JoBo_11_02_2018

johaki

Dr. Wolfgang Hell

Grusswort des Bürgermeisters

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Liebe Gemeindemitglieder!

500 Jahre Reformation: beinahe so alt wie die Verleihung

des Marktrechtes an das damalige Oberdorf.

Das ist ein Grund zum Gratulieren!

Zweifellos befand sich die Römisch-Katholische Kirche

im späten Mittelalter in einer Sackgasse. Sündenerlass

gegen Geld und Käuflichkeit kirchlicher Ämter waren

nicht weiter hinnehmbar. Eine Erneuerung der Kirche

musste geschehen und wir dürfen Martin Luther und

seinen Mitstreitern für ihren Mut dankbar sein.

Ein großer Teil von Luthers Gedanken und Thesen verdient auch heute noch Beachtung.

Sie hatten über die Jahrhunderte sicher auch einen heilsamen Einfluss auf die weitere

Entwicklung der Römisch-Katholischen Kirche.

Heute haben wir in Deutschland zwei Amtskirchen. Ob katholisch oder evangelisch: beide

verkörpern unseren Glauben, beide stehen für eine christlich-humane Weltanschauung,

beide nehmen die Menschen in ihren Sorgen und Nöten mit.

Eigentlich möchte ich zu beiden gehören und muss mich doch für eine entscheiden. Angefangen

von der Taufe bis hin zur Beerdigung. Das ist das Problem! Vielleicht hat Martin

Luther das damals schon geahnt und darum lag eine Spaltung gar nicht in seiner Absicht.

Auch heute noch wirkt diese Spaltung unserer Kirchen bis in die Familien hinein – gerade

dann, wenn Ehepartner aus unterschiedlichen Konfessionen kommen: lassen wir uns

katholisch oder evangelisch trauen? Wie werden die Kinder getauft? Bis heute erfolgt

auch in Schulen eine Trennung der Kinder nach Konfession.

Darin liegt eine große Aufgabe unserer beiden Kirchen und die Lösung sollte keine weiteren

500 Jahre auf sich warten lassen – im Bewusstsein unserer gemeinsamen Verantwortung

für unsere Gesellschaft und der gemeinsamen Wurzeln unseres Glaubens.

Schließen wir den Spalt!

Ihr

Dr. Wolfgang Hell

Erster Bürgermeister

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