21.02.2018 Aufrufe

Industrielle Automation 1/2018

Industrielle Automation 1/2018

Industrielle Automation 1/2018

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

19239<br />

1<br />

www.industrielle-automation.net<br />

Februar <strong>2018</strong><br />

Formel 1 für Antriebs-Prüfstände durch<br />

18flexible und sichere Automatisierung<br />

08100 Jahre ZVEI – eine Institution<br />

Innovative<br />

im digitalen Wandel<br />

22<br />

Konzepte an der<br />

Trends<br />

Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />

und Neuheiten aus der<br />

35industriellen Bildverarbeitung


präsentiert Ihre<br />

INNOVATION<br />

EXCELLENCE <strong>2018</strong><br />

DAS VERNETZTE<br />

MULTIMEDIA PROGRAMM:<br />

LIVE ON TOUR<br />

DIGITAL<br />

SOCIAL MEDIA<br />

WEB-BLOG<br />

PRINT<br />

Wir beraten Sie gerne. Rufen Sie unser Sales-Team an: +49 6131-992-0


€<br />

EDITORIAL<br />

Über Ökonomie<br />

und Ökologie<br />

Liebe Leserin, lieber Leser,<br />

Alexander Stricker<br />

Technischer Kundensupport<br />

» Platzsparende<br />

& leuchtstarke<br />

Maschinenleuchten.«<br />

egal ob es um die Zukunft der Industrie, der Mobilität,<br />

der Agrarwirtschaft oder um die Energiewende geht,<br />

zahlreiche Branchen setzen große Hoffnung in die<br />

Digitalisierung. Unternehmen sollen hierdurch Effizienzgewinne,<br />

Produktivitäts steigerungen, wirtschaftlichere<br />

Prozesse und flexiblere Arbeits bedingungen erzielen<br />

können. Namhafte Beratungsgesellschaften verlauten<br />

sogar, dass nur diejenigen ihr Wachstum nachhaltig<br />

steigern werden, die in digitale Projekte in Produktion,<br />

Vertrieb oder Produktentwicklung investieren. Doch<br />

wie steht es um die Vereinbarkeit von Ökonomie und<br />

Ökologie? Sollten wir nicht hinterfragen, welche<br />

Maßnahmen wirklich sinnvoll sind und wo wir in<br />

den nächsten Jahren auch unter umwelt politischen<br />

Aspekten stehen wollen? Betrachten wir das erhöhte<br />

Speditionsaufkommen durch den Online-Handel im<br />

B2C-Segment, den gestiegenen Stromverbrauch durch<br />

Nutzung von Streaming-Diensten oder die Erzeugung<br />

von Bitcoins. Noch fällt die Kryptowährung auf dem<br />

globalen Strommarkt zwar kaum ins Gewicht – aktuellen<br />

Schätzungen zufolge wird für die Jahresproduktion<br />

dieser virtuellen Währung jedoch nahezu so viel<br />

Strom verbraucht wie die gesamte<br />

dänische Volkswirtschaft. Grund ist,<br />

dass sie sich nur noch mit extrem<br />

schnellen Hightech-Prozessoren<br />

erzeugen lassen. Die Zeit des digitalen<br />

Wandels ist also die beste Zeit, um<br />

darüber nachzudenken, wie wir<br />

Ökonomie und Ökologie in Einklang<br />

bringen können und wollen!<br />

Ihre<br />

Nicole Steinicke<br />

E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

9 Tageslichtweiß (5.200 K - 5.700 K)<br />

9 Betriebsleistungen von 4bis 28 Watt<br />

9 Verschiedene Längen von 100 bis 497 mm<br />

IN 24H<br />

GELIEFERT<br />

Gratis<br />

9 Eingetrübter PUR-Verguss für eine gleichmäßige<br />

Beleuchtung<br />

9 Hohe Schutzart IP68<br />

zum Beispiel:<br />

LED2WORK 112210-01 - VARILED 12 W<br />

Artikel-Nr. 102586<br />

129,00 €<br />

zzgl. MwSt.<br />

zum Beispiel:<br />

LED2WORK 112110-01 - VARILED 8 W<br />

Artikel-Nr. 102585<br />

100,00 €<br />

zzgl. MwSt.<br />

VARILED Maschinenleuchten<br />

von LED2WORK<br />

Grati<br />

-10%<br />

UVP:<br />

143,00 €<br />

-11%<br />

UVP:<br />

112,00 €<br />

zum Beispiel:<br />

LED2WORK 112010-01 - VARILED 4 W<br />

Artikel-Nr. 102584<br />

68,40 €<br />

zzgl. MwSt.<br />

-10%<br />

UVP:<br />

76,00 €<br />

V<br />

ab<br />

Versand<br />

50<br />

www.automation24.de/variled<br />

Gerne beraten wir Sie persönlich!<br />

LIVECHAT<br />

00800 24 2011 24 info@automation24.de


INHALT<br />

EDITORIAL<br />

03 Über Ökonomie und Ökologie<br />

SZENE<br />

05 News, Aktuelles und Termine<br />

08 INTERVIEW Elektroindustrie – eine Branche verändert die Welt – im<br />

Gespräch mit Michael Ziesemer von ZVEI<br />

AUTOMATISIERUNGSTREFF <strong>2018</strong><br />

11 Produkte, Technologien, Trends<br />

Nur das richtige Messprinzip<br />

in der Strömungsmessung<br />

14bringt die passenden Werte<br />

SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

14 Durchflussmessgerät versus Strömungsschalter – eine Frage der Applikation!<br />

16 Produkte, Technologien, Trends<br />

STEUERN UND ANTREIBEN<br />

18 TITEL Automatisierungssystem optimiert Sicherheit und Produktivität in<br />

Antriebs-Prüfständen<br />

21 Produkte, Technologien, Trends<br />

Energie- und Signalführung<br />

glänzen als perfektes und<br />

28hochdynamisches Team<br />

Warum Wärmebildkameras<br />

in vielen Anwendungen<br />

44unverzichtbar sind<br />

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

22 Neue Konzepte an der Mensch-Maschine-Schnittstelle – Vorteile und<br />

Einsatzgebiete<br />

26 Produkte, Technologien, Trends<br />

KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

28 Hybridleitung gewährleistet hohe Lebensdauer und Ausfallsicherheit bei<br />

großer Dynamik<br />

30 Diese Rechte und Pflichten resultieren für Maschinenhersteller aus einer<br />

unvollständigen Maschine<br />

32 Produkte, Technologien, Trends<br />

SONDERTEIL: INDUSTRIAL VISION<br />

35 Editorial, Aktuelles, Applikationen rund um die industrielle Bildverarbeitung<br />

40 Wie Sie Steuerungs- und Vision-Aufgaben mit einem einzigen Werkzeug<br />

umsetzen<br />

42 Bildverarbeitung gewährleistet fehlerfreie Produktion von Aluminiumbehältern<br />

44 Hot-Spots und potenziellen Defekte in Anlagen und Elektronik frühzeitig<br />

erkennen<br />

46 Produkte, Technologien, Trends<br />

ANZEIGE<br />

TITELBILD<br />

Pilz GmbH & Co.<br />

KG, Ostfildern<br />

RUBRIKEN<br />

22 SERIE Nachgefragt – Industrie 4.0 und Sicherheit – Sind wir für die Zukunft<br />

gut aufgestellt?<br />

49 Impressum, Inserentenverzeichnis<br />

50 SERIE StartING up – Ein Unternehmen macht die Branche fit für 5G<br />

51 Heftvorschau 2/<strong>2018</strong>


SZENE<br />

Übernahmen steigern<br />

Digitalisierungs-Know-how<br />

ISS Innovative Software Services und Matrix Vision sind jetzt<br />

Teil der Balluff-Gruppe. Der Sensor- und Automatisierungsspezialist<br />

baut mit den Übernahmen sein Digitalisierungs-<br />

Know-how aus. 160 Mitarbeiter werden übernommen, die<br />

Standorte in Stuttgart-Vaihingen und Oppenweiler bleiben<br />

bestehen. ISS ist auf Tools, Testsysteme, Prozesse und Standardisierung<br />

in der Softwareentwicklung spezialisiert. Die Automobil-<br />

und Zuliefererindustrie ist die wichtigste Kundengruppe<br />

des Unternehmens – wie auch von Balluff. In der<br />

Gruppe übernimmt ISS nun die Funktion des internen<br />

Software- Spezialisten, der offene Software-Plattformen entwickelt.<br />

Matrix Vision ist auf Frame Grabber, Standard-<br />

Industrie kameras, intelligente Kameras, Videosensoren,<br />

Embedded Systems und Software für die industrielle Bildverarbeitung<br />

spezialisiert. Mit dem Machine Vision-Spezialisten<br />

hatte Balluff bereits eine Entwicklungspartnerschaft, aus der<br />

eine kamerabasierte Produktlinie hervorging.<br />

NEU!<br />

www.balluff.com<br />

Aktuelle Trends in der<br />

Sensortechnologie<br />

Die Studie „Sensor Technologien<br />

2022“ des Verbands für Sensorik<br />

und Messtechnik AMA gewährt<br />

Einblick in technologische Trends.<br />

Sie berücksichtigt globale Anforderungen<br />

an Technologieentwicklungen<br />

und Aktuelles aus der<br />

Informations- und Kommunikationstechnik<br />

und deren Einfluss auf die<br />

Weiterentwicklung von Sensoren und Messtechnik. Dazu<br />

zeigt die Studie einige neuartige Sensoranwendungen beispielhaft<br />

auf. „Hier ist häufig eine komplexe Kombination von<br />

innovativen Sensoren, Steuerung, Miniaturisierung der Komponenten<br />

und Integration notwendig“, erläutert Co-Autor<br />

und Herausgeber Roland Werthschützky (TU Darmstadt). Ein<br />

anderes Kapitel beleuchtet die Ausbau- sowie Verbindungstechnik<br />

und Kontaktierungen. Weitere Themen der Studie<br />

sind Anforderungen an Sensorik, generelle Entwicklungstrends<br />

bei Sensoren, Sensorkomponenten und Fertigungstechnologien.<br />

Erhältlich ist die Studie für 12,- EUR unter:<br />

www.ama-sensorik.de/studie-kaufen/<br />

MESSTECHNIK<br />

GLOBAL VERNETZT<br />

• Dezentrale und universelle Messwerterfassung<br />

im Pocketformat<br />

• Webbasierte Software zur Visualisierung, Analyse<br />

und Überwachung ohne Installation<br />

• Direkte Anbindung der Messdaten an das Industrie IoT<br />

• Hochskalierbar und erweiterbar für beliebige<br />

Kanalanzahlen<br />

Delphin Technology. Ihr Partner von der<br />

messtechnischen Standardanwendung bis zur<br />

individuellen Komplettlösung. Alles aus einer Hand.<br />

www.ama-sensorik.de<br />

Intelligente Messtechnik<br />

www.delphin.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2014 5


SZENE<br />

HBM und Kyowa Electronic Instruments<br />

vereinbaren Vertriebskooperation<br />

Kyowa Electronic Instruments mit Sitz in Chofu-City, Japan,<br />

und HBM mit Sitz in Darmstadt haben eine strategische Vertriebskooperation<br />

vereinbart. Beide Unternehmen werden ab<br />

April <strong>2018</strong> ausgewählte Produkte des jeweiligen Partners anbieten,<br />

um ihr eigenes Messtechnik-Portfolio zu erweitern.<br />

HBM-Kunden werden von einer größeren Auswahl an Sensorlösungen<br />

für Messanwendungen mit höheren Temperaturbereichen<br />

oder starken Platzbeschränkungen profitieren.<br />

Darüber hinaus wird HBM<br />

künftig Hochtemperatur-<br />

Druck- und Kraftaufnehmer,<br />

Hochtemperatur-Folien-Dehnungsmessstreifen<br />

sowie Beschleunigungssensoren<br />

verkaufen.<br />

Kyowa wird sein Portfolio<br />

u. a. um Flansch-Drehmomentaufnehmer<br />

sowie<br />

piezoelektrische Sensoren von<br />

HBM ergänzen.<br />

www.hbm.com<br />

Basis für eigene Cloud-Lösungen<br />

Im Rahmen eines Technology Buy-outs hat Turck die Cloud-<br />

Software von Beck IPC erworben. Die Softwarelösung bildet<br />

die Basis für die Entwicklung eigener industrieller Cloud-Lösungen.<br />

Sie hat hohe Sicherheitsstandards<br />

und<br />

einen spezifischen Zuschnitt<br />

auf industrielle<br />

Anwendungen, u. a. in<br />

Bezug auf Performance<br />

und Skalierbarkeit. Ein<br />

spezielles Protokoll erhöht<br />

zusätzlich zur Endto-End-Verschlüsselung<br />

die Sicherheit der gespeicherten<br />

Daten. Die<br />

Server der Turck-Cloud-<br />

Lösungen sollen in Deutschland gehostet werden. Sie erlauben<br />

neben der einfachen Speicherung von Daten auch die<br />

Visualisierung von Prozessen, das Ausführen von Datenlogs<br />

und Daten-Reports bis hin zum Darstellen von Monitoring-<br />

Funktionen, weltweit und rund um die Uhr.<br />

www.turck.com<br />

Schmersal Gruppe gründet Tochtergesellschaft in Japan<br />

Die Schmersal Gruppe hat zur besseren Abdeckung des japanischen Marktes eine eigenständige Tochtergesellschaft<br />

in Japan gegründet. Zum Geschäftsführer der neuen Schmersal Japan KK wurde Tetsuya Horimoto ernannt.<br />

Er ist Nachfolger von Dr. Takashi Kabe, der nach vielen Jahren als Leiter des bisherigen Schmersal Vertriebsbüros<br />

in Japan Ende 2017 in den Ruhestand gegangen ist. „Mit der Gründung der Tochtergesellschaft in<br />

Tokyo wird Schmersal sein Angebot an sicherheitstechnischen Komponenten und Systemen für den japanischen<br />

Markt ausweiten. Zudem werden wir unseren Kunden verstärkt die umfangreichen Service-Leistungen<br />

unseres Geschäftsbereichs tec.nicum vor Ort anbieten können“, erklärt Tetsuya Horimoto. Ziel ist es, den Standort<br />

räumlich und personell auszubauen. Ein eigenes Lager soll künftig für eine schnellere Belieferung sorgen.<br />

www.schmersal.com<br />

R3-Reliable-Realtime-Radio.indd 1 08.02.<strong>2018</strong> 13:04:07<br />

6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


Escha-Gruppe meldet Rekordzahlen für 2017<br />

Die Escha-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2017 mit Rekordzahlen<br />

abgeschlossen. Bei einem konsolidierten Umsatz von<br />

68,5 Mio. EUR konnte das Unternehmen im Vergleich zu 2016<br />

ein Wachstum von 34 % verzeichnen. Auch beim Auftragseingang<br />

und den Mitarbeiterzahlen vermeldete Escha neue<br />

Bestmarken. Weltweit arbeiten rd. 900 Mitarbeiter für das<br />

Unternehmen. Das sind 17 % mehr als im Vorjahr. „Das Wachstum<br />

basiert auf einer erhöhten Nachfrage in allen wichtigen<br />

Märkten und ist nicht auf eine einzige Region zurückzuführen“,<br />

sagte Dipl.-Wirt.-Ing. Marco Heck (Bild), Geschäftsführer der Escha-Gruppe.<br />

„Besonders hohe Wachstumsraten konnten wir im Bereich der Erneuerbaren Energien,<br />

der Bus- und Bahnindustrie sowie bei Automatisierungslösungen für mobile Maschinen<br />

erzielen. Ein weiterer Treiber waren Industrial-Ethernet-Produkte.“ Um für weiteres<br />

Wachstum gerüstet zu sein, beginnen zurzeit die Planungen für eine Werkserweiterung<br />

in Deutschland. Diese soll 2019 realisiert werden. Für das Jahr <strong>2018</strong> plant<br />

Escha mit einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich.<br />

Schwingung<br />

messen und<br />

überwachen<br />

www.escha.net<br />

Innovationspreis für Stromsensoren<br />

Ein hochintegrierter Stromsensor von Sensitec für die Leistungselektronik in der Elektromobilität<br />

ist mit dem Innovationspreis Rheinland-Pfalz in der Kategorie „Sonderpreis<br />

Industrie“ ausgezeichnet worden. Die hohe Bandbreite der MR-Stromsensoren ermöglicht<br />

höhere Schaltfrequenzen für die volle Ausnutzung von WBG-Bauteilen<br />

zwecks Erhöhung der Leistungsdichte von Umrichtern oder DC/DC-Wandlern.<br />

MR-basierte Stromsensoren werden z. B. in Fahrzeugantrieben oder in der Leistungselektronik<br />

von Flugzeugen und in der Raumfahrt eingesetzt. Die kompakten Abmessungen<br />

bieten die Perspektive, Stromsensoren noch weiter in Leistungsmodulen zu<br />

integrieren, um das Bauvolumen<br />

von Umrichtern und Wechselrichtern<br />

weiter zu reduzieren.<br />

Die hohe Bandbreite ermöglicht<br />

auch eine höhere Leistungsdichte<br />

bei den Antrieben selbst. Eine<br />

schnelle sowie präzise Strommessung<br />

ermöglicht fortgeschrittene<br />

Regelungstechniken, z. B.<br />

die sensorlose Regelung von Synchronmotoren.<br />

www.sensitec.com<br />

MSR-Spezialmesse Rhein-Main in Frankfurt<br />

Die Meorga veranstaltet am 7. März <strong>2018</strong> in der Jahrhunderthalle in Frankfurt eine<br />

Spezialmesse für Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik, Prozessleitsysteme und<br />

Automatisierungstechnik. 150 Fachfirmen präsentieren Geräte und Systeme, Engineering-<br />

und Serviceleistungen sowie neue Trends im Bereich der Automatisierung.<br />

36 begleitende Fachvorträge informieren den Besucher umfassend über aktuelle<br />

Themen. Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger, die in ihren<br />

Unternehmen für die Optimierung der Geschäfts- und Produktionsprozesse entlang<br />

der gesamten Wertschöpfungskette verantwortlich sind. Der Eintritt zur Messe und<br />

die Teilnahme an den Fachvorträgen sind kostenlos.<br />

www.meorga.de<br />

Messgeräte mit USB<br />

und Ethernet<br />

Direktanschluss von IEPE-Sensoren<br />

4 bis 64 Kanäle mit bis zu 100 kHz<br />

Signalbandbreite simultan erfassen<br />

Analoge Waveform-Ausgabe<br />

Inklusive QuickDAQ Datenlogger-Software,<br />

opt. Schwingungsanalyse<br />

WebDAQ<br />

Schwingungs-Wächter<br />

Autonomer Datenlogger mit<br />

integriertem Webserver für IoT<br />

4 IEPE-Sensoreingänge<br />

Onboard Real-time FFT<br />

Remote Konfiguration und<br />

Überwachung per PC, Tablet<br />

oder Smartphone<br />

Alarme konfigurieren und<br />

per E-Mail/SMS versenden<br />

www.mccdaq.de<br />

Tel: +49 7142 9531-40<br />

E-Mail: sales@mccdaq.de<br />

© Measurement Computing GmbH<br />

(vormals INDUSTRIELLE Data Translation AUTOMATION 4/2014 GmbH) 7


SZENE I INTERVIEW<br />

100 Jahre ZVEI – eine Institution<br />

im digitalen Wandel<br />

LIVE@<br />

Elektroindustrie – eine Branche verändert die Welt – im Gespräch mit Michael Ziesemer<br />

Das 100-jährige Jubiläum des ZVEI ist Anlass für uns,<br />

die Geschichte, Hintergründe und Perspektiven des<br />

Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie<br />

e.V. näher zu beleuchten. Von der Gründung<br />

bis heute gestaltet der Verband nicht nur die<br />

Rahmenbedingungen und Plattformen für das<br />

Wachstum der Branche im internationalen<br />

Wettbewerb, sondern er ist auch Innovationstreiber.<br />

Was den ZVEI bewegt und welche Visionen der<br />

Verband verfolgt, lesen Sie in unserem Interview.<br />

Michael Ziesemer,<br />

Präsident des ZVEI<br />

Wer sich heute auf ein jahrzehntelanges Bestehen berufen<br />

kann, und mit Erfolg viele zukunftsfähige Projekte auf den<br />

Weg gebracht hat, darf mit Stolz sagen, einiges richtig gemacht zu<br />

haben. Der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie<br />

e.V. feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum und<br />

stimmt uns neugierig, diese beachtliche Entwicklung näher zu<br />

betrachten.<br />

Der ZVEI wurde am 5. März 1918 in Berlin gegründet, dem damals<br />

regionalen Zentrum der deutschen Elektroindustrie. An diesem Tag<br />

kamen zehn <strong>Industrielle</strong> aus dieser Branche zu einer Sitzung zusammen.<br />

Auf der Tagesordnung stand der Punkt „gegebenenfalls<br />

Gründungsversammlung für den neuzugründenden eingetragenen<br />

Verein“. Die Gründung vollzog sich ganz unspektakulär, ohne große<br />

Feier, mit der Unterschrift der Teilnehmer unter ein Protokoll.<br />

Schon während des Ersten Weltkriegs hatte sich gezeigt, dass die<br />

Branche der Elektroindustrie gemeinsame Interessen hatte, um die<br />

es aus Mangel an allgemeiner Vertretung bislange schlecht bestellt<br />

war. Anders als der Maschinenbau oder die Chemische Industrie<br />

hatte die Elektroindustrie bis dahin keinen Branchenverband. Stattdessen<br />

existierten viele kleinere Verbände, die untereinander zerstritten<br />

waren. Ein besonders scharfer Gegensatz bestand zwischen<br />

den Konzernen Siemens und AEG und den mittleren und kleinen<br />

Firmen der Elektroindustrie.<br />

Dass es gelang, die zerstrittenen Verbände an einen Tisch zu bringen,<br />

war vor allem Carl Friedrich von Siemens zu verdanken. Der<br />

jüngste Sohn von Werner von Siemens verhandelte jahrelang um das<br />

Zustandekommen eines Branchenverbands. An diesem 5. März 1918<br />

hatte er sein Ziel erreicht. Schon der Name des neuen Verbands war<br />

eine Botschaft. Als Zentralverband sollte er über den verschiedenen<br />

Gruppierungen innerhalb der Elektroindustrie stehen und deren gemeinsame<br />

Interessen vertreten. Seit dem sind nun 100 Jahre vergangen,<br />

in denen der ZVEI vieles bewegt, initiiert und verändert hat. Was<br />

den Verband so erfolgreich macht, welche Visionen er hegt und<br />

welch spannende Zukunftsthemen die Branche erwartet, darüber<br />

spricht Nicole Steinicke mit Michael Ziesemer, Präsident des ZVEI.<br />

Dipl.-Ing. Nicole Steinicke, Stell. Chefredakteurin,<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />

8 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


INTERVIEW I SZENE<br />

Herr Ziesemer, der ZVEI hat in vielen<br />

Jahrzehnten einiges auf den Weg gebracht.<br />

Welche Innovationen aus der Branche der<br />

Elektroindustrie haben uns Menschen und<br />

die Welt am stärksten verändert?<br />

In den vergangenen 100 Jahren hat sich<br />

das Leben der Menschen in nahezu allen<br />

Bereichen stark verändert und die Elektroindustrie<br />

hat dazu maßgeblich beigetragen.<br />

Ab den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts<br />

setzen sich Kühl- und Gefriergeräte<br />

durch, ab den vierziger Jahren dann<br />

auch Waschmaschinen. Das Leben der<br />

Menschen ist dadurch enorm erleichtert<br />

worden.<br />

Viele weitere Innovationen folgten, die<br />

wir heute nicht mehr missen möchten.<br />

Blicken wir retrospektiv auf die vergangenen<br />

100 Jahre, können wir auch von<br />

einer Elektrifizierung der Welt sprechen.<br />

Strom ist unser wichtigster Energieträger<br />

und wird es auch bleiben – dank der<br />

erneuerbaren Energien sogar klima -<br />

neutral. Das ist eine Riesen-Innovation.<br />

Ohne solchen technischen Fortschritt<br />

ließen sich die weltweiten Klimaziele<br />

nicht umsetzen. Die Elektroindustrie<br />

leistet somit einen wichtigen Beitrag,<br />

eine der drängendsten Herausforderungen<br />

anzunehmen.<br />

Aber ich denke auch an die deutsche<br />

Industrie: Sie rüstet die Fabriken und<br />

Anlagen der Welt aus. Nichts hat mehr<br />

Arbeitsplätze hierzulande geschaffen.<br />

Wo wären wir ohne Steuerungen,<br />

Sensoren und Messgeräte, Antriebstechnik,<br />

Schaltgeräte und Übertragungstechnik<br />

der deutschen Elektroindustrie?<br />

Wenn Sie mich persönlich fragen, dann<br />

sind es Radio, Fernseher und Telefon,<br />

ohne die ich heute nicht mehr auskomme.<br />

Mit diesen Innovationen bin ich<br />

aufgewachsen. Das Smartphone ist nicht<br />

nur fürs Telefonieren und die E-Mail-<br />

Korrespondenz unverzichtbar, sondern<br />

stellt auch das gesamte Internetwissen<br />

bereit.<br />

Der ZVEI setzt sich für die gemeinsamen<br />

Interessen von Unternehmen der Elektrotechnik-<br />

und Elektronikindustrie in<br />

Deutschland und auf internationaler<br />

Ebene ein. Wo sehen Sie gerade im<br />

Hinblick auf die aktuell schwierige<br />

politische Lage in Deutschland, aber auch<br />

global betrachtet Hürden und Wachstumshemmnisse<br />

der Branche?<br />

Der Fachkräftemangel stellt die große<br />

Herausforderung der Zukunft dar. Die<br />

Elektroindustrie beschäftigt in Deutschland<br />

über 868 000 überwiegend hochqualifizierte<br />

Menschen: 190 000 Ingenieure plus<br />

weitere 570 000 Fachkräfte, davon rund<br />

50 000 Software-Entwickler. Solche<br />

Quali fikationen sind stark nachgefragt<br />

und auf dem Arbeitsmarkt kaum noch zu<br />

finden. Unsere Unternehmen spiegeln uns<br />

wieder, dass es immer länger dauert, bis<br />

eine Stelle besetzt werden kann. Vier von<br />

fünf Mitgliedsunternehmen sagen, dass<br />

sie beispielsweise Schwierigkeiten haben,<br />

Software-Entwickler auf dem Arbeitsmarkt<br />

anzuwerben. Bei manchen Stellenprofilen<br />

herrscht Vollbeschäftigung. So erfreulich<br />

das ist, der Fachkräftemangel wird mehr<br />

und mehr ein Wachstums-limitierender<br />

Faktor. Der Fachkräftemangel ist aktuell das<br />

größte Produktionshemmnis, vergleichbar<br />

mit den Boom-Jahren vor der Finanzkrise.<br />

Der Fachkräftemangel wird uns in<br />

Deutschland noch über viele Jahre<br />

fordern. Der Staat muss jetzt mehr in die<br />

Zukunft und damit in Bildung, Forschung<br />

und Infrastruktur investieren.<br />

Was uns global betrachtet in Atem hält,<br />

ist die Zukunft des Freihandels bzw. der<br />

aufkommende Protektionismus. Maschinenbau<br />

und Elektroindustrie sind die Fabrikausrüster<br />

der Welt. China, die USA, wohin<br />

Sie schauen: Überall finden sich die<br />

Produkte unserer Unternehmen. Ohne<br />

unsere Sensoren, Aktoren, Embedded<br />

Systems, Antriebe, ohne unsere<br />

Maschinen täte sich beispielsweise<br />

das Verarbeitende Gewerbe in den<br />

USA deutlich schwerer. Das wird auch<br />

Präsident Trump noch erkennen, will<br />

er tatsächlich den industriellen Kern der<br />

Vereinigten Staaten stärken. Das werden<br />

ihm unter anderem auch unsere Kollegen<br />

vom Industrial Internet Consortium (IIC)<br />

verdeutlichen müssen: Digitale<br />

Wertschöpfungsnetzwerke sind ein<br />

Der ZVEI steht heute mit rund 1 600 Mitgliedsunternehmen für<br />

die zweitgrößte und innovativste Branche Deutschlands.<br />

Die Elektroindustrie hat viele Entwicklungen auf den<br />

Markt gebracht, die unser Leben maßgeblich verändert<br />

haben. Auch die Industrie wäre heute nicht so erfolgreich,<br />

wenn es die Elektrotechnik nicht gäbe. Sie ist Innovationstreiber<br />

und liefert die Basis für zukünftige Konzepte im<br />

Zeitalter des digitalen Wandels. Blicken wir auf aktuelle<br />

Projekte, wie das autonome Fahren, die nächste Mobilfunkgeneration<br />

5G, neue Ansätze einer modularen Produktion<br />

oder Machine Learning – so dürfen<br />

wir durchaus gespannt sein, welche<br />

Innovationen uns in Zukunft erwarten.<br />

Nicole Steinicke, INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />

globales, welt-umspannendes Phänomen.<br />

Ihr Potenzial entfalten sie nicht, wenn man<br />

versucht, sie lokal abzuschotten.<br />

Einer der 22 Fachverbände des ZVEI mit<br />

mehr als 330 Mitgliedsunternehmen (2015)<br />

bildet der ZVEI-Fachverband <strong>Automation</strong>.<br />

Welche Kernthemen stehen hier aktuell im<br />

Fokus und wo sehen Sie Handlungsbedarf<br />

in Politik und Öffentlichkeit?<br />

Wir müssen die Industrie-Anforderungen<br />

jetzt in die 5G-Standardisierung einbringen.<br />

Die Technologie ist nicht nur der Standard<br />

für die fünfte Mobilfunkgeneration,<br />

sondern beschleunigt auch die Entwicklung<br />

in Richtung Industrie 4.0. Durch<br />

5G-Technologie wird es möglich, in<br />

Fabriken komplett neue Systemansätze<br />

und Lösungen einzuführen. Deshalb setzt<br />

sich der ZVEI schon heute intensiv mit<br />

dem Thema auseinander. Im Verband<br />

wurde dafür Anfang 2017 die „Task Force<br />

5G“ gegründet, die aktuell zur „5G Alliance<br />

for Connected Industries and <strong>Automation</strong><br />

(5G-ACIA)“ erweitert wird. Mit 5G-ACIA<br />

bringen wir die Interessen der Industrie in<br />

den Standardisierungsprozess ein, um 5G<br />

industriefähig zu gestalten.<br />

In unserem Jubiläumsjahr <strong>2018</strong> ist der<br />

ZVEI weiter einer der zentralen Akteure<br />

bei Industrie 4.0 in Deutschland. Damit<br />

Industrie 4.0 funktionieren kann, braucht<br />

es eine für industrielle Anwendungen<br />

geeignete Infrastruktur. Dazu gehört nicht<br />

nur die industriefähige Gestaltung von 5G.<br />

Industrie 4.0 benötigt sichere, zuverlässige<br />

und schnelle Breitbandverbindungen,<br />

insbesondere auch in ländlichen<br />

Regionen, in denen 70 % der Industriebeschäftigten<br />

arbeiten. Der ZVEI fordert<br />

deshalb, dass Gewerbegebiete im ländlichen<br />

Raum schnell an leistungsfähige<br />

Breitbandverbindungen angebunden<br />

werden.<br />

Handlungsbedarf sehen wir auch bei der<br />

deutschen Innovationspolitik: Um unseren<br />

Wettbewerbsvorsprung dauerhaft zu<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 9


SZENE I INTERVIEW<br />

halten, müssen wir eine höhere Forschungsdynamik<br />

durch steuerliche Forschungsförderung<br />

freisetzen. Grundlegend für die<br />

erfolgreiche Gestaltung des digitalen<br />

Wandels in Deutschland ist ein breiter<br />

gesellschaftlicher Diskurs über die Art und<br />

Weise, wie wir in Zukunft leben möchten.<br />

Wir müssen uns fragen, wie wir Digitalisierung<br />

so gestalten, dass sie sich positiv auf<br />

unsere Lebensqualität auswirkt. Daran<br />

müssen alle gesellschaftlichen Akteure<br />

gemeinsam arbeiten.<br />

Der ZVEI arbeitet mit vollem Engagement<br />

am Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“,<br />

einem Thema mit hoher politischer und<br />

gesellschaftlicher Relevanz. Welche<br />

Lösungen und Produkte der Mitglieder<br />

des Fachverbands sehen Sie als integralen<br />

Bestandteil der Fabrik der Zukunft?<br />

Drei Trends zeichnen sich deutlich ab:<br />

Dazu gehört zum einen die Vorausschauende<br />

Wartung (Predictive Maintenance).<br />

Dort verändern sich die Prozesse<br />

durch die Digitalisierung der Produktion<br />

dahingehend, dass bereits vor dem realen<br />

Eintreten eines Wartungsfalls über<br />

Sensoren ermittelt werden kann, wann<br />

eine Maschine eine neue Komponente<br />

braucht, um weiterhin reibungslos zu<br />

funktionieren. Das spart Zeit und Geld,<br />

denn die Maschine bleibt nicht überraschend<br />

stehen, muss gewartet und danach<br />

Instand gesetzt werden.<br />

Die modulare Produktion ist der zweite<br />

Trend, den ich hier ansprechen möchte.<br />

In der chemischen und pharmazeutischen<br />

Industrie wachsen die Anforderungen an<br />

Flexibilität, individuellere Produkte und<br />

schnellere Produkteinführungszeiten.<br />

Konventionelle Anlagen sind diesen<br />

Herausforderungen nicht gewachsen.<br />

Immer mehr Ausrüster, aber auch die<br />

Chemie- und Pharmaunternehmen selbst,<br />

arbeiten deshalb an der Entwicklung von<br />

modularen Konzepten für Neuanlagen<br />

sowie Anlagenerweiterungen. Aus<br />

einzelnen „Bausteinen“ mit verschiedenen<br />

Funktionen lassen sich Anlagen schnell<br />

immer wieder neu zusammenstellen,<br />

um unterschiedlichste Produktionsverfahren<br />

abzubilden. Grundlage dafür<br />

sind intel ligente Komponenten wie<br />

Pumpen, Chemie-Reaktoren, Destillations-<br />

oder Extraktionsmodule und<br />

andere, die über moderne Messund<br />

<strong>Automation</strong>stechnik verknüpft<br />

und gesteuert werden.<br />

Drittens arbeiten wir an der Verbindung<br />

von smart Grid und smarter Fabrik:<br />

In diesem Zusammenhang treibt der ZVEI<br />

das Verbundforschungsprojekt „DC-Industrie“<br />

voran. Smart Grids brauchen smarte<br />

Verbraucher: Dies kann eine Fabrik sein,<br />

die sich mittels eines smarten Gleichstromnetzes<br />

versorgt. Eine solche Fabrik kennt<br />

ihre Energiebedarfe in den unterschiedlichsten<br />

Situationen. Sie kann entscheiden,<br />

welche Verbrauchsspitzen sie über eigene<br />

Speicher abfängt und wieviel Energie sie<br />

selbst ins Smart Grid einspeist.<br />

Richten wir den Blick auf die zunehmende<br />

Globalisierung: Wie tief ist die deutsche<br />

Elektroindustrie in die internationale<br />

Arbeitsteilung und Handel integriert?<br />

Die deutsche Elektroindustrie zeigt sich<br />

stark wie lange nicht. Wir verzeichnen das<br />

beste Wachstum seit 2011. Umsatz und<br />

Export schlossen 2017 mit Rekorden ab.<br />

Auch die Zahl der Beschäftigten in In- und<br />

Ausland ist nochmals deutlich gestiegen.<br />

Bei den Exporten war das Jahr 2017 das<br />

Grundlegend für die erfolgreiche Gestaltung des digitalen Wandels<br />

ist ein breiter gesellschaftlicher Diskurs über die Art und Weise,<br />

wie wir in Zukunft leben möchten – und das auf globaler Ebene.<br />

vierte Rekordjahr in Folge. Von Januar bis<br />

November 2017 nahmen die gesamten<br />

Branchenausfuhren, einschließlich<br />

Re-Exporten, um 10,1 % gegenüber<br />

Vorjahr auf 183,3 Milliarden Euro zu.<br />

Im gesamten vergangenen Jahr kamen<br />

sie schätzungsweise nahe an die<br />

200-Milliarden-Euro-Marke heran. Die<br />

meisten Exporte gingen 2017 nach China,<br />

gefolgt von den USA und Frankreich.<br />

Das zeigt, die deutsche Elektroindustrie ist<br />

eine global aufgestellte Branche und tief in<br />

die internationale Arbeitsteilung und den<br />

Handel integriert.<br />

Am Beispiel Industrie 4.0 möchte ich<br />

Ihnen verdeutlichen, warum unser<br />

Engagement und unsere internationale<br />

Vernetzung so wichtig sind. Ich kann<br />

nur wiederholen: Digitale Wertschöpfungsnetzwerke<br />

sind ein globales,<br />

welt-umspannendes Phänomen. Ihr<br />

Potenzial entfalten sie nicht, wenn man<br />

versucht, sie lokal abzuschotten. Für<br />

unsere Zusammenarbeit brauchen<br />

wir Regeln und Standards. Mit dem<br />

Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0<br />

(RAMI 4.0) haben wir es in der Plattform<br />

Industrie 4.0 geschafft, die Grundlage von<br />

Industrie 4.0 international zu etablieren.<br />

Erfreulich ist auch, dass sich auch in<br />

anderen Ländern Industrie-4.0-Initiativen<br />

gebildet haben, die sich am Vorbild<br />

Plattform Industrie 4.0 orientieren.<br />

In welchen Segmenten sehen Sie das<br />

größte Wachstumspotenzial in den<br />

nächsten Jahren und welche Trends<br />

werden uns voraussichtlich begegnen?<br />

Künstliche Intelligenz, Mensch-<br />

Maschinen-Kollaboration, Smart Home,<br />

eHealth oder autonomes Fahren: Diese<br />

Liste ließe sich noch deutlich verlängern.<br />

All diese Begriffe stehen stellvertretend<br />

für den digitalen Wandel mit seinen<br />

vielfältigen neuen Geschäftsmodellen.<br />

Die Digitalisierung, auf die wir überall<br />

und ununterbrochen in unserer täglichen<br />

Arbeits- und Alltagswelt treffen, schreitet<br />

schnell und unumkehrbar voran. Unsere<br />

größte Herausforderung ist daher heute,<br />

den digitalen Wandel positiv für uns zu<br />

gestalten. Daran arbeiten wir. Die deutsche<br />

Elektroindustrie und der ZVEI sind am Puls<br />

der Zeit: Ob bei Cybersicherheit, Energie,<br />

Gebäuden, Gesundheit, Industrie 4.0 oder<br />

Mobilität, wir sind die innovativste Branche<br />

in Deutschland und stoßen Innovationen<br />

Branchengrenzen-übergreifend an.<br />

Innovationen entstehen allerdings nicht<br />

aus technologischem Selbstzweck; sie<br />

werden für Menschen gemacht. Das<br />

zeigt auch unser Motto „100 Jahre ZVEI –<br />

Innovation für Menschen“. In den letzten<br />

100 Jahren haben wir viel geschafft. Packen<br />

wir die nächsten 100 Jahre nun gemeinsam<br />

an! Es gibt viel zu tun und ich bin mir<br />

sicher, vor uns liegen spannende Zeiten.<br />

Fotos: ZVEI/Frederik Böttcher<br />

www.zvei.org<br />

10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


Die digitale Transformation<br />

stets im Blick<br />

Der Automatisierungstreff, der dieses<br />

Jahr vom 10. bis zum 12. April in der<br />

Kongresshalle Böblingen stattfindet, hat<br />

aufgrund des Angebotes an verschiedenen<br />

Anwender-Workshops schon immer die<br />

Praxis in den Vordergrund gestellt. Das ändert<br />

sich auch nicht in Zeiten der digitalen<br />

Transformation. Deswegen wurde bereits<br />

2017 der Marktplatz Industrie 4.0 ins Leben<br />

gerufen, der als zentraler Bestandteil der<br />

Veranstaltung den Schwerpunkt auf konkrete<br />

Use-Cases für Industrie 4.0 und IIoT<br />

legt. Dieses Forum richtet sich an Anwender,<br />

Praktiker sowie Macher, welche die<br />

digitale Transformation in Unternehmen<br />

nutzen möchten. Den Kernpunkt der Veranstaltung<br />

bilden die praxisorientierten<br />

Anwender-Workshops, in denen Besucher<br />

die Möglichkeit haben, einzelne Technologien<br />

vor Ort praktisch auszutesten. Das<br />

Trend-Session-Programm ist ein weiterer<br />

Baustein der Ideenbörse und trägt den Charakter<br />

eines kleinen, aber praxisnahen Kongresses.<br />

So wird z. B. in der VDE-Trendsession<br />

die Entwicklung der Energiewende aufgezeigt,<br />

bei der die ausgeweitete Nutzung<br />

der Automatisierungstechnik ein wesentlicher<br />

Stützpfeiler ist.<br />

www.automatisierungstreff.com<br />

Beraten.<br />

Prüfen.<br />

Zertifizieren.<br />

Akkreditiertes und unabhängiges<br />

Prüf- und Zertifizierungsinstitut.<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

EMV<br />

Umweltsimulation<br />

Funk<br />

elektrische Sicherheit<br />

weltweite Zulassungen<br />

Seminare<br />

Beu S n!<br />

27.2. - 01.03.2017<br />

Nürnberg,<br />

Halle 1, Stand 556<br />

www.phoenix-testlab.de


AS-i 3.0 Ethercat Gateway jetzt<br />

auch als Singlemaster verfügbar<br />

High-End HMI<br />

für Serien- und<br />

Sondermaschinen<br />

Effizientes Engineering für<br />

hochwertige Maschinenbedienung<br />

Sichere Bewegungsüberwachung spielt eine immer<br />

größere Rolle in der Fabrik- und Prozessautomation.<br />

Bihl+Wiedemann reagiert auf diese Entwicklung<br />

mit einem stets wachsenden Portfolio an flexiblen<br />

Lösungen zur sicheren Antriebssteuerung. Neu im<br />

Sortiment ist das AS-i 3.0 Ethercat Gateway, Safety<br />

over Ethercat (FSoE), mit integriertem Sicherheitsmonitor.<br />

Das AS-i FSoE Gateway BWU3509 agiert als Safety Master im Netzwerk und<br />

kann ohne zusätzliche sichere Steuerung alle sicherheitstechnischen Aufgaben übernehmen.<br />

Für die standardmäßige Steuerung der Antriebe kann weiterhin die gewohnte<br />

SPS genutzt werden. Das Gateway verfügt als Singlemaster in der Version „1 Gateway,<br />

1 Netzteil für 2 AS-i Kreise“ über drei zweikanalige sichere Eingänge und kann um bis<br />

zu 31 zweikanalige sichere Eingänge ergänzt werden. Ebenfalls on board sind standardmäßig<br />

sechs elektronische sichere Ausgänge, die auf maximal 32 unabhängige<br />

sichere Ausgänge erweitert werden können. Das Gateway ist zudem AS-i Power<br />

24-V-fähig und eignet sich somit auch für den Einsatz in kompakten Anlagen. Ein<br />

zusätzliches AS-i Netzteil ist dafür nicht nötig. Die integrierte Chipkarte ermöglicht<br />

einen einfachen Gerätetausch.<br />

www.bihl-wiedemann.de<br />

Anwender-Workshop<br />

12.04.<strong>2018</strong> – 09:30 Uhr - 16:30 Uhr<br />

Die Software mit dem innovativen Ansatz –<br />

HMI mit VisiWin 7<br />

André Weber, Digitec Vertriebs GmbH<br />

Mit automatisierter Projekterstellung<br />

schnell zum fertigen HMI<br />

Sven Kröger, INOSOFT GmbH<br />

Baukasten maßgeschneidert –<br />

mit VisiWin 7 zur modularen Visualisierung<br />

Stefan Niermann, INOSOFT GmbH<br />

Connected HMI der Krones AG –<br />

mit VisiWin 7 dem Wettbewerb voraus<br />

Stefan Schmidt, Krones AG<br />

Achtung: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte rechtzeitig anmelden!<br />

Teilnahmegebühr: EUR 69,00 pro Person zzgl. MwSt.<br />

In dieser Gebühr sind enthalten: Teilnahme am Workshop,<br />

Tagungsunterlagen und Verpflegung.<br />

Anmeldung zum Anwender-Workshop: info@inosoft.com<br />

Netzwerkinfrastruktur dauerhaft überwachen<br />

Die NetIOT-Diagnose von Hilscher unterstützt Anlagenbetreiber<br />

dabei, den Zustand der Netzwerkinfrastruktur<br />

dauerhaft zu überwachen. Sich langsam entwickelnde<br />

Störungen können im Idealfall so rechtzeitig erkannt<br />

werden, bevor sie zum Stillstand führen. Tritt dennoch<br />

ein plötzlicher Störfall auf, unterstützt die NetIOT-<br />

Diagnose dabei, die Ursachen schnell und zielgerichtet<br />

zu identifizieren und zu beheben. Das webbasierte Dashboard<br />

ermöglicht intuitiven Zugriff auf alle wichtigen<br />

Diagnoseinformationen der Automatisierungsanlage. Der Zugriff darauf ist über PC,<br />

Tablet oder Smartphone jederzeit möglich. Die NetIOT-Diagnose unterstützt aktiv dabei,<br />

Ausfallzeiten zu minimieren und die dadurch entstehenden Kosten zu senken.<br />

www.hilscher.com<br />

Integrale Smart-Manufacturing-IT-Landschaft<br />

Durchgängige vertikale Integration ist die Voraussetzung für Smart Manufacturing im Sinne<br />

von Industrie 4.0 und IIoT. Diames als komplementäre MES-Komponente zu einem ERP-<br />

System und IBH Link UA Devices für die logische Anbindung von intelligenten Produktionsressourcen<br />

mit DES4MES ermöglichen zusammen eine integrale offene und flexible Smart-<br />

Manufacturing-IT-Landschaft. Eine solche Cloud-Service-basierte oder In-House-Smart-<br />

Manufacturing-Umgebung schafft nachhaltige Vorteile bezüglich Produktivitätsverbesserungen,<br />

Materialfluss- und Ressourcen-Optimierung sowie integraler Rückverfolgbarkeit<br />

über alle beteiligten Produktionsprozesse. Die Unternehmen<br />

CSM Systems (www.csmsystems.com) und<br />

IBHsoftec zeigen live auf dem Markplatz Industrie 4.0<br />

beim Automatisierungstreff, wie sich Kundenaufträge<br />

mit einer Cloud-Service-basierten ERP/MES Infrastruktur<br />

kostengünstiger, effizienter, termin- und<br />

qualitätsgerechter in Produkte umsetzen lassen.<br />

www.ibhsoftec.com<br />

oder Anmeldung unter:<br />

www.automatisierungstreff.com/workshops


MESSE I AUTOMATISIERUNGSTREFF <strong>2018</strong><br />

Digitales Konzept macht die<br />

Produktion flexibler<br />

Das E-Factory-Konzept von Mitsubishi Electric liefert die Struktur<br />

für die digitale Transformation auf der Fertigungsebene. Es erfasst<br />

Daten aus der Produktionsumgebung und überträgt sie zur Visualisierung,<br />

Überwachung und Prozessanalyse an ein übergeordnetes<br />

Scada-System. Neben<br />

den Betriebszustandsund<br />

Leistungsdaten<br />

können Informationen<br />

für die Rationalisierung<br />

von Entscheidungsprozessen<br />

abgerufen<br />

werden, z. B.<br />

frühzeitige Hinweise<br />

darauf, wann eine<br />

Wartung sinnvoll ist.<br />

Das System ermöglicht<br />

eine automatisierte<br />

Produkterkennung, teilautomatisierte „Null-Fehler“-Handarbeitsplätze<br />

mit Bedienerführung und kollaborierenden Safe-Skin-<br />

Robotern oder ein Linear-Transfer-System mit Smart Carriages<br />

für intelligent gesteuerten Materialfluss. Die Produktionsdaten<br />

können vorgefiltert und zur Detailanalyse an die Cloud übergeben<br />

werden. Dadurch können sie übergeordneten Businesssystemen<br />

oder Spezialanwendungen für Smart Devices zur Verfügung<br />

gestellt werden.<br />

www.mitsubishielectric.com<br />

Clamp-On-Gerät zur hochgenauen<br />

Durchflussmessung<br />

Das Clamp-on-Ultraschall-Durchflussmessgerät Sitrans<br />

FS220 von Siemens bietet die gängigsten Messfunktionen bei<br />

sehr hoher Genauigkeit, Kosteneffizienz und Bedienkomfort.<br />

Die Kombination aus dem Messumformer Sitrans FST020<br />

und dem aufsteckbaren Messaufnehmer Sitrans FSS200 eignet<br />

sich für die Messung von Flüssigkeiten z. B. in den Branchen<br />

Wasser/Abwasser, Energie, Heizung/Lüftung/Klima sowie in<br />

der chemischen Industrie. Der Messumformer wurde mit dem<br />

Algorithmus Performance Plus TM in seiner Leistung verbessert.<br />

Das Gerät misst mit einer Genauigkeit von 1 % der Durchflussgeschwindigkeit<br />

und bietet eine verbesserte<br />

Nullpunktstabilität.<br />

So besteht<br />

kaum die Notwendigkeit,<br />

einen Nullpunkt<br />

zu setzen. Der<br />

Messumformer hat<br />

eine Wiederholbarkeit<br />

von 0,25 %<br />

gemäß ISO 11631.<br />

Über die Sensor<br />

Flash Micro-SD-<br />

Karte ist der Zugang zu allen Produktdaten und Zertifikaten<br />

direkt vom PC aus oder über die im Messumformer eingebaute<br />

USB-Serviceschnittstelle realisierbar.<br />

www.siemens.com<br />

Embedded Cybersecurity in der<br />

industriellen Automatisierung<br />

Die Embedded-Software-Lösungen und Dienstleistungen für<br />

Steuerungssysteme von BE Services erlauben dem Hersteller<br />

eine schnelle Migration zu Industrie 4.0 & IIoT-Anforderungen.<br />

Zugleich steigen die Anfragen nach qualifizierten Linux- und<br />

Codesys-Entwicklungen und Konnektivität sowie Cybersecurity-Komponenten<br />

für SPSen haben sich zum Kerngeschäft<br />

entwickelt. In diesem Kontext bietet das Unternehmen einen<br />

Workshop in Zusammenarbeit mit seinem Partner Kaspersky<br />

Lab über Cybersecurity in der industriellen Automatisierung<br />

an. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über aktuelle<br />

Bedrohungen in industriellen Anlagen und erfahren, wie<br />

Steuerungssysteme nachhaltig vor Angriffen geschützt werden<br />

können. Die stark an Bedeutung gewinnende Norm IEC 62443<br />

wird ebenfalls Teil der Veranstaltung sein. Darüber hinaus<br />

bieten Hands-on-Schulungen einen Einblick in die Praxis.<br />

Aufgabe der Teilnehmer wird es sein, die richtige Security<br />

Policies für eine Anlage zu konfigurieren, um mögliche<br />

Angriffe zu blockieren und zu erkennen.<br />

www.be-services.net<br />

Automatisierung durch Digitalisierung<br />

Die Digitalisierung in der Industrie ist ein entscheidender Schritt<br />

auf dem Weg zu Industrie 4.0. Dies gilt auch für Unternehmen des<br />

Steuerungs- und Schaltanlagenbaus. Sie stehen vor der Aufgabe,<br />

den steigenden Anforderungen hinsichtlich Qualität, Kosten und<br />

Effizienz mit der Optimierung aller Prozesse von der Elektroplanung<br />

über die Fertigung bis hin zur Logistik zu begegnen. Dabei spielt<br />

eine durchgängige Datenhaltung entlang der gesamten Wertschöpfungskette<br />

eine große Rolle. Prädestiniert dafür sind die Softwarelösungen<br />

von Eplan sowie Systemtechnik von Rittal. Das Eplan<br />

Data Portal stellt neben den 3-D-Daten der Komponenten u. a.<br />

auch Informationen wie Schaltplanmakros und kaufmännische<br />

Daten zur Verfügung – und das als direkte Schnittstelle zu den von<br />

Rittal gelieferten Schaltschränken, Gehäusen, Stromverteilungssystemen<br />

und Klimatisierungskomponenten.<br />

Interessenten erhalten<br />

auf dem Marktplatz Industrie<br />

4.0 des Automatisierungstreffs<br />

einen umfassenden Einblick in die<br />

Möglichkeiten einer automatisierten<br />

Produktionsumgebung.<br />

www.rittal.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 13


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Eine echte Alternative<br />

LIVE@<br />

Durchflussmessgerät versus Strömungsschalter<br />

– eine Frage der Applikation!<br />

Strömungsschalter der<br />

neuen Generation verfügen<br />

über eine integrierte<br />

Temperaturmessung und/<br />

oder Diagnosefunktionen<br />

Geht es um Strömungsmessungen<br />

verschiedenster Medien, können<br />

unterschiedliche Messprinzipien<br />

zum Einsatz kommen. Aber<br />

welches Verfahren ist für welche<br />

Anwendung sinnvoll, und welche<br />

Aspekte spielen dabei eine Rolle?<br />

Dies wird im Folgenden am Beispiel<br />

des kalorimetrischen Messprinzips<br />

erläutert, das eine Menge Vorteile<br />

bietet.<br />

Es steht außer Frage, dass die üblichen<br />

Durchflussmessgeräte die Aufgabe eines<br />

Strömungsschalters übernehmen können.<br />

Allerdings dienen solche Sensoren in erster<br />

Linie zur genauen Messung der Durchflussmenge<br />

pro Zeiteinheit, zum Beispiel zur<br />

Ermittlung von Wasser- oder Brennstoffverbrauch.<br />

Sie erfassen Volumen- oder Massenströme<br />

mit einer Messabweichung von<br />

zwei Prozent oder weniger und weisen somit<br />

gegenüber Strömungsschaltern eine höhere<br />

Genauigkeit auf. Diese Art Durchflussmessgerät<br />

stellt aber auch eine deutlich höhere<br />

Investition dar, bedingt durch ihre spe -<br />

zi fische Konstruktion, eine sehr umfangreiche<br />

Elektronik und der im Vergleich aufwändigen<br />

Installation.<br />

Oleg Greber, Product Management Electronic<br />

Products, Industrial Instrumentation, WIKA<br />

Alexander Wiegand SE & Co. KG, Klingenberg<br />

Wann kommen Strömungswächter<br />

zum Einsatz?<br />

Geht es bei der Applikation ausschließlich<br />

um die Kontrolle, ob und wie stark ein Medium<br />

fließt, sind Strömungsschalter oder<br />

Strömungswächter eine deutlich günstigere<br />

und zugleich platzsparende Alternative. Sie<br />

detektieren die Strömung und lösen bei<br />

Erreichen oder Unterschreiten einer definierten<br />

Geschwindigkeit einen Schaltmechanismus<br />

aus. Die Genauigkeit spielt dabei<br />

eine untergeordnete Rolle, der Kontakt<br />

schaltet mit einer Nichtwiederholbarkeit<br />

von zwei bis fünf Prozent. Neben Strömungswächtern<br />

mit Schwebekörper, Turbine oder<br />

Flügelrad greifen Anwender verstärkt zu<br />

Geräten mit kalorimetrischem oder thermischem<br />

Messprinzip, z. B. für Kühlkreisläufe,<br />

Kühlschmierstoffsysteme von Werkzeugmaschinen,<br />

Filtereinheiten oder als Trockenlaufschutz<br />

in Pumpstationen.<br />

Kalorimetrische Strömungsschalter nutzen<br />

die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des<br />

Wärmetransports in Strömungen. Je nach<br />

Hersteller basieren sie auf einer von zwei<br />

unterschiedlichen Methoden, die unabhängig<br />

von der Anwendung zum selben Messergebnis<br />

führen:<br />

Methode „Kontinuierliches<br />

Heizen“<br />

Ein kalorimetrischer Strömungsschalter besitzt<br />

grundsätzlich einen Messfühler mit<br />

zwei integrierten Temperatursensoren. Einer<br />

der Sensoren wird kontinuierlich über ein<br />

eingebautes Heizelement (Drahtwicklung)<br />

mit gleichbleibender Heizleistung erwärmt<br />

und misst die dabei entstehende Temperatur<br />

an der Sensorspitze. Der zweite Sensor ermittelt<br />

die Temperatur des Mediums in der<br />

Förderleitung. Folglich stellt sich zwischen<br />

den beiden Sensoren ein Temperaturunterschied<br />

ein, welcher von der Elektronik des<br />

Geräts registriert wird.<br />

Diese Differenz ist umso kleiner, je höher<br />

die Strömungsgeschwindigkeit des Mediums<br />

in der Förderleitung ist. Sie fußt auf einer<br />

thermodynamischen Gesetzmäßigkeit: Ein<br />

Körper mit einer höheren Temperatur als<br />

seine Umgebung gibt an eine vorbeiströmende<br />

Masse Energie in Form von Wärme ab.<br />

Moleküle des Mediums, die an der Fühlerspitze<br />

des Schalters vorbeifließen, nehmen<br />

daher Wärme auf und transportieren sie<br />

01 Geht es bei einer Applikation um die<br />

Detektion einer Strömung und/oder eine<br />

Trendanzeige sind Strömungsschalter die<br />

richtige Wahl<br />

14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


weiter. Je häufiger Moleküle den Fühler<br />

passieren, desto höher ist die Kühlwirkung.<br />

Ihre Anzahl steigt kontinuierlich mit zunehmender<br />

Strömungsgeschwindigkeit.<br />

Methode „Reguliertes Heizen“<br />

Der Aufbau des Messfühlers ist hierbei<br />

identisch. Jedoch wird bei dieser Methode<br />

die Heizleistung reguliert, sodass der Temperaturunterschied<br />

zwischen den beiden<br />

Sensoren durchweg konstant gehalten wird.<br />

Mit steigender Strömungsgeschwindigkeit<br />

muss demzufolge die Heizleistung erhöht<br />

werden. Sie ist somit das Maß für das<br />

Fließtempo des Mediums.<br />

Im Gegensatz zu den anderen Schalter-<br />

Arten haben kalorimetrische Strömungswächter<br />

keine beweglichen Teile im Medium.<br />

Daher arbeiten sie auch überall dort zuverlässig,<br />

wo verunreinigte Medien vorkommen<br />

können, beispielsweise in Kühlkreisläufen.<br />

Außerdem sind sie dadurch nahezu<br />

wartungsfrei. Lediglich beim Einsatz in stark<br />

anhaftenden Medien sollte eine periodische<br />

Reinigung des Fühlers erfolgen, da mögliche<br />

Rückstände die Genauigkeit beeinträchtigen<br />

können. Darüber hinaus weisen kalorimetrische<br />

Strömungsschalter eine hohe<br />

Toleranz gegenüber sich ändernden Medieneigenschaften<br />

wie Temperatur, Dichte,<br />

Dielektrizitätskonstante oder Leitfähigkeit<br />

auf. Sie können daher sowohl unter sta bi ­<br />

len wie sich ändernden Bedingungen eingesetzt<br />

werden.<br />

Neue Generationen bieten eine<br />

hohe Leistungsfähigkeit<br />

02 Detailaufnahme: Messfühler mit zwei<br />

integrierten Temperatursensoren, wobei<br />

einer kontinuierlich über ein Heizelement<br />

erwärmt wird<br />

Die Flexibilität der Geräte wird durch Wahl<br />

zwischen digitalem und analogem Ausgangsignal<br />

erhöht. Beim analogen Ausgang, zum<br />

Beispiel 4…20 mA, kann der Anwender anhand<br />

des kontinuierlichen Signals über die<br />

03 Kalorimetrische<br />

Strömungsschalter<br />

sind prädestiniert für<br />

die Überwachung<br />

von Strömungen in<br />

Leitungssystemen<br />

Kalorimetrische Strömungsschalter besitzen eine hohe Toleranz<br />

gegenüber sich ändernden Medieneigenschaften.<br />

Messspanne auf die Strömungsentwicklung<br />

schließen. Somit lässt sich exemplarisch<br />

im Rahmen einer Filterüberwachung frühzeitig<br />

erkennen, wann sich eine Verblockung<br />

abzeichnet.<br />

Die Strömungsschalter der neuen Generation<br />

werden immer leistungsfähiger und<br />

intelligenter. Sie kommen in Ausführungen<br />

mit integrierter Temperaturmessung und/<br />

oder Diagnosefunktionen auf den Markt.<br />

Anwender sind damit in der Lage, über das<br />

Gerät auch die Medientemperatur zu kontrollieren<br />

und ersparen sich somit eine zweite<br />

Messstelle. Die Diagnosefunktion warnt vor<br />

einem Sensordefekt. Im Schadensfall kann<br />

über den Schaltausgang eine nachgelagerte<br />

Sicherheitsfunktion ausgelöst werden.<br />

Bilder: Aufmacher iStockphoto/Wika, sonstige Wika<br />

www.wika.de<br />

+++ LINUX +++ LINUX +++ LINUX<br />

MC100 – <strong>Industrielle</strong><br />

Datenkommunikation<br />

über Mobilfunk<br />

Vom einfachen Ethernet-Datenterminal<br />

bis zum programmierbaren Multifunktions-<br />

Gateway mit Erweiterungsboards<br />

Das MC100 ist eine erweiterbare<br />

Mobilfunk-Multifunktions-<br />

Plattform mit dem Charme eines<br />

beliebten Einplatinencomputers!<br />

MC100 Basis Board<br />

GPIO Interface Board<br />

M-Bus Interface Board<br />

Sensor Interface Board<br />

Besuchen Sie uns auf der embedded world <strong>2018</strong><br />

27.2. – 1.3.<strong>2018</strong>, Nürnberg, Halle 3, Stand 338<br />

Ihr Partner für M2M-/IoT-Projekte<br />

• Konzeption Ihrer Lösung<br />

• Entwicklung<br />

• Hardware<br />

• Software<br />

• Services<br />

alles aus einer Hand<br />

MC Technologies GmbH<br />

Kabelkamp 2 – 30179 Hannover<br />

Tel. +49 511 67 69 99 - 0<br />

Fax +49 511 67 69 99 - 150<br />

Website & Shop:<br />

www.mc-technologies.net<br />

info@mc-technologies.net


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Eine Sonde für zwei Messungen<br />

Die Pegelsonde DMU 08 T aus dem Hause Afriso kann den Füllstand<br />

und die Temperatur gleichzeitig an einer Messstelle messen.<br />

Eingesetzt wird die Pegelsonde bei Trinkwasser, Grundwasser,<br />

Abwasser (mit Option FEP-Kabel), Dieselkraftstoff und Heizöl.<br />

Sie wandelt den hydrostatischen<br />

Druck von Flüssigkeiten in den<br />

Druckbereichen 0/100 bis 0/25 bar<br />

und Temperaturen von 0/30 bis<br />

0/70 °C in proportionale, voneinander<br />

unabhängige elektrische<br />

4-20-mA-Signale. Die gleichzeitige<br />

Messung erfolgt dabei<br />

mit getrennter, voneinander<br />

unabhängiger Signalverstärkung.<br />

Die Basis der Druckaufnahme<br />

bildet eine piezoresistive<br />

Silizium-Messzelle. Die<br />

Temperatur wird mit einem integrierten Pt 100-Elements erfasst.<br />

Eine Sonderjustierung in allen gängigen Druckeinheiten ist<br />

möglich. Die beiden Ausgangssignale stehen in Zwei-Leiter-<br />

Technik zur Verfügung und sind kurzschluss- und verpolungssicher.<br />

Zur Montage sind Zubehörteile wie Verschraubungssets,<br />

Kabeldosen und Abspannklemmen erhältlich.<br />

www.afriso.de<br />

Fehlerkorrektur auf Knopfdruck<br />

LIVE@<br />

Die 3V-Interpolationsschaltung IC-TW28 von IC-Haus<br />

wertet magnetische und optische Sensoren aus, die<br />

Sinus- und Cosinus-Signale erzeugen. Ein Kopfdruck<br />

genügt zum Einstellen der Signalverstärkung und zur<br />

Korrektur von Signalfehlern, z. B. zur Konfektionierung<br />

von MR-Sensoren oder optischen Inkrementalgebern. Danach<br />

minimiert eine Auto-Korrektur den Winkelfehler, sodass bei<br />

Interpolationsfaktoren von x1 bis x256 die RS422-Ausgangstreiber<br />

hochwertige Quadratursignale<br />

liefern. Optional sind zusätzliche<br />

UVW-Signale mit einstellbarer<br />

Pulszahl verfügbar. sie<br />

dienen zur Kommutierung<br />

von Motoren mit bis zu<br />

32 Polpaaren. Der Baustein hat<br />

ein dreikanaliges analoges<br />

Frontend mit differentiellen<br />

PGA-Eingängen, das typische<br />

Sinus-/Cosinus-Signale von Magnetsensoren mit 50 mV oder<br />

Gebern mit 1 Vss akzeptiert und sich dabei automatisch auf die<br />

angebotenen Signale einstellt. Als Referenzmarken-Sensor können<br />

z. B. MR, GMR, TMR, lineare oder schaltende Hall-Sensoren<br />

angeschlossen werden.<br />

www.ichaus.com<br />

Temperatursensor mit IO-Link und Pilotlicht<br />

LIVE@<br />

Seinen Infrarot-Temperatursensor der Baureihe TW21 hat IFM Electronic mit IO-Link ausgestattet.<br />

Frei programmierbar über IO-Link oder direkt am Sensor sind der Analogausgang mit 4 bis 20 mA<br />

und der Schaltausgang. Ebenso ist der Emissionsgrad des Messobjektes über IO-Link oder am<br />

Sensor einstellbar. Zudem sind die Geräte mit einem LED-Pilotlicht ausgestattet, das der exakten<br />

Ausrichtung und Kontrolle des Messfeldes dient. Auf glühenden Oberflächen ist die grüne Lichtfarbe<br />

des Pilotlichtes gut erkennbar. Dazu besitzt der Sensor eine Simulationsfunktion, die direkt am Sensor oder<br />

per externem Steuersignal ausgelöst werden kann. Darüber hinaus ermöglicht die IO-Link-Kommunikationsschnittstelle<br />

eine dynamische Anpassung der Parameter auf die Applikation über die Leitwarte.<br />

www.ifm.com<br />

E I N L A D U N G<br />

Mittwoch, 07. März <strong>2018</strong><br />

8:00 bis 16:00 Uhr<br />

Jahrhunderthalle<br />

Pfaffenwiese 301<br />

65929 Frankfurt<br />

Messtechnik Steuerungstechnik Regeltechnik Prozessleitsysteme Automatisierung<br />

Führende Fachfirmen der Branche präsentieren ihre Geräte und Systeme und zeigen neue Trends im<br />

Bereich der Automatisierung auf. Die Messe wendet sich an Fachleute und Entscheidungsträger die in ihren<br />

Unternehmen für die Automatisierung verantwortlich sind.<br />

Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den Fachvorträgen ist für die Besucher kostenlos.<br />

MEORGA GmbH<br />

Sportplatzstraße 27<br />

66809 Nalbach<br />

Tel. 06838 / 8960035<br />

Fax 06838 / 983292<br />

www.meorga.de<br />

info@meorga.de<br />

Meorga.indd 1 23.01.<strong>2018</strong> 15:35:51<br />

16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Drehgeber für härteste Einsätze<br />

Posital hat seinen Hochleistungsgeber-Baukasten Ixarc<br />

um Heavy-Duty-Encoder erweitert. Diese sind als<br />

Inkremental- und Absolut-Drehgeber verfügbar und für<br />

sehr raue sowie anspruchsvolle Einsätze entwickelt, z. B.<br />

auf Schiffen, in Offshore-Anlagen, Bergwerken, auf Kränen<br />

oder in Windkraftanlagen. Ihr Gehäuse besteht aus<br />

korrosionsbeständigem Edelstahl 316L bzw. Aluminium.<br />

Spezialdichtungen ermöglichen Schutzklasse IP 67. Die Lager halten mechanischen<br />

Wellenlasten bis 250 N axial bzw. 350 N radial stand und sind gegenüber Schock und<br />

Vibrationen resistent. Eine Shaft-Lock-Wellensperre schützt die internen Komponenten<br />

vor Schäden durch extreme Schublasten auf der Welle. Zusätzlichen Schutz für Ausrüstung<br />

und Bediener bietet ein optionaler mechanischer Drehzahlschalter. Er sendet ein<br />

Warnsignal an die Motorsteuerung, sobald die Drehzahl der Welle einen vorgegebenen<br />

Grenzwert überschreitet. Der Betriebstemperaturbereich beträgt - 40 bis + 80 °C.<br />

www.posital.de<br />

HYGIENIC<br />

DESIGN.<br />

DER PMS<br />

AUS EDEL-<br />

STAHL.<br />

Stromsensoren mit hoher Leistungsdichte für die<br />

Leistungselektronik<br />

LIVE@<br />

Der programmierbare Stromsensor<br />

CFS1000 von Sensitec wurde für die<br />

hochdynamische elektronische<br />

Messung von DC-, AC- und gepulsten<br />

Strömen mit integrierter galvanischer<br />

Trennung entwickelt. Er besteht aus einem anisotropen<br />

magnetoresistiven (AMR) Sensorelement,<br />

kombiniert mit einem speziellen ASIC als System<br />

in Package (SiP) in einem JEDEC-konformen<br />

SOIC-Gehäuse. Bei diesem Stromsensor kann der<br />

Endanwender „seine eigene“ Stromschiene gemäß gewünschtem Strombereich und der<br />

geometrischen Randbedingungen flexibel realisieren. Die hohe Bandbreite lässt höhere<br />

Schaltfrequenzen zu, die wiederum die volle Ausnutzung von WBG-Bauteilen zur Erhöhung<br />

der Leistungsdichte von Umrichtern oder DC/DC-Wandlern ermöglichen. Die kompakten<br />

Abmessungen des CFS1000 bieten die Perspektive, Stromsensoren noch tiefer in die<br />

Leistungsmodule zu integrierten zur weiteren Reduzierung des Bauvolumens von Umund<br />

Wechselrichtern. Der Sensor weist kein Hystereseverhalten auf und bietet hohe<br />

Linearität und geringe Temperaturabhängigkeit.<br />

www.sensitec.com<br />

PMS<br />

Objekte mehrdimensional genau und<br />

frühzeitig erkennen und messen<br />

LIVE@<br />

Mit dem Mehrlagenscanner MRS6000 hat Sick einen<br />

3D-Lidar-Sensor entwickelt, der mehrdimensional<br />

genau und zuverlässig Objekte frühzeitig erkennt<br />

und misst. Der Scanner bietet eine hohe Scanpunktedichte<br />

über 24 Lagen. Die besondere Spiegeltechnologie sorgt dabei für eine<br />

hohe Scanfeldstabilität. Die Messdaten werden durch die 1-Gbit-Ethernetverbindung in<br />

Echtzeit übermittelt. Zudem ermöglicht der Sensor mit Multi-Echo-Auswertung eine<br />

Messung über große Distanzen und weist ein geringes Messwertrauschen sowie Multi-<br />

Echo-Fähigkeit auf. Durch die kompakte und robuste Bauform mit Schutzart IP67 eignet<br />

er sich auch für widrige Umgebungsbedingungen. Seine Einsatzbereiche reichen von<br />

Sicherheitsapplikationen zur Überwachung von Grundstücken und Gebäuden über<br />

Personenzählung bei Personenschleusen bis zum Einsatz in industriellen Fahrzeugen<br />

im Außenbereich zur Rückraumüberwachung. Aber auch in Verkehrsüberwachungssystemen<br />

und in der Robotik kann der MRS600 eingesetzt werden.<br />

www.sick.com<br />

Der neue Ultraschallsensor pms aus<br />

Edelstahl ist mit seinem intelligenten<br />

Hygienic Design prädestiniert für anspruchsvolle<br />

Aufgaben in der Lebensmittel- und<br />

Pharmaindustrie.<br />

+ 4 Tastweiten:<br />

von 20 –1.300 mm<br />

+ 3 Ausgangsstufen: Push-Pull-Schaltausgang<br />

mit IO-Link oder Analogausgang<br />

+ 2 Gehäusevarianten: D12-Adapterschaft<br />

und D12-Bajonettverschluss<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 17<br />

microsonic.de/pms


STEUERN UND ANTREIBEN I TITEL<br />

Toptechnologie für Top-Antriebe<br />

LIVE@<br />

Automatisierungssystem optimiert Sicherheit und Produktivität in Antriebs-Prüfständen<br />

Hersteller von Topmarken in<br />

der Automobilindustrie greifen<br />

ausschließlich auf Zulieferer zurück,<br />

die auch Topqualität liefern, wie<br />

das im westflämischen Zedelgem<br />

ansässige Unternehmen Tremec.<br />

Als Spezialist hochwertiger Antriebe<br />

für die Sportwagenindustrie<br />

werden dort Prüfstände selbst<br />

entwickelt, inklusive der<br />

Sicherheitslösung – und das auf<br />

rasant hohem Niveau.<br />

Kwinten Cantraine, Business Development Manager<br />

bei Pilz Belgium Safe <strong>Automation</strong> in Gent/Belgien<br />

Für die Automatisierung seiner Prüfstände<br />

hat sich der Automobilzulieferer den<br />

Automatisierungsexperten Pilz mit ins Boot<br />

geholt, der auch für das dazugehörige Sicherheitskonzept<br />

verantwortlich zeichnet. Technisches<br />

Herz ist das Automatisierungssystem<br />

PSS 4000, das in den Prüfständen sowohl<br />

sicherheitsgerichtete wie nicht sicherheitsgerichtete<br />

Aufgaben übernimmt.<br />

Die innovative Automatisierungstechnik<br />

ist ein Muss für den Automobilzulieferer,<br />

denn die Fokussierung auf das Sportwagensegment<br />

– also Antriebe für High-end –<br />

birgt produktionstechnische Herausforderungen.<br />

Grund ist die häufig sehr begrenzte<br />

Stückzahl bei Premiumsportwagen, die bei<br />

einigen exklusiven Modellen auf 5 000 Stück<br />

pro Jahr oder sogar weniger begrenzt ist.<br />

Daher muss Tremec absolut flexibel mit<br />

Blick auf Prüfstände und Produkte reagieren<br />

können.<br />

Kein Standard ist Standard<br />

Tremec ist mit Blick auf die Sportwagensparte<br />

praktisch auf eine Marktnische hin<br />

orientiert, was den Einsatz von Standardprüfständen<br />

schwierig bis unmöglich<br />

macht. Sie erfüllen schlichtweg nicht die<br />

erforderlichen Anforderungen. Im Speziellen<br />

sind dies Dynamik, Leistung und/oder<br />

Geschwindigkeit, die Standard-Prüfstände<br />

nicht abdecken können. Der Automobilzulieferer<br />

hat reagiert und eine eigene Abteilung<br />

„Test Bench Development“ etabliert,<br />

die sich ausschließlich mit Entwicklung und<br />

Bau des für die jeweilige Anforderung passenden<br />

Prüfstandes beschäftigt. Test Bench<br />

Development kann vom nur für ein einziges<br />

Modell hergestellten Antriebs-Prüfstand bis<br />

hin zum Prüfstand für mehrere Antriebe<br />

grundsätzlich flexibel auf unterschiedlichste<br />

Kundenanforderungen reagieren.<br />

18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


TITEL I STEUERN UND ANTREIBEN<br />

und Zweck ist es, einen Prüfstand zu erhalten,<br />

der das sogenannte „First Feeling“ des<br />

Lenkers bestmöglich simulieren kann“, so<br />

Pieter Meseure.<br />

„Die Risikoanalyse machte deutlich, dass<br />

wir für diese Anwendung die höchste Sicherheitsstufe<br />

einhalten müssen, nämlich PL e“,<br />

bringt Meseure das Ergebnis auf den Punkt.<br />

„First Feeling“ gibt vor<br />

„Dabei sind die von Tremec durchgeführten<br />

Tests sehr unterschiedlich“, erklärt Pieter<br />

Meseure, Technical Lead Lab and Prototyping<br />

bei Tremec. „Manche Tests führen<br />

wir durch, um Anpassungen unseres eigenen<br />

Engineerings zu überprüfen. Andere<br />

Tests werden uns von den Automobilherstellern<br />

auferlegt, in diesem Fall müssen<br />

wir bestimmte Kriterien bzw. Leistungen<br />

nachweisen.“ Die Testkriterien sind darüber<br />

hinaus sehr breit gefächert: Geschwindigkeit<br />

und Drehmoment sind „nur“ Basisgrößen.<br />

„Aber das Drehmoment besitzt<br />

zum Beispiel minimale Oszillationen, aus<br />

denen man Frequenzbereiche generieren<br />

kann. Wenn man diese analysiert, kann<br />

man noch genauere Werte kreieren“, fügt<br />

Meseure hinzu.<br />

Tremec entwickelt auch die Motoren für<br />

die Prüfstände in enger Abstimmung mit<br />

den Zulieferern und entwirft beispielsweise<br />

das Design der Schaltschränke selbst. „Sinn<br />

Antriebe „von der Stange“<br />

gibt es nicht<br />

Das Anpassen von Originalteilen bedeutet<br />

immer auch, dass die Sicherheitsstruktur neu<br />

betrachtet werden muss. Die Umwandler<br />

sind ein Beispiel dafür. Tremec kauft diese<br />

zwar zu, ersetzt deren Steuerplatinen aber<br />

durch eigene, selbst entwickelte Leiterplatten.<br />

„Würden wir die<br />

Ori ginalleiterplatten verwenden,<br />

dann wären wir<br />

auf 1 kHz für die Ansteuerung<br />

beschränkt, dies ist die<br />

Beschränkung für industrielle<br />

Buchsen“, nennt<br />

Meseure den Grund für die<br />

Modifikation. Die Ansteuerungen<br />

und die dahinterliegenden<br />

Leistungsteile<br />

können aber viel höhere Frequenzen<br />

bewältigen: „Dadurch,<br />

dass wir angepasste<br />

Leiterplatten verwenden,<br />

haben wir mehr Kontrolle<br />

über die Leistungsteile, die dahinterliegen,<br />

und können sie bis zu ihrer vollen Kapazität<br />

einsetzen“, beschreibt er den Nutzen.<br />

Anpassungen erfordern<br />

Neubetrachtung von Sicherheit<br />

Das Anpassen von Originalleiterplatten hat<br />

aber auch Folgen für die Sicherheit. Pieter<br />

Meseure: „Wir können nicht mehr alle inhärenten<br />

Sicherheitsfunktionen, die an den<br />

alten Leiterplatten vorhanden waren, selber<br />

an die neuen anpassen“, so Meseure. An<br />

dieser Stelle kam das Know-how des Experten<br />

für die sichere <strong>Automation</strong> aus Ostfildern<br />

ins Spiel: „Pilz kannten wir schon, die<br />

konfigurierbare Kleinsteuerung PNOZmulti<br />

hatten wir bereits im Einsatz“, berichtet<br />

er. Jetzt aber sollte das gesamte Sicherheitskonzept,<br />

das heißt alle Funktionalitäten,<br />

betrachtet werden.<br />

Sicherheitskonzept darf keine<br />

Lücken offenlassen<br />

Die Risikoanalyse, aus der sich die zu<br />

treffenden Maßnahmen ergeben, war<br />

Ausgangspunkt der CE-Kennzeichnung.<br />

Die Maßnahmen wiederum definierten,<br />

wie die Implementierung des Projekts umgesetzt<br />

wird – wie das Gehäuse eingebaut<br />

Das Automatisierungssystem<br />

PSS 4000 ist modular<br />

erweiterbar und lässt sich<br />

so flexibel auf zukünftige<br />

Veränderungen unserer<br />

Prüfstände anpassen. Damit<br />

sind wir für einen Sportwagen,<br />

der 2019 vorgestellt wird,<br />

bestens gerüstet.<br />

Pieter Meseure,<br />

Technical Lead Lab and<br />

Prototyping bei Tremec<br />

sowie die Steuerung eingesetzt und schlussendlich<br />

auch welche Software im System<br />

laufen wird. Danach muss – als Teil des<br />

CE-Konformitätsbewertungsverfahrens –<br />

alles überprüft werden. Pieter Meseure<br />

bestätigt: „Die CE-Kennzeichnung beizubehalten,<br />

war das langfristige Ziel. Da<br />

auch hier intern kein ausreichendes Fachwissen<br />

rund um Sicherheit vorhanden<br />

war, hat Pilz als akkreditierte Stelle das<br />

gesamte Konformitätsbewertungsverfahren<br />

übernommen.“<br />

Experten für Sicherheit mit<br />

ins Boot holen<br />

„Das Fachwissen von Pilz half uns auch<br />

dabei, Sicherheitsprobleme zu erkennen,<br />

an die wir selbst nicht gedacht hätten. Das<br />

Sicherheitskonzept rund um die Überwachung<br />

der Testzellen ist ein solches<br />

01 Das Automatisierungssystem PSS 4000<br />

sorgt bei Tremec dafür, dass Prüfstände für<br />

Antriebe produktiv und sicher arbeiten<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 19


STEUERN UND ANTREIBEN I TITEL<br />

02 Tremec aus Zedelgem in Belgien<br />

entwickelt Hochtechnologie-Antriebe<br />

für den Sportwagen-Sektor<br />

Beispiel: Früher, mit den alten Sicherheitsmodulen,<br />

führte ein Not-Aus stets zu einem<br />

erzwungenen Stopp der Anlage. Mit mitunter<br />

unnötigen Beschädigungen“, erinnert sich<br />

Pieter Meseure. Das neue Konzept sieht<br />

eine parallele Überwachung vor, bei der nur<br />

eingegriffen wird, wenn es absolut erforderlich<br />

ist. So können die Prozesse viel kontrollierter<br />

ablaufen.<br />

Gefährdungspotenzial lag auch beim Geschwindigkeitstest<br />

vor: Hier musste sichergestellt<br />

werden, dass innerhalb einer vorab<br />

definierten Zeitspanne heruntergebremst<br />

werden kann. Und, dass der Techniker<br />

erst dann manuell eingreifen kann, wenn<br />

die Prüfanlage tatsächlich stillsteht. Dafür<br />

wurden die Testzellen über Türverriegelungen<br />

gesichert, die erst freigegeben werden,<br />

wenn der Antrieb komplett stillsteht.<br />

Für zukünftige Aufgaben<br />

modular gerüstet<br />

Das Automatisierungssystem PSS 4000 ist<br />

modular erweiterbar und lässt sich so flexibel<br />

auf zukünftige Veränderungen der<br />

Prüfstände anpassen. Bei Tremec wird aktuell<br />

an einem Antrieb für einen Sportwagen,<br />

der 2019 vorgestellt wird, gearbeitet.<br />

„Eine herausfordernde Aufgabe, für die<br />

wir mit PSS 4000 gut gerüstet sind“, freut<br />

sich Meseure.<br />

Fotos: Tremec/Pilz GmbH & Co.KG<br />

www.pilz.com<br />

Neues Konzept für mehr<br />

Produktivität<br />

In der Prüfanlage sorgt das Automatisierungssystem<br />

PSS 4000 für die Sicherheit.<br />

Über die zum System gehörende Steuerung<br />

PSSuniversal PLC lässt sich die<br />

Geschwindigkeit der Motoren, die Räder<br />

und Antrieb der Wagen simulieren, überwachen.<br />

Neu ist, dass bei einem Not-Aus nun die<br />

Motoren über ein Signal sauber heruntergebremst<br />

werden können, während das<br />

Automatisierungssystem PSS 4000 die Prüfanlage<br />

entsprechend den vorgegebenen<br />

Parametern überwacht. Nur wenn das<br />

Herunterbremsen nicht innerhalb der<br />

Grenzwerte möglich ist, greift PSSuniversal<br />

PLC ein. So konnte nicht nur die Sicherheit,<br />

sondern auch die Produktivität der Testanlagen<br />

wesentlich erhöht werden.<br />

Ein Plus an Funktionen durch<br />

passende Automatisierung<br />

Auch ermöglichte der Einsatz von PSS 4000<br />

es, weitere Bedien-Funktionen zu integrieren,<br />

ohne die Sicherheit zu gefährden. Beispielsweise<br />

wird der Bediener oder Techniker<br />

nun bei der Montage des Antriebs ergonomisch<br />

entlastet: Da der Antriebsmotor<br />

jetzt etwas oszilliert, sodass sich der Antrieb<br />

einfacher aufsetzen lässt, kann die Montage<br />

„bequemer“ erfolgen. Auch die Ausgangsflansche<br />

werden in diesem Schritt angeschlossen,<br />

hier können die Motoren jetzt<br />

um 60° gedreht werden, um diese einzuspannen.<br />

Dadurch kann dieser Prozessschritt<br />

mehrmals wiederholt werden, ohne<br />

Ermüdung des Bedieners und ohne die<br />

Sicherheit einzuschränken.<br />

Sicherheit und <strong>Automation</strong> verschmelzen<br />

Mit dem Automatisierungssystem PSS 4000 lassen sich Automatisierungslösungen<br />

aufbauen, die gleichermaßen Automatisierungs- und Sicherheitsaufgaben<br />

abdecken und die für den Anwender dennoch sehr einfach zu handhaben<br />

sind. Zentrale Idee von PSS 4000 ist die Verschmelzung von Sicherheit und<br />

<strong>Automation</strong>. Zudem lassen sich die<br />

Vorteile einer dezentralen Steuerungsstruktur<br />

nutzen, ohne die damit üblicherweise<br />

verbundene höhere Komplexität<br />

bei einer Verteilung der Programme auf<br />

unterschiedliche Steuerungen in Kauf<br />

nehmen zu müssen. Die Handhabung<br />

wird vereinfacht bei gleichzeitig höherem<br />

Grad der Standardisierung.<br />

Automatisieren mit System<br />

Im Detail besteht das Automatisierungssystem PSS 4000 aus Hardware- und<br />

Software-Komponenten sowie dem Echtzeit-Ethernet SafetyNET p und verschiedenen,<br />

für unterschiedliche Bereiche einsetzbare Programmiereditoren mit ihren<br />

applikationsorientierten Funktionsbausteinen. Zur Hardware gehören Steuerungen<br />

verschiedener Leistungsklassen. Die Steuerungen PSSuniversal PLC sind die<br />

„Allrounder“ im Automatisierungssystem PSS 4000. Sie eignen sich für große,<br />

verteilte Anlagen, wie bei Maschinenstraßen<br />

oder in der Prozessindustrie<br />

sowie außergewöhnliche Anwendungen<br />

wie Schleusenanlagen oder<br />

Verladesysteme. Es handelt sich dabei<br />

um Speicherprogrammierbare<br />

Steuerungen, die auch in Kombination<br />

mit anderen Komponenten neue<br />

Lösungsansätze bieten. So besteht<br />

beispielsweise die Möglichkeit der<br />

sicheren Erfassung und Überwachung<br />

von Position und Geschwindigkeit.<br />

20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Robust, vernetzbar und klar skalierbar<br />

LIVE@<br />

Moderate Anschaffungskosten, wartungsfreies Design und Einsatz der Hardware<br />

bis mindestens 2027 verspricht Bosch Rexroth für die neue Generation der<br />

Industrie-PC-Plattform PR, VR, DR. Entwickelt für den unteren und mittleren<br />

Leistungsbereich ist sie ausgestattet mit Intel-Prozessoren unterschiedlicher<br />

Leistungsklassen. Die Box- und Panel-PCs PR und VR bieten ein abgestuftes<br />

System für viele Aufgaben einschließlich Industrie-4.0-Anwendungen mit hohen Datendurchsätzen.<br />

Die Box-PCs PR eignen sich für den horizontalen oder vertikalen Einbau. Zur<br />

bedarfsgerechten Visualisierung und Bedienung gibt es die<br />

hochauflösenden, kapazitiven Multi-Touch-Widescreen-<br />

Displays DR von 12 bis 21". Ihre Anbindung erfolgt per<br />

DisplayPort/USB oder CDI+, wodurch sich mit nur einem<br />

Kabel bis zu drei Displays ohne Repeater verbinden lassen.<br />

Die Panel-PCs VR vereinen die Eigenschaften von PR und<br />

DR in einem Gerät und zielen vor allem auf HMI-basierte<br />

Anwendungen ab.<br />

www.boschrexroth.de<br />

Temperaturregler für kontrollierte Prozesse<br />

in Produktionsanlagen<br />

Unkontrolliert schwankende Temperaturen können in Produktionsanlagen zu ernsthaften<br />

Schäden führen, sodass eine zuverlässige Temperaturregelung unabdingbar ist. Bachmanns<br />

neuer adaptiver Temperaturregler ATeC mit seinem integrierten Softwaremodul hat nicht<br />

nur die Temperatur von bis zu 128 gekoppelten Heiz- und Kühl-Regelstrecken sicher im<br />

Griff, er spart durch seine Intelligenz auch Zeit und Kosten.<br />

Während eines Lernprozesses ermittelt der adaptive Temperaturregler<br />

vollautomatisch die Charakteristik selbst verkoppelter Heizund<br />

Kühlstrecken und errechnet dazu passende Regelparameter.<br />

Der Bediener ist während dieser Zeit nicht gebunden. Die Zeitund<br />

Kostenersparnis mittels ATeC gilt auch für die Anlagenwartung:<br />

Wurde z. B. ein Heizelement durch ein neues größeres Element<br />

ersetzt, können die neuen Regelungsparameter wieder auf Knopfdruck<br />

gesucht werden. Demzufolge muss der Techniker nicht<br />

mehrere Tage vor Ort bleiben, um die Regelung manuell<br />

einzustellen.<br />

www.bachmann.info<br />

Standard, Safety und Motion Control in einem Gerät<br />

LIVE@<br />

Eine multifunktionale Plattform, die Steuerungs- und PC-Funktionen<br />

kombiniert, erweitert das Portfolio der Advanced Controller Simatic S7-1500<br />

von Siemens. Zudem ergänzen zwei neue Technologie-CPUs das Portfolio für<br />

Midrange Motion Control-Aufgaben.<br />

Die Plattform CPU 1518(F)-4 PN/DP<br />

kombiniert eine typische Steuerung mit bisher<br />

auf einem PC ausgelagerten Aufgaben – etwa<br />

modellbasierte und Hochsprachen-Programmierung<br />

oder Lösungen mit Datenbanken. Vorhandene<br />

C/C++-Algorithmen können weiterverwendet<br />

werden, und der bisher zu programmierende<br />

Datenaustausch zwischen PC und Controller<br />

wird vereinfacht. Darüber hinaus wird die<br />

Projektierung vereinheitlicht und der Platzbedarf<br />

sinkt – bei einer robusteren Gesamtlösung auf<br />

einer Hardware mit Simatic-Embedded-Betriebssystem. Die Motion Control-Funktionalitäten<br />

aller Simatic S7-1500 Technologie-CPUs wurden um die Ansteuerung von 2D- bis 4D-<br />

Kinematiken erweitert. Das ermöglicht zusätzliche Handling-Applikationen.<br />

www.siemens.com<br />

Achsregelbaugruppen<br />

• digitale Achsenregler für<br />

hydraulische Systeme<br />

• Positions- und Druckregelung<br />

• Zwei-Achs-Module mit<br />

Gleichlaufregelfunktion<br />

• ProfiNet, EtherCAT, Ethernet/IP<br />

oder Profibus Schnittstelle<br />

• optimiert für Proportional-, Regelund<br />

Servoventilanwendungen<br />

• einfachste Bedienung und somit<br />

problemlose Inbetriebnahme<br />

• Industrie 4.0<br />

Elektronik GmbH<br />

Gewerbering 31<br />

D-41372 Niederkrüchten<br />

Telefon: +49 (0)2163 577355-0<br />

Fax: +49 (0)2163 577355-11<br />

E-Mail: info@w-e-st.de<br />

Internet: www.w-e-st.de<br />

Alles für die Hydraulik:<br />

Leistungsverstärker, Druck-,<br />

Positions-, Gleichlauf- und<br />

Pumpenregelungen


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Modular und flexibel im Ex-Bereich<br />

Neue Konzepte an der Mensch-Maschine-Schnittstelle – Vorteile und Einsatzgebiete<br />

LIVE@<br />

Für den Einsatz in<br />

explosionsgefährdeten<br />

Umgebungen müssen HMI-Systeme<br />

höchste Anforderungen erfüllen.<br />

Wir stellen Ihnen eine neue Serie<br />

vor, die sich auch für hygienesensible<br />

Bereiche eignet, und viele<br />

Arbeitsschritte ganz im Sinne einer<br />

modernen Prozessautomation<br />

direkt vor Ort erlaubt.<br />

Schon seit Jahren geht der Trend in der<br />

Prozessindustrie zu weitgehend digitalisierter,<br />

papierloser Produktion. Angesichts<br />

beständig wachsender Anforderungen an<br />

die Produktqualität und deren Reproduzierbarkeit<br />

kommen dabei digitale Steuerungen<br />

und Systeme zum Einsatz. Neben Speicherprogrammierbaren<br />

Steuerungen (SPS)<br />

und Prozessleitsystemen (DCS) gehören in<br />

zunehmendem Maß auch rechnerbasierte<br />

Produktionssteuerungssysteme (MES) dazu.<br />

Dr. Marc Seißler, Produkt Portfolio Manager HMI,<br />

Stefan Sittel, Business Development Manager,<br />

beide bei der Pepperl+Fuchs GmbH in Mannheim<br />

01<br />

Bei solchen Produktionsanlagen werden<br />

(beispielsweise bedingt durch Chargenfertigung)<br />

viele Arbeitsschritte direkt vor Ort<br />

durchgeführt und auch die Anlage wird<br />

dann von dort aus gesteuert und überwacht.<br />

Entsprechend steigt der Bedarf an<br />

Rechnersystemen und Bedienstationen mit<br />

Monitor, Tastatur und Maussteuerung.<br />

Die Anforderungen an die Robustheit,<br />

Reinigbarkeit und chemische Beständigkeit<br />

solcher Monitor-Bedienstationen sind<br />

in der Prozessindustrie enorm hoch. Da es<br />

sich bei den Einsatzorten häufig auch um<br />

explosionsgefährdete Bereiche handelt,<br />

müssen die Bedien- und Anzeigegräte entsprechend<br />

zertifiziert sein. Notwendig sind<br />

daher Zulassungen gemäß Atex, IECEx,<br />

NEC und andere, entsprechend der jeweiligen<br />

Weltregion. Außerdem sind<br />

moderne Architekturen zur Anlagensteuerung<br />

auf lokale Intelligenz und zumeist<br />

auch auf einen Netzwerkanschluss im<br />

Monitor angewiesen.<br />

Die passende Lösung für jedes<br />

Steuerungssystem<br />

Ist beispielsweise eine SPS als Steuerungssystem<br />

im Einsatz, muss die Visualisierungssoftware<br />

zur Darstellung der Prozesswerte<br />

und des Anlagenschemas auf dem<br />

Monitor selbst ablaufen können. Daher<br />

kommen in diesem Fall überwiegend Monitore<br />

mit integriertem Industrie PC und<br />

Windows zehn IoT Betriebssystem zum<br />

Einsatz. Bei DCS und MES ist die Visualisierungssoftware<br />

fester Bestandteil der Anlagensteuerung,<br />

die sich für gewöhnlich<br />

außerhalb des Produktionsbereiches befindet.<br />

Hier kommen Bedienstationen zum<br />

Einsatz, die Fertigungsschritte und Analgenbilder<br />

auf große Distanz anzeigen und<br />

steuern können.<br />

Mit der VisuNet Produktfamilie hat<br />

Pepperl+Fuchs schon vor über zehn Jahren<br />

netzwerkbasierte Remote-Monitore<br />

mit integriertem Thin Client<br />

entwickelt, die heute fester<br />

Technologie-Standard sind.<br />

Dabei werden Videobilder sowie<br />

die Tastatur- und Mausdaten<br />

über die Ethernet-<br />

Infrastruktur der Produktionsanlage<br />

mihilfe netzwerkfähiger<br />

Protokolle (Microsoft<br />

RDP, VNC, etc.) in<br />

komprimierter Form übertragen.<br />

Auf diese Weise<br />

ist es möglich, beliebige<br />

Distanzen zu überbrücken,<br />

mit WAN-Standleitungen<br />

sogar über Kontinente<br />

hinweg. Die Remote<br />

Monitore unterstützen<br />

die heute<br />

zumeist eingesetzten<br />

virtualisierten Rechnerarchitekturen.<br />

Verschiedene Optionen<br />

einer Netzwerk-Infrastruktur<br />

02<br />

Dank Standard IEEE Netzwerktechnik<br />

können für die Verbindung verschiedene<br />

Medien eingesetzt werden. Als technische<br />

Optionen stehen Kupferkabel (z. B. Cat 7),<br />

Lichtwellenleiter und WLAN zur Auswahl.<br />

Die PC- und Remote Monitore der VisuNet<br />

01 Display, Rechner-Modul und Spannungsversorgung<br />

sind als modulare Komponenten<br />

konzipiert<br />

02 Die Monitore der GXP Reihe<br />

in Kombination mit der Management<br />

Software VisuNetCC erlauben viele neue<br />

Möglichkeiten für den Einsatz von Bedienstationen<br />

der internationalen Ex-Zonen<br />

22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


You CAN get it...<br />

Hardware und Software<br />

für CAN-Bus-Anwendungen…<br />

Besuchen Sie uns in<br />

Halle 1, Stand 483<br />

Produktreihe unterstützen all diese Standards<br />

auch für den Ex-Bereich. Die VisuNet<br />

GXP Bedienstationen als neueste Generation<br />

sind zugelassen für Atex und IECEx<br />

Zone 1 /21, Zone 2/22 sowie für die NEC<br />

hinter-Glas Sensoren eine Display-Oberfläche<br />

aus robustem, chemisch bestän digem<br />

Glas, das unempfindlich gegenüber Störungen<br />

durch auftreffende Gegenstände oder<br />

tropfende Flüssigkeiten ist. Zudem lassen<br />

In weltweit verfügbaren Solution Engineering Centern<br />

bieten Experten maßgeschneiderte Lösungen, die eigens auf<br />

die Anforderungen vor Ort zugeschnitten werden können.<br />

Class I/II Div2 und Class I/II Zone 2.<br />

Auch bieten sie die Möglichkeit<br />

in Zone 1/21 eine Standard-Lichtwellenleiter-Netzwerkverbindung<br />

aufzubauen,<br />

ohne die Notwendigkeit einer<br />

Ex-zugelassenen Gegenstelle<br />

auf Seiten der Steuerungsrechner.<br />

Darüber hinaus entfällt<br />

die bisher zumeist<br />

vorgeschriebene optische<br />

Eigensicherheit<br />

[op is] für<br />

Media Changer oder<br />

Switch. Das vereinfacht<br />

die Netzwerk-Infrastruktur<br />

und spart damit erhebliche<br />

Kosten.<br />

Visualisierung ohne<br />

Grenzen<br />

Ein weiterer, ganz entscheidender Vorteil<br />

der VisuNet GXP Reihe ist ihr modularer<br />

Aufbau. Display Modul, die Prozessoreinheit<br />

(PC oder Thin Client) und Spannungsversorgung<br />

(AC oder DC Power Einheit)<br />

sind alle einzeln Ex-zugelassen. Die einzelnen<br />

Module sind über Stecker und Kabel<br />

miteinander verbunden und können im<br />

Fall eines Defektes ganz einfach am Standort<br />

des Kunden instandgesetzt werden.<br />

Das modulare Baukastensystem bietet<br />

auch die Wahl zwischen zwei Display-<br />

Größen. Verfügbar sind die Einheiten als<br />

19" oder ein 22" Full-HD-16:9-Display, womit<br />

nahezu alle Visualisierungs-Anforderungen<br />

der Prozessindustrie abdeckt sind. Auch<br />

Touchscreen mit der innovativen P-Cap<br />

Technologie (Projected Capacitive) sind<br />

erhältlich. Gegenüber resistiven Touchscreen-Folien<br />

aus Kunststoff erlauben die<br />

sie sich mit üblichen Handschuh- Typen<br />

bedienen und erlauben die Mehr-Finger-<br />

Bedienung.<br />

Monitore von jedem Ort aus<br />

konfigurieren und managen<br />

Mit der steigenden Zahl von Bodenstationen<br />

in der Prozessindustrie besteht auch<br />

die Notwendigkeit diese Remote-Monitore<br />

von einem Standard-PC aus zentral über<br />

das Netzwerk zu verwalten. Ohne die Anlage<br />

selbst zu betreten soll es so möglich sein,<br />

die Monitore zu konfigurieren, zu managen<br />

und die Anwender vor Ort zu unterstützen.<br />

Pepperl+Fuchs hat dafür das VisuNet Control<br />

Center (VisuNetCC) entwickelt. Die<br />

Management Software vereinfacht die Inbetriebnahme<br />

aller Monitore ganz erheblich.<br />

Die Konfigurationen der zahlreichen<br />

Zusatzfunktionen werden einmal lokal auf<br />

dem Service-PC vorgenommen und mit<br />

VisuNetCC abgespeichert. Dann können sie<br />

beliebig auf weitere Monitore übertragen<br />

werden.<br />

Über VisuNetCC kann während des Betriebes<br />

der Status aller im Netzwerk befindlichen<br />

Monitore übersichtlich dargestellt und<br />

überwacht werden. Sogar Updates können<br />

über diese Software zentral durchgeführt<br />

werden. Bei Bedarf kann auf dem Service-PC<br />

das VisuNet Monitorbild dupliziert und die<br />

Steuerung des Remote-Monitors übernommen<br />

werden. So eröffnen die neuen Monitore<br />

der GXP Reihe in Kombination mit der<br />

Mana gement Software VisuNetCC völlig<br />

neue Möglichkeiten für die Bediensta tionen<br />

der internationalen Ex-Zonen.<br />

Bilder: Pepperl+Fuchs, Schmuckbild Fotolia<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

Alle Preise verstehen sich zzgl. MwSt., Porto und Verpackung. Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten.<br />

PCAN-Diag FD<br />

Diagnose eines CAN-FD- oder CAN<br />

2.0-Busses auf physikalischer und<br />

Protokoll-Ebene 2-Kanal-Oszilloskop<br />

symbolische Nachrichtendarstellung<br />

Aufzeichnung und Wiedergabe<br />

Messung der Bitrate, Buslast und<br />

Terminierung<br />

PCAN-Router Pro<br />

ab 1290 €<br />

PCAN-PCI/104-Express FD<br />

CAN-FD-Interface für PCI/104-<br />

Express-Systeme. Erhältlich als Ein-,<br />

Zwei- und Vierkanalkarte inkl. Treiber<br />

für Windows ® und Linux.<br />

ab 290 €<br />

Konfigurierbarer Vierkanal-CAN-<br />

Router und Datenlogger im<br />

robusten Aluminiumgehäuse inkl.<br />

Entwicklungspaket zur Firmware-<br />

Programmierung mit Beispielen.<br />

495 €<br />

www.peak-system.com<br />

Otto-Röhm-Str. 69<br />

64293 Darmstadt / Germany<br />

Tel.: +49 6151 8173-20<br />

Fax: +49 6151 8173-29<br />

info@peak-system.com


NACHGEFRAGT<br />

Industrie 4.0 und Sicherheit –<br />

Sind wir für die Zukunft gut<br />

aufgestellt?<br />

Security beschreibt die Sicherheit von IT-Systemen, die im<br />

Zuge zukünftiger Industrie-4.0-Konzepten mittlerweile so<br />

brisant ist, wie kaum ein anderes Thema. Wie bereiten sich<br />

Anlagenbetreiber und Hersteller bestmöglich vor und welche<br />

Sicherheitslücken sollten dringend geschlossen werden?<br />

Schadprogramme werden künftig auch Schwachstellen<br />

industrieller <strong>Automation</strong>skomponenten anvisieren.<br />

Die Cybergefahren für eingebettete Systeme, Industrieund<br />

Prozessanlagen werden größer. Im Januar<br />

warnten Kaspersky-Experten vor 14 schweren<br />

Schwachstellen im Lizenz-Management-System<br />

,Hardware Against Software Piracy (HASP)‘, das auch<br />

bei industriellen Kontrollsystemen genutzt wird. In<br />

diesem Fall würde der Einsatz aktueller Software-<br />

Treiber und das Schließen des Ports 1947 schützen.<br />

Generell kann zeitgemäßer Industrie-4.0-Schutz über<br />

mehrschichtige Schutztechnologien und -services –<br />

beispielsweise für SCADA-Server, HMIs, industrielle<br />

Workstations, speicherprogrammierbare<br />

Steuerungssysteme (SPS),<br />

Netzwerkverbindungen und<br />

Mitarbeiter – realisiert<br />

werden.<br />

Stefan Rojacher<br />

Corporate Communications<br />

& Public Affairs<br />

Manager DACH & CEE<br />

bei Kaspersky Labs<br />

GmbH, Ingolstadt<br />

Franz Köbinger,<br />

Marketing Manager<br />

Industrial Security,<br />

Siemens AG, Nürnberg<br />

Aufgrund der erwarteten<br />

starken Zunahme vernetzter<br />

Komponenten werden sich<br />

Gefährdungen und Sicherheitslücken nie ganz<br />

ausschließen lassen. Daher empfiehlt sich ein<br />

umfassendes Defense-in-Depth Konzept, etwa<br />

gemäß IEC 62443, so dass einzelne Schwachstellen<br />

nicht ausgenutzt werden können. Diese mehrschichtige<br />

Verteidigung kombiniert Netzwerk-,<br />

System- und Software-Sicherheit und nicht zuletzt die<br />

Überwachung der Automatisierungsanlagen auf<br />

Anomalien, um Angriffe frühzeitig aufzudecken.<br />

Damit Anlagenbetreiber dieses Konzept bestmöglich<br />

umsetzen können, unterstützt Siemens diese bei<br />

Bedarf mit einem umfangreichen und aufeinander<br />

abgestimmten Portfolio an Security Produkten und<br />

Services. Prozessverbesserungen zur Erhöhung der<br />

Produktsicherheit tun ein Übriges, um die Risiken<br />

einzugrenzen und Verlässlichkeit und Vertrauen in<br />

digitale und vernetzte Anwendungen zu schaffen.<br />

24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


NACHGEFRAGT<br />

Oliver Winzenried,<br />

Vorstand der<br />

Wibu-Systems AG,<br />

Karlsruhe<br />

Industrie 4.0 und Digitalisierung benötigen<br />

Security, Security und Security. Hersteller<br />

in der Industrieautomatisierung müssen<br />

„Security by Default“ umsetzen. Alle<br />

Komponenten müssen Security-Mindestanforderungen<br />

erfüllen, Integratoren sollen<br />

zu einer sicheren Konfiguration geleitet<br />

werden. Außerdem können sie zugeschnittene<br />

Komponenten anbieten mit neuen Geschäftsmodellen.<br />

Anlagenbetreiber müssen einen<br />

ungestörter Betrieb und Chancen kundenindividueller<br />

Produktion und Vernetzung verschiedener Standorte<br />

realisieren. Um Fehlbedienung und Angriffe von außen<br />

zu verhindern, benötigt jedes vernetzte Gerät, z. B.<br />

Sensoren oder SPS, eine eindeutige Identität. Die<br />

Kommunikation muss Integrität und Vertraulichkeit<br />

sichern. Offene Standards wie OPC UA helfen Betreibern,<br />

Anlagen sicher zu konfigurieren. Auftraggeber müssen Dr. Max Buch<br />

Diebstahl der Produktionsdaten verhindern und wgjwirgjwgiowghogaegOghog<br />

Stückzahlen kontrollieren.<br />

Im Zuge von Industrie 4.0 werden Industrienetzwerke,<br />

die ehemals durch Separierung abgesichert waren,<br />

unkontrolliert zugänglich. Die in den Produktionsnetzwerken<br />

eingesetzten industriellen Leit- und Steuerungskomponenten<br />

sind nicht auf eine sichere Vernetzung<br />

ausgelegt. Gerade bei Fernwartungszugängen und<br />

Update-Interfaces gibt es Sicherheitslücken – ideale<br />

Einfallstore für Hackerangriffe. Um diese zu schließen,<br />

benötigen Unternehmen ein mehrstufiges Sicherheitskonzept,<br />

das alle Automatisierungsebenen schützt.<br />

Eine solche Gesamtlösung umfasst Netzwerksensoren,<br />

Reporting-Tools, Industrie-Firewalls und<br />

eine Ethernet-Verschlüsselung. Auf diese Weise<br />

können Gefahren aufgedeckt, Anomalien<br />

visualisiert und das Netzwerk vor Angriffen<br />

geschützt werden. Wenn ein Unternehmen sich<br />

auf diese Weise vorbereitet, kann Industrie 4.0<br />

zu einem echten Innovationssprung verhelfen.<br />

Anja Dienelt, Solution Manager<br />

IoT, Rohde & Schwarz Cybersecurity<br />

GmbH, München<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 25


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Web-Visualisierung ohne<br />

HTML-Kenntnisse<br />

LIVE@<br />

Die Visualisierungssoftware Galileo 10.2 von Eaton<br />

unterstützt den Anwender der Touchpanels XV100,<br />

XV300 und XP500 bei der Programmierung, Bedienung,<br />

Beobachtung und Steuerung von Maschinen und<br />

Anlagen. Eine neue Funktion ist die Integration der<br />

Web-Funktion für Betrieb und Wartung. So können Maschinen<br />

nicht nur lokal, sondern auch über mobile und stationäre Endgeräte<br />

visualisiert sowie gesteuert werden. Mit diesem Update können<br />

anspruchsvolle, webbasierte<br />

Visualisierungen mit einem<br />

Klick erstellt werden – ohne<br />

Kenntnisse in HTML 5.<br />

Die Sicherheit wird beim<br />

Web-Zugriff durch eine<br />

SSL-Verschlüsselung<br />

gewährleistet. Bis zu fünf<br />

User können gleichzeitig<br />

auf ein Endgerät zugreifen.<br />

Der System-Tag Is Web gibt<br />

Auskunft darüber, ob ein Webzugriff stattfindet. Zu den weiteren<br />

neuen Funktionen zählen eine automatische Objekterkennung,<br />

intelligente Drag-&-Drop-Technologien, erweiterte Container-<br />

Funktionen, die Verwendung von Styles und insbesondere das<br />

neue Tool Tag Table.<br />

www.eaton.de<br />

Mehr Optionen für Ex-Bereich im<br />

HMI-Baukasten<br />

LIVE@<br />

Für HMI-Systeme, die im Ex-Bereich eingesetzt werden,<br />

hat das Unternehmen Pepperl+Fuchs im Rahmen<br />

seines Visunet GXP-Portfolios ein Baukastensystem<br />

entwickelt. Eine PC-Rechnereinheit mit Intel-Quad-<br />

Core-Prozessor sowie einem offenen Windows-<br />

Betriebssystem ermöglicht es, individuelle Softwarepakete wie<br />

Scada-Applikationen zu installieren, um<br />

Anwendungen im Ex-Bereich zu visualisieren<br />

und zu steuern. Serielle Schnittstellenoptionen<br />

wie RS232, RS485 oder<br />

Ethernet erlauben aus dem Ex-Bereich<br />

heraus einen direkten Zugriff auf die SPS<br />

oder andere Peripherie-Geräte. Zudem<br />

können mit Fiberoptik selbst weit<br />

entfernte Teile einer Anlage vernetzt<br />

werden. Dazu ist auch eine weitere<br />

Display-Einheit neu im GXP-Portfolio:<br />

Neben der 21,5"-Bildschirmdiagonalen<br />

wird ebenfalls eine 19"-Variante angeboten.<br />

Neben den PC-basierten HMI-Geräten<br />

kommt auch eine neue Generation<br />

smarter, Thin-Client-basierter HMIs zum<br />

Einsatz. Die aktuelle Firmware-Version<br />

hat ein Windows-10-IoT-Betriebssystem.<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

Funkssystem „entkabelt“ verkabelte Sensoren direkt vor Ort<br />

LIVE@<br />

Der Kabelersatz durch Funkstrecken ist in der Sensor- und Messtechnik ein probates Mittel<br />

zur Anlagenoptimierung mittels vereinfachter Installation und reduziertem Wartungsaufwand.<br />

Ein Beispiel ist die Einbindung räumlich schwer zugänglicher Sensoren in das<br />

Kommunikationsnetzwerk der Anlage. Das gelingt ohne Schwierigkeiten für konstruktiv<br />

bereits kabellose, nicht jedoch für verkabelte Sensoren. Genau diesen Fall löst eine<br />

Geräteneuheit von Schildknecht: Zwei eng zusammenwirkende Dataeagle-Module der Reihe 2730<br />

bilden eine Funktionseinheit, wobei ein als IO-Modul ausgebildetes Funkmodul DE X-treme IO 2730<br />

direkt vor Ort das Sensorsignal kabelgebunden aufnimmt und es ausgangsseitig per Funk (Bluetooth LE)<br />

an ein über Feldbus an die Steuerung eingebundenes Funkmodul Dataeagle compact 2730 weiterleitet.<br />

Diese Lösung generiert vielseitigen Nutzen: Sensorhersteller können ihre Geräte ohne Neuentwicklung<br />

als „kabellos“ anbieten, Anwender können installierte Sensoren nachträglich<br />

„entkabeln“ und die Anlagen werden wartungsfreundlicher.<br />

www.schildknecht.ag<br />

„Mit dem AutoLoadBaler sparen<br />

wir jährlich 46.000 € bei unserer<br />

Entsorgung ein.“<br />

Daniel Kleiner, Fachkraft für Arbeitssicherheit,<br />

Albert Berner Deutschland GmbH<br />

AutoLoadBaler –<br />

die Zeitmaschine<br />

H8.1 | B110/B118 H3 | A61<br />

Sparen auch Sie Zeit<br />

und besuchen Sie:<br />

autoloadbaler.de<br />

STRAUTMANN.indd 1 09.02.<strong>2018</strong> 08:29:36<br />

26 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


Baukasten für wachsende<br />

IoT-Strukturen<br />

LIVE@<br />

Das Unternehmen ADS-Tec hat sein System Big<br />

Linx zu einer IoT-Service-Plattform erweitert.<br />

Dafür wurden die Bediensoftware X-Remote um<br />

eine Online-Variante und die Bediengeräte um<br />

neue Funktionen ergänzt. Damit ermöglicht die<br />

cloudbasierte Plattform das Sammeln und Auswerten sowie die<br />

Überwachung und Analyse von Daten. Darüber hinaus ist ein Fernzugriff auf weltweit<br />

verteilte Anlagen und Maschinen möglich. Mit einer offenen Schnittstellenstruktur und<br />

vielen Bedienmodi kann sie individuell gestaltet werden. Fernwartung und Dashboardgesteuerter<br />

Remote Service, Condition Monitoring, Device Management und künftige<br />

Datenanalyse mithilfe von Predictive-Maintanance-Applikationen können nach Bedarf<br />

und Anforderung des Marktumfeldes in bestehende IT-Systeme eingebunden werden.<br />

Die Lösung eignet sich für zahlreiche Branchen, z. B. Lager und Logistik, Medizintechnik,<br />

Lebensmittel- und Getränkeindustrie oder den maritimen Bereich. Eine spezielle Lösung<br />

wird überdies für den chinesischen Markt angeboten.<br />

www.ads-tec.de<br />

IIoT-Gateway und Embedded-Controller vereint<br />

Zwei Technologien in einem Gerät vereint – das bietet der Kompakt-Controller MXE-210<br />

im Portfolio des Distributors Acceed. Der für den Einsatz im Temperaturbereich von<br />

- 40 bis + 85 °C konzipierte Controller ist gleichermaßen<br />

als IIoT-Gateway und als Embedded-Plattform für die<br />

Steuerung vor Ort einsetzbar. Die Serie bietet Modelle<br />

mit unterschiedlicher Basisausstattung hinsichtlich CPU,<br />

Speicher und optionalen Merkmalen. Sie unterstützen<br />

u. a. die Industrie-Standards Modbus, Ethercat, DDS,<br />

MQTT und Canopen by Vortex Edge Connect ebenso<br />

wie Wi-Fi, BT, Lora, 3G und 4G LTE für die diversen<br />

Techniken der Funk-Kommunikation. Lora ist ein<br />

speziell für die Kommunikation im Internet der Dinge<br />

entwickeltes Wireless-Netzwerkprotokoll. Interessant ist der Controller für anspruchsvolle<br />

Anwendungen in den Bereichen Transport, <strong>Automation</strong>, Fertigung und Smart-<br />

City-Lösungen. Um die einsatzfertige Konfektionierung kümmern sich Experten des<br />

Distributors.<br />

www.acceed.net<br />

Modulares IoT-Edge-Gateway<br />

LIVE@<br />

Das modulare IoT-Edge-Gateway MEG5000 aus dem Hause Robustel<br />

unterstützt verschiedene Kommunikationsprotokolle für die schnellere<br />

Anwendungsentwicklung. Es verfügt über drei<br />

skalierbare Karten, die viele Schnittstellen<br />

unterstützen. Mit Edge Computing kann es<br />

Daten direkt im Edge-Bereich des Netzwerks in Echtzeit<br />

verarbeiten. Somit kann es Daten effizient erfassen,<br />

analysieren und daraufhin reagieren. Darüber hinaus<br />

unterstützt es die im IIoT wichtige Datenoptimierung.<br />

Wenn große Datenmengen über begrenzte Bandbreiten<br />

in die Cloud gesendet werden, können Latenzzeiten<br />

entstehen. Das Gateway unterstützt bis zu 1 300 Mbps<br />

W-Fi-Geschwindigkeit, um sicherzustellen, dass seine<br />

Edge-Computing-Leistung solche großen Daten-Uploads<br />

reduziert. Es nutzt RobustOS, ein Linux-basierendes Betriebssystem, das für die Geräte<br />

des Herstellers entwickelt wurde. Zusätzlich wird ein Software-Entwicklungs-Kit<br />

angeboten, das die individuelle Anpassung mit C, Python oder Java ermöglicht.<br />

www.robustel.com


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Power und Feedback in einem<br />

LIVE@<br />

Hybridleitung gewährleistet hohe Lebensdauer und Ausfallsicherheit bei großer Dynamik<br />

In einem flexiblen Bohrsystem<br />

werden Hybridleitungen widrigen<br />

Bedingungen ausgesetzt. Sie<br />

müssen z. B. bis zu 50 Servoachsen<br />

auf engem Raum zuverlässig mit<br />

Energie und Signalen versorgen,<br />

eine hohe Dynamik sicherstellen<br />

und geringe Biegeradien aufweisen.<br />

Ob die Einkabeltechnologie eines<br />

Kölner Unternehmens diesen<br />

Anforderungen gewachsen ist, wurde<br />

in kombinierten Tests im Labor und<br />

in der Serienanwendung geprüft.<br />

Danach stand der Serieneinführung<br />

nichts mehr im Wege.<br />

Andreas Muckes ist Produktmanager chainflex<br />

Leitungen bei der igus GmbH in Köln<br />

Die Holzbearbeitungsmaschinen von IMA<br />

Klessmann sind in einem Zeitmaß von<br />

60 m/min getaktet. Das gilt für zahlreiche<br />

Prozesse in der vollautomatischen Produktion<br />

von Wohn-, Büro-, Küchen- und Badmöbeln,<br />

die im Durchlauf stattfinden – zum<br />

Beispiel für die Kantenbearbeitung mit Sägen,<br />

Anfasen und/oder Umleimen. Dieses Tempo<br />

gibt aber auch den Takt für die Bohrstationen<br />

vor, die in die Anlagen integriert sind. Sie<br />

müssen mit hoher Geschwindigkeit Bohrungen<br />

setzen – und das auch wenn die<br />

Bauteile kommissionsweise gefertigt werden<br />

und jeweils andere Bohrbilder aufweisen.<br />

Exakt für dieses Einsatzprofil hat das Geschäftsfeld<br />

Bohrtechnik von IMA das flexible<br />

Bohrsystem Imagic Flex entwickelt. Es bietet<br />

dem Anwender Mehrwert in der Fertigung,<br />

denn die einzeln steuerbaren Bohrspindeln<br />

ermöglichen horizontales und vertikales<br />

Bohren sowie Dübeln und versprechen minimale<br />

Rüstzeiten auch bei komplexen<br />

Bohrbildern und in hohem Tempo.<br />

Hochdynamische Bewegungen<br />

bei sehr schnellem Feedback<br />

Die Anlagen, die immer kundenspezifisch<br />

projektiert werden, sind mit bis zu 50 Achsen<br />

ausgestattet, die im Sekundentakt positioniert<br />

und koordiniert werden müssen.<br />

Um die Imagic Flex auf diese Aufgabe vorzubereiten,<br />

mussten die Konstrukteure<br />

auch die Antriebs- und Steuerungstechnik<br />

entsprechend „aufrüsten“ und entschieden<br />

sich für den Einsatz der neuesten Servotechnik.<br />

Diese erlaubt hochdynamische<br />

Bewegungen bei hoher Positionsgenauigkeit<br />

und sehr schnellem Feedback.<br />

Innovative Energie- und<br />

Signalzuführung<br />

Zu den Merkmalen des neuen Automatisierungssystems<br />

gehört die innovative Energieund<br />

Signalzuführung. Die neue Einkabeltechnologie<br />

fasst Power- und Feedbacksystem<br />

in der Servoleitung zusammen. Das reduziert<br />

den Aufwand für Material und Inbetriebnahme<br />

deutlich, aber es stellte die Verantwortlichen<br />

bei IMA im ersten Schritt vor<br />

eine Herausforderung. Burkhard Reese,<br />

Elektro-Endmontage Bereich Stationärund<br />

Bohrtechnik: „Wir benötigten eine<br />

Hybridleitung, die bei der großen Dynamik<br />

eine hohe Lebensdauer und Ausfallsicherheit<br />

gewährleistet.“<br />

Alle Beteiligten bei IMA waren sich einig,<br />

dass es sich lohnt, dieses Ziel anzustreben –<br />

nicht nur aus technischen Gründen. Marcel<br />

Sulewski, Teamleiter Elektro im Einkauf: „Je<br />

nach Position des Schaltschranks – die vom<br />

Kunden vorgegeben wird – verlegen wir bis<br />

zu 4 km Leitungen. Die Einkabeltechnologie<br />

spart also erheblich Kosten und Installationsaufwand.<br />

Wir mussten nur sicherstellen,<br />

dass sie zuverlässig funktioniert.“<br />

28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


01 Die Steuerung der Achsen erfolgt<br />

über hochdynamische Servosysteme<br />

mit Einkabeltechnologie<br />

02 Energieketten übernehmen die<br />

geordnete Zuführung von Energie und<br />

Signalen zu den einzelnen Achsen des<br />

Bohrzentrums<br />

Wir machen Ihre<br />

Maschine sicher.<br />

Testprogramm erfolgreich<br />

durchlaufen<br />

Hier waren Zweifel durchaus angebracht,<br />

denn führende Unternehmen der Steuerungstechnik<br />

hatten dem Einkabelkonzept in der<br />

Vergangenheit Absagen erteilt – zu groß erschienen<br />

ihnen die Risiken. Diese Bedenken<br />

nahm IMA durchaus ernst, zumal als zusätzlicher<br />

Faktor noch die Beweglichkeit der<br />

Hybridleitungen hinzukam. Und die erste<br />

Anfrage an Igus war weit davon entfernt, alle<br />

Bedenken zu zerstreuen. Burkhard Reese:<br />

„Wir nannten Igus die Parameter, unter denen<br />

die Leitungen eingesetzt werden, und fragten,<br />

ob dafür die garantierte Lebensdauer gilt.<br />

Die klare Antwort lautete: Nein.“<br />

Grund dafür waren die geringen Biegeradien,<br />

mit denen die Leitungen in den Servoachsen<br />

bei IMA betrieben werden. Sie<br />

sind teils bis zu 50 % geringer als der im<br />

Katalog angegebene Sollwert. Igus hat zwar<br />

alle Chainflex Hybridleitungen umfassend<br />

getestet und dabei pro Leitung mehr als<br />

25 Mio. Zyklen ohne Ausfälle erreicht – aber<br />

diese Werte gelten für die Standardbedingungen<br />

unter Einhaltung der Biegeradien.<br />

Deshalb schlug Igus ein maßgeschneidertes<br />

Testprogramm vor. Andreas Muckes,<br />

Pro duktmanager Chainflex: „Wir haben die<br />

Hybridleitungen nach den Spezifikation des<br />

Antriebsherstellers und das Hyperface-DSL-<br />

Buselement mit über 4 Mio. Hüben in den<br />

IMA-spezifischen Biegeradien getestet und<br />

geprüft. Dann haben wir sie zum Praxistest<br />

an IMA übergeben.“ Der Hintergrund: Bei<br />

Buselementen einer solchen Leitung ist neben<br />

der messtechnischen Erfassungen auch die<br />

praktische Erprobung notwendig.<br />

Die kombinierten Tests im Labor von Igus<br />

und in der Serienanwendung von IMA<br />

verliefen erfolgreich, sodass der Serieneinführung<br />

nichts im Wege stand. Beide Unternehmen<br />

profitieren von den Erfahrungen<br />

der Testreihe und durch eine sichere Aussage<br />

auch der Endkunde, da er von Beginn an eine<br />

neue Technologie sicher getestet erhält.<br />

PVC oder PUR?<br />

Das Hybridleitungsprogramm ist mit PURund<br />

mit PVC-Mantel erhältlich. IMA entschied<br />

sich für die PVC-Variante, da das Unternehmen<br />

in der Vergangenheit gute Erfahrungen<br />

mit PVC gemacht hat. Reese: „PVC-<br />

Mäntel sind abriebärmer und auch in hoch<br />

dynamischen Anwendungen langlebig und<br />

ausfallsicher.“ Zudem bedeutet der Einsatz<br />

von Leitungen mit PVC-Mantel angesichts<br />

der großen Menge Leitungen eine signifikante<br />

Kostenersparnis.<br />

Auf der Kostenseite kann man zudem die<br />

Vorteile des Einstecker-Systems ver buchen.<br />

Die Konfektionierung vereinfacht sich, wobei<br />

IMA hier auf das Dienstleistungsangebot<br />

von Igus zurückgreift und einbaufertige<br />

„Readychain“ Systeme mit Energieketten<br />

bezieht. Dabei kommen offene Energieketten<br />

zum Einsatz, in denen sich kein Holzstaub<br />

sammeln kann. So können Kunden auf sichere<br />

Systeme aus einer Hand vertrauen,<br />

bei denen die Komponenten durch jahrzehntelange<br />

Entwicklung im Igus Testlabor<br />

optimal aufeinander abgestimmt wurden.<br />

Fotos: Aufmacher IMA Klessmann GmbH, sonstige igus<br />

www.igus.de<br />

Mit der neuen<br />

Generation von<br />

Positionsschaltern.<br />

■<br />

■<br />

■<br />

■<br />

Vielfältig kombinierbar<br />

durch modularen Aufbau<br />

Vielseitig einsetzbar<br />

Sichere Positionserfassung<br />

Robust und zuverlässig<br />

www.schmersal.com


Einbau- oder Konformitätserklärung?<br />

Diese Rechte und Pflichten resultieren für Maschinenhersteller aus einer<br />

unvollständigen Maschine<br />

Missverständnisse und<br />

Fehleinschätzungen führen immer<br />

wieder dazu, dass vollständige<br />

Maschinen als unvollständig<br />

deklariert werden. Doch wie lassen<br />

sich unvollständige Maschinen<br />

definieren und welche Rechte und<br />

Pflichten haben Hersteller? Wichtig<br />

zu wissen ist auch, wann eine<br />

Einbauerklärung notwendig ist und<br />

wann eine Konformitätserklärung<br />

ausgehändigt werden muss.<br />

Antworten auf diese Fragen liefert<br />

der folgende Artikel.<br />

Alexandra Langstrof ist freie Mitarbeiterin bei der<br />

CE-CON GmbH in Bremen<br />

Eine schwierige Situation bei einem Kunden<br />

und sicherlich kein Einzelfall: Ein<br />

Zulieferer stellt eine Maschine zur Verfügung.<br />

Der Kunde muss die Maschine lediglich<br />

in seine Steuerung einbinden und<br />

könnte produzieren. Aber: Die gelieferte<br />

Maschine hat weder eine Betriebsanleitung<br />

noch ein CE-Zeichen. Der Zulieferer hat<br />

seine Maschine als „unvollständig“ deklariert.<br />

Von einer Einbauerklärung fehlt jedoch<br />

jede Spur. Eine Montageanleitung gibt<br />

es auch nicht. Dem Kunden war bei Vertragsabschluss<br />

nicht klar, dass ihm „nur“<br />

eine unvollständige Maschine geliefert<br />

wird. Er hat mit einer vollständigen Maschine<br />

inklusive entsprechender technischer Dokumentation<br />

gerechnet. Ratlose Gesichter<br />

und viele offene Fragen. Zeitraubend und<br />

teuer für alle. Die Situation hätte verhindert<br />

werden können.<br />

Indizien für eine unvollständige<br />

Maschine ermitteln<br />

Gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42/EG<br />

Artikel 2g ist eine unvollständige Maschine<br />

eine Gesamtheit, die fast eine Maschine<br />

bildet, für sich genommen aber keine bestimmte<br />

Funktion erfüllen kann. Sie ist dazu<br />

bestimmt, in andere Maschinen eingebaut<br />

oder mit ihnen zusammengefügt zu werden,<br />

um gemeinsam mit ihnen eine Maschine<br />

im Sinne dieser Richtlinie zu bilden. So<br />

weit, so gut.<br />

In der Praxis werden trotzdem häufig<br />

Maschinen als unvollständige Maschine<br />

verkauft, was bei genauer Betrachtung falsch<br />

ist. Ursache für diese Fehleinschätzung liegt<br />

im Vokabular. Hersteller gehen davon aus,<br />

dass z. B. fehlende Schutzeinrichtung oder<br />

der Anschluss an die Energieversorgung,<br />

die Steuerung oder einfach nur das fehlende<br />

CE-Zeichen ein Indiz für eine Unvollständigkeit<br />

einer Maschine ist.<br />

Eine fehlende Schutzeinrichtung rechtfertigt<br />

jedoch nicht die Bezeichnung „unvollständige<br />

Maschine“. Denn sobald eine<br />

Kombination mehrerer miteinander verbundener<br />

Teile eine bestimmte Funktion<br />

ausführen kann, handelt es sich um eine<br />

Maschine. Im englischen Original der Maschinenrichtlinie<br />

heißt es „specific applica-<br />

30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

01 02<br />

01 Bei wesentlichen Änderungen der Maschine wird der Kunde oft selbst zum<br />

Hersteller und muss eine EG-Konformitätserklärung ausstellen<br />

02 Bei der Frage, ob es sich um eine unvollständige Maschine handelt oder nicht,<br />

können häufig Berater weiterhelfen<br />

03 Unvollständige Maschinen werden<br />

ohne CE-Zeichen ausgeliefert<br />

03<br />

tion“, womit eher die bestimmte Anwendung<br />

als die Funktion gemeint ist. Bei einer<br />

Maschine, die für eine bestimmte Anwendung<br />

konstruiert wurde und diese auch erfüllt,<br />

aber nicht durch Abdeckungen, Zäune,<br />

Schutzschalter etc. abgesichert ist, handelt<br />

es sich nicht um eine unvollständige, sondern<br />

vielmehr um eine unsichere, aber<br />

durchaus funktionsfähige Maschine. Eine<br />

vernünftig durchgeführte Risikobeurteilung<br />

ist hier zu empfehlen.<br />

Selbst das Weglassen einer Steuerung ist<br />

keine Begründung für eine unvollständige<br />

Maschine, weil auch Steuersignale durch<br />

Anlegen externer Spannung simuliert und<br />

Bewegungen ausgeführt werden können. In<br />

der Maschinenrichtlinie und dem über<br />

400 Seiten mächtigen Leitfaden zur Anwendung<br />

der Maschinenrichtlinie werden die<br />

Paragraphen und Artikel beschrieben und<br />

mit Beispielen versehen.<br />

Voraussetzung für eine<br />

Inbetriebnahme<br />

Nicht immer ist dem Hersteller klar, wie er<br />

seine Maschine deklarieren soll. Mithilfe der<br />

Maschinenrichtlinie, Angaben des VDMA<br />

und ggf. durch Hinzuziehen von Beratern<br />

kann er ermitteln, ob er eine unvollständige<br />

Maschine verkauft. In diesem Fall muss der<br />

Hersteller eine sogenannte Einbauerklärung<br />

mit Inbetriebnahme-Verbot ausstellen<br />

– eine Konformitätserklärung entfällt.<br />

In der Einbauerklärung beschreibt er, dass<br />

eine Inbetriebnahme der unvollständigen<br />

Maschine verboten ist, solange keine Gesamtkonformität<br />

für die übergeordnete<br />

Maschine besteht. Die unvollständige Maschine<br />

darf erst in Betrieb gehen, sobald sie<br />

in einer zweiten Maschine verbaut und<br />

dafür wiederum eine Konformitätserklärung<br />

inklusive Risikobeurteilung erstellt<br />

wurde. Für den sicheren Einbau muss der<br />

Hersteller eine Montageanleitung mitliefern.<br />

Klare Absprachen treffen<br />

Ob unvollständig oder vollständig – um die<br />

Beurteilung der Risiken kommt der Hersteller<br />

nicht herum. Und dazu ist in jedem Fall<br />

ein prozessbegleitendes Verfahren der Risikobeurteilung<br />

sinnvoll, da so zu jeder Zeit<br />

auf dem Stand der aktuellen Normung beurteilt<br />

wird. „Kerngeschäft des Konstrukteurs<br />

ist die Entwicklung einer Maschine“,<br />

weiß Jörg Handwerk, Geschäftsführer von<br />

Ce-Con. „Die für die Risikobeurteilung relevanten<br />

Normen sind unter Umständen bekannt,<br />

aber wann für welche Norm eine<br />

Aktualisierung veröffentlicht wurde, gehört<br />

nicht unbedingt zu den wichtigsten Themen<br />

des Konstrukteurs.“ Nicht nur zu diesem<br />

Zweck hat Ce-Con eine Software entwickelt,<br />

mit der die prozessbegleitende Risikobeurteilung<br />

auf der Basis aktueller Normen zeitsparend<br />

und einfach durchgeführt werden<br />

kann. Und Unklarheiten können im Vorfeld<br />

eliminiert werden. Denn in der Software<br />

muss der Konstrukteur angeben, welche<br />

Maschinenart er bewertet, und sich mit der<br />

Thematik auseinandersetzen. Der Kunde<br />

hingegen sollte bereits bei der Vertragsprüfung<br />

darauf achten, ob eine Montagean<br />

leitung oder eine Betriebsanleitung<br />

im Umfang enthalten ist. Er sollte auch<br />

hinterfragen, welche Maschinenart der<br />

Hersteller liefern wird und mit welchen<br />

daraus re sultierenden Konsequenzen er<br />

eventuell konfrontiert wird. Denn sobald<br />

der Kunde eine unvollständige Maschine<br />

in sein System einbindet, wird er selbst<br />

zum Maschinenhersteller und muss das<br />

gesamte CE-Konformitätsbewertungsverfahren<br />

durchlaufen.<br />

„Ich halte es für eine positive Entwicklung,<br />

dass die Sensibilität zum Thema CE-<br />

Konformität seitens der Kunden zunimmt“,<br />

findet Jörg Handwerk. „Um den steigenden<br />

Anforderungen gerecht zu werden, macht<br />

es daher Sinn, sich bereits im Vorfeld mit<br />

dem Kunden abzustimmen und dies auch<br />

vertraglich festzuhalten, um Fehler und<br />

teure Nachrüstungen zu vermeiden. Die<br />

Cloud-Lösung Ce-Con Safety unterstützt<br />

die Verantwortlichen bei der Projektplanung<br />

unter Berücksichtigung einer rechtssicheren<br />

Beurteilung sicherheitsrelevanter<br />

Maßnahmen. Dies führt zu kürzeren Projektdurchlaufzeiten<br />

und vor allem zu zufriedenen<br />

Kunden und Herstellern.“<br />

Fotos: terminic/vankann<br />

www.ce-con.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 31


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Brandschutzkabel auch mit<br />

Industrie-Zulassung<br />

LIVE@<br />

Das Unternehmen Leoni hat Brandschutzkabel<br />

entwickelt, die die Flammausbreitung und Wärmeentwicklung<br />

in Gebäuden deutlich reduzieren und<br />

gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit eines Austritts<br />

ätzender Gase und Rauch minimieren. Dies Brandschutzkabel<br />

gibt es nun auch mit CPR-Zulassung für Industrieanwendungen,<br />

darunter ein Profibus- und ein Profinet-Kabel. Sie<br />

sind für die feste Innenverlegung im Industrienetzwerk ausgelegt<br />

und eignen sich für den Einsatz in rauer Industrieumgebung.<br />

Daneben gibt es auch CPR-geprüfte EIB-Kabel, die in der Gebäudeautomatisierung<br />

u. a. zur Steuerung von Jalousien, zur Heizungsregelung<br />

oder für Alarmanlagen eingesetzt werden. Die Kabel<br />

sind nach der neuen europäischen Norm EN 50575 geprüft. Alle<br />

Kabel verfügen außerdem über einen<br />

halogenfreien FRNC-Mantel, der<br />

brandhemmend wirkt sowie Rauchentwicklung<br />

verhindert und über<br />

keine korrosiven Bestandteile verfügt.<br />

www.leoni.com<br />

IPC mit frontseitiger<br />

Schnittstellenebene<br />

Für einen flachen 19"-Schaltschrank ohne<br />

rückseitige Tür oder Schwenkrahmen ist<br />

der Zugang zur Verdrahtungsebene eines<br />

eingebauten IPC nur frontseitig möglich.<br />

Daher muss die gesamte Anschlusstechnik<br />

des IPCs an der Vorderseite liegen. Für<br />

diese Einsätze bietet Mass den IPC-FIO an.<br />

Das 19"-/4-HE-Gehäuse ist ohne Griffe 440 mm tief und enthält<br />

ein industrielles Mainboard im ATX-Format mit den Prozessoren<br />

Intel Core TM der 7. Generation (Kaby Lake). Der Hauptspeicher<br />

kann bis 64 GB DDR4-2133 DIMM bestückt werden. Die SSD und<br />

HDD sind auch im Raid-Verbund einsetzbar. In der Frontplatte<br />

befinden sich das DVD-Laufwerk, die Schnittstellenebene mit<br />

Netzbuchse sowie einige Status-LEDs. Die Front kann auch um<br />

50 mm vertieft ausgeführt werden, um die Steckverbinder auf<br />

gleicher Ebene mit den Einschubgriffen zu halten. Als Zubehör<br />

ist eine Monitor-Tastatur-Schublade mit 17"- oder 19"-LCD und<br />

Keypad im 19"-/1-HE-Gehäuse lieferbar.<br />

www.mass.de<br />

Steck- und Trennstellen variabel<br />

konfigurieren<br />

LIVE@<br />

Individuell anpassbare Steckverbinder für den<br />

Anschluss von Elektroleitungen, Lichtwellenleitern<br />

und Pneumatik hat Igus mit der Reihe Module Connect<br />

herausgebracht. Sie sind nach dem Baukastenprinzip<br />

aufgebaut, sodass aus mehreren Stecker-Gehäusen<br />

eine passende Steck-/Trennstelle konfiguriert werden kann.<br />

Dabei kann ein Gehäuse mit bis zu vier verschiedenen Stecker-<br />

Einsätzen bestückt werden. Im Anschluss daran werden die<br />

Gehäuse zusammengefügt. Der Steckverbinder lässt sich hinter<br />

der E-Kette, zwischen<br />

E-Ketten oder direkt am<br />

Schaltschrank montieren.<br />

Er kommt überall dort zum<br />

Einsatz, wo viele Leitungen<br />

auf engem Raum gesteckt<br />

werden.<br />

www.igus.de<br />

Schalter und Sensoren für Extreme<br />

LIVE@<br />

Steute hat Positionsschalter und Magnetsensoren für<br />

Bereiche sowohl mit Explosionsgefahr als auch Tieftemperaturen<br />

entwickelt. Die Positionsschalter Ex 97<br />

und Ex 99 können in den Ex-Zonen 1 und 2 (Gas-Ex)<br />

sowie 21 und 22 (Staub-Ex) eingesetzt werden. Auch<br />

für sicherheitsgerichtete Anwendungen als normgerechte Positionsschalter<br />

mit Sicherheitsfunktion eignen sie sich. Mit unterschiedlichen<br />

Betätigern können sie an den Einsatzfall angepasst werden.<br />

Zudem sind sie staubdicht und korrosionsbeständig. Konzipiert<br />

sind sie für Anwendungen wie die Stellungsüberwachung von<br />

Ventilen in der Öl-und-Gas-Exploration. Als Alternative zu elektromechanischen<br />

Schaltgeräten für Ex-Bereiche und<br />

tiefe Temperaturen gibt es die zylindrischen<br />

Magnetsensoren Ex RC M20 KST. Mit ihrer Abdichtung<br />

erreichen sie auch in stark staubendem<br />

Umfeld eine lange Gebrauchsdauer. Der<br />

Temperaturbereich sowohl für die Schalter als<br />

auch für die Sensoren reicht herab bis - 60 °C.<br />

www.steute.com<br />

Electronic Assembly, AZ industrielle <strong>Automation</strong> 01/<strong>2018</strong>, Format: 210 x 75 + 3 mm<br />

JOIN OUR<br />

DISPLAY WORLD<br />

• Intelligente TFT-Displays<br />

• Kapazitive Touchpanel<br />

• COG Text und Grafik<br />

• SPI, RS-232, I²C-Bus<br />

• OLED gelb, grün, rot, weiss<br />

• Evaluation Boards<br />

• USB /WLAN Datenlogger<br />

• E-Paper, Segment und Grafik<br />

ELECTRONIC ASSEMBLY GmbH · Fon: +49 (0) 8105/778090<br />

vertrieb@lcd-module.de · www.lcd-module.de<br />

Halle 1 | Stand 1-389


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Mit dem Stecker<br />

durch die Wand<br />

Icotek hat sein Flanschgehäuse<br />

KEL-FG überarbeitet, um es<br />

stabiler und montagefreundlicher<br />

zu machen. Es hat integrierte<br />

Gewindebuchsen, ein neues<br />

Design und ist in zwei neuen<br />

Baugrößen erhältlich. Die Einführung,<br />

Abdichtung und Zugentlastung<br />

konfektionierter<br />

Leitungen und Schläuche erfolgt<br />

im 90°-Winkel zum Gehäuse.<br />

Das einreihige Flanschgehäuse<br />

Verdrahtungskanäle ohne Torsion<br />

LIVE@<br />

Weidmüller ergänzt sein Portfolio für die Schaltschrankinfrastruktur<br />

um stabile Verdrahtungskanäle für eine<br />

schnelle Wartung und einen sicheren Betrieb. Die<br />

torsionsfreien Kanäle mit glatten, gratfreien Kanten<br />

schonen den Außenmantel der Leitungen, lassen sich<br />

einfach befüllen und verhindern dabei Verletzungen. Durch das<br />

Herausbrechen von Stegen und Wandsegmenten an Sollbruchstellen können weitere Kanäle und<br />

Leitungen an beliebig vielen Stellen hinzugeleitet oder abgezweigt werden. Angeboten werden<br />

diverse Varianten, etwa metrisch oder DIN, in Standard-PVC oder technischen Hochleistungskunststoffen<br />

als Blend von PPE für Betriebstemperaturen bis 120 °C. Zur Fixierung bereits installierter<br />

Leiter haben die Kanäle Drahthaltenasen, die ein Herausfallen einzelner Adern während der<br />

Installation verhindern. Auch vertikal verlaufende Leitungen bleiben sicher befestigt. Maßgenaue<br />

Bodenlochungen nach DIN EN 50085-2-3 erleichtern die präzise Installation.<br />

www.weidmueller.com<br />

KEL-FG-E ist sehr flach. Die<br />

Variante KEL-FG-E3 ist für Ausbrüche<br />

der Größe 24 - 65 mm<br />

gestaltet, die Version KEL-FG-E5<br />

für Ausbrüche von 24 - 112 mm.<br />

Die Gehäuse eignen sich für<br />

Anwendungen bei beengten<br />

Platzverhältnissen. Schläuche<br />

und Leitungen mit einem Durchmesser<br />

bis 17 mm werden mit<br />

den Kabeltüllen KT klein geordnet<br />

eingeführt. Eine Flachdichtung<br />

für die Wandmontage wird<br />

mitgeliefert.<br />

www.icotek.com<br />

Intuitiv und groß<br />

Für raue Umgebungen, wo grobmotorische<br />

Betätigungen zum<br />

Auslösen eines bestimmten<br />

Befehles erforderlich sind, bietet<br />

das Unternehmen EAO in der<br />

Baureihe 45 von Maschinenbedienungen<br />

eine Grobhandtaste<br />

an. Mit ihrer großen Betätigungsfläche<br />

kann sie mit der<br />

flachen Hand, Arbeitshandschuhen<br />

oder dem Ellbogen<br />

betätigt werden. Sie ist mit<br />

Impuls- oder Rastfunktion erhältlich<br />

und verfügt über Frontschutzart<br />

IP69K. Die Taste wird<br />

vormontiert in einem Gehäuse<br />

ausgeliefert. Die Leitungsanbindung<br />

erfolgt an der oberen oder<br />

unteren Stirnseite des Gehäuses<br />

mit einer metrischen M20-<br />

Verschraubung.<br />

www.eao.de<br />

Leidenschaft<br />

für Technik<br />

1998–<strong>2018</strong><br />

Profitieren Sie von 20 Jahren B2B Kompetenz<br />

und monatlichen Aktionsangeboten unter<br />

conrad.biz/jubilaeum


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Hochflexible Kabel für Robotik und<br />

Industrie 4.0<br />

LIVE@<br />

Den Kaweflex-Baukasten für hochdynamische<br />

Schleppketten- und Automatisierungsleitungen hat<br />

TKD Kabel mit der Serie Kinematics 3D für Robotereinsätze<br />

ergänzt. Sie sind schlank designt, robust<br />

sowie extrem torsionsfest und eignen sich auch für<br />

schwierigste Bewegungsabläufe. Zu den verfügbaren Kabeltypen<br />

gehören z. B. Mess- und Systemleitungen, Servo- und Motorleitungen<br />

sowie Steuer- und Leistungsleitungen. Ihr Einsatzgebiet<br />

reicht von Energieführungsketten über Pick-&-Place-Einheiten<br />

bis zu automatisierten<br />

Fertigungssystemen.<br />

Eine<br />

extrem torsionsfähige,<br />

verzinnte<br />

Kupferumlegung<br />

sorgt für eine<br />

EMV-gerechte<br />

Kabelabschirmung.<br />

Geeignet sind die<br />

Leitungen daher<br />

auch für raue<br />

Einsätze mit<br />

höchster mechanischer Beanspruchung bei gleichzeitiger Biegeund<br />

Torsionsbelastung. Die halogenfreien, UL/CSA-zertifizierten<br />

Leitungen sind öl- und UV-beständig und können sowohl in<br />

Gebäuden als auch im Freien eingesetzt werden.<br />

www.tkd-kabel.de<br />

Module ergänzen Absicherungssystem<br />

LIVE@<br />

Das Absicherungssystem aus der Rex-Produktfamilie<br />

von E-T-A ist eine umfassende DC-24-V-Absicherungsund<br />

Verteilungslösung für den Maschinenbau. Nun<br />

wird es um zwei Module erweitert: Das Verteilungsmodul<br />

PM12-T für die Plus-Verteilung von DC 24 V<br />

wird am elektronischen Sicherungsautomaten Rex12-T angereiht.<br />

Es vervielfacht die Klemmenanzahl, spart Platz und ersetzt<br />

herkömmliche Verteilungsklemmen. Die zweite Neuerung ist<br />

das Einspeisemodul EM12-T für GND. Hier wird das 0-V-Potenzial<br />

aufgelegt und mit dem anreihbaren PM12-T für DC 0 V (GND)<br />

vervielfältigt. Die Verteilungslösung ist dauerhaft für 40 A Summenstrom<br />

ausgelegt. Komplizierte Sonderkonstruktionen zur<br />

Reduzierung der Kabelquerschnitte<br />

von 10 auf 2,5 mm²<br />

sind nicht mehr notwendig.<br />

Das Rex-System kommt mit<br />

sehr wenigen Teilen aus. Auch<br />

zur elektrischen und mechanischen<br />

Verbindung der Einzelkomponenten<br />

bedarf es keines<br />

weiteren Zubehörs. Außerdem<br />

ist auch eine kommunikative<br />

Anbindung an IO-Link<br />

möglich.<br />

www.e-t-a.de<br />

www.world-of-industries.com<br />

Kommunikative<br />

High-End-Stromversorgung<br />

LIVE@<br />

Eine Stromversorgung für höchste Ansprüche ist Protop<br />

von Weidmüller. Mit DCL-Technologie bietet sie einen<br />

sehr guten Dynamikbereich zur zuverlässigen Auslösung<br />

von Leitungsschutzschaltern und kraftvollem Motorstart.<br />

Eine signifikante Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit<br />

erfolgt durch den Aufbau von Redundanzen (n+1 Redundanz),<br />

einer Parallelschaltung von Stromversorgungen mit Dioden- oder<br />

Redundanzmodul. Die integrierte O-Ring-Mosfet-Technologie<br />

ermöglicht die direkte Parallelschaltung von Stromversorgungen<br />

bei gleichzeitiger Reduzierung der Verlustleistung. Dioden- oder<br />

Redundanzmodule sind nicht mehr nötig. Durch das Aufsteckmodul<br />

wird die Stromversorgung<br />

kommunikationsfähig. Dadurch<br />

entstehen neue Möglichkeiten, den<br />

Anlagenbetrieb schneller, flexibler<br />

und effizienter zu gestalten. Das<br />

Potenzial von Industrie 4.0 kann so<br />

voll genutzt werden.<br />

www.weidmueller.com<br />

Kompakter Leistungsschalter für den<br />

unteren Bereich<br />

LIVE@<br />

Der Compact NSXm vervollständigt die Kompaktklasse<br />

der Leistungs- und Lasttrennschalter von Schneider<br />

Electric im unteren Bereich von 16 bis 160 A. Er schützt<br />

Stromabgänge über thermo-magnetische und elektronische<br />

Auslösemechanismen. Geeignet ist er für den<br />

Einbau in Schaltanlagen zur Energieverteilung bei wenig Platz, in<br />

Schaltfeldern für optimierte Energieverteilung oder als Hauptschalter<br />

in Steuerschränken für den Maschinenbau. Er ist mit einem Ausschaltvermögen<br />

auf fünf Niveaus erhältlich und bietet Schutz bei<br />

elektrischen Verteilungen und Generatoren sowie bei Verbrauchern<br />

wie Motoren und Transformatoren. Im Festeinbau kann er mit nur<br />

zwei Schrauben auf eine Platte montiert werden. Ein Klick-System<br />

ermöglicht die schnelle Montage auf Schienensystemen in Schaltschränken<br />

und Schaltfeldern. Für Funktionserweiterungen<br />

gibt es diverse Drehantriebe,<br />

Fernmeldung, Verriegelung, Klemmabdeckungen<br />

oder flexible Phasentrennstege.<br />

www.schneider-electric.de<br />

Feuchtigkeit im Schaltschrank vermeiden<br />

LIVE@<br />

Sensible Elektrotechnik und Elektronik in Schaltschränken<br />

gegen Kühle, Feuchtigkeit und Korrosion<br />

schützt der elektronische Hygrostat DCF 010 von Stego.<br />

Er kann zur Regelung von elektrischen DC-Geräten mit<br />

hoher Leistung in Schaltschränken eingesetzt werden.<br />

Die interne elektronische Schaltung steuert Heiz- und<br />

Kühlgeräte, Filterlüfter oder Signalgeber direkt an. Ein externer<br />

Sensor, der im Schaltschrank frei platziert wird, erleichtert die punktgenaue<br />

Messung der relativen Feuchte. Er ist für den Weitspannungsbereich<br />

von DC 20 bis 56 V ausgelegt. Das Schaltmodul ist als<br />

Schließer ausgelegt und kann z. B. einen Filterlüfter steuern.<br />

www.stego.de<br />

34 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


Bildverarbeitung, optische Messtechnik und Inspektion<br />

www.engineering-news.net<br />

Infrarot-Thermografie<br />

für Experten<br />

Steuerungs- und<br />

Vision-System als<br />

symbiotische Einheit<br />

Kolumne: Ist die<br />

Vision-Zukunft nur<br />

noch embedded?<br />

Trends im Blick: neue<br />

Kameras, Software<br />

und Vision-Sensoren<br />

Hochwertig verpackt<br />

Bildverarbeitungslösung sorgt für<br />

höchste Qualität in der Verpackungsindustrie


Integriert ist in<br />

Was passiert <strong>2018</strong> spannendes in der industriellen Bildverarbeitung? Diese Frage dürften sich<br />

vielleicht die meisten Anwender schon einmal gestellt haben. Das wichtigste Thema, das nicht<br />

erst seit heute Wellen in der Branche schlägt, ist Embedded-Vision. Wir dürfen gespannt sein, wie sich<br />

Steuerungs- und Vision-Aufgaben mit einem einzigen System immer mehr umsetzen lassen (Seite 40) und dadurch<br />

Performance und Effizienz noch einmal in vielen Anwendungen deutlich gesteigert werden. Ich bin mir jedenfalls sicher,<br />

dass die integrierte Bildverarbeitung ein Grundbaustein für Industrie 4.0 und die Digitalisierung in der Industrie wird.<br />

Denn der Trend ist klar: Anwender brauchen und wollen spezifische Lösungen für ihre integrierten Gesamtsysteme.<br />

Was <strong>2018</strong> bringt, werden wir dann im November zur Messe VISION auch greifen können. Bis dahin werden wir Sie aber<br />

immer wieder mit interessanten Meldungen und Trends versorgen – in unserem Sonderteil IndustrialVISION und<br />

online unter www.industrielle-automation.net.<br />

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr<br />

Dirk Schaar<br />

d.schaar@vfmz.de<br />

Was ist eigentlich...<br />

der Moiré-Effekt? Er entsteht bei der Überlagerung<br />

zweier nicht transparenter Gitter/<br />

Raster auf transparentem Untergrund. Je<br />

nach Verdrehung/Verschiebung der beiden<br />

Gitter zueinander verdecken die Linien des<br />

einen Gitters die Spalten des anderen. So entstehen<br />

scheinbar neue Linien größeren Abstandes,<br />

ebenso wie die zusammentreffenden<br />

Spalten neue Spalten scheinbar größeren Abstandes<br />

erzeugen. (Quelle: Lexikon der industriellen<br />

Bildverarbeitung/Ingmar Jahr) z<br />

Das sollten Sie<br />

nicht verpassen...<br />

Die Welt-Leitmesse Control für Qualitäts sicherung<br />

steht in den Startlöchern. Und das 32. Branchentreffen<br />

vom 24. bis 27. April auf der Landesmesse Stuttgart<br />

ist auf steigendem Expansionskurs. Mit deutlich<br />

mehr Quadratmetern und bereits jetzt so vielen Ausstellern<br />

wie im vergangenen Jahr. Tendenz steigend.<br />

www.control-messe.de z<br />

50<br />

Zahl des Monats<br />

Mio. EUR Emissionserlös<br />

erwartet Stemmer Imaging<br />

durch den Börsengang.<br />

English Corner: Pyrometer and infrared camera – a perfect team<br />

Industrial applications in which non-contact temperature measurement must take place<br />

range from Research & Development, through production to maintenance. In most cases,<br />

infrared temperature measurement technology is used. Selecting suitable devices is not<br />

totally straightforward. As well as the decision between pyrometer and infrared camera, many<br />

other boundary conditions must be taken into consideration. Read this interesting article:<br />

http://bit.ly/2nEgYXk z<br />

36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


IM FOKUS<br />

20 Jahre Bildverarbeitung bei Baumer<br />

Baumer Optronic, Radeberg, hat im November sein<br />

20-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Nach der Gründung<br />

durch Oliver Vietze, der als einer der Pioniere<br />

an CMOS-Bildsensoren forschte, entwickelte sich<br />

das regionale Unternehmen hin zum globalen Vision<br />

Competence Center der Baumer Group. Die Komponenten<br />

des Herstellers fungieren z. B. als Auge des<br />

Roboters, dienen der Sicherung der Rückverfolgbarkeit<br />

pharmazeutischer Produkte oder kontrollieren<br />

das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmittelverpackungen.<br />

Stoßen diese an ihre Grenzen, passt<br />

das Unternehmen sie kundenspezifisch an. Baumer<br />

Optronic entwickelt Industriekameras und Vision-<br />

Sensoren für die Herstellung branchenübergreifender<br />

Applikationen. Die CMOS- und CCD-Kameras<br />

sichern mit aktuellen Sensortechnologien, Auflösungen von VGA bis 48 MP und Bildraten<br />

bis 891 fps die Prozessautomatisierung. Verisens-Vision-Sensoren lösen komplexe<br />

Prozesssteuerungsaufgaben bildbasiert und ohne zusätzlichen PC.<br />

www.baumer.com<br />

Stemmer Imaging übernimmt Data Vision<br />

Der Bildverarbeitungsspezialist Stemmer Imaging hat das Geschäft des niederländischen<br />

Spezialanbieters von Bildverarbeitungslösungen Data Vision zum 31. Januar <strong>2018</strong><br />

übernommen. Data Vision ist ein Unternehmensbereich von Batenburg Mechatronica<br />

und einer der bedeutendsten Anbieter der Bildverarbeitungsbranche in den Benelux-<br />

Ländern. „Durch die Zugehörigkeit zur Stemmer-Imaging-Gruppe erreicht Data Vision<br />

eine neue Stufe,“ erklärte Harm Hanekamp, Geschäftsführer von Data Vision. Dieser<br />

Schritt werde das Serviceangebot in den Benelux-Ländern verbessern. Dietmar Serbée,<br />

Director von Stemmer Imaging B.V., betonte die Wachstumschancen, die der Zusammenschluss<br />

biete. Er verwies darauf, dass die Portfolios der beiden Unternehmen zum<br />

Großteil Produkte derselben Anbieter vertreten und sich daher ergänzten.<br />

www.stemmer-imaging.com<br />

Schulung und Beratung für Machine Vision<br />

Ein halbes Jahr nach Beginn der Geschäftstätigkeit von Evotron startet die Schulungsund<br />

Beratungsplattform Evotron Academy mit ihrem Schulungsangebot. Im Vordergrund<br />

stehen die Vermittlung von fachspezifischem Technologiewissen und produktorientiertem<br />

Know-how aus den Bereichen Machine Vision und Automatisierung.<br />

Damit unterstützt die Akademie, die bereits auf<br />

16 Jahre Trainingserfahrung zurückblickt,<br />

Technologie-Anwender und versetzt sie in die<br />

Lage, komplexe Aufgabenstellungen der Bildverarbeitung<br />

zu analysieren und Funktionalitäten<br />

von Bildverarbeitungslösungen zu erfassen,<br />

um diese selbstständig und zielorientiert in<br />

Projekten umzusetzen. Die Basis- und Aufbaukurse,<br />

Technologieseminare und -beratungen<br />

finden im ersten Halbjahr <strong>2018</strong> an verschiedenen<br />

Terminen in Suhl statt, die Interessierte auf der Homepage abrufen können. Auch<br />

besteht die Möglichkeit auf maßgeschneiderte Inhouse-Schulungen.<br />

www.evotron-gmbh.de<br />

B I L D V E R A R B E I T U N G F Ü R T E C H N I S C H E , W I S S E N S C H A F T L I C H E U N D I N D U S T R I E L L E A N W E N D U N G E N<br />

Track und Trace<br />

robust und stabil<br />

patentierter Algorithmus<br />

für Continuous Inkjet Schrift<br />

stabile Leseergebnisse<br />

auch bei degradierten Schriften<br />

ohne Training<br />

mitgelieferte Fonts für viele Inkjet Drucker<br />

einfachste Definition eigener Fonts<br />

kein Training auf Bildmaterial nötig<br />

ohne Vorverarbeitung<br />

einfachste Handhabung<br />

ohne morphologisches Pre-Processing<br />

Matrox SureDot OCR in<br />

Matrox Imaging Library<br />

Matrox MIL CoPilot<br />

Matrox Design Assistant<br />

RAUSCHER<br />

Telefon 0 8142/4 48 41-0 · Fax 0 8142/4 48 41-90<br />

eMail info @ rauscher.de · www.rauscher.de


IM FOKUS<br />

Ist die Vision-Zukunft nur noch „embedded“?<br />

Bildverarbeitung drängt in viele neue Bereiche: Bei Auto, Computer, Smartphone, Handheld-<br />

Geräten, Robotern und Maschinen verblüffen uns ihre Informationen aus gesehenen Daten. Und<br />

das meist ohne Zutun von klassisch komponentenbasierter Bildverarbeitung (PC, Interface-Karte,<br />

Framegrabber usw.). Vision Systeme einzubetten, ist anspruchsvoll: Die Daten und ihre Auswertemöglichkeiten<br />

sind komplex. Ein perfekt angepasstes, leistungsfähiges, energieeffizientes und<br />

kostenbewusstes Design ist daher nur folgerichtig. Denn bisher bringt die viel genutzte eierlegende<br />

Wollmilchsau PC eine Menge „Drumherum“ mit sich, auf die man gut und gerne verzichten kann.<br />

Dafür kommen Rechnerarchitekturen und spezialisierte Hardware zum Zuge, die die klassische<br />

Bildverarbeitung nicht bieten kann.<br />

Die Steigerung der Integrationsdichte machte vor 20 Jahren die Smart Camera möglich und brachte<br />

erstmalig Bildverarbeitungsintelligenz direkt und dezentral in Maschinen – ein wichtiger Zwischenschritt<br />

hin zu embedded vision. Effiziente Architekturen machten hohe Rechenleistung kompakt in<br />

einem Gehäuse verfügbar. Der konsequent nächste Schritt ist es nun, das komplette Vision System<br />

inklusive aller Peripherie auf eine einzige Platine zu bannen, was nicht nur die Fabrikautomation<br />

anspricht. Das Internet der Dinge, industriell wie nicht-industriell, giert förmlich danach, zumal<br />

vielversprechende Software-Ansätze wie Deep Learning gut auf embedded-vision-Systemen umgesetzt<br />

werden können.<br />

Ein mächtiges Thema benötigt Standardisierung. Der VDMA mit seiner G3-Initiative, packt<br />

dieses Thema an, um gleich von Anfang an Wildwuchs zu vermeiden. Ein guter Schachzug, denn die<br />

europäische BV-Industrie ist mit ihrer vielfältigen und gewachsenen Struktur sehr gut aufgestellt,<br />

einen Markt zu bedienen, dem ein überdurchschnittliches Wachstum prophezeit wird.<br />

Künftig wird embedded vision die Vision-Technologie auch dort verbreiten, wo bisher niedriger<br />

Preis und geringe Größe begrenzend wirkten. Ist embedded vision damit der „Tod“ der klassischen<br />

komponentenbasierten Bildverarbeitung? Sicherlich nicht, denn in Nischenmärkten,<br />

in denen es nicht um hohe Stückzahlen, jedoch um wertvolles Know-how geht, wird weiter<br />

hochspezialisierte Bildverarbeitung mit diskreten Komponenten zu finden sein.<br />

Ihr Ingmar Jahr<br />

Dipl.-Ing. Ingmar Jahr, Schulungs- und<br />

Beratungsplattform, evotronAcademy in Suhl<br />

Wärmefluss-Thermographie in Theorie und Paxis<br />

Die Fraunhofer-Allianz Vision setzt ihre Seminarreihe zur Wärmefluss-Thermographie am 7. und 8. März in Fürth<br />

fort. Mit thermographischen Methoden können Bauteile zerstörungsfrei geprüft werden, indem unterhalb der<br />

Oberfläche liegende und daher äußerlich nicht sichtbare Fehlstellen erkannt und analysiert werden. Im ersten Teil<br />

des Seminars werden Grundlagen der Thermographie behandelt und praktische Anwendungsfälle beschrieben.<br />

Im Rahmen dieses Programmteils findet auch das für die industrielle Praxis wichtige Thema Standardisierung,<br />

Richtlinien und Normen Berücksichtigung. Im zweiten Teil stehen in Form eines Praktikums unterschiedliche<br />

Prüfsysteme zur Verfügung, an denen in kleinen Gruppen persönliche Erfahrungen gewonnen werden können.<br />

Zudem besteht die Möglichkeit, eigene Proben im Rahmen des Seminars untersuchen zu lassen. Anmeldung bei<br />

Kristin Wolf per E-Mail: vision@fraunhofer.de oder im Fraunhofer-Vision-Webshop: shop.vision.fraunhofer.de.<br />

www.vision.fraunhofer.de<br />

Anzeige<br />

KERNKOMPETENZ<br />

LED Beleuchtungen<br />

für die Bildverarbeitung<br />

+49 7132 99169 0<br />

www.falcon-illumination.de<br />

Neues Forschungsprojekt für Framos<br />

Mit dem Projekt „Interaktives Robotiksystem zur Entleerung<br />

von Seecontainern“ (IRiS) forscht das Bremer Institut für Produktion<br />

und Logistik u. a. gemeinsam mit Framos an der automatisierten<br />

Entladung von Standardcontainern. Zukünftig sollen<br />

intelligente Roboter diese Aufgabe automatisiert erledigen.<br />

Framos entwickelt hochmoderne Methoden für eine Klassifizierung<br />

der Packszenarien und Analyse des Containerinhaltes.<br />

www.framos.com<br />

38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong><br />

Falcon.indd 1 06.02.<strong>2018</strong> 14:45:58


IM FOKUS<br />

Innovationsstark: Matrix Vision erhält<br />

Dr.-Rudolf-Eberle-Preis<br />

Matrix Vision wurde beim Innovationspreis 2017 des Landes<br />

Baden-Württemberg für das Zwillingskonzept aus der Smart<br />

Camera MvBlueGemini und der Software MvImpact Configuration<br />

Studio in Stuttgart ausgezeichnet. In Kombination vereinfachen<br />

die Produkte<br />

den Einstieg<br />

in die industrielle<br />

Bildverarbeitung<br />

und ermöglichen<br />

so die Inspektionserstellung<br />

für jedermann.<br />

Überzeugt<br />

hat die Jury,<br />

dass Matrix Vision<br />

die Idee der intelligenten<br />

Kamera<br />

zur Smart Camera – die Kamera liefert den Bildverarbeitungsexperten<br />

als Software gleich mit – weiterentwickelt hat. Die von<br />

der Smart Camera aufgenommene aktuelle Szene wird automatisch<br />

ausgewertet. Zudem werden die passenden Algorithmen<br />

und Filter ausgewählt sowie die richtigen Parameter eingestellt.<br />

www.matrix-vision.de<br />

Alles über Frankreichs<br />

Bildverarbeitungsmarkt<br />

Die European Machine Vision Association<br />

(EMVA) hat ihren Marktreport<br />

2017 „Machine Vision in France“<br />

veröffentlicht. Dieser analysiert die<br />

Bildverarbeitungsindustrie in Frankreich,<br />

ihrer Kundenbranchen sowie<br />

technische Trends und Markttrends.<br />

Darüber hinaus gibt sie einen Überblick<br />

über Fachmessen und Fachmagazine,<br />

Cluster und Verbände sowie<br />

Forschung und Lehre. Markt- und Wachstumstreiber<br />

werden ebenso genannt wie das geschätzte Marktvolumen.<br />

„Mit dem Fehlen einer signifikanten Produktion von Bildverarbeitungskomponenten<br />

im Land ist die Bedeutung von nationalen<br />

Distributoren und ausländischen Anbietern im Direktvertrieb<br />

recht ausgeprägt“, erklärt Andreas Breyer, EMVA<br />

Director of Market Research. Bemerkenswert sei andererseits<br />

die ausgeprägte Forschungskompetenz des französischen<br />

Bildverarbeitungsmarktes. EMVA-Nichtmitglieder können<br />

die Studie als PDF zum Preis von 345 EUR zzgl. MwSt. über<br />

info@emva.org erwerben.<br />

www.emva.org<br />

Weltleitmesse VISION <strong>2018</strong>: vielversprechende Perspektiven<br />

Die Vorbereitungen für die Weltleitmesse für Bildverarbeitung (06. - 08.11.<strong>2018</strong>, Stuttgart) laufen<br />

auf Hochtouren. „Allein in Deutschland ist die industrielle Bildverarbeitung 2017 um voraussichtlich<br />

18 % gewachsen und alle Prognosen deuten auf ein weiteres erfolgreiches Jahr <strong>2018</strong> hin“,<br />

gab Florian Niethammer (re. i. B.), Teamleiter Messe Stuttgart, im Rahmen des CEO Round Table<br />

von Messe Stuttgart und VDMA bekannt. Zur Vision <strong>2018</strong> werden über 450 Aussteller erwartet.<br />

Zu den Trendthemen zählen Embedded Vision, Deep Learning und Hyperspectral Imaging.<br />

www.messe-stuttgart.de<br />

Time-less<br />

E4.1L: Energieführen noch leichter gemacht ... Zeitsparende Konfektionierung und zeitloses Design.<br />

80% Montage- und Konfektionierungszeit sparen*.<br />

Das am schnellsten zu konfektionierende e-kettensystem<br />

® E4.1L. Neue Trennstege und Zugentlastungselemente<br />

ermöglichen blitzschnelle Montage und<br />

Zugentlastung von umfangreichen, mehrstöckigen<br />

Leitungsbelegungen. igus.de/E4.1L<br />

*gemessen in der igus ® Konfektionierungsfabrik<br />

igus ® GmbH Tel. 02203 9649-800 info@igus.de<br />

plastics for longer life ®<br />

Besuchen Sie uns: LogiMAT – Halle 3 Stand D21 | Anuga FoodTec – Halle 8.1 Stand D 058<br />

Igus.indd 1 07.02.<strong>2018</strong> 14:44:23<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 39


LIVE@<br />

Symbiose mit Zukunft<br />

Wie Sie Steuerungs- und Vision-Aufgaben mit einem einzigen Werkzeug umsetzen<br />

Vision-Systeme sind nahezu<br />

unerlässlich, wenn es um die<br />

Fertigung qualitativ hochwertiger<br />

Produkte geht. Auch im Hinblick<br />

auf die zunehmende Vernetzung<br />

von Produktionsprozessen spielen<br />

sie eine wesentliche Rolle. Bislang<br />

sind die Möglichkeiten dieser<br />

Systeme jedoch eingeschränkt, da sie<br />

kaum in die Maschinensteuerung<br />

integriert sind. Wir stellen Ihnen<br />

eine Vision-Technologie vor, die<br />

Maschinen das Sehen lernt und<br />

beste Voraussetzungen für die<br />

Zukunft mitbringt.<br />

Mit Vision-Systemen versuchen Maschinenbauer<br />

seit vielen Jahren, das Manko<br />

zu beheben, dass Maschinen nicht sehen<br />

können. Allerdings sind Maschinensteuerung<br />

und Bildverarbeitungssysteme nach<br />

wie vor überwiegend getrennte Einheiten,<br />

denn der Aufwand für die Einbindung eines<br />

Vision-Systems in eine Applikation ist sehr<br />

Andreas Waldl, Product Manager Integrated<br />

Machine Vision bei B&R, Bad Homburg<br />

hoch. Gerade im Hinblick auf Industrie 4.0<br />

steht die Industrie hier vor einer neuen<br />

Herausforderung.<br />

Embedded-Vision: von Standard<br />

bis High-End-Anwendungen<br />

Das Automatisierungsunternehmen B&R<br />

hat diese Herausforderung angenommen<br />

und ein vollständig integriertes und flexibles<br />

Embedded-Vision-System entwickelt.<br />

Herzstück des Systems sind intelligente<br />

Kameras. Das Portfolio<br />

wird ein breites Spektrum<br />

abdecken, welches am<br />

unteren Ende einfache<br />

Vision-Sensoren ersetzen<br />

kann und am oberen<br />

Ende die Leistungsfähigkeit<br />

von High-End Smart<br />

Cameras aufweist. Diese<br />

können viele Vision-Aufgaben<br />

lösen, für die heute<br />

noch PC-basierte Systeme<br />

eingesetzt werden.<br />

Beleuchtung als wesentliches<br />

Element<br />

Ein wichtiger Bestandteil des Vision-Systems<br />

ist das Smart Light. Die Beleuchtung ist<br />

wahlweise in die Kameras integriert oder als<br />

externes Gerät verfügbar. Auch Kombinationen<br />

sind möglich. Die automatische Aussteuerung<br />

der Beleuchtung ermöglicht, dass<br />

schwierige Lichtsituationen die Leistung<br />

des Vision-Systems nicht beeinträchtigen.<br />

Auch höchste Synchronisierungspräzision<br />

für Hochgeschwindigkeitsaufnahmen oder<br />

objektspezifische Anforderungen wie Helloder<br />

Dunkelfeld-Beleuchtungen lassen sich<br />

einfach umsetzen.<br />

Vorteile und Nutzen eines<br />

vollintegrierten Vision-Systems<br />

„Die Integration des B&R-Vision-Systems<br />

umfasst alle Ebenen: Engineering-Tool,<br />

Echtzeitbetriebssystem und die Applikation“,<br />

Mit unserem vollständig<br />

integrierten Embedded-<br />

Vision-System lassen sich viele<br />

Vision-Aufgaben lösen, für die<br />

heute noch PC-basierte Systeme<br />

eingesetzt werden.<br />

Andreas Waldl, B&R<br />

Industrie-Elektronik GmbH<br />

in Bad Homburg<br />

betont Waldl, Product Manager Inte grated<br />

Machine Vision bei B&R. Damit lassen sich<br />

alle Aufgaben der Automatisierung abdecken:<br />

Von der eigentlichen Steuerungsfunktion,<br />

über Sicherheitstechnik, Antriebstechnik<br />

bis hin zur Robotik. „Und nun auch<br />

Machine Vision.“ Schnittstellen im Laufzeitsystem<br />

fallen weg, Kamera und Licht sind<br />

genauso integraler Bestandteil wie analoge<br />

und digitale I/Os, Servoachsen oder Safety.<br />

Damit sind Parametrierung und Program-<br />

40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


01 Anwender können<br />

zwischen unterschiedlichen<br />

Leistungs-Leveln, Bildsensoren<br />

und Optiken wählen<br />

mierung von Bildverarbeitungsroutinen sowie<br />

Kamera- und Beleuchtungseinstellungen<br />

Teil des Automatisierungsprojekts.<br />

Steuerungsprogrammierer können viele<br />

Vision-Aufgaben selbst erledigen. Alle Daten,<br />

Parameter und Variablen sind einheitlich<br />

für das Gesamtsystem, es gibt also keine gesonderten<br />

Prozessvariablen für Vision. Erst<br />

wenn z. B. schwierige Lichtsituationen spezielles<br />

Know-how erfordern, müssen Vision-<br />

Experten hinzugezogen werden.<br />

Software-Bausteine erleichtern<br />

die Programmierung<br />

02 Das Vision-System wird mit Mapp- Komponenten<br />

programmiert; die daraus erstellte Applikation deckt alle<br />

Bereiche von der Prozessteuerung über die Achssteuerung<br />

bis hin zu Vision und Visualisierung ab<br />

Für das B&R-Vision-System stehen vorgefertigte<br />

Softwarebausteine von Mapp Technology<br />

zur Verfügung. Dadurch lassen sich<br />

Applikationen ohne großen Programmieraufwand<br />

erstellen. Da die Mapp-Komponenten<br />

untereinander vernetzt sind, reichen<br />

wenige Klicks, um zum Beispiel Bilder<br />

des Vision-Systems in die Webvisualisierung<br />

Mapp View zu integrieren. Dazu<br />

muss keine einzige Zeile Code programmiert<br />

werden. Änderungen während des<br />

laufenden Betriebes, beispielsweise Produktwechsel,<br />

lassen sich einfach umsetzen.<br />

Parameteränderungen für Kamera<br />

und Licht oder das Umschalten von Triggerbedingungen<br />

können in Echtzeit durchgeführt<br />

werden.<br />

Vielseitig einsetzbar<br />

Das Anwendungsspektrum für das Vision-<br />

System ist sehr breit. Es reicht vom relativ<br />

einfachen Lesen eines Barcodes über OCV<br />

und OCR bis hin zu anspruchsvollen Aufgabenstellungen<br />

wie bei der Produktion von<br />

Pharmazeutika, in Druckmaschinen oder<br />

bei der Textilherstellung.<br />

Die unterschiedlichen Kameramodelle<br />

sind nahtlos skalierbar und basieren auf derselben<br />

Technologie. So können unterschiedliche<br />

Maschinenvarianten mit verschiedenen<br />

Ausbaustufen des Vision-Systems<br />

geliefert werden. Die Software dazu<br />

erstellt der Maschinenbauer nur einmal –<br />

unabhängig davon, welche Hardware letztendlich<br />

eingesetzt wird. Da die Applikation<br />

auch auf der Steuerung gespeichert ist, geht<br />

nichts verloren, wenn die Kamera im Servicefall<br />

getauscht wird.<br />

Kameras und Licht werden über Powerlink<br />

direkt in das Echtzeitnetzwerk der<br />

Maschine eingebunden. Über das Protokoll<br />

wird nicht nur die hochpräzise Synchronisierung<br />

mit Steuerung und Antriebstechnik<br />

abgewickelt, sondern auch der Informationstransfer<br />

für die Visualisierung.<br />

Die Triggerung erfolgt nicht mehr über<br />

Umwege, sondern direkt aus der Steuerungs-<br />

oder Antriebsapplikation heraus.<br />

Damit erschließen sich bisher nie dagewesene<br />

Möglichkeiten: Bildtrigger und Lichtansteuerung<br />

können in harter Echtzeit<br />

und im Sub-µs-Bereich synchron mit dem<br />

gesamten Automatisierungssystem gesteuert<br />

werden. Auch bei dynamischen Applikationen<br />

mit häufig wechselnden Geschwindigkeiten<br />

ist so beispielsweise kein<br />

separater Geber an einem Kameraeingang<br />

nötig.<br />

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige B&R<br />

www.br-automation.com


Hochwertig verpackt<br />

LIVE@<br />

Bildverarbeitung gewährleistet fehlerfreie Produktion von Aluminiumbehältern<br />

Eine undichte Verpackung für<br />

Tiernahrung und Lebensmittel<br />

kann schwerwiegende Folgen<br />

nach sich ziehen, wenn der Inhalt<br />

verdirbt. Aus diesem Grund ist<br />

bei der Herstellung von<br />

Aluminiumbehältern die<br />

Qualitätssicherung von zentraler<br />

Bedeutung. Zum Einsatz kommt<br />

hier Bildverarbeitung. Sie stellt<br />

sicher, dass alle fehlerhaften<br />

Behälter frühzeitig aussortiert<br />

werden, und ermöglicht eine<br />

optimale Datenerfassung.<br />

Unablässig 120 Mal pro Minute hebt und<br />

senkt sich im Drei-Schicht-Betrieb der<br />

Stössel der Presse im Kompetenz-Center<br />

der HLM und spuckt nach jedem Hub vier<br />

fertige Pet-Food-Behälter aus. Eine solche<br />

Anlage produziert somit pro Minute 480 Behälter<br />

aus Aluminium, in welche später<br />

Tiernahrung abgefüllt wird.<br />

Für die Verwendung von Aluminium gibt es<br />

mehrere Gründe: Zum einen ist es Gasdicht,<br />

wodurch sich der Inhalt länger lagern<br />

lässt. Zum anderen kann Aluminium recycelt<br />

werden und ist somit nachhaltiger als<br />

Plastik, das nicht Gas-dicht ist und durch<br />

den Zusatz von Weichmachern gesundheitlich<br />

als bedenklich eingestuft werden kann.<br />

Die Aluminiumdosen sind zudem beschichtet,<br />

sodass die Lebensmittel keinen direkten<br />

Kontakt mit dem Aluminium haben.<br />

„Unsere Anlagen produzieren auch diverse<br />

Aluminiumschalenformen für Konfitüren,<br />

Pasteten oder Kaffeepulver“, erläutert Mathias<br />

Leuthold, der im Familienunternehmen für<br />

die Leitung des Werkzeug- und Maschinenbaus<br />

verantwortlich ist. Auch für Brennpasten<br />

oder Verpackungen für Medizinprodukte<br />

hat HLM Anlagen entwickelt.<br />

Von der Idee zur fertigen Anlage<br />

Voraussetzung für das Stanzen dünnwandiger<br />

Behälter ist qualitativ hochwertiges<br />

Aluminiumfolien-Material. Die fertiggestanzten<br />

Behälter werden In-Line zu den<br />

modular eingebauten Kontroll- und Stapler-<br />

Anlagen weitertransportiert.<br />

„Hat sich ein Kunde für uns als Maschinenlieferant<br />

entschieden, schickt er uns<br />

Ideen, Skizzen und/oder 3D-Modelle seines<br />

Wunsch-Aluminiumbehälters. Auf dieser<br />

Basis entwickeln wir die Anlage vom Design<br />

des Behälters bzw. der Kapsel über das<br />

Werkzeug und Prüfmodul bis hin zur Stapel-<br />

einheit oder passen unsere Standardanlagen<br />

an die Wünsche an“, beschreibt der Ingenieur<br />

den Weg von der Idee zur fertigen Anlage.<br />

Nachdem die Behälter in der Presse in<br />

einem einzigen Hub in die fertige Form gebracht<br />

wurden, werden sie ausgeblasen<br />

und In-Line über Transportriemen und<br />

mechanische Bahnen zu den Modulen<br />

transportiert, in denen die Qualitätskontrolle<br />

erfolgt. „Aluminium ist als Basismaterial<br />

relativ teuer, daher sollen die Behälter<br />

möglichst dünnwandig sein. Jedoch steigt<br />

mit abnehmender Materialstärke die Gefahr,<br />

dass während des Umformvorgangs aufgrund<br />

von Einschlüssen im Rohmaterial<br />

oder wegen zu hoher Spannungen bei der<br />

Umformung Löcher entstehen, die den Behälter<br />

undicht und somit unbrauchbar machen“,<br />

erläutert Mathias Leuthold. „Deshalb<br />

müssen wir jeden fehlerhaften Behälter erkennen<br />

und aussortieren, da ansonsten bei<br />

Tiernahrung oder generell Lebensmitteln<br />

die Gefahr besteht, dass der Inhalt verdirbt.“<br />

Aufgrund der hohen Fertigungsgeschwindigkeiten<br />

und der 100-%-Kontrolle kommt<br />

als Werkzeug zur Qualitätsprüfung die Bildverarbeitung<br />

in Frage. HLM nutzt diese<br />

Technologie bereits seit über 20 Jahren.<br />

Schnelle Fehlererkennung dank<br />

Embedded-PC-Systemen<br />

Bei der neuesten Anlagengeneration setzt<br />

das Schweizer Unternehmen nicht mehr auf<br />

intelligente Kamerasysteme, sondern auf ein<br />

Embedded-PC-Bildverarbeitungssystem.<br />

„Bei der bisherigen Architektur mit intelligenten<br />

Kameras musste erst ein PC an die<br />

Anlage angeschlossen werden, um Fehlerbilder<br />

anzuzeigen oder statistische Auswertungen<br />

vorzunehmen. Nur so konnte z. B.<br />

überprüft werden, ob auf einer der Linien<br />

mehr Fehler entstanden oder ob ein Fehlertyp<br />

häufiger auftrat. Solche Tendenzen kann<br />

der Bediener jetzt über einen Monitor an der<br />

Anlage einfacher und schneller erkennen<br />

und die Fehlerquellen in kürzerer Zeit gezielt<br />

ausschalten“, erklärt Mathias Leuthold.<br />

Realisiert ist diese Möglichkeit über einen<br />

Ringbuffer, der im Embedded-System die<br />

jeweils letzten 20 Fehlerbilder speichert und<br />

auf Abruf anzeigt. Neben aktuellen Ergebnisbildern<br />

kann sich der Anwender Statistiken<br />

über Fehlerarten und deren Häufigkeit,<br />

die Verteilung von Ausschuss auf die ver-<br />

Peter Stiefenhöfer, PS Marcom Services, Olching<br />

42 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


schiedenen Bahnen sowie Bilder von fehlerhaften<br />

Behältern am Anlagenbildschirm ansehen.<br />

Dies trägt zu einer schnelleren Fehlerbehebung<br />

durch geeignete mechanische<br />

Anpassungen an der Anlage bei. Ein weiterer<br />

Vorzug ist die bessere Anbindung an die<br />

MES-Systeme der Anwender. Dies ermöglicht<br />

eine optimierte Kontrolle der Produktion<br />

und Vorteile bei der Datenerfassung.<br />

Realisierung kundenspezifischer<br />

Lösungen<br />

HLM beschäftigt keine Bildverarbeitungsspezialisten,<br />

sondern vertraut auf das Knowhow<br />

von Stemmer Imaging. Dies galt auch<br />

für die Umstellung auf Embedded PC-basierte<br />

Systeme, wo sich Stemmer Imaging<br />

unter anderem um die Auswahl der Bildverarbeitungskomponenten<br />

kümmerte. Eine<br />

Machbarkeitsstudie führte dann zu einer<br />

Empfehlung, welche Produkte für die neue<br />

Anlagengeneration optimal geeignet sind.<br />

Zudem hat Stemmer Imaging alle Komponenten<br />

vorkonfiguriert und getestet geliefert,<br />

was den Aufwand bei der Anlagenrealisierung<br />

reduziert hat.<br />

In der neuen Anlagengeneration kommt<br />

pro Linie eine Kamera Genie Nano von<br />

Teledyne Dalsa zum Einsatz, die über Lichtschranken<br />

getriggert wird. Ausgestattet mit<br />

01 Die Kameras sind unterhalb der Transportbahnen<br />

angebracht, die Beleuchtungen oberhalb<br />

einer Optik von Lensation sind diese Kameras<br />

unterhalb der Transportbahnen angeordnet.<br />

Die per Lichtschranke getriggerten<br />

LED-Beleuchtungen sind oberhalb der Prüfstationen<br />

in die Anlagen integriert, sodass<br />

die Behälter im Durchlichtverfahren inspiziert<br />

werden. „Für diesen Fall waren eine<br />

bestimmte Größe und ein festgelegter Beleuchtungswinkel<br />

nötig, sodass wir eine<br />

kundenspezifische Beleuchtung entwickelt<br />

haben“, so Claudio Sager, Geschäftsführer der<br />

Schweizer Stemmer-Imaging-Niederlassung.<br />

Der Embedded PC, der die Auswertung<br />

aller Bilder der vier Linien übernimmt und<br />

über den Real Time Manager für die Steuerung<br />

der Anlage sorgt, ist eine Sonderan-<br />

02 Pro Transportbahn sorgt eine Kamera<br />

für optimale Aufnahmen der Behälter<br />

fertigung des Schweizer Elektronikherstellers<br />

Worx. Bei dieser Anlage muss der Embedded<br />

PC pro Minute und Bahn 120 Bilder<br />

auswerten und die Ergebnisse innerhalb<br />

kürzester Zeit an die Ausschleusestationen<br />

weitergeben, damit fehlerhafte Behälter sofort<br />

aussortiert werden können. Die Auswertung<br />

der Bilder erfolgt über die Bildverarbeitungssoftware<br />

Common Vision Blox<br />

(CVB) von Stemmer Imaging.<br />

„Auch bei dieser Komponente war das<br />

Know-how von Stemmer Imaging entscheidend,<br />

um die optimale Lösung zu finden“,<br />

so Mathias Leuthold.<br />

www.stemmer-imaging.de<br />

Unvergleichlich. Die neue HF­12M Serie<br />

Die derzeit kleinsten Objektive für Kameras mit 2.1µm Pixel Pitch<br />

Trotz des hohen Auflösungsvermögens überraschen die Objektive mit sehr kleiner Bauform.<br />

Mit einem Außendurchmesser von nur 33 mm bietet die neue Serie die derzeit kleinsten<br />

Objektive auf dem Markt im Vergleich zu anderen Objektiven mit ähnlichem Auflösungsvermögen.<br />

Mehr auf www.fujifilm.eu/fujinon Fujinon. Mehr sehen. Mehr wissen.


Infrarot-Thermografie für Experten<br />

Hot-Spots und potenziellen Defekte in Anlagen und Elektronik frühzeitig erkennen<br />

Wärmebildkameras liefern in der<br />

Überwachung elektrischer und<br />

mechanischer Anlagen wichtige<br />

Informationen über mögliche<br />

Schwachstellen. Sie messen<br />

Temperaturunterschiede und<br />

zeigen Fehlerquellen auf, bevor<br />

diese Schäden oder Probleme<br />

verursachen. Je genauer und<br />

einfacher derartige Kameras<br />

arbeiten, umso schneller lassen sich<br />

kritische Entscheidungen treffen.<br />

Ob in der Fertigungsindustrie, in der<br />

Energieversorgung, bei Elektrikunternehmen<br />

oder im Dienstleistungssektor –<br />

Inspektionen von elektrischen ud mechanischen<br />

Anlagen zählen zu den täglichen<br />

Aufgaben der Betreiber. Wärmebildkameras<br />

liefern hierbei wichtige Informationen. Sie<br />

ermöglichen eine Temperaturmessung aus<br />

sicherer Entfernung, ohne dass dabei der<br />

Produktionprozess selbst unterbrochen<br />

oder verlangsamt werden muss. Mit einem<br />

Messpunkt/Messfeld im Infrarotbild ermitteln<br />

Anwender den Temperaturwert oder<br />

den Maximal-/Minimalwert und erkennen<br />

direkt verschiedenste elektrische Probleme.<br />

Somit lassen sich mögliche Schäden in Leitungen,<br />

Schaltschränken und elektrischen<br />

Bauteilen prüfen und kontrollieren. Das<br />

dies möglichst zuverlässig, schnell und<br />

qualitativ hochwertig erfolgen sollte, versteht<br />

sich von selbst. Und genau das kann<br />

die 1-Touch Level/Span des Thermografie-<br />

Spezialisten Flir.<br />

Der Fokus liegt auf dem Objekt<br />

Häufig müssen Anwender, um ein gutes Thermografie-Bild<br />

zu erhalten, zig-fach nachjustieren<br />

und mehrere Aufnahmen abgleichen,<br />

bis sie das optimale Ergebnis vorliegen<br />

haben. Mit 1-Touch Level/Span können<br />

Thermografen nun einfach durch eine einzige<br />

Berührung des Bildschirms einen<br />

kleinen Fokusbereich in einem Wärmebild<br />

auswählen – die Kamera passt dann Temperaturbereich<br />

und -spanne automatisch<br />

basierend auf dem Wärmekontrast an der<br />

betreffenden Stelle des Bilds an. Das Ergebnis:<br />

Zeitersparnis bei manuellen Anpassungen.<br />

Der Anwender tippt nur einmal kurz<br />

auf den Touchscreen, um das gewünschte<br />

Zielobjekt oder den Zielbereich auszuwählen;<br />

um das ausgewählte Objekt bzw. den<br />

Bereich wird daraufhin ein Kreis angezeigt.<br />

Die Kamera verkleinert automatisch die<br />

Spanne, um Temperaturspanne und -bereich<br />

innerhalb des Kreises genau darzustellen;<br />

dabei werden detaillierte Informationen im<br />

Wärmebild bereitgestellt, um Probleme<br />

aufzuzeigen. Der Vorteil besteht darin, dass<br />

Thermografen sich gezielt auf die Probleme<br />

und Details konzentrieren können, die für<br />

sie wichtig sind.<br />

Auch bei Gebäudediagnosen und Elektrik-Inspektionen<br />

liefert die Kamera wertvolle<br />

Unterstützung. Vor allem dann, wenn<br />

Anwender die Wärmebildkamera auf ein<br />

Ziel richten, dessen Hintergrund ein genau<br />

entgegengesetztes Temperaturextrem aufweist,<br />

wie ein Warmwasserboiler oder ein<br />

Kühlgerät. Das Vorhandensein von zwei<br />

entgegengesetzten Temperaturextremen in<br />

Lasergestützte Autofokusfunktion und<br />

Entfernungsmessung gewährleisten präzise Messwerte.<br />

der Szene – Zielobjekt und Hintergrund –<br />

zwingt die Kamera dazu, die Spanne im<br />

Wärmebild zu vergrößern, wodurch der<br />

Kontrast verringert wird.<br />

Integration in professionelle<br />

Kameras<br />

Um die Vorteile der 1-Touch Level/Span<br />

möglich breitflächig nutzbar zu machen,<br />

haben die Flir-Ingenieure die Funktion<br />

in die neuen professionellen Wärmebildkameras<br />

der T500-Serie eingebaut. Diese<br />

Serie, die aus den Kameras T530 und T540<br />

Thomas Jung, Sales Director Central Europe<br />

Instruments, Flir Systems GmbH, Frank Liebelt,<br />

freier Journalist, beide Frankfurt a. M.<br />

44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


Optimal aufeinander<br />

abgestimmte Komponenten<br />

zur Bildverarbeitung?<br />

Kein Problem mit Polytec<br />

01 Einfacher Austausch der<br />

AutoCal-Wechselobjektive,<br />

die Temperaturmessungen<br />

mit hoher Präzision erlauben<br />

02 Das rechte Bild zeigt die Fokussierung auf das Wesentliche: Elektromotor mit „Auto“ (links)<br />

und rechts mit „1-Touch Level/Span“<br />

besteht, wurde speziell dafür entwickelt,<br />

um erfahrene Thermografen aus der Energieerzeugungs-,<br />

Elektroverteilungs- und<br />

Fertigungsindustrie genau mit der Auflösung,<br />

Geschwindigkeit und Ergonomie zu<br />

unterstützen, die diese für die effiziente<br />

und stressfreie Ausführung ihrer täglichen<br />

Aufgaben benötigen. Die Wärmebildkameras<br />

sind mit einer um 180° drehbaren<br />

Optikeinheit und einem leuchtstarken<br />

LCD-Display ausgestattet und bieten trotz<br />

ihrer kompakten Abmessungen den Inspektoren<br />

alle Instrumente, die diese zum<br />

Ausführen umfangreicher Inspektionen<br />

unter schwierigen Bedingungen benötigen<br />

– insbesondere, wenn die Sicht auf die<br />

zu prüfende Anlage verhindert oder diese<br />

schwer zugänglich ist.<br />

Vorteile und Funktionen<br />

im Überblick<br />

Der lasergestützte Autofokus gewährleistet,<br />

dass Anwender jedes anvisierte Objekt<br />

rasch scharf stellen und jederzeit absolut<br />

präzise Temperaturmessungen ausführen<br />

können. Flir Vision Processing liefert mit<br />

MSX, UltraMax und mit den von Flir entwickelten<br />

adaptiven Filteralgorithmen in jeder<br />

Situation gestochen scharfe Wärmebilder.<br />

Ein um 180° drehbarer optischer<br />

Block macht die T500-Serie-Kameras zu<br />

den vielseitigsten und ergonomischsten<br />

Kameras der gesamten T-Serie. Damit können<br />

Thermografen auch schwer erreichbare<br />

Zielobjekte den ganzen Tag lang einfach<br />

und bequem überprüfen, ohne sich dafür<br />

umständlich verbiegen oder verdrehen zu<br />

müssen. Dank der zur Auswahl stehenden<br />

intelligenten AutoCal-Wechselobjektive<br />

können weitläufigere Bereiche aus sicherer<br />

Distanz auf potenzielle Defekte überprüft<br />

werden, Temperaturmessungen mit herausragender<br />

Präzision vorgenommen und<br />

Wärmebilder mit einer echten nativen Auflösung<br />

von 464 × 348 (161 472) Pixeln aufgenommen<br />

werden.<br />

Weitere Features sind die intuitiv bedienbare<br />

Benutzeroberfläche und Navigation.<br />

Dabei lässt sich der kapazitive und benutzerfreundliche<br />

Touchscreen mit intuitiv<br />

bedienen und mit zwei programmierbaren<br />

Tasten anpassen. Zu den aktualisierten Organisationstools<br />

zählen eine automatische<br />

GPS-Positionsdatenspeicherung, Kompassvermerke<br />

und eine verbesserte Dateistruktur,<br />

die die Berichterstellung und Archivierung<br />

erleichtern. Ein leuchtstarkes und klar<br />

definiertes 4"-LCD-Display sorgt für eine<br />

optimale Visualisierung der Aufnahme.<br />

Bilder: Flir<br />

www.flir.de<br />

Komplettanbieter für<br />

die Bildverarbeitung<br />

Für die industrielleBildverarbeitung gibt<br />

es viele Anbieter –und noch mehr<br />

Lösungen. Eine optimale Abstimmung<br />

wird meist schwierig. Entscheiden Sie<br />

sich liebergleich für Polytec. Denn so<br />

erhalten Sie die Gesamtlösung aus<br />

einer Hand. Dabei berücksichtigen wir<br />

besonders die Wechselwirkungen<br />

der einzelnen Komponenten und Umgebungsbedingungen.<br />

So können<br />

wir Ihnen die ideale Kombination von<br />

Produkten bieten, mit denen Sie erfolgreich<br />

Ihre Aufgaben meistern.<br />

Mehr unter:<br />

www.polytec.de/bv


Machine Vision vollständig in die<br />

Automatisierung integriert<br />

LIVE@<br />

B&R präsentiert eine der ersten Bildverarbeitungslösungen,<br />

die nahtlos in ein Automatisierungssystem<br />

eingebunden ist. Der Fokus wurde hierbei auf<br />

intelligente Kameras gerichtet. Die Vielseitigkeit der<br />

Bildverarbeitungslösung spiegelt sich in einem<br />

breiten Portfolio wider, welches sowohl einfache Vision-Sensoren<br />

ersetzen kann als auch die Leistungsfähigkeit von High-End-<br />

Smart-Kameras repräsentiert. Darüber hinaus stehen Software-<br />

Bausteine zur Verfügung, die das Erstellen von Applikationen<br />

erleichtern. Die Beleuchtung ist in die Kameras integriert, steht<br />

aber auch als externes Gerät zur Verfügung und wird automatisch<br />

ausgesteuert. Höchste Synchronisierungspräzision für Hochgeschwindigkeitsaufnahmen<br />

oder objektspezifische Anforderungen<br />

wie Hell- oder Dunkelfeld-Beleuchtungen lassen sich einfach umsetzen.<br />

Bildtrigger und Lichtansteuerung können in Echtzeit<br />

synchron mit dem Automatisierungssystem gesteuert werden.<br />

Die Integration des Vision-Systems umfasst alle Ebenen:<br />

Engineering-Tool, Echtzeitbetriebssystem und die Applikation.<br />

www.br-automation.com<br />

Konstante Bildqualität durch Anti-Shock<br />

und Vibration<br />

Ein Design für Kameraobjektive für die industrielle Bildverarbeitung,<br />

das starken Beschleunigungen, Stößen und Vibrationen standhält,<br />

hat Fujifilm entwickelt. Das Fujinon Anti-Shock + Vibration Design<br />

wird angewendet in der<br />

HF-12M-Serie für Pixelgrößen<br />

ab 2,1 µm und Sensoren bis zu<br />

1" sowie der HF-5M-Serie für<br />

Pixelgrößen ab 3,45 µm und<br />

Sensoren bis zu 1,1“ (6 und<br />

50 mm). Dabei handelt es sich<br />

um eine elastische Fixierung<br />

der internen Linsenanordnung.<br />

In konventionellen<br />

Objektiven werden die Linsen mit Kleber befestigt, der langfristig<br />

Stößen und Vibrationen nicht standhält und empfindlich auf<br />

Feuchtigkeit und Temperaturwechsel reagiert. Das Design<br />

minimiert die Menge des benötigten Klebers und bietet eine stabile<br />

Performance. Die Ausstattung sorgt damit für eine konstante<br />

Bildqualität in mobilen Systemen wie robotergeführten<br />

3D-Scannern, aber auch in ortsfesten Installationen.<br />

www.fujifilm.eu<br />

Bildverarbeitung in Echtzeit<br />

für SPS-Programmierer<br />

LIVE@<br />

Mit Twincat Vision integriert Beckhoff Bildverarbeitungsfunktionen<br />

in seine Steuerung. Damit umfasst<br />

das System alle Maschinenfunktionalitäten wie SPS,<br />

Motion, Robotik, Highend-Messtechnik, IoT, HMI und<br />

Vision auf einer Engineering- und Steuerungsplattform.<br />

Dazu hat das Unternehmen eine Bildverarbeitungsbibliothek<br />

entwickelt, deren Bausteine und Funktionen direkt aus der<br />

SPS heraus aufrufbar sind. Die<br />

Funktionen laufen dann echtzeitfähig<br />

in der Twincat Runtime.<br />

Damit können Vision-Applikationen<br />

nun vom SPS-Programmierer<br />

selbst realisiert werden. Über ein<br />

Kamera-Interface lassen sich<br />

beliebige GigE-Vision-Kameras –<br />

auch mehrere parallel – einbinden<br />

und im Engineering konfigurieren. Die Kalibrierung einer Kamera<br />

findet ebenfalls direkt in der Engineering-Umgebung statt, ist aber<br />

auch im laufenden Prozess in der Runtime möglich. Auch für die<br />

Programmierung der Bildverarbeitungslogik ist weder ein eigenes<br />

Tool noch eine spezielle Programmiersprache erforderlich.<br />

www.beckhoff.de<br />

Produktionsfehler frühzeitg erkennen<br />

LIVE@<br />

Balluff hat seine Smart-Camera-Serie für die schnelle<br />

und flexible Bearbeitung anspruchsvoller Automatisierungsaufgaben<br />

um zwei Varianten erweitert. Mit<br />

dem Modell Color können Farbtöne, Helligkeiten und<br />

Farbsättigungen über ein Analysewerkzeug einfach<br />

analysiert werden. Damit ermöglicht es das frühzeitige Erkennen<br />

von Produktionsfehlern im Fertigungsprozess. Neben der Qualitätskontrolle<br />

von Objekten unterstützt es auch Roboter in der Positionsfindung.<br />

Das Modell Ident ist für Traceability-Applikationen<br />

ausgelegt und bietet entsprechende Analysewerkzeuge für Codeoder<br />

Textlesung und -verifikation. Die Smart Cameras sind mit<br />

intuitiver Bedienung so konzipiert, dass sie sich auch für Nutzer<br />

eignen, die sich nicht täglich mit Bildverarbeitungsaufgaben<br />

beschäftigen. Sie<br />

sind mit Gigabit Ethernet-, Profinet und<br />

EtherNet/IP-Schnittstellen flexibel<br />

anpassbar. Über den IO-Link-Master<br />

lassen sich zusätzlich IO-Link-Devices,<br />

-Sensoren und -Aktoren anbinden.<br />

www.balluff.com<br />

App-basierte Sensoren und Kameras<br />

LIVE@<br />

Eine neue Generation Vision App-basierter Sensoren<br />

und Kameras, die selbständig oder mit PC-Unterstützung<br />

verschiedene Bildverarbeitungsapplikationen<br />

erledigen können, ist IDS NXT von IDS Imaging. Ein<br />

Entwicklungskit ermöglicht es Anwendern, beliebig<br />

viele Apps zu erstellen. So lassen sich maßgeschneiderte Lösungen<br />

für individuelle Aufgabenstellungen realisieren. Der Anwender<br />

entscheidet, ob die Geräte Codes lesen, Schriftzeichen, Gesichter<br />

oder Nummernschilder erkennen oder ob sie Objekte finden,<br />

vermessen, zählen oder identifizieren. Den Auftakt der neuen<br />

Gerätegeneration bildet IDS NXT Vegas mit einem lichtempfindlichen<br />

1,3 MP CMOS-Bildsensor und einer integrierten LED<br />

Beleuchtung. Ein TOF-Sensor misst millimetergenau die Abstände<br />

zu Objekten. Dadurch erkennt er eigenständig Abstandsänderungen<br />

und kann darauf triggern. Die Flüssiglinse mit<br />

Autofokus justiert in Millisekunden nach und liefert dem<br />

System auch bei variablen Objektabständen immer<br />

scharfe Bilder.<br />

www.ids-imaging.de<br />

46 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


Auszeichnung für Industrie-4.0-Lösung<br />

Das Zwillingskonzept aus der Smart Camera MV Blue Gemini und der smarten Vision-Software<br />

MV Impact-CS von Matrix Vision ermöglicht es Unternehmen, ohne Programmier-Know-how und<br />

ohne Bildverarbeitungskenntnisse in die digital vernetzte, optische Qualitätskontrolle einzusteigen.<br />

Dafür wurde der Hersteller aus Oppenweiler nun mit dem Preis „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-<br />

Württemberg“ prämiert. Mit ihm werden Konzepte ausgezeichnet, die einen wesentlichen Beitrag<br />

zur digitalen Vernetzung im Rahmen der Industrie 4.0 leisten. Die von der Smart Camera aufgenommene<br />

aktuelle Szene wird von der Software automatisch ausgewertet, die dafür passenden Algorithmen<br />

und Filter ausgewählt sowie automatisch die richtigen Parametern eingestellt. Das in die Software<br />

integrierte „Expertenteam“ ist jederzeit verfügbar. Erhard Meier (re), Geschäftsführer von Matrix<br />

Vision, erhielt den Preis in Stuttgart von Günther Leßnerkaus, dem Ministerialdirigenten im<br />

Landeswirtschaftsministerium.<br />

www.matrix-vision.de<br />

Autonomer Betrieb<br />

mit automatischer<br />

Spotsuche<br />

LIVE@<br />

Die Temperaturmessgeräte<br />

Xi 80<br />

und Xi 400 aus<br />

dem Hause Optris<br />

vereinen die Eigenschaften<br />

von Infrarot-Kameras<br />

und Infrarot-Thermometern.<br />

Die Sensoren arbeiten neben<br />

der Nutzung mit PC sowie<br />

Software auch teilautonom als<br />

smartes, selbst-zielsuchendes<br />

Hart im Nehmen.<br />

Die IP65/67-Kameras der CX-Serie für Applikationen von -40°C bis 70°C.<br />

Pyrometer mit Analog- bzw.<br />

Digitalausgang. Damit eröffnen<br />

sich neue Einsatzmöglichkeiten<br />

im Maschinenbau<br />

oder in Multi-Sensor-<br />

Applikationen. Durch die<br />

integrierte Spotfinder-<br />

Funktion wird die Temperatur<br />

sich bewegender Objekte<br />

gemessen, ohne dass der<br />

Sensor neu justiert werden<br />

muss. Über ein externes<br />

Prozess-Interface können bis<br />

zu neun frei definierbare<br />

Messfelder als Analogausgänge<br />

weiterverarbeitet werden. So<br />

eignen sich die Messgeräte für<br />

den OEM-Bereich. Sie sind mit<br />

einem Motorfokus ausgestattet,<br />

der eine Scharfstellung aus der<br />

Ferne über die Software Pix<br />

Connect ermöglicht. Die<br />

Sensoren haben Auflösungen<br />

bis 382 × 288 Pixel, eine Bildfrequenz<br />

bis 80 Hz und ein<br />

Messfleck-Distanz-Verhältnis<br />

von bis zu 390:1.<br />

Genau richtig für Applikationen, die über die Norm<br />

hinausgehen: durch Staub, Spritzwasser oder extreme<br />

Temperaturen! Dank hartanodisiertem Gehäuse eignen sich<br />

die neuen IP65/67-Kameras der CX-Serie bis 12 Megapixel<br />

auch für den Lebensmittel- und Pharmabereich.<br />

Mehr erfahren Sie unter:<br />

www.baumer.com/cameras/IP65-67<br />

www.optris.de<br />

Baumer-Optronic.indd 1 06.02.<strong>2018</strong> 14:26:47<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 47


Besonders robuste Kameras<br />

für Anspruchsvolles<br />

Die IP65/67-Kameras der CX-Serie<br />

aus von Baumer kommen dank ihres<br />

erweiterten Temperaturbereichs von<br />

– 40 bis + 70 °C auch in extrem<br />

anspruchsvollen Applikationen in<br />

rauen Umgebungen zum Einsatz. Bei<br />

manchen Modellen kann auf zusätzliche<br />

Kühlung oder Heizung verzichtet<br />

werden. Das Gehäuse schützt die empfindlichen Kamerabestandteile<br />

gegen Schmutz, Strahlwasser und zeitweiliges Untertauchen.<br />

Ein optionales modulares Tube-System mit variabler Anzahl an<br />

Zwischenringen ermöglicht eine schnelle und flexible Applikationsanpassung<br />

hinsichtlich Länge und Durchmesser der Objektive.<br />

Die IP-Kameras mit Sony Pregius und ON Semiconductor Python<br />

CMOS-Sensoren verfügen über eine GigE-Vision-konforme<br />

Schnittstelle und sind in sechs Auflösungen von 1,3 bis 12 MP<br />

verfügbar. Vier opto-entkoppelte Ausgänge mit einer Ausgangsleistung<br />

bis 1,5 A und Pulsbreitenmodulation ermöglichen die<br />

direkte Ansteuerung von bis zu vier externen Beleuchtungen<br />

inklusive Regulierung der Helligkeit.<br />

www.baumer.com<br />

Sehr detaillierte Bilder beschleunigen<br />

Inspektion<br />

Das hochauflösende Kameramodell Mikroskopie Ace 12,2 MP von<br />

Basler mit bis zu 15 FPS verfügt über den Rolling Shutter CMOS-<br />

Sensor IMX226 aus der Starvis-Reihe von Sony. Der Sensor arbeitet<br />

mit einer Technologie, die Back-illuminated Pixel einsetzt, und<br />

liefert ein Dunkelrauschen von nur drei Elektronen (3,2e-),<br />

kombiniert mit einer Quanteneffizienz von über 80 %. Mit diesem<br />

besonders lichtempfindlichen Sensor erzeugt die Kamera sehr<br />

detaillierte Bilder bei hoher Bildqualität, auch bei schwachen Lichtverhältnissen.<br />

Sie erreicht einen Dynamikbereich von bis zu 71 dB.<br />

Damit eignet sich die Kamera z. B. für die Materialinspektion oder<br />

für Routine-Laborarbeiten, denn mit ihr können die Proben mit<br />

geringerer Vergrößerung betrachtet und somit in kürzerer Zeit<br />

untersucht werden. Sie wird<br />

mit einem USB-3.0-Kabel,<br />

einem Quick Install Guide<br />

sowie Software für Kamerasteuerung,<br />

Bildakquisition,<br />

-verarbeitung und -analyse<br />

der aktuellsten Version 2.0<br />

geliefert.<br />

www.baslerweb.com<br />

High-Speed-Kameras mit sehr hoher Auflösung bei höchstem Durchsatz<br />

LIVE@<br />

Framos vertreibt ab sofort High-Speed-Kameras von<br />

ISVI. Die Kameras mit Coaxpress- oder Camera-Link-<br />

Schnittstelle ermöglichen mit Framegrabbern von<br />

Euresys schnelle Datenübertragungen in hoher<br />

Qualität. Die neueste High-End-<br />

Bildverarbeitungs-Kamera von ISVI ist die<br />

IC-X50S-CXP, die bei ca. 50 MP 30 fps bei<br />

voller Auflösung liefert. Die hohe Bildqualität<br />

des Standardmodells wird durch ein aktiv<br />

gekühltes Modell noch erhöht. Dieses eignet<br />

sich für die Halbleitermesstechnik, die<br />

Prüfung von Flachdetektoren und wissen-<br />

schaftliche Anwendungen. Kompakt sowie mit zahlreichen<br />

Standard-Objektiven ausgestattet, richten sich beiden Modelle<br />

an Benutzer, die eine Kamera mit sehr hoher Auflösung für<br />

Anwendungen mit höchstem Durchsatz benötigen. Die Kameras<br />

eignen sich für High-Speed-Industrieautomation<br />

und -Bildverarbeitung, 2D-/3D-Messtechnik,<br />

SPI, elektronische Produktprüfung,<br />

Biomechanik, Sicherheitsanwendungen mit<br />

großer Reichweite sowie Robotik und<br />

Mikroskopie.<br />

www.framos.com<br />

Mini-Kamera für Roboter<br />

Das Unternehmen Hema präsentiert mit SeelectorICAM HD4<br />

eine Mini-Kamera für Roboter. Der miniaturisierte Sensorkopf<br />

eignet sich für den Einsatz in Roboteranwendungen und unter<br />

extrem beengten Platzverhältnissen. Hier können bspw. Schweißprozesse<br />

an schwer zugänglichen Positionen verfolgt und sichtbar<br />

gemacht werden. Der Kamerakopf kann bei geringem Platzangebot<br />

mehrere Meter von der Kamera-CPU entfernt montiert<br />

werden. Die Helligkeitsdynamik bis zu 170 dB sorgt für ein<br />

sauberes Bild ohne Überblendungen. Ein Embedded-Rechner<br />

übernimmt Bildaufbereitung und Bildverarbeitungsfunktionen<br />

in Echtzeit. Diese Steuereinheit wird abseits des Arbeitsbereichs<br />

untergebracht. Die Bildausgabe erfolgt auf einem externen<br />

Monitor über einen VGA- oder Ethernet-Anschluss. Für die<br />

Einbindung in die Anlagenumgebung hat die Kamera GigE Vision<br />

und digitale Ein- und Ausgänge. Tools wie Halcon machen es<br />

zudem möglich, ausgewählte Routinen auf dem Embedded-<br />

System zu integrieren. Das erhöht die Auswertegeschwindigkeit<br />

und die Zuverlässigkeit des Bildverarbeitungssystems.<br />

www.hema.de<br />

Höchste Farbtreue und räumliche Auflösung<br />

Eine Multi-Sensor-Kamera mit sehr genauer Farbabbildung ist<br />

die Apex AP-3200T-USB von Jai. Die prismabasierte 3-CMOS<br />

R-G-B-Flächenkamera beruht auf drei Sony Pregius IMX265<br />

1/1,8-Zoll-CMOS-Sensoren mit 2 064 × 1 544 Pixeln und einer<br />

Pixelgröße von 3,45 × 3,45 µm. Mit einer USB3-Vision-Schnittstelle<br />

für Plug-and-Play-Kompatibilität erzielt sie bei 8 bit<br />

und 3 × 3,2 MPl bis zu 38,3 fps. Die Schnittstelle ermöglicht<br />

einen Datendurchsatz von 350 MB/s. Die Farbraumkonvertierung<br />

innerhalb der Kamera einschließlich RGB zu HSI<br />

und RGB zu CIE-XYZ sowie sRGB und Adobe RGB ermöglicht<br />

hohe Flexibilität. Die Signalverstärkung und die Belichtungszeit<br />

können unabhängig für den roten, grünen und blauen Sensorkanal<br />

eingestellt werden, um das Signal-/Rauschverhältnis<br />

spezifisch zur Beleuchtung zu verbessern. Ein Tool zur<br />

spezifischen Verstärkung bestimmter Farben im Bild ist<br />

beispielsweise in der Mikroskopie<br />

oder Medizintechnik<br />

nützlich.<br />

www.jai.com<br />

48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


Deep Learning auf Nvidia<br />

Pascal-Architektur<br />

LIVE@<br />

MVTec hat Deep-Learning-Funktionen auf Embedded-<br />

Boards mit der Nvidia Pascal-Architektur verfügbar<br />

gemacht. So wurde die Deep-Learning-Inferenz der<br />

Version 17.12 der Standardsoftware für industrielle<br />

Bildverarbeitung Halcon auf Nvidia Jetson TX2 Boards<br />

getestet. Dabei erreichte die Verwendung des trainierten CNN fast<br />

die Geschwindigkeit einer herkömmlichen Laptop-GPU (ca. 5 ms) –<br />

eine sehr hohe Performance auf einem Embedded Device, verglichen<br />

mit einem Standard-PC. Möglich wird dies durch die Verfügbarkeit<br />

von zwei vorgefertigten Netzen, die MVTec mit Halcon 17.12<br />

ausliefert. Das Compact-Netzwerk ist geschwindigkeitsoptimiert<br />

und für Embedded Boards geeignet. Auf Anfrage stellt MVTec eine<br />

Softwareversion für diese Architektur bereit. Neben Deep Learning<br />

steht auf den Embedded Devices die volle Funktionalität der<br />

Standard-Bildverarbeitungsbibliothek Halcon zur Verfügung.<br />

www.mvtec.de<br />

Kamera mit verbesserter<br />

optischer Präzision<br />

Die HR120 ist das neueste Flaggschiff<br />

aus der höchstauflösenden Serie von<br />

SVS-Vistek. Neben der neuen Elektronik<br />

bietet die Kamera den innovativen Canon<br />

APS-H Rolling Shutter CMOS 120 MP-<br />

Sensor mit 13 272 × 9 176 quadratischen<br />

2,2 µm-Pixeln. Erstmals kommt hier das<br />

überarbeitete Gehäusekonzept der HR-Serie zum Einsatz, welches<br />

für ein optimales Temperaturmanagement und verbesserte optische<br />

Präzision ausgelegt ist und so für ein rauschfreies bzw. verzeichnungsfreies<br />

Bild sorgt. Der M58-Objektivanschluss bietet hohe<br />

Flexibilität bei der Auswahl der Objektive und Adapter an. Die<br />

HR120 ist demnach geeignet zur Lösung der Aufgaben aus der<br />

Display- und Elektronik-Inspektion und unterstützt zudem den<br />

Trend hin zum Großbild-Mikroskop.<br />

www.svs-vistek.com<br />

3D-Snapshot-Scans mit hoher Auflösung<br />

Mit Gocator 3210 und 3506 präsentiert LMI inlinefähige Präzisions-<br />

Snapshot-Sensoren. Der 3210 macht 3D-Snapshot-Scans mit einer<br />

Auflösung bis 35 μm. Mit einem weiteren Sichtfeld (100 × 154 mm)<br />

und Messfrequenzen bis 4 Hz auf die volle Messfläche ist er geeignet<br />

für die schnelle, hochauflösende Inline-Inspektion großer Messobjekte.<br />

Der 3506 erreicht eine Auflösung von 12 μm mit einer Messfrequenz<br />

von 3 Hz. Das mittlere Sichtfeld (30 × 45 mm) wurde für<br />

die hochgenaue Inspektion von kleinen Messobjekten entwickelt.<br />

Beide sind mit einer Dual-Core-Steuerung der nächsten Generation<br />

für eine erhöhte Verarbeitungsgeschwindigkeit ausgestattet.<br />

www.lmi3d.com<br />

Inserentenverzeichnis Heft 1/<strong>2018</strong><br />

<strong>Automation</strong>24, Essen3<br />

Baumer Optronic, Radeberg 47<br />

Cantoni Motor, PL-Cieszyn 27<br />

Conrad Electronic, Hirschau 33<br />

Delphin, Bergisch Gladbach5<br />

Electronic Assembly, Gilching 32<br />

Endress+Hauser, Weil am Rhein 11<br />

Falcon Illumination MV,<br />

Untereisesheim 38<br />

Flir Systems, Frankfurt 41<br />

Fujifilm, Düsseldorf 43<br />

Igus, Köln 39<br />

Keller AG, CH-Winterthur 4. US<br />

MC Technologies, Hannover 15<br />

Measurement Computing,<br />

Bietigheim-Bissingen7<br />

Meorga, Nalbach 16<br />

microsonic, Dortmund 17<br />

PEAK-System Technik, Darmstadt 23<br />

Phoenix Testlab GmbH, Blomberg 11<br />

Polytec, Waldbronn 45<br />

R3 - Reliable Realtime<br />

Radio Communications, Berlin6<br />

Rauscher, Olching 37<br />

Schmersal, Wuppertal 29<br />

Strautmann, Glandorf 26<br />

STROBL Automatisierungstreff,Ilsfeld 12<br />

W.E.St. Elektronik, Niederkrüchten 21<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2018</strong> im 31. Jahrgang, ISSN: 2194-1157<br />

Redaktion<br />

Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Dirk Schaar<br />

Tel.: 06131/992-345, E-Mail: d.schaar@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />

Stv. Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

Redakteurin: Alexandra Pisek M.A.,<br />

Tel.: 06131/992-266, E-Mail: a.pisek@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz: Ulla Winter,<br />

Tel.: 06131/992-347, E-Mail: u.winter@vfmz.de,<br />

Angelina Haas, Melanie Lerch, Petra Weidt<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Gestaltung<br />

Sonja Schirmer, Doris Buchenau, Anette Fröder,<br />

Mario Wüst<br />

Chef vom Dienst<br />

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Anzeigen<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Helge Rohmund, Anzeigenverwaltung<br />

Tel.: 06131/992-252, E-Mail: h.rohmund@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 30: gültig ab 1. Oktober 2017<br />

www.vereinigte-fachverlage.info<br />

Leserservice<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen<br />

Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 12,50 (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement: Inland: € 62,- (inkl. Versandkosten)<br />

Ausland: € 68,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

Verlag<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-0, Fax: 06131/992-100<br />

E-Mail: info@engineering-news.net,<br />

www.engineering-news.net<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Handelsregister-Nr. HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteur-ID: DE 149063659<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen<br />

Gesellschafter: P.P. Cahensly GmbH & Co. KG,<br />

Karl-Härle-Straße 2, 56075 Koblenz<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Gesamtanzeigenleiterin: Beatrice Thomas-Meyer,<br />

Tel.: 06131/992-265, E-Mail: b.thomas-meyer@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Lutz Rach, Tel.: 06131/992-200,<br />

E-Mail: l.rach@vfmz.de<br />

Druck und Verarbeitung<br />

Limburger Vereinsdruckerei GmbH,<br />

Senefelderstraße 2, 65549 Limburg<br />

Datenspeicherung<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigten Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von<br />

ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />

Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Dieser<br />

Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />

beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen<br />

sind urheberrechtlich geschützt. Mit der Annahme<br />

des redaktionellen Contents (Texte, Fotos, Grafiken etc.)<br />

und seiner Veröffentlichung in dieser Zeitschrift geht das<br />

umfassende, ausschließliche, räumlich, zeitlich und inhaltlich<br />

unbeschränkte Nutzungsrecht auf den Verlag über. Dies<br />

umfasst insbesondere das Recht zur Veröffentlichung in<br />

Printmedien aller Art sowie entsprechender Vervielfältigung<br />

und Verbreitung, das Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung<br />

und Übersetzung, das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke,<br />

das Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung,<br />

z. B. Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen von Internet-<br />

und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD und DVD<br />

und der Datenbanknutzung und das Recht, die vorgenannten<br />

Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen, d. h. Nachdruckrechte<br />

einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit des redaktionellen<br />

Contents kann trotz sorgfältiger Prüfung durch<br />

die Redaktion nicht übernommen werden. Signierte Beiträge<br />

stellen nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion dar. Für unverlangt<br />

eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr übernommen<br />

werden. Grundsätzlich dürfen nur Werke eingesandt<br />

werden, über deren Nutzungsrechte der Einsender verfügt,<br />

und die nicht gleichzeitig an anderer Stelle zur Veröffentlichung<br />

eingereicht oder bereits veröffentlicht wurden.<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 49


Ein Unternehmen<br />

macht die Branche<br />

fit für 5G<br />

Funkbasierte Kommunikation wird in zukünftigen<br />

Anwendungen des industriellen Internet of Things (IIoT)<br />

eine wesentliche Rolle spielen. Die verfügbaren<br />

Technologien werden jedoch hinsichtlich Zuverlässigkeit<br />

und Sicherheit nach wie vor kritisch betrachtet. Und 5G,<br />

die nächste Mobilfunknetz-Genreration verspricht zwar<br />

hochverfügbare Echtzeit Funkperformance, wird sie aber<br />

nicht vor 2022 liefern können. Gefordert sind also<br />

Lösungen, die hier schon heute Überzeugungsarbeit leisten.<br />

R3 Communications hat solch ein System entwickelt und<br />

setzt mit EchoRing neue Maßstäbe in der Funktechnik.<br />

Das EchoRing-Modul der Firma Schleicher kann einfach in bereits<br />

bestehende Anlagen integriert werden. Es spannt selbstständig<br />

einen EchoRing mit anderen verfügbaren Modulen auf. Für die<br />

darüber liegenden Kommunikations- und Sicherheitsprotokollschichten<br />

wie ProfiNet /ProfiSafe wird die Nutzung von EchoRing<br />

transparent sein und dem Nutzer eine hohe Flexibilität bieten.<br />

EchoRing wird im Kontext von 5G <strong>Industrielle</strong>s Internet im Projekt<br />

Sesam und im Projekt fast robotics vom BMBF gefördert.<br />

https://www.ip45g.de/projekte/sesam/<br />

https://de.fast-zwanzig20.de/industrie/fast-robotics/<br />

Die Geschäftsführer Florian Bonanati (li.) und Dr. Mathias Bohge (re.)<br />

mit R3’s EchoRing Evaluation Kit, mit dem die EchoRing-Technologie<br />

komfortabel getestet werden kann<br />

Das Unternehmen R3 – Reliable Realtime Radio Communications<br />

GmbH (R3) mit Sitz in Berlin wurde im Juli 2015 als Spin-off<br />

zweier führender europäischer Universitäten gegründet. Im Fokus<br />

der Aktivitäten stehen Forschung, Entwicklung, Produktion und<br />

Vertrieb hochzuverlässiger Echtzeit-Funkkommunikationssysteme,<br />

die in Industrie-4.0- und industriellen Internet-of-Things-Anwendungen<br />

zum Einsatz kommen sollen. Ziel dabei ist ein Verfahren zu<br />

entwickeln, das die Schwächen vieler auf dem Markt verfügbaren<br />

Funkkommunikationssysteme mit unzureichender Übertragungszuverlässigkeit<br />

und langen Verzögerungen, nicht aufweist. Und das<br />

haben die Teams rund um R3 Gründer Prof. James Gross (KTH Stockholm,<br />

Schweden) mit dem sogenannten EchoRing erreicht, dessen<br />

technische Leistungsfähigkeit die hohen Anforderungen von IIoT/<br />

Industrie 4.0 in Bezug auf Echtzeit (um 1 ms) und Verfügbarkeit<br />

(bis zu 99,999999 %) erreicht.<br />

Bereits seit 2009 wird analysiert, simuliert und prototypisiert. Im<br />

Jahr 2017 gelang zum ersten Mal die Portierung auf kostengünstige<br />

Standard-Hardware. Konkret wurde EchoRing auf einem WLAN<br />

Chip integriert, was diesem Chip zu einem hochzuverlässigen<br />

deterministischen Verhalten verhilft. Seit letztem Jahr kooperiert R3<br />

in diesem Bereich mit Texas Instruments (TI). Derzeit wird das System<br />

mit R3’s Schlüsselkunden getestet und weiterentwickelt. So arbeitet<br />

z. B. Schleicher Elektronik an einem EchoRing-Modul, das sich für<br />

Anwendungen der funktionalen Sicherheit sowie in fahrerlosen<br />

Transportsystemen besonders gut eignet.<br />

Der EchoRing-Ansatz basiert auf einem logischen Token-Ring-<br />

Verfahren. Hierbei wird der Token auch als Austauschplattform für<br />

Kanal zustände genutzt. Da er jeden Kommunikationsknoten des<br />

Netzwerks durchläuft, werden die Kanalzustände aller Übertragungsstrecken<br />

des Systems verteilt. Anhand der dadurch vorhandenen<br />

vollständigen Kanalkenntnis kann für jede Übertragung ein perfekter<br />

Knoten („Buddy“) für eine ggf. notwendige Wiederholung bestimmt<br />

werden. Diese auf räumliche Diversität basierende Technik<br />

wird als „massive Kooperation“ bezeichnet. Die Implementierung<br />

des rein Software-basierten Ansatzes ist auf bereits existierender<br />

Hardware möglich. Zielgruppe der EchoRing-Technologie sind<br />

Integratoren, die hochkomplexe Produkte mit hohen Maschinezu-Maschine<br />

(M2M) Kommunikationsanforderungen herstellen.<br />

Neben Unternehmen der industriellen Automatisierung kommen<br />

R3‘s Kunden u. a. aus der Automobilindustrie sowie der Luft- und Raumfahrt.<br />

Der Nutzen des Systems liegt vorranging in der Flexibilisierung<br />

von Fertigungssystemen sowie in der Erschließung neuer Anwendungsszenarien<br />

(z. B. Edge-Cloud gesteuerte Roboter). Diese Use<br />

Cases sind unter Verwendung von Standard Funktechnik undenkbar.<br />

Wenn beispielsweise bei WLAN etwa jedes 1 000. Paket verloren<br />

geht, verliert EchoRing unter gleichen Bedingungen nur jedes<br />

100 000 000 Paket und garantiert damit höchste Zuverlässigkeit.<br />

www.echoring.com<br />

50 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong>


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 2/<strong>2018</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 13. 04. <strong>2018</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 27. 03. <strong>2018</strong><br />

01<br />

03<br />

02<br />

04<br />

01 Drucksensoren kontrollieren den Füllstand von Chemiefässern und<br />

garantieren einen sicheren Transport der Tanks<br />

02 Webbasierte Fernwartungslösung steigert die Anlagenverfügbarkeit<br />

und -produktivität<br />

03 Feldbussystem öffnet die Tür zur Dezentralisierung und Digitalisierung<br />

in die Cloud via OPC UA<br />

Der direkte Weg<br />

Internet:<br />

www.industrielle-automation.net<br />

E-Paper:<br />

www.engineering-news.net<br />

Redaktion:<br />

Redaktion@industrielle-automation.net<br />

AUTOMATION TECHNOLOGIES:<br />

www.en.engineering-news.net<br />

04 Hannover Messe: Erleben Sie die neuesten Trends, Lösungen und<br />

Technologien auf der Weltleitmesse der Industrie<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2018</strong> 51


Manometer<br />

LEO 5<br />

mit LoRaWAN<br />

ISM<br />

Band<br />

Funk-<br />

Manometer<br />

Sender und<br />

Remote-Display<br />

GSM-2<br />

mit Pegelsonde<br />

Serie 36 XiW<br />

LoW PoWeR<br />

PReSSuRe SeNSoRS<br />

oPtimizeD foR<br />

InTERnET<br />

OF ThInGS<br />

Schnittstellen-<br />

Konverter<br />

K-114 BT<br />

für digitale + analoge<br />

Druckmessgeräte<br />

GSM-2 Box<br />

mit Drucktransmitter<br />

Serie 23 SY<br />

Manometer<br />

LEO 5<br />

mit Bluetooth<br />

classic<br />

RFID<br />

Datenlogger<br />

Serie 21 DC<br />

RFID<br />

Drucktransponder<br />

Serie 21 D<br />

Funk-<br />

Drucktransmitter<br />

mit Bluetooth<br />

smart<br />

KELLER unplugged!<br />

Das Internet der Dinge beginnt mit einem Sensor.<br />

Drucktransmitter und Pegelsonden mit digitalen Schnittstellen sind wie geschaffen für IoT-Lösungen.<br />

Niedrige Versorgungsspannungen und optimierter Stromverbrauch, ideal für batteriebetriebene Funk-Lösungen.<br />

Druckbereiche: 0,3…1000 bar / ATEX-Zertifizierung / Druck- und Temperaturinformationen<br />

D-Linie Drucktransmitter<br />

I 2 C-Interface bis 5mKabel<br />

1,8…3,6 V (optimiert für Knopfzellen)<br />

20 μW @1S/s und 1,8 V<br />

Gesamtfehlerband ±0,7 %FS @ -10…80 °C<br />

X-Linie Drucktransmitter<br />

RS485-Interface bis 1,4 km Kabel<br />

3,2…32 V (optimiert für 3,6 V Lithium-Zellen)<br />

100 μW @1S/min und 3,2 V<br />

Gesamtfehlerband ±0,1 %FS @ -10…80 °C<br />

52 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/2015<br />

keller-druck.com

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!