der Mesner ein bildhübsches<br />

„Der Preisboxer“ 2016: Josef Lutz <strong>und</strong> Cordula Wild.<br />

Fräulein aus der Stadt im Pfarrhof<br />

einquartiert. „Was is a Kaffää<br />

scho ohne Rauch“, entpuppt <strong>die</strong>se<br />

sich schnell als ziemliches „Flietscherl“,<br />

was Cordula Wild hervorragend<br />

<strong>um</strong>setzt <strong>und</strong> dadurch <strong>die</strong><br />

Ordnung im Pfarrhaushalt ziemlich<br />

durcheinander bringt. Mit<br />

<strong>die</strong>ser Posse in drei Akten greifen<br />

<strong>die</strong> Marnbacher heuer einen<br />

Klassiker aus der Feder von Georg<br />

Maier auf, den der Autor auch


Die Zuschauer, wie hier<br />

im vergangenen Jahr,<br />

sind mitten im Geschehen.<br />

Beim Marnbacher Theater gehören<br />

aufwendige Inszenierungen dazu.<br />

vor der Premiere stehen sie ohne<br />

Bücherl auf der Bühne <strong>und</strong> arbeiten<br />

<strong>die</strong> Details in Aussprache,<br />

Bewegung <strong>und</strong> einem flüssigen<br />

Ablauf aus. Aus Platzgründen wird<br />

auf <strong>die</strong> Souffleuse verzichtet, was<br />

eine zusätzliche Herausforderung<br />

ist. „Manchmal schleidert’s uns<br />

a“, gesteht Josef Lutz, doch solch<br />

langjährige Spieler wie er wissen<br />

sich schon irgendwie zu helfen.<br />

ben zu opfern. Deshalb gibt es in<br />

Marnbach gerade keine Stücke mit<br />

jungen Liebhabern. Neben den<br />

Spielern sind auch deren Familien<br />

eingespannt. Gabi Niedermaier<br />

übernimmt <strong>die</strong> Vorbestellungen,<br />

der „Kümmerer“ dr<strong>um</strong>her<strong>um</strong> ist<br />

Peter Wild, <strong>die</strong> Maske macht Helga<br />

Schwaiger <strong>und</strong> Marion Lutz sorgt<br />

zusammen mit weiteren Helfern<br />

nach jeder Vorstellung für eine<br />

Brotzeit. <strong>Das</strong>s hinterher Spieler<br />

<strong>und</strong> Zuschauer gesellig im alten<br />

> > > Termine <strong>und</strong> Aufführungen<br />

Klassenzimmer zusammensitzen,<br />

ist ebenfalls<br />

eine Besonderheit im<br />

Marnbacher Theater.<br />

<strong>Das</strong> Stück „Hollerküacherl“<br />

ist heuer <strong>die</strong> 23.<br />

Inszenierung. Ihren Erlös spenden<br />

sie jedes Jahr an soziale<br />

Einrichtungen im Dorf <strong>und</strong> der<br />

Umgebung, an <strong>die</strong> Haunersche<br />

Kinderklinik, das SOS-Kinderdorf,<br />

<strong>die</strong> Klinikclowns <strong>und</strong> viele andere<br />

Stellen für Hilfsbedürftige. „Uns<br />

macht des Theaterspielen wahnsinnig<br />

Spaß, <strong>und</strong> dann können wir<br />

hinterher auch noch anderen eine<br />

Freude machen“, bringt Josef Lutz<br />

<strong>die</strong> Leidenschaft der kleinen Spielgemeinschaft<br />

auf den Punkt. rg<br />

passend als „bayerische Delikatesse“<br />

bezeichnet.<br />

Weil es mit Josef Lutz (Pfarrer),<br />

Georg Niedermaier (Mesner),<br />

Susanne Albrecht (Pfarrhaushälterin),<br />

Cordula Wild (Gast) <strong>und</strong><br />

Sepp Scharnagl (Detektiv) nur fünf<br />

Spieler sind, hat jeder von ihnen<br />

zwischen 100 <strong>und</strong> 300 Einsätze.<br />

Annemarie Kauka <strong>und</strong> Josef Niedermaier<br />

spielen heuer nicht mit,<br />

allerdings ist der Sepp als Spielleiter<br />

trotzdem bei jeder Probe<br />

dabei. Spätestens einen Monat<br />

Liebhaber<br />

gesucht<br />

„Zwegs am Nachwuchs miaßten<br />

mir eigentlich was tun“, blickt<br />

Georg Niedermaier ein bisserl<br />

sorgenvoll in <strong>die</strong> Zukunft. Junge<br />

Leute nehmen es nicht so gern<br />

auf sich, sechs bis acht Wochenenden<br />

für <strong>die</strong> Aufführungen sowie<br />

insgesamt <strong>r<strong>und</strong></strong> ein halbes Jahr<br />

für das Theaterspielen <strong>und</strong> -pro-<br />

„Hollerküacherl“<br />

eine bayerische Posse von Georg Maier wird beim Marnbacher<br />

Theater im alten Schulhaus an folgenden Terminen gespielt:<br />

Samstag, 10. <strong>und</strong> Sonntag, 11. <strong>März</strong> <strong>2018</strong><br />

Freitag, 16. <strong>und</strong> Sonntag, 18. <strong>März</strong> <strong>2018</strong><br />

Freitag, 23. <strong>und</strong> Samstag, 24. <strong>März</strong> <strong>2018</strong><br />

Donnerstag, 5. <strong>und</strong> Freitag, 6. <strong>April</strong> <strong>2018</strong><br />

Freitag, 13.<strong>und</strong> Samstag, 14. <strong>April</strong> <strong>2018</strong><br />

(Donnerstag, Freitag <strong>und</strong> Samstag jeweils 20 Uhr, Sonntag 19 Uhr)<br />

Kartenreservierungen bei Familie Niedermaier täglich ab 19 Uhr<br />

unter 0881 / 6531.


Inklusions-Projekt „Alle am Ball“<br />

Jeder darf Handball<br />

spielen beim TSV Peißenberg<br />

Peißenberg | Völlig gleich welche<br />

Sprache man spricht, wie man<br />

aussieht oder ob man eine Behinderung<br />

hat. Jeder Mensch gehört<br />

ganz natürlich dazu, ein jeder darf<br />

völlig selbstverständlich mitmachen.<br />

<strong>Das</strong> bedeutet Inklusion per<br />

Definition. Die Handballabteilung<br />

des TSV Peißenberg hat sich genau<br />

<strong>die</strong>sem Thema angenommen<br />

<strong>und</strong> das Projekt „Alle am Ball“<br />

ins Leben gerufen. Seit November<br />

treffen sich alle zwei Wochen<br />

gehandicapte <strong>und</strong> nicht-gehandicapte<br />

Sportler in der Peißenberger<br />

G<strong>r<strong>und</strong></strong>schul-Turnhalle z<strong>um</strong> gemeinsamen<br />

Training.<br />

Vorreiter-Projekt<br />

aus Hamburg<br />

Entstanden ist <strong>die</strong> Idee des inklusiven<br />

Handballs in Peißenberg<br />

eher zufällig, wie Annette Halbritter,<br />

Vorsitzende der Handballabteilung,<br />

berichtet. Auf der Suche<br />

nach neuen Trainern stöberte<br />

sie im Internet <strong>und</strong> landete dabei<br />

über Umwege auf der Seite der<br />

„Freiwurfliga“ Hamburg. Dort treten<br />

in einer eigenen Inklusions-<br />

Liga sechs Mannschaften gegeneinander<br />

an. Jeder darf mitmachen,<br />

das Ergebnis ist zweitrangig. Es<br />

geht nicht <strong>um</strong> Punkte, sondern<br />

ausschließlich <strong>um</strong> den Spaß. Hat<br />

eine Mannschaft Spielermangel,<br />

wird selbstverständlich untereinander<br />

ausgeholfen. Annette<br />

Halbritter präsentierte <strong>die</strong> Idee<br />

ihren Vorstandskollegen <strong>und</strong> stieß<br />

dabei keineswegs auf taube Ohren.<br />

Noch dazu hatte der Deutsche<br />

Handballb<strong>und</strong> (DHB) „Inklusion“<br />

in seine Agenda 2017 integriert<br />

<strong>und</strong> im Zuge dessen beim jährlich<br />

stattfindenden „Tag des Hand-<br />

70 | tassilo


Ein Abschlussspiel gehört in Peißenberg zu jeder Trainingseinheit.<br />

balls“ ein Seminar zu dem Thema<br />

in Hamburg angeboten. Da traf es<br />

sich gut, dass <strong>die</strong> Peißenberger<br />

Handballer mit Madita Rinke <strong>und</strong><br />

Ramona Scheuerer zwei sozial<br />

engagierte junge Frauen in ihren<br />

eigenen Reihen haben. Die Abteilung<br />

übernahm <strong>die</strong> Kosten, beide<br />

fuhren nach Hamburg <strong>und</strong> kehrten<br />

mit einigen Ideen im Gepäck<br />

wieder zurück. Zunächst stand<br />

<strong>die</strong> Frage im Ra<strong>um</strong>, wie sie das<br />

Thema letztlich angehen möchten.<br />

Eine eigene Liga wäre nur<br />

dann denkbar, wenn eine Vielzahl<br />

der <strong>um</strong>liegenden Vereine eigene<br />

Inklusions-Teams stellen. Letztlich<br />

entschieden sich <strong>die</strong> Peißenberger<br />

Handballer dafür, regelmäßiges<br />

Training anzubieten. Unterstützt<br />

werden sie vom Kooperationspartner,<br />

der Handballabteilung des<br />

TSV Schongau.<br />

Aktionstag ein<br />

voller Erfolg<br />

Die „Kickoff“-Veranstaltung für<br />

das Projekt „Alle am Ball“ war ein<br />

Inklusion-Aktionstag Anfang November.<br />

Bereits im Vorfeld wurde<br />

Werbung geschaltet <strong>und</strong> potentielle<br />

Partner wie etwa <strong>die</strong> Oberland-<br />

Werkstätten Polling oder <strong>die</strong> Regens-Wagner-Stiftung<br />

Rottenbuch<br />

angefragt. „Wenn zehn Leute gekommen<br />

wären, hätte es sich bereits<br />

<