Bottrop - meine Stadt

neomedia

Bottrop meine Stadt


Bottrop meine Stadt


Ekel

Hardinghausen

Feldhausen

Holthausen

Kirchhellen

Overhagen

Grafenwald

Stadt Bottrop

Eigen

Boy

Fuhlenbrock

Stadtmitte

Batenbrock

Welheim

Vonderort

Lehmkuhle

Ebel

Welheimer

Mark


Bottrop

Die Stadt Bottrop in Zusammenarbeit

mit der neomediaVerlag GmbH


4 IMPRESSUM

IMPRESSUM

Herausgeber

Stadt Bottrop

Ernst-Wilczok-Platz 1, 46236 Bottrop

Tel. 02041-7030

stadtverwaltung@bottrop.de

www.bottrop.de

In Zusammenarbeit mit:

neomediaVerlag GmbH

Industriestraße 23, 48653 Coesfeld

Tel. 02546 9313-0

info@neomedia.de

www.neomedia.de

Idee und Konzeption

Rainer Wendorff

Redaktion/Lektorat

Stabsstelle Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit der

Stadt Bottrop,

Andreas Pläsken

neomediaVerlag GmbH,

Silke Florijn/Günter Poggemann

Projektakquise

Bernd Kirchdörfer

Grafik und Layout

Kerstin Katemann

Angelika Schilling: S. 88

Benjamin Katz: S. 92

Karl Kraft: S. 109

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit

nicht anders vermerkt, von den jeweiligen

Personen und Unternehmen.

Printed in Germany 2016

Das Manuskript ist Eigentum

des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen

der Autoren Darstellungen und Bilder der

Firmen und Einrichtungen zugrunde, die

mit ihrer finanziellen Beteiligung das Erscheinen

des Buches ermöglicht haben.

Druck

Paus Medien GmbH, 48653 Coesfeld

Bibliographische Information der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im

Internet über http://dnb.dbb.de abrufbar.

Bildnachweis

ISBN 978-3-931334-68-0

Michael Kaprol/Marc Dahlhoff

Stadt Bottrop

Fotoatelier am Rathaus/

Annette Friedenstein: S. 26, S. 106

Ralf Schultheiß: S. 42

Kurt Rade: S. 60

Josef Albers, Ostring III, Graphik,

Sammlung Arithmeum, Foto: Arithmeum,

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität

Bonn: S. 69


INHALT

5

Bottrop

INHALT

8 Vorwort

OBERBÜRGERMEISTER BERND TISCHLER

10 Auf Bottrop. Auf eine tolle Stadt

HERMANN BECKFELD

14 Der Campus Bottrop ist ein

Erfolgsmodell

GERD BITTNER

17 Weil Gesundheit ein Geschenk ist

ALTE APOTHEKE BOTTROP

18 Einmal Bottroper, immer Bottroper

FRED-WERNER BOCKHOLT

21 Spezialist für Transport und Logistik

ASTRANS

22 Von den „Sieben Bergen“ ins Outback

und zurück

JAN GERD BORGMANN

25 Maßgeschneiderte IT-Lösungen

GELSEN-NET

KOMMUNIKATIONSGESELLSCHAFT MBH

26 Ein Hymnus auf die Heimat –

mit Augenzwinkern

BENJAMIN EISENBERG

29 Verantwortung für Gesundheit

GLOCKEN-APOTHEKE

30 Die Bottroper Stadtmusikanten

JOACHIM FRIEDRICH

33 Effektiv und umweltschonend

HERCUTEC CHEMIE GMBH

34 Notizen am Rande

PROF. DR. STEPHAN GOERTZ

37 Moderne Medizin aus einer Hand

KNAPPSCHAFTSKRANKENHAUS

BOTTROP GMBH

38 Bottroper Junge für immer

HELMUT GOTE

41 Überzeugender Service nach Maß

KWE KLEIN & WILHELM

ENGINEERING GMBH

42 Bottroper-Lösung

THOMAS GRANDOCH

45 Ein Hauch von Hollywood

MOVIE PARK GERMANY GMBH

46 Hommage eines Quoten-Bottropers

THOMAS HOHLER


6 INHALT

49 Wilde Spielplätze

MARTIN HONERT

52 Lokal präsent und strategisch vernetzt

ACTEMIUM KAPPELHOFF GMBH

54 Als Botschafter der Stadt Bottrop

unterwegs

LUDGER JOCHMANN

56 Bottroper Koks ist Weltklasse

ARCELORMITTAL BOTTROP GMBH

58 Kompetent, fair und stark im Service

ALFRED BECKER GMBH

60 Die Gartenlaube als Übungsstätte

THEO JÖRGENSMANN

63 Experten für Energie, Elektronik und IT

ELEKTRO J. ORGANISTA GMBH

64 Dreistraßenland

ULLA KOCK AM BRINK

67 Offene und familiäre

Unternehmenskultur

EINRICHTUNGSHAUS OSTERMANN

GMBH & CO. KG

68 Fürs ganze Leben geprägt

PROF. DR. DR. H. C. BERNHARD KORTE

70 Sichere und zukunftsorientierte

Abfallentsorgung

BETREM EMSCHERBRENNSTOFFE GMBH

72 Moderne Zahnmedizin für ein

strahlendes Lächeln

ZAHNARZTPRAXIS GANZ UND

WIETHÖLTER

74 Heimat durch und durch

JEANETTE KUHN

76 „Ich passe ziemlich gut hierhin“

WILLI LANDGRAF

79 Erfahrung. Verantwortung. Zukunft.

RAG AKTIENGESELLSCHAFT

80 „Ich verwarne Ihnen! Ich danke Sie!“

WILLI LIPPENS

83 Bestes Trinkwasser für Bottrop

RWW RHEINISCH-WESTFÄLISCHE

WASSERWERKSGESELLSCHAFT MBH


INHALT

7

Bottrop

84 Pure Natur

BERNHARDINE LÜTZENBURG

87 Qualität aus der Region für die Region

SCHMÜCKER HOF

88 Ein Hauch von Abenteuer

TIBOR MEINGAST

91 Hightech-Gesundheit

kommt aus Bottrop

SANITÄTSHAUS STEINBERG

92 Mein Ort. Mein Nest.

Mein Bekenntnis.

PROF. DR. FRIEDHELM MENNEKES

95 Umweltfreundliche Mobilität auf

der ganzen Linie

VESTISCHE STRASSENBAHNEN GMBH

100 Erstklassige Servicequalität

rund ums Auto

KAROSSERIEBAU WIESCHERMANN GMBH

102 Emotion pur

DR. LUDGER STRATMANN

104 Ein deutlicher Aufschwung

FRANK TOMICZEK

106 „Es gab nie die Idee, Bottrop zu

verlassen“

JÜRGEN PLUTA

109 Mit Bildern ausgedrückt

REINHARD WIECZOREK

112 Übersicht der PR-Bildbeiträge

96 Bottrop – Meine Stadt

MANFRED MIKETTA

99 Verlässlicher Partner in

allen Finanzfragen

VOLKSBANK KIRCHHELLEN EG BOTTROP


10

HERMANN BECKFELD

AUF BOTTROP

AUF EINE TOLLE STADT

Hermann Beckfeld geb. 1955 in Bottrop, verheiratet und Vater von Lisa und Lena, begann

bei den Ruhr Nachrichten als Zusteller und ist seit 2000 Chefredakteur | ausgezeichnet mit

acht Journalistenpreisen, u. a. mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis | Herausgeber des

Buches „ … der Boss spielt im Himmel weiter“, einer Sammlung von Fußballgeschichten aus

dem Ruhrgebiet | veröffentlichte in seinem Buch „Ganz persönlich. Beckfelds Briefe“ 63 Briefe

an Prominente und außergewöhnliche Menschen | Moderator der eigenen Talkshow-Reihe

„Hermanns Heimspiele bei Hürter“ | spielte beim VfB Bottrop und SV 1911 Fußball und erwarb

an der Deutschen Sporthochschule Köln die Fußball-Lehrer-Lizenz für die Bundesliga.


HERMANN BECKFELD

11

Ach, halten Sie mich ruhig

für verrückt, aber ich habe

mich festgeträumt an einer

kühnen Idee, an einer

Utopie; ein Abenteuer ist es sowieso.

Zur nächsten Ausgabe meiner Talkshow

„Hermanns Heimspiel bei Hürter“

lade ich Gäste ein, die gar nicht

mehr kommen können; und andere,

die nie geglaubt hätten, dass ich sie

einlade. Natürlich lade ich auch Sie

ein. Bitte nehmen Sie Platz in meiner Lieblingskneipe an

der Gladbecker Straße, die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Viele waren schon auf meiner Bühne. Rudi Assauer, der

Macho unter den Managern; der dicke Calli Calmund,

ein Pfundskerl ohne Starallüren; Rudi Gutendorf, der

Weltenbummler und Trainer; Aki Schmidt, Ente Lippens,

mein Freund Werner Hansch.

davon ausgehe, dass in diesem Buch

gleich mehrere Autoren August

Everding zu Wort kommen lassen,

darf er bei mir schweigen – so wie in

einer Rede, als er den Zuhörern eine

unendlich lange Minute Zeit gab,

selbst über das Thema nachzudenken.

Welch eine geniale Idee!

Ich traf den einstigen Generalintendanten

der Bayerischen Staatstheater

nur ein einziges Mal. Es war am Vorabend des

Champions-League-Finales zwischen Juventus Turin

und Borussia Dortmund. Ein Foto und unser kurzes Gespräch

unter Bottropern in München, mehr brauchte

ich nicht, um die einzigartige Ausstrahlung des „feurigen

August“ zu spüren, auch seine Liebe, Leidenschaft

für die Kunst, für Bottrop.

Heute geht es nur ein bisschen um Fußball; es geht vielmehr um meine Heimat,

um Bottrop; um die Menschen. Sie sind es, die diese Stadt so einzigartig machen.

Heute geht es nur ein bisschen um Fußball; es geht

vielmehr um meine Heimat, um Bottrop; um die Menschen.

Sie sind es, die diese Stadt so einzigartig machen.

Mein erster Gast, die Älteren werden ihn noch aus

Zeiten kennen, in denen wir noch zwei Tageszeitungen

hatten: Josef Quadflieg, Lokalchef der Ruhr Nachrichten.

Ein Hüne von Mann, kritisch, unbestechlich, gerecht

und doch so menschlich. Das kleine „q“, sein Kürzel,

stand unter seinen „Stadtspitzen“, unter den Kolumnen,

mit denen er jeden Samstag Politiker piesackte.

Das kleine „q“ stand für einen Journalisten, der aneckte,

weil es Bottrop guttat. Er war mein unnachgiebiger

Lehrmeister. Ohne das kleine „q“ würde ich diese Geschichte

nicht schreiben, wären wir alle nicht bei „Hürter“

und würden die Anekdoten von Josef Quadflieg

verpassen. Geschichten, die nie geschrieben wurden.

Das kleine „q“ verstummte viel

zu früh.

Natürlich habe ich ihn eingeladen:

den wohl bekanntesten Bürger

Bottrops, die Stimme der Kultur, des

Theaters, das er für unsere Stadt

vehement einforderte; die eloquenteste

Stimme, die ich kenne. Da ich

Mir fällt auf – manchmal musste ich weit reisen, um

Bottroper kennenzulernen. Ich traf Klaus Matischak in

New York; in seinem Lokal „Alt-Heidelberg“ wurde es

ein langer, trunkener Abend, mit deutschem Warsteiner,

mit Bottroper und Schalker Geschichten. „Zick-

Zack-Matischak“, der für den VfB und S04 Tore am

Fließband schoss; der mit Werder Bremen Deutscher

Meister wurde und nicht nur auf dem Platz ein Schlitzohr

war. Längst hat er sich daran gewöhnt. Fällt sein

Name, kommt unwillkürlich die Frage nach dem

tragischen Tod seines Bruders; er starb bei einem

Starfighter-Absturz.

Auf Mallorca erlebte ich, wie Marco Böhm zum König

der Insel wurde, der Wettkönig von „Wetten, dass ..?“.

Was machen Bottroper nicht alles, um berühmt zu werden,

zumindest für einen Abend. Und es scheint fast

selbstverständlich für Bottroper zu sein, verrückte Dinge

zu tun. Marco Böhm jedenfalls stoppte bei Gottschalks

Sommerwetten-Show in der Stierkampfarena

mit seiner Zunge Ventilatoren und gewann. Der

Schlusssatz meiner Reportage für die Montagsausgabe

der Ruhr Nachrichten, nicht ohne Stolz geschrieben:

„Der König kommt aus Bottrop. Woher sonst?“ Es wäre

doch toll, wenn Marco Böhm heute sein Kunststück

wiederholte.


12 HERMANN BECKFELD

Die Leichtathletik-Gala findet im Jahnstadion statt.

Das Bild hat Fritz Berkenbusch gemalt. Viel zu selten

war ich in seinem Atelier im Garten hinter dem Wohnhaus,

habe mit ihm diskutiert über Journalismus, über

seine Karikaturen, über Bottrop. Heute werde ich ihm

sagen, wie gerne ich meine Texte mit seinen Zeichnungen

bebildern würde; dass ich ihn für einen Künstler

halte, der ein Leben lang unterschätzt wurde; dass ich

seinen Ratschlag nie vergessen werde: Hermann, du

musst bissiger schreiben.

Mein Traum-Talk. Ich habe noch so viele Gäste auf der

Liste. Persönlichkeiten, die Bottrop ein Gesicht geben.

Bekannte und Unbekannte, die Bottrop liebenswert, so

kantig machen. Zum Beispiel unseren Oberbürgermeister

Bernd Tischler. Andere Stadtchefs geben den Ruhrgebiets-Marathonläufern

die üblichen Floskeln mit auf

die Strecke, Bottrops OB läuft mit und kämpft sich in

Das Schlusswort. Ein Heimspiel für den Autor. Ein unerfüllbarer Wunsch.

Noch einmal mit meinem Vater bei „Hürter“ an der Theke sitzen.

Mein nächster Gast, wie gern hätte ich ihn zu Lebzeiten

getroffen. Ich war 14 und in der Innenstadt, als die

Schreckensnachricht herumging, Bottrop schockte. Dieter

Renz ist tot, abgestürzt bei einer Bergwanderung in

den Schweizer Alpen. Unser Bottroper Boxer, Teilnehmer

an den Olympischen Spielen, Sieger in einem

Kampf gegen den späteren Champion George Foreman,

ein immer fairer Sportsmann, von dem unsere Väter

schwärmten und die der Sporthalle am Stadtgarten

seinen Namen gaben. Auch eine Eigenschaft der

Bottroper: Sie wissen Leistungen zu würdigen, nicht nur

im Ring. Dieter Renz wurde nur 26 Jahre alt.

Jahre später schauten meine Töchter und ich fassungslos

auf die brennende Dieter-Renz-Halle.

Auch ein Kämpfer. Und was für einer. Kein anderer kann

heute über Bottrop so viel erzählen wie er. Ernst Wilczok

war drei Mal Oberbürgermeister, regierte insgesamt

unglaubliche 34 Jahre lang, bewahrte Bottrop die

Selbstständigkeit. Er war der beste Anwalt der Stadt, als

jüngster, später als dienstältester Rathaus-Chef in

Deutschland. Gleich werde ich ihn fragen, was er davon

hält, dass seine Königsblauen nach 1958 nie wieder die

Schale anfassen durften. Dass der einst ruhmreiche VfB

im Fußballkeller kickt. Und natürlich: Ob er nach der

Talkshow Lust auf eine Runde Pfennigskat hat? Eine Frage

wird unbeantwortet bleiben: Wo ist eigentlich sein

Porträt geblieben, das in der Rathausschänke hing, an

der Wand neben seinem geliebten Stammtisch?

weniger als vier Stunden über die Ziellinie. Oder meinen

Freund Willi Schumacher, den früher jedes Kind kannte,

weil er mit Pferd und Wagen durch die Straßen zog,

Gemüse und Kohlen verkaufte. Der die Torpfosten des

Gegners ansägte und kurz vor dem Anstoß umstürzen

wollte, weil seine Zweite vom VfB keine Mannschaft zusammenbekam.

Von dem jede Reiterin im Ruhrgebiet

und Münsterland schwärmt, weil er die Sprache der

Pferde spricht. Willi, der auf seine Ranch in Besten zog,

dessen Herz in Bottrop blieb. Ein Unikum, unangepasst,

lebensfroh, einfühlsam. Ein Menschenfreund. Gar nicht

mal so untypisch für einen echten Bottroper.

Das Schlusswort. Ein Heimspiel für den Autor. Ein unerfüllbarer

Wunsch. Noch einmal mit meinem Vater bei

„Hürter“ an der Theke sitzen. Von ihm habe ich die

Liebe zu Bottrop geerbt, er hat sie mir vorgelebt. Mit

allem, was dazugehört. Brieftauben, Doppelkopf, Skat,

Fußball sowieso. Die Freude an der dritten Halbzeit, an

gemütlichen Runden mit netten

Menschen. Die Verbundenheit mit

der Stadt, mit den Vereinen; mit denen,

die nicht nur reden, die etwas

bewegen.

Ramona, früher Ossi, bitte noch mal

zwei Stauder. Auf Bottrop, auf eine

tolle Stadt.


Das bis 1916 errichtete Rathaus ist mit dem vorgelagerten Platz der unbestrittene Mittelpunkt des Viertels.

HERMANN BECKFELD 13


64 ULLA KOCK AM BRINK

DREISTRASSENLAND

Ulla Kock am Brink geb. 1961 | Studium der Germanistik, Sozialwissenschaften

und Spanisch in Bonn | 1984 – 1988 Studium der Sonderpädagogik in Köln | seit

1987 freie Mitarbeit beim WDR, seit 1989 bei RTL | 1991 Gründung der Firma

Cameo casting & concepts zusammen mit Annette Pisacane | 1993 – 1998

Moderation „Die 100.000 Mark - Show“, RTL | 1996 – 1997 „Glücksritter“, RTL |

1998 „Die Ulla Kock am Brink-Show“, Pro7 | 2000 Moderation „Goldene Kamera“

und „Deutscher Fernsehpreis“, ZDF | seit 2010 Moderation „Die perfekte

Minute“ | 1996 „Goldene Kamera“ für die Moderation der „100.000 Mark

Show“ | 1998 – 2001 „Lottoshow“, Live- Moderation, ARD, 1998 mit „Telestar“

ausgezeichnet | Engagement als Botschafterin für die Gesellschaft der Freunde

des Dt. Herzzentrums Berlin, für die Aidshilfe, die Berliner Märchentage, den

Förderturm e.V. Essen | Mitglied beim Lebenshaus e.V. Hospiz in Köln

Von den Ereignissen des Jahres 1968 – außer

Heintje und der Mondumkreisung – bekam

ich nicht viel mit. Denn ich hatte Wichtigeres

zu tun, es handelte sich um nichts Geringeres

als die Eroberung des Patriarchats! Meine historische

Mission erfüllte ich in einem Umkreis von drei

Straßen im „Kalten Eigen”. Hier lernte ich alles, was einen

Menschen zu einem mehr oder weniger gut funktionierenden,

lebenstüchtigen Teil der Gesellschaft

macht. Eine wichtige Voraussetzung für das Erlernen

von Überlebensstrategien ist der intensive Kontakt mit

den Kindern anderer Eltern. Raus aus dem Mikrokosmos

der eigenen Familie, rein in die Lebenswelten der

Nachbarn. Auf meinen täglichen Streifzügen landete

ich mal wieder bei unseren Nachbarn zur Linken, Familie

Rossler.

Ich sah fasziniert zu, wie der älteste Rosslerjunge, KFZ-

Azubi Günther, seine Erbsensuppe löffelte. Er führte

den Löffel nicht, wie uns permanent beigebracht wurde,

zum Mund, sondern hing mit dem Kopf tief gebeugt

über dem Teller, wobei es niemanden störte,

dass die Suppe unter dem Löffel Fäden zog und langsam

in den Teller zurücktropfte. Im Hintergrund du-

delte ein Lied von Erwin Weiss „Und wennet Sonntach

iss un Dich dat Mäusken beeiisst, dann weisse eeers

wat Leben heeeiiissst!” Eindeutig: In der Familie Rossler

ging es anders zu als bei uns. Die Mutter trug die

im Ruhrgebiet weit verbreitete Alltagsmode bestehend

aus der klassischen Kittelschürze links gebunden,

Dauerwelle und Arbeitsschuhen. Meine Mutter

trug stets unpraktische Kostüme, die man in die Reinigung

bringen musste, wenn man sich bekleckerte. Ich

empfand auch die Kommunikation innerhalb meiner

Nachbarsfamilie als viel einfacher und klarer als bei

uns zu Hause. Wehe, wenn einer bei uns „wegen dem

Regen“ sagte. „Es heißt wegen des Regens und wegen

des Wetters“, korrigierten uns unsere Eltern mit einer

Unermüdlichkeit, die ich noch heute bewundere.

Nicht so bei den Rosslers. Denn die hatten so etwas

wie eine eigene Sprache erfunden, die mir gut gefiel.

„Günner, komm´ Butter!“ rief Mutter Rossler und alle

wussten Bescheid, dass das Abendessen auf dem

Tisch stand.

Hinter dem Haus der Rosslers erstreckte sich eine

Steppenlandschaft, die, von der Emscher getrennt, in

einem Sumpfgebiet endete. Dieser kaum ein Meter

breite Kanal wurde von allen schlicht „Pissbecke“ ge-


ULLA KOCK AM BRINK

65

Meine historische Mission erfüllte ich in einem Umkreis von drei Straßen im

„Kalten Eigen”. Hier lernte ich alles, was einen Menschen zu einem mehr oder

weniger gut funktionierenden, lebenstüchtigen Teil der Gesellschaft macht.

nannt, weil er – dem Gestank nach zu urteilen – das

Abwasser der ganzen Welt mit sich führte. Für uns

Kinder war diese Einöde das Paradies, über das eine

Truppe von mindestens 40 Jungs aus der Nachbarschaft

herrschte. Und ich wünschte mir nichts sehnlicher,

als in diese Bande aufgenommen zu werden!

Mutig ging ich zu Fänti Grabner, dem 13-jährigen Anführer

der „weißen Feder“– so nannte sich die Bande,

und forderte ihn auf, mich aufzunehmen. „Ey, Du bist

ne Schickse, dat geht nich`.“ „Und wenn ich die Mutprobe

bestehe?“ Ich wollte unbedingt beweisen, dass

ich genauso stark, furchtlos und klug war wie die

Jungs. „Dat besprech` ich dann mit die Jungs.“ Zwei

schlaflose Nächte später ging ich zur zweiten Audienz.

Fänti baute sich vor mir auf. „Erstens: Du musst

den Zahnarztsohn vonne Steinbrinkstraße verkloppen.

Dann den Kopp inne Pissbecke stecken und vonne

Birke springen. Wenne dat schaffs, bisse dabei.

Aber nur zum Fegen und so, biss ja ne Schickse, mehr

machen die nich`.“ Zahnarztsohn Lutze gehörte nicht

zur „weißen Feder“. Er war ein etwas moppeliger, immer

zu schick gekleideter blonder Junge, der mit niemandem

etwas zu tun haben wollte. Ich malte mir

aus, wie dessen Papa wutentbrannt mit einem Riesenbohrer

das Haus meiner Eltern stürmte und mir

als Strafe für das sinnlose Vertrimmen seines Nachwuchses

ein Loch in jeden Zahn bohrte. Doch auch die

bittersten Konsequenzen konnten mich nicht aufhalten.

Die „weiße Feder“ waren nämlich Hausbesitzer:

ein Fort. zwölf Meter lang, zehn Meter breit. Für mich

war dieses Fort das Neuschwanstein von Bottrop.

Ich erstellte ein Strategiepapier. Erstens: Wie sollte ich

den Zahnarztsohn ins Fort locken? Zweitens: Was

würde ich meiner Mutter sagen, wenn ich Pissbeckennass

und nach Kloake stinkend nach Hause kommen

würde? Immer vorausgesetzt, ich überlebte den

Kampf mit Lutze. Und drittens: Ich hatte panische Höhenangst.

Auf der Liste aller Horrordinge in meinem

Leben stand „von Bäumen springen“ direkt hinter

Platz 1, und das waren große Spinnen mit haarigen

Beinen, die in mein Ohr krabbeln.

„Hey Lutze, kannst Du mir bei den Hausaufgaben helfen?“,

flötete ich. Argwöhnisch schielte Pummel-Lutze

mich von der Seite an. „Wieso?“ Ich setzte mein nettestes

Gesicht auf. „Naja, Du weißt doch immer so

viel. Was soll ich schon zu den schönsten Plätzen im

kalten Eigen schreiben?”, jammerte ich. Lutze zögerte.

„Ich weiß auch keinen schönen Platz hier.“ „Aber ich

vielleicht!“ triumphierte ich. „Pass auf, ich zeig` Dir

was Tolles, ein echtes Fort! Selbst gebaut! Darüber

kannst Du schreiben, ich nehm` dann den Kirchplatz

oder sowas...” Zögernd stimmte mein Opfer, das auf

dem Altar der Gleichberechtigung dargebracht werden

sollte, zu.


66 ULLA KOCK AM BRINK

Als Lutze die anderen Jungs sah,

blieb er abrupt stehen. Vierzig Kinder

von sechs bis dreizehn Jahren

standen grinsend mit verschränkten

Armen im Fort versammelt. Es

gab kein Entrinnen für den Gefangenen.

Und ich flüsterte meiner

Eintrittskarte ins Paradies ins Ohr:

„Lutze, Du lässt Dich jetzt von mir

verkloppen. Wehr Dich nicht so

doll, sonst müssen wir ja richtig kämpfen, und dann

wird es weh tun. Haste verstanden?”

Fänti Grabner sprach zu dem niederen Gewürm vor

ihm. „Los, Du Memme, Du wirst doch wohl gegen ein

Mädchen antreten? Wer zuerst laut ‚Ich geb`auf‘ ruft,

verliert, klar?” Lutze reckte das Kinn. „Wenn schon,

denn schon. Ich hau` Dich windelweich!” Dieser Satz in

meine Richtung war für mich Legitimation genug.

Lutze hatte seine Tracht Prügel endgültig verdient. Drei

Minuten später war ich erlöst. „Ich geb`auf!“, kreischte

der unter mir liegende Lutze.

In meinen Ohren hallte noch das Echo von Lutzes

Kreischerei, als ich ohne mit der Wimper zu zucken

den Kopf in die Kloake tauchte. „Nochmal, hinten sind

die Haare noch trocken!“ Fänti war in Hochform. Die

ätzende Brühe lief mir in den Kragen, leider auch in

den Mund, weil ich zu stolz war, mir den Mund abzuwischen,

bevor ich antwortete. „War dat ordentlich

oder nich`?”

Der Sprung von der Birke endete mit einer sehr

schmerzhaften Verstauchung am Knöchel. Egal, ich

war angekommen. „Okay, Du biss`dabei, aber nur zum

Fegen, klar?“ Ich war feierlich aufgenommen. Ich, Ulla

die Dritte, wähnte mich als Königin des Dreistraßenlandes,

mein Zepter war ein Besen und meine nächste

Eroberung sollte Karstadt sein, das war nämlich ein

Vorort von Essen.

Aus dem ehemaligen Abwassersammler Emscher wird derzeit wieder ein naturnaher Fluss.

Für uns Kinder war diese Einöde das Paradies, über das eine Truppe von

mindestens 40 Jungs aus der Nachbarschaft herrschte. Und ich wünschte mir

nichts sehnlicher, als in diese Bande aufgenommen zu werden!


EINRICHTUNGSHAUS OSTERMANN GMBH & CO. KG

67

OFFENE UND FAMILIÄRE

UNTERNEHMENSKULTUR

EINRICHTUNGSHAUS OSTERMANN GMBH & CO. KG

Als kleines Möbelhaus von Marianne und Fredi

Ostermann auf einer Fläche von nur knapp 50

Quadratmetern im Jahr 1949 in Witten gegründet,

schreibt das Einrichtungshaus

OSTERMANN inzwischen an vier Standorten eine beispiellose

Erfolgsgeschichte. Unter der Geschäftsführung

von Rolf Ostermann, Sohn des Firmengründers,

dessen Enkeln Dr. Sina Küper und Marc Ostermann sowie

Jörg Koch ist das traditionsreiche Familienunternehmen

an seinem Stammsitz Witten und an den Standorten

Bottrop, Recklinghausen und Haan ein bedeutender

Wirtschaftsfaktor und wichtiger Arbeitgeber.

Allein im Einrichtungs-Centrum in Bottrop, das im

August 1999 mit einer Verkaufsfläche von 35.000

Quadratmetern eröffnet wurde, sind derzeit rund 260

Mitarbeiter beschäftigt, darunter 18 Auszubildende.

„Unsere qualifizierten und motivierten Mitarbeiter

sind unser wichtigstes Kapital und tragen entscheidend

zum Gesamterfolg des Unternehmens bei“, betont

Geschäftsführerin Dr. Sina Küper. Berufliche

Perspektiven und vielfältige Möglichkeiten zur individuellen

Weiterentwicklung haben bei OSTERMANN

deshalb oberste Priorität. So bietet das Unternehmen

seinen Mitarbeitern, ob Auszubildender oder Abteilungsleiter,

ein breit gefächertes Angebot an Schulungsprogrammen,

Seminaren und Fördermaßnahmen.

Mit der qualifizierten Aus- und Weiterbildung junger

Menschen zu kompetenten Fachkräften in insgesamt

acht Berufssparten, investiert OSTERMANN in die

eigene Zukunft. Ein Großteil der Auszubildenden wird

nach erfolgreicher Abschlussprüfung in Festanstellung

übernommen.

Die Beteiligung der Mitarbeiter durch ein betriebliches

Vorschlagswesen, persönliche Gespräche und feste

Arbeitskreise, die der Optimierung der verschiedenen

Arbeitsabläufe dienen, kennzeichnen den kooperativen

Führungsstil der OSTERMANN-Geschäftsleitung,

die eine vertrauensvolle, offene und familiäre Unternehmenskultur

pflegt. In den Jahren

2015 und 2016 wurde die OSTER-

MANN-Gruppe im bundesweiten

Ranking der attraktivsten und

besten Arbeitgeber basierend auf

einer detaillierten Mitarbeiter-Befragung

zu Führungsstil, beruflichen

Perspektiven, Gehalt, Image und

Weiterempfehlungsbereitschaft

vom Nachrichtenmagazin Focus als

„Top Nationaler Arbeitgeber“ ausgezeichnet.

Einrichtungshaus Ostermann GmbH & Co. KG

Ruhrölstraße 1

46240 Bottrop

www.ostermann.de


80 WILLI LIPPENS

„ICH VERWARNE IHNEN!

ICH DANKE SIE!“

Willi Lippens geb. 1945 in Kleve | ehemaliger Fußballprofi mit niederländischem

Pass | Spitzname „Ente“ | 1965 Rote Karte im Regionalligaspiel

für legendären Ausspruch: „Ich danke Sie!“ | 1966 – 1976 RW Essen |

1976 – 1979 Borussia Dortmund | 1979 – 1980 Dallas Tornado | 1980

– 1981 RW Essen | 1981 – 1982 RW Oberhausen | 1971 niederländische

Nationalmannschaft | insgesamt 242 Bundesligaspiele, 92 Tore | 1979

„Lippenshof“ gekauft | 1998 Trainer RW Essen | seit 2004 Gastwirt in der

eigenen Gaststätte „Ich danke Sie“

Das Georg-Melches-Stadion war mein erstes

Zuhause im Pott. Dort hatte ich direkt unter

der Haupttribüne ein kleines bescheidenes

Quartier, als ich mit knapp 20 Jahren 1965

nach Essen kam. Abends sind wir auch schon mal in die

Kneipen gezogen. Da bin ich meiner Frau zum ersten

Mal begegnet. Als ich ihr erzählt habe, dass ich an der

Hafenstraße 97a wohne, hat sie nur gesagt: „Bist du

derjenige, der so komisch läuft? Da spricht mein Vater

immer von.“ So haben wir uns kennengelernt und sind

bis heute glücklich verheiratet.

Bei RW Essen habe ich an einem Probetraining teilgenommen,

gleichzeitig zunächst aber noch zwei Jahre

lang in meinem eigentlichen Beruf als Kaufmann gearbeitet.

Das war eine harte Zeit. Ich hatte gerade einmal

120 Mark im Monat, davon musste ich allein 30

Mark Miete an die Frau des Platzwarts bezahlen. Da

blieb nicht viel übrig. Zweimal in die

Pommes-Bude und das Geld war

weg. Die ersten Wochen war bei mir

also Schmalhans Küchenmeister.

Ich habe in dieser Zeit fleißig mit

den Rot-Weißen trainiert, in der

Mannschaftsaufstellung war ich

aber eigentlich gar nicht vorgesehen.

Weil ich vom VFB Kleve kam,

war ich erstmal das fünfte Rad am

Wagen. Mein Debüt für RW Essen verdanke ich einem

glücklichen Zufall: Irgendwann in der Vorbereitungsphase

war der Linksaußen krank. So durfte ich in der

Spitze mitspielen. Wir gewannen 7:1, ich schoss fünf

Tore. Der Trainer wollte wissen, auf welcher Position

ich in Kleve gespielt hatte. „Linksaußen“, flunkerte ich,

denn bislang war ich Rechtsaußen und manchmal offensiver

Mittelfeldspieler. So wurde ich Linksaußen.

Wir spielten in der 2. Liga und waren eine Spitzenmannschaft.

Durch die Siegprämien ging es dann auch

finanziell allmählich bergauf. Natürlich war das kein

Vergleich zu den heutigen Verdienstmöglichkeiten. Es

war eine andere Zeit, nicht besser und nicht schlechter,

sondern einfach anders. Wenn ich heute spielen

könnte, würde ich das auf jeden Fall auch machen. Es

ist eine Gnade Gottes, wenn man sein Hobby zum Beruf

machen kann. Es gibt einfach nichts Schöneres.

Durch meine – nun ja, nennen wir

es extravagante – Spielweise, hatte

ich einen guten Draht zu den Fans.

Der Funke ist immer gleich übergesprungen.

Die Leute erwarteten regelrecht,

dass ich eine Show abzog,

aber gleichzeitig natürlich auch,

dass ich Tore machte. Das Entscheidende

ist, dass du deine Show im

richtigen Moment machst. Wenn du

nämlich das Spiel verlierst, bist du


WILLI LIPPENS

81

Prächtige Stimmung herrschte beim Gastspiel von RW Essen beim VfB Bottrop im Jahnstadion.

Im Pott hat mich von Anfang an die Mentalität der Menschen begeistert.

Hier spürt man eine Hilfsbereitschaft und Verbundenheit, die noch aus der

Zechenvergangenheit herrührt.

der Idiot. Das verzeiht dir keiner, weder die Fans noch

der Trainer. Du musst einfach im richtigen Moment

das Tor machen und dann die Kapelle spielen lassen:

„Tätärätä!“ Ich habe über 200 Tore gemacht, also

Show mit Können verbunden. Auch am Spielfeldrand

habe ich immer viel Quatsch gemacht. Vor dem Spiel

habe ich in der Fankurve irgendwelchen Zuschauern

die Mützen geklaut und später zurückgegeben. Fußball

ist Sport und sollte volksnah sein, die Spieler

sollten es auch sein. Mir hat meine Volksnähe sehr geholfen.

Ich erinnere mich gerne an unseren treuesten Fan, Sirenen-Willi.

Er lebte in einem Wohnwagen und war bei

jedem Auswärtsspiel mit seiner heulenden Sirene dabei.

Nach einem Spiel in München trafen wir ihn am

Hauptbahnhof. Da stand er in seinem Trainingsanzug,

hatte gerade seinen Zug verpasst und zitterte vor Kälte.

Mein Teamkollege Hansi Dörre – mit dem habe ich

jede Bude geteilt – und ich waren uns schnell einig

und schmuggelten Sirenen-Willi in unser Abteil. Aber

als er seine Schuhe ausgezogen hatte, stank der ganze

Schlafwagen nach seinen Schweißquanten. Weil wir

es nicht mehr aushalten konnten, musste Sirenen-Willi

seine Füße aus dem Fenster strecken. So hat er ganze

sechs Stunden verbracht. Er hatte regelrechte Eisquanten.

Ich weiß noch genau, wie er über den Essener

Hauptbahnhof gehumpelt ist, aber wenigstens war er

zu Hause.

Manchmal muss man den Schritt gehen und die Heimat

verlassen. Erst wenn du längere Zeit wegbleibst,


82 WILLI LIPPENS

Ein beliebtes Ausflugsziel:

„Lippenshof“ –

umgeben von Wiesen

und Waldstücken,

Pferdekoppeln und

Pferdeställen

Mich hat es immer wieder hierher verschlagen.

Es war ein absoluter Glücksfall,

dass ich 1979 nach meiner einjährigen

Stippvisite in Dallas den zweitältesten

Hof Bottrops kaufen konnte.

spürst du diesen Druck in der Brust, wenn über deine

Heimat gesprochen wird. Heimat ist dort, wo du geboren

und aufgewachsen bist, wo du deine Familie gegründet

hast. Eine Stadt mit Traditionen, auch das ist

Heimat. Mich hat es immer wieder hierher verschlagen.

Es war ein absoluter Glücksfall, dass ich 1979 nach

meiner einjährigen Stippvisite in Dallas den zweitältesten

Hof Bottrops kaufen konnte.

Nachdem wir auf dem Lippenshof zunächst nur gewohnt

haben, haben wir uns dann vor etwa elf Jahren

dazu entschieden, ein Restaurant zu eröffnen. Die Leute

waren so hilfsbereit, es kamen „Jan un allemann“

um uns zu helfen. Unser jüngster Sohn Michael hat

auf Schloss Wittringen Koch gelernt und schmeißt

heute den Laden. Das Restaurant verdankt seinen Namen

dem legendären Wortwechsel mit dem Schiedsrichter

beim Regionalliga-Spiel in Herne 1965: Als dieser

meinte „Ich verwarne Ihnen“, konterte ich „Ich danke

Sie“ und flog vom Platz. Das ganze Restaurant-Team

trägt T-Shirts mit diesem berühmten Spruch, jedes

Jahr verkaufe ich rund 200 Stück an meine Fans, und

Geburtstagskinder, die hier im Restaurant feiern, bekommen

ein T-Shirt geschenkt.

Unser Restaurant ist sehr beliebt in der Gegend, bietet

eine bodenständige Küche für jeden Geschmack und

steht für urige Ruhrpott-Gastlichkeit. Die Leute kommen

aus Bottrop, Gelsenkirchen, Essen und aus dem

ganzen Ruhrgebiet und können bei uns richtig Spaß

haben. Ich gehöre als kleine Attraktion einfach dazu

und lasse mich auch gerne sehen. Mir macht es Spaß,

Leute zu unterhalten. Außerdem ist es schön, wenn

man hofiert wird. So bin ich ein Stück weit im Showgeschäft

geblieben.

Im Pott hat mich von Anfang an die Mentalität der

Menschen begeistert. Hier spürt man eine Hilfsbereitschaft

und Verbundenheit, die noch aus der Zechenvergangenheit

herrührt. Dieser alte Schlag der Bergleute,

ihre Offenheit und Herzlichkeit, man merkt,

dass sie es gut mit dir meinen. Sie haben das Herz am

rechten Fleck. Natürlich sagen die Leute im Pott, was

sie denken. Wenn dich einer nicht leiden kann, sagt er

es dir einfach ins Gesicht – bumm. Das finde ich gar

nicht so schlecht, denn ich kann es ja genauso machen,

wenn ich jemanden nicht abkann.

Das großartige Gemeinschaftsgefühl von unter Tage

hat sich auch oberhalb fortgesetzt. Das Ruhrgebiet ist

– abgesehen vom Fußball – eine geschlossene Einheit.

Sporadisch gehe ich noch ins Essener

Stadion. Wir wohnen nur fünf

Kilometer entfernt. Wenn ich über

den Hof laufe und der Wind günstig

steht, kann ich den Torjubel

von hier aus hören. Dann fühle ich

mich erst recht hier zu Hause und

weiß einmal mehr: Mitten im Pott

iss alles in Butter!


RWW RHEINISCH-WESTFÄLISCHE-WASSERWERKSGESELLSCHAFT MBH

83

Hauptverwaltung in Mülheim

Betriebsdirektion in Bottrop

BESTES TRINKWASSER FÜR BOTTROP

RWW RHEINISCH-WESTFÄLISCHE-WASSERWERKSGESELLSCHAFT MBH

Wer in Bottrop an Trinkwasser denkt,

denkt automatisch an RWW. Bottrop

und RWW, eine mehr als hundertjährige

Tradition – aber vor allem eine seit 100

Jahren gelebte Partnerschaft.

Aktuell beliefert RWW nicht nur Bottrop, sondern

weitere rund 700.000 Menschen, Industrie und Gewerbe

im westlichen Ruhrgebiet und dem angrenzenden

Münsterland mit jährlich mehr als 75 Millionen

Kubikmeter bestem Trinkwasser. Um die Kunden tagtäglich

frei Haus und rund um die Uhr zu versorgen,

sind mehr als 400 Mitarbeiter im Einsatz. Neun Wasserwerke,

13 Wasserbehälter und ein 3.000 Kilometer

langes Verbundnetz stehen dafür zur Verfügung.

RWW setzt überall dort nachhaltig Akzente, wo natürliche

Ressourcen zu sichern sind und die Umwelt zu

schützen ist. Ob bei der Kooperation mit Landwirtschaft

und Gartenbau zum vorbeugenden Gewässerschutz,

beim ökologischen Flächenmanagement, der

Ökokontierung oder dem Qualitätsmanagement.

Kundenorientierung ist für RWW selbstverständlich.

Vier Service-Stellen sorgen im Versorgungsgebiet für

vertrauensvolle Nähe zum Kunden. Zudem ist in

Bottrop die Betriebsdirektion beheimatet, von wo aus

das gesamte Rohrnetz im Versorgungsgebiet zentral

verwaltet wird. Mit den beiden Einrichtungen Aquarius

Wassermuseum und Haus Ruhrnatur bringt RWW

ihren Besuchern in Mülheim nachhaltig das Thema

Wasser und den sorgsamen Umgang damit auf vielfältige

Weise näher.

RWW bildet seit Jahrzehnten mit großem Engagement

junge Menschen aus. Dies geschieht aus dem Bewusstsein

und der Verantwortung heraus, als

Wasserlieferant seit jeher eng mit den versorgten

Kommunen verbunden zu sein und als bedeutender

Arbeit geber für die Region damit ein wichtiges Zeichen

zu setzen. „Als Unternehmen, das in der Region

fest verwurzelt ist, übernehmen wir Verantwortung

für die Menschen, die hier leben. Deshalb unterstützen

wir soziale, kulturelle, gesellschaftliche und sportliche

Zwecke und fördern als wichtiger Auftraggeber gezielt

die Wirtschaft vor Ort“, unterstreicht RWW-

Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Schulte die enge

Verbundenheit zur Region.

RWW Rheinisch-Westfälische-

Wasserwerksgesellschaft mbH

Am Schloß Broich 1-3

45479 Mülheim an der Ruhr

www.rww.de


102 DR. LUDGER STRATMANN

EMOTION PUR

Dr. Ludger Stratmann geb. 1948 in Verl | verheiratet, zwei Kinder | Arzt

und Kabarettist | Studium der Humanmedizin in Bochum und Essen | 1985

Promotion an der Ruhr-Universität in Bochum | eigene Praxis in Bottrop |

seit 1998 ausschließlich als Kabarettist tätig | 1994 Eröffnung Stratmanns

Theater Europahaus in Essen | seit 1995 kabarettistisches Programm „Doktor

Stratmanns – Heiteres Medizinisches Kabarett“ | 1997 – 2000 Rolle des

Kohlenpott-Kneipenwirts Jupp in „Mittwochs mit…“ beim WDR | seit 2001

eigene Comedy-Sendung „Stratmanns – Jupps Kneipentheater im Pott“ beim

WDR | 2003 Kulturpreis der Stadt Bottrop, Kabarettpreis „Morenhovener

Lupe“ | 2009 Tegtmeiers-Erben-Ehrenpreis

Ende der 1960er-Jahre wurde ich als Essener

erstmalig mit Bottrop konfrontiert – nicht als

Stadt, sondern stellvertretend durch Brigitte,

Bottroperin, meine heutige Ehefrau, die auch

während meiner Zeit der Bewerbung um sie versuchte,

mir Bottrop schmackhaft zu machen und den, nicht

nur bei mir, bis dahin vorherrschenden Vorurteilen als

ausschließlich kohlestaubbedeckte Bergmannssiedlung

zu begegnen. Man ist ja leicht geneigt, den Pott, aber

Bottrop ganz besonders, so ein bisschen in ein romantisches

Licht zu stellen – wobei das Bottrop eigentlich

gar nicht nötig gehabt hätte. Spaziergänge durch den

Köllnischen Wald, in dessen Nähe sie bei ihren Eltern

wohnte, später dann das Josef-Albers-Museum, einige

schöne Lokale, aber auch die überschaubare Innenstadt,

in der man im Gegensatz zu Essen, meiner zweiten

Heimat, fast jeden kannte und

ein kurzer Gang von der Cyriakus-

Kirche bis zum Pferdemarkt mit

mindestens fünf bis sechs „Smalltalks“

gepflastert war. So war es

nach diesen noch jugendlichen Erfahrungen

mit und um Bottrop für

mich ein Leichtes, mich viel später

bei der Wahl meines Praxissitzes

als Allgemeinmediziner für Bottrop

zu entscheiden.

Es gibt attraktivere Städte, Hamburg, München, Berlin,

Garmisch-Partenkirchen, Neustadt an der Weinstraße,

Lübeck und und und… Meine Frage war eigentlich,

ist die Architektur einer Stadt oder die landschaftliche

Umgebung ausschlaggebend für ein gutes Lebensgefühl?

Oder ist die Mentalität der Menschen

meines Wohnortes, ihre Sprache, nämlich nicht pfälzisch

oder bayerisch oder schwäbisch, für mich wichtig?

Ist es mir wichtig, nicht anonym zu sein, mich

nicht fremd zu fühlen, gehört für mich Wohlgefühl

und Überschaubarkeit dazu? JA!

Wenn ich Berlin brauche, oder Hamburg oder München

– die Welt ist klein geworden, innerhalb weniger

Stunden bin ich da. Nachdem ich nicht mehr auf den

Wohnsitz Bottrop durch meine Praxis angewiesen war,

haben mich viele Künstlerkollegen

gefragt: „Bleibst Du da wohnen? Wie

wär‘s mit Köln, Medienhauptstadt,

oder Düsseldorf, très chic, Norderney,

Wind-Meer-Dünen?“ Solch eine Frage

hat sich mir nie gestellt. Ich kenne

hier so viele, vom Oberbürgermeister

bis zum ehemaligen Kauenwärter von

Prosper II, die will ich alle nicht missen.

Mein Spaziergang über den Wochenmarkt,

das Stenkhoffbad, Joggen


DR. LUDGER STRATMANN

103

Der Wochenmarkt hat Tradition und findet auch heute noch am Mittwoch und Samstag rund um die Cyriakus-Kirche statt.

Natürlich brauche ich auch die Sprache des Ruhrgebietes und die Mentalität

der hier Lebenden. Damit habe ich in den vergangenen 20 Jahren meinen Lebensunterhalt

verdient.

durch den Stadtgarten, das Quadrat, der Tetraeder (einer

meiner Lieblingsorte), Treffen mit ehemaligen Ärztekollegen,

Quatschen mit ehemaligen Patienten (die es

überlebt haben) oder auch nur ein doppelter Espresso

vor dem Café auf dem Pferdemarkt – all das gibt mir

Geborgenheit und Wohlgefühl und Lebensqualität, so

ein bisschen Heimatgefühl, zwar der nun dritten Heimat,

aber immerhin wahrscheinlich letzten. Wie sollte

ich einer Stadt den Rücken kehren, die mir den Kulturpreis

der Stadt verliehen hat, wo ich als karnevalistische

Auszeichnung einen Kohlepfennig auf einem drei Kilogramm

schweren Kohlestück erhalten habe, wo ich den

Oberbürgermeister geduzt habe, wo ich hunderte von

Wohnungen durch meine ärztlichen Hausbesuche von

innen kennengelernt habe, wo ich fast jede Straße kenne?

Bottrop ist für mich Emotion pur!

Natürlich brauche ich auch die Sprache des Ruhrgebietes

und die Mentalität der hier Lebenden. Damit

habe ich in den vergangenen 20 Jahren meinen Lebensunterhalt

verdient und Bottrop ist mit Sicherheit

das Aushängeschild des Ruhrgebietes als InnovationCity,

wo auch noch einmal deutlich wird, dass wir hier

mehrsprachig und auch englisch unterwegs sind.

Schriftlich „Innowääschenzitti“.

„Herr Doktor, woher weiß die Tablette, dattse am linken

Knie soll?“ „Doc, wenn ich jetzt nich bald meine

Schlaftablette krich, schlaf ich noch von alleine ein!“

Dat sind Sätze, die krisse nicht mehr aussem Kopp, die

krisse hier kostenlos.

Auch verkehrstechnisch hat Bottrop einiges zu bieten:

zwei schnell zu erreichende Autobahnen, die A 2 im

Norden, die A 42 im Süden, und dass Bottrop eine gewisse

Attraktivität mittlerweile hat, zeigt, dass du

morgens in Richtung Süden nicht rauskommst, weil

keiner wirklich rauswill aus Bottrop, und abends

kommste nicht mehr rein. Du stehst an der Ampel zwischen

Hornbach und Abfahrt Ebel mindestens 15 Minuten

zur Hauptverkehrszeit, weil alle wieder reinwollen,

nach Bottrop – kein Wunder!


112

ÜBERSICHT DER PR-BILDBEITRÄGE

Wir danken den folgenden Unternehmen und Einrichtungen, die mit ihren

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.

Alte Apotheke Bottrop 17

www.alte-apotheke-bottrop.de

AStrans 21

www.astrans.de

GELSEN-NET

Kommunikationsgesellschaft mbH 25

www.gelsen-net.de

Glocken-Apotheke 29

www.glocken-apotheke-bottrop.de

HERCUTEC Chemie GmbH 33

www.hercutec-chemie.de

Knappschaftskrankenhaus

Bottrop GmbH 37

www.kk-bottrop.de

KWE Klein & Wilhelm

Engineering GmbH 41

www.kwegetriebe.de

Movie Park Germany GmbH 45

www.movieparkgermany.de

Actemium Kappelhoff GmbH 52-53

www.actemium.de

ArcelorMittal Bottrop GmbH 56-57

www.arcelor-bremen.com

Alfred Becker GmbH 58-59

www.becker-bottrop.de

Elektro J. Organista GmbH 63

www.elektro-organista.de

Einrichtungshaus Ostermann

GmbH & Co. KG 67

www.ostermann.de

BETREM Emscherbrennstoffe GmbH 70-71

www.betrem.de

Zahnarztpraxis Ganz und Wiethölter 72-73

www.zahnmedizin-total.de

RAG Aktiengesellschaft 79

www.rag.de

RWW Rheinisch-Westfälische

Wasserwerksgesellschaft mbH 83

www.rww.de

Schmücker Hof 87

www.schmuecker-hof.de

Sanitätshaus Steinberg 91

www.steinberg24.de

Vestische Straßenbahnen GmbH 95

www.vestische.de

Volksbank Kirchhellen eG Bottrop 99

www.vb-bot.de

Karosseriebau

Wieschermann GmbH 100-101

www.karosseriebau-wieschermann.de

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