Hagen - ganz persönlich

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HAGEN


Hagen ganz persönlich


Lenne

NIEDERLANDE

Stadt Hagen

DÜSSELDORF

BELGIEN

Ruhr

Nord

Mitte

Stadt Hagen

A 46

A 45

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Haspe

Wehringhausen

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Vo

Hohenlimburg

Eilpe/Dahl


HAGEN

Die Stadt Hagen in Zusammenarbeit

mit der neomediaVerlag GmbH


4

Impressum

Herausgeber

Stadt Hagen

Rathausstraße 13

58042 Hagen

Tel. 08321 207-0

www.stadt-hagen.de

In Zusammenarbeit mit:

neomediaVerlag GmbH

Industriestraße 23, 48653 Coesfeld

Tel. 02546 9313-0

info@neomedia.de

www.neomedia.de

Idee und Konzeption

Rainer Wendorff

Redaktion/Lektorat

Stadt Hagen

Karsten-Thilo Raab

neomediaVerlag GmbH

Silke Florijn

Marc Hankmann

Günter Poggemann

Redaktionelle Mitarbeiter

Clara Berwe, Thomas Bleicher, Peter Mook,

Ulrike Katrin Peters

Grafik/Layout

Kerstin Katemann/Anne Neuenhofer

Projektakquise

Jochen Federlein

Bildnachweis

Karsten-Thilo Raab: Seiten 10, 11, 13, 15, 19, 21, 22,

31, 32, 34, 45, 46, 51, 52, 61, 62, 66, 74, 77, 78, 82,

88, 89, 90, 92, 93, 99, 100, 102, 103

Clara Berwe: Seiten 20, 60, 86

Thomas Bleicher: Seite 25

Juliane Bukowski: Titel, Seite 50

Dagmar Haase: Seiten 38, 39

Werner Hannappel: Titel

Beba Ilic: Titel, Seite 30

Michael Kaub: Seiten 9, 16, 33, 49, 65, 87

Tobias Koch: Seite 32

Jörg Laube: Seiten 40, 41, 42

Tom Schleicher: Seiten 12, 43, 75, 95

Jürgen Theobald: Seiten 57, 58

Silvia Zeitlinger: Seite 80

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit nicht

anders vermerkt, von den jeweiligen Personen und

Unternehmen.

Printed in Germany 2016

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen der Autoren

Darstellungen und Bilder der Firmen und Einrichtungen

zugrunde, die mit ihrer finanziellen Beteiligung das

Erscheinen des Buches ermöglicht haben.

Druck

BasseDruck GmbH, 58135 Hagen

Bibliographische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation

in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte

Daten sind im Internet über http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-74-1


5

HAGEN

Inhalt

8 Ein leidenschaftliches

Verhältnis zu dieser Stadt

Oberbürgermeister Erik O. Schulz

12 Mein Stadtspaziergang

durch Hagen

Dr. Hans Adolf Burbach

14 Die „Stahlstadt“ mit

weichem Kern

Christa Burghardt

17 Der Taktgeber an Rhein

und Ruhr

Abellio Rail NRW GmbH

18 Das bunte Hagen

Herausforderung und Chance

Ziya Cakmak

20 Brücken bauen für Kultur,

Sport und internationale

Partnerschaften

Dr. Hans-Dieter Fischer

23 Wirtschaften auf Basis von

Vertrauen, Verantwortung,

Verlässlichkeit

BasseDruck GmbH

24 Engagement für ein

lebendiges Hagen

Dr. rer. nat. Klaus Joachim Fehske

27 Brandt Zwieback – eine Marke

für Generationen

Brandt Zwieback-Schokoladen GmbH + Co. KG

28 Der Mensch im Mittelpunkt

Caritasverband Hagen e. V.

30 Daheim rund um die

Goldberg- und Hochstraße

Reinhard Flormann

32 Hagen, die bunte und

vielfältige Stadt

Cemile Giousouf

35 Büroeinrichtung als Passion

Otto Blesel GmbH

36 Bezahlbarer Wohnraum

für Jeden

Hagener Gemeinnützige

Wohnungsgesellschaft mbH

38 Den Koffer in der Hand

Werner Hahn


6

40 50 Jahre Hagener Basketballgeschichte

in der

Ischelandhalle

Oliver Herkelmann

43 Tradition verpflichtet

Leistung verbindet

Dr. Burbach + Partner mbB

44 FernUniversität? Hagen? Wo?

Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer

47 Wie gemacht für individuelle

Anwendungen

EBRO ARMATUREN Gebr. Bröer GmbH

48 Von Hagen aus in die

weite Welt

Hans Georg Kraus

50 „Rock’n Roll will never die“

Rolf Möller

53 Plakatwerbung für den

großen Auftritt

Kaltenbach GmbH Außenwerbung

55 Saubere Arbeit, gutes Gefühl

HEB GmbH – Hagener Entsorgungsbetrieb

56 Ein Weltreisender mit

festem Anker in Hagen

Uwe Nickel

59 Kompetente Beratung zu

Fragen des Familienrechts

Dr. Kleffmann & Partner

60 Adel verpflichtet –

Brauchtum auch!

Moritz Padberg

63 Weltweit führend mit

Präzisionsbandstahl

H. D. Lenzen Bandverzinkung

GmbH & Co. KG

64 Politisch und kulturell

bewegte Zeiten

René Röspel

67 Der LKW für Industrie 4.0 –

so geht Logistik heute

Spedition Ottensmann GmbH

68 Die Verbindung von

Tradition und Moderne

Friedrich Rempke GmbH & Co. KG

70 Wenn es hart auf hart kommt

Stahlkontor GmbH & Co. KG


7

HAGEN

72 Heimisch in der

TSV-Faustballfamilie

Dirk Schachtsiek

75 Schnelle Lieferung und hohe

Qualität für Bohrwerkzeuge

PTG Präzisions-Technik

Handelsgesellschaft mbH

76 „Mit meinem Gott springe

ich über Mauern“

Verena Marita Schmidt

79 Gelebte Gastfreundschaft

in dritter Generation

Internationale Rathaus-Apotheke

80 Die ganze verdammte,

ehrliche Heimat

Hansjörg Thurn

83 Verlässlicher Partner für

die Sicherheit im Verkehr

Schake GmbH

84 Der direkte Draht zur Qualität

VOGELSANG-EDELSTÄHLE

Inh. Hans Tölle e.K.

86 Einzigartige Brauereitradition

am Rande des Sauerlandes

Christian Vormann

88 „Als Schausteller wirst

du geboren“

Dirk Wagner

91 Im Zeichen der Muse

Thalia Bücher GmbH

92 „Mein“ Wehringhausen

und der Handballsport

Ralf Wilke

95 In der Region für die Region

Volksbank Hohenlimburg eG

96 Als Technologieführer

weltweit aktiv

C.D. Wälzholz KG

98 Zur Heimat geworden:

Die Kunststadt Hagen

Uwe Will

101 Urlaub, der bewegt

Wikinger Reisen GmbH

102 Für Hagen sportlich weltweit

unterwegs

David Ludwig Zentarra

104 Übersicht der PR-Bildbeiträge


14 CHRISTA BURGHARDT

Die „Stahlstadt“

mit weichem Kern

Ich habe die Hagener und Hagenerinnen

als äußerst sozial eingestellte und

engagierte Menschen erlebt, nicht nur dem

Kinderschutzbund oder mir gegenüber.

Christa Burghardt, geb. 1951 in Oldenburg (Niedersachsen),

verheiratet, eine Tochter und Enkeltochter | Erwerb

der Mittleren Reife auf dem 2. Bildungsweg, in Kombination

mit einer dreijährigen Berufstätigkeit im Büro und in einem

Heim für geistig behinderte Jugendliche | Erwerb der Zugangsberechtigung

zum Fachhochschulstudium, Abschluss

als Diplom-Sozialpädagogin in Hagen | gearbeitet im Heilpädagogischen

Kindergarten, einem Jugendzentrum und

Schulkindergarten | während der Babypause Uni-Abschluss

in Dortmund als Diplom-Pädagogin | danach 32 Jahre Geschäftsführerin

des Hagener Kinderschutzbundes | Trägerin

des Landesverdienstordens Nordrhein-Westfalen

Hagen – diese Stahlstadt mit weichem Kern, umgeben

von einer grün bewaldeten Berglandschaft und durchzogen

von gleich vier kleinen Flüssen – hat sich trotz

dieser tollen Attribute erst allmählich in mein Herz

geschlichen Als ich 1973 hierherkam, war ich zunächst

richtig geschockt. Statt der von mir erwarteten

idyllischen „Pforte zum Sauerland“ empfing mich die

Hasper Hütte und die typisch schmuddelige Dunstglocke

des rußigen Ruhrgebietes, dem ich als Bergmannstochter

gerade frisch entkommen wollte. Ich

war dummerweise am Hauptbahnhof in den falschen

Bus eingestiegen und nicht im schöneren Halden gelandet,

in dem es damals noch die Fachhochschule für

Sozialwesen gab. Hier studieren und dann schnell weg!

Doch noch schneller lernte ich meinen Mann kennen.

Wäre er nicht so ein hartnäckiger Hagener, wäre mir

der Absprung bestimmt gelungen. Aber so habe ich

bisher zwei Drittel meines Lebens hier verbracht.

Wie gut, dass es für Hagen in den letzten 40 Jahren

eine positive Weiterentwicklung gab. Der Strukturwandel,

die aufwertende Stadtgestaltung und die

Fülle der kulturellen Angebote haben dazu beigetragen.

Inzwischen lebe ich gern in dieser vielfältigen

Stadt und habe ihre Menschen ausgesprochen schätzen

gelernt. Immer, wenn ich sie brauchte, waren sie

da, privat wie auch im Berufsleben, das ja 32 Jahre

lang – also die Hälfte meines Lebens – mit dem Kinderschutzbund

verbunden war.

1983, als ich beim Kinderschutzbund anfing, war

die Zeit der Anti-AKW-, Friedens- und Umweltbewegung.

Und ich war mittendrin, gemeinsam mit meinem

Mann und vielen Hagener Freund/innen. Wir

beide wollten für unsere kleine Tochter, aber auch

für die Kinder und alle Menschen dieser Welt eine

friedliche und sichere Zukunft. Schon als Studenten

hatten wir uns gegen Armut, Krieg und für Gerechtigkeit

in den Entwicklungsländern engagiert. Da

war es für uns folgerichtig, sich auch hier einzusetzen.

„Alle, die ein bessres Leben wünschen, sollen

aufstehn“ von den Bots war einer der Songs, die uns

in dieser Zeit begleitet haben.

Es war eine gute Fügung, dass ich dann als junge

Pädagogin beim Kinderschutzbund eingestellt wurde,


15

der sehr offen für diese gesellschaftspolitischen Themen

war. Voller Tatendrang legte ich nun für die

Hagener Kinder los. Kinder sollten keine Gewalt und

Vernachlässigung erleiden – weder zu Hause noch

anderswo. Sie sollten nicht in Armut leben, nicht diskriminiert

werden. Eltern, Kinder und Familien sollten

bei Schwierigkeiten unterstützt werden und Hilfe

zur Selbsthilfe erhalten. Ihre Lebenssituation sollte

rundum verbessert werden, zum Beispiel durch bessere

Spielplätze, Tempo-30-Zonen und Spielstraßen,

mehr Kita-Plätze, gesunde Ernährungs- und gute

Umweltbedingungen, Chancen für die Zukunft usw.

Für all das setzten wir uns offensiv ein und schufen

viele Angebote. Eine der wichtigen Entscheidungen

unter meiner Federführung war die Gründung des

Arbeitskreises „Kind und Umwelt“. Ihm gehörten

der Bund für Umwelt- und Naturschutz an, terre des

hommes, UNICEF, eine Rechtsanwältin, ein Verwaltungsangestellter,

eine Ärztin sowie ad hoc diverse

Kooperationspartner/innen. Die Gruppe war sehr

rege und eine Ideenschmiede, wenn es darum ging,

gegen Missstände vorzugehen. Sie informierte die

Öffentlichkeit durch zahlreiche Leserbriefe, führte

diverse Veranstaltungen durch und schlug viele Maßnahmen

zur Abhilfe vor, von denen erfreulicherweise

einiges umgesetzt wurde.

Der Bekanntheitsgrad des Hagener Kinderschutzbundes

wuchs stetig, die Zahl der Ehrenamtlichen

erhöhte sich innerhalb von zwei Jahren von 25 auf

80 und bis zu meinem Renteneintritt sogar auf 240.

Auch die Spendeneinnahmen stiegen sprunghaft an.

Dieses alles bewirkte wiederum, dass neue Aufgabenfelder

und Projekte erschlossen werden konnten,

die Kindern und Familien zugutekamen, sowohl

in schwierigen Lebenslagen als auch präventiv.

Der größte Meilenstein war Jahre später natürlich

„Ein Haus für Kinder“. Unser kleines angemietetes

Fachwerkhäuschen in der Riegestraße in Eilpe

platzte mit seinen 96 Quadratmetern und der breiten

Palette unserer Angebote nach über 20 Jahren aus

allen Nähten. Ich weiß selbst nicht, woher ich den

Mut nahm, denn der Kinderschutzbund hatte keinen

„Ein Haus für Kinder“ des Hagener Kinderschutzbundes in der Potthoffstraße


16 CHRISTA BURGHARDT

Ganz Hagen wurde von einer großen

Begeisterungswelle erfasst, denn „Ein

Haus für Kinder“ wurde quasi zu einem

Gemeinschaftsprojekt unserer Stadt.

Als 2010 im Dr. Ferdinand David Park der Kinderrechte-Pfad

eingeweiht wurde, war ich unglaublich

glücklich, dass mir auch dieses Spendenprojekt gelungen

ist, denn die Kinderrechte liegen mir überaus am

Herzen. Im Park sind immer wieder Menschen und

ganze Schulklassen unterwegs, die sehr interessiert

die wichtigsten Kinderrechte auf den zwölf Edelstahlstelen

studieren. Auf der Stele vor dem Rathaus

ist sogar der komplette Originaltext der Kinderrechte

nachlesbar. Wer die Kinderrechte kennt, kann sich

auch für deren Verwirklichung einsetzen. Dieses ist

mein größter Wunsch, den ich mit diesem Projekt

verbinde.

Es würde zu weit führen, alle Arbeitsgebiete und

Aktionen aufzuzählen, die in all den Jahren durch

mich oder andere Kinderschützer/innen umgesetzt

wurden. Wer sich dafür interessiert, kann den Kinderschutzbund

ja mal vor Ort besuchen oder ein

wenig im Internet schnuppern.

Erlebnispfad im Stadtwald in Wehringhausen

einzigen Pfenning für einen Neubau in der Tasche.

Aber ich war überzeugt von der Idee, mitten in der

Innenstadt mit Hilfe von vielen Spender/innen das

Projekt umsetzen zu können. Anfangs wurde ich von

vielen belächelt. Doch es gab auch die anderen, die

völlig begeistert waren und sich sofort dafür engagierten.

Es entwickelte sich ein unglaublicher Spendenmarathon,

der auch für mich kaum fassbar war.

Nach nur viereinhalb Jahren konnte der Kinderschutzbund

2007 in den Neubau einziehen – sogar

schuldenfrei, wie es mein Traumziel war. Ganz

Hagen wurde von einer großen Begeisterungswelle

erfasst, denn „Ein Haus für Kinder“ wurde quasi zu

einem Gemeinschaftsprojekt unserer Stadt, an dem

mehrere tausend Personen mit großen, mittleren und

kleinen Spenden sowie vielfältiger Unterstützung

mitgewirkt haben.

Seit 2015 bin ich in Rente und allen Wegbegleiter/

innen überaus dankbar, dass ich dem Kinderschutzbund

aufgrund der breiten Unterstützung ein stabiles

Fundament hinterlassen konnte. Ich habe die Hagener

und Hagenerinnen als äußerst sozial eingestellte

und engagierte Menschen erlebt, egal ob als Privatperson

oder in anderen Funktionen – nicht nur dem

Kinderschutzbund oder mir gegenüber. Ohne ihre

Tatkraft wäre unsere Stadt nur halb so interessant

und lebenswert. Danke Hagen!

Kinder sind immer noch mein Thema. Für sie bin

ich nun ehrenamtlich aktiv. Unter anderem koordiniere

ich einen Willkommenstreff für Flüchtlinge

im Hagener Norden und leite dort eine Kindergruppe.

Wenn die Kinder mit ihren individuellen,

schwer zu ertragenden Schicksalen auf mich zukommen,

aber auch all ihre Wünsche, Hoffnungen und

Erwartungen mitbringen, dann weiß ich: Hier bin

ich richtig. Und dann ist da ja noch meine kleine

Enkeltochter …


38 WERNER HAHN

Den Koffer

in der Hand

Schritt für Schritt wurde Hagen

zu weit mehr als einem Lebensmittelpunkt.

Hagen wurde ein

liebenswertes Zuhause – immerhin

in herausfordernder Konkurrenz

zu unseren Heimatstädten

Salzburg und Lausanne.

Werner Hahn, geb. 1956 in Salzburg | seit

1982 am theaterhagen engagiert und damit

eines der dienstältesten Mitglieder des Ensembles

| seit der Spielzeit 2000/2001 Leiter

des Kinder- und Jugendtheater lutzhagen |

übernimmt Regie-Aufgaben, ist Autor zahlreicher

Bühnenstücke und steht weiterhin als

Darsteller auf der Bühne

„Und Du wirst immer einen Koffer in der Hand

haben“, sagte meine Lehrerin. Sie hatte recht. Da

stand ich nun. Mit dem Koffer in der Hand. Schon

wieder. Diesmal in Hagen. Berliner Platz. Spätherbst

1981. Hinter mir der Hauptbahnhof. Neben mir eine

gelbe Telefonzelle. Um mich herum alte Zeitungen,

Plastiktüten, ein paar verirrte Laubblätter. Der

Herbstwind hatte seinen Spaß daran.

Soeben hatte mir die Leitung des Stadttheaters

einen Zweijahresvertrag als lyrischer Bariton offeriert.

Nach Jugend- und Studienjahren in Salzburg,

nach ersten Berufsjahren in Zürich, bot sich Hagen

für unsere junge Familie als neuer Lebensmittelpunkt

an. „Hierher gehen wir nicht“, sagte ich per

Telefon zu meiner Frau. Der Uringestank in der

gelben Telefonzelle half, den Satz mit Nachdruck

loszuwerden.

Wichtige Mentoren drängten allerdings darauf, den

Weg nach Hagen anzutreten. Es sei eine der wichtigsten

Sprungbrettbühnen Deutschlands. Also gingen

wir im August 1982 von Zürich nach Hagen. An die

Sprungbrettbühne. Aber gesprungen sind wir nicht.

35 Jahre nicht. Im Gegenteil. Schritt für Schritt

wurde Hagen zu weit mehr als einem Lebensmittelpunkt.

Hagen wurde ein liebenswertes Zuhause –

immerhin in herausfordernder Konkurrenz zu unseren

Heimatstädten Salzburg und Lausanne. Sechs

unserer sieben Kinder sind hier geboren. Hagen bot

ihnen ideale Haltegriffe für wichtige Lebensschritte:

einen anregenden Kindergarten, gute Schulen, die

Musikschule, die Ballettschule, einen fröhlichen, pulsierenden,

liebenswerten Freundeskreis, kurze Wege,

große Sicherheit, viel Grün, jede Menge Ausflugsziele,

gute Einkaufsangebote, sehr gute Regionalanschlüsse,

das einzigartige Spannungsfeld zwischen

Ruhrgebiet, Sauerland und Rheinland – und immer

wieder das Theater. Die Kinder konnten sich in

Hagen Fundamente errichten, auf denen sie nun

großartige und außergewöhnliche Lebenswege zu

beschreiten in der Lage sind.

Und der Koffer? Er steht im Keller. In Sichtweite. So

will es der Beruf. Das Tarifrecht für Bühnenkünstler

sieht vor, dass Verträge jeweils um ein Jahr verlängert

werden. Mehr nicht. Und ein Intendantenwechsel

ist der geeignete Zeitpunkt, ein Ensemble auszutauschen.

Also nicht zu weit wegstellen, den Koffer.

Aber oft habe ich den Koffer völlig vergessen. Nicht

verdrängt, sondern tatsächlich vergessen. Zu aufregend

waren die Möglichkeiten, die mir das Theater

Hagen nach und nach eröffnete. Dem Opernbariton

wurden plötzlich Operetten- und Musical-Qualitäten

abverlangt. Auch Schauspiel kam dazu. Erste

Aufgaben als Regisseur reihten sich ein. Und

schließlich die Chance, eine eigene Sparte für Kinder-

und Jugendtheater aufzubauen! Das lutz!

Wahnsinn! In welchem Theater der Welt hätte sich

dem schlichten Opernfuzzi ein derartiges Aktionsfeld

ermöglicht?


39

Und dann diese Stadt! Welch Glücksfall für eine

schräge Theaterseele! Ungezählte Themen liegen auf

den Straßen. Sie wollen angepackt werden. Sie drängen

dazu, in Form gebracht und ins Rampenlicht

gerückt zu werden. Die Menschen dieser Stadt –

egal ob aus der Mitte oder von den Rändern unseres

gesellschaftlichen Lebens – sind geprägt von

Geschichten, die es zu erzählen gilt. Unbedingt.

Geschichten mit Schülern unterschiedlichster Schulformen.

Mit arbeitslosen Jugendlichen. Mit Straftätern.

Mit Migranten. Mit Geflüchteten. Mit Senioren.

Mit behinderten und schwerstbehinderten Menschen.

Und Hagen als Kulisse! Viele Orte reizen, bespielt zu

werden: Alte Fabriken und Kirchen, Ladenlokale und

Linienbusse, Schlösser und Burgen, Zirkuszelte und

Jugendzentren, Freilicht- und andere Museen.

Und natürlich dieses wunderbare Theater! Bürger hatten

es errichten lassen. In einjähriger Bauzeit! Seit dem

5. Oktober 1911 wird gespielt. Fast ohne Unterlass.

Seit 1911 liebt das Publikum sein Theater. Und es liebt

jene Menschen, die die ehrwürdigen Mauern täglich

aufs Neue mit ihren Künsten beleben. Große Krisen

hat man gemeinsam überwunden: zwei Weltkriege,

Bombenangriffe, wirtschaftliche Rückschläge. Große

Namen haben sich eingebrannt in die Erinnerungen

Und dann diese Stadt! Welch Glücksfall für eine

schräge Theaterseele! Die Menschen dieser Stadt –

egal ob aus der Mitte oder von den Rändern

unseres gesellschaftlichen Lebens – sind geprägt

von Geschichten, die es zu erzählen gilt.

der Besucher, manche finden sich wieder in den spärlichen

Geschichtsbüchern. Einige Produktionen haben

es geschafft, sich der Vergänglichkeit des Augenblicks

zu widersetzen und länger als gewöhnlich haften zu

bleiben in den Seelen der Theatergemeinde.

Und dennoch: Theater lebt vom Wandel. Gerade das

Theater. Wenn es diesen Wandel verpasst, beraubt es

sich seiner fantastischen Fähigkeit, aktuelle Veränderungen

zu begleiten und mitzugestalten. Theater

darf nicht stecken bleiben in rückblickender Selbstverliebtheit.

Es darf sich nicht ausruhen im milden

Applaus der Betrachter. Selbst in den schönsten

Theateraugenblicken ruht die Vergänglichkeit.

Theater braucht den Wandel. Und es braucht – so

verwirrend und schmerzvoll es sich auch immer

wieder anfühlt – den Koffer in der Hand.


50

ROLF MÖLLER

„Rock’n Roll

will never die“

Warum bin ich denn nun

immer meiner Heimatstadt

treu geblieben? Es sind meine

Familie, meine Freunde und

meine Beziehungen, die für

mich den Begriff „HEIMAT“

definieren.

Rolf Möller, geb. 1956 in Hagen,

verheiratet, zwei Kinder | Ausbildung

zum Groß- und Einzelhandelskaufmann |

seit 40 Jahren als Musiker in verschiedenen

Bands unterwegs | ab 1980

Drummer bei „EXTRABREIT“ | seit

1989 eigene Booking- und Event-Agentur

58EVENT

Unzählige Male haben mich Wegbegleiter und Fans

gefragt, warum ich eigentlich nie aus Hagen weggekommen

sei. Antwort später! Nur so viel: Vielleicht

hatte es auch damit zu tun, dass mein Familienstammbaum

bis in die napoleonische Zeit zurückreicht

– und das immer in Hagen. Die Familie war

schon immer kaufmännisch aufgestellt, mein Vater

machte nach dem Krieg einen Kunsthandel auf. So

ergab es sich, dass ich eine Ausbildung zum Großund

Einzelhandelskaufmann absolvierte. Eine berufliche

Basis, die mir heute noch im Booking- und

Eventgeschäft zugutekommt. Meine Jugendzeit habe

ich in Hagen, dem Eingangs-Tor zum Ruhrgebiet,

verbracht. In den 60ern und 70ern: grauer Stahlstandort,

Malocher-Stadt – und kulturelles Niemandsland.

Für die Jugendlichen gab es lediglich eine

Hand voll Jugendzentren, Discos und eher öde Kneipen.

Hier wurde hart gearbeitet und in der Hasper

Hütte Stahl produziert. Und so gab es für uns

Jugendliche eigentlich nur zwei Freizeitalternativen:

den Sportplatz oder die Musik. Ich war 12 Jahre alt,

als mir mein damaliger Kunstlehrer – gleichzeitig

Mitglied im Orchester Hagen – Schlagzeugteile

schenkte. Ab sofort wurde jede Minute Freizeit der

Musik gewidmet.

Keine zwei Jahre hat es gedauert, dann war es endlich

soweit, die ersten Auftritte. Mit meinem Schulfreund

Stefan Klein, wir kennen uns schon aus der

Kindergartenzeit, bekannter als Gitarrist und Gründer

der Gruppe Extrabreit 1978 und heutiger „Brei-

ten-Partner“ Stefan Kleinkrieg, eroberten wir die

Bühnen in Hagen und Umgebung mit der damals

ers ten Punkrock-Band „STAUB“.

Überhaupt war das Ende der 70er-Jahre eine wilde

Zeit. Im ganzen Land herrschte eine Art Aufbruchsstimmung.

Auch auf politischer und gesellschaftlicher

Ebene begann eine Ära des Umbruchs. Die RAF,

Startbahn West, Kohl wird Kanzler, die Grünen ziehen

in den Bundestag ein. Auch die Hagener Szene

brodelt. Es etablierte sich eine neue Künstlerszene.

Ihr Zuhause ist Wehringhausen – genannt „Wehrdichhausen“.

In den vielen WGs dort entsteht eine

regelrechte Subkultur. Nicht nur Musiker, auch

Maler wie etwa Emil Schumacher, der als Begründer

des Informel noch zu Lebzeiten Weltruhm erlangte,

lebte und arbeitete in dem Stadtteil.

Ende der Siebziger schwappt aus England und den

USA der Punkrock nach Deutschland und läutet eine

musikalische Wende ein. Daraus entstand die Kraft

und Magie – genannt Neue Deutschen Welle. Viele

neue Bands wie Extrabreit, die Ramblers, The Stripes

mit Frontfrau Nena, die Humpe-Schwestern und

auch die alten Bands wie Grobschnitt, Eroc und

Green machten Hagen bzw. Wehringhausen medienwirksam

mit zum Mekka der damaligen deutschen

Musikszene.

Wie aber kam ich dann zu den Breiten? Viele Bands

in und aus Hagen probten damals in der ehemaligen


51

Stofffärbefabrik Göke in Hagen-Holthausen. Stefan

Kleinkrieg und EXTRABREIT musizierten auch in

der Fabrik. Uli Ruhwedel und ich probten mit der

Bluesrockband MOJO im selben Gebäude. Und es

kam, was kommen musste. Stefan und ich erinnerten

uns 1979 an unsere gemeinsamen musikalischen

Abenteuer. 1980 wurde ich Mitglied der Band

EXTRABREIT – mit dabei Sänger Kai Havaii,

Hunter „Wolfgang Jäger“, Bassmann von Grobschnitt

und Gitarrist Uli Ruhwedel – und schon

war die Reihe der fantastischen Fünf, das Original

EXTRABREIT, geschlossen.

Schnell folgten die ersten Schallplattenaufnahmen –

und wir scheuten uns auch nicht davor, unsere erste

LP mit „Ihre größten Erfolge“ zu betiteln. Die ersten

beiden Langspielplatten erreichten Gold-Status.

Kurioserweise am selben Tag durch unseren Plattenvertrieb

verliehen. Aus Anlass unseres 1.000. Konzertes

2005 wurde unsere erste Scheibe auch noch

mit Platin veredelt.

Auch die Hagener Szene brodelt. Es etablierte

sich eine neue Künstlerszene. Ihr Zuhause ist

Wehringhausen – genannt „Wehrdichhausen“.

Nicht nur Musiker, auch Maler wie etwa Emil

Schumacher, der als Begründer des Informel noch

zu Lebzeiten Weltruhm erlangte, lebte und arbei-

tete in dem Stadtteil.

Von 1985 bis 89 fand ich meine musikalische Heimat

bei GROBSCHNITT, ehe wir uns 1989 – wohl

beschwingt von Mauerfall und großer Freiheit –

überall wieder als EXTRABREIT zusammenfanden.

Seitdem habe ich bei rund 1.600 Auftritten mit

EXTRABREIT, GROBSCHNITT und GREEN

meine Trommeln zum Glühen und Vibrieren

gebracht. Es waren große Konzerte dabei, auf der

Berliner Waldbühne zusammen mit Peter Maffay

oder mit ZZ Top bei internationalen Festivals in


52 ROLF MÖLLER

Eines meiner großen Lebensziele war es immer,

neue Akzente in und für meine Heimatstadt zu

setzen. Denn mag Hagen auf den ersten Blick

einen eher spröden Charme ausstrahlen, so hat

diese, meine Stadt doch ganz viel zu bieten und es

gibt immer noch ständig was Neues zu entdecken.

Kulturzentrum Hasperhammer

München oder bei den legendären „Rock Pop in

Concerts“ in der Dortmunder Westfalenhalle. In

der Zeit war Europa – zumindest dessen deutschsprachiger

Teil – auf Tourneen und Konzerten unser

Zuhause. Und heute bin ich immer noch neben

meiner Agenturtätigkeit live in ganz Deutschland

unterwegs und schreibe weiter an meiner breiten,

groben und grünen Musikgeschichte.

Parallel zur Musik wurde 1987 das Studio „Top

Sahne Concerts“ gegründet. Daraus entwickelten

sich zunächst eine Booking- und später eine Event-

Agentur. Der Name und die Partner wechselten dann

in den Jahren – heute bin ich Geschäftsführer von

„58 EVENT“ – ein Verweis auf den Anfang der

Hagener Postleitzahl. Was aber immer geblieben ist,

war neben dem Booking für verschiedene Bands und

dem Büromanagement für die Breiten, der Versuch,

neue, interessante Veranstaltungsformate für meine

Heimatstadt Hagen zu entwickeln. Mit vielen

genauso begeisterungsfähigen Menschen habe ich

das Springefest, ein mehrtägiges Musik- und Gastronomiefest

in der Hagener Innenstadt, entwickelt. Es

folgte „Hagen blüht auf“ als innerstädtisches Frühlingsfest.

Besonders faszinierend war das gemeinsam

mit der Stadt Hagen und dem Hagener Verkehrsund

Versorgungsbetrieb konzipierte Festival „See-

geflüster“, welches von 2005 bis 2012 jedes Jahr an

zwei Veranstaltungstagen Top-Entertainment an den

Hengsteysee gebracht hat. Großartige Bands und

Künstler – von July, BAP und Sasha, Kim Wilde über

Manfred Mann’s Earth Band und Nena bis hin zu

Culture Candela und Sunrise Avenue und natürlich

2005 unser 1.000. Breiten-Konzert brachten so richtig

Festival Stimmung in das ansonsten eher beschauliche

Ruhrtal.

Und damit zurück zur Eingangsfrage: Warum bin ich

denn nun immer meiner Heimatstadt treu geblieben?

Grundsätzlich würde ich mich als sehr erdverbundenen

Menschen bezeichnen. Es sind meine Familie,

meine Freunde und meine Beziehungen, die für mich

den Begriff „HEIMAT“ definieren. Und Hagen hat

hierfür genau die richtige Größe. Hier kennt man die

handelnden Personen sowohl in der Musikszene als

auch in den Behörden und dem gesellschaftlichen

Umfeld alle noch persönlich, die Netzwerke sind

überschaubar und nicht beliebig. Eines meiner großen

Lebensziele war es immer, neue Akzente in und

für meine Heimatstadt zu setzen. Denn mag Hagen

auf den ersten Blick einen eher spröden Charme ausstrahlen,

so hat diese, meine Stadt doch ganz viel zu

bieten und es gibt immer noch ständig was Neues zu

entdecken. Und heute – wenige Monate vor meinem

60. Wiegenfest – kann ich für mich festhalten: Viele

gesteckte Ziel habe ich dankend umsetzen und erreichen

können, aber weiter geht die wilde Fahrt.

Genieße den Augenblick, die Sanduhr läuft!


80 HANSJÖRG THURN

Die ganze verdammte,

ehrliche Heimat

Die Herkunft aus diesem

rauen und ehrlichen Ort

hatte mich auf eine prägende

Art zum Kämpfer gemacht.

Hansjörg Thurn, geb. 1960, drei Kinder von zwei

Frauen, mit der ersten heute glücklich befreundet, mit

der zweiten glücklich verheiratet | Filmstudium bei Adolf

Winkelmann in Dortmund, weitere Filmausbildung bei

amerikanischen Lehrern wie Frank Daniels, Mark Travis,

Judith Weston | arbeitet als Autor und Regisseur für

Fernsehfilme | lebt derzeit in Köln und auf der griechischen

Insel Naxos

Es gibt Zeiten im Leben, in denen man nur nach

vorne schaut und wissen will, wohin die Reise überhaupt

geht. Es gibt andere Zeiten, in denen allmählich

der Blick zurück wichtiger wird. Ich stehe heute

wohl am Eintritt in jene zweite Phase und ertappe

mich immer häufiger dabei, eine Verbindung herzustellen

zwischen all dem, was ich bis heute erreicht

habe und dem, wo ich herkomme und wo meine

Wurzeln sind. Fetzen von Erinnerungen fliegen dann

an mir vorbei, Bilder vom gewaltigen Qualm der

Hasper Hütte, der die Sonne verdunkelt und die

Hausfrauen hastig die zum Trocknen aufgehängte

Wäsche abhängen lässt, bevor sie unwiderruflich

„hüttenbraun“ wird.

Dann gibt es Bilder der Hagener Straßen der Sechzigerjahre

in schwarz-weiß oder von den ersten Hippies,

die sich bunt und langhaarig in meine Gegend

verirrten. Ich erinnere mich an die Zwieback-Arbeiter

bei Brandt, an die strengen Lehrer des Hasper

Jungengymnasiums, an die befreienden Motorradfahrten

im endlosen Volmetal, an das Tischtennisspielen

mit Nena, für die ich damals nur ein namenloser

Gleichaltriger war, an die herrliche Jugendzeit,

als meine Heimatstadt Hagen für mich die Welt war,

die alles hatte, was ich brauchte. Doch dann kam das

Abitur und damit die Frage, was zur Hölle ich mit

dem Leben danach anfangen sollte. Es war das Ende

der 1970er-Jahre, der Mataré-Brunnen sprudelte und

die Krisen der Welt hatten bislang um Hagen einen

großen Bogen gemacht.

Und dann passierte es. Extrabreit wurde gegründet,

eine neue Musik explodierte in Hagens Straßen und

trug den Namen „NDW“. Aus allen Kellern dröhnten

plötzlich die Bassläufe unzähliger Bands. Es war

wie ein Weckruf. Nicht, dass ich Musiker hätte werden

können (ich wurde seinerzeit wegen eklatanten

Versagens an der Triangel sogar vom Musikunterricht

ausgesperrt), aber es war einfach ein lautes Aufwecksignal

für all die, die im richtigen Alter waren

und sich noch nicht in eine Lehre als Bankkaufmann

verirrt hatten.

Ich kapierte, dass es ab jetzt darum ging, die Welt

ganz gewaltig in Unruhe zu versetzen. Eine Gitarre

wie die Musiker der Neuen Deutschen Welle hatte

ich zwar nicht, dafür aber eine Super-8-Kamera, und

prompt fing ich an, Filme zu drehen mit all denen,

die sich nicht schnell genug vor mir in Sicherheit

bringen konnten. Filme, die heute garantiert auf You-

Tube in die Chartlisten der Geschmacksverirrungen

kommen würden. Aber sie waren mein Eintritt in die

Filmwelt.

Und nachdem ich recht orientierungslos erst ein

Technik- und dann ein Lehramtsstudium durchtaumelt

bin, fand ich im Filmstudiengang des großartigen

Ruhrgebietsregisseurs Adolf Winkelmann in

Dortmund meine Bestimmung. Ich schmuggelte mich

an einem Montagmorgen da ein, inoffiziell natürlich,

weil ich meine Anzahl an Bafög-förderungswürdigen

Studiengängen bereits verbraucht hatte, und war


81

plötzlich ein Teil der faszinierenden Welt der Filmemacher.

Vier Jahre und etliche eigenproduzierte

Kurzfilme später war ich voll mit Filmwissen,

Dramaturgiehandwerk und Dreherfahrung … und

stand wieder am Anfang.

Ich musste erkennen, dass zwar den Filmstudenten

aus München, Berlin oder gar den Internationalen die

Filmberufe offen standen, aber ein Dortmunder Student

mit Hagener Wurzeln war nicht gerade das, worauf

die Film-Schickeria im In- und Ausland gewartet

zu haben schien. Der Weg nach dem Studium wurde

steiniger, als ich gedacht hatte. Ich schrieb anfangs

Drehbücher für Filme, die nie gemacht wurden, und

verdiente nebenbei mein Geld als Journalist beim

WDR in Köln (mein Gott, Köln … das war für einen

echten Hagener Jungen eine No-Go-Area, nicht mal

richtig sprechen konnten die da …).

Aber ich war gut, und ich kam beruflich recht schnell

voran. Als Journalist wurde ich Redaktionsmitglied

des legendären Nachrichtenmagazins ZAK, und als

Autor schrieb ich bald die Drehbücher für Götz

Georges Schimanski. Im Fernsehen herrschte in jenen

Jahren eine gewaltige Aufbruchstimmung, und die

Doch regelmäßig setze ich mich auf mein

Motorrad, fahre die alte Route, Ausfahrt

Volmarstein, dann runter die Grundschötteler

bis nach Haspe, um ein paar alte Freunde zu

treffen, und um wieder mal zu spüren, worum

es wirklich geht in dieser Welt.

klassischen Fernsehfilme aus ARD und ZDF bekamen

damals Konkurrenz von jüngeren, bunteren,

unterhaltsameren Filmen der Privatsender.

Ich packte drei Konzepte zusammen, reiste nach

Berlin und stellte mich dort vor als Regisseur, der

unbedingt mitmachen müsse in der neuen Welle der

TV-Movies, die von nun an die deutsche Fernsehwelt

überrollen sollte. Dabei erschien es mir als jungem

Filmemacher damals eher als Ballast, aus einer für

den Weltenlauf recht unbedeutenden Stadt wie Hagen

zu stammen, aber: Die Herkunft aus diesem rauen

und ehrlichen Ort hatte mich auf eine prägende Art

zum Kämpfer gemacht.


82

HANSJÖRG THURN

Ich bekam die Jobs, die ich wollte, ich drehte einen

Film nach dem anderen, große Historienfilme wie

„Schatzinsel“, „Wanderhure“ oder „Isenhart“, die

im In- und Ausland viele, viele Millionen Zuschauer

hatten, oder kleine verrückte Komödien wie „Barfuß

bis zum Hals“, wofür ich den deutschen Comedy-

Preis gewann.

Heute blicke ich zurück auf 30 Jahre Berufserfahrung

mit vielen Erfolgen (und glücklicherweise nur

wenigen Niederlagen), und ich sehe manchmal, dass

all meinen Filmen eines gemein ist: Sie alle haben

diese eigenwilligen, oft sturen, und immer kampflustigen

Charaktere, die ehrlich sind bis ins Mark und

jederzeit bereit, sich für eine Handvoll Gerechtigkeit

die Nase platt hauen zu lassen. Sie sind die wahren

Helden all meiner Filme, egal ob sie im Mittelalter

spielen oder in den turbulenten Verirrungen einer

Liebeskomödie. Und wenn man genau hinschaut,

dann spürt man in ihnen das Herz und den trockenen

Humor jener Leute, die zwischen Ruhrgebiet

und Sauerland leben.

Heute habe ich drei Kinder, eine glückliche Familie,

wohne teils in Köln, teils auf der griechischen Insel

Naxos und drehe meine Filme in vielen verschiedenen

Ländern der Welt … Doch regelmäßig setze ich mich

auf mein Motorrad, fahre die alte Route, Ausfahrt

Volmarstein, dann runter die Grundschötteler Straße

bis nach Haspe, um ein paar alte Freunde zu treffen,

und um wieder mal zu spüren, worum es wirklich geht

in dieser Welt. Und wenn ich dann die Nase in den

Wind stecke, ist er wieder da, der Geruch der Hütte,

das „Hasper Gold“, Zwieback Brandt, die Andreas

Brauerei und der legendäre Sockenball in der Ischelandhalle,

eben die ganze verdammte, ehrliche Heimat …

Der Hohenhof in Hagen-Eppenhausen


92

RALF WILKE

„Mein“ Wehringhausen

und der Handballsport

Ich sitze bei einer Tasse

Cappuccino am Wilhelmsplatz

und denke zurück an die Zeit

vor beinahe 80 Jahren, in der

alles begann …

Ralf Wilke, geb. 1938 in Hagen-Wehringhausen, verheiratet, Tochter

Kirsten, Sohn Frank | aktuell 2. Vorsitzender und Technischer Leiter des

VfL Eintracht Hagen | Träger des Bundesverdienstkreuzes (2010), der

Sportehrenplakette der Stadt Hagen (2003), sämtlicher Vereinsehrennadeln

des VfL Eintracht Hagen, des „Goldenen Handballs“ des VfL

Eintracht Hagen, des Kreis- und Landesehrenbriefes, der Silber- und Goldnadel

des Westfälischen Handballverbandes, der Silber- und Goldnadel

des Westdeutschen Handballverbandes | Ehrenmitglied des VfL Eintracht

Hagen | bis zum Ruhestand gelernter Dreher und nach Umschulung Werkstoffprüfer

in der Qualitätssicherung mit mehr als 40-jähriger Betriebszugehörigkeit

bei der Firma Uhde

Es ist einer jener sonnigen Frühherbsttage, die den

Stadtteil Wehringhausen mit all seiner Vielfältigkeit

und Quirligkeit noch ein wenig wärmer und bunter

machen, als er ohnehin schon ist. Ich sitze bei einer

Tasse Cappuccino am Wilhelmsplatz und denke

zurück an die Zeit vor beinahe 80 Jahren, in der

alles begann …

Nur einen Steinwurf entfernt vom Sportplatz an der

Rehstraße in Wehringhausen liegen meine Wurzeln,

die früh untrennbar mit dem Handballsport verbunden

sind. Sonntagvormittags, 11 Uhr – das ist in diesen

Jahren Handballzeit. Tausende Zuschauer strömen

zum Rehplatz, ein ganzer Stadtteil ist praktisch

menschenleer, wenn die Feldhandball-Mannschaft

der Eintracht aufläuft. Ausschließlich Spieler aus

Wehringhausen gehören zum legendären Team, das

mit Fug und Recht als eines der besten in Westdeutschland

gilt. Bis zu neun Aktive stammen aus der

Rehstraße. Eine Euphorie, der ich mich als kleiner

Kerl nicht entziehen konnte.

Aber ich hatte die Rechnung ohne meine Mutter

Annemarie gemacht, eine streng gläubige Kriegswitwe.

Kirchgang statt Sportplatz – das ist die

Maxime. Doch ich finde Lösungen. Im Kirchenportal

hinten anwesend, geht es im Sauseschritt Richtung

Sportplatz, sobald ich weiß, wer die Messe liest und

die Predigt hält. Meist schaffe ich es, rechtzeitig

zum Spiel den Stammplatz hinterm Tor bei meinen

Kumpels einzunehmen.

Den großen Vorbildern eifern wir in jeder freien

Minute nach. Minderwertige Gummibälle oder von

Omas und Müttern angefertigte Stoffbälle dienen als

Spielgerät in Hinterhof und Eisenbahnunterführung.

Zu Weihnachten bekomme ich meine ersten Fußballschuhe.

Wenn Sport auf dem Stundenplan steht, gehe

ich schon morgens damit zur Schule – acht Jahre lang

immer dieselbe Strecke durch den Rehsieperweg am

Sportplatz vorbei. Es ist bekanntes Terrain, denn

eigentlich verlasse ich die Stadt Hagen nie länger

als drei Wochen.

Aber es gibt eine Ausnahme. In den Wirren des

2. Weltkrieges werde ich mit meiner Mutter aus

Sicherheit vor Bombenangriffen ins Sudetenland

evakuiert. In den Wochen nach Ende des Krieges werden

wir aufgefordert, das heutige Tschechien zu verlassen.

Mit einem Leiterwagen und nur wenigen Habseligkeiten

machen wir uns zu Fuß auf den mühseligen

Weg zurück nach Hagen. Mein Bruder Gustl ist

zu diesem Zeitpunkt gerade ein paar Monate alt. Wie

das Leben so spielt: Im selben Treck lerne ich meinen

späteren Freund und Handballkameraden Lothar

Noetzel kennen. Auch er ist mit seiner Mutter, aber


93

Die Lenne in Hagen-Hohenlimburg

ohne Vater unterwegs. 15 Jahre später führt uns der

Handballsport bei der Eintracht zusammen. Lothar

wird zu einem der besten Torhüter, die je in Hagen

zwischen den Pfosten gestanden haben.

Nach vier Wochen erreichen wir Hagen. Die Heimkehr

ist ein Schock. Die Stadt durch Bombenangriffe

zerstört, die Wohnung in der Rehstraße 17 durch

eine fremde Familie besetzt. Von der Verwandtschaft

werden wir in beengten Verhältnissen, aber mit viel

Liebe aufgenommen. Wochen später können wir

zurück in unsere Wohnung, von deren Schlafzimmer

aus mein Blick auf den riesigen Gaskessel der Hagener

Stadtwerke fällt. Wenn ich nach einem Hagener

Wahrzeichen gefragt werde, fällt mir dieses Bauwerk

aus dem Jahr 1925 mit einem Fassungsvermögen von

40.000 Kubikmetern immer als Erstes ein.

Die Neuentwicklung der Stadt nimmt langsam Fahrt

auf, und ich habe mich längst für den Handballsport

entschieden. Doch meine Mutter – verunsichert

durch die Ereignisse des 2. Weltkrieges – verweigert

zunächst noch ihr Einverständnis zur Mitgliedschaft

beim TV Eintracht. Schülerleiter Eugen Nölle, der in

unserem Haus auf derselben Etage wohnt, und unserem

Nachbarn Walter Effey ist es zu verdanken, dass

meine Mutter im Jahr 1948 meinen Aufnahmeantrag

unterschreibt. Das heimliche Trainieren und Spielen

bei Freundschaftsbegegnungen haben ein Ende – ich

bin nun ganz offiziell ein Eintrachtler.

Die Eintracht wird fortan meine große Liebe – so

wie später meine Gattin Jutta. Aber der Reihe

nach. Meine A-Jugend-Zeit ist mit einigen großen

Erfolgen verbunden. Auf dem Feld gehören wir zu

den besten Mannschaften Westfalens. Auch die

legendäre Dortmunder Westfalenhalle lerne ich

früh kennen, darf mit der Westfalenauswahl das

Vorspiel zur Westdeutschen Meisterschaft bestreiten.

Im Sommer 1958 geht dann ein Kindheitstraum

in Erfüllung. In der zweiten Halbzeit des

Freundschaftsspieles gegen den Mittelrhein-Ober-


94

RALF WILKE

Es gibt so viele prägende Ecken hier. Den

Wehringhauser Bach mit seiner Mündung in

die Ennepe im Bereich der ehemaligen Varta

zum Beispiel oder den Stadtgarten mit seiner

Anbindung zum „Drei-Türme-Weg“.

ligisten TV Rodt-Müllenbach werde ich erstmals in

der 1. Mannschaft eingesetzt. Ich erkämpfe mir

einen Stammplatz, den ich erst 15 Jahre später

nach einem Bundesligaspiel bei Eintracht Braunschweig

wieder abgebe. In diesen Jahren hinterlasse

ich mit meinen Handballkameraden in ganz

Deutschland eine Visitenkarte, sammle sportliche

Erfolge und vor allem bleibende Erinnerungen an

große und kleine Begebenheiten. Westfalen- und

Westdeutscher Meister in der Halle und auf dem

Feld, die „goldenen Jahre“ unter Trainer Hans

Hentzsch von 1968 bis 1971 mit dem Bundesliga-

Aufstieg als Höhepunkt. Es sind die schönsten

Jahre meiner sportlichen Karriere, weil ich zu dieser

Zeit mit meinem Bruder Gustl, Bernd Lückel

und dem heutigen Eintracht-Präsident Detlef

Spruth in einer Mannschaft spiele. Durch all diese

Auftritte des VfL Eintracht Hagen weiß heute in

Handballkreisen jeder, wo die Stadt Hagen geografisch

zu verorten ist. Leider habe ich in den

vielen Städten, in denen ich durch den Handballsport

tätig war und bin, meistens nur die Sporthallen

kennengelernt. Aber das ist eine andere

Geschichte.

Der Übergang von der sportlichen zur Vorstandskarriere

ist ein fließender. Was 1968 als Mannschaftsbeauftragter

beginnt, wird schnell mehr und

birgt neue Herausforderungen in sich. Als junger

Funktionär lerne ich quasi als erste Amtshandlung

bei der Bundesliga-Vereinsvertretersitzung in Frankfurt

Handball-Legenden wie Bernhard Kempa

(Frisch Auf Göppingen) oder Eugen Haas (VfL

Gummersbach) sowie Hein Dahlinger (THW Kiel)

kennen. Neu ist das, spannend und lehrreich. Aber es

bringt mir auch neues Selbstbewusstsein. Einige Zeit

später werde ich zum Technischen Leiter des Hauptvereins

gewählt, ein Posten, den ich heute noch

immer bekleide. Unter zwölf verschiedenen Vorsitzenden

gestalte ich Vereinsarbeit aktiv mit, realisiere

zusammen mit Detlef Spruth im Jahr 2007 die Gründung

der VfL Eintracht Hagen Handball-Förder

gGmbH und setze jüngst neue Schwerpunkte. Als

im November 2015 der langjährige Jugendleiter

Berthold Filmar aus nachvollziehbaren Gründen

seinen sofortigen Rücktritt erklärt, springe ich der

Jugendabteilung in leitender Position zur Seite, finde

mit Mathias Schmidt und Axel Meyrich eine neue

Führung. Mit meinen 78 Jahren dürfte ich, wenn

auch nur kurzfristig, einer der ältesten Jugendleiter

im Bereich des Deutschen Handball-Bundes sein.

Keine Frage: Ich übernehme gerne Verantwortung.

Das gilt für den sozialen Bereich mit Aktionen

zugunsten des Kinderheimes Weißenstein, den Blutspendedienst

oder die Hilfe für junge Krebskranke.

Und natürlich auf dem Handball-Feld, wo ich nach

dem Abschied aus der 1. Mannschaft die Karriere in

der Reserve ausklingen lasse oder auf der Trainerbank

bei A-Jugend oder 2. Mannschaft, die ich von

der Bezirksklasse bis in die Verbandsliga führe. Es ist

der Unterbau unseres Vereins, der mir besonders am

Herzen liegt. Junge Nachwuchsspieler aus Hagen und

Umgebung auszubilden und an höhere Aufgaben heranzuführen,

das liegt mir im Blut. Es gibt aber auch

die Zeit der Extreme. 1998/99 zum Beispiel. Das

Umfeld der 1. Mannschaft gerät in eine Vorstandskrise,

die Kameraden, die nun noch im Boot sitzen,

sind besonders gefordert. In dieser Zeit bin ich Stellvertretender

Vorsitzender und Technischer Leiter des

Hauptvereins, Handballabteilungsleiter, Betreuer der

1. und 2. Mannschaft und übernehme die komplette

Abwicklung der Handball-Nachrichten, dem – wie

ich denke – überaus informativen Hallenheft des VfL

Eintracht Hagen. Auch arbeite ich an zahlreichen

Jubiläumsbüchern und deren Chroniken mit – stets

an der Seite von Karsten Thilo Raab.

Mein Cappuccino ist längst leer. Die Gedanken sind

zurück von der Vergangenheit in der Gegenwart. Ich

beschließe, das gute Wetter zu nutzen und „mein“

Wehringhausen noch nicht zu verlassen. Eine Stippvisite

in der Vereinsgeschäftsstelle in der Lange Straße

34 und anschließend beim Training der Jugend in der

Sporthalle Mittelstadt vorbeischauen – dort, wo das

Herz des VfL Eintracht Hagen noch immer schlägt.

Es gibt so viele prägende Ecken hier. Den Wehringhauser

Bach mit seiner Mündung in die Ennepe im

Bereich der ehemaligen Varta zum Beispiel oder den

Stadtgarten mit seiner Anbindung zum „Drei-Türme-

Weg“. Dankbarkeit und Wehmut mischen sich in

meine Gefühle. Und ich entsinne mich eines alten

Heimatliedes, in dem es heißt: „Die alten Straßen

noch, die alten Häuser noch, die alten Freunde aber

sind nicht mehr...“


104

Übersicht der PR-Bildbeiträge

Wir danken den folgenden Unternehmen und Einrichtungen, die mit

ihren Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.

Abellio Rail NRW GmbH 17

www.abellio.de

BasseDruck GmbH 23

www.bassedruck.de

Otto Blesel GmbH 35

www.blesel.de

Brandt Zwieback-Schokoladen GmbH + Co. KG 27

www.brand-zwieback.de

Dr. Burbach + Partner mbB / 43

Burbach Cramer & Partner KG

www.bcpkg.de

Caritasverband Hagen e. V. 28 – 29

www.caritas-hagen.de

EBRO ARMATUREN Gebr. Bröer GmbH 47

www.ebro-armaturen.com

Hagener Gemeinnützige 36 – 37

Wohnungsgesellschaft mbH

www.hagewe.de

HEB GmbH Hagener Entsorgungsbetrieb 54–55

www.heb-hagen.de

Kaltenbach GmbH Außenwerbung 53

www.plakat-wirkt.de

Dr. Kleffmann & Partner 59

www.dr-kleffmann.de

Spedition Ottensmann GmbH 67

www.spedition-ottensmann.de

PTG Präzisions-Technik

Handelsgesellschaft mbH 75

www.ptg-gmbh.de

Internationale Rathaus-Apotheke 79

www.apotheke-fehske.de

Friedrich Rempke GmbH & Co. KG 68 – 69

www.rempke.de

Schake GmbH 83

www.schake-gmbh.de

Stahlkontor GmbH & Co. KG 70 – 71

www.stahlkontor.de

Thalia Bücher GmbH 91

www.thalia.de

Volksbank Hohenlimburg eG 95

www.vb-hohenlimburg.de

VOGELSANG-EDELSTÄHLE

Inh. Hans Tölle e.K. 84 – 85

www.vogelsang-edelstaehle.de

C.D. Wälzholz KG 96 – 97

www.waelzholz.com

Wikinger Reisen GmbH 101

www.wikinger-reisen.de

H. D. Lenzen Bandverzinkung GmbH & Co. KG 63

www.hdlenzen.de

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