JoBo_11_02_2018

johaki

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Mittag-Predigt und eine Abend-Predigt. Dafür war die Kirche aufwendigst „gezieret“

1 worden. Das Fest zog sich über mehrere Tage hin. Am Montag danach fand ein

Gottesdienst „in der ebenfalls ausgezierten Hospithal Kirche“ 1 statt, für den eigens

eine „vocal- und musical- instrumental Music“ 1 angefertigt worden war. Dienstags:

Ebenfalls „Betstunde“ 1 und ein „frey Schiessen“ 1 am Nachmittag! Am Mittwoch wurde

eine „Jubel Predigt“ 1 von Pfarrer Merz gehalten und am Nachmittag gab es eine

sog. Kinderlehre. Man hatte keine Mühen gescheut und eigens für dieses Jubiläum

Büchlein und Katechismen drucken lassen, die dann, je nach Alter, an die Kinder verteilt

wurden. Für die Erwachsenen gab es Kupferstiche. Eine Gruppe, genannt „Burgerliche

Evangelische Agenten“ 1 , führte sogar eine Komödie auf! Die Kramer-Läden

hatten an diesen Tagen geschlossen zu bleiben.

Wenn man sich die Häufung der Gottesdienste und die an das Volk gerichteten Ermahnungen,

„alle Uppigkeiten zu vermeiden, und denen Gottes Diensten erbaulich

bey zu wohnen“ 1 , vor Augen hält, wird schnell klar, was hier im Mittelpunkt stand!

Nämlich das fromme Werk Martin Luthers fortzusetzen!

1817

Das Wartburgfest am 18. und 19. Oktober 1817 war als eine religiös-nationale Feier

inszeniert worden, die zum Einen an die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 erinnern

sollte und zum Anderen an den Beginn der Reformation 1517. Hier standen also

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