Südostschweiz Sonderbeilage – 125 Jahre Klinik Waldhaus Chur

PDGRSocialmedia

Erschienen am 10. Oktober 2017 als Sonderbeilage in der Tageszeitung "Die Südostschweiz"

125 Jahre

Klinik Waldhaus

Chur

Die Klinik

Waldhaus im

Laufe der Zeit

Von der Irrenanstalt zur

modernen Psychiatrie-

Klinik. _SEITEN 46

Die Chefärzte der

Klinik Waldhaus

im Überblick

Als Direktoren haben

diese Personen die Klinik

geprägt. _SEITEN 914

Die Entwicklung

der Behandlungsmethoden

Die Psychiatrie geht mit

der Zeit und wandelt sich

stark. _SEITEN 1719


125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Einem glücklichen

Zufall sei Dank

Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass die Geschichte

der Bündner Psychiatrie ihren Ursprung in der Klinik Waldhaus

hat. Mangels Geld lehnte das Bündner Stimmvolk den Bau der Klinik

nämlich zweimal ab. Erst als der im Engadin zur Kur weilende preussische

Baron Clément de Loë einen Grossteil seines Vermögens dem

Kanton zum Bau der Klinik Waldhaus schenkte, stimmte das Volk im

dritten Anlauf zu. Damit war der Grundstein gelegt, um die psychiatrische

Versorgung im gesamten Kanton sicherzustellen.

Inhalt

7/8 Baron Clément de Loë

Der Gutmensch hat dem Kanton ein

grosses Vermögen für den Bau der

Klinik Waldhaus vermacht.

12/13 Klinik-Meilensteine

Es lief einiges in der Geschichte der

Bündner Psychiatrie. Eine Zeittabelle

zeigt die Meilensteine.

15/16 Das Problem Sippenarchiv

Die Registrierung sowie fragwürdige

Therapien an jenischen Patienten

bringt die Psychiatrie in Verruf.

20 Die neue Notfallstation

Bis 2021 wird die neue Notfallstation

fertig sein zum Wohle der

Patienten.

Seither hat sich die Psychiatrie stark entwickelt. Dazu gehören auch

Phasen, die aus heutiger Sicht unverständlich erscheinen und für grosse

Skepsis und Ablehnung sorgten. Wir begrüssen deshalb, dass die

Regierung die Geschichte der Bündner Psychiatrie wissenschaftlich

und umfassend aufarbeiten lässt und unterstützen sie dabei. Dadurch

wird die Basis für eine offene und sachliche Auseinandersetzung mit

der eigenen Geschichte gelegt. Nebst diesem Blick zurück schauen

wir aber auch nach vorne. Heute geben rund 1000 Mitarbeitende ihr

Bestes, damit Menschen mit einer psychischen Erkrankung gesund

werden. Dabei wenden wir moderne, wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden

an und achten darauf, dass unsere ambulanten,

tagesklinischen und stationären Dienstleistungen in allen Regionen

unseres Kantons sowie in angrenzenden Regionen zugänglich sind.

Zudem wird die Öffentlichkeit regelmässig über die psychische Gesundheit

und den Umgang mit Erkrankungen aufgeklärt. Dies trägt zur Früherkennung

bei und erhöht den Behandlungserfolg.

Unser zentrales Augenmerk gilt auch künftig der Sicherung und stetigen

Weiterentwicklung einer hochstehenden Qualität der psychiatrischen

Versorgung. Projekte, Massnahmen und Investitionen setzen

wir nur dann um, wenn sie den Patientinnen und Patienten dienen und

finanzierbar sind. Aus der grossen Anzahl dieser Projekte sei an dieser

Stelle nur eines hervorgehoben, weil sich damit der Kreis schliesst: Bis

im Jahre 2021 entsteht auf dem Areal der Klinik Waldhaus ein Neubau

mit einer modernen Notfallstation und zeitgemässen Räumlichkeiten

für die Akutpsychiatrie. Dass wir diesen Entscheid ausgerechnet im

Jubiläumsjahr fällen konnten, ist ebenfalls ein schöner Zufall.

21/22 Mitarbeitende im Waldhaus

Was sagen die Mitarbeitenden zu

ihrem Job und wie erleben sie den

Arbeitsalltag in der Klinik?

Impressum

Herausgeberin Somedia Press AG, Sommeraustrasse 32,

Postfach 491, 7007 Chur; Verleger: Hanspeter Lebrument; CEO:

Andrea Masüger Redaktion Cornelius Raeber Redaktionelle

Mit arbeiter Franco Brunner Layout Tobias Ammann Bilder

zVg Diese Ausgabe erscheint in folgenden Publikationen

Südostschweiz, Regionalausgabe Graubünden; Bündner

Tagblatt Auflage 63 130

Fadri Ramming

Verwaltungsrats präsident

Psychiatrische Dienste

Graubünden (PDGR)

Josef Müller

CEO Psychiatrische

Dienste Graubünden

(PDGR)

2 Südostschweiz | Dienstag, 10. Oktober 2017


125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

125 Jahre Klinik Waldhaus in Chur.

Von den Anfängen bis heute.

Dienstag, 10. Oktober 2017 | Südostschweiz

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Klinik Waldhaus in Chur:

Zum Jubiläum ein Blick

zurück auf 125 Jahre

Psychiatrie in Graubünden.

125 Jahre Waldhaus

eine psychiatrische Klinik

im Wandel der Zeit

Der Grundsteinlegung zum Bau der Klinik Waldhaus 1888 gingen lange politische Debatten voraus.

Mit der Eröffnung der Klinik 1892 fanden psychisch kranke Menschen endlich adäquate Hilfe. Wie die

Psychiatrie selbst hat auch das Waldhaus eine interessante Entwicklung durchgemacht. von Cornelius Raeber

Die Situation in der Mitte des

19. Jahrhunderts muss für

die Betroffenen unmenschlich

und unzumutbar gewesen

sein. Psychisch kranke

Menschen die Irren, wie sie genannt

wurden siechten zu Hause vor sich

hin, oftmals von den Angehörigen kaum

gepflegt und unzureichend versorgt.

Die grosse Armut in Graubünden

und in weiten Teilen des Landes liess

nichts Besseres zu. Es gab andere, grössere

Probleme. Nicht selten wurden

psychisch Erkrankte mangels Alternativen

in Strafanstalten versteckt, aber

auch dort waren die Platzverhältnisse

eng und für betroffene Menschen mit

psychischen Leiden sicher nicht der

richtige Ort für adäquate Hilfe.

Unzureichende Behandlung

Pläne für eine spezialisierte Irrenanstalt

gab es schon früher, angedachte Bauprojekte

wurden jedoch vor allem aus

Geldmangel wieder verworfen. Auf Antrag

der kantonalen Armenkommission

fanden einige wenige Geisteskranke

Aufnahme im 1840 eröffneten Zwangsarbeiterhaus

des bischöflichen Schlosses

in Fürstenau, das später zum ersten

Regionalspital in Graubünden wurde.

Verschiedentlich wurden Patienten

auch zur Begutachtung nach Pfäfers in

die 1847 eröffnete Klinik St. Pirminsberg

eingewiesen, die bis zehn Jahre zuvor

ein Kloster war. Unheilbar Kranke wurden

nach den Abklärungen in Pfäfers

nach Fürstenau verlegt. Als die Korrektionsanstalt

1855 in die neu eröffnete

Anstalt Realta verlegt wurde, richtete

man im dortigen Neubau immerhin eine

spezielle Abteilung für psychisch Kranke

ein aber die Situation blieb unbefriedigend,

die Grosszahl der Menschen

mit psychischen Problemen konnten

nicht oder nur unzureichend behandelt

werden.

Engagierte Menschen gründen Verein

Es waren in der Folge einige engagierte

Menschen, die sich des Problems annahmen.

Ein solcher war Johann Friedrich

Kaiser. Der Arzt und Förderer des

bündnerischen Gesundheitswesens engagierte

sich sehr für Menschen mit

psychischen Leiden und gründete 1877

den Hilfsverein für psychisch Kranke,

ein gemeinnütziger, politisch und kon-

Wir gratulieren der Klinik Waldhaus zum 125-Jahr-Jubiläum





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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

fessionell neutraler Verein, der sich für die Verbesserung der Lebenssituation

von psychisch beeinträchtigten Menschen einsetzte. Dank Bemühungen

der Vereinsmitglieder konnte der Kanton von der Wichtigkeit eines

Irrenanstaltbaus überzeugt werden. Die finanzielle Unterstützung reichte

jedoch bei Weitem nicht aus, um dem anvisierten Ziel einer eigenen Klinik

für psychisch Kranke näherzukommen.

Das Waldhaus als

Baustelle: Immer

wieder wurden

Gebäude saniert,

um- und neu gebaut.

Langer Weg zur Klinik Waldhaus

In dieser Situation trat 1883 ein Mann auf den Plan, der mit seinen finanziellen

Möglichkeiten den Bau einer Irrenanstalt vorantrieb: Baron Clémens

von Loë (siehe Porträt auf den Seiten 7 und 8). Dank eines Teils seines Vermögens,

das er dem Kanton vermacht hat, konnte der dringend benötigte

Klinikbau weiterverfolgt werden.

Aber auch der Grosse Rat des Kantons Graubünden trug seinen Teil

zum Gelingen des Klinikbaus bei. Am 6. März 1889 verabschiedete er zuhanden

einer Volksabstimmung die Botschaft zur Finanzierung eines Neubaus

mit 200 Betten. 430 000 Franken betrug der Anteil der öffentlichen

Hand.

Mit der deutlichen Annahme der Botschaft durch die Bündner Bevölkerung

am 7. April 1889 konnte eine weitere Hürde genommen werden.

Zudem stellte der Hilfsverein für psychisch kranke Menschen sein ganzes

Vereinsvermögen für den Neubau der Klinik zur Verfügung. Dem Bau einer

Klinik stand nun nichts mehr im Wege. Neben dem Waldhaus standen jedoch

noch weitere Standorte zur Auswahl, so die Molinära in Trimmis, die

Waldegg im Lürlibad, aber auch der Baumgarten beim Taminser Kirchhügel.

Nach diversen Abklärungen fiel die Wahl auf das Gut Waldhaus, das

von der Bürgergemeinde erworben werden konnte. 1888 erfolgte der Spatenstich,

am 29. Mai 1892 fand im Beisein von viel Prominenz die Eröffnungsfeier

der zweistöckigen Klinik statt. Regierungsrat Plattner soll in

seiner Festrede zu bedenken gegeben haben, dass in den eröffneten Räumen

bald «arme Irre ihrer Vernunft beraubt, stieren Blickes, scheuen

Schrittes ein bedauernswertes Dasein führen würden».

Im ersten Jahr ihres Bestehens arbeiteten in der Anstalt 22 Wärterinnen

und Wärter und 14 Personen als Dienst- und Ökonomiepersonal. Sie

betreuten rund 120 Patienten. 1896 wurde der Personalbestand auf 14

Wärterinnen und 15 Wärter aufgestockt.

Zusätzliche Kapazitäten in Realta

Unter der Leitung des ersten und langjährigen Direktors der Anstalt,

Johann Josef Jörger, wurden psychisch Kranke nach bestem Wissen und

Gewissen sowie den damals bekannten Therapien behandelt. Mittlerweile

war auch klar, dass die 200 Klinikbetten nicht ausreichten und das Waldhaus

zu klein konzipiert wurde. 1901 werden bereits 250 Kranke von

41 Wärterinnen und Wärtern betreut und die Klinik wird um zwei Bauten

vergrössert. Die Zahl der Patienten stieg stetig an und 1913 waren es bereits

über 300 Patienten, die behandelt werden wollten eine Situation,

welche nach zusätzlichen Plätzen verlangte. Mit dem Asyl in Realta in

Cazis (der heutigen Klinik Beverin) wurden zusätzliche Kapazitäten geschaffen,

aber schon kurz nach der Eröffnung der Anstalt im Januar 1919

war auch diese Klinik bereits wieder überbelegt. Trotz der Inbetriebnahme

des Kurhauses Rothenbrunnen 1924 stiessen die Irrenanstalten vermehrt

an ihre räumlichen Grenzen.

Wir gratulieren der Klinik Waldhaus zum 125-Jahr-Jubiläum







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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Pensionsverträge mit Ausserkantonalen

In den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts war

der Kanton stark verschuldet und die Regierung

darum gefordert, die steigenden Defizite der psychiatrischen

Kliniken zu bekämpfen. Ab 1950 wurden

aus diesem Grund Pensionsverträge mit anderen

Kantonen abgeschlossen, so konnten beispielsweise

1952 über 100 Patienten aus dem Zürcher

Burghölzli im Waldhaus betreut werden. Wenig

verwunderlich, dass die ursprünglich mit 200

Betten geplante Klinik an ihre Grenzen stiess und

permanent überbelegt war. 1954 sollen rund 400

Patienten im Waldhaus gelebt haben.

Die Psychiatrie öffnet sich

Mit der Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden

und gesellschaftlichen Entwicklungen

(z. B. Drogenproblematik in den 60er-/70er-Jahren)

wurden auch die vorhandenen Räumlichkeiten

in der Klinik Waldhaus immer wieder angepasst.

Neue Therapieangebote und die Idee, Patienten regional

in ihrer gewohnten Umgebung zu betreuen,

hatten ebenfalls Einfluss auf bauliche Veränderungen

(Geschichte der Psychiatrie, siehe Seite 17 ff.).

Im Zuge einer Renovation des Waldhauses Anfang

der 60er-Jahre verschwanden die Mauern sowie

Eisenzäune um die Klinik. Auch Gitter wurden

weitgehend eliminiert und gehörten der Vergangenheit

an die psychiatrischen Kliniken öffneten

sich, die Psychiatrie etablierte sich mit einer breiten

Palette an erfolgreichen Angeboten.

Waldhaus wird Teil der PDGR

Ende der 70er-Jahre begannen die Planungen für

eine umfassende Sanierung der Klinik Waldhaus.

1991 wurde der Neubau der Klinik fertiggestellt,

zwei Jahre später wurde die Sanierung abgeschlossen.

2002 wurden die Kliniken Beverin und Waldhaus

sowie die Heimzentren Rothenbrunnen und

Montalin sowie das Heimzentrum für geistig behinderte

Menschen Arche Nova in Landquart zu einer

selbstständigen, öffentlich-rechtlichen Institution

zusammengeführt.

Heute verfügt die Klinik Waldhaus noch über

107 stationäre Betten und ist Teil der Psychiatrischen

Dienste Graubünden (PDGR). Zu den stationären

Behandlungsschwerpunkten gehören die

Akut- und Rehabilitationspsychiatrie, die Gerontopsychiatrie,

die Psychiatrie sowie die schweizweit

einzige Tinnitusklinik.

Die ersten Betriebsjahre

> Der Direktor bezieht laut Beilage III ein Gehalt von 6000 Franken,

der Verwalter 3000 Franken, die beiden Geistlichen 250

bis 300 Franken. Der Maschinist und der Heizer sind mit 1600

bis 1800 Franken besser gestellt als die Oberwärter mit 800

bis 1000 Franken. Die Oberwärterin bezieht mit 600 bis 800

Franken gleich viel wie die Lingere, ein Wärter hat den gleichen

Anfangslohn wie ein Knecht, nämlich 350 Franken. Im Maximum

erreicht er aber mit 550 Franken 50 Franken mehr.

> Als Disziplinarmittel gegen Beamte steht dem Direktor u.a. die

Kompetenz einer Ordnungsbusse bis auf 10 Franken zugunsten

der Trinkgeldkasse zu. Der Verwalter hat den täglichen Speisezettel

dem Direktor zur Visierung vorzulegen und sorgt zudem

für «gehörige Handhabung der Feuerlöschordnung der Anstalt».

Der Assistenzarzt darf ohne Erlaubnis des Direktors die

Anstalt nicht verlassen. Assistenzarzt und Personal haben mittags

und abends Anspruch auf 2 bis 3 dl Wein.

Aus dem Jahresbericht 1906

> Die Todesfälle sind wieder so zahlreich wie im letzten Jahr.

Der Hauptteil fällt auf alte Leute, die zum Teil über 20 Jahre im

Irrenhaus wohnen. Vierzehn der Gestorbenen zählen im Durchschnitt

ein Alter von 74,4 Jahre, weitere sechs waren weit über

60 Jahre alt. Der Umstand, dass mehrere dieser Greise in einer

Woche zur Beerdigung gelangten, machte sich die Fama zunutze

und verbreitete in Chur und im Kanton das Gerücht, die Irren

des Waldhauses hätten sich eine blutige Schlacht geliefert, aus

dessen Gemetzel sechs Leichen aufgehoben und samthaft beerdigt

worden seien. Wir wurden von verschiedenen Seiten angefragt,

ob der ihrige nicht auch dabei sei. Diese Tage erhielten

wir die Nachricht, dass eine Familie um ihren im Waldhaus vor

dieser Zeit verstorbenen Bruder seit zwei Jahren Trauer trage.

Die Todesnachricht sei der Familie von glaubwürdiger Seite

überbracht worden. Der betreffende Tote sei aber gegenwärtig

sehr munter und der grösste Lärmer des Hauses.

Wir gratulieren der Klinik Waldhaus zum 125-Jahr-Jubiläum














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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Der Baron und

Menschenfreund

Da er in Graubünden Linderung seiner angeschlagenen Gesundheit gefunden hatte, entschloss sich Baron

Clément de Loë (18361892), sein Vermögen für die Armen und Kranken in diesem Kanton einzusetzen.

Der Beginn der Geschichte vom Churer «Waldhaus». von Franco Brunner

Zum Gedenken an die Gönner

der Klinik Waldhaus Chur

Baron Clément de Loë und Dr. Johann Friedrich

Kaiser haben Wesentliches zum Bau der

psychiatrischen Klinik Waldhaus Chur beigetragen.

Baron Clément de Loë stiftete im Jahre 1883 dem

Kanton Graubünden sein gesamtes Vermögen für

den Bau eines Spitals.

Dank dieser grosszügigen Spende und des

Entgegenkommens von Baron Clément de Loë

konnte der seinerzeit von der Bündner Regierung

als dringend erachtete Bau einer «Irrenanstalt»

realisiert werden. Das heutige imposante

Hauptgebäude, die herrliche Parkanlage und die

charakteristischen Nebengebäude sind Zeitzeugen.

Dr. Johann Friedrich Kaiser darf als Pionier der

medizinischen Versorgung psychisch kranker

Menschen im Kanton Graubünden genannt werden.

Im Jahre 1877 gründete er zusammen mit den

Herren Dr. med. Paul Lorenz und Dr. med. Eduard

Killias den «Hilfsverein für Geisteskranke».

Dieser Verein stellte, nach dem überwältigenden

Abstimmungsergebnis der Bündner Bevölkerung

vom 9. April 1889, das gesamte Vereinskapital für

einen Klinikbau zur Verfügung.

Diese Tafel steht an der Loëstrasse, Abzweigung Waldhaus, zu Ehren von Baron Clément de Loë.

Zudem ist eine Steintafel beim Eingang des Klinikareals zu finden, auf der den Gönnern des Waldhauses gedacht

wird (siehe Kasten).

Dank des beherzten Engagements dieser Männer

konnte am 29. Mai 1892 die Klinik Waldhaus

eröffnet und ihrer Bestimmung übergeben werden.

Ala Memoire du Baron Clément

de Loë. Bienfaiteur

de la Ville d’Annemasse du

Canton des Grisons. Die Inschrift

auf dem schlichten

Grabstein auf dem Friedhof des ostfranzösischen

Städtchens Annemasse, ist

nur noch schlecht zu lesen. Witterung

und der Zahn der Zeit haben daran genagt

und lassen die Grabstätte zurückhaltend,

ja fast schon etwas vergessen

erscheinen. Ein Bild, das irgendwie nur

allzugut zu der Lebens- und Leidensgeschichte

dieses Baron Clément de

Loë passt, der hier seine letzte Ruhestätte

gefunden hat. Die Geschichte

eines Mannes, der Gutes tat und damit

nicht überall auf Wohlwollen, geschweige

denn Dankbarkeit gestossen ist.

Kompromiss zu Beginn

Baron Clément de Loë kam 1836 als

Sohn einer reichen preussischen Adelsfamilie

aus Savoyen auf die Welt. Sein

Vermögen erstritt er sich in zahlreichen

Prozessen, nachdem ihn gesundheitliche

Probleme zwangen, den Militärdienst

schon früh zu quittieren. Wie

Jean-Claude A. Cantieni in seiner Broschüre

«Baron Clément de Loë Von

und zur Churer ‚Schönhöhe‘, dem ‘Waldhaus’,

wo auch die liebe Natur zur Vernunft

komme‘» schreibt, machte sich

der Baron alsbald auf Reisen durch die

Welt und kam so hauptsächlich in Indien

und Madagaskar erstmals mit

grosser, sozialer Not in Berührung. Eine

Erfahrung, die den Humanisten zutiefst

traf und fortan beschäftigte. Er, der Zeit

seines Lebens nie etwas entbehren

musste, entschloss sich, sein Vermögen

zukünftig für etwas Gutes einzusetzen.

Und da er nach seinen Reisen unter anderem

in Graubünden zu Kuraufenthalten

weilte, fiel seine Wahl dahingehend,

sich für die Armen und Kranken in

Graubünden einzusetzen. Demnach

sollte sein Geld für den Bau eines Spi-

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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

tals eingesetzt werden. Sollte. Die Bündner Regierung

favorisierte damals aber den Bau einer

psychiatrischen Klinik der Waldhaus Klinik. Ein

Kompromiss führte schliesslich dazu, dass in der

Waldhaus Klinik ein Freibettenfond für «konventionell

Kranke» geschaffen wurde. Der Rest des

Geldes wurde dann 50 Jahre später in den Bau

des Kantonsspitals Graubünden investiert.

Der Baron im Gegenwind

Wäre die Geschichte von Baron Clément de Loë

an dieser Stelle zu Ende, wäre sie mehr oder

weniger versöhnlich. Doch in den kommenden

Jahren sah sich der Baron anstatt mit Wohlwollen

und Dankbarkeit vielmehr mit Gier, Neid,

fehlender Wertschätzung und einem äusserst

unschönen Familien-Erbstreit konfrontiert. Dass

ihm von offizieller Seite vielleicht etwas wenig

Wertschätzung und Dankbarkeit für seine finanzielle

Unterstützung entgegen gebracht wurde,

war dabei noch vergleichsweise harmlos und

wurde vom Baron auch dementsprechend gut

weggesteckt.

Einen richtig schweren Stand hatte der

Wohltäter derweil innerhalb seiner eigenen Familie,

in der er ohnehin schon seit jeher als «abtrünniges

schwarzes Schaf» galt. Der familiäre

Zwist gipfelte in einer eigentlichen Verschwörung

gegen ihn. Aufgegleist von einer seiner

Schwägerinnen aus Frankreich, gemeinsam mit

einem Arzt und der Sanitätsbehörde aus Genf,

wo sich Clément de Loë nach der Eröffnung des

Waldhauses nahe seiner alten Heimat Savoyen

niedergelassen hatte. Es hiess, der Baron müsse

wegen der Spitalgründung für verrückt erklärt

und zu seinem eigenen Schutz hospitalisiert und

sein Vermögen eingezogen werden. So wurde de

Loë in Genf auf offener Strasse durch Beamte

aufgegriffen und gegen seinen Willen in die psychiatrische

Klinik Belair in St. Julien eingeliefert.

Dass der Baron schlussendlich «nur» ein paar

Tage in der Klinik verbringen musste, hatte er

seinem guten Bekannten, dem französischen

Konsul, zu verdanken. Dieser holte de Loë aus

der Klinik und ermöglichte ihm so die Rückkehr

nach Annemasse, wo der Baron seinen Lebensabend

verbrachte.

Stille Wertschätzung

Da wären wir also wieder bei diesem kleinen, etwas

in die Jahre gekommenen Denkmal auf dem

Friedhof in diesem ostfranzösischen Örtchen

Namens Annemasse. An dieser so unscheinbaren

Stelle, die an den Menschenfreund Clément

de Loë erinnert. An den Wohltäter der Stadt

Annemasse und des Kantons Graubünden. Am

eigentlichen Ort seiner Wohltat, in der Umgebung

der Klinik Waldhaus in Chur, wird ihm seit

der Klinikeröffnung im Jahr 1892 just im Jahre

seines Todes mit einer Namensgebung gedacht:

der Loëstrasse im Loëquartier.

Quellen:

Broschüre: Baron Clément de Loë, 18361892

Von und zur Churer «Schönhöhe», dem Waldhaus,

«wo auch die liebe Natur zur Vernunft

komme» von Jean-Claude A. Cantieni.

Jubiläumspublikation der PDGR 2017:

«125 Jahre Klinik Waldhaus»

www.quartierverein-loe.ch

Woher stammt der

Name Loë?

Das Loëquartier und die Loëstrasse haben

ihren Namen dem Baron Clément de Loë

(18361892) zu verdanken.

Clément de Loë stammte aus einer reichen

Familie aus Savoyen. Er selbst kam in Preussen

zur Welt. Nach mehreren Reisen und

Kuraufenthalten in Graubünden, während

welchen er viel soziale Not sah, entschied er

sich, sein Vermögen für die Armen und Kranken

in Graubünden einzusetzen. Das Geld sollte für

den Bau eines Spitals verwendet werden, die

Bündner Regierung favorisierte aber den Bau

der psychiatrischen Klinik Waldhaus.

Um die Klinik zu erschliessen, musste eine

neue Strasse gebaut werden. Diese sollte

zuerst neue Lürlibadstrasse heissen, wurde

dann aber zu Ehren des Barons nach seinem

Namen benannt.

In Annemasse, Frankreich, erinnert der Name einer

Busstation an den grosszügigen Spender.

8 Südostschweiz | Dienstag, 10. Oktober 2017


125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Die Chefärzte der Klinik

Waldhaus im Wandel der Zeit

Als Direktoren und Chefärzte haben die nachfolgend genannten Persönlichkeiten die Geschichte und die

Entwicklung der Klinik Waldhaus massgebend geprägt und tun es immer noch. Wie die ganze Medizin

haben sich auch in der Psychiatrie Bedürfnisse und Therapieformen enorm gewandelt. von Cornelius Raeber

Johann Josef Jörger

Dr. Johann Josef Jörger

18901930

Der Valser Johann Josef Jörger wird am 21. Oktober 1860 geboren, er

stirbt am 31. August 1933 in Chur. 1884 macht er das Staatsexamen

am Basler Universitätsspital. Als Assistenzarzt in der Klinik St. Pirminsberg

wird Jörger 1890 erster Chefarzt und Direktor der Anstalt Waldhaus

und leitet diese während 40 Jahren. Der originelle Valser gilt als der

erste Bündner Psychiater.

1905 publiziert er erstmals seine Stammbaumforschungen an jenischen

Familien in Graubünden, die Grundlage für das fragwürdige Verhalten

gegenüber den Jenischen sind. 1919 veröffentlicht er sein Hauptwerk

«Psychiatrische Familiengeschichten», das in Fachkreisen grosse Beachtung

findet.

Neben den damals gebräuchlichen Anwendungen von Deckelbad und

Zwangsjacken legt Jörger Wert darauf, die Patienten mit verschiedenen

Arbeiten im Haushalt und im Garten zu beschäftigen.

Als Schriftsteller verfasst er verschiedene Arbeiten über Sagen und

Volkskunde und schreibt vielen Erzählungen im Valser Dialekt.

Dr. Johann Benedikt Jörger

19301946

Johann Benedikt Jörger wird am 16. August 1886 geboren. Er ist der

Sohn von Johann Josef Jörger, dem ersten Direktor der Anstalt. Sohn

Jörger studiert Medizin in Basel, Florenz und Zürich und spezialisiert

sich in der Folge in der Psychiatrie. Ab 1918 arbeitet er in der Klinik Waldhaus

und wird 1930 Nachfolger seines Vaters. Später ist er Interimsleiter

der Anstalt St. Pirminsberg in Pfäfers und publiziert zahlreiche Schriften

über die Psychiatrie. Wie sein Vater veröffentlicht der Kunstkritiker und

Naturfreund diverse Schriften wie Komödien, Märchen- oder Weihnachtsspiele.

Unter seiner Ägide finden vor allem therapeutische Veränderungen

statt, ebenso wird die Arbeitstherapie ausgebaut. Weiter werden während

seiner Zeit als Chefarzt Stationen umgebaut und renoviert sowie eine

dritte Assistenzarztstelle geschaffen. Johann Benedikt Jörger stirbt am

2. März 1957 in Chur. Johann Benedikt Jörger

Fortsetzung auf Seite 10

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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Dr. Fred Singeisen

19461952

Fred Singeisen wird am 9. Januar 1909 geboren. Er ist der Sohn der verwitweten

Lenko Albert, die später den Psychiater Walter Morgenthaler

heiratet. Singeisen studiert Medizin und promoviert 1935 an der

Universität Bern. Nach einem Auslandaufenthalt an der Psychiatrischen

und Nervenklinik in München leitet er von 1942 bis 1945 die Psychiatrische

Universitätsklinik in Basel. Von 1946 bis 1952 ist er Direktor der Klinik Waldhaus,

später amtet er in gleicher Funktion an der Psychiatrischen Klinik in

Wil.

Während seiner Amtszeit werden die verschiedenen Beschäftigungstherapien

modernisiert, zudem nimmt er tiefenpsychologische Ansätze in

die klinische Arbeit auf. Unter seiner Ägide werden auch medikamentöse

Entwöhnungskuren für Alkoholkranke durchgeführt.

Weiter kümmert er sich intensiv um die Ausbildung des Pflegepersonals

und verbessert die Zusammenarbeit mit Behörden und legt vermehrt

Gewicht auf die Öffentlichkeitsarbeit. Singeisen stirbt am 11. November

1982.

Fred Singeisen

Dr. Gottlob Pflugfelder

19521977

Gottlob Pflugfelder

Gottlob Pflugfelder, geboren 1915, promoviert 1942 an der Universität

Basel und wirkt bereits vorher als Arzt in Chur. 1952 wird er Direktor

der Klinik Waldhaus und befasst sich ebenfalls intensiv mit den

Familiengeschichten der Jenischen. In der Folge der 1968er-Revolution

werden den Methoden der medizinischen Psychiatrie gegenüber grosse

Vorbehalte angemeldet und Kritik geäussert.

Die Umbennenung des Namens von der Heil- und Pflegeanstalt zur Psychiatrischen

Klinik sowie die Behandlung der Patienten mit Neuroleptika

bringen diverse Veränderungen mit sich. Viele chronisch Kranke können

entlassen werden und Insulinkuren und Elektrobehandlungen werden

seltener durchgeführt.

Bauliche Veränderungen bestehen darin, Schlafsäle in Drei- und Vier-

Betten-Zimmer umzuwandeln. Der Estrich wird für die Ergotherapie ausund

das Schwesternhaus neu gebaut. Gottlob Pflugfelder verstirbt 2003.

Wir gratulieren der Klinik Waldhaus zum 125-Jahr-Jubiläum









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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Benedikt Fontana

Dr. Benedikt Fontana

19771991

Der Bündner Benedikt Fontana wird am 7. Februar 1926 in Cazis geboren.

Er besucht die Bündner Kantonsschule und schliesst diese

1948 mit der Matura ab. Nach dem Medizinstudium in Freiburg, Bern

und Zürich erlangt er 1954 das Staatsexamen. Die weiteren Stationen seiner

berufliche Laufbahn sind die Klinik Beverin in Cazis, das Kantonsspital

Glarus, die Heil- und Pflegeanstalt Münsingen, die Psychiatrische Polyklinik

in Bern sowie die Klinik Waldhaus in Chur. Im April 1977 wird er zu

deren Direktor gewählt. Wie seine Vorgänger Josef Jörger, Johann Benedikt

Jörger und Gottlob Pflugfelder beschäftigt er sich ebenfalls mit den

Jenischen.

Therapeutische Veränderungen während seiner Direktorenzeit ist die

Aufhebung der Geschlechtertrennung in den Krankenstationen. Es werden

auch neue Wohn- und Aufenthaltsräume geschaffen sowie die kreativenund

künstlerischen Therapieformen wie Kunst-, Ergo und Bewegungstherapien

weiterentwickelt. Unter seine Amstzeit fällt ebenfalls die Eröffnung

des Ambulanten Dienstes 1979. In den Regionalspitälern Davos, Samedan

und Ilanz werden weitere psychiatrische Angebote geschaffen. Seine Chefarzttätigkeit

ist von aufwendigen Sanierungs- und Neubauplänen geprägt.

Dr. Markus Bünter

19912002

Als Oberarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel wird Markus

Bünter 1991 zum Chefarzt der Kantonalen Psychiatrischen Klinik

Waldhaus in Chur gewählt, 2012 übernimmt er die Leitung der

Forensik. Während seiner Zeit als Chefarzt prägt er die psychiatrische Versorgung

in Graubünden massgeblich und führt viele therapeutische Veränderungen

ein. So z. B. die erste unabhängige Beratungsstelle der «Vereinigung

der Angehörigen von Schizophrenie und Psychisch Kranken» (VASK).

Ebenso wird eine Tagesklinik und die erste Gerontopsychiatrische Tagesklinik

(Memory-Klinik) eröffnet sowie die elektronischen Krankengeschichten

eingeführt als erste psychiatrische Klinik in der Schweiz.

Im Februar 1992 können die neuen Patientenhäuser bezogen werden,

im Herbst 1993 folgt der Abschluss der Gesamtsanierung der Klinik.

Als die Klinik Waldhaus 2002 in die Psychiatrischen Dienste (PDGR) integriert

wird, beendet Markus Bünter seine 11-jährige Karriere als Chefarzt.

Markus Bünter

Fortsetzung auf Seite 14

Wir gratulieren der Klinik Waldhaus zum 125-Jahr-Jubiläum




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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS 125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Der lange Weg zu einer modernen Klinik

Die Not und das Elend war Mitte des 19. Jahrhunderts allgegenwärtig und unübersehbar aus Sicht einer verwöhnten Wohlstandsgesellschaft kaum mehr vorstellbar. Vor diesem Hintergrund waren psychisch kranke Menschen in einer

bemitleidenswerten Situation, ihre Versorgung war kaum gewährleistet und wirklich hilfreiche Behandlungsmethoden steckten noch in den Kinderschuhen. Der 29. Mai 1892, als die Klinik Waldhaus in Chur eröffnet wurde, darf darum als

Meilenstein bezeichnet werden. Menschen mit psychischen Leiden erhielten erstmals, wenn auch sehr rudimentär, Hilfe und Unterstützung. Nach bestem Wissen und Können haben sich die damaligen Verantwortlichen für die Pflege der

bedauernswerten «Irren» eingesetzt. Dabei ist es auch zu fragwürdigen Fehlentwicklungen gekommen, die zu den dunklen Kapiteln der Psychiatrie gehören. Mit neu entwickelten Behandlungsmethoden, besseren Infrastrukturen und vor allem

mit neuen Medikamenten hat sich die Situation für die betroffenen Menschen stetig verbessert. Heute nun kann die Psychiatrie auf ein umfangreiches Angebot zählen, das Erkrankungen früh erkennt, Patienten heilen kann und ihnen damit ein

positives und «normales» Leben in ihrem vertrauten Umfeld ermöglicht.

1992: 100 Jahre

Klinik Waldhaus

1889: Nach einer positiven

Volksabstimmung Baubeginn

der Klinik Waldhaus

1915: Die Klinik ist permanent

überbelegt. Es bestehen Pläne

für Erweiterungsbauten

1937: Einführung Elektrokrampftherapie

(EKT)

1950: Klinik wird

Selbstversorger

1958: Einführung Behandlung

mit Antidepressiva

1953: Einführung

Neuroleptika

1959: Brand in der Klinik Waldhaus

1960: Mauern und Eisenzäune

werden abge rissen, Gitter

entfernt. Fassaden und

sanitäre Einrichtungen

werden erneuert. Grosse

Schlafsäle werden in Zweierund

Dreierzimmer

umgestaltet

1975: Beginn mit Milieugestaltung

1977: Eine Studienkommission

plant die umfassende

Sanierung der Klinik mit

ergänzenden Neubauten

1990: Die neu erstellten

Treibhäuser werden in

Betrieb genommen.

1993: Einweihung Neu- und

Umbau Klinik Waldhaus

1995: Eröffnung Tagesklinik

1998: Eröffnung

Psychotherapiestation

2000: Eröffnung

Gerontopsychiatrische

Tagesklinik

1885 1900 1950 1975 2000 2010

1892: Am 29. Mai wird die neue

Klink eröffnet

1925: Einführung

Schlaftherapie

1954: Einführung Serpasilkuren,

Schwesternhaus wird fertig

gestellt und bezogen

1957: Einführung Sozialdienst

1986: Das Bündner Stimmvolk

genehmigt einen Kredit von

35 Mio. Franken zur baulichen

Sanierung der Klinik

1920: Einführung

Gruppentherapie

1979: Start

Ambulanter Dienst

2002: Überführung in PDGR

2005: Eröffnung Psychotherapeutische

Tagesklinik (PT-TK)

2006: Eröffnung 1. Tinnitusklinik

in der Schweiz

12 Südostschweiz | Dienstag, 10. Oktober 2017

Dienstag, 10. Oktober 2017 | Südostschweiz

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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Suzanne von Blumenthal

Dr. Suzanne von Blumenthal

20022017

Nach dem Medizinstudium, das sie 1987 abschliesst, tritt sie ihre

erste Stelle als Assistenzärztin in der Klinik Beverin in Cazis an.

Weiteren Stationen ihrer beruflichen Tätigkeit sind die Neurochirurgische

Klinik am Universitätsspital Zürich und die Psychiatrische Klinik

St. Pirminsberg in Pfäfers.

1994 wird sie als erste Frau im Kanton Chefärztin in der Klinik Beverin.

Mit der Gründung der PDGR 2002 übernimmt sie die psychiatrische Gesamtleitung.

Während ihrer Amtszeit werden diverse bauliche Änderungen

eingeleitet sowie die Privatklinik Mentalva aufgebaut, deren Führung

sie 2011 übernimmt. Ebenso werden andere Angebote wie beispielsweise

eine Drogen- und Alkoholentzugsbehandlung auf der gleichen Station und

die Behandlung von Drogenabhängigen im Strafvollzug eingeführt oder die

Psychosomatische Energetik als homöopathische Behandlung entwickelt.

Auch werden die elektronischen Krankengeschichten eingeführt und die

Ausbildung der Assistenzärzte intensiviert.

Dr. Andres Ricardo Schneeberger

2017

Schneeberger studiert Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät

der Universität Basel und absolviert anschliessend seine schweizerische

Facharztausbildung für Psychiatrie und Psychotherapie in Liestal

und Bruderholz. Nach weiteren Studien und der US-amerikanischen

Facharztausbildung in New York übernimmt er 2011 die Leitung der Ambulanten

Psychiatrischen Dienste und Allgemeinpsychiatrischen Tageskliniken

Südbünden.

2013 wird Schneeberger Co-Chefarzt der Region Südbünden, Anfang

2017 wird er Nachfolger von Chefärztin Suzanne von Blumenthal und Mitglied

der Geschäftsleitung der Psychiatrischen Dienste Graubünden. Die

von Schneeberger gesetzten Schwerpunkte liegen im Bereich der Sozialpsychiatrie,

der offenen Psychiatrie sowie des Recovery-Ansatzes. Zudem ist

er wissenschaftlich tätig und baut die psychiatrische Behandlungs- und

Versorgungsforschung im Kanton Graubünden auf.

Andres Ricardo Schneeberger

Wir gratulieren der Klinik Waldhaus zum 125-Jahr-Jubiläum


14 Südostschweiz | Dienstag, 10. Oktober 2017


125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Ein Archiv bringt die

Klinik Waldhaus in Verruf

Das Mitte des letzten Jahrhunderts angelegte Sippenarchiv gehört in die dunklen Zeiten der Klinik Waldhaus.

In ihrer Bachelorarbeit hat die Historikerin Carmen Aliesch die damaligen Verhältnisse näher beleuchtet und

das Schicksal von Fahrenden in der Psychiatrie aufgearbeitet. von Cornelius Raeber

Titelblatt eines Familiendossiers. Die Namen müssen aus Gründen des

Datenschutzes unkenntlich sein.

Als der Journalist Hans Caprez

1988 in einem Artikel

im «Beobachter» davon berichtete,

dass die Psychiatrische

Klinik Waldhaus in

Chur ein Sippenarchiv führe, geriet diese

in Verdacht, systematisch Informationen

und Dokumente zu jenischen Familien

in Graubünden zu sammeln und

zu archivieren. Der gleiche Journalist

hat bereits in den frühen 70er-Jahren

für Aufsehen gesorgt, als er die Arbeit

des «Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse»

der Pro Juventute kritisch beleuchtete

und damit die angewandten

Praktiken in der damaligen Psychiatrie

einmal mehr in Verruf brachte. Illegale

Wegschliessungen, skandalöse Versorgungsverhältnisse,

andere Zwangsmassnahmen

und sogar ausserordentliche

Todesfälle machten damals in den

Medien die Runde.

Das Prinzip der natürlichen Auslese

Das Sippenarchiv des Waldhauses wurde

während der Amtszeit von Klinikdirektor

Gottlob Pflugfelder (1952 bis

1977) angelegt und diente den Verantwortlichen

in erster Linie zur Erstellung

von Patientengutachten. Pflugfelder sah

es als seine Pflicht, den «gesunden

Volkskörper» zu erhalten und im Interesse

der Gesellschaft zu verhindern,

dass sich allgemein «erbkranke» Menschen

fortpflanzen würden. Eugenik war

das Stichwort und eugenische Massnahmen

wurden in Fachkreisen diskutiert

und Mitte des 20. Jahrhunderts in verschiedenen

Ländern angewandt. Eugenische

Massnahmen waren damals Eheverbote,

Sterilisationen oder Anstaltseinweisungen.

Wie Carmen Aliesch in

ihrer Bachelorarbeit schreibt, hat die

Historikerin Marietta Meier aufgrund

ihrer Recherchen über Zwangssterilisationen

in der Schweiz ein Risikoprofil

definiert, welches Sterilisationen begünstigt

hat. Von Zwangssterilisation

betroffene Personen waren meistens

weiblich, ledig, «haltlos» und gehörten

der Unterschicht an. Rechtliche Grundlagen

für Sterilisationen gab es zu dieser

Zeit einzig im Kanton Waadt.

Die Jenischen in Graubünden

Vor diesem Hintergrund waren die Jenischen

in Graubünden unter besonderer

Beobachtung der Behörden und der

Psychiatrie. Mehrere Direktoren der

Klinik Waldhaus hatten ein grosses Interesse

an jenischen Familien und verfassten

auch wissenschaftliche Arbeiten

zu dieser Minderheit.

Ihre nie ganz geklärte Herkunft sowie

ihre besonderen Lebensumstände

als sogenannte «Vaganten» oder «Fahrende»

waren sowohl in der Politik als

auch in den Amtsstuben ein ständiges

Thema. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts

wurden ihre Tätigkeiten als Kesselflicker

und Scherenschleifer eingeschränkt.

Das 1920 eingeführte Fürsorgegesetz

überforderte zunehmend die Fürsorgeämter

und brachte diese an den

Rand ihrer Möglichkeiten. Viele junge

«Vaganten» wurden darum in Zusammenarbeit

mit dem «Hilfswerk für die

Kinder der Landstrasse» der elterlichen

Gewalt entzogen und in Pflegefamilien

versetzt.

In den Folgejahren begegneten die

Klinikdirektoren des Waldhauses vielen

ehemaligen «Kindern der Landstrasse»,

da sie als Ärzte oft die Weiterführung

der Bevormundung im Erwachsenenalter

zu beurteilen hatten. Die Bevormundung

der «Kinder der Landstrasse»

ermöglichte es den Fürsorgeämtern und

der Psychiatrie, eine mögliche Heirat zu

verhindern oder gar eine Sterilisation zu

erwirken.

Was stand im Sippenarchiv?

Als Basis des Sippenarchivs im Waldhaus

dienten neben den «Psychiatrischen

Familiengeschichten» des ersten

Klinikdirektors Johann Joseph Jörger

(1892 bis 1930) auch Unterlagen des Initiators

und langjährigen Leiters des

«Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse»,

Alfred Siegfried.

Klinikdirektor Gottlob Pflugfelder

erweiterte dann das Sippenarchiv mit

weiteren Krankenakten und Stammbäumen

von Patienten nicht nur von jenischen.

Gesamthaft waren 502 Familienmappen

alphabetisch im Sippenarchiv

registriert.

Unter den 502 Familienmappen gibt

es 8, die ausschliesslich Gutachten enthalten,

welche der jenischen Bevölkerung

zugeordnet werden können. In 34

weiteren Familiendossiers befanden

sich Gutachten mit Hinweisen zur jeni-

Dienstag, 10. Oktober 2017 | Südostschweiz

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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

schen Herkunft der Patienten. Somit kann bilanziert werden, dass 42 der

502 Familienmappen ganz oder teilweise als «Jenischakten» gedeutet werden

können. Vor diesem Hintergrund von einem Jenischenarchiv zu sprechen,

wie Hans Caprez es tat, wäre also falsch. Allerdings wiesen der Umfang

und die Beschriftung der Mappen darauf hin, dass den jenischen Patientenakten

grössere Beachtung respektive Bedeutung zugekommen ist.

Ausserdem taucht der Begriff «Vagant» bei Jenischen systematisch in den

Diagnosen der Krankengeschichten auf und wurde demnach als Krankheitsbegriff

verwendet.

In den vorgängig erwähnten 42 Familienmappen liessen sich 177 Personen

finden, die nach der Definition von Pflugfelder «Vaganten» waren.

Ebenso waren Personen aufgeführt, die nicht jenischer Herkunft waren,

jedoch mit Jenischen liiert waren. Gemäss diesen Unterlagen waren gelegentlich

auch eugenische Massnahmen ein Thema. Konkret ergab die Auswertung

von Carmen Aliesch, dass in 16 dieser 177 Patientenakten Massnahmen

wie Heiratsverbot, Sterilisation oder Zwangseinweisungen in

Kliniken empfohlen wurden. Diese Zahlen entsprechen den Untersuchungen

in anderen Kantonen. Es wäre jedoch falsch, von systematischen eugenischen

Massnahmen zu sprechen.

Das Interesse am Thema bleibt bestehen

Was aus heutiger Sicht bei der Behandlung von Patienten in einer psychiatrischen

Klinik kaum mehr denkbar ist, war noch vor wenigen Jahrzehnten

Wirklichkeit und Normalität. Die Wünsche und Bedürfnisse von Kranken,

Bedürftigen und Randständigen wurden übergangen und anstatt

durch «höhere» Interessen von Vormunden und Psychiatern mit ihrem patriarchalischen

und autoritären Verständnis bestimmt.

Und das Thema bleibt weiterhin hochaktuell. Die überarbeitete Bachelorarbeit

von Carmen Aliesch wird im diesjährigen «Jahrbuch der Historischen

Gesellschaft Graubündens» veröffentlicht und noch diesen Herbst

vorgestellt. Bereits Anfang 2017 erschien die Publikation «Fürsorgerische

Zwangsmassnahmen in Graubünden» der Forschungsgruppe um die Historikerin

Tanja Rietmann. Diese Arbeit wurde 2014 durch die Bündner

Regierung veranlasst und nimmt unter vielen anderen Aspekten auch Fragestellungen

der Bachelorarbeit von Aliesch wieder auf.

Quellen:

Carmen Aliesch, «Das Sippenarchiv der Psychiatrischen Klinik Waldhaus

in Chur». Risikofaktoren, welche bei Bündner Jenischen zwischen

1951 und 1977 zu eugenisch motivierten Massnahmen führten.

Marietta Meier: Zwangsmassnahmen in der Zürcher Psychiatrie 1870

1970, Zürich 2002.

Eugenik das Prinzip der natürlichen Auslese

> Eugenik (von griechisch eu «gut» und génos «Geschlecht») bezeichnet die Anwendung

theoretischer Konzepte bzw. der Erkenntnisse der Humangenetik auf die Bevölkerungs-

und Gesundheitspolitik bzw. den Gen-Pool einer Population mit dem Ziel,

den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrössern und den negativ bewerteter

Erbanlagen zu verringern. Der britische Anthropologe Francis Galton (18221911)

prägte den Begriff bereits 1869 und 1883 für die Verbesserung der menschlichen

Rasse bzw. «die Wissenschaft, die sich mit allen Einflüssen befasst, welche die angeborenen

Eigenschaften einer Rasse verbessern». Um 1900 entstand auch der Gegenbegriff

Dysgenik, der «Lehre von der Akkumulierung und Verbreitung von mangelhaften

Genen und Eigenschaften in einer Population, Rasse oder Art» bedeutet.

> Eugenische Betrachtungen waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet

und wurden breit diskutiert. Dabei wurde in eine aktive und passive Eugenik

unterschieden. Etliche der damals durchaus als fortschrittlich geltenden Massnahmen

werden heute als rassistisch motiviert empfunden und bedauert. In Japan und

Deutschland, beides ehemalige Agrarstaaten mit dazumal wenigen Einwanderern, die

eine rasante Wachstums-phase durchlebten, wurde der Begriff unter dem Schlagwort

Rassenhygiene und Blutreinheit subsumiert und breit aufgenommen. Ende des 20.

Jahrhunderts wurde aufgrund der Fortschritte sowohl in der Genetik als auch der Reproduktionsmedizin

die ethische und moralische Bedeutung eugenischer Fragestellungen

auch im deutschen Sprachraum erneut breiter diskutiert. Quelle: Wikipedia

Bei der Historikerin

Carmen Aliesch nachgefragt

Carmen Aliesch

Wie ist es zu Ihrer Arbeit gekommen, was hat

Sie dazu motiviert?

Mein Interesse wurde durch die mediale Diskussion

über administrativ Versorgte und Verdingkinder

geweckt. Diese Debatte entstand durch

die historische Aufarbeitung seit den 1990er-

Jahren. Als junge Historikerin wollte ich ein Thema

aufgreifen, das nicht nur für die Universität,

sondern auch für die Gesellschaft relevant ist.

Auf das Sippenarchiv bin ich dank des Buches

«Puur und Kessler» aus dem Jahr 2008 gestossen.

(Quelle: Dazzi/Galle/Kaufmann/Meier: Puur

und Kessler. Sesshafte und Fahrende in Graubünden,

Baden 2008).

Wie und in welchem Zeitraum verlief die Arbeit?

Die Arbeit entstand im Zeitraum 2010/2011. Da es sich bei den Patientenakten

im Sippenarchiv um besonders schützenswerte Daten handelt, die

dem medizinischen Berufsgeheimnis unterstehen, musste ich zunächst ein

Gesuch um Einsicht beim Gesundheitsamt des Kantons Graubünden und

bei den Psychiatrischen Diensten Graubündens einholen. Die Zusammenarbeit

mit diesen Behörden und dem Staatsarchiv Graubünden habe ich als

sehr positiv erlebt. Die Psychiatrischen Kliniken haben sich offen für eine

seriöse historische Aufarbeitung ihrer Geschichte gezeigt.

Gab es besondere Probleme beim Verfassen Ihrer Bachelorarbeit?

Die grösste Problematik bestand vor allem im Umfang des Archivs. Im Rahmen

einer Bachelorarbeit muss man seine Fragestellung stark einschränken.

Es wäre beispielsweise sehr interessant gewesen, die sogenannt jenischen

Patientenakten mit den nichtjenischen zu vergleichen. Nur so könnte

aufgezeigt werden, ob Jenische häufiger von eugenischen Massnahmen

betroffen waren als Nicht-Jenische. Ganz persönlich war für mich das

Lesen dieser persönlichen Schicksale natürlich sehr bewegend. Mich erschreckte,

welche Macht die Behörden Mitte des 20. Jahrhunderts über

ledige Frauen, Jenische und Andersdenkende ausübten.

Wie ist es mit dem Archiv weitergegangen, wie ist der Stand heute

und gibt es das Archiv überhaupt noch?

Das Archiv befindet sich immer noch im Staatsarchiv Graubünden. Zur Zeit

meiner Bachelorarbeit befand sich der Schlüssel für das Archiv noch beim

Kantonsarzt und musste dort ausgeliehen werden. 2014 übergab Kantonsarzt

Martin Mani dem Staatsarchiv die Schlüssel, sodass das Archiv seither

regulärer Bestand des Staatsarchivs ist. Allerdings muss für alle Forschungen

weiterhin ein Gesuch um Einsichtsnahme bei den Psychiatrischen

Diensten Graubündens gestellt werden, da es sich wie schon erwähnt um

sensible, sehr persönliche medizinische Daten handelt.

Ein Stammbaum, wie sie von Jörger und Pflugfelder für ihre erbbiologischen

Forschungen angelegt wurden.

16 Südostschweiz | Dienstag, 10. Oktober 2017


Ein altes Deckelbad,

um Getriebene zu beruhigen,

wie es jahrzehntelang

eingesetzt wurde.

Von der Ausgrenzung

zur Integration

Die Geschichte der Psychiatrie ist mitunter eine schreckliche. Unmenschliche Zwangsmassnahmen waren

früher die Regel. In den vergangenen drei bis vier Jahrzehnten hat die psychiatrische Krankenversorgung

jedoch einen grossen und vor allem menschlichen Wandel erlebt von Franco Brunner

Es ist eine gleichsam starke

wie verstörende Szene. Jener

Augenblick, in dem Randle

Patrick McMurphy alias Jack

Nicholson auf einer Liegebahre

festgeschnallt, an den Schläfen mit

Strompolen verbunden und mit einem

Biss-Schutz ausgestattet wird. Eine Szene

aus dem Siebzigerjahre-Filmklassiker

«One Flew Over The Cuckoo’s Nest» des

Kultregisseurs Miloš Forman, die zum

einen Nicholsons brillante Schauspielfähigkeiten

eindrücklich unter Beweis

stellte, zum anderen aber auch ein unrühmliches

Kapitel der Psychiatriebehandlung

thematisierte. Denn was hier

zwar überaus real, im Endeffekt aber

eben doch bloss filmisch festgehalten

wurde, gehörte bis weit in die Siebzigerjahre

hinein zur grausamen Realität in

psychiatrischen Kliniken. Dabei waren

die sogenannten Elektrokrampftherapien

(EKT) bloss eine von einer ganzen

Reihe an unmenschlichen und unvorstellbaren

Massnahmen, mit denen

geistig erkrankte Menschen in der gar

nicht einmal so weit zurückliegenden

Vergangenheit «behandelt» wurden.

Heute, respektive im Laufe der vergangenen

drei bis vier Jahrzehnte, haben

sich das Erscheinungsbild und die

Behandlungsmethoden der Psychiatrie

glücklicherweise ge- und verändert. Somit

auch die öffentliche Wahrnehmung

der Psychiatrie in der Gesellschaft und

dadurch schlussendlich ebenso die öffentliche

Wahrnehmung der Betroffenen,

die mittlerweile eben als gleichwertige

Patienten behandelt und mit

Wir gratulieren der Klinik Waldhaus zum 125-Jahr-Jubiläum

Dienstag, 10. Oktober 2017 | Südostschweiz

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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Gesprächstherapie: eine

Möglichkeit, psychische

Probleme zu behandeln.

Zwangsjacken wurden eingesetzt,

um Menschen ruhigzustellen.

einbezogen und nicht mehr als «Irre» und «Geisteskranke»

ausgegrenzt werden.

Psychische Erkrankungen als Teufelswerk

Die vermutlich weltweit erste psychiatrische Klinik befindet

sich laut Experten in Pergamon, dem heutigen Bergama in der

Türkei. Damals, im 2. Jahrhundert vor Christus, näherte sich

der Patient dem heilenden Ort durch einen Tunnel, an dessen

Wänden zahlreiche Zellen waren, in denen er die Nacht verbrachte.

Am nächsten Morgen musste der Patient dann seine

Träume dem Priester respektive dem Arzt erzählen, der so

seine Diagnose erstellen konnte. Von irgendwelchen Diagnosen

oder gar Behandlungen konnte dann im Mittelalter überhaupt

keine Rede mehr sein. Der Umgang und das Verhalten

gegenüber psychisch erkrankten Menschen verschärfte sich

dramatisch. Psychische Krankheitssymptome wurden kurzerhand

als Teufelswerk interpretiert und die Betroffenen deswegen

als Hexen und Zauberer von der Inquisition verfolgt. Dies

ist unter anderem der aktuellen Jubiläumspublikation der

Psychiatrischen Dienste Graubünden, «125 Jahre Klinik Waldhaus»,

zu entnehmen.

Dieser Blick in die Vergangenheit mag aus heutiger Sicht

verstören, scheint aber zeitgeschichtlich derart weit entfernt,

dass er kaum mehr nachvollziehbar ist. Doch auch im Zeitalter

der Aufklärung im 19. Jahrhundert also in weitaus

«jüngerer Vergangenheit» war der Umgang mit psychisch

erkrankten Menschen alles andere als menschlich. Zu Beginn

wurden die Betroffenen sogar mit Häftlingen zusammen eingesperrt,

später entstanden dann die sogenannten «Irrenanstalten»

und «Heime für Geisteskranke». Doch auch dort ging

es weniger um die Behandlung und allenfalls sogar Genesung

der Menschen, sondern vielmehr um deren Ruhigstellung.

Massnahmen hierfür waren beispielsweise Zwangsjacken,

Ketten, Isolierzellen, Deckelbäder oder eben die Elektroschockbehandlungen.

Erste medikamentöse Behandlungsformen

begannen laut Markus Bünter, langjähriger Co-Chefarzt

der Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR), derweil

erst nachdem französische Militärpsychiater während des

Zweiten Weltkrieges in einem Spital in Paris feststellten, dass

der Arzneistoff Chlorpromazin respektive Largactil bei Patienten

mit Manie oder kriegsbedingten Schock- und Stressreaktionen

sehr schnell eine stark beruhigende Wirkung erzielte.

«Durch diesen Meilenstein in der Geschichte der Psychiatrie

wurde ein erster menschlicher und therapeutischer Zugang

zu den Menschen gefunden», sagte Bünter diesbezüglich einmal

in einem Interview.

Helfen statt wegsperren

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild der Psychiatrie war

indes auch nach diesen ersten medikamentösen Behandlungen

noch ein weiter. Wie Doktor Bünter in der Jubiläumspublikation

der Psychiatrischen Dienste Graubünden sagt, sei

«der Wandel von der Anstaltspsychiatrie zur gemeindenahen

psychiatrischen Versorgung, von der Verwahrpsychiatrie zur

therapeutischen und rehabilitativen Orientierung seit 20 Jahren

weitgehend vollzogen».

Tatsächlich werden psychisch erkrankte Menschen heute

als Patienten und eben nicht mehr als «Irre» oder «Geisteskranke»

bezeichnet und dementsprechend behandelt. Die

Pflege und Arbeitstherapeuten haben damals unter schwierigsten

Verhältnissen psychisch erkrankte Menschen gepflegt,

begleitet und beschäftigt. Heute sind die Berufsgruppen

in der Betreuung und Begleitung, in der Gesundheitsförderung

und -prävention ein wichtiger Wegbegleiter in der stationären

und ambulanten Versorgung eines Patienten. Ein

wichtiger Grundsatz in der «modernen» Patientenbehandlung

18 Südostschweiz | Dienstag, 10. Oktober 2017


125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

ist es dabei, die Betroffenen je nach Erkrankung

möglichst in ihrem gewohnten

sozialen Umfeld zu belassen und sie

dort ambulant und nach individuellem

Bedarf zu unterstützen, zu therapieren

und wenn möglich zu heilen. Wie Markus

Pieren von den PDGR sowie Silke Zoeller

und Peter Tromm von der Hochschule

für Technik und Wirtschaft Chur

in ihrer Jubiläumspublikation der Psychiatrischen

Dienste Graubünden 2017

weiter festhalten, hat die Gesellschaft

mittlerweile erkannt, dass eine psychische

Erkrankung jeden Menschen treffen

kann und eine solche Erkrankung

längst nicht mit einem sozialen Abstieg,

dem Verlust des Arbeitsplatzes und Isolation

verbunden sein muss. «Die Psychiatrie

wird heute mehrheitlich als hilfreicher

therapeutischer Ort wahrgenommen,

und Erkrankte werden deutlich

weniger stigmatisiert als früher»,

heisst es in der Publikation weiter (siehe

Kasten).

Unterstützung von politischer Seite

An den verbesserten Versorgungs-, Behandlungs-

und Therapiemöglichkeiten

für psychisch erkrankte Menschen trägt

derweil nicht zuletzt auch die Politik

ihren Teil bei. So fördert unter anderem

der Bund Massnahmen zur «Unterstützung

der psychischen Gesundheit sowie

Prävention und Früherkennung psychischer

Krankheiten» in Zusammenarbeit

mit den Kantonen und der Stiftung Gesundheitsförderung

Schweiz.

Eine Unterstützung, die in Zukunft verstärkt

und noch weiter ausgebaut werden

soll. Denn wie der Bundesrat im

vergangenen Jahr in einem Bericht zur

Maltherapien als weitere Hilfestellung, um Menschen besser zu integrieren.

Zukunft der Psychiatrie in der Schweiz

festhielt, verfüge die Schweiz über eine

«qualitativ hochstehende psychiatrische

Versorgung». Um dieses Versorgungsniveau

auch weiterhin halten oder

eben sogar noch erhöhen zu können,

wolle der Bundesrat künftig «die Koordination

der Angebote verstärken, zur

besseren Qualifikation der Fachpersonen

beitragen und die Datenlage über

die Versorgung verbessern», wie es im

Bericht weiter heisst. Aussichten, die

hoffen lassen und belegen, wie sich die

Entwicklung in der Behandlung von psychisch

kranken Menschen und somit

auch das allgemeine Erscheinungsbild

der Psychiatrie als solche im Laufe der

Zeit gewandelt hat. Oder um es in den

Worten von Josef Müller, CEO Psychiatrische

Dienste Graubünden, zu sagen.

«Ausgrenzen gehörte zum Gestern, Integrieren

zum Heute und Inklusion oder

Unterschiede gar nicht mehr erwähnen

zu müssen zum Morgen.» Denn wie Müller

in seinem Vorwort der PDGR-Jubiläumsdokumentation

weiter sagt, sollte

es eigentlich ja heute schon selbstverständlich

sein, dass jeder Mensch, unabhängig

von Krankheit oder Behinderung,

ein Teil der Gesellschaft ist und

seinen Platz dort auch einnehmen kann.

Quelle:

Jubiläumspublikation der

Psychiatrischen Dienste Graubünden

2017: «125 Jahre Klinik Waldhaus».

Aktiv gegen Vorurteile und Diskriminierung

> Die psychiatrische Krankenversorgung hat in den vergangenen vier Jahrzehnten viel dafür getan, das öffentliche Bild der Psychiatrie

und somit auch der psychisch erkrankten Menschen nachhaltig zu verändern sprich zu verbessern. Von einer sogenannten

Entstigmatisierung war und ist dabei die Rede. Diese Entstigmatisierung beschreibt nichts anderes als das aktive Vorgehen gegen

Stigma und Diskriminierung, um die Würde der Betroffenen zu sichern und ihnen eine gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft

zu ermöglich.

> Im Rahmen dieses stetig andauernden Prozesses der Entstigmatisierung sind auch die Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR)

aktiv. Mit verschiedenen Aktivitäten, Anlässen, Projekten und Massnahmen versuchen die PDGR, diese Arbeit weiter voranzutreiben.

Die Hauptbotschaft ist dabei gemäss den PDGR, dass psychisch zu erkranken jedem Menschen widerfahren kann und dass

dies keine persönliche Schwäche ist. Ein zentraler Punkt bei allen Aktivitäten der PDGR ist deshalb, die Öffentlichkeit mit den

Betroffenen in Kontakt zu bringen, um so Unwissen und Vorurteile abbauen zu können.

> Quelle: Jubiläumspublikation der Psychiatrischen Dienste Graubünden 2017: «125 Jahre Klinik Waldhaus».

Wir gratulieren der Klinik Waldhaus zum 125-Jahr-Jubiläum

Dienstag, 10. Oktober 2017 | Südostschweiz

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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Neubau der Notfallstation

einen Schritt weiter

Die Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) haben den einstufigen Projektwettbewerb mit

Präqualifikationsverfahren abgeschlossen. Das Architekturbüro Clavuot aus Chur hat sich mit dem Projekt

«Schritt für Schritt» gegen sieben weitere Wettbewerbsteilnehmende durchgesetzt.

Die Station D11-Notfall der Klinik

Waldhaus stösst aufgrund

der räumlichen Gegebenheiten

seit einigen Jahren

an ihre Grenzen.

Im Rahmen einer Entwicklungs- und

Potenzialstudie wurde festgelegt, dass

in erster Priorität ein Neubau für den

Betrieb der Notfallstation (Akutpsychiatrie)

mit 24 Betten auf zwei Geschossen

mit offen und geschlossen geführten

Gruppen erstellt werden soll. Zusätzlich

ist im Untergeschoss ein Parkhaus mit

200 Plätzen geplant.

Subtile Integration in Klinikanlage

Im November 2016 startete der einstufige

Projektwettbewerb im selektiven

Verfahren. Für die Präqualifikation haben

sich 41 Architekten aus der Schweiz

und dem Fürstentum Liechtenstein beworben,

8 Architekten wurden zum

Wettbewerb zugelassen. Ende August

hat das Preisgericht, bestehend aus

Fach- und Sachpreisrichter sowie Berater

und Experten, das Projekt «Schritt

für Schritt» des Churer Architekturbüros

Clavuot als Sieger bestimmt.

Betriebliche Optimierungen erwartet

Das Projekt konnte insbesondere mit

seiner subtilen Integration in die denkmalpflegerisch

wertvolle Anlage der Klinik

Waldhaus überzeugen. Die Gestaltungsqualität

und die räumliche Ausgestaltung

lassen für die Patienten ein

schönes, grosszügiges Ambiente auf

zwei Stockwerken erwarten, was den

Genesungsprozess positiv unterstützen

kann. Die zur Verfügung stehenden Behandlungsräume

für Patienten und Mitarbeitende

bieten nutzbringende Möglichkeiten

im Behandlungsprozess.

Die stabile Grundkonzeption lässt

erwarten, dass eine betriebliche Optimierung

erfolgen kann, ohne die Qualität

des Projekts zu schmälern. Die

Gesamtbaukosten liegen im Kostenrahmen

der Machbarkeitsstudie von 25 bis

30 Millionen Franken.

Die weiteren Schritte

Noch in diesem Jahr sind die Auftragserteilung

und der Planungsbeginn vorgesehen.

2018 folgen das Bauprojekt

und das Bewilligungsverfahren. Die

Bauphase dauert von 2019 bis 2021.

Der Neubau der Notfallstation wird optimal in die bestehende Anlage der Klinik Waldhaus eingebettet (Gebäude oben links). Rechts eine Innenansicht des Gebäudes.

20 Südostschweiz | Dienstag, 10. Oktober 2017


Mitarbeitende der Klinik

Waldhaus über ihre Arbeit

Aktuelle, aber auch ehemalige Mitarbeitende erzählen über ihren Arbeitsalltag in der Klinik, was ihnen bei

der Arbeit mit Patienten und Kollegen gefällt oder wo ihre Lieblingsorte im Haus sind.

Natalie Gothe,

Ergotherapeutin

«Die PDGR, insbesondere die Station D11-Notfall

in der Klinik Waldhaus, ist ein ausserordentlich

spannender Arbeitsplatz und die Zusammenarbeit

im Team ist sehr harmonisch. Meine Ideen

und Vorschläge werden ernst genommen und ich

hatte mehrmals die Möglichkeit, diese umzusetzen.

Die Stationsleitung ist stets für die Mitarbeitenden

da und bringt ihnen grosse Wertschätzung

entgegen.»

«Menschen in Krisensituationen zu helfen,

ist täglich eine grosse Herausforderung.

Mir gefällt die persönliche Atmosphäre in der

Klinik sehr gut, wie auch meiner Familie,

die einmal pro Woche zum Mittagessen in

die Cafe teria kommt. Mein Lieblingsort

ist der Sportplatz beim Waldhausstall. Dort

spielen wir (leider viel zu selten) Fussball

mit Patienten.»

Dr. med. Tobias Müller,

Oberarzt Notfallstation D11

Marlene Hasler,

Sachbearbeiterin

Kundenadministration

«Das parkähnliche Areal und

die wunderbare Aussicht über

die Stadt Chur gefallen mir

sehr. Nebst der Arbeit in der

Klinik bietet uns die Umgebung

des Waldhaus viel Erholung,

spannende Begegnungen und

interessante Gespräche.»

«Seit 2014 arbeite ich in der Klinik Waldhaus und habe in dieser Zeit

einen erfreulichen Wandel in der Behandlung von psychisch kranken

Menschen erlebt. Die Begegnung mit den Patienten auf Augenhöhe

entspricht meiner Vorstellung der Arbeit als Psychiater.»

Christian Koch,

Co-Chefarzt

Gerontopsychiatrie

Silvia Caluori, ehemalige

Rezeptionistin

«Das Waldhaus war von 1983 bis

2006 mein Arbeitgeber. Für mich

als gesunder Mensch war die

Arbeit eine Lebensaufgabe, den

Kranken wieder Freude am Leben

zu schenken. Es war eine sehr

schöne Zeit.»

«Früher wurde ich schräg

angeschaut, wenn ich sagte,

ich arbeite in der Klinik

Waldhaus. Heute erhalte ich

viel Anerkennung und

Unterstützung, dass ich

mich für psychisch kranke

Menschen einsetze.»

Temel Salkim,

Stationsleiter D21/22

Dienstag, 10. Oktober 2017 | Südostschweiz

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125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Corina Kollegger,

Ergotherapeutin

«Als Ergotherapeutin biete ich

Menschen nach akuten oder

bei chronisch verlaufenden psychiatrischen

Erkrankungen

die Möglichkeit, ihre Selbstständigkeit

und Gestaltung

in den Bereichen Alltag, Beruf

und Freizeit zu erweitern.»

Raffaela Chiavaro,

Lernende Kauffrau

«Die Klink Waldhaus ist ein Ort,

an dem viele Menschen aufeinandertreffen,

welche trotz ihrer

Verschiedenheit offen, freundlich

und tolerant miteinander

umgehen.»

«Bei den PDGR schätze ich besonders das familiäre Klima, welches

untereinander gepflegt wird. Mit den anstehenden Projekten Recovery

und offene Psychiatrie geht die PDGR in die richtige Richtung.

In den letzten 125 Jahren hat sich die PDGR stets weiterentwickelt

und verschiedene Herausforderungen erfolgreich gemeistert.»

Pascal Venzin,

Stationsleiter C22

Eveline Rossi,

Ausbildungsverantwortliche

«Ich bin für die Ausbildung

unserer Lehrlinge im pflegerischen

Bereich zuständig und bestrebt,

sie zu fachkompetenten,

aufmerksamen, emphatischen

und zielorientierten Mitarbeitenden

auszubilden und so die

Lebensqualität unserer Patienten

gewährleisten und optimieren

zu können.»

Dr. med. Peggy Guler,

Co-Chefärztin

APD/ATK Region Nord

«Bei den PDGR kann ich mein

Wissen und meine Fähigkeiten

einbringen, egal in welcher

Funktion oder Position. Die

PDGR ist eine Firma, die begeistert

und mehr als beschäftigt.

In den Teams ist man nicht nur

dabei, sondern mittendrin. Ich

habe hier Freunde fürs Leben

gefunden.»

«Es freut mich sehr, dass sich

die Kinik Waldhaus in den letzten

125 Jahren so positiv entwickelt

hat. Nach der Renovierung

im 1992 wurde auch der Personalbestand

und die Behandlungsmethoden

nach und nach

den neusten Anforderungen angepasst.

Die Klinik ist heute in

jeder Beziehung vorbildlich.»

Peider Ganzoni,

ehemaliger

Verwaltungsdirektor

«Ich arbeite nun seit drei Monaten

bei den PDGR. Ich habe mich

für sie entschieden, weil die

Psychiatrie ein sehr spannendes

Arbeitsfeld ist und ich immer

wieder Neues dazu lerne. Dank

dem Kontakt zu psychisch kranken

Menschen werde ich mich

auch menschlich weiter entwickeln

können.»

Viviana Hossmann,

Lernende Kauffrau

22 Südostschweiz | Dienstag, 10. Oktober 2017


125 JAHRE KLINIK WALDHAUS

Wettbewerb

Mitmachen und gewinnen. Wer die Sonderbeilage 125 Jahre

Klinik Waldhaus aufmerksam liest, findet die richtigen

Antworten auf die folgenden drei Fragen. Die glücklichen

Gewinner dürfen sich auf attraktive Preise freuen.

In welchem Jahr erfolgte der Spatenstich zum Neubau der Klinik Waldhaus, die 2017 ihren 125-Jahr-Geburtstag feiert?

1885 1888 1892

Wie viele Jahre war der erste Direktor der Klinik, Johann Josef Jörger, in seinem Amt?

37,5 Jahre 40 Jahre 42 Jahre

In welcher französischen Stadt erinnert der Name einer Busstation an den grosszügigen Spender Baron Clément de Loë?

Paris Annemasse Lyon

Schöne Preise zu gewinnen:

1. Preis: Familien-Freipass für das Osterfest der Klinik am Sonntag, 1. April 2018 (inklusiv Brunch)

2. Preis: Saisonkarte für die Minigolfanlage der Klinik Beverin in Cazis

3. Preis: Arbes-Gutschein im Wert von Franken 100.

Vorname/Name

Adresse

PLZ/Ort

Telefon

E-Mail

Datum

Unterschrift

Talon bitte einsenden an Psychiatrische Dienste Graubünden (PDGR),

Marketing und Kommunikation, Loëstrasse 22, 7000 Chur

oder per E-Mail info@pdgr.ch.

Einsendeschluss ist Dienstag, 31. Oktober 2017.

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt,

Barauszahlung der Preise und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Die Gewinner des Wettbewerbs

dürfen sich auf einen

Familienfreipass für das

Osterfest 2018 inklusiv Brunch

und ein Treffen mit dem

Osterhasen freuen.

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