DMG-informiert 1/2018

dmginterpersonal

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen. Thema dieser Ausgabe: Nachfolge in anderen Kulturen

informiert

Berichte aus der weltweiten Mission | www.DMGint.de | Nr. 1/2018

Nachfolge

in anderen Kulturen


EDITORIAL

Veranstaltungen

Liebe Leserin,

lieber Leser,

keine Sorge, wir haben den Leitartikel nicht gelöscht!

Sie finden die handfeste Bibelarbeit über

Glaube, Gemeinde und Mission ab sofort in der

Mitte unserer Zeitschrift zum Heraustrennen und

Aufbewahren. Auf dem Doppelblatt erhalten Sie auch

Fragen zur Vertiefung des Themas für die Vorbereitung

einer Predigt, Andacht oder Gesprächsgruppe.

Dazu passende Berichte von Missionaren und Liedvorschläge.

So bekommen Sie alle zwei Monate eine

Bibelarbeit, die Ihnen hilft, das Thema Mission in Ihrer

Gemeinde, Ihrem Hauskreis lebendig zu halten.

Auf dem Buchenauerhof

bei 74889 Sinsheim // Info-Tel.: 07265 959-0

16.–18.03.2018 Infotage für Einsätze

in anderen Kulturen

18.03.2018 Gebetssonntag für Afrika

15.04.2018 Gebetssonntag

zu aktuellen Themen

06.05.2018 Frühlingsmissionsfest

(siehe rechts)

Thema diesmal ist „Nachfolge in anderen Kulturen“

von Andrew Howes (Personalleiter Afrika). Es regt an

zu überprüfen, wo unser Glaube kulturelle Normen

verletzen muss und wann er kulturelle Formen übernehmen

kann. Der Vergleich mit anderen Kulturen hilft

uns, die eigene besser zu verstehen.

Gerne entwickeln wir die Zeitschrift für Sie weiter.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Wünsche.

Das Wichtigste allerdings muss bleiben: Christus als

Basis unseres Glaubens, die Bibel als Inspiration und

Kraftquelle. Wir hoffen, dass Ihnen Ihre „DMG informiert

weiterhin Freude an dieser Quelle vermittelt.

Sie kann Ihnen helfen, dem Auftrag von

Jesus, aller Welt sein Wort weiterzusagen,

nachzukommen.

Pfr. Günther Beck

Vorstand Kommunikation

Treffen Sie uns in Ihrer Nähe:

Genauere Infos: www.DMGint.de/Gemeinde-Events

03.03.2018, 19 Uhr: Begegnungskonzert

in 74336 Botenheim, Südstr. 10

04.03.2018: Missionstag

in 74336 Brackenheim

20.–21.04.2018: Jugendmissionskonferenz

JuMiKo Lippe, 32756 Detmold

www.jumiko-lippe.de

28.–29.04.2018: Missionstage

Bibelschule Brake, 32657 Lemgo

28.–29.04.2018: STEPS-Konferenz

(ehem. Dillenburger Jugendtage)

35685 Dillenburg

www.steps-konferenz.de

INHALT

OFFENE STELLE

VERANSTALTUNGEN............... S.2+3

OFFENE STELLE.........................S.2

BERICHTE

EUROPA..........................S.4–10

ASIEN............................S.15–17

AFRIKA......................... S.18+19

AMERIKA....................... S.19–23

BIBELARBEIT.......................S.11–14

NACHRUF C. HUONKER............ S.21

BUCHTIPPS............................. S.24

Für die Heimatzentrale der DMG auf dem Buchenauerhof

bei Sinsheim suchen wir baldmöglichst eine

Hauswirtschaftsleitung (m/w)

• Mitarbeit und Führung der Bereiche

Küche und Hauswirtschaft

• Überwachung der Arbeitsabläufe

• Anleitung der Teilnehmer FSJ und BFD

in Küche und Hauswirtschaft

Informationen:

www.DMGint.de/Stellenangebot

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VERANSTALTUNGEN // FREIZEITEN

Herzliche Einladung

www.DMGint.de/FrueMi

Auf Kurs bleiben

Frühlingsmissionsfest // 6. Mai 2018 ab 10 Uhr // Buchenauerhof

Seminare

www.DMGint.de/Seminare

Freizeiten mit der DMG

www.DMGint.de/Freizeiten

13.–14.04.2018

Flüchtlingen helfen

Seminar mit Rachel Uthman,

International Association for

Refugees (iafr).

Info und Anmeldung:

Seminar@DMGint.de

oder Tel. 07265 959-0

15.–25.04.2018

70 Jahre Israel – Vier Meere und viel mehr…

Israel-Reise mit Landschaft, Kultur

und interessanten Impulsen.

Info und Anmeldung:

Gerd.Sigrist@DMGint.de

oder Tel. 07265 8610

23.–30.05.2018

Die Bibel für Menschen,

die nicht (gerne) lesen

Seminar mit Birte Papenhausen,

Dramatherapeutin und Theologin

Info und Anmeldung:

Seminar@DMGint.de

oder Tel. 07265 959-0

30.04.–06.05.2018

DMG-Missionsfreizeit Buchenauerhof

Endet mit Frühlingsmissionsfest. Ab 275 Euro

pro Person im DZ (Vollpension, eigene Anreise).

Info und Anmeldung:

Seminar@DMGint.de

oder Tel. 07265 959-0

15.–16.06.2018

Global Youth Culture

Englischsprachiges Seminar

mit Luke Greenwood,

Steiger Mission Europe

Info und Anmeldung:

Seminar@DMGint.de

oder Tel. 07265 959-0

11.–18.08.2018

Auszeit mit Inhalt auf dem Buchenauerhof

Urlaubstage für Erholungssuchende mit

Seminar angeboten. Ab 345 Euro pro Person

im DZ (Vollpension, eigene Anreise).

Info und Anmeldung:

www.auszeit-mit-inhalt.de

oder bei Doris Keller, Tel. 07135 963713

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EUROPA

HEIMATZENTRALE

F SJ/BFD

Mitten im Nirgendwo

DU

# bist 18

# findest Jesus gut

# möchtest 1 Jahr

FSJ/BFD einschieben

WIR

# sind Heimatzentrale

für 350 Missionare

# haben Arbeit in

Hausbetriebstechnik,

Hauswirtschaft und im

Medienteam für dich

Es ist schon super, wenn man im

Sommer abends nach der Arbeit

noch Fußball spielt, dann vom Sportplatz

aus hochschaut und das Schloss,

in dem wir wohnen, in der Abendsonne

leuchten sieht. Neben einem stehen

acht andere junge Christen, die diesen

Moment genauso genießen, ausgepowert

vom Tag, durchgeschwitzt vom Fußball

und hungrig.

Später sitzen wir zusammen in der

WG beim Essen und

reden über den Tag.

Monique Schmolzi

Es wird viel gelacht

und rumgewitzelt, bis absolviert mit acht jungen

sich der Küchendienst Christen ihr FSJ in der

aufrafft, endlich alles DMG-Zentrale, sie arbeitet

aufzuräumen. Danach in der Hauswirtschaft und

schauen wir noch einen

Film, spielen etwas

Hausbetriebstechnik mit.

oder singen Lieder.

Nicht immer sind alle neun dabei, aber

wir machen viel miteinander. Vor allem

wissen wir, dass wir uns aufeinander

verlassen können. Dass man nicht nur

Blödsinn macht, sondern auch ernsthaft

reden kann.

Toll ist, wenn wir uns spontan zusammensetzen

und kurz beten, weil sich das

Foto: Google Kartendaten

gerade so ergibt. Und niemand schaut

komisch, wenn wir das tun. Wer Fragen

zum Glauben hat, kann einfach fragen

– entweder andere Jahresteamler oder

DMG-Mitarbeiter.

Natürlich gibt es auch Momente, die

nicht so toll sind: Küche aufräumen,

putzen oder Müll rausbringen ist nicht

gerade der Knaller, gehört aber dazu

in einer Wohngemeinschaft. Man muss

es ja nicht alleine machen. Der Spaß im

Jahresteam und das

Miteinander beim Arbeiten,

in der Freizeit

und am Teamtag sind

einfach klasse.

Wir fühlen uns wohl

bei der DMG, und die

Mitarbeiter freuen

sich, uns zu sehen.

Der Buchenauerhof

liegt zwar mitten im Nirgendwo, doch

mit den richtigen Leuten, spielt das keine

Rolle! Übrigens: Das Arbeiten ist zwar

nicht jeden Tag toll, aber unsere Anleiter

sind richtig nett, und sie verstehen Spaß!

Unser Freiwilligendienst (FSJ/BFD)

bei der DMG ist wunderbar, ich

bin gespannt, was noch geht!

KOMM

# in unser Jahresteam

# 12 Monate Gemeinschaft

# WG im Schloss

PLUS

# Gott, Bibel,

Mission, Gebet

# Kurze Auslandsreise

# Pädagogische Anleitung

# Taschengeld

LIEBER MIT KINDERN?

# kids-team Karlsruhe,

Westerwald, Ruhrgebiet,

Vorpommern

# Für Jesus begeistern

# Hingabe, Spiel, Spaß

www.DMGint.de/Jahresteam

Monique Schmolzi | Jahresteam

4 P56700

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DEUTSCHLAND

DEUTSCHLAND

Integrieren – aber wie?

Wir stehen am Anfang unserer

Flüchtlingsarbeit in der Region

Chemnitz. Gott liebt die Einwanderer.

Eine unserer Aufgaben ist, am Glauben

Interessierte unter ihnen in unsere

christliche Gemeinde zu integrieren.

Dass sie Gemeindeleben kennen und

mögen lernen. Wir

besuchen Familien zu

Hause und laden sie in

den Gottesdienst ein.

Obwohl sie die Sprache

schlecht verstehen

und sich mit dem

komplizierten Ablauf

nicht auskennen, sind

viele gerne mit dabei.

Manche wollen sich inzwischen sogar

taufen lassen.

Es beeindruckt auch, wie Deutsche

aus der Gemeinde auf unsere neuen

Besucher zugehen und sie herzlich begrüßen.

Im Gottesdienst setzen wir uns

zu den Geflüchteten und helfen ihnen,

Lieder im Gesangbuch zu finden, oder

erklären das Gesagte. Gerne besuchen

sie unser Flüchtlingscafé am Nachmittag.

Nach einer Stunde Kaffee und Kuchen

packen wir Bibeln aus. Es gibt zwei

Sprachgruppen, eine für Afrikaner und

eine in Arabisch. Wir unterrichten,

teils mit Übersetzern, Wahrheiten des

Gerhard in der Bibelstunde mit Eritreern

Menschen aus Ländern,

wo die Verkündigung der

guten Botschaft verboten

ist, sitzen vor uns und

möchten von Jesus hören.

Hier sind sie frei.

Evangeliums. Es ist schön: Menschen aus

Ländern, wo die Verkündigung der guten

Botschaft verboten ist, sitzen vor uns

und möchten von Jesus hören. Hier sind

sie frei. Hier können sie fragen, wiederholen

und lernen.

Als die Kirche innen gestrichen wurde,

halfen uns einige der

Flüchtlinge. Es war

eine Freude, drei Afrikaner

auf dem Gerüst

zu sehen, die sich fröhlich

unterhielten und

dabei der alten Farbe

zu Leibe rückten.

Die Arbeit machte

gute Fortschritte. So

wachsen unsere neuen Nachbarn in die

Gemeinde hinein. Es ist noch ein Stück

Wegs, doch Gott wirkt an ihren Herzen.

Eine Christin sprach uns an, weil sie einem

syrischen Ehepaar begegnet ist, das

sich für den Glauben interessierte. Wir

klingelten bei ihnen, und es entwickelte

sich eine lebhafte Unterhaltung. Ob es

wahr sei, dass Jesus der höchste Engel

wäre? Sie sind so interessiert. Wenn

Jesus sich ihnen offenbart, könnten sie

schnell in die Gemeinde integriert sein.

Gott ist am Werk. Er gebraucht Sie

und uns, wenn wir uns auf den Weg zu

Flüchtlingen machen.

Kein Wort

geht verloren!

Neben der Gemeindearbeit unterrichte

ich (Branislav) Deutsch für

Geflüchtete. Kürzlich helfe ich zwei Tage

bei einem anderen Deutschkurs aus.

Ein junger Mann aus dem Nahen Osten

fällt mir auf; Gott legt ihn mir irgendwie

ans Herz. Ich bete im Stillen um eine

Möglichkeit zum Gespräch. Da ich nur

zwei Tage diesen Kurs betreue, ist die

Zeit knapp. In der Pause gehe ich auf

den jungen Mann zu und erfahre, dass er

Christ ist. Das freut mich. Wir kommen

ins Gespräch. Doch dann erzählt er mir,

dass er zu den Zeugen Jehovas geht. „Oh

nein!“, denke ich.

Wir reden über den Glauben. Ich frage:

„Glaubst du, dass Jesus Gottes Sohn

ist?“ „Ja“, das glaubt er. „Glaubst du

auch, dass Jesus Gott ist?“ Er antwortet:

„Nein, Jesus kann nicht Gott sein.“ Ich

versuche, ihm die Dreieinigkeit Gottes

zu erklären: dass Vater und Sohn eins

sind und dass nur Jesus uns Menschen

erlösen kann. Wir unterhalten uns

noch ein Weilchen, dann muss ich mich

verabschieden. Ich gebe ihm meine

Telefonnummer mit und lade ihn für die

nächsten Tage auf einen Kaffee ein.

Lange meldet er sich nicht. „Na gut“,

denke ich, „das war’s dann wohl“. Zu

meiner großen Überraschung bekomme

ich drei Monate später eine Nachricht.

Er will sich mit mir treffen, ich bin

gespannt.

Als wir zusammensitzen, eröffnet er

mir als Allererstes: „Ich gehe jetzt nicht

mehr zu Jehovas Zeugen, ich will in deine

Kirche kommen.“ Wow, was für eine

Freude und überraschende Wendung.

Meine Worte in der Pause damals haben

ihn ins Nachdenken gebracht.

Inzwischen besucht er unsere Gottesdienste,

den Alphakurs, hat sich für Jesus

entschieden und taufen lassen. Wir treffen

uns ab und zu zum Bibellesen. Gott

wirkt überraschend. Und unser Reden

von Jesus – sei es noch so wenig – ist auf

keinen Fall vergeblich!

Gerhard und Bettina Denecke

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B. und J.

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5


EUROPA DEUTSCHLAND ITALIEN

Der sachte

Weg zu Jesus

Ich bin Salim* aus dem Land am

Nil und stolz, ein Ägypter zu sein.

Eines Tages sah ich eine blonde junge

Frau, die europäisch wirkte. Ich war

so aufgeregt, als sie mich ansprach. Sie

erzählte, dass sie aus Deutschland kam

und mehrmals im Jahr

mit ihrer Familie in

Ägypten Urlaub machte.

Mein Herz schlug

höher. Wir könnten

uns also wiedersehen?

So lernten wir uns

immer besser kennen.

Anna* sagte, sie sei

Christin, das war für

mich kein Problem. Wir heirateten,

und ich kam mit ihr nach Deutschland.

Mit Annas Hilfe fand ich schnell eine

gute Arbeit. Sie wollte unbedingt, dass

ich mit ihr in die christliche Gemeinde

gehe, ihr zuliebe ging ich mit. Es war

alles ganz fremd, ich setzte mich in

die letzte Reihe. Die Männer in der

Gemeinde waren nett zu mir und luden

mich zum Fußballspielen ein. Bis heute

gehe ich gerne zu diesen geselligen

Männertreffs.

Marliese hat ein Herz für Flüchtlinge

Bald merkte ich, dass Anna mich

bekehren will. Sie nahm Kontakt mit

arabischsprechenden Pastoren auf, die

mit mir über Jesus und die Bibel reden

sollten. Außerdem

bekam ich viele

Broschüren, die ich

lesen sollte. Irgendwie

fühlte ich mich

hilflos.

Ihre Familie half

uns, ein Grundstück

zu erwerben

und ein Haus zu

bauen. Annas Vater ist handwerklich

geschickt, wir machten viel in Eigenarbeit.

Unter seiner Anleitung half ich

abends und an Wochenenden mit und

gab mein Bestes. Trotzdem war ich

unzufrieden. Immer sollte ich tun, was

Anna und ihre Familie erwarteten. Es

war nie genug. Inzwischen hatten wir

zwei Kinder. Ich versuchte, ein guter

Ehemann und Vater zu sein.

Einmal kam drei Tage ein Ehepaar zu

Besuch, Josef und Marlise, der Mann

war ebenfalls Ägypter. Mit ihm konnte

ich viel reden, über Politik, Familie und

Geistliches ... Ich fühlte mich verstanden,

weil Josef aus dem gleichen

Kulturkreis stammte wie ich. Seitdem

lese ich die Bibel, und wir halten Kontakt

über soziale Medien.

Wenn ich im Fernsehen die Berichte

über Anschläge auf Christen in

Ägypten sehe, macht mich das traurig.

Nach dem schrecklichen Attentat auf

dem Sinai postete ich meinem Freund:

„Es kommt aber die Zeit, dass, wer

euch tötet, meinen wird, er tue Gott

einen Dienst“ (Joh 16,2b). Ich schrieb

ihm, wie traurig ich war, und änderte

mein Profilbild in eine ägyptischen

Fahne mit der Aufschrift: „Betet für

Ägypten!“

Einmal kam drei Tage

ein Ehepaar zu Besuch,

der Mann war ebenfalls

Ägypter. Mit ihm konnte

ich viel reden. Ich fühlte

mich verstanden

Die ägyptische Flagge mit der

Aufschrift „Betet für Ägypten“

Gott hat uns

alle überrascht

Als Marco anfing, die Jugendstunde

unserer Gemeinde zu besuchen,

war er verbittert. Sein Leid sprudelte

förmlich aus ihm heraus. Von Geburt an

lebte er mit einer leichten Behinderung,

die ihm alles erschwerte. Sein Vater

hatte die Familie verlassen, und die

zweite Ehe seiner Mutter war ebenfalls

in die Brüche gegangen. Jetzt lebt Marco

mit seiner Frau in einem Dorf unserer

Provinz, wo er viel Spott ertragen muss

wegen seines Zustands. In den vergangenen

Jahren ist ihnen zwei Mal eine

Sozialwohnung zugewiesen worden, die

immer, bevor sie einziehen konnten, unrechtmäßig

von anderen besetzt wurde.

Sie haben es nicht leicht …

Unsere langen Gespräche, vielen Gebete

und Geduld schienen nicht wirklich

einen Unterschied zu machen. Drei

Jahre hatte ich den Eindruck, dass Marco

nach jedem Schritt vorwärts sofort zwei

zurückfiel. Er war ein hoffnungsloser Fall.

Doch Gott gebrauchte ihn, um uns als

ganze Gemeinde zu ermutigen!

Marco kam immer öfter in die Gottesdienste

und hat Stück um Stück mehr

vom Evangelium verstanden. Heute

glaubt er fest an Jesus und hat sich im

Juni taufen lassen, um es allen zu bezeugen.

Sein Wunsch, Gott zu vertrauen,

wächst. Er ist immer bereit zu beten und

Gott zu danken und bezeugt fröhlich

seinen Glauben.

Gott hat Erweckung geschenkt, wo

wir sie am wenigsten erwartet hätten.

Marco, den wir geduldig mitgetragen

haben, ist nun für andere ein Vorbild.

Er geht mutig voran und ist ansteckend

mit seinem Wunsch, Jesus nachzufolgen.

Seine Veränderung kam unerwartet und

ist umso großartiger! Gott hat uns alle

überrascht. Marcos Geschichte lehrt

mich, Jesus entscheiden zu lassen, wen

er gebrauchen kann.

Wir begleiten Menschen wie Salim

und Anna und erklären ihnen die

Bibel. Bitte betet mit für Ägypten und

für Salim, dass er ein Nachfolger von

Jesus wird.

* Namen geändert

Stephano (links) bei der Taufe von Marco

6

Josef und Marlise S.

P10685

Stephano und Katharina Carlomagno

P10091


ÖSTERREICH

Mir können die nichts!

Bei einer Kurzreise in den Nahen

Osten, wo wir österreichische

Missionare betreuen, begegnete uns

ein Christ, dessen Glaube beeindruckt:

Der alte Mann aus dem Nahen Osten

hatte einen Traum. Er sah Jesus als

Lichtgestalt, die ihm sagte, er solle die

Bibel lesen. Also machte er sich auf in

die nächste Großstadt und fragte in mehreren

Buchläden nach einer Ausgabe des

Wortes Gottes. Er wurde nicht fündig

und erntete auch nicht gerade Sympathie

für seine ungewöhnliche Bitte: „Wir sind

ein islamisches Land – bei uns bekommst

du keine Bibel“, erklärten ihm die Inhaber

der Läden harsch. Erfolglos kehrte

er in seine Stadt zurück.

Wieder träumte er von Jesus, der ihn

aufforderte, er solle die Bibel lesen. „Wie

kann ich das?“, dachte der alte Mann

sich, „ich habe doch keine“. Später saß

er in seinem Stammcafé und las Zeitung.

In ihr entdeckte er eine kleine Annonce:

„Haben sie jemals das Injil (Neue Testament)

gelesen?“ Darunter eine Adresse.

Die notierte er sich, ging nach Hause

und schrieb den Unbekannten.

Wochen später kamen das erste Mal

einheimische Christen bei ihm vorbei.

Sie stellten ihm den Kontakt zu unseren

Missionaren her. Der Alte freute sich

sehr, als die schließlich bei ihm vorbeikamen.

Seine Frau servierte ihnen leckeren

frischen Fisch und Salat. Er erzählte

ihnen aus seinem Leben. Gott habe

ihn einige Male vor einem frühen Tod

bewahrt, einmal beim Schwimmen im

See. Er war Tierarzt in seiner Stadt, ein

bekannter und geschätzter Mann. Etlichen

hat er mit seinen Diensten geholfen

und bei armen Leuten oft kein Entgelt

genommen.

Er sei von der islamischen Partei als

Kandidat aufgestellt worden, erzählte er.

Die hatten im Ort gefragt, wer besonders

angesehen wäre, und seien auf ihn

verwiesen worden. Er habe den Parteileuten

sofort gesagt, dass er mit der

Mehrheitsreligion nichts am Hut habe.

„Macht doch nichts!“, meinten die. Eines

Tages überredeten sie ihn aber doch,

mit in die Moschee zu

kommen, damit „die

Leute ihn sehen“. In

der Moschee sei ihm

so unwohl geworden,

dass er seine Kandidatur

für die Partei

sofort wieder aufgegeben

habe.

Die Missionare empfahlen dem alten

Mann einen Bibelkorrespondenzkurs,

damit er die Botschaft der Bibel verstehen

lerne. Das ihm zugeschickte Neue

Testament konnte er nur schwer lesen,

also besorgten sie ihm eines in Großdruck.

Immer wieder besuchten sie ihn

und beantworteten seine Fragen.

Heute steht er in Gesprächen mit seinen

Nachbarn fest zum Glauben an Jesus

Christus. Ob er nicht Anfeindung erlebe?

Mit einem Lächeln

im Gesicht, auf dem fast

kahlen Kopf eine

gestrickte Wollmütze,

bittet er uns in sein

Wohnzimmer.

Schließlich wohnt er in einem Land mit

99 Prozent Muslimen, wo Andersgläubige

beinahe als Verräter gelten. Er schaut

verschmitzt: „Mir können die nichts!“

Im Februar ist er 89 Jahre alt geworden,

er ist eine Respektsperson. Es wäre kulturell

völlig unangebracht, wenn jemand

sich negativ über ihn äußern würde.

Bei unserem Besuch diesmal haben wir

wieder eine gute Zeit miteinander. Mit

einem gewinnenden Lächeln im Gesicht,

auf dem fast kahlen Kopf eine rund

gestrickte Wollmütze, bittet er die Missionare

und uns in sein kleines Wohnzimmer.

Seine geschwisterliche Liebe springt

auf uns über, auch ohne Worte.

Gegen Ende nimmt

er unsere Missionare

zur Seite: „Ich bin alt,

der Tod liegt vor mir“,

sagt er: „Ich möchte

nicht nach islamischer

Art begraben werden

– bitte helft mir.“

Sicher würden seine

Verwandten ein islamisches Begräbnis

durchsetzen. Die Missionare versprechen,

ihm bei den Behörden zu helfen,

dass er in seinen Pass „Christ“ eintragen

lassen kann. Kein leichter Weg, aber er

hat recht: „Mir können die nichts!“

Für uns ist sein klarer Glaube eine

große Ermutigung. Was musste er in

diesem Land nicht alles durchmachen für

sein klares Bekenntnis zu Jesus.

Hans-Georg und Margarete Hoprich

P10260

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7


EUROPA

KROATIEN

Das Geheimnis guter Musik

Die schwerbehinderte S. ist eine

Botschafterin für Jesus, sobald sie

ihren Mund öffnet und singt. Sie kennt

viele unserer christlichen Kinderlieder

auswendig, die sie laut und strahlend

anstimmt. Keiner singt unsere Songs mit

so viel Hingabe. Bei S. haben wir immer

den Eindruck, Jesus ist mitten dabei.

Als wir im Jahr 2000 nach Kroatien

kamen, gab es nur wenige christliche

Kinderlieder in dieser Sprache. Franks

Musikarbeit hat das geändert. Seine

vielen, schönen Songs werden gerne

gesungen. Wir hoffen, dass auch Franks

neueste CD „Anker / Sidro“ viel Gutes

bewirkt und Verbreitung findet. Die

Liedtexte in Kroatisch und Deutsch sind

einfach und kurz, meist vertonte Bibelverse,

die Melodien eingängig.

Meine Freundin Marija erzählte mir,

wie ihre zwei Mädchen auf dem Balkon

im siebten Stock laut sangen und das

ganze Wohnviertel mithörte. Das Lied

„Denn ich weiß wohl, was für Gedanken

ich über euch habe“ gehört zum festen

Repertoire eines bekannten Chores, der

oft auftritt. Hochzeitspaare wünschen

sich häufig dieses Lied.

Beim gemeinsamen Bibelstudium mit

Ljerka, stellen wir manchmal erstaunt

fest, dass sie Bibelverse auswendig kennt,

obwohl sie diese noch nie gelesen hat.

Franks Lieder sind der Schlüssel! Wer

sie singt, lernt die Bibel kennen. Freunde

erzählen, wie ein Lied sie durch schwere

Zeiten, Krankheit oder über den Verlust

eines geliebten Menschen hinweggetröstet

hat. Andere finden zum Glauben

durch die Musik. Gottes Wort wirkt, ist

süßer als Honig und gibt Kraft. Durchs

Singen verankert es sich in Herzen.

Nach unzähligen Aufnahmen und viel

Zeit fürs Mixen und Arrangieren kam

2017 unsere neue Doppel-CD „Anker/

Sidro“ aus der Presse: 12 deutsche und

13 kroatische Lieder. Don Newby hat

als erfahrener Komponist, Sänger und

Gitarrist maßgeblich zum Gelingen

beigetragen. Wir staunten, wie Don die

Musiker motivierte und eine fröhliche

Atmosphäre schaffte, sodass sie mit

Freude ihr Bestes gaben.

Andrej, ein erfolgreicher Weltklassegitarrist,

wollte unbedingt mitmachen:

„Über die Jahre habe ich beobachtet,

was für gute Lieder Frank schreibt. Da

kann ich doch nicht einfach nur zuschauen“,

sagte er. Wir spielten fast alles

live ein, auch das Schlagzeug, was die

Qualität sehr verbesserte. Die CDs enthalten

Orchesterballaden, Karibikfeeling,

erfrischende Popsongs, eine Kinderecke

Andrej (links) mit Don Newby (rechts),

bekannter Songwriter und Interpret

sowie Playbacks, damit Kinder selbst

singen können. Dazu gibt es ein Liederbuch

mit Gitarrengriffen und Noten,

wunderbar in Farbe illustriert von Italien-

Missionarin Susanne Stoehr und einem

Kroaten. Ein kleines Gesamtkunstwerk,

das man gerne zur Hand nimmt.

CD: Anker / Sidro

Mit dem Kauf der neuen Doppel-

CD (10 Euro) und des Liederbuches

(12 Euro) über die DMG

unterstützen Sie die Musikarbeit

von Boschs in Zagreb, damit

kroatische Kinder Jesus kennenlernen.

8

Frank und Angelika Bosch

P10070

10

Euro


FÄRÖER

SLOWAKEI

Kinderbuch ab 7

Frank auf den Färöer-Inseln

Irgendwo im Nordatlantik

Kennen Sie das Gefühl, wenn Ihnen

ein Familienmitglied begegnet, von

dem Sie ewig nichts mehr gehört haben?

Das ist mir auf einer Tagung passiert.

Simon von den Färöerinseln sprach

mich an: „Wusstest du eigentlich, dass

viele bei uns die Radiomission von Trans

World Radio kennen und schätzen? Ihr

habt lange in unserer Sprache gesendet.“

Als regionaler Kommunikationsleiter für

TWR bin ich eigentlich gut informiert.

Doch dieser Zweig unserer Arbeit war

sowohl meinen Vorgesetzten als auch

mir völlig neu. Fasziniert informierten

wir uns …

Die wunderschönen Färöerinseln

(Schafsinseln) mit 50.000 Einwohnern

gehören zum Königreich

Dänemark,

sind autonom und In den 1960er-Jahren

haben eine eigene begann ein Seefahrer

Kultur und Sprache: namens Billy, christliche

Färöisch, was mit Radiosendungen für färöische

den Sprachen der

Seeleute zu organisieren.

Wikingern verwandt

ist. Die Färinger sind

die kleinste Nation Europas, geprägt

durch das unruhige Meer, Wind und die

Abhängigkeit von der Fischerei. Neben

der lutherischen Kirche sind Brüdergemeinden,

die Plymouth Brethren, stark

vertreten.

In den 1960er-Jahren begann ein

Seefahrer namens Billy, christliche

Radiosendungen für färöische Seeleute

zu organisieren. Viele Fischer aus seiner

Heimat waren monatelang einsam auf

ihren Kuttern vor Grönland, Norwegen,

Kanada und Russland unterwegs. Ein

Team von den Faröern produzierte für

sie Sendungen, die TWR über Mittelwelle

von Monte Carlo in den Nordatlantik

ausstrahlte. Bald sprach sich auf

den Schiffen herum, dass auf hoher See

ermutigende, geistliche Sendungen in

Färöisch zu hören waren!

TWR und die Färinger-Christen pflegten

eine jahrzehntelange Partnerschaft.

In den 1990er-Jahren setzte sich UKW

durch und die Hilfe von TWR war nicht

mehr nötig. Bei uns geriet die Partnerschaft

mit den Färöern

in Vergessenheit. Doch

die Färinger behielten

TWR in Erinnerung,

weil unsere Programme

ihre Kultur tief geprägt

haben.

Bei einem Besuch

der Inselgruppe nahm

ich den Kontakt mit unseren Freunden

im Nordatlantik wieder auf, um unsere

Partnerschaft zu erneuern. Die digitalen

Programme von heute eröffnen weltweit

neue Möglichkeiten, um über Radio

und Internet von Jesus weiterzusagen.

Vielleicht möchten die Färinger uns auf

dieser Reise begleiten …

Nachts draußen

bei den Skorpionen

Luka-Geschichten aus Afrika

Schule ohne Lehrer, wie soll das

denn gehen? Und wie geht es nach

dem schlimmen Streit weiter?

Spannend, was Luka und seine

Familie in Afrika erleben. Wie es ist,

in einem anderen Land zu leben?

PXXXXX

8,95

Euro

Neben diesem Symbol finden Sie

den Spendencode des jeweiligen

Missionars unter jedem Artikel.

Vielen Dank!

Frank und Alenka Stephenson

P10737

DMG-informiert | 1 | 2018

9


EUROPA

RUSSLAND

Die Menschen brauchen uns

Claudia (r.) mit Trainerin Tamara

Im Januar 2014 begann ich sofort,

meine guten Vorsätze fürs neue Jahr

in die Tat umzusetzen. Ich betete um

neue Freundschaften zu Menschen, die

offen für den Glauben sind, und nahm

mir vor, vernachlässigte Muskelgruppen

im Fitnessstudio etwas aufzupeppen.

Ich schrieb mich zum Frauentraining bei

Tamara ein.

Beim ersten Training stellten wir

uns einander vor. Tamara erklärte mir

all die Geräte. Natürlich bemerkte sie

sofort meinen Akzent und war freudig

überrascht, dass ich aus Deutschland

komme. Ihre 25-jährige Tochter hatte

gerade übers Internet einen Deutschen

kennengelernt. So viel fürs erste Mal.

Zu Hause schrieb ich Tamara auf meine

Gebetsliste. Zweimal die Woche ging ich

ins Fitnessstudio.

Bei jedem Training unterhielten wir

uns. Ich erzählte ihr von meiner Arbeit

im Kinderheim, sie von sich und ihrer

Tochter. Im März lud ich Tamara zu

einem christlichen Konzert ein. Sie kam

nicht. Später zum Alphakurs – hier kam

sie einmal. Auch in den Gottesdienst

kam sie nur einmal, weil sie sonntags wegen

Schwimmwettkämpfen oft arbeiten

musste. Ich schenkte ihr das Heftchen

„Warum Jesus“ von Nicky Gumbel;

Erklärungen zum Glauben mit Übergabegebet.

Tamara machte sich Sorgen um ihre

Tochter Katja, die unbedingt zu ihrem

Freund nach Deutschland ziehen wollte.

Im April machte die junge Frau sich zu

dem großen Abenteuer auf, es endete in

einer Tragödie.

Kurz vor meinem Umzug im November

2014 verabschiedete ich mich von

Tamara und versprach ihr, dass wir Kontakt

halten und ich ihre Tochter Katja

und ihr Enkelchen Lisa im Heimataufenthalt

besuchen würde.

Zum Schluss fragte

Tamara, was denn ein

„Frauenhaus“ sei. Katja

und Lisa würden dort

seit kurzem wohnen.

Sofort war klar, dass

etwas ernsthaft schiefgelaufen

sein musste.

Ich traf die beiden

im Frühjahr 2015, wir

verbrachten einen ganzen Tag zusammen.

Katja hatte sehr unter der Beziehung

zu ihrem deutschen Freund gelitten.

Er hatte sich als seelisch krank und

gewalttätig erwiesen und war bei einem

Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Seither lebte sie im Frauenhaus. Dort

Katja hatte sehr unter

der Beziehung zu ihrem

deutschen Freund gelitten.

Er hatte sich als seelisch

krank und gewalttätig

erwiesen.

hat sie mehr über Jesus erfahren und

Anschluss an eine christliche Gemeinde

gefunden. Lisa gefällt der Kindergottesdienst

sehr. Zum Abschied schenkte ich

auch Katja das Heftchen „Warum Jesus“

und betete mit ihr. Ende 2015 kehrte sie

zu ihrer Mutter nach Russland zurück.

Zwei Jahre hörte ich nichts mehr

von den Dreien. 2017 hatte ich öfters

dienstlich in ihrer Region zu tun und

rief Tamara an. Wir trafen uns und

hatten viel auszutauschen. Sie hatte ihr

geistliches Zuhause in einer christlichen

Gemeinde ihrer Stadt

gefunden. Wir beteten

gemeinsam und verabschiedeten

uns.

Am 11. Juli rief

Tamara an. Sie weinte.

Katja war allein nach

Moskau gefahren und

sei dort gestorben.

Die Details wollte

sie mir ersparen. Ich

begleitete Tamara und ihre Enkelin beim

ersten Besuch am Grab. Tamara sagte zu

Lisa: „Deine Mama wird nicht wiederkommen,

weil sie jetzt in Frieden ruht

und bei Gott im Himmel ist.“

10

Claudia W.

P10824


KROATIEN

Nachfolge

Nachfolge

in anderen Kulturen AFRIKA BENIN

in anderen Kulturen

Geistheiler

wird Missionar

Als Geistheiler (sogenannter „Bioenergetiker“)

und Rutengänger war Nikola S. auf die Behandlung

von Gangränen spezialisiert. Er hatte eine besondere

Begabung. Behandelte er einen Fuß, wo totes

Gewebe war, stellte sich langsam wieder Durchblutung

ein. Ärzte schickten Patienten zu ihm, die vor einer

Amputation standen. Meistens konnte diese vermieden

werden. Nikola verdiente viel Geld mit seiner „Arbeit“.

Er selbst jedoch blieb unruhig und leer.

Bis er eines Tages in einer Predigt das Evangelium

hörte. Er schenkte Gott sein Leben und brach mit seinen

Praktiken als Heiler. Fortan ging er in die Gemeinde

und las die Bibel. Sollte er wirklich ganz aufhören,

seine Begabung einzusetzen? Gott zeigte ihm, dass

er Leute, die er „geheilt“ hatte, besuchen solle.

Entsetzt stellte Nikola fest, dass die meisten seiner

ehemaligen Patienten innerhalb von nur zwei Jahren

an anderen Krankheiten gestorben waren. Er kam ins

Nachdenken.

Christen boten Nikola an, mit ihm zu beten, weil er

von Dämonen besessen sei. Während des Gebets warf

ihn eine unsichtbare Macht zu Boden, und er spürte,

wie etwas aus ihm herausging. Danach empfand er tiefen

Frieden und eine heftige Abscheu gegenüber allem,

was er zuvor praktiziert hatte. Nikola sagt: „Ich war

ein Diener Satans, mein Beruf war reine Zauberei!“

1992 wütete der Krieg in Bosnien. Nikola fuhr

mit einem Lastwagen Hilfsgüter in die Stadt Mostar,

die unter starkem Beschuss stand. Von der kleinen

Gemeinde war nur noch ein Mann übrig, der sich ganz

alleine um die Verteilung der Hilfsgüter kümmerte, alle

anderen hatten die Stadt verlassen, ihre Kirche war

niedergebrannt. Nikola bekam den Eindruck, er solle in

Mostar bleiben, um Hilfsgüter zu verteilen und beim

Wiederaufbau der Gemeinde zu helfen. Er rief seine

Verlobte an und erzählte ihr, dass Gott ihn nach

Mostar rufe. Ob sie bereit sei, nachzukommen. Ja!

Sie war bereit.

Nikola blieb in der geteilten Stadt, half vielen Menschen

und lud Leute zur abendlichen Versammlung ein.

Schon am ersten Abend kam ein Mann zum Glauben.

Die kleine Gemeinde wuchs. Nikola und seine Verlobte

ließen sich drei Monate später in Mostar trauen. Sie

luden Jugendliche in ihre Wohnung ein, um die Bibel

zu lesen. Ihre kleine Gemeinde gab den Menschen der

geteilten Stadt Hoffnung.

Sie gründeten noch andere Gemeinden und eine

theologische Ausbildungsstätte in Bosnien. Heute

arbeitet Nikola als Pastor in Kroatien, in einer Gegend

mit wenigen Christen. Seine bewegende Geschichte

haben wir in unserer Fernsehsendung „Persönlich“

aufgenommen, die von mehreren kroatischen Sendern

ausgestrahlt worden ist. Und wir übersetzen die Sendungen

„Hof mit Himmel“ und „Mensch, Gott“ vom

ERF, die auch in Kroatien gerne geschaut werden.

Eine folgenschwere

Entscheidung

Was geschieht, wenn ein Lehrer

im Benin seinen Schulinspektor

nicht mit dem üblichen unauffällig

zugesteckten Umschlag voller Geldscheine

bedenkt, zeigt die Geschichte

von Tairou (Bild):

Als Tairous Gemeinde im Jahr 2000

abkündigte, dass Lehrer für die christliche Schule gesucht

werden, fühlte er sich keineswegs berufen. Er war zweimal

durch die Abiturprüfung geflogen, wie sollte aus ihm ein

guter Lehrer werden? Nach dem Gottesdienst kam der

Pastor auf ihn zu und fragte direkt, ob er sich nicht bewerben

wolle. Als ihm am Abend eine weitere Person diese

Frage stellte, meldete er sich schließlich für die vierwöchige

staatliche Schulung an; eine kurze Lehrerausbildung, um an

privaten Grundschulen zu unterrichten.

Bis 2010 arbeitete er an der christlichen Grundschule in

Parakou. Gott schenkte ihm eine tiefe Liebe zu Kindern, er

unterrichtete wirklich gerne. Wegen eines Traums und der

genau passenden Frage eines Freundes in den Tagen danach

nahm er an einem dreijährigen Intensivkurs für christliche

Pädagogik im Niger teil. „Ich war Lehrer und Christ; heute

bin ich christlicher Lehrer!“, bezeugte er hinterher voll Freude.

Und er holte sein Abitur in Abendklassen nach.

2010 bewarb er sich für die staatliche Prüfung, durch die

er Beamtenstatus erhalten würde. Vor dem Unterrichtsbesuch

rieten ihm Kollegen dringend, seinen Schülern weniger

christliche Lieder und Inhalte beizubringen. Doch Tairou

blieb seinen Grundsätzen treu. Nach dem Unterrichtsbesuch

sagte einer der Inspektoren, er sei durch die Liedtexte

sehr gesegnet worden. Tairou bestand die Prüfung und wurde

an eine öffentliche Grundschule 25 Kilometer entfernt

versetzt.

2011 bewarb er sich für die Weiterbildung zum Schulleiter.

Wieder kam eine Delegation Inspektoren, um ihn beim

Unterrichten zu sehen. Die Prüfung verlief ohne Probleme.

Doch Tairou weigerte sich, dem Inspektor einen mit Geld

gefüllten Umschlag „für Fahrtkosten und Mahlzeiten“ zuzustecken.

Bestechung kam für ihn als Christen nicht infrage.

Das hatte Folgen.

Vier Jahre musste Tairou warten, bis er eine Stelle als

Schulleiter zugewiesen bekam: 200 Kilometer im Norden, in

einem entlegenen Dorf, in dem es nur einen weiteren Lehrer

gab. Dennoch unterrichtete Tairou zuverlässig und mit

Elan. Am 30. Dezember heiratete er Dorcas, eine Christin,

die ihm als Frau und Lehrerin treu an diesem Ort zur Seite

steht.

Zu Weihnachten traf Tairou einen der Inspektoren beim

Frisör. Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortete er, dass

er sich wohlfühle und innerlich gewachsen sei. Er beschwere

sich nicht über den Ort, an dem er unterrichte. Beschämt

schaute der Inspektor zu Boden. Tairou ist uns ein Beispiel

für die Freude, aber auch die Folgen, wenn wir uns an Jesus

orientieren.

Tihomir und Ulrike Vekić

P10774

Sarah und Lee Phillips

P10525

11


THEMA

Nachfolge

in anderen Kulturen

Jesus brachte seine Schüler (Jünger)

manchmal in Erklärungsnöte. Natürlich

wusste er, wie man sich anständig

verhält. Doch wenn es notwendig war,

brach er mit kulturellen Normen. Stets

hatte er ein Auge auf die Bedürftigen.

Seine Liebe galt auch Randgruppen. Er

schämte sich nicht, mit Sündern und

Zöllnern zu feiern, denn das veranschaulichte

seine Mission: Jesus ist der Retter

aller Menschen!

JESUS FOLGEN – JETZT

Die Nachfolger von Jesus damals

benötigten Zeit, um diesen Gedanken

nachzuvollziehen. In den drei Jahren mit

ihm erkannten sie den Grund für seine

Gesinnung und änderten Schritt für

Schritt ihr Leben nach seinem Vorbild.

Das ist es, was Nachfolge bedeutet:

mein Leben an Jesus ausrichten. Wo ich

gerade bin. Und in dem

kulturellen Umfeld,

in das er mich heute

hineingestellt hat. Gott

lebt in uns durch den

Heiligen Geist. Aber es

braucht Zeit, bis wir

als Christen lernen,

so „in neuer Weise zu

denken“ (Röm 12,2).

Während dieser Lernphase

stellt Jesus uns

Freunde und Begleiter

zur Seite, damit die Umformung unseres

Lebens nicht ins Stocken gerät.

Viele DMG-Missionare sind solche

Mentoren oder schulen andere für

Die Pharisäer und

ihre Schriftgelehrten

murrten und sprachen

zu den Jüngern von Jesus:

Warum esst und trinkt

ihr mit den Zöllnern

und Sündern?

Lukas 5,30

diesen wertvollen Dienst. Dabei müssen

sie überaus sensibel vorgehen. Denn

Nachfolge wird von Land zu Land und

von Kultur zu Kultur unterschiedlich

gelebt. Jede Kultur hat ihre eigenen

Riten und Fragen zur Lebensgestaltung.

Diese wirken sich auf den Alltag der

Christen in ihr aus. Welcher Aspekt

gelebten Glaubens kostet einen Christen

in seiner jeweiligen Kultur am meisten?

Darum geht es. Gemeinsam Glauben

leben lernen, selbst wenn das Leben mit

Jesus einen wirklich etwas kostet. Darauf

kommt es an.

MIT OKKULTISMUS

BRECHEN

Auf Madagaskar beispielsweise haben

Christen große Probleme mit dem

Totenkult, der die Gesellschaft prägt.

Zu bestimmten Zeiten werden Verstorbene

aus ihrer Gruft

geholt und im Kreis

ihrer Familie zu einem

Fest „eingeladen“. Man

glaubt, dass die Toten

auf diese Weise Anteil an

der Großfamilie nehmen,

bevor sie wieder zur

Ruhe gebettet werden.

Bleibt ein Christ diesen

in höchstem Maße okkulten

Feiern fern, wirft

man ihm mangelnden

Respekt gegenüber den Ahnen vor.

Solches Verhalten bringe Krankheit,

Not und Unglück über die Familie. Der

Druck auf madagassische Christen, bei

diesen Totenfeiern mitzumachen, ist

entsprechend hoch.

Sie haben mit den Mächten der Finsternis

gebrochen und ihr Glück in Jesus

gefunden. Gleichzeitig ist die Familie ein

wichtiger Halt für sie. Was sollen sie

tun? Ihre Entscheidung, okkulte Traditionen

aufzugeben, hat schwerwiegende

Auswirkungen. Sollen sie den Konflikt

mit ihrer Familie wagen? Oder sich anpassen?

Es ist ein langer, schmerzhafter

Weg, bis die Großfamilie das neue Leben

eines Christen akzeptiert. Bis dahin

benötigt er Trost und Ermutigung von

Glaubensgeschwistern und den weisen

Rat erfahrener Begleiter.

GÄSTE SIND EIN SEGEN!

In vielen Kulturen des Nahen Ostens

werden Besucher aufs Herzlichste

begrüßt. Als Jesus die Jünger zu zweit

aussandte, sagte er: „Nehmt nichts mit

auf den Weg“. Er machte ihnen Mut,

überall die Gastfreundschaft der Menschen

anzunehmen. In vielen Häusern

konnten sie frei von Gottes neuer Welt

erzählen, und sie waren gut versorgt dabei.

Auch heute wird ein Christ, der bei

einer persischen oder syrischen Familie

klingelt, hereingebeten und sofort zu

Tee oder Kaffee eingeladen. Im Gespräch

erkundigt sich der Besucher nach der

Familie und bekommt Gelegenheit, von

Jesus zu erzählen, weil es in ihrer Kultur

ganz selbstverständlich ist, über den

Glauben zu reden. Probieren Sie es aus,

es lohnt sich!

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DMG-informiert | 1 | 2018


NACHFOLGE IN ANDEREN KULTUREN

GEMEINSAM GOTT ERLEBEN

Es ist wichtig, dass Menschen miteinander

die Vollmacht von Jesus Christus

erleben. Wie damals, vor 2.000 Jahren,

als Jesus den Sturm stillte (Lk 8). Seine

Nachfolger waren erschüttert; sie konnten

nicht fassen, was sie gerade erlebt

hatten. Ein Wort von Jesus und alles war

ruhig. Dieses Ereignis prägte ihr weiteres

Leben in der Nachfolge. Sie hatten die

Vollmacht von Jesus und Gottes Eingreifen

als Gruppe erlebt – gemeinsam. So

konnten sie sich später, in Momenten

des Zweifels, auch gegenseitig im Glauben

stärken. Wir als Familie erlebten

die Stillung unseres Sturms 1984, als ein

Flugzeug ganz unerwartet im Urwald

auftauchte und das Leben meiner Frau

und ungeborene Tochter rettete. Eine

Erfahrung, die uns bis heute Trost

und Mut für unseren Alltag spendet.

Gemeinsam Gott erleben stärkt.

ÄNGSTE ÜBERWINDEN

Am anderen Ufer führte Jesus seine

Jünger mitten hinein in die schlimmsten

Abgründe menschlicher Not. Er wich

unangenehmen Situationen und den

Ängsten seiner Jünger nicht aus, ganz

im Gegenteil. Jesus führte sie in die

Begegnung mit einem Besessenen, einer

verzweifelten Frau und konfrontierte

sie mit dem Tod eines Kindes. Das war

unangenehm, normalerweise hätten sie

ein großen Bogen um solche Situationen

gemacht. Jesus wusste um ihr Unbehagen.

Er nahm sie mit und zeigte ihnen,

wie sie der Not anderer Menschen

begegnen konnten.

Ein Leben in der Nachfolge kostet

oft Überwindung, wir sind zögerlich

und unsicher. Mit Hilfe anderer Christen

stellen wir uns den Ängsten und bringen

Menschen Gottes Liebe. Wer geht mit

ins menschliche Elend unserer Nachbarschaft

hinaus? Wer begleitet junge

Christen das erste Mal auf diesem Weg?

In jedem Land zeigt Elend ein eigenes

Gesicht: Armut in den Slums von Phnom

Penh, Straßenkinder in Daressalam und

Einsamkeit hier in Europa. Jesus schult

seine Nachfolger nicht in Klassenzimmern,

sondern führt sie aus ihrer Komfortzone

heraus. Er hilft uns, Ängste zu

überwinden. Miteinander lernen wir am

besten. Sein Beispiel bleibt bis heute

gültig. Dabei sind wir die Lernenden. Die

Vielfalt der Nachfolge aus anderen Kulturen

bereichert unseren Glauben.

DAS BETEN ÜBEN

In Lukas 12 bitten die Jünger Jesus:

„Herr, lehre uns beten.“ Diese Frage aus

dem Mund frommer Juden überrascht.

Beten war ihnen nicht fremd. Doch Jesus

betete anders, das machte sie neugierig.

Er sprach wie ein Sohn mit seinem

Papa. So intim mit dem Allmächtigen zu

reden, erschien ihnen im ersten Moment

undenkbar. Als die Jünger ihre Scham

überwanden, lernten sie Gott ganz neu

kennen. Vielen, die aus anderen Religionen

und Kulturen zu Jesus finden, fällt

diese Art zu beten anfangs auch heute

nicht leicht …

VERGEBEN LERNEN

„Wenn dein Bruder sündigt, weise

ihn zurecht, und wenn er sein Unrecht

einsieht, vergib ihm. Selbst wenn er

siebenmal am Tag gegen dich sündigt

und siebenmal wieder zu dir kommt und

sagt: ‚Ich will es nicht mehr tun‘, sollst

du ihm vergeben“ (Lk 17,2). Was Jesus

seine Jünger lehrte, ist eine Herausforderung

für alle, die ihm folgen. An

diesem Punkt hat jede Kultur besondere

Fragen, die oft im Verborgenen liegen,

weil Werte meist übernommen werden,

ohne sie zu hinterfragen. „Seit ich Christ

bin schlage ich meine Frau nicht mehr“,

hören wir oft aus Afrika. Wer das dort

offen bekennt, wird von andersgläubigen

Nachbarn ausgelacht, was nur schwer

zu ertragen ist. Doch nicht zu schlagen

ist nur der erste vieler Schritte auf dem

Weg dahin, seine Ehefrau zu lieben und

zu ehren!

DIE BIBEL ÖFFNEN

Gottes Wort, die Bibel, hat Kraft.

Ihre Botschaft kann Menschenherzen im

Sinne Gottes umformen. Wie im Volk

der Mursi im Südwesten Äthiopiens. In

den 1980er-Jahren kamen Missionare in

ihre Gegend. Sie kümmerten sich um

die Gesundheit der Mursi und um das

Wohlergehen ihrer wertgeschätzten Rinder.

Sie fingen an, ihnen aus dem Alten

Testament zu erzählen. Es dauerte Jahre,

bis die ersten Mursi neues Leben in Jesus

und eine sichere Hoffnung über den Tod

hinaus fanden.

Durch die Missionare waren sie es

gewohnt, die Botschaft der Bibel in ihrer

Sprache zu hören. Bald tauchten erste

Fragen über das Leben als Christ auf:

Wie ist es mit Stehlen? Wie führt man

eine gute Ehe? Wie sollen wir beten? Die

Missionare gaben keine vorgefertigten

Antworten. Stattdessen lasen sie für

jede Frage passende Bibelstellen vor

und fragten die Mursi-Christen, wie sie

diese Worte verstanden. Erstaunlich,

wie leicht es den Mursi fiel, gemeinsam

mit den Missionaren selbst passende

Antworten aus der Bibel für ihre Kultur

zu finden. Sie lernten, ihren Glauben

zu leben. Gottes Wort gewann große

Autorität in ihrem Volk.

Ihr Cousins, die Suri, leben am

anderen Ufer des großen Omo-Flusses.

Eines Tages besuchten einige Suri die

Mursi. Sie waren tief beeindruckt von

den Mursi-Christen, wie diese ihre

Glaubensfragen über Jesus und die

Bibel beantworteten: „Kommt zu uns

und erzählt uns von Jesus!“, baten die

Suri ihr Brudervolk. Wie wichtig ist es,

dass Gottes Wort tief in einer Kultur

verwurzelt wird. Sonst bleibt Glaube nur

aufgesetzte „Kultur“. Wo gemeinsam in

der Bibel nach Antworten gesucht wird,

kommt es zu einer guten, tiefgreifenden

Veränderung.

LEBEN TEILEN

Jesus ruft Menschen jeder Zeit und

aller Kulturen in seine Nachfolge. Jede

Kultur wiederum hat eigene Anforderungen,

wie Glaube in ihr gelebt wird. Wir

können neuen Christen dabei helfen, sei

es im Gespräch mit Geflüchteten und

Einwanderern in unserem Land oder als

Missionare in anderen Ländern. Es gibt

dabei kein Schema. Wir können nur wie

Jesus Zeit mit Menschen verbringen und

sie Schritt für Schritt selbst in die Lage

versetzen, in der Bibel Antworten zu finden.

Wo das gelingt, festigt sich Glaube

und ihr Leben und ihre Kultur werden

nachhaltig geprägt. Es lohnt sich, diesen

Weg gemeinsam zu gehen.

Andrew Howes

Personalleiter Afrika

DMG-informiert | 1 | 2018

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Weitermachen

Nachfolge

in anderen Kulturen

Dieses Doppelblatt zum Heraustrennen soll Ihnen praktische Impulse geben

für Ihren Hauskreis, zur Predigtvorbereitung oder informellen Austausch.

Jedes Thema gewinnt an Tiefe und Weite, wenn man es mit anderen

bespricht. Manche der Fragen beziehen sich auf den Leitartikel, andere auf

die Berichte der Missionare – wählen Sie einfach aus.

Romer 12,2

Und stellt euch nicht dieser Welt

gleich, sondern ändert euch

durch Erneuerung eures Sinnes, auf

dass ihr prüfen könnt, was Gottes

Wille ist, nämlich das Gute und

Wohlgefällige und Vollkommene.

FRAGEN ZUM EINSTIEG

Welche Kulturen kennen wir?

Auf welche Besonderheiten meiner

Kultur kann ich stolz sein?

Welchen biblischen Prinzipien entsprechen

sie?

Was fällt Ausländern an meiner

Kultur besonders auf?

Was finden sie eigenartig?

Was gefällt ihnen?

Wenn ich christlich erzogen bin,

warum muss sich mein Denken

dennoch ändern?

FRAGEN ZUR VERTIEFUNG

Andrew Howes beschreibt Situationen

(S.12+13), in denen Jesus selbst

sowie Christen verschiedener Kulturen

gegen die Norm handeln:

Jesus isst mit Sündern (Lukas 5,30)

Worin besteht der Affront?

Wäre das in unserer Gesellschaft ein

Problem?

In Madagaskar verweigern sich

Christen dem Totenkult

Warum ist das gefährlich?

Von welchen Seiten kommt

Widerstand?

Was würden Sie einem Christen

dort raten?

Gastfreundschaft

Warum ist diese bei uns weniger

ausgeprägt als im Orient?

Hat Jesus mehr Gastfreundschaft

angeboten oder angenommen?

Was fällt uns von unserer Kultur her

leichter?

Ängste:

Jesus konfrontiert seine Nachfolger

mit Dämonen, dem Tod, in der heutigen

Welt mit Armut (Phnom Penh),

Hoffnungslosigkeit (Daressalam) und

Einsamkeit (Europa)

Welchen Ängsten muss ich mich

stellen?

Welche praktischen Schritte kann

ich tun, um mit Jesus darauf loszugehen?

Afrika:

Liebevoller Umgang mit dem Partner

(Abschnitt „Vergeben lernen“)

Wie ist es möglich, Liebe als Schwäche

anzusehen?

Wie zeigt sich starke Liebe?

Welche biblischen Werte werden

uns als Schwäche ausgelegt?

Was halten wir dagegen?

FRAGEN ZUR PRAXIS

In Tihomir und Ulrike Vekićs Bericht

aus Kroatien (S.11) brach ein Geisthei-

ler mit den Kräften, die seinen Beruf

ermöglichten:

Welche Konsequenzen hatte das?

Versetzen Sie sich in die Lage der

Christen, die ihm geistlich zur

Freiheit verhalfen und gleichzeitig

seinen Broterwerb zerstörten. Wie

würde es Ihnen dabei gehen? Vergleichen

Sie die Situation mit Apg

16,16–22?

Welche Elemente waren nötig,

dass der Geistheiler freiwerden

konnte?

Haben wir mit Geistmächten zu tun?

Was hilft uns im Umgang mit der

unsichtbaren Welt?

Kennen wir Menschen, deren Broterwerb

sich mit biblischen Maßstäben

nicht vereinbaren lässt? Wie

können wir ihnen helfen?

Sarah und Lee Philips berichten (S.11)

von den Kosten, wenn jemand in der

Kultur Westafrikas keine Schmiergelder

bezahlt:

Was motivierte Tairou,

standzuhalten?

Was hat er sich dadurch

eingehandelt?

Wie geht er mit diesen

Nachteilen um?

Haben wir Erfahrung damit, dass uns

christliche Werte etwas kosten?

Liedvorschlȧ . ge

www.evangeliums.net/lieder und www.liederdatenbank.de

zeigen, in welchen Liederbüchern ein Lied enthalten ist.

Zum Schmunzeln

Lass mir das Ziel vor Augen bleiben ....................... Ich will dir danken: 204

Komm, folge Jesus ..........................................................Feiert Jesus II: 158

Mittelpunkt .....................................Wiedenester Jugendliederbuch 17: 108

Stadt, Land, Welt ... .....................................................Feiert Jesus IV: 190

Folgen, Leben mit Jesus hat Folgen .............Loben, Lieder der Hoffnung: 89

Wohl dem, der nicht wandelt ................................... Ich will dir danken: 85

Meer / Oceans – Where Feet May Fail ...................Feiert Jesus Connect: 19

Sagt ein Missionsarzt in Afrika zu

einem Patienten: „Da gebe ich

Ihnen eine lokale Anästhesie.“

Antwortet der Patient:

„Oh weh! Kann ich nicht lieber

eine europäische haben?“

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DMG-informiert | 1 | 2018


ASIEN

JAPAN

PROJEKT

Mission, wo besondere

Wege erforderlich sind

Wann beginnt Nachfolge?

Es ist ein kalter Wintertag. Mit

einer kleinen Gruppe Studenten

sitzen wir auf dem beheizbaren Teppich

unseres Wohnzimmers und lesen Bibel.

Die Wochen zuvor haben wir gemeinsam

Josefs Lebensgeschichte (1. Mose)

durchgenommen, heute sind wir am

Höhepunkt angelangt. Nach allem, was

die Brüder Josef angetan hatten, vergibt

er ihnen und schließt Frieden. Wie ist

das möglich? Unsere Studenten sind sich

einig: Das konnte er

nur aus seiner Beziehung

mit Gott heraus.

Das ist das Herz

– Keiner von ihnen ist unserer Arbeit: mit

Christ.

Einzelnen unterwegs sein,

In Japan dauert es unser Leben teilen und

lange, bis jemand den gemeinsam entdecken,

Schritt wagt und Jesus wie man Jesus vertraut.

folgt. Es erfordert

Geduld, Freundschaft,

Bibelkenntnis, Zeit und viel Gebet, damit

dieser Schritt möglich wird. Unsere Studierenden

haben schon manches von Jesus

verinnerlicht. Sollten sie irgendwann

den Schritt wagen und ihm ihr Leben

anvertrauen, hat ein zentraler Aspekt

von Nachfolge längst stattgefunden.

Mit Jesus und seinen Jüngern haben

wir ein passendes Beispiel für unsere

Arbeit. Wann haben die Jünger ihr Leben

Jesus ganz anvertraut? Wann haben sie

verstanden, wer er wirklich war und

weshalb er in die Welt gekommen ist?

Jesus war mit seinen Schülern unterwegs

und zeigte ihnen, wie sein Vertrauen in

den Vater sein Leben bestimmte. Sie

konnten direkt von seinem Handeln und

seinen Worten lernen. Jesus hat sein

Leben mit ihnen geteilt.

Das ist auch Herzstück unserer

Arbeit: mit Einzelnen unterwegs sein

und gemeinsam entdecken, wie man

Jesus ganz vertraut. Wenn es sich ergibt,

beten wir mit den jungen Leuten. Zum

Beispiel mit Rie, die es gerade besonders

schwer hat. Sie muss mit drei anderen

zusammen ein Sportwochenende organisieren,

doch die anderen grenzen sie

aus und machen sich lustig über sie. Rie

weint, als sie uns davon erzählt. Ob wir

für sie beten dürfen? Gerne stimmt sie

zu. Rie fühlt sich durch unsere Gebete

ermutigt und macht hoffnungsvoll

weiter.

Das Sportwochenende ist ein Erfolg

und eine wichtige

Glaubenserfahrung

für Rie. War sie jetzt

bereit ihr Leben

Jesus zu geben? Nein,

noch nicht. Aber ihr

Vertrauen in Jesus ist

gewachsen, sie will

mehr über ihn wissen.

Was sie noch abhält,

ganze Sache zu machen, ist die starke

Gruppenkultur in Japan. Keiner will

auffallen. Es gilt als besser, von eigenen

Überzeugungen Abstand zu nehmen

und sich in die Gesellschaft einzupassen.

Christ zu werden und entsprechend zu

leben, passt nicht ins Bild.

Diesen Konflikt erleben japanische

Christen täglich. Ihre Kultur gibt vor, an

Schule, Uni, im Büro und bei Freunden

ein unauffälliger Teil der Gruppe zu sein.

Das passt jedoch nicht zu gelebtem

Christsein. Deshalb begleiten wir Einzelne.

In ihrem Alltag kommen Fragen auf,

wie man sich in bestimmten Situationen

verhalten soll. Was, wenn ich mich

aufgrund meines Glaubens gegen die

Gruppe oder gegen meinen Chef stellen

muss? Kann ich Gott treu sein und trotzdem

meine Gruppe respektieren? Wir

ermutigen unsere Freunde, in der Bibel

Antworten zu suchen und ihre Entscheidungen

mit Gott zu treffen.

Sollte der Missionsauftrag

nur auf Länder beschränkt

sein, in denen klassische Mission

möglich ist? Jesus sagte: „Macht zu

Jüngern.“ Das geschieht nicht allein

durch direkte Worte, sondern

auch durch vorbildhaftes Leben,

voneinander Lernen und miteinander

Arbeiten. Es geschieht in

jedem weltlichen Beruf und in allen

Ländern der Erde.

Wir suchen auch Mitarbeiter

(m/w) für Länder mit eingeschränkter

Religionsfreiheit.

Menschen aller Berufsgruppen,

die einen Beitrag zum Wohl eines

Landes leisten können, in ihrem

Beruf gut sind, Jesus nachfolgen,

aber sich nicht unbedingt die Gabe

der Evangelisation zuschreiben

würden. Bitte sprechen Sie mit

uns, wir können Sie höchstwahrscheinlich

vermitteln. Für Interessierte

veranstalten wir gemeinsam

mit anderen Werken und Unternehmern

eine …

13.–15.09.2018

Fachtagung für interkulturelle

Gründungsinitiativen

Wichtige Impulse und die

Möglichkeit zur Vernetzung

rund um „Business for Transformation“.

Auch tageweise

Teilnahme ist möglich.

DMG, Buchenauerhof,

74889 Sinsheim.

Info und Anmeldung:

www.DMGint.de/B4T

oder bei Günther Beck,

Tel. 07265 959-163

Wir danken Ihnen herzlich für jede

Unterstützung, die Sie uns schon

zukommen ließen.

P50254 Neue

Einsatz möglichkeiten

Stefan und Martina Süßmuth

P10754

DMG-informiert | 1 | 2018

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ASIEN

JAPAN

Neue Missionare für Japan,

eines der unerreichtesten

Länder weltweit

Wie sind wir bloß hierhergekommen?

Gott, was tust du? Wir sitzen beim

Infowochenende für Auslandseinsätze

der DMG und staunen. Eigentlich

wollten wir nur kurz dem Alltag

entfliehen und den Kopf frei bekommen.

Stattdessen spricht Gott bei der DMG

unerwartet deutlich zu uns und erneuert

unseren Ruf in die Mission. Das Bibelwort

der Predigt aus 2. Korinther 5

können wir nicht ignorieren. Dieselben

Verse hörten wir 19 Jahre zuvor bei der

Aussendungsfeier nach unserer theologischen

Ausbildung, wo wir uns kennengelernt

und bewusst Gott für seinen

Dienst zur Verfügung gestellt hatten.

Wir, das sind Rolf und Sofia Schulz, ein

deutsch-finnisches Ehepaar aus Eichstetten

am Kaiserstuhl. Über die verschiedenen

Stationen unseres Lebens führt Gott

uns nun nach Japan, ein faszinierendes

Land: reich an Kultur und wunderbarer

Natur. Im „Land der aufgehenden

Sonne“ herrscht geistlich Finsternis. Weniger

als ein Prozent der 127 Millionen

Japaner sind Christen, damit gilt Japan als

„unerreicht“. Seit einigen Jahren ist die

Zahl der Christen rückläufig, es mangelt

an Missionaren und Pastoren.

Angesichts der Zahlen mag man resignieren,

doch „die Liebe Christi drängt

uns“. Wir glauben, dass Gott Japan liebt.

Seine Liebe hat auch uns verändert: Sofia

in ihren Diensten mit OM in der Tschechoslowakei

und beim „Janz Team“. Und

mich viele Jahre in einem Verein für Straßenkinder

in der Ukraine. Wir möchten

Japanern von dieser alles verändernden

Liebe weitersagen.

Sofia wird englische Sprachfreizeiten

für Kinder und Jugendliche organisieren.

Ich werde mich um EDV und Verwaltung

kümmern und damit einem Pastor ermöglichen,

seiner eigentlichen Berufung

nachzukommen. Eine Japanreise, um die

Arbeit vor Ort kennenzulernen, bestätigte

unsere Berufung. Wir wollen dort

in Menschen investieren, Beziehungen

knüpfen und zu Jesus einladen.

Jesus folgen ist kein leichter Weg. Weder

für uns – ich denke an das Sprachund

Kulturstudium mit drei Alphabeten

– noch für Japaner. Bei ihnen stellt eine

Entscheidung für Jesus das gesamte

Wertesystem auf den Kopf. Spannungen

zwischen ihrem neuen Leben und familiären

Traditionen sind vorprogrammiert.

Seit dem Infowochenende bei der

DMG (Information: www.DMGint.de/

Infotage) ist viel passiert. Wir sind als

Missionare angenommen, haben unsere

sicheren Arbeitsstellen gekündigt und

vertrauen Gott, dass er uns hilft. Auch,

dass genug monatliche Spenden für unsere

Arbeit eingehen. Danke, wenn Sie

mit für uns und die Menschen in Japan

beten.

Denn die Liebe Christi

drängt uns, da wir erkannt

haben, dass einer für alle

gestorben ist und so alle

gestorben sind. Und er

ist darum für alle gestorben,

damit, die da leben,

hinfort nicht sich selbst

leben, sondern dem, der

für sie gestorben ist und

auferweckt wurde … So

sind wir nun Botschafter

an Christi statt, denn Gott

ermahnt durch uns; so

bitten wir nun an Christi

statt: Lasst euch versöhnen

mit Gott!

2. Korinther 5,14/15+20

16

NEU: Rolf und Sofia Schulz

P10901

DMG-informiert | 1 | 2018


NAHER OSTEN

INDONESIEN

Nachfolge bedeutet …

„Dass ich sichtbarer Teil

einer winzigen und völlig

andersartigen Gruppe

bin. Da kommt dir schon

mal der Gedanke, dass du

nicht ganz normal bist“,

sagt unsere Mitarbeiterin.

Die Menschen hier sehen

sich nicht zuerst als Individuen,

sondern als Teil einer

hoffentlich großen und anerkannten

Gruppe. Da wird

Christsein zur Aufgabe.

„Dass ich einen habe,

der wichtiger ist, als alles,

was ich im Leben verlieren

kann. Als ich zum

Glauben kam, stand ich

mit zwei kleinen Kindern

mittellos und ohne Beruf

da. Mit Jesus habe ich

einen kennengelernt, mit

dem ich in allen Schwierigkeiten

immer rechnen

kann“, sagt die Mutter

einer Kollegin.

„Dass ich anstelle des

schmutzigen Tümpels von

früher eine Quelle mit

kristallklarem Wasser gefunden

habe. Ich konnte

der Bibel und dem, der

aus ihr spricht, einfach

nicht widerstehen“, so ein

Christ unserer Gemeinde.

„Dass mein Sohn in der

Schule verprügelt wurde,

weil man die Jugendlichen

im Korankurs dazu

aufgefordert hat – und

die Schulleitung hat nichts

dagegen unternommen.“

Was das für einen Vater

bedeutet, kann sich jeder

selbst ausmalen.

„Dass ich jeden Morgen

einen Bibelvers auswendig

lerne und ihn mir den Tag

über immer wieder aufsage.

Wir sind ein Volk von

Nichtlesern. In meinem

Alltag als Steuerberaterin

muss ich mich den

ganzen Tag extrem auf

Zahlen konzentrieren. Die

Bibel kann mein Leben

nur grundlegend verändern,

wenn sie in meinen

Gedanken immer wieder

auftaucht“, so die Kollegin.

„Dass meine Mutter

mir sagte: ‚Du bist Heide

geworden und entweihst

unseren Teppich im

Haus, auf dem wir beten.

Komm nie wieder nach

Hause!“. Der junge Mann

weint. Familie ist für die

Menschen hier alles. Verstoßen

zu werden, bedeutet

schlimmsten Schmerz.

„Dass ich im Winter gegen

heftigen Protest meiner

streng muslimischen

Mutter 30 muslimische

afghanische Flüchtlinge,

die vor meiner Haustür im

Park kampierten, einen

Monat bei mir im Haus

untergebracht habe“,

erklärt uns ein Freund, den

wir sehr bewundern.

„Dass ich Teil einer Bewegung

bin, die nicht zu

stoppen ist und unaufhaltsam

wächst“, freut sich

ein anderer einheimischer

Kollege, mit dem zusammen

ich regelmäßig die gute

Nachricht weitergebe.

Alles verloren,

alles gewonnen

Der junge Mann war regelmäßig im

Gottesdienst. Mit seiner Bibel in

der Hand lauschte er aufmerksam der

Predigt und half auch gerne dem Pastor

aus. Eines Tages begleitete ihn seine Frau

mit ihrem Kind. Sie war neugierig, was

ihr Mann da so erlebte in der Kirche. Ich

erfuhr erst einige Monate später, was

an diesem Tag geschah, als ich unseren

jungen Freund wieder traf.

„Wie geht es deiner Familie?“, fragte

ich ihn, ohne mir etwas dabei zu denken.

„Meine Frau ist nicht mehr bei mir“,

antwortete er kurz angebunden. Dann

brach es aus ihm heraus. Unter Tränen

erzählte er, wie sehr sein Leben sich

verändert hatte, seit er Christ ist. Sein

neuer Kurs wurde weder von seiner

kleinen Familie, noch von der Verwandtschaft

in ihrem Dorf toleriert. Er hatte

sich entschieden, mit Jesus weiterzugehen.

Daraufhin hatte er seine Frau

umworben, doch sein Reden fiel auf

harten Boden. Ihr Umfeld erstickte alles,

außer dem Samen in seinem Herzen, der

beständig wuchs.

Mit dem bisschen Kleingeld, das er

besaß, und nur den Kleidern auf seinem

Leib verließ er das Dorf und zog zu

einem Pastor in eine andere Provinz.

Er stellte sein Leben ganz Gott zur

Verfügung und akzeptierte sein neues

Arbeitsfeld: zusammen mit einem Hirten

Gottes eine Gemeinde betreuen und

die gute Botschaft von Jesus Christus

weitersagen. Sein Leben erhielt neuen

Schwung, auch wenn die Steine auf dem

ersten Wegabschnitt üppig und groß

waren.

Worte von Jesus verändern Menschen.

Er formt Herzen um durch gravierende

Ereignisse und schenkt seinen Nachfolgern

über inneren Kampf und Leid neuen

Schwung im Leben. Ich bin gespannt, was

der junge Mann erzählt, wenn wir ihn

das nächste Mal treffen …

Dan und Chris

P10246

Karl und Inka Weiß

P10819

17


SÜDAFRIKA

BURKINA FASO

Wir arbeiten mit Zulu-Kirchen

in Südafrika, die sich „ama-

Zioni“ nennen. Ihr Glaube vermischt

ziemlich wild die Elemente der alten

Naturreligion mit Christlichem. Als

Missionare helfen wir Anhängern

dieses Kults, Echtes von Falschem zu

unterscheiden, und lehren sie anhand

der Bibel. Nach acht Jahren haben

einige amaZioni eine radikale Veränderung

erlebt. Einer von ihnen ist

Ngcobo.

Ngcobo folgte den Lehren seiner

amaZioni-Kirche mit strengen Ritualen

und Tieropfern, um sich Gottes Segen

zu sichern. Seine Kirche versprach ihm

Gesundheit, Wohlergehen

und Frieden

mit Gott.

Eines Tages auf

dem Weg nach

Hause kommt er an

einer Evangelisation

in seiner Nachbarschaft

vorbei. Unser

Missionarskollege

predigt. Als Ngcobo ihm zuhört, spricht

Gott zu ihm: „Folge diesen Missionaren!“

Seither trifft sich Ngcobo regelmäßig

mit unserem Team. Die Menschen aus

Ngcobos „Kirche“ sind erbost. Sie sehen

in ihm einen Verräter ihres Glaubens und

stecken sein Haus in Brand, weil er mit

uns Kontakt hat.

Ngcobos Familie kommt bei Verwandten

unter, die ihn aufgrund seines

neuen Glaubens jedoch bald wieder

Die Menschen aus

Ngcobos „Kirche“ sind

erbost. Sie sehen in ihm

einen Verräter ihres

Glaubens und stecken

sein Haus in Brand.

Ngcobo hat viel

durchgemacht

Mit Gott durchs Tal der Tränen

loswerden wollen. Seine Abkehr von den

amaZioni bringe Unglück. Kurz darauf

wird Ngcobos Tochter krank. Für die

Verwandtschaft ein klarer Fall: Ngcobo

stehe unter einem Fluch, den er selbst

verschuldet habe, heißt es. Er glaubt

auch an einen Fluch, den jemand aus

seinem alten Umfeld auf seine Tochter

gelegt habe. Die Tochter stirbt und einige

Monate später auch Ngcobos Frau.

Noch dazu wird er arbeitslos. Es scheint,

als hätte Ngcobo tatsächlich den Frieden

mit Gott verloren, als er den Weg

der amaZioni verlassen hat. Dennoch

kommt er treu in unsere Bibelstunde.

Einmal auf dem Weg verunglückt der

Bus. Ngcobo schafft es, in dem umgekippten

Fahrzeug ein

Fenster nach außen zu

drücken und bringt sich

selbst und einige Verletzte

in Sicherheit. Er

selbst bleibt unverletzt

und macht sich Kilometer

zu Fuß auf den Weg,

weil er die Bibelstunde

nicht verpassen will.

Inzwischen sind Jahre vergangen.

Ngcobo hat ein neues Haus und ist mit

einer schönen, jungen Frau verheiratet.

Er nutzt jede Gelegenheit, um anderen

amaZioni-Anhängern von seiner Freiheit

in Jesus zu erzählen. Dabei spricht er

vom Frieden mit Gott, den es nur in

Christus gibt. Er lehrt leidenschaftlich an

unserer theologischen Ausbildungsstätte

den Gott der Bibel.

Wenn das ihr

Vater erfährt …


Ein Glück bin ich blind –

durch meine Blindheit habe

ich Jesus kennengelernt!“ Die

17-jährige Maalo steht freudestrahlend

vor mir. Ich habe sie

durch eine Kollegin kennengelernt,

die eine schöne Arbeit

für Menschen mit Behinderung

aufgebaut hat. Maalo kam mit

sechs Jahren ins Internat einer

Blindenschule. Sie lernte lesen

und schreiben, hörte das erste

Mal von Jesus und beschloss, ihm

nachzufolgen.

Maalos Familie lebt nach den

traditionellen Riten ihrer Naturreligion.

Ihre Eltern wissen, dass

sie jetzt Christ ist. Sie kann offen

mit ihnen über ihren Glauben

reden. Noch ist ihr Vater überzeugt,

dass seine Religion besser

ist, und versucht seine Tochter

entsprechend zu beeinflussen.

Immer wieder schenkt er ihr

Amulette, die sie vor Gefahren

beschützen sollen.

Vergangenes Jahr nahm Maalo

an einer christlichen Jugendfreizeit

teil und bat ihren Papa um

finanzielle Unterstützung. Kurz

vor der Abreise kam er auf sie zu

und lächelte: „Ich habe etwas für

dich.“ Zunächst freute sie sich.

Allerdings drückte er ihr keinen

Geldschein in die Hand, sondern

ein rituell zubereitetes Essen. Es

solle ihr helfen, alles zu bekommen,

was sie sich wünsche.

Maalo weiß, dass Jesus

mächtiger ist als Amulette und

Riten der Naturreligion. Doch

sie hatte bis jetzt nicht den Mut,

ihrem Vater direkt „Nein, ich

brauche das nicht!“ zu sagen.

Sie hat die Amulette und das

Essen angenommen, um sie

nachher heimlich wegzuwerfen.

Bis jetzt hat ihr Vater das nicht

mitbekommen und Maalo keine

Schwierigkeiten in der Familie.

Aber sie wünscht sich von Gott

die Kraft, die okkultistischen

„Angebote“ direkt ablehnen zu

können. Und dass ihre ganze

Familie Jesus kennenlernt.

18

Thomas und Laura Hasenknopf

P10207

Martina Bastian

P10027


AMERIKA

BRASILIEN

„Wer mir folgen will …“

„Ein Glück bin ich

blind – durch meine

Blindheit habe ich Jesus

kennengelernt!“

Maalo ist dankbar, dass sie in

einem christlichen Internat zur

Schule gehen und die Ferien

oft bei meiner Kollegin verbringen

kann. Sie muss sich nicht

dauernd mit ihrer traditionellen

Familie auseinandersetzen.

Allerdings ist ihre „heile“ Welt

in Gefahr, wenn sie zu ihrem

Glauben steht. Bitte beten Sie

für Maalo und andere Jugendliche

in ähnlichen Situationen.

Martina Bastian tourt

durch die Wildnis :)

Zecas Vater war Musiker, die

Mutter Lobpreisleiterin. Während

seiner Kindheit wechselten sie ständig

von Stadt zu Stadt, von Gemeinde zu

Gemeinde, und ihre Erziehung empfand

er als sehr einengend. Sein Vater fing zu

trinken an und schlug die Mutter. Nach

22 Jahren Ehe verließ er die Familie.

„Papa ist für mich gestorben, wir haben

keinen Kontakt mehr“, erzählte er mir.

Er war ein Eigenbrötler, verschlossen

in seiner Welt aus Computern. 2007

begann er sein Informatikstudium. Mit

Menschen konnte Zeca nichts anfangen,

und mit seiner Gefühlswelt noch

weniger. Vertraue niemanden! Menschen

verletzen dich nur. Selbstmordgedanken

quälten ihn. Er stellte sich vor, bewaffnet

in seine Uni einzudringen und so viele

Menschen wie möglich mit sich in den

Tod zu reißen. Er stand schon mit dem

Jagdmesser in der Aula. Gott sei Dank

setzte er seine Wahnvorstellung nicht in

die Tat um.

„DER VERLEUGNE SICH SELBST“

2012 schenkte er Jesus sein Leben.

Der Anschluss an die Gemeinde fiel

ihm schwer, bis er ihre Theatergruppe

entdeckte. Bei den jungen Christen

lernte er endlich, Gefühlen Ausdruck

zu verleihen, und sie trafen sich zum

Bibellesen und Beten. Zeca übernahm

eine Rolle in einem Theaterstück über

Mission mit einer Aufführung vor 3.000

Zuschauern. Das Stück beschäftigte ihn.

Als würde eine innere Stimme sagen:

„Mission ist deine Aufgabe!“ Er begann

evangelistische Einsätze von Haus zu

Haus und unter Obdachlosen.

2014 schickte ihm ein Facebook-

Freund aus England, den er nicht kannte,

eine chinesische Bibel, mit den Worten:

„Bring dieses Buch den unterreichten

Völkern Asiens!“ Woher wusste der

Fremde von seinem Interesse an Mission?

Wie sollte er Missionar in Asien werden?

Im März 2015 kündigte er seinen Job,

packte die Koffer – und saß bei mir auf

der Terrasse. Inzwischen war es ein Uhr

morgens. Zeca hatte drei Stunden ohne

Unterbrechung geredet.

„NEHME SEIN KREUZ AUF SICH“

Ich stellte ihm Fragen: Wie steht’s um

dein Gebetsleben und Bibelstudium? Wie

sieht deine Gefühlswelt heute aus? Und

was ist aus deinem Vater geworden?

Nachdenklich verließ Zeca uns im Morgengrauen.

2015 begann er unseren einjährigen

Missionsvorbereitungskurs. Er

war ein engagierter Student mit außerordentlicher

Sprachbegabung. Er konnte

sogar schon etwas Mandarin-Chinesisch.

Bei einem Einsatz im Amazonasgebiet

erlebte Zeca eine erfahrene Missionarin

bei der Bibelübersetzung. Er entdeckte

eine neue Leidenschaft und begann sich

für Bibelübersetzung und unerreichte

Volksgruppen zu interessieren.

„UND FOLGE MIR NACH“

Eine große Bestätigung seiner Berufung

war, als seine Gemeinde einen

Teil der Kosten unseres Missionskurses

übernahm. Nie zuvor hatten sie einen

Missionar unterstützt. Und er versöhnte

sich mit seinem Vater. Sie machten ein

Treffen aus. Der Vater war völlig am Boden,

ohne Arbeit, Familie, Glauben und

alkoholabhängig. Er bat Zeca um Hilfe.

Der Vater tat ihm so leid, dass Zeca ihm

vergeben konnte.

Noch ein Jahr arbeitete Zeca als

Praktikant seiner Gemeinde. 2017 wurde

er ihr erster Missionar in Asien. Zunächst

für zwei Jahre, um die Sprache zu

erlernen, danach lernt er Bibelübersetzer.

Wir sind dankbar, dass wir wertvolle

Menschen wie Zeca an unserem

Zentrum für missionarische Vorbereitung

in João Pessoa ausbilden dürfen. Im

Moment sind wir im Heimatdienst und

berichten gerne in Gemeinden mehr

über unsere Arbeit. Schreiben Sie uns an

die DMG-Adresse.

Zeca mit Thomaz Litz

Thomaz und Mayra Litz

P10400

DMG-informiert | 1 | 2018

19


AMERIKA

HAITI

Jesus, der Sieger!

Sie hatte einen Platz am Fenster

ergattert. Wie immer war der

Bus völlig überfüllt. Neben den vielen

Menschen drängten sich auch Hühner

und Ziegen in den Bus. Es war heiß und

die Luft roch nach Schweiß. Kleinkinder

brüllten um die Wette, und der Mann neben

ihr schnarchte laut. Die Fahrt über

holprige Straßen in die Stadt würde Stunden

dauern. All das blendete sie aus und

lehnte ihren Kopf an die Scheibe. Die

Sonne schien ihr freundlich ins Gesicht.

Ein Lächeln machte sich auf ihrem Anlitz

breit. Die Reise in ein neues Leben.

Sie stammte aus einfachen Verhältnissen,

die Beziehung zu ihrer alleinerziehenden

Mutter war angespannt. Ihre

simple Behausung war viel zu klein für

die Familie. Privatsphäre kannte sie nicht.

Das Dach war löchrig und ließ Regen

durch. Es gab selten genug Essen für alle.

Ihre Kleidung war immer schon abgetragen.

Wie durch ein Wunder hatte sie die

Schule als Klassenbeste abgeschlossen

und einen Ausbildungsplatz in der Hauptstadt

erhalten. Es fiel ihr leicht, ihr altes

Leben hinter sich zu lassen.

Als Auszubildende benötigte sie

eine Uniform, die ihr eine wohlwollende

Nachbarin genäht hatte. Um von

Anfang an guten Eindruck zu machen,

entschied sie, ihre Uniform nach der

langen Busfahrt noch einmal zu waschen

und bügeln zu lassen. Als sie die Kleider

wie vereinbart abholte, wurde sie vom

Besitzer der Wäscherei ins Hinterzimmer

gelockt und vergewaltigt. Sie litt

Todesqualen. Ein paar Tage nach diesem

schrecklichen Ereignis merkte sie, dass

sie schwanger war. Verzweifelt und beschämt

trat sie den Heimweg an, zurück

in ihr altes Leben.

Zuhause wurde alles noch schlimmer.

Ihre Mutter drängte sie zur Abtreibung.

Sie weigerte sich und traf eine bewusste

Entscheidung für ihr Kind. Daraufhin

engagierte ihre Mutter einen Voodoo-

Priester, der das Ungeborene

verfluchte

und der Schwangeren

giftige Zaubertränke

einflößte. Um auf

Nummer sicher zu gehen,

misshandelte ihre

Mutter sie. Sie boxte

das Mädchen in den

Bauch und trat sie. Ihr Essen wurde aufs

absolute Minimum rationiert. Ihr Leben

war die Hölle. So wandte sie sich an den

einzigen, der helfen konnte. Jesus war

ihr nah wie nie zuvor. Intensiv betete

sie, dass ihr Kind überleben würde. Ihre

einzige Hoffnung war Jesus.

Als sie im fünften Monat war, ging ihre

Mutter mit ihr zum Arzt. Der meinte,

dass ihr Baby im Mutterleib tot sei und

Ihre Mutter drängte

sie zur Abtreibung. Sie

weigerte sich und traf eine

bewusste Entscheidung

für ihr Kind.

riet zur Abtreibung. Sie blieb ruhig, vertraute

auf Jesus und entschied, ihr Kind

auszutragen. Die Geburt war schwer,

wie der Arzt es vorhergesagt hatte.

Sie dauerte ungewöhnlich lange, die

Schmerzen waren unerträglich. Als das

Baby endlich auf die Welt kam, wurde es

in dem Raum ganz leise. Dann erklang

der Schrei eines gesunden, kleinen Mädchens


Sie sitzt mir mit ihrer zweijährigen

Tochter gegenüber und erzählt. Es ist

Ostern. Als sich unsere Wege trennen

und sie mir mit ihrem Mädchen im Arm

noch einmal fröhlich

zuwinkt, ist Ostern für

mich so präsent wie

nie zuvor. Ich drehe

mich um und fange

leise an zu singen:

„Jesus Christus ist der

Sieger über Sünde,

Tod und Teufel, darum

wähl’ ich ihn. Er gab meinem Leben Sinn

und ew’ges neues Leben, darum sing’ ich

froh von ihm.“

Anmerkung: Ehepaar Clemm hat die

Arbeit in Haiti beendet und bereitet sich

derzeit auf eine neue Aufgabe mit der

DMG in Großbritannien vor.

20

Priscilla und Arne Clemm

P10095


ECUADOR

Wie das Evangelium

nach Miraflores kam

Mein Kollege Efrain und ich sind

im Rahmen eines Hilfsprojekts

von CFI und der DMG viel im Andenhochland

der Provinz Chimborazo

unterwegs. Efrain ist ein Quichua. Sein

Dorf Miraflores feierte kürzlich ein

besonderes Jubiläum. Efrain erzählt:

Die Bewohner unseres indigenen

Dorfs galten in den Augen der Weißen

lange als minderwertig. Großgrundbesitzer

hielten Miraflores in einer

Art Leibeigenschaft. Wir hatten keine

Rechte. Die Weißen kontrollierten

unser Land,

unsere Straßen, Trinkwasser,

Brunnen und die

Weiden der Tiere. Die

katholische Kirche hat

das mit der göttlichen

Ordnung gerechtfertigt

und den Missbrauch von

uns Indigenen damit noch

legitimiert.

Sie forderte auch

selbst ihren Tribut. Jede Familie reihum

musste große religiöse Feste ausrichten

und dabei das gesamte Dorf inklusive

Obrigkeit versorgen. Es floss viel Chicha

(Alkoholgetränk aus Mais oder Yucca)

und Schnaps. Wegen der Kosten solcher

Feste mussten unsere Leute bei Händlern

Kredite aufnehmen, die sie mit ihrer

Ernte wieder abbezahlten. Es blieb nichts

mehr übrig fürs Schulgeld der Kinder

und den Arzt. Mein Vater konnte nur bis

zur dritten Klasse in die Schule gehen,

meine Mutter gar nicht. Die Menschen

1967 kamen erstmals

Missionare in unser

Dorf, und die ganze

Familie nahm Jesus an.

Dieses Datum, als das

Evangelium in unser

Dorf einzog, haben wir

2017 gefeiert.

hatten kaum Bildung. Unterernährung

und Krankheiten waren sichtbare Zeichen

unserer Knechtschaft.

1960 kam Mariano Yuquilema aus Miraflores

mit seiner kranken Ehefrau das

erste Mal ins Missionskrankenhaus nach

Colta Majipamba. Die gute, menschenfreundliche

Behandlung der Missionsärzte

beeindruckte das Ehepaar. Wegen

der guten Erfahrungen schickten sie

1966 ihre Kinder zur Missionsschule in

den Ort. Die teilten ihr neugewonnenes

Wissen über Jesus mit ihren Eltern. 1967

kamen erstmals Missionare

in unser Dorf, und die

ganze Familie nahm Jesus

an. Dieses Datum, als das

Evangelium in unser Dorf

einzog, haben wir 2017

gefeiert.

Die ersten ev. Christen

hatten es schwer in

Miraflores. Sie wurden

verfolgt, misshandelt und

man drohte ihnen mit

Vertreibung. Doch die Zahl der Christen

nahm massiv zu, es gab 130 Glaubenstaufen

in einem Jahr. Die christliche

Radiostation in Colta trug sehr zur

Verbreitung des Evangeliums bei und

vermittelte den neuen Christen biblischtheologisches

Wissen. Ich selbst wurde

bereits von gläubigen Eltern erzogen.

Als ich zehn Jahre alt war, fühlte ich eine

Leere und verstand, dass nur Jesus mir

helfen konnte. Ich akzeptierte ihn als

persönlichen Retter. Mit 15 Jahren ließ

ich mich taufen.

Die Ankunft des Evangeliums änderte

alles in Miraflores. Die Menschen gewannen

Selbstbewusstsein und wehrten sich

gegen die Bevormundung durch die Weißen.

Früher waren wir arm, haben vom

Alkohol gelebt und Frauen und Kinder

geschlagen. Aber das ist lange her. Wir

trinken nicht mehr und können unseren

Kindern eine Zukunft bieten. Heute gibt

es Professoren, Ingenieure, Ärzte und

Lehrer aus unseren Reihen. Wir freuen

uns auch über Martin und sein Wasserund

Hygieneprojekt. Wir bauen unser

Trinkwassersystem selbst aus und sind

unabhängig.

NACHRUF

Christine Huonker

* 21.11.1951 † 15.02.2018

Unsere Chile-Missionarin

und langjährige Mitarbeiterin

der Heimatzentrale

Christine Huonker ist am

15. Februar nach langer,

schwerer Krankheit friedlich

heimgegangen. Wir

waren eng mit ihr verbunden

und trauern mit allen

Angehörigen und Freunden.

In ihrer Liebe zu Jesus

und durch ihren Dienst am

Nächsten ist Christine uns

ein großes Vorbild geworden.

Ausführlicher Nachruf:

www.DMGint.de/Nachruf

Martin und Julia Henrich

P10225

DMG-informiert | 1 | 2018

21


AMERIKA

ECUADOR

Zeit mit Menschen verbringen

Vor zwei Jahren war ich im Rahmen

eines Freiwilligendienstes mit

der DMG in Tansania. Nach dieser Zeit

stand fest, dass Mission auf jeden Fall

eine Option für mich ist. Ich entschied,

Ethnologie (Völkerkunde) zu studieren.

In diesem Studium analysieren wir

fremde Kulturen und gehen dabei nicht

nur auf die oberflächlichen Kulturausprägungen

wie Kleidung und Essen ein,

sondern versuchen, die dahinterliegende

Denkweise zu verstehen, um auf dieser

Basis zwischen den Kulturen vermitteln

zu können. Auch wenn mir das Studium

gefällt, es ist eben doch eine Geisteswissenschaft

und wenig praxisorientiert.

Daher hatte ich oft Zweifel, ob es der

richtige Weg war und ein Theologiestudium

oder etwas Praktisches, zum Beispiel

Krankenschwester, nicht sinnvoller

wäre im Hinblick auf Mission (Anmerkung

der DMG: Wir suchen dringender

Völkerkundler als Krankenschwestern).

Außerdem stoße ich in meinem Studium

meist auf Unverständnis gegenüber Missionaren,

die oft als „Kulturzerstörer“

dargestellt werden.

Mit all diesen Fragen habe ich letzten

Sommer ein Praktikum in Ecuador

gemacht. Den ersten Monat lebte ich

in Quito, um Spanisch zu lernen. Im

zweiten Monat nahmen mich DMG-

Missionare in Shell Mera, am Rand des

Dschungels, bei sich auf. Shell hat einen

wichtigen Flughafen, es wimmelt dort

nur so von Missionaren aus allen möglichen

Ländern und Indianern, die sich

dort angesiedelt haben oder einkaufen

kommen. Der perfekte Ort also, um Interviews

mit Indianern und Missionaren

zu führen.

Gott schenkte mir die

richtigen Begegnungen,

um das Fragen-Wirrwarr

in meinem Kopf zu lösen.

Eine Sache, die mir besonders

auf dem Herzen

brannte, war das Thema

Nachfolge. Jesus schickt

uns als Christen hinaus in

die Welt, nicht nur um zu

evangelisieren, sondern um die gewonnenen

Jesus-Fans zu echten Nachfolgern zu

machen (Mt 28,19). Aber wie geht das?

Jesus selbst ist das beste Beispiel: Er kam

aus der Herrlichkeit in die Welt und hat

sich eben nicht wie ein König verhalten,

von oben herab diktierend, so wie wir

uns verhalten würden. Stattdessen hat er

sich gedemütigt und mit dem einfachen

Volk abgegeben, mit den Menschen geredet,

gegessen und zusammengelebt.

Die Jünger wurden Nachfolger, weil

sie gesehen haben, wie er sich verhält.

Wenn wir also Nachfolger ausbilden,

müssen wir es machen wie Jesus! Wir

Jesus schickt uns als

Christen hinaus in die

Welt, nicht nur um zu

evangelisieren, sondern

um die gewonnenen

Jesus-Fans zu echten

Nachfolgern zu machen

(Mt 28,19).

müssen Zeit mit den Menschen verbringen,

von ihnen lernen, was sie beschäftigt,

was ihnen Angst macht, wie sie

denken. Wir müssen mit ihnen zusammenleben.

Die meisten Missionare sitzen

nicht auf einem hohen Ross und predigen

Jesus, sondern sind bei den Menschen

– am Fußboden. Wo wir

den Menschen demütig

begegnen, beginnen sie

Jesus zu folgen.

Wie wichtig ist es für

Missionare, die Kultur zu

verstehen, in der sie sich

befinden! Kulturelle Insensibilität

kann wahnsinnig

viel zerstören. Mein Studium

bietet die perfekte

Grundlage, dem entgegenzuwirken. Es

gibt mir Werkzeuge an die Hand, eine

Kultur wirklich zu erfassen. Auf dieser

Basis kann ich Menschen von Jesus und

seiner unglaublichen Liebe erzählen und

ihnen das gleichzeitig vorleben. Wie Paulus

in 1. Korinther 9, der den „Juden ein

Jude“ und den „Schwachen ein Schwacher“

wurde. Das ist sicher nicht leicht.

Aber ich bin Gott dankbar für meine

neue Perspektive in Bezug auf Studium

und Zukunftsplanung. Er wird mir den

Mut geben für alles, was mein Leben in

der Nachfolge noch mit sich bringt.

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Melissa Marx // Praktikantin

Ermöglichen Sie jungen Leuten einen Kurzeinsatz: P29900

DMG-informiert | 1 | 2018


ECUADOR

IMPRESSUM

„Bei euch bin

ich zu Hause!“

Pünktlich auf die Minute erscheint Sprachlehrerin

Vera (Name geändert), um unseren beiden

Freiwilligen Malte und Matthias Spanischunterricht

zu erteilen (die zwei jungen Männer absolvierten

über die DMG einen Einsatz von elf Monaten hier).

Heute ist Veras Geburtstag, für sie ein Tag wie jeder

andere! Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit hat sie sich

im Umgang mit ihren ausländischen Sprachschülern

angeeignet. Darauf ist sie richtig stolz. Sie unterrichtet

wie immer, als wäre es kein besonderer Tag.

Seit Jahren schon ist Vera unsere Lehrerin, sie hat

Generationen Missionare, Missionarskinder und Freiwillige

unterrichtet. Oft kommen wir mit ihr als überzeugter

Katholikin über den Glauben ins Gespräch. Sie

bewundert, wie wir Nachfolge leben, und weiß, dass

wir für sie und ihre Lebensumstände beten.

Als unverheiratete Tochter hat sie die Pflicht,

sich um den verwitweten, schwerkranken Vater zu

kümmern. Erst spät nachmittags, wenn der Haushalt

erledigt ist und eine ihrer Schwestern die Vertretung

übernimmt, kann sie sich mit ihren Sprachschülern

treffen. Sorgen plagen sie. Wovon soll sie leben, wenn

der alte Vater stirbt? Ein Testament existiert nicht.

Lassen ihre Geschwister sie im Regen stehen? Gemeinsam

mit einer gläubigen Anwältin versuchen wir, ihr zu

helfen. Bisher vergeblich. Wir hoffen und beten, dass

es nicht zum Erbstreit kommt.

Zurück zu Veras Geburtstag: Sie will sich gerade

verabschieden, als wir mit Geschenken anrücken und

ihr ein Ständchen singen. Beim Blick auf den selbstgebackenen

Kuchen hat Vera Tränen in den Augen.

Ihre Geschwister haben ihren Geburtstag vergessen:

„Bei euch fühle ich mich mehr zu Hause, als in meiner

eigenen Familie!“, lächelt sie. Wir beten für Vera und

ihre Zukunft …

Vera (rechts) mit Janina Hettche (ehemalige Kurzzeitlerin)

Horst und Sigrid Rosiak

P10578

Herausgeber:

DMG interpersonal e.V.

Buchenauerhof 2, D-74889 Sinsheim

Tel.: 07265 959-0, Fax: 07265 959-109

WhatsApp: 07265 959-100 • Kontakt@DMGint.de • www.DMGint.de

Bei Adressänderungen: Tel. 07265 959-128, Adressen@DMGint.de

Vorstandsmitglied: Günther Beck

Chefredakteur: Theo Volland (Redaktion@DMGint.de)

Layout:

David Spieth

Erscheinung: Fünfmal jährlich

Titelfoto: Christinnen in Südasien beim Beten / Martin u. Sushma

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BÜCHER DER DMG // NEUERSCHEINUNGEN

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Die leise Erweckung

Wie Gott die Flüchtlinge

in unserem Land berührt

Theo Volland (Herausgeber)

Ein Engel, der im Stadtbus in München erscheint. Eine kaputte

Lampe in der Asylunterkunft, die im genau passenden

Moment zu leuchten beginnt. Und ein überraschender

Feueralarm, der die Taufe von 40 Geflüchteten ermöglicht.

Gott tut Wunder, hier bei uns in Deutschland. Dieses Buch

gibt denen eine Stimme, die sich in die Flüchtlingsheime

und Erstunterkünfte aufmachen, um zu helfen. Sie erzählen,

wie sie das erste Mal erlebten, wahre Lichtbringer zu

sein. Freuen Sie sich mit über die kleinen und großen Zeichen

Gottes. Staunen Sie über die Erweckung, die sich leise

ausbreitet – mitten in unserem Land, mitten in unseren

Herzen.

Rainer Holweger (Herrenberg), Geschäftsführer der ChristusBewegung

Lebendige Gemeinde, sagt zu diesem Buch:

„Ich bin Theo Volland unglaublich dankbar, dass er Hoffnungsgeschichten

zusammengetragen hat, die von gelungenen

Begegnungen berichten. Vom Glauben, der trägt – und

der immer mehr Geflüchteten hilft, ihr Leben in einem

neuen Licht zu sehen.“

Mit anderen Augen

Perspektiven des Evangeliums

für Scham-, Schuld- und Angstkulturen

Jayson Georges (übersetzt von Fred Eick, DMG)

Wir ahnen es längst: Neben unserer individuellen Persönlichkeit

bestimmt auch unsere kulturelle Prägung unsere

Identität, unser Weltbild und unsere Ethik – und somit

auch unser Verständnis der guten Nachricht von Jesus

Christus. Während Christen im Westen traditionell eher

die Erlösung von Schuld betonen, sehnen sich die Menschen

vieler anderer Kulturen rund um die Welt eher nach Ehre,

um Schande abzuwenden, und nach Macht, um ihre Angst

zu überwinden. Die befreiende Botschaft von Jesus gilt allen

und umfasst viel mehr, als wir erkennen. Tatsächlich geht

die Bibel einfühlsam auf die Bedürfnisse aller drei Kulturtypen

ein. Missionswissenschaftler Georges hilft uns mit

diesem Standardwerk, das Evangelium mit anderen Augen

zu sehen.

Eine wertvolle Hilfe, um Menschen anderer Kulturen das

Evangelium zu erklären.

Hier bestellen: Tel. 07265 959-0, E-Mail: Buecher@DMGint.de

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