Wirtschaftszeitung_26022018

hallomuenster
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Macher &Märkte: Abschied

vom „Tanke“-Image Seite 4/5

Geld &Geschäft: Kryptowährung

auf Achterbahnfahrt Seite 9

Branchen &Betriebe: Holzbau

im großen Stil Seite 15

DIEWIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

Ausgabe 1/18

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Aschendorf

f Medien GmbH &Co. KG

An der Hansalinie 1, 48163 Münster

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Preis: 3,50 Euro

FMO imHöhenflug

Jahrelang war der Flughafen Münster/Osnabrück das Sorgenkind der Region. 2017 folgte die

Trendwende. So wie es aussieht, könnte der Airport indiesem Jahr an den Erfolg anknüpfen.

Vom Branchen-Verlierer zum Musterknaben

mit dem bundesweit stärksten

Passagierwachstum: Der Flughafen

Münster/Osnabrück (FMO) ist

augenscheinlich wieder da.

Auf 785 000 Fluggäste war

der FMO 2016 hinabgerauscht.

Nach den frühen

Gründerjahren ein bitteres

Allzeittief. A Nurein Jahr später

dann der neue Höhenfl

ug. 960 000

Fluggäste–ein Plus von22Prozent. Maßgeblich

verantwortlich dafür: Die Investition

der Airlines in Sitzplätze und Frequenzen

–vor allem bei Germania und

der Lufthansa.

Die naheliegenden Fragen, die sich Ende

2017 stellten: Wie geht es weiter? Wie

wird 2018? Sie waren insofern aufgeladen,

als dass sie nicht nur etwas mit Statistik

zu tun haben, sondern auch mit Erwartungen.

Und einem bangen Gefühl.

Hat der FMO die Wende geschafft? Kann

er perspektivisch wieder punkten? Kurzum:

Warder Erfolg 2017 eine Eintagsfl

iege

oder der Anfang von etwas Neuem?

So wie es derzeit aussieht, steht der Flughafen

tatsächlich am Anfang von etwas

Neuem.

Zum jetzigen Zeitpunkt deutet vieles darauf

hin, dass das laufende Jahr so positiv

werden könntewie dasgeradeabgelaufene.

Ende 2017 wardie Stimmung am Airport

da noch verhalten. „Klar ist“, sagteFMO-

Sprecher Andrés Heinemann noch im Dezember:

„Erneut 22 Prozent bei den Passagierzahlen

draufpacken wirduns nicht

gelingen.“ Wichtig für 2018 sei eine positive

Fluggast-Zahl. Auf eine Zielmarke

legte ersich wohlweislich nicht fest. Intern,sowar

zu hören, hofften die Verantwortlichen

„auf eine Zahl mit einer neun

vorne“.

Gunnar A. Pier

Acht Wochen später klingt das schon optimistischer:

„Wir können die Zahlen aus

dem vergangenen Jahr womöglich sogar

halten“, heißt es nun. „Die Nachfrage ist

objektiv da“, sagt Geschäftsführer Prof.

Rainer Schwarz. Und die ist so gut und

nachhaltig, dass Germania –inzwischen

so etwas wie die „Haus-Airline“ in Greven

–kurzfristig eine Kapazitätserweiterung

zum Beginn des Sommerfl

ugplans angekündigt

hat. „Wir werden ein größeres

Flugzeug einsetzen und damit 30 000

Sitzplätze zusätzlich anbieten“, sagt

Claus Altenburg, Director Sales bei der

Airline. ►Fortsetzung Seite 2

OFFEN GESAGT

Es geht also

Esist jetzt etwas mehr als

ein Jahr her, daschien der

Flughafen Münster/Osnabrück

(FMO) nur noch für eines gut

zu sein: schlechte Nachrichten.

Sinkende Passagierzahlen korrespondierten

mit einem immer

dünner werdenden Angebot.

Der Airport in Greven war

nur noch ein Schatten seiner

selbst.

Und nun? Als habe jemand

einen Schalter umgelegt, meldet

der Flughafen wieder Erfolge:

mehr Passagiere, neue Ziele,

zusätzliche Flüge. Das

klingt gut. Wobei natürlich

auch zu dieser Wahrheit gehört,

dass es von dort, wo sich

der Flughafen zuletzt befand,

faktisch nur noch eine Entwicklungsrichtung

gab: nach

oben.

Wie lässt sich der Auftrieb erklären?

Unter seinem neuen

Chef Rainer Schwarz hat sich

der FMO auf seine Wurzeln besonnen

und ins Touristik-Programm

investiert. Das hat den

Flughafen seinerzeit groß gemacht.

Zudem wurden alte

Fehler nicht wiederholt: kein

bunter Strauß ständig neuer

Ziele, stattdessen Investitionen

in die Frequenzen. Deutlich

mehr Flüge nach Mallorca,

Griechenland und Co. –das

kam beim Kunden an. Und

wird –darauf deuten die Zahlen

hin –auch dieses Jahr von

ihm goutiert. Von einer Trendwende

zu sprechen, ist noch zu

früh. Gesichert gesagt werden

kann jedoch: Reisende, Reisebüros,

Veranstalter und Airlines

nehmen den FMO wieder

wahr –und ernst. Elmar Ries

Die Nachfolge klug regeln

DIE WIRTSCHAFT lädt am 21. März zum Expertenvortrag ein.

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Wer sein Unternehmen auf Sicht

weitergeben will und über eine

Nachfolgeregelung nachdenkt,

der sollte dieses Thema nicht auf

die lange Bank schieben. Denn –

so sagen Experten –die Übergabe

eines Betriebes in gute Hände bedarf

einer intensiven Vorbereitung.DIE

WIRTSCHAFT –

Münster/Münsterland

lädt am 21. März deshalb

zu einemVortragsabend

ein, bei dem das

Thema Unternehmensnachfolge mit

seinen verschiedenen strategischen,

4 198869 003501

2 0 0 0 9

betriebswirtschaftlichen und organisatorischen

Aspekten im Mittelpunkt

stehen wird.

Prof. Dr. Norbert Tonner, Experte für

Steuerrecht sowie Wirtschaftsprivatrecht

und Steuerberater in der Kanzlei

Klöcker Knippenberg & Partner,

wird die Möglichkeiten der familieninternen

oder externen Nachfolge sowohl

für den betrieblichen als auch

für den privaten Bereich erläutern.

Dabei stehen vorallem folgende Zielsetzungen

Fokus: Erhalt des Unternehmens

und der Arbeitsplätze, Sicherung

des Privatvermögens, Wahrung

des Familienfriedens und Absicherung

des Übergebers.

Im Anschluss an den Vortrag vonProf.

Tonner wird André Schulze Forsthövel

von der Geschäftsleitung des

Brandschutzzentrums Brinck in

Münster aus der Praxis berichten.

Schulze Forsthövel hat im Januar

2017 das münsterische Spezialunternehmen,

das gleichermaßen für

Feuerwehr und Industrie tätig ist, von

der Familie Brinck übernommen. Vorausgegangen

war ein längerer Prozess,

der unter anderem auch vonder

IHK Nord Westfalen erfolgreich begleitet

wurde.

Der Vortragsabend unserer Zeitung

findet am 21. März (Mittwoch) ab 18

Uhr im Medienhaus Aschendorff, An

der Hansalinie 1, in Münster statt. Da

im Vortragsraum nur eine begrenzte

Zahl vonPlätzen zur Verfügung steht,

ist eine telefonische oder schriftliche

Anmeldung erforderlich. Ansprechpartner

sind Frank Micheel, Telefon

0251/690-916161, frank.micheel@aschendorff.de

und Lars Normann,

Telefon 0251/690-916162,

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Manuel Walter

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2 MACHER &MÄRKTE

Mehr Plätze,mehr Strecken:

Airlineserhöhen Kapazitäten

Auch der FMO bekam die Air-Berlin-Pleite und das Niki-Aus zu spüren.

Die dadurch verlorenen Sitzplätze haben die anderen Fluggesellschaften längst ausgeglichen.

IMPRESSUM

Schon vorab hattesichGermania

zufrieden mit dem in Greven

Erreichten gezeigt. „Von

den Passagieren sind wir sehr

gut angenommen worden“,

sagte Claus Altenburg. Griechenland sei

sehr gut gelaufen, ebenso die Kanarischen

Inseln und Antalya. NurPalma war

ein Wermutstropfen, die Konkurrenz war

halt stark. Vom FMO steuert die Airline

in diesem Jahr 16 Ziele an. Beim Start vor

drei Jahren waren esnoch zwölf gewesen.

2018 wird Germania wieder zwei

Airbusse in Greven stationieren —und

über den Winter dort belassen.

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Medien GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-804801

Redaktion: Claudia Bakker (verantwortlich)

Anzeigen

Anzeigenleitung: Herbert Eick, E-Mail: anzeigen@die-wirtschaft-muensterland.de

Bei aller Begeisterung für den Ferienfl

ieger:

Stärkster Carrier ist in Greven nach

wie vor die Lufthansa, deren Drehkreuzverbindungen

nach Frankfurt und München

derart brummen, dass der Kranich

in diesem Jahr sein Angebot auf der München-Strecke

um25Prozent aufstockt.

Mehr Kapazitäten haben auch Pegasus

Airlines (20 Prozent) und Sun Express

(75 Prozent) angekündigt.

Kurz vor Weihnachten 2017 war Air Berlin

nach langem Siechtum endgültig abgestürzt,

Ex-Konzerntochter Niki purzelte

hinterher. Der Markt geriet ins Strudeln,

Airports und Airlines sortierten sich

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann, Telefon: 0251 690-916162, Telefax: 0251 690-806190

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1,

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-215;

Auflage 17.000 Exemplare

www.die-wirtschaft-muensterland.de

„Jetzt müssen die Menschen das

Angebot nur noch annehmen.“

Prof. Rainer Schwarz, FMO-Geschäftsführer

neu. Längst abgeschlossen geglaubtePlanungen

wurden mit einem Mal über den

Haufen geworfen.Auch kleinereFlughäfen

wie der FMO bekamen die Verwerfungen

zu spüren.

Niki fl

og im Sommer 2017 zehn Mal pro

Woche von Greven nach Mallorca. Das

Aus der Airline bedeutet für den FMO in

diesem Sommer einen Verlust von rund

50 000 Fluggästen. Spätestens mit der

Germania-Ankündigung ist dieses Minus

wieder wettgemacht. „Jetzt müssen die

Menschen das Angebot nur noch annehmen“,

sagt Schwarz.

Dessen Strategie für den FMO lautet:

langsam wachsen. Sie hat klare Eckwerte.

Die Schallmauer von einer Million

Fluggäste will Schwarz 2020 durchbrechen,

die schwarze Null soll unmittelbar

folgen. Rund 1,2Millionen Passagierebenötigt

der Flughafen pro Jahr, umprofitabel

zu sein. Das hat die Unternehmensberatung

„PwC“ ermittelt.

Um dorthin zu gelangen, braucht der Airport

Billig-Airlines. „Eine Million Passagiere

können wir konventionell erreichen“,

sagt FMO-Sprecher Heinemann.

Fürs Mehr wäre das Engagement einer

Ryanair, Wizz Air oder Eurowings nötig.

Durchaus noch Potenzial hat aus Sicht

des FMO der niederländische Markt. Den

„beackert“ der Flughafen ebenso wie die

Germania. Beide durchaus mit Erfolg:

Einer aktuellen Passagierbefragung des

Flughafenverbandes ADV zufolge ist die

Zahl der niederländischen Fluggäste am

FMO von fünf Prozent im Jahr 2014 auf

neun Prozent im vergangenen Jahr gestiegen.

„Hier besser zu werden, ist für

uns sehr wichtig“, sagt Schwarz.

Und neue Ziele? Wien und Berlin sind die

Champions beim Wünsch-Dir-Was. Beide

Destinationen haben Potenzial, beide

sind aber nur schwer an den Markt zu bekommen.

Berlin, so ist zu hören, eher

noch als Wien; hier sind die Lufthansa

und ihre Töchter quasi Monopolisten —

warum da noch Greven ins Programm

aufnehmen?

Germania jedenfalls hat bei Berlin schon

abgewunken. „Die Konkurrenz der Bahn

ist da einfach zu stark“, sagt Manager Altenburg.

Elmar Ries

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MACHER &MÄRKTE 3

Aller Anfang ist schwer

Im Münsterland haben neu gegründete Firmen überdurchschnittlich gute Überlebenschancen. IT.NRW

hat sich die Unternehmensdemografie der Jahre 2009 bis 2014 einmal genauer angeschaut.

Die Märkte sind gnadenlos. Als hätte

es eine Neugründung nicht schon

schwer genug, sprechen Kunden,

Lieferanten, Banken und Mitbewerber

beider Frage, ob das neue Unternehmen

überlebt oder nicht, ein

wichtiges Wörtchenmit. Regional ist

die Chance für neu gegründete

Unternehmen ganz unterschiedlich

ausgeprägt. Erstmals hat jetzt der

Geschäftsbereich Statistik von

IT.NRW (Information und Technik

Nordrhein-Westfalen) geschaut, wie

nachhaltig Unternehmensgründungen

in NRW sind. Das Münsterland

schneidet gut ab.

So liegt die „Überlebensrate“

für neu gegründeteUnternehmen

in den Kreisen Borken,

Coesfeld, Steinfurt und Warendorf

bei teilweise deutlich

über 40 Prozent. Die kreisfreie Stadt

Münster schneidet mit einem Wert von

38,5schlechter ab, liegt aber in NRW damit

noch im oberen Bereich. Große Teile

desRuhrgebiets sowie die Städteentlang

der Rheinschiene und in Ostwestfalen-

Lippe haben eine deutlich höhereSchließungsrate.

Schaut man sich die einzelnen Zahlen

speziell im Regierungsbezirk Münster

einmal genauer an, ergibt sich ein interessantes

Bild. So haben im fl

ächengroßen

Kreis Recklinghausen zwar 593

Unternehmen, die 2009 gegründet wurden,

noch bis 2014 amMarkt gehalten.

Die „Überlebensrate“ liegt allerdings nur

bei 35,3 Prozent. Die Stadt Gelsenkirchen

und die Stadt Bottrop schneiden mit

34,6 und 31,9 Prozent noch schlechter

ab. Weniger als ein Drittel der Neugründungen

war nach fünf Jahren noch am

Markt vertreten. Der Kreis Coesfeld

kommt hingegen

auf einen Spitzenwert

von 44,3

Prozent, die Kreise

Borken (43,0),

Steinfurt (43,0)

„Hat sich ein Unternehmen also

erst einmal am Markt etabliert,

sinkt das Risiko des unternehmerischen

Scheiterns deutlich.“

IT.NRW

ÜBERLEBEN NACH DER

FIRMENGRÜNDUNG

Überlebensraten in Prozent

unter 36,0

36,0 bis unter 37,5

37,5 bis unter 39,0

39,0 und mehr

Regierungsbezirk Münster

2009 gegründete Unternehmen,

diebis 2014 überlebt haben

Recklinghausen

Kreis Borken

Kreis Steinfurt

Münster,Stadt

Kreis Warendorf

Kreis Coesfeld

Gelsenkirchen,

Stadt

Bottrop, Stadt

135

317

297

258

465

593

566

520

Quelle: IT:NRW,GeoBasis-DE/BKG 2017

Illusaio: olouoo /Ga: ITNRW,

Klee

Heinsber

Stdte

reion

Aachen

Viersen

Mnchen

ladbach

und Warendorf

(41,3) rangieren

knapp dahinter.

Die Statistiker des

Landes haben

sich parallel auch noch einmal die Gründungs-

und Schließungsraten genauer

angeschaut. „Dass hohe Gründungsraten

mit hohen Schließungsraten einhergehenund

umgekehrt, ist schon bei den vorangegangenen

Auswertungen nach

Wirtschaftsbereichen aufgefallen und

wird auch hier wieder deutlich: Kreise

und kreisfreie Städte mit überdurchschnittlicher

Gründungsintensität wiesen

im Jahr 2014 in aller Regelauch überdurchschnittliche

Schließungsraten auf“,

hießt es in der Auswertung. „Anders herum

waren inRegionen mit unterdurchschnittlicher

Gründungsintensität auch

die Schließungsraten eher unterdurchschnittlich.“

Ein Ausschlaggeber für viele Neugründungen

in NRW war übrigens die nach

der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009

einsetzende Erholung im Jahr 2010. In

diesem Jahr wurden allein in NRW

68 059 neue Unternehmen gegründet.

Die Gründungsrateerreichtemit 9,1 Prozent

ihren Höchstwert. Inzwischen ist es

so, dass aufgrund der guten konjunkturellen

Lagedie Zahl der Neugründungen

meist knapp unter der Zahl der Schließungen

rangiert. Ein typisches Bild in

Phasen geringer Arbeitslosigkeit.

Von den 2009 in NRW gegründeten

Unternehmen waren imFolgejahr noch

76,7 Prozent am Markt tätig. Dieser Wert

ging im Laufeder Zeit aber immer weiter

zurück. Fünf Jahre später waren esnoch

37,5 Prozent der jungen Unternehmen. In

der Statistik ist ebenso erkennbar, dass

die Überlebenschancen nach dem vierten

üren

Krefeld

esel

heinKreis

ess

heinrf

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Kreis

sirchen

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Mülheim

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Steinfrt

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Haen

Münster

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Kreis

nna

Mrischer

Kreis

arendorfr

Hamm

Jahr des Bestehens spürbar steigen. „Hat

sich ein Unternehmen also erst einmal

am Markt etabliert, sinkt das Risiko des

unternehmerischen Scheiterns deutlich“,

so IT.NRW in der Studie.

Fazit: Seit dem Krisenjahr 2009 hat die

Entwicklung der Unternehmenslandschaft

vonNordrhein-Westfalen an Dynamik

verloren –sowohl die Gründungs- als

auch die Schließungsraten sind rückläufig.

Das Gründungsinteresse hat sogar so

deutlich nachgelassen, dass die Zahl der

Gründungen seit 2012 geringer ist als die

der Schließungen.

Als konstanter erweist sich die Entwicklung

der Überlebensraten der verschiedenen

Gründungsjahrgänge. Der Anteil

ausscheidender Unternehmen ist in den

ersten drei Lebensjahren eines neuen

Unternehmens noch recht hoch, nimmt

aber ab dem vierten Jahr deutlich ab. Als

besonders beständig zeigen sich neue

Unternehmen des Produzierenden Gewerbes:

Fünf Jahrenach Unternehmensgründung

existiert noch jedes zweite

le

Soest

Gütersloh

Hochsaerlandreis

Sieenittenstein

Mindenübbece

Herf

ord

iele

feld

Paderborn

ie

Hter

Unternehmen dieser Branche. Als nachhaltig

erweisen sich auch Gründungen,

die sozialversicherungspfl

ichtige

Arbeitsplätze schaffen: Über 60 Prozent

aller Unternehmen, die mit fünf und

mehr Beschäftigten wirtschaftlich tätig

wurden, sind auch nach fünf Jahren noch

am Markt aktiv.

Neugründungen im Gastgewerbe haben

es nach Angaben von NRW.IT am

schwersten. Von 5861 imJahr 2009 gegründeten

Unternehmen überlebtelediglich

ein Viertel die ersten fünf Jahre.Unterdurchschnittlich

sieht auch die Situation

im Handel aus. Von immerhin

12 625 gegründeten Unternehmenindiesem

Wirtschaftsbereich war 2014 nur

noch ein gutes Drittel am Markt tätig.

Regional betrachtet fallen die Kreise und

kreisfreien StädteimRuhrgebiet und entlang

der Rheinschiene durch überdurchschnittliche

Gründungs- und Schließungsraten

auf. Die größereKonkurrenz

in jenen Regionen führt zur Verdrängung.

wk

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4 MACHER &

Thai-Curry und Drive-in sind erst

Die Westfalen AG verfolgt bei ihrer Tankstellenplanung viele Visionen. Im Schatten der hochmodernen Zapfsäulen

für Antriebe aller Art entstehen Shops, Bistros und neue Wohlfühlorte mit Kultur- und Partylounge.

Leiter

Logistik

Teamassistent

Disponent

Lagerleiter

Benzingeruch ade, Pasta-Vielfalt

und asiatisches Aroma juchhe!Westfalen

goesGastro. DerDuft ofenwarmer

Brötchen und italienischer Kaffeespezialitäten

wird durch „Thai-

Curry“ und „Hähnchen in Caramelsauce“

noch getoppt. Björn Binding,

bald Student und jetzt jobbender

Sohn des Tankstellenpächters, steht

am Wokdes „Chopstix“-Kochmoduls

und gibt frischgeschnippeltes Gemüse

über gebratenes Fleisch. Die fernöstliche

Kochkunst ist auch für seinen

Vater Jörg Binding, Chef der

Westfalen-Tankstellen an der Steinfurter

und der Weseler Straße in

Münster sowie der Station in Ascheberg,

kein Problem mehr,seit die beidenimvergangenen

Jahr in der britischen

Zentrale des Food-Franchise-

Gebers für eine Woche indie Lehre

gegangen sind.

An der Tankstelle sind viele

Talentegleichzeitig gefragt.

Denn der Job des Pächters

wird immer anspruchsvoll

das berufl

iche Profil Aer,

reicht vom Kfz-Mechatroniker über den

Einzelhändler und Personalmanager –

Binding hat für seine drei Stationenallein

62 Mitarbeiter –bis zum Gastronomen:

„Ich sehe mich als Allrounder und mir ist

es sehr wichtig, dass ich jeden Handgriff

meiner Mitarbeiter auch selbst beherrsche

–vom Wechseln der Birne im Autoscheinwerfer

bis eben auch zur Zuberei-

Industriekaufmann

Einkaufsleiter

Konstrukteur

Controller

manager

Außendienstmitarbeiter

Bürokaufmann

Exportsachbearbeiter

Assistenz Bilanzbuchhalter

Geschäftsleitung

Key Account Manager

Fertigungsleiter

Vertriebsassistent

Einkäufer

Personal

referent

Vorstand Reiner Ropohl

tung eines frischgebratenen Currys.“

Letzteres genießt das Gros der Kunden

„togo“ –„als die Mensa auf dem Leonardo-Campus

letztens

zu war, wurden

wir praktisch

überrannt“, schildert

Binding.

Doch sein

Lounge-Bereich

in der Station findet

bei den zu

Gästen gewordenen

Kunden

ebenfalls immer

Foto: Westfalen AG

mehr Akzeptanz. „Natürlich ist der

Standort einerTankstelle der eigentliche

Erfolgsgarant“, räumt der Betreiber ein,

aber für ihn gilt zugleich: „Sauberkeit

Groß- und Außenhandelskaufmann

Supply

Chain

Manager

„Ich sehe mich als Allrounder und

mir ist es sehr wichtig, dass ich

jeden Handgriff meiner Mitarbeiter

auch selbst beherrsche.“

Jörg Binding

Lohnund

Gehaltsbuchhalter

Speditionskaufmann

Qualitätsmanager

Fertig ungsleiter

Marketingassistent

Finanzbuch

halter

Personalleiter

Leiter Materialwirtschaft

Personal ist unser Geschäft

Wir wissen, worauf es ankommt

DerBedarf an Mitarbeitern im kaufmännischen Bereich ist vielfältig

–die Bandbreite reicht vonallgemeinenadministrativen Tätigkeiten

bis hin zu Spezialisten mit fundiertem Branchen-Know-How.

Wir vermitteln die richtige Persönlichkeit in die entsprechende

Position und nehmen uns Zeit dafür, unsere Bewerber genau

kennenzulernen. Neben der fachlichen Qualifikation achten wir

ganz besonders auf die „Soft Skills“, die für die jeweiligen Positionen

wichtig sind.

Betriebsleiter

Metallbaumeister

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Personalentwickler

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und vorallem die Freundlichkeit der Mitarbeiter

sind das wichtigsteKriterium, ob

Kunden zu Stammkunden werden.“

Und auf die ist der Pächter angewiesen:

Denn die Hälfte des Umsatzes macht er

mit seinem Shop-Angebot. Kraftstoff-

Verkauf und Waschstraße steuern jeweils

ein Viertel dessen bei, was inder Kasse

klingelt, lauten die generellen Unternehmensangaben.

Zwar kommt der Kunde nicht mit einem

langen Einkaufszettel in der „Tanke“ an.

Aber zu den frischen Brötchen mal eben

die restlichen Frühstückszutaten oder

Pasta und Soße zusammen mit einer Flasche

Wein –für solche Themeneinkäufe

von Convenience-Produkten werden offenbar

gern ein paar Cent mehr gezahlt

als im Supermarkt – ausschlaggebend

sind Nähe, Öffnungszeiten und Bequemlichkeit.

Service-Haltung

und ein aufgewerteter

Standardbeim

kulinarischen

Angebot

auf der einen sowie

ein gewandeltes

Verhalten

der Kunden auf

anderen Seite,

tragen auch dazu

bei, dass der heimische

Herd immer häufiger kalt bleibt:

„Gucken Sie sich die Weihnachtsmärkte

an: Keiner interessiert sich für Handwerkliches,

alles drängt sich um die Essund

Getränkestände“, bringt Reiner Ropohl,

Vorstand der Westfalen AG, eine

langjährige Beobachtung auf den Punkt.

Ein Trend, der bei der strategischen Ausrichtung

der Tankstationendes münsterischen

Familienunternehmens immer

mehr ins Gewicht fällt.

„Das Gesicht unserer Tankstellen wird

sich noch stärker verändern“, ist Ropohl

sich sicher. Und zwar innen wie außen.

Letzteres ist vor allem dem Energiewandel

geschuldet. Denn die Westfalen-AG

bietet ihren Kunden nicht nur Diesel- und

Benzinkraftstoffe, sondern auch klimafreundliche

Antriebsstoffe wie Autogas,

Erdgas und E-Aufl

adestationen an. Innovative

Pionierarbeit wird besonders in

Amelsbüren geleistet –andiesem Standort

hat Westfalen sogar in eine Wasserstoff-Tankstelle

investiert, deren Amortisierung

noch nicht absehbar ist – der

Ankerkunde lässt noch auf sich warten.

Das Unternehmen, das jährlichzwischen

zehn und 20 Millionen Euroindas Tankstellensegment

steckt, beschreitet oftmals

neue Wege, setzt dadurch Impulse

Asia-Food aus dem Wok: Björn Binding brutzelt alles frisch im Chopstix-Res

pächter Jörg Binding, gleichzeitig Björns Vater und Chef, ist Allrounder und k

in der Branche: Im deutschlandweit erstenTankstellen-Drive-in

kann der Kunde

nicht nur aus seinem Auto heraus das

Shop- und Bistroangebot nutzen, sondern

auch den Kraftstoff bezahlen, mit

dem er sein Fahrzeug eben aufgetankt

hat. Das Resultat

ist nicht nur besonders

bequem,

sondern die Westfalen

AG richtet

damit zugleich

ein Augenmerk

auf das erhöhte

Sicherheitsbedürfnis

besonders vonFrauen in der Dunkelheit.

Dieses Ziel wird fl

ankiert von

einem ausgefeilten Lichtkonzept, das

nicht nur die Tankstelle von Weitem

sichtbar erstrahlen lässt, sondern auch

der Station selbst maximale Helligkeit

verleiht.

Die eigentliche Revolution br

schimmert aber bereits am H

Tankstelle gleichsam als all

Mikrokosmos. Die Vorzeich

sich dabei umkehren: Nich

gung mit Energie für jedwe

mode

tät st

Stelle

wird

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die G

das

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fühlort“ auslösen, an dem d

kunde Gast ist undbei anspre

sen im Loungebereich seine Z

das Laptop mit dem Stromne

ins kostenlose WLAN geht,

gen surft oder arbeitet. Ga

weil er das Shop-Angebot mit

„Das Gesicht unserer Tankstellen

wird sich noch stärker verändern.“

Reiner Ropohl

WASSERSTOFF IM TANK

Laut der Westfalen AG, die in Amelsbüren

seit Dezember 2016 anzwei Zapfsäulen

komprimierten Wasserstoff als alternativen

Kraftstoff anbietet, kommt in wasserstoffbetriebenen

Fahrzeugen die Brennstoffzelle als

Antriebstechnologie zum Einsatz. Wasserstoff

(H2) reagiert während der Fahrt mit

Sauerstoff aus der Umgebungsluft und erzeugt

dabei Strom. Es entstehen keine Abgase,

denn im Motor fällt nur Wasser an. Die

Reichweiten sind deutlich höher als bei herkömmlichen

Elektromotoren. Und als kleines

Bonbon für Umstiegswillige in Sachen

Kraftstoff: Für einen Euro pro Stunde können

Kunden sich ein Wasserstoffauto (Hyundai)

in Amelsbüren mieten und die neue Antriebstechnologie

testen. Außerdem ist die

Tankstation so großzügig ausgebaut, dass

auch Busse betankt werden können. Das

Drei-Millionen-Projekt in Münster wurde mit

1,5 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium

imRahmen des Nationalen Innovationsprogramms

Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

unterstützt. -ma- Tankstelle wird zum Wohlfühlort: Das Westfale

mer eröffnet werden.


MÄRKTE 5

der Anfang

WESTFALEN AG

Die Westfalen-Gruppe ist als Technologieunternehmen

der Energiewirtschaft

mit insgesamt 23 Tochter-

und Beteiligungsgesellschaften

in Deutschland, Belgien, Frankreich,

den Niederlanden, Österreich,

Polen, der Schweiz und Tschechien

tätig. Das im Jahre 1923 gegründete

Familienunternehmen mit über

20 Produktionsstandorten in Europa

hat seinen Hauptsitz in Münster.

Die Westfalen-Gruppe erwirtschaftete

mit über 1700 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern im Geschäftsjahr

2016 einen Umsatz von rund 1,6

Milliarden Euro. Die Geschäftsfelder

sind Gase, Energieversorgung

und Tankstellen. Im Bereich Tankstellen

verfügt die Westfalen-Gruppe

mit 260 Westfalen- und Markant-Stationen

vor allem inNordwestdeutschland

über das größte

Netz konzernunabhängiger Markentankstellen

inDeutschland. Die

Westfalen Service Card, eine Tankkarte

für Unternehmen mit einer

Fahrzeugflotte, wird anrund 5500

Tankstellen (Westfalen, Agip, Aral,

Avia, Markant, OMV und Total)

deutschlandweit als bargeldloses

Zahlungsmittel akzeptiert. Mit der

Marke Westfalen Autogas ist das

nnovation in Sachen Kundenfreundlichkeit: Das erste Tankstellen-Drive-in

Deutschlands baute die Westfalen AG in Amelsbüren.

Foto: Westfalen AG

taurantmodul in der Westfalen-Tankstelle an der Steinfurter Straße in Münster –Tankstellenann

zur Not sogar am Herd einspringen

Foto: Maike Harhues

icht noch an,

orizont –die

umfassender

en könnten

tdie Versorde

Form der

rnen Mobilieht

an erster

,sondern sie

zusätzlich

hrleistet.Anngskraft

für

äste soll aber

Gesamtenle

als „Wohler

KraftstoffchendemEseitverbringt,

tz verbindet,

zum Vergnünz

freiwillig,

Paket-, Lotto

undTextilreinigungsservr ice und vorallem

die kulinarische Vielfalt schätzt.

Dass währenddessen sein Elektroauto den

Akku auffrischt, gerätbeinahe zur Nebensache.

Denn: Länger als auf einen Kaffee

müsstedie Pauseselbst für die neue Generation

der Fortbewegung gar nicht mehr

dauern, weil Westfalen an vielenStandorten

schon die modernste Technik bereithält:

„An unseren Schnellladesäulen ist

das Elektroauto inkurzer Zeit wieder zu

80 Prozent aufgeladen“, erläutert Ropohl.

Mit einem Investitionsvolumen von

100000 Euro schlägt eine solche Turbo-

Ladesäule zu Buche, von denen einige

auch für das neue Westfalen-Pilotprojekt

in Gelsenkirchen geplant sind. Arbeitstitel

ist „Die Lagune“ und konzeptionell trägt

das Tankstellenprojekt mit einer Serv

ice-

Innenfl

äche von 400 Quadratmetern

deutlich die Handschrift von Reiner Repohl.

Auf einem Außenareal von 6500

Quadratmetern soll imSommer im Gelsenkirchener

Gewerbegebiet Buer eine

Tankstation eröffnen, die zum Kulturort

avanciert: Dafür sorgen gleich nicht nur

mehrere Themenrestaurants und die eigens

kreierte Coffee-Shop-Marke „Alvore

Caffé“ für ein Marktplatzfeeling mit riesigerLounge–woHolzund

Keramik im Innenausbau

Behaglichkeit verströmen und

kaum mehr etw

as an eine neonröhrenbeleuchtete

Tanke erinnert. Das Spektrum

im Schatten der Zapfsäule reicht noch viel

weiter:Selbst Kultur und Party

spaß sollen

an der Tankstation vorAnker gehen–mit

Veranstaltungen von Comedy, Konzerten

bis zur Wies´n-Gaudi zur Oktoberfestsaison.

„Events wie Kabarett mit Herbert

Knebel könnte ich mir in unserem Pilotprojekt

inGelsenkirchen sehr gut vorstellen“,

ist der Vorstand persönlich mit viel

Herzblut treibender Visionär.

Maike Harhues

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Unternehmen zudem Marktführer

in diesem Segment.

-man-Pilotprojekt

in Gelsenkirchen hat ein Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro und soll imSom-

Foto: Hinsche Gastro Design

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6 MACHER &MÄRKTE

„Barrierefrei“ steht längst für

Sicherheit und Komfort

Experten sprechen bereits vom generationengerechten Bauen und Wohnen –und dies ist mehr als das Badezimmer

mit bodengleicher Dusche oder der Treppenlift. In Raesfeld gab es bei einer Tagung viele Informationen

Auch scheinbar kleine Hindernisse sind für Rollstuhlfahrer nicht zu überwinden. Auf der Tagung in Raesfeld wurde dies anhand eines schmalen Bretts demonstriert.

Foto: Hubertus Kost

Beim barrierefreien Bauen und Wohnen

wird oft zuerst daran gedacht,

Menschen mit Behinderungen und

der älteren Generation das Alltagsleben

zu erleichtern. Nicht nur Fachleute

wissen, dass es bauliche Hindernisse

in allen Lebensphasen und

-bereichen gibt. „Barrierefrei“ bedeute

deshalb Sicherheit und Komfort.

Das machte eine Veranstaltung

„Barrierefrei im privaten Wohnungsbau“

in der Akademie des Handwerks

Schloss Raesfeld deutlich.

Das Anforderungsprofil für

„barrierefrei“ sei bei Eltern

mit kleinen Kindern oft

ähnlich wie bei älteren

Menschen mit körperlichen

Einschränkungen, erläutert Werner

Hagemann. Er verwendet deshalb auch

gern den Begriff „generationengerecht“.

Als besonders augenfälliges Beispiel

nennt der Meister im Fliesen-, Plattenund

Mosaikleger-Handwerk den fehlenden

oder nur schwer zugänglichen Platz

für den Kinderwagen oder den Rollator.

–inHaus und Wohnung ebenso wie in

vielen Hotels, in Apotheken und Arztpraxen

und ganz allgemein im öffentlichen

Bereich. Der Handwerksmeister spricht

von einem „Reifungsprozess“ – und der

müsse mehr in

Gang kommen.

Beim Bauen und

„Viele Menschen denken erst mit

dem Eintritt in den Ruhestand

darüber nach, wie sie in den

nächsten Jahren und Jahrzehnten

leben wollen.“

Wohnen erfordert

die demografische

Entwicklung

eine Anpassung.

Umfragen zeigen,

dass viele ältere

Menschen so lange

wie möglich in

Werner Hagemann

den „eigenen vier

Wänden“ leben

möchten. „Altersgerechtes Wohnen“ nennen

dies die Experten.

„Viele Menschen denken aber erst mit

dem Eintritt in den Ruhestand darüber

nach, wie sie in den nächsten Jahren und

Jahrzehnten leben wollen,“ weiß Werner

Hagemann. Sein Rat: „Schon früher mit

solchen Überlegungen beginnen.“ Auch

dann, wenn man das Wort „Alter“ noch

nicht so gern höre.

Deshalb wirdauch gern vonder „Generation

50 plus“ gesprochen. Zu dieser Altersgruppe

gehören in Deutschlandetwa

30 Millionen

Menschen – und

davon planen

rund zehn Millionen

in den nächsten

drei bis vier

Jahren kleine

oder größere Renovierungs-

oder

komplette Umbauarbeiten

im

Haus oder in der

Wohnung.

Ein großer Teil dieser „neuen Alten“ verfüge

über eine überdurchschnittliche

Kaufk

raft, einen hohen Ersatzbedarfund

eine sehr stark ausgeprägte Konsumbereitschaft,

betont Dieter Soth. Der Projektleiter

der Firma „Leben ohne Barrieren“

sieht deshalb einen „gewaltigen

Markt“ –vor allem für das Handwerk:

„Die neuen Alten belohnen sich heute

mehr als vorhergehende Generationen

für ihreLebensleistung“ und seien bereit,

dafür auchviel Geld auszugeben. Bei der

Modernisierung des Hauses oder der

Wohnung erwarten die AuftrageramEnde

ein Plus an Komfort. Und gleichzeitig

müssen alle potenziellen „Gefahrenstellen“

verschwinden. Komfort und Sicherheit

als Synonym für Barrierefreiheit.

Wer nicht über die notwendigen Mittel

für einen größeren Umbau verfüge, der

könne oft schon durch einfache Maßnahmen

Komfort und Sicherheit erhöhen,

betonte Werner Hagemann. Viele Menschen

möchten in den „Wänden aus den

1980er Jahren“ nicht mehr leben, weiß

der Handwerksmeister.Dann müsse man

mit Fachleuten überlegen, was notwendig,

machbar und finanzierbar ist. Werner

Hagemann verwies während der Tagung

in Raesfeld auf Möglichkeiten der

Förderung, zum Beispiel durch Mittel der

KfW

-Bank.

►Fortsetzung auf Seite 7

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Reibungslose

Zusammenarbeit

MACHER &MÄRKTE 7

Die Kunden wünschen meist nur einen Ansprechpartner.

Mit zunehmendem Alter

der Kunden wächst

auch deren Wunsch

nach Komplettleistungenund

damit nach Beratung

aus einer Hand. Eine fachkompetente

Beratung könne dabei sogar über

das eigentliche Anliegen hinausgehen,

erläuterte Projektleiter Dieter Soth. Wer

zum Beispiel nur das Badezimmer sanieren

möchte, der freue sich letztendlich

darüber,wennder Fachberater auch eine

Lösung für die Renovierung anderer Bereiche

der Wohnung ausarbeite.

Gerade ältere Menschen wollten sich

nicht um mehrereHandwerker kümmern

und dann auch noch Termine abstimmen,

lautet Dieter Soths Erfahrung. Gewünscht

werde ein Gesprächspartner,

der sich zum Beispiel bei der Renovierung

einer Wohnung um alle notwendigenGewerkeund

deren reibungslose Zusammenarbeit

kümmere –vom Sanitärfachmann

über den Maler, den Elektroinstallateur,

den Fliesenleger, den Tischler

bis zum Raumausstatter.Das Bau-und

Ausbauhandwerk könne dieses Marktsegment

noch viel mehr nutzen und sollte

dies auch tun. Dieter Soth ist davon

überzeugt: „Barrierefreies Bauen und Renovieren

geht nur gewerkeübergreifend.“

Und wann sollte genau gebaut/umgebaut

werden? Für Roland Willems ist die

Antwort ganz einfach. „Jetzt“, sagt der

Handwerksmeister bei der Tagung in

Raesfeld und fügt hinzu: „Solange man

noch jung ist.“ Aufjeden Fall: „Wer heute

baut, der sollte barrierefrei bauen.“

Hubertus Kost

Bodengleiche Dusche, Haltegriff, Ablage- und Sitzmöglichkeit –sosieht der Nassraumteil

eines barrierefreien Bads aus.

Foto: Viega

Bewusstsein

wächst

Aus dem barrierefreien Bauen hat sich der Begriff

„generationengerechtes Wohnen“ entwickelt.

Unter anderem an diesen Punkten kann man sehen, ob eine Wohnung barrierefrei ist.

Hier fehlt nur die Rampe –dann könnte der Rollstuhlfahrer seinen Weg ungehindert

fortsetzen.

Foto: Daniel Maurer/dpa

Grafik: LBS

Das Thema Barrierefreiheit ist seit

den 1990er Jahren stärker in das Bewusstsein

der Öffentlichkeit gerückt

und wird zu einem besonderen Aspekt

bei Bauvorhaben im öffentlichen

und zunehmend auch im privaten

Bereich.

Der Begriff konzentrierte

sich über viele Jahre vorwiegend

auf Menschen mit

Behinderungen. Barrierefreies

Bauen und Wohnen

gewinnt aber auch vor dem Hintergrund

der demografischen Entwicklung an Bedeutung.

Der Lebensraum soll so gestaltet

werden, dass er die Bedürfnisse von

Menschen mit Behinderungen und die

körperlichen Einschränkungen von älteren

Menschen berücksichtigt. Fachleute

sprechen deshalb gern von altersgerechtem

Bauen und Wohnen.

Barrierefrei sollte aber auch für andere

Lebensphasen gelten, das machtedie Tagung

in Raesfeld deutlich. Das „klassische

Beispiel“ ist der Kinderwagen, mit

dem – ähnlich wie beim Rollstuhl –Barrieren

nicht überwunden werden können.

Generationengerechtes Bauen und

Wohnen ist deshalb ein weiterer Begriff,

wenn es um Barrierefreiheit geht.„Generationengerecht“

wirdaberauchverwendet,

wenn über Wohnformen gesprochen

wird, die das Zusammenleben mehrerer

Generationen ermöglichen sollen. Das

„Mehrgenerationenhaus“ ist dafür ein

Beispiel.

Für „barrierefreies Bauen und Wohnen“

im engeren Sinn gelten Normen, dazu gehört

die DIN 18040. Diese Norm regelt,

welche Anforderungen erfüllt werden

müssen, um zum Beispiel Aufzüge, Badewannen,

Balkone, Terrassen,Bodenbeläge,

Duschen oder Fenster als „barrierefrei“

bezeichnen zu können. Das sei zugleich

das Anforderungsprofil für die Beantragung

öffentlicher Mittel, betont

Werner Hagemann, der die Tagung „Barrierefrei

im privaten Wohnungsbau“ in

der Akademie des Handwerks Schloss

Raesfeld leitete. Mit günstigen Darlehen

fördert zum Beispiel die KfW

-Bank Modernisierungsmaßnahmen,

mit denen

der Wohnkomfort und die Sicherheit erhöht

und Barrieren reduziert werden

können.

Hubertus Kost

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Geld & Geschäft: Tritt auf die

Gebühren-Bremse Seite 17

DIE WIRTSCHAFT

Es geht stetig nach oben

m Münsterland brummt die Konjunktur. Die Stimmung der Unternehmen ist in allen Branchen gut.

Die Betriebe investieren kräftig, um ihre Kapazitäten aufzustocken.

Lange musste der Aufschwungan-

halten, bis in den Unternehmenein

nvestitionsschubinGangkam. Die

ndustrie- und Handelskammer

(IHK) Nord Westfalen hat diese

Trendwende im Münsterland bei

hrer jüngsten Konjunkturumfrage

ausgemacht.

DerGrundfürdieplötzli-

che Investitionsneigung:

Die Kapazitäten werden

immerknapper. Auchda-

für gibt es Ursachen: Der

Export läuft auf Hochtouren und die

Kaufl

aune bleibt gut. Karl-Friedrich

Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer

der Industrie- und Handelskammer

(IHK) Nord Westfalen, konnte deshalb

üngst bei der Präsentation der Ergebnisse

der IHK-Konjunkturfrage nur Bestnoen

vergeben: „Vollbeschäftigung im

Münsterland weithin erreicht“, „Stetiger

Expansionspfad hält 2018 an.“

Mit 127 Punkten hat der IHK-Konjunkurindikator,

der die aktuelle Geschäftsage

und die Zukunftserwartungen der

Unternehmen zusammenfasst, einen

sehr hohen Wert erreicht, der das langährige

Mittel um üppige 13 Punkte übersteigt.

Vor allem die aktuelle Lage sorgt

n den Betrieben für Hochstimmung.

Über 50 Prozent der Unternehmen hält

sie für „gut“, weitere 46 Prozent für „befriedigend“.

Mit drei Prozent Unzufriedenen

war die Restgröße niemals zuvor so

klein. „Das ist das beste Lage-Urteil seit

der deutschen Wiedervereinigung“, beonte

Schulte-Uebbing. Die glänzendsten

Zahlen meldet derzeit die Bauindustrie.

Diese Branche erwirtschaftete in der IHK-

Region, also im Münsterland und der

Münster | Münsterland

Emscher-Lippe-Region, 2016 den höchsten

Umsatz seit 20 Jahren.

Auch in der Industrie herrscht Hochstimmung.

Vor allem in mittelständischen Firmen

des produzierenden Gewerbes mit

20 bis 499 Beschäftigten mache sich der

deutliche Konjunkturaufschwung in den

europäischen Nachbarländern deutlich

bemerkbar, berichtete der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Der optimistische Blick in die Zukunft

wird durch einen Faktor getrübt: den

Fachkräftemangel. „Alle anderen Konjunkturrisiken

sind in ihrer Bedeutung

zurückgegangen“, berichtete Schulte-

Uebbing. Auch im Exportgeschäft trüben

Ihre Ansprechpartner:

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Ausgabe 7/2017

Schwierige Lehrlingssuche

Nur die Hälfte der Handwerksbetriebe konnte diesmal alle Stellen besetzen.

Das Handwerk würde gern mehr

Jugendliche ausbilden. Das hat

eine Umfrage der Handwerkskammer

Münster unter 145 Ausbildungsbetrieben

im Münsterand

und in der Emscher-Lippe-

Regionergeben.NurgutdieHälfte

(53 Prozent) konnte alle Lehrstellen

besetzen. Fast ein Viertel

(23 Prozent) sucht immer noch

Lehrlinge.

Gegenüber einer Umfrageaus2015istderAnteil

der Betriebe, die

keineBewerberfürihre

offenen Lehrstellen

4 198869 003501

MÜNSTER

MÜNSTERLAND

DASIDEALE WERBEMEDIUM 2018.JETZT BUCHEN!

2 0 0 4 3

Lebe

band

OFFEN GESAGT

Ein kleiner

Wermutstropfen

D

Trump, Erdogan und der Brexit die Stimmung

kaum noch. „Die Unternehmen

verstehen es, mit diesen Risiken umzugehen“,

betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Hinzu komme, dass sich die Drohung

des US-Präsidenten, Einfuhrzölle

einzuführen, inzwischen verfl

ie deutsche Wirtschaft

hält sich seit Jahren auf

einem kontinuierlichen Wachstumspfad.

Der Umsatz der Firmen

klettert in fast allen Branchen.

Gleichzeitig sind die Verbraucher

– dank unrentabler

Geldanlagen – dauerhaft in

Kaufl

aune.

Noch besser als im Bundesdurchschnitt

steht die Wirtschaft

im Münsterland da. Die

kleinteilige Struktur der Betriebe,

die nach dem Zusammenbruch

der Textilindustrie am

Ende der siebziger und zu Beginn

der achtziger Jahre entstanden

ist, beschert der Region

ihre besondere Wirtschaftskraft.

Die Wachstumsraten

sind noch etwas höher als

in vielen anderen Regionen

Deutschlands, am Arbeitsmarkt

herrscht nahezu Vollbeschäftigung.

Doch gerade die Lage am

Arbeitsmarkt liefert inzwischen

einen kleinen Wermutstropfen.

Denn künftiges Wachstum wird

vor allem von einer Komponente

behindert: vom Fachkräftemangel.

Ein Weg, diesem Defizit

zu begegnen, ist der technische

Fortschritt, der den

Arbeitskräftebedarf reduziert.

Deshalb überrascht es wenig,

dass die Unternehmen ihre Investitionen

hochfahren und

mehr Geld für eine Modernisierung

ihres Maschinenparks

ausgeben. Dennoch muss die

Facharbeiterlücke geschlossen

werden. Das Werben für die

duale Ausbildung muss deshalb

f üchtigt ha-

unbeirrt weitergehen.

Jürgen Stilling

be. ► Fortsetzung auf Seite 2

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In der Baubranche boomt das Geschäft zurzeit besonders stark. Foto: Fotolia

hatten, deutlich gestiegen – von 29

auf56Prozent.„DerTrendzurAkademisierungunddiesinkendeZahlder

Schulabgänger kommt zunehmend

bei den Betrieben an“, erklärt Kammerpräsident

Hans Hund. Er empfiehltdenUnternehmen,sichfrühzeitigumBerufsnachwuchszubemühen

undauchfürjüngereSchülergutbetreute

und interessante Praktika anzubieten.

Die Kammer werbe zudem

intensiv für die guten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

im Handwerk.

Sagten in der Umfrage vor zwei Jahren

noch drei Prozent der befragten

Ausbildungsbetriebe, dass ihre BewerbernichtdengewünschtenSchulabschluss

gehabt hätten, gaben dies

jetztelfProzentan.AlsweitereUrsachen

für unbesetzte Lehrstellen wurdengenannt:DieBewerberseienun-

zuverlässiggewesenoderderpersön-

licheGesamteindruckhabenichtge-

passt(j (eweilssiebenProzent);dieBewerberhättenbeimProbearbeitenzu

weniggewerkespezifischesTalentgezeigtoderseiennachderAuswahlabgesprungen

(j (eweils sechs Prozent).

Relevant sind auch mangelnde

Deutschkenntnisse der Bewerber:

DeswegenkonntenfünfProzentder

BetriebekeinenLehrvertragabschließen.

JugendlichenrätHansHund,

mobilundbeiderBerufswahlfl fexibel

zuseinsowiebeiBedarfSprachkurse

und Förderangebote zu nutzen.

Neben Jobcentern und ArbeitsagenturenhilftdieKammerweiter:Sieberät

zu Einstiegsqualifizierungen und

vermittelt Praktikums- und Ausbildungsplätze.

Betriebe bieten in der

Lehrstellenbörse aktuell mehrere

Hundert offene Lehrstellen an.

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27. März 2018

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GELD &GESCHÄFT 9

Auf Achterbahn-Fahrt

Seit Monaten sorgt die Kryptowährung Bitcoin an den weltweiten Finanzmärkten für Furore. Ist durch

digitales Geld die Stabilität des globalen Wirtschaftssystems bedroht?

Bitcoin-Münzen sind lediglich Symbol für die Kryptowährung, tatsächlich gibt es das moderne Geld nur digital imInternet.

Foto: Fotolia

OFFEN GESAGT

Gefährliches Spiel

Echtes Geld? Oder was verbirgt sich

hinter der Kryptowährung Bitcoin?

Der gewaltige Kursanstieg des Internet-

Produkts und die anschließende steile

Talfahrt des Werts hat auch Kleinanleger

neugierig gemacht. Kann man

nicht auch schon mit dem Einsatz weniger

Euro amgroßen Geschäft partizipieren?

Theoretisch ja. Es gibt im Internet

zahlreiche Anbieter, die mit Bitcoins

handeln und die jedermann Offerten

machen. Doch Vorsicht: Wer höhere

Renditen will als die mageren 0,01

Prozent Zinsen, die derzeit auf den

meisten Tagesgeldkonten und Sparbüchern

gezahlt werden, hat viele seriöse

Alternativen: Fonds und Aktien können

für risikobereite Sparer eine empfehlenswerte

Geldanlageform sein. Der

Bitcoin ist keine.

Der Handel mit Bitcoins ist nicht nur

für Geldanleger ein gefährliches Spiel.

Auch werden Stimmen immer lauter,

die gut begründen, dass Spekulationen

mit Kryptowährungen die weltweiten

Finanzmärkte ins Wanken bringen

könnten. Also: Finger weg!

Jürgen Stilling

Zunächst hat der Bitcoin viel versprochen

–und gehalten. Wervor einigen

Jahren oder nur Monaten in

die Kryptowährung investiert hatte

und im Dezember beim Kurs von

knapp 20 000 Dollar ausgestiegen

ist, wurde im Handumdrehen zum

Millionär –doch dann kam die Kurs-

Talfahrt.

Bitcoins wurden bereits im

Jahr 2008 erstmals durch

komplizierte digitale Verfahren

erzeugt, hatten anfangs

jedoch keinen Wert in anderen

Währungen. 2010 wurden die ersten

Wechselkurse durch Personen in Online-

Foren ausgehandelt. Der Wechselkurs

vonUS-Dollar nach Bitcoins bewegtesich

bis Ende 2011 meistens nur im einstelligen

Bereich. Erst im Laufe des Jahres

2012 wurden erstenennenswerteWechselkurse

zum US-Dollar ermittelt.

Interessant für Spekulanten wurde es

dann Ende 2013,als der Kurs der Kryptowährung

erstmals die 1000-Dollar-Marke

überschritt. Nach kräftigen Schwankungen

lag der Kurs Ende 2016 erneut bei

1000 Dollar.

Erst 2017 wurde die Wertentwicklung

spektakulär. Rasant stiegen die Kurse

dann kurz vor dem Start der Bitcoin-

Futures an der US-Börse MitteDezember.

Am 17.Dezember wurde ein Kurs vonfast

20 000 US-Dollar erreicht. Doch im Januar

begann dann eine steile Talfahrt, die

bis unter die Markevon 6000 Dollar führte.Innerhalb

vonwenigen Wochen mussten

Anleger somit einen Wertverlust von

bis zu 60 Prozent hinnehmen.

Auch wenn SteveStrongin vonder US-Investmentbank

Goldman Sachs einem

Großteil der derzeit rund 1500 Kryptowährungen

keine große Zukunft voraussagt,

sieht er aktuell Handlungsbedarf

und warnt vor allem für den Bitcoin vor

einer Preisblase.

Unter Druck stehen derzeit alle Digitalwährungen,

weil es in zahlreichen Ländern

rund um den Globus wachsende

Regulierungsbestrebungen gibt. Besonders

strikt geht Thailand gegen Digitalwährungen

vor. Künftig ist es Banken

und sonstigen Finanzinstitutionen in dem

Land verboten, Geschäftemit Digitalwährungen

zumachen. Den Instituten sei es

untersagt, inKryptowährungen zu investieren

oder mit diesen zu handeln, hieß es

jüngst in einem Rundschreiben von Notenbankchef

Veerathai Santiprabhob.

Auch der Generaldirektor der Bank für

Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)

in Basel, Agustin Carstens, hat ein strengeres

Vorgehen gegen digitale Währungen

gefordert. „Zentralbanken müssen

bereit sein, falls nötig zu intervenieren“,

sagte der neue Chef der Dachorganisation

der Notenbanken. Schließlich würden

Kryptowährungen wie der Bitcoin

die institutionelle Infrastruktur des Finanzsystems

nutzen. Dies würde ihnen

Anzeichen von Glaubwürdigkeit geben.

Hier beginne die Aufgabe vonNotenbanken,

die für glaubwürdiges Geld sorgen

müssten, sagte Carstens.

Kryptowährungen geben laut Carstens

nur vor, Währungen zu sein. Sie erfüllten

jedoch keine der grundlegenden Funktionen,

die in Lehrbüchernfür Geld genannt

werden. Die hohe Schwankungsanfälligkeit

erschwereetwadie Nutzung als Zahlungsmittel

und als Wertspeicher. Auch

alsRecheneinheit kämen Kryptowährungennicht

in Frage, so die BIZ. Die führenden

Finanzaufseher der EU haben jüngst

ebenso vor Gefahren durch Kryptowährungen

gewarnt. Man sei besorgt darüber,

dass eine zunehmende Anzahl von

Konsumenten virtuelle Währungen kaufe,ohne

sich der damit verbundenen Risiken

bewusst zu sein.

Doch nicht nur extreme Kursschwankungen

machen Kryptowährungen gefährlich.

Immer wieder verschaffen sich Hacker

illegal Zugriff auf Bitcoin und Co.

Das ruft Aufsichtsbehörden auf den Plan:

So hat etwa die japanische Finanzaufsicht

nach einem Millionen-Diebstahl

von Digitalgeld durch Hacker die Handelsplattform

Coincheckindie Pfl

icht genommen.

Die Plattform wurde angewiesen,

Sicherheitsfeatures zu installieren.

Insgesamt sind nach Expertenschätzungen

inzwischen Bitcoins im Wert von

mehreren Milliarden Euro entwendet

worden.

Jürgen Stilling

Michael Kottenstede,

ICT-Prozesstechnik,

Herzebrock-Clarholz.

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10 GELD &GESCHÄFT

Aus kleinen Anfängen

zu einer Topadresse

Die JurGrad gGmbH bietet seit 2002 inMünster berufsbegleitende Masterstudiengänge an. 300

Dozenten haben alles imBlick –vom Arbeitsrecht bis zur Unternehmensnachfolge.

Eine Geschäftsführerin, drei studentische

Hilfskräfte, ausgeliehene Sekretärin.

Eigene Hörsäle oder Lehrräume?

Fehlanzeige. Zum Seminar

ging man ins Schloss. –Inkleinem

Rahmen und mit einem bescheidenenStartkapital

nahm im Jahr 2002

JurGrad die Arbeit auf. Heute weiß

man: Die 25000 Euro, bereitgestellt

vomFörderverein derRechtswissenschaftlichen

Fakultät, wurden gut

angelegt. JurGrad zählt mitacht Studiengängen

und 300 Dozenten aus

dem In- und Ausland längst zu den

Topadressen auf dem Markt der berufsbegleitenden

rechtswissenschaftlichen

Masterstudiengänge.

Rechtsanwältin Kirsten

Schoofs führt seit September

2002 die Geschäfte von

JurGrad. Sie muss nicht lang

überlegen, wenn man Re

sich bei ihr nach den drei wichtigsten

Merkmalen der gemeinnützigen Organisation

erkundigt: „Unser breites Portfolio,

die Rund-um-die-Uhr-Betreuung und

die Erreichbarkeit unseres Dozententeams.“

Verbunden mit der großen Nähe

zur renommierten Rechtswissenschaftlichen

Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität

und der Innenstadtlage

am Picassoplatz und in der Königsstraße

könne JurGrad sich sehr gut sehen lassen.

Wer den Bereich der Seminarräume betritt,

weiß darüber hinaus, wasdamit gemeintist.

Die drei hellen modernen Einheiten

im Kettelerschen Hof an der Königstraße

entsprechen mit ihren Nebenräumen

und Aufenthaltsflf uren dem neuesten

Tagungsstandard. Kirsten Schoofs

führt Gäste gerne durchs Zentrum.

300 Dozenten –das bedeutet ein Höchstmaß

an Koordination und Planung. Unter

den Lehrenden sind nicht nur Hochschulprofessoren

der Rechts-und Wirtschaftswissenschaften

,sondern auch zahlreiche

Praktiker aus national und international

agierenden Kanzleien, Unternehmen

und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Auch Richter gehören zum Referententeam.

Klickt man sich im Netz durch die

lange Liste der Dozenten, stößt man

schnell auf renommierte Namen und

Adressen.

In vielen Masterstudiengängen, die jeweils

vier Semester umfassen, beginnen

bei JurGard aktuell die Vorbereitungen.

So zum Beispiel im Studiengang Erbrecht

Über drei moderne Schulungseinheiten verfügt die Einrichtung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Münster.

und Unternehmensnachfolge. Für Juristen

und Steuerberater, die sich auf diesem

Gebiet Spezialkenntnisse aneignen

wollen, eine gute Möglichkeit, neben

dem Beruf den Titel „Fachanwalt für Erbrecht“

oder „Fachberater für Unternehmensnachfolge“

zu erwerben. Belegt

wird eraber auch von mittelständischen

Unternehmerfamilien, die in der Firma

die Nachfolgefrage vorbereiten.

Voraussetzung für die Zulassung ist ein

erfolgreich abgeschlossenes rechts- oder

wirtschaftswissenschaftliches Hochschulstudium

–mit Staatsexamen oder

Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss.

Hier muss man allerdings zu den

besten 50 Prozent aller Absolventen einer

Hochschule gehören.

„Die ganz unterschiedlichen Voraussetzungen

stellen für die Dozenten eine Herausforderung

dar“, weiß Kirsten

Schoofs. Aber die Referenten genießen

auch den Austausch auf hohem Niveau.

Denn viele Studierende bei JurGrad bringen

einschlägige Berufserfahrung mit.

JurGrad verbindet. Einmal im Jahr findet

im September der JurGrad-Alumni-Tag

statt. Worum geht´s dabei: um juristische

Themen und ums Netzwerken. wk

JURGRAD GGMBH

Die gemeinnützige JurGrad ist Trägerin des Aus- und Weiterbildungsangebotes

der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität

Münster. Seit 16 Jahren bietet sie berufsbegleitende Masterstudiengänge an.

Durch die Zusammenarbeit mit Dozenten aus dem In- und Ausland gibt sie Teilnehmern

die Möglichkeit, sich optimal für Berufsbilder im nationalen und

internationalen Umfeld zu qualifizieren.

In folgenden Bereichen werden die Masterstudiengänge angeboten:

–Arbeitsrecht (LL.M.)

–Erbrecht &Unternehmensnachfolge (LL.M.)

–Immobilienrecht (LL.M.)

–Medizinrecht (LL.M.)

–Mergers &Acquisitions (LL.M./EMBA)

–Steuerwissenschaften (LL.M./EMBA)

–Versicherungsrecht (LL.M.)

–Wirtschaftsrecht &Restrukturierung (LL.M.)

Alleingesellschafter der JurGrad gGmbH ist der Freundeskreis Rechtswissenschaft

e.V.,der Förderverein der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Die Aufgaben der JurGrad umfassen die Organisation und Durchführung der

Studiengänge, die ständige Aktualisierung und Weiterentwicklung der Lehrangebote

und die kontinuierliche Evaluation der Studieninhalte und -veranstaltungen.

Darüber hinaus fungiert die JurGrad als Ansprechpartner für Teilnehmer

und Dozenten. Im Gegenzug obliegen der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen

Fakultät die Prüfung der Studierenden sowie die Verleihung des akademischen

Hochschulgrads an die Absolventen.

Erwirtschaftete Überschüsse kommen entsprechend dem Gesellschaftszweck

der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zugute. Dabei konnten

in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Projekte gefördert werden.

Foto: JurGrad

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GELD &GESCHÄFT 11

Gut vernetzt zum Erfolg

Der Marketing-Club Münster/Osnabrück zeichnete jetzt die Firma Raumfabrik aus.

Innovationsmanagement, Netzwerkgedanke

und Weiterentwicklung

von Dienstleistungsangeboten

–die Raumfabrik Münsterüberzeugte

damit die Jury und gewann jetzt

den 9.Marketing-Preis Münster/Osnabrück.

Die Auszeichnung nahm

Raumfabrik-GeschäftsführerSvenSchöpkerimRahmen

Empfangs des Marketing-Clubs

Münster/Osnabrück

mit über 200 Gästen aus Wirtschaft,

Politik und Gesellschaft vonClub-

Präsident Thomas Hans entgegen. Mit

dem Preis würdigt der Marketing-Club

herausragende regionale Marketing-

Leistungen von Unternehmen aus dem

Münsterland, dem Osnabrücker Land

und dem südlichen Emsland.

„Im Handwerk läuft es bekannterweise

derzeit sehr gut. Dennoch machen wir

uns permanent Gedanken darüber, wie

wir die Leistung für unsere Kunden weiter

verbessern und die Attraktivität des

Handwerks für jungeMenschen erhöhen

können. In Zeiten der Vollauslastung ist

es nicht immer einfach, Zeit zu finden,

um das Unternehmen indiesem Sinne

weiterzuentwickeln. Daher sind wir besonders

stolz darauf, den Marketing-

Preis in diesem Jahr erhalten zu haben“,

freute sich Schöpker.

Das Raumfabrik-Team befasst sich am

Hauptsitz inMünster und an den Standorten

in Düsseldorf und auf Norderney

mit der ganzheitlichen Planung, Gestaltung

und Umsetzung anspruchsvoller

Neu- und Umbauprojekte für Privatkunden.

In der Ausführung der Bauarbeiten

kooperiert die Raumfabrik mit einem festen

Stamm bewährter Handwerksunternehmen

und Lieferanten.

„Durch die Vernetzung von Architektur,

Planung und Handwerk ist es der Raumfabrikerfolgreich

gelungen, zielgruppengenau

ein neues Premium-Produkt im

Dienstleistungsbereich zu entwickeln

und als eigenständige Marke zuetablieren“,

würdigte Albert Hirsch, Sprecher

der fünfkf öpfigen Jury aus Marketingund

Kommunikationsexperten, die Leistung.

In beispielhafter Weise habe der

Preisträger ein effizientes und für die

Kunden attraktives wie auch effektives

Dienstleistungsangebot geschaffen. Zudem

konntedas Unternehmen mit einem

umfassenden Kommunikationskonzept

seine Bekanntheit stark ausbauen. „Ein

Unternehmen mit hoher Vorbildfunktion“,

befandauch Laudator Professor Dr.

Manfred Krafft vom Institut für Marketing

der Westfälischen Wilhelms-Universität

Münster.

Um den Marketing-Preis hatten sich im

vergangenen Herbst rund 30 Unternehmen

mit hochkarätigen Konzepten beworben

und die Jury vor eine schwere

Aufgabe gestellt.

Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren

fiel die Wahl auf die Raumfabrik,

die sich nun in die Riegenamhafter Preisträger

wie der UnternehmensgruppeHaverkamp,

Schönox, LR Health &Beauty

Systems, Winkhaus, Emsa, der emco

Group, der Ziegelei Hebrok Natrup Hagen

und Dermasence einreiht.

Verleihung des Marketing-Preises: (v.l.) Thomas Hans (Präsident Marketing-Club), Gerburgis A. Niehaus (Geschäftsführerin

Marketing-Club), Sven Schöpker (Geschäftsführer Raumfabrik), Kerstin Schöpker (Leitung Marketing

Raumfabrik), Albert Hirsch (Jury-Sprecher und Vize-Präsident Marketing-Club).

Foto: Bernd Oberheim

MARKETING-CLUB MÜNSTER/OSNABRÜCK

Der Marketing-Club Münster/Osnabrück e.V.fördert die Marketing-Kommunikation

in der regionalen Wirtschaft und ermöglicht seinen Mitgliedern Weiterbildung

und Wissenstransfer im Marketing-Management. Als Berufsverband gehört

der Club dem Deutschen Marketing-Verband e.V. (DMV) an. In diesem Jahr

feiert der Marketing-Club seinen 50. Geburtstag.

Rund 400 Einzelpersonen und Unternehmen nutzen den Marketing-Club als

Netzwerk zum Austausch von Informationen und Erfahrungen. Die Zugehörigkeit

der Mitglieder zu unterschiedlichen Branchen, Unternehmen und Marketing-Funktionen,

zu Lehre und Praxis macht den Club zu einem Forum gebündelter

Kompetenz und zur sprudelnden Quelle frischer Ideen und Impulse.


Mehrwert Design

Bei einem ersten Meetup inMünster könnte ein neues Netzwerk zwischen

Unternehmen, Produkt- und Industriedesignern entstehen.

GELD &GESCHÄFT 12

Produktdesign in der Region in den

Fokus rücken –damuss Peter Kirchhoff

seinen Expertenblick nur auf

Emsa richten, um zu sehen, welche

ChancenUnternehmen des Münsterlandes

noch ungenutzt lassen.

Dem münsterischen Produktdesigner

fällt als gelungenes

Beispiel besonders

das preisgekrönteDesign

von Markus Helb ins

Auge: Nicht nur funktional sind Folienschneider

und Fächerreibe, sondern auch

schön. Helb ist Chefdesigner des Emsdettener

Haushaltswaren-Herstellers und

hat schon viele Awards abgeräumt.Dabei

will er keine Kunst, sondern Produkte

schaffen, in denen nicht die Ästhetik zulasten

der Funktionalität geht: „Wir machen

kein Design für Designer,wir stellen

die Kundenwünsche in den Vordergrund“,

erklärt Helb.

Wenn Alessi der extravagante Sportwagenund

WMF die gehobene Luxusklasse

sei, so ordne Emsa sich gern als solider

Volkswagen ein. Seit elf Jahren bringt

Helb in Emsdetten sein trendiges Design

ins Spiel und aus Produktgeschichten

werden Erfolgsgeschichten.

Jüngst erhielt die Ponza Pumpthermoskanne

den Winner-Award des Industrieverbandes

„Halbzeuge und Konsumprodukte

aus Kunststoff“; ein Verband, der

auch die Konsumentenbedürfnisse im

Blick hat. Dem voraus gehenoft langwierige

Gestaltungsprozesse, die aus einem

ohnehin qualitativ schon hochwertigen

Produkt ein Trendprodukt macht, das

nicht zuletzt auch die Kassen klingeln

lässt.

„In der Hinwendung zu mehr Produktdesign

sehe ich für Unternehmen vieler verschiedener

Branchen eine ganz konkrete

Möglichkeit zur Erhöhung des Mehrwertes“,

betont Kirchhoff. Ob Dunstabzugshauben,

Gastro-Stühle oder Drucker für

den Computer –die Liste der designaffinen

Firmen der Region, die Kirchhoff im

Kopf hat, ist lang. Sie branchenübergreifend

zusammenzubringen, ist dem

Münsteraner eine Herzensangelegenheit.

Und ein Streben, das gut ins im Frühjahr

2017 gestartete Enabling-Innovation-

Konzept des Münsterland e.V. passt. Neben

Digital Solutions (digitale Lösungen),

Life Sciences (Lebenswissenschaften),

Materials and Surfaces (Werkstoffe

und Oberfl

ächen) und Sustainable Eco

(Nachhaltigkeit) ist Engineering Pro

eines der manifestierten fünf Innovationskompetenzfelder.

Und damit eine schlummernde Kraft im

Münsterland, die eines Speedstarts bedürfe:„Produktdesign

hat für uns als besondere

Ingenieursleistung großes Innovationspotenzial“,

erläutert Bernd Büdding,

Projektleiter der Innovationsförderung

beim Verein Münsterland e.V.

Zusammen mit Kirchhoff hat der Wirtschafts-

und Kommunikationswissenschaftler

für Anfang März 2018 ein Meetup

im Digital Hub am Hafen organisiert:

„KMU können sich stärker aufs Produkdesign

fokussieren, ihr Geschäftsmodell

verändern und Nischen besetzen“, resümiert

Büdding.

Denn: „Wir entwickeln für gesättigte

Märkte –das ist eine besondere Herausforderung

an die Innovation derProdukte“,

ist Emsa-Designer Helb sich sicher.Er

wirdbeim Meetup über „Produktdesign –

bei Emsa ein Erfolgsrezept“ referieren.

Dass seine Prototypen in Emsdetten aus

dem 3D-Drucker kommen, ist für Helb

„daily business“. Inwieweit die Unternehmen

der Region diese neue Technikinihr

Produktdesign einbinden können, darüber

spricht Zlatko Kraljevic vom Designstudio

Zone.K bei der Enabling-Veranstaltung

am Hafen.

Produktdesigner und Kollege Kirchhoff

ist erfahrener Netzwerker: Zusammen

mit Prof. Steffen Schulz von der Fachhochschule

Münster hat er während der

Skulpturprojekte mit „Designdoppelpunkt“

ein Netzwerk zwischen Handwerk

und Designern forciert; beim Projekt

Iserlohner Haken hat er Designer

und Architekten zusammengebracht.

Ob und inwieweit beim Meetup gleichein

Netzwerk –Stefan Adam von der Transferstelle

der Fachhochschule Münster

schlägt den Bogen zwischen Wissenschaft

und Wirtschaft –gegründet wird,

lässt Innovationsförderer Büdding völlig

offen: „Das schöne an diesem Format ist,

dass es eine Keimzelle für ein Netzwerk

sein kann oder aber einfach nur ein Scannen

der Interessen.“ Maike Harhues

Speed mit 3D-Druck: Die Designer Peter Kirchhoff und Zlatko

Kraljevic wollen Innovationsprozesse regionaler Unternehmen durch

beratendes und begleitendes Produktdesign stärken. Foto: Kirchhoff

MEETUP

Das erste Meetup zum Thema Produkt- und Industriedesign

im Münsterland richtet sich an Produkt- und Industriedesigner

und designaffine Unternehmen und Einrichtungen.

Gemeinsam soll die Frage „Ist Produktdesign nur

schön oder entscheidend für den Erfolg?“ beantwortet

werden. Gastgeber sind Bernd Büdding (Münsterland e.V.)

und Peter Kirchhoff (Initiator) am 8. März um 16.30 Uhr

im Digital Hub Münsterland, Hafenweg 16inMünster. Inputgeber

sind Markus Helb von Emsa („Produktdesign –

bei Emsa ein Erfolgsrezept“) und Zlatko Kraljevic von

Zone.K („3D-Drucker bei der Produktentwicklung“). Im

Anschluss führt FabLab-Manager Konrad Schniedenbach

durch das Fabrikationslabor. Anmeldung unter

www.meetup.com.

-ma-

Interpretation

des Hakens

Designer und Architekten schufen 14 individuelle Entwürfe.

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Nutzwert trifft Ästhetik für die zeitgemäße

Interpretation des klassischen

Garderobenhakens der Marke

„Iserlohner Haken“ der Metallfabrik

Hermann Schwerter.

Zehn international bekannte

Architekten und Designer

vonLondon über Münster bis

Wien wurden vom Initiator

des Projekts, PeterKirchhoff,

ausgesucht und eingeladen, dem Haken

als Einrichtungsgegenstand und als

Wandobjekt eine neue Perspektivezueröffnen.

Die Gestalter, unter ihnen auch

Prof. Steffen Schulz, kamen dabei zu

überraschenden und zugleich vertrauten,

zu spielerischen und zugleich innovativen

Ergebnissen.

„Wichtig warenmir

die hohe Entwurfsqualität

und die

unterschiedlichen

Anknüpfungspunkte

zum Entwurfsowie

eine hohe

Verarbeitungsqualität

bei ausgeprägter

Detailgenauigkeit“,

betont

Kirchhoff. Jeder

einzelne Iserlohner

Haken kann als

„kompaktes architektonisches

Statement“

gelten. Die

komplette Kollektion

von 14 Entwürfen

wird inder

Region Iserlohn gefertigt.

„Die Verknüpfung zu Münster als meine

Heimatstadt hat die Auswahl der Architekten

und Designer natürlich beeinfl

usst, da mich die Architektur von Peter

Wilson und Julia Bolles-Wilson sowie von

Jan Kleihues und Peter Bastian, die in

Münster präsent ist, sehr begeistert“, erläutert

Kirchhoff.

Die Design-Stückeerfüllen auch funktionale

Vorgaben. Deshalb überzeugten sie

auch einen prominenten öffentlichen

Auftraggeber: Türdrücker und allein

20 000 Fenstergriffe von Jan Kleihues,

die mit seinem Haken-Design korrespondieren,

wurden, gefertigtvon Dorma, im

neuen Domizil des Bundesnachrichtendienstes

in Berlin verbaut.

-ma-

Iserlohner Haken: „8er“ von Jan Kleihues –20000 mit diesem

Kleiderhaken korrespondierende und von Kleihues entworfene

Fenstergriffe wurden im BND-Gebäude in Berlin verbaut.


NACHHALTIGKEIT 13

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CSR-HANDLUNGSFELDER

Auf diese vier Felder möchte sich

das CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland bei seiner Arbeit

konzentrieren:

–Mitarbeiterverantwortung: Kompetenzentwicklung,

Diversität, Gesundheitsprävention,

Vereinbarkeit

von Beruf und Familie, Work-Life-

Balance, Führung, faire Löhne,

Positionierung als attraktiver

Arbeitgeber

–Produktverantwortung: Innovationen

in Produkten und Dienstleistungen,

Digitalisierung und

Datenschutz, Verbraucherschutz,

Produktsicherheit, Produktmarketing,

Zertifizierungen, Siegel &

Labels, Globalisierung und nachhaltiges

Lieferantenmanagement

–Betrieblicher Umweltschutz:

Energieeffizienz, Klimaschutz,

Energieerzeugung, Ressourcenschutz,

Mobilität/Logistik, Instandhaltung

–Gemeinwesen: Spenden /Sponsoring

/Stiftungen /Corporate

Volunteering, lokale Kooperationen

in Infrastrukturen, Ausbildung,

Dialog zu unternehmerischer

Verantwortung

OFFEN GESAGT

Offene Türen

Inzahlreichen Unternehmen werden

die Türen weit geöffnet sein. Denn

die bisher bekannten CSR-Konzepte haben

gerade in kleinen und mittleren

Betrieben inhaltlich viel mit dem eigenen

traditionellen Rollenbild zu tun.

Wer sich nicht sozial gegenüber seinen

Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern

verhält und sich nicht in der

Gesellschaft engagiert, erleidet rasch

Schiffbf ruch. Und wer wirtschaftlich

denkt und handelt, kann Aspekte der

Nachhaltigkeit und der Umwelt gar

nicht außen vor lassen.

Das neue CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland steckt noch in den Kinderschuhen

und steht vor einer großen

Aufgabe, aber mit Geschick sollen sich

Mitstreiter gewinnen lassen. Denn Corporate

Social Responsibility ist –das

erkennt man rasch –eine neue und

wichtige Managementaufgabe. wk

Das Team des neuen CSR-Kompetenzzentrums Münsterland (v.l.): Lisa Geringhoff, Anne Stührenberg und Dr.

Udo Westermann

Sparringspartner auf dem

Gebiet der Nachhaltigkeit

CSR-Kompetenzzentrum Münsterland hat die Arbeit aufgenommen –Umfrage und Treff

en zum Auftakt

Die Europäische Kommission definiert

Corporate Social Responsibility

(CSR) ganz nüchtern so: „Integration

von gesellschaftlichen, ökologischen

und auch ethischen Themen

sowieFragender Menschenrechte in

die Geschäftstätigkeit und Geschäftsstrategie

[…] mit dem Anspruch,

gesellschaftliche Mehrwerte

für das Unternehmen und dieGesellschaft

zu erzielen.“

Deutlich praxisnäher wird

es, wenn Dr. Udo Westermann

vom neuen CSR-

Kompetenzzentrum Münsterlandfür

das Thema sensibilisiert:

„Große Unternehmen müssen

schon heutedarüber informieren, wie sie

Umwelt und Klimaschützenoderwie sie

darauf achten, dass ihre Zulieferfirmen

Menschenrechte einhalten. Und auch

kleinereBetriebe und Mittelständler werden

sich mehr und mehr mit CSR auseinandersetzen

müssen.“

Es kommt als Bewegung in das Trendthema

Nachhaltigkeit. Fachleute wie NRW-

Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas

Pinkwart sehen in der gesellschaftlichen

Verantwortung vonUnternehmeninzwischen

eine Schlüsselkompetenz. Kunden

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und Auftraggeber erwarten heute, dass

Unternehmen nicht nur die ökonomische

Seite imBlick haben, sondern auch gesellschaftliche

Verantwortung übernehmen.

Diese fängt beim Klimaschutz an

und hört bei der ressourcenschonenden

Herstellung von Produkten noch lange

nicht auf.

Das neue CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland, das vonfuturee.V.geführt

wird, will in den kommenden Jahren für

Unternehmen in der Region sowohl

Know-how-Träger und Kontaktstelle als

auch Coach und Sparringspartner sein.

Bis zum 30. September 2020 läuft die finanzielle

Förderung aus EU- und NRW-

Mitteln –inSumme400 000 Euro. Bis dahin

will das Team im Zusammenspiel mit

mehreren Partnern das Thema der verantwortungsvollen

Unternehmensführung

breit im Münsterland verankert haben.

CSR soll Bestandteil der regionalen

Entwicklungsstrategie werden und

gleichzeitig kleinere und mittlere Unternehmen

für die Zukunft stärken.

Eine große Aufgabe, bei der Dr.Udo Westermann

inzwischen von Lisa Geringhoff

und Anne Stührenberg unterstützt wird.

Strategische Partner des Kompetenzzentrums

sind die Fachhochschule Münster,

die IHK Nord Westfalen, die Handwerkskammer

Münster, Münsterland e.V., die

Stadt Münster, die Wirtschaftsförderungen

der Kreise Steinfurt und Warendorf

sowie Aschendorff Medien. Michael Radau,

Vorstand und Inhaber der Superbiomarkt

AG, engagiert sich als erster CSR-

Botschafter im Münsterland.

Laut Dr. Udo Westermann will man

mehrstufig vorgehen. Der Projektleiter

sucht augenblicklich vorallem den direkten

Kontakt zu Geschäftsführern und Inhabern

im Münsterland, um mit ihnen

über Nachhaltigkeit in allen Facetten

sprechen. „Unternehmermüssen CSR zu

ihrem persönlichen Thema machen“, ist

Westermann überzeugt. Es gehe schließlich

um Werteorientierung und um

Unternehmenskultur.

CSR-KOMPETENZZENTRUM

Das neue CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland –eins von sieben in

Nordrhein-Westfalen –will kleinere

und mittlere Unternehmen

gewinnen, gesellschaftliche Verantwortung

zu übernehmen. So

sollen sie ihren ökologischen und

sozialen Fußabdruck systematisch

verringern und nachhaltig wirtschaften

können. Das CSR-Kompetenzzentrum

wird aus Mitteln

des Europäischen Fonds für regionale

Entwicklung (Efre) gefördert.

Geführt wird esvom Verein „future

–verantwortung unternehmen“

mit Sitz am Spiekerhof in Münster.

Zurzeit bereitet das Kompetenzzentrum,

das in Münster am Spiekerhof seinen Sitz

gefunden hat, eine Erhebung vor. „Wir

wollen in einer Umfrage den CSR-Status

der kleinen und mittleren Unternehmen

im Münsterland erfassen“, berichtet Westermann.

Mit den Ergebnissen rechnet er

im Zeitraum April/Mai.Auch den Termin

für eine Auftaktveranstaltung des CSR-

Kompetenzzentrum Münsterland gibt es

inzwischen schon. Am 24. April will man

nachmittags im Freiherr-vom-Stein-Haus

in Münster über das regionale Projektinformieren.

Westermann schwebt vor, dass Unternehmen

demnächst in Gruppen-Workshops

ihrespezifischen CSR-Strategien erarbeiten,

Wissen austauschen und Gemeinschaften

bilden,die am Ende Keimzellen

für größere Netzwerke sind.

Für den Auftakt sieht der Projektleiter

gleich eine Fülle von Themen, über die

man auch im Münsterland intensiver als

heute sprechen könnte: Digitalisierung

und Datenschutz, Fachkräftesicherung,

Energie- und Ressourcenschutz sowie

Nutzungerneuerbarer Energien, Innovationen

und Produktverantwortung, Globalisierung

und Gestaltung der Lieferkette,

Spenden und Sponsoring.

wk

„Auch kleinere Betriebe und

Mittelständler werden sich mehr

und mehr mit CSR auseinandersetzen

müssen.“

Dr. Udo Westermann

„Unternehmer müssen CSR zu

ihrem persönlichen Thema

machen.“

Dr. Udo Westermann

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Nachhaltigkeit hat sehr viele Aspekte: Auch sparsamer Einsatz von Energie und Ressourcen in den Unternehmen

gehört dazu.

Foto: Deutsche Energie-Agentur


14 GELD &GESCHÄFT

++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE ++

1. März 2018: 12. Steinfurter Bioenergiefachtagung,

8.45 –17Uhr, FHMünster, Bismarckstraße 11, Steinfurt

1. März 2018: IT-Sicherheit organisieren und umsetzen,

Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf

mbH, 17.30 –19Uhr, blue technologies Ltd. &Co. KG,

Wieningen 32, Everswinkel

6. März 2018: Neue Regeln für den Datenschutz –die EU-

Datenschutzgrundverordnung, 16 –18.30 Uhr, IHK Nord

Westfalen, Sentmaringer Weg 61, Münster

6. März 2018: Dialogworkshop „Marktchance Europa“,

NRW.Bank Münster, 15Uhr, Gründer- und Innovationspark

Steinfurt III, Am Campus 2, Steinfurt

8. März 2018: 8. IHK-Azubi-Speed-Dating, 9–14Uhr,

IHK Nord Westfalen, Sentmaringer Weg 61, Münster

8. März 2018: Zukunft imMünsterland gestalten –

Klimaschutz als Chance begreifen, Wirtschaftsförderungsgesellschaft

(WFG) für den Kreis Borken, 13 Uhr, Tobit-

Campus, Parallelstraße 41, Ahaus

13. März 2018: Mobiles Bezahlen (Mobile Payment), 17 –

19 Uhr, Handwerkskammer Bildungszentrum, Echelmeyerstraße

1-2, Münster

14. März 2018: Personaltag der Handwerkskammer Münster,

10 –16Uhr, Handwerkskammer Bildungszentrum,

Echelmeyerstraße 1-2, Münster

21. März 2018: Unternehmensnachfolge, Vortragsabend

auf Einladung DER WIRTSCHAFT –Münster/Münsterland,

18 Uhr, Medienhaus Aschendorff, Ander Hansalinie 1,

Münster

21. März 2018: Wirtschaftsforum Münster –Die Zukunft

unserer Arbeit, ab 10.30 Uhr, WestLotto, Weseler Straße

108-112, Münster

9. April 2018: NRW-Batterietag, ab 10 Uhr, Messe- und

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

Auf Hochtouren

SVWL-Konjunkturindikator liegt erstmals bei 134 Punkten.

Die Geschäftsaussichten für Unternehmen

in Westfalen-Lippe sind ausgezeichnet.

Der Konjunkturindikator

des Sparkassenverbandes erreicht

mit 134,2 Punkten den höchsten

Wert seit Beginn der Aufzeichnungen

im Jahr 2003.

Die heimische Wirtschaft

setzt damit ihren seit fünf

Jahren anhaltenden Aufschwung

fort. „Die Expansionsgeschwindigkeit

nimmtsogar noch zu, und die Stimmung

der heimischen Wirtschaft ist optimistisch“,

schreibt der Verband.

Der Konjunkturindikator des Sparkassenverbandes

Westfalen-Lippe ermittelt

Zukunft der Arbeit

Wirtschaftsforum am 21. März bei WestLotto inMünster

Die Zukunft unserer Arbeit –dieses

Thema steht im Mittelpunkt des

Wirtschaftsforums Münster 2018,

das am 21.März (Mittwoch) ab 10.30

Uhr bei WestLotto an der Weseler

Straße in Münster durchgeführt

wird.

zweimal im Jahr aufGrundlagevon Umfragen

der acht Industrie- und Handelskammern

in Westfalen die Stimmung in

durchschnittlich rund 3100 Unternehmen.

In diese Analyse fl

ießen Daten des

Statistischen Landesamtes NRW sowie

Erkenntnisse aus der Geschäftsentwicklung

der 61 Sparkassen in Westfalen-Lippe

ein.

Aktuell bezeichnen 54 Prozent (Herbst

2017:50) der Betriebe ihreGeschäftslage

als „gut“, nur sechs Prozent der Firmen

stufen ihre Lage als „schlecht“ ein.

Wachstumsmotor bleibt die starke Inlandsnachfrage.

Am besten ist die Stimmung

weiterhin im Baugewerbe: 98 Prozent

der Unternehmen schätzen ihre Lage

als „gut“ oder „befriedigend“ ein.

Es geht nach Worten des Veranstalters

Prof. Dr. Gerhard

Nowaknicht darum, „Die Zukunft

unserer Arbeit“ allumfassend

darzustellen, sondern

Kernpunkte zudefinieren und zu

analysieren –und somit das Generalthema

zur Zukunftssicherung der Unternehmen

zu nutzen. Zahlreiche Experten wie

Dr. Ole Wintermann (Bertelsmann Stiftung),

Ines Imdahl (Rheingold Salon),

Prof. Dr. Wieland Appelfeller (FH Münster),

Reiner Zwilling (Leiter der Agentur

für Arbeit inRheine), Matthias Günnewig

(Vorsitzender des Aufsichtsrates

„münsterLAND.digital“) wirken in den

Meinungsforen mit. Nach einer Mittagspause

finden parallel drei Workshops

statt – Experimentierräume, Resilienz,

Digitalisierung. Weitere Informationen

unter ww

w w.wirtschafts-forum-muens-

ter.de


BRANCHEN &BETRIEBE 15

Prestigeträchtige Aufträge

Das Alstätter Holzunternehmen Haveloh hat sich mit ganz individuellen Projekten in der Branche

einen guten Namen gemacht. „Wir liefern nicht von der Stange“, sagt Junior-Chef Tobias Haveloh.

Diese dreigeschossige Bibliotheks-Verkleidung aus Eiche fertigten die Alstätter für einen Auftraggeber aus den Niederlanden.

Fotos: Haveloh

Ob Mitglieder der niederländischen

Königsfamilie regelmäßig an „Folly“

vorbeireiten oder daran entlangschlendern

und beim Anblickein wenig

verweilen, ist nicht bekannt. Bekannt

ist dagegen der Erbauer des

hölzernen Kunstobjektes am Schloss

Het Loo in Apeldoorn: Es ist das Alstätter

Holzunternehmen Haveloh.

Und „Folly“ ist nicht das einzige

Werk, mit dem sich die Münsterländer

in ihrer Branche einen Namen gemacht

haben. 2016 haben sie zum

Beispiel aus Anlass der Römertage

des LWL-Museums in HalternamSee

in beeindruckender Weise das Westtor

des Römerlagers nachgebaut.

Ein weiteres Großprojekt im

Portfolio des Betriebes ist das

dreigeschossige „Wälderhaus“

in Hamburg-Wilhelmsburg.

Initiiert wurde es von

der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

und konzipiert von Architekt und Designer

Andreas Heller. 2014 mit dem Hamburger

Architektur-Preis ausgezeichnet,

besteht die Fassade des Hotels und Museums

komplett aus Lärchenholz. Die

Zimmer sind ebenfalls naturnah aus regenerativen

Materialien gestaltet.

„Das sind natürlich schon prestigeträchtige

Aufträge“, schmunzelt Junior-Chef Tobias

Haveloh, dergemeinsam mit seinem

Vater Heinrich als Geschäftsführer die

Fäden in der Hand hält. „Aber wir arbeiten

für Privatkunden auch gerne eine

Nummer kleiner.“

Wobei es egal ist, welche Dimensionen

umzusetzen sind: „Wichtig ist stets: Wir

liefern nicht von der Stange. Egal, ob es

sich um ein Gartenhaus oder ein Millionen-Projekt

handelt, ob modernste

Architektur oder Denkmalpfl

ege. Alles

wird von uns individuell gestaltet“, betont

der 29-Jährige. „Jeder Auftragist für

uns etwas Besonderes.“ Und in jedenAuftrag

sind von Anfang bis Ende die Mitarbeiter-Teams

mit eingebunden.

►Fortsetzung auf Seite 16

So gut, dass wir ihn gern

zurücknehmen.

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1

Die Garantiebedingungen finden Sie unter www.mercedes-benz.de/junge-sterne

Das „Haus des Waldes“ ist nicht nur auf Grund seiner äußeren Fassade aus Lärchenholz ein absoluter „Hingucker“.

Innen verbergen sich ein Museum, Tagungsräume sowie ein Hotel. Viele der Zimmer sind ebenfalls mit

dem Rohstoff Holz gestaltet worden.

Fotos: Haveloh

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16 BRANCHEN &BETRIEBE

Das riesige Westtor des Militärlagers der Römer hat die Firma Haveloh anlässlich der Römertage im LWL-Museum in Haltern am See in 2016 angefertigt und auch mit eigenen Monteuren aufgebaut.

Ein Torfür die Römer

Der Westtor-Nachbau des Militärlagers wurde in Alstätte angefertigt und vor

Ort aufgebaut. Havelohs Spezialität: altes Eichenholz für die Restaurierung.

Eine fl

ache Hierarchie, wie wir

sie hierimUnternehmen praktizieren,

ist da natürlich klasse“,

schildern die beiden MeisterChristian

Rensing (28)und

Hermann-JosefFrankemölle(43)die Vorteile

nicht nur für das Betriebsklima, sondern

auch für die Arbeitsabläufe. „Die

Kunden haben bei allen Fertigungsschritten

stets den gleichen Ansprechpartner.

Die Mitarbeiter selbst können ihre Arbeit

über den gesamten Ablauf hinweg – von

der Planung bis zur Abrechnung –nachverfolgen.“

Das gilt für die dreigeschossige

Bibliotheks-Verkleidung aus Eiche für

einen Auftraggeber aus den Niederlanden

ebenso wie bei der Restaurierung des

Dachstuhls der nachgotischen Bonner Jesu-Kirche.

„Da haben wir ganz schön tricksen

müssen“, erinnert sichHermann-Josef

Frankemölle. „Die Tür, durch die wir die

gesamteBalkenlage–es warenimmerhin

300 Kubikmeter Holz –tragen mussten,

warein zwei mal zwei Meter großer,beziehungsweise

kleiner Durchgang. Die Kirche

hat zudem extreme Innenstadtlage.

Das warmehrals eine Herausforderung.“

Abläufe,die im Gedächtnis haften bleiben.

„So ist das aber mit vielen Projekten hier.

Wirsind im Radius vonHamburgbis München,

vonAmsterdam bis Fulda –vorwiegend

also in Deutschlandund den Niederlanden

–unterwegs. Mit einem dynamischen

Team, in dem auch die jungen Gesellen

die Chance bekommen, sich zu verwirklichen.

Man bekommt nicht einfach

einen Polier vordie Nase gesetzt, der sagt:

Tobias Haveloh hält als Geschäftsführer gemeinsam mit seinem Vater Heinrich die Fäden

in der Hand.

Fotos: Haveloh

Machmal! Man darfsichauch selber einbringen.

Das gibt jedem hier einenabsolutenMotivationsschub.

Sowohl der Seniorals

auchder Juniorchef haben großes Vertrauen

in uns“, weiß Christian Rensing

diesen Wesenszug zu schätzen. Er selbst

hat beiHaveloh seineLehreabsolviert und

anschließend seineMeisterausbildung erfolgreich

abgeschlossen.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der

Alstätter: „Wir sind die Einzigen hier im

Münsterland, die kubikmeterweise altes

Eichenholz aufk

aufen, um es für Restaurationen

aufzuarbeiten und einzusetzen.

Dazu bauen wir beispielsweise auf Höfen

alte Schoppen ab und lagern das noch zu

verwendende Holz in großem Stil beiuns

ein“,erzählt ChristianRensing.Rund 250

Kubikmeter, soschätzt er, halte Haveloh

momentan an alten Hölzern vor: Die größte

Dimension ist 40 mal 40 Zentimeter

stark und zehn Meter lang. Speziell bei

Restaurierungen könne man schadhafte

Stellen schließlich nicht mit neuen Produkten

ausbessern. „Und auch diese

Arbeiten habenihren Reiz“, weiß derjunge

Meister: „Da zeigt sich dann schnell,ob

man sein Handwerk auchohneMaschinen

beherrscht.Das ist dann Handarbeit ohne

Schrauben und Nägel, sondern mit Zapfenverbindungen.

Wie früher.“ Susanne

Menzel

HAVELOH GMBH

Gegründet wurde der Familienbetrieb

als Zimmerei-Tischlerei 1904 von Gerhard

Haveloh in einer gerade einmal

50 Quadratmeter großen Werkstatt.

Dachstuhlausbauten, die Fertigung von

Tennen- und Zimmertüren oder Aussteuermöbeln

waren die ersten Arbeiten,

die ausgeführt wurden. Der Gründer

verstarb 1947. Nachdem sein Sohn

Hermann 1949 aus der Kriegsgefangenschaft

zurückgekehrt war, führte er

die Firma weiter. Die Aufträge wurden

zumeist nach dem Kirchgang hereingeholt

und in der Woche abgearbeitet.

Nicht selten ging’s mit Fahrrad und

Handkarre zur Kundschaft.

Staatshochamt, Finanzbauamt oder

auch Bundeswehr trugen sich im Laufe

der Jahre indie Kundenkartei ein. Haveloh

entwickelte sich zu einem anerkannten

Ausbildungsbetrieb für die

Jugendlichen aus Alstätte und Umgebung.

Acht bis zehn Azubis zählt das

Unternehmen im Schnitt auch heute

noch. Zuletzt hat sich aus diesem

„Pool“ Lucas Rewer beim Landeswettbewerb

der Zimmerer in Arnsberg auf

das Siegertreppchen stellen können.

1967 trat der heutige Geschäftsführer

Heinrich Haveloh als Lehrling in die

Firma ein und bildete nach seiner Gesellen-

und Meisterprüfung die dritte

Generation im Unternehmen. Sohn Tobias

folgte 2011 als vierte Generation

mit auf den Chefsessel.

1989 wurde der Betrieb auf ein 10

000 Quadratmeter großes Grundstück

einer ehemaligen Ziegelei verlagert.

2001 wurden die Produktionshallen um

1000 auf aktuell 4000 Quadratmeter

vergrößert. 50Beschäftigte zählt die

Haveloh GmbH heute.

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27.3.2018

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Anzeigenschluss

ist am 9.3.2018


BRANCHEN &BETRIEBE 17

Schicker und stabiler Schutz

für Kunststoff

-Oberflächen

Langjährige Forschung wird belohnt: Mit der eigenen Produktion betritt die Sendenhorster

Laumann-Gruppe ineinem neuen Werk Neuland.

Bisher arbeitete die Firma VTS etwa

fünf Jahre lang gewissermaßen im

Verborgenen. Es wurde viel geforscht

und experimentiert, auch gemeinsam

mit Wissenschaftlern. Das

ist demnächst anders: Im Sendenhorster

Gewerbegebiet Ostheide

läuft der Bau für die Produkthalle

und die Nebenanlagen auf Hochtouren.Dach

und Fassade sind so

gut wie fertig gestellt, als

Nächstes kommt die Bodenplatteins

Gebäude. Darauf

folgen dann die Elektroinstallationen

sowie weitere Feininstallationen.

Bald soll produziert werden.

Die optimale Veredelung von Kunststoffprofiloberflf

ächen

für Fenster, Türen

und ähnliche Produkte

ist das Ziel.

Die Produktion ist

Neuland für die

Unternehmensgruppe.

VT

Sist die Abkürzung

für „Veka

Technologie Service

GmbH & Co.

Andreas Hartleif, Vorstandsvorsitzender KG“. Das Unternehmen

gehört zur

der Veka AG

Laumann-Gruppe

und ist eine eigenständige Schwesterfirma

der Veka AG. Wenn die Produktion

läuft, wirddie Firma einen neuen Namen

tragen. Die VT

Sselbst werde weiter Forschungsarbeit

leisten, erklärt Veka-Vorstandschef

Andreas Hartleif.

In der Sendenhorster Ostheide hat VT

S

ein Grundstück in der Größe von 20000

Quadratmetern gekauft, um an diesem

Standort seinen neuen Hauptsitz aufzubauen,

der sich bisher am Osttor in Sendenhorst

befindet. „Wir sind froh, dass

wir letztendlich hier in Sendenhorst für

die VT

Seine neue Heimat gefunden haben“,

sagt Hartleif. Zuvor gab esauch

Überlegungen für andere Standorte.

Im ersten Schritt wirdeineetwazehn Meter

hohe Produktionshalle mit einer

Grundfl

äche von 3500 Quadratmetern

errichtet. Im Anschluss wird zeitnah ein

zweistöckiges Verwaltungsgebäude mit

einer Grundfl

äche von 500 Quadratme-

Die Gebäudefassade steht schon: An der Ostheide entsteht bis zum Sommer ein Neubau für die Veka-Schwester VTS.

tern gebaut.„DieFertigung hat Priorität“,

kündigt Andreas Hartleif an. Mit Parkplätzen,

Infrastruktur und Grünfl

ächen

soll zunächst etwa die Hälfte der Grundstücksfl

äche genutzt werden. Später sei

sowohl eine Vergrößerung der Halle als

auch der Bau eines zweiten Verwaltungsgebäudes

möglich, wirft Hartleif einen

perspektivischen Blick in die Zukunft. Ob

das so kommt, werde sich zeigen: „Wir

betreten Neuland.“

Die Werkshalle soll im Mai bis Juni 2018

fertig sein. Dann soll auch die eigens entwickelteProduktionsanlage–ein

Unikat,

das in der Schweiz konstruiert wird–gebaut

und geliefert sein.

Allein die Maschine kostet sechs Millionen

Euro. Insgesamt werden rund elfMillionen

Euro investiert. „Der Zeitplan ist

total ambitioniert“, ist sich der Vorstandsvorsitzende

bewusst.

Josef Thesing

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Foto: Josef Thesing

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So wird sich das neue Gebäude in Sendenhorst einmal präsentieren.

Foto: Veka AG

VTS

VTS ist auf das Spezialgebiet der Oberflächentechnologien spezialisiert. In den vergangenen fünf Jahren

wurde hauptsächlich im hauseigenen Labor für Oberflächen-Analytik geforscht, untersucht und

geprüft. Jetzt wird produziert.

Das Produkt, das aus jahrelanger Entwicklungsarbeit hervorgeht, ist eine Dekorfolie zum Kaschieren

von verschiedenen Bauelementen wie Fenstern, Türen, Toren und weiteren Fassadenelementen. Die

Folie zeichne sich insbesondere durch ihr edles Design, die Langlebigkeit sowie ihre chemische und

mechanische Beständigkeit aus, teilt VTS mit.

Der Produktionsprozess ist die Beschichtung einer zugekauften Kunststoff-Folie mit einem speziellen

Kunststoff, der durch sein physikalisches Aushärteverfahren besonders robust sei und einen großen

Freiheitsgrad an Gestaltungsmöglichkeiten liefere. Das hochmoderne Verfahren ist ein „Rolle-zu-Rolle-Prozess“,

für den eigens eine neue Anlage konzipiert wurde. Die Geschäftsführung der VTS rechtfertigt

die große Investition in Grundstück, Gebäude und Sondermaschinenbau „mit dem großen

Potenzial des selbst entwickelten Produktes, das unter anderem andie Veka AG, anderen Tochtergesellschaften,

aber auch an andere Hersteller geliefert werden soll.“

jot

Kunden-Hotline

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zertifizierter Ökostrom

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18 BRANCHEN

OFFEN GESAGT

Feiern mit weniger Furcht

Die Furcht feiert mit. Die Bedrohung durch Anschläge

lauert überall. Deshalb lastet auf sämtlichen Veranstaltern

die Pfl

icht, eine wirksame Abwehr gleich mit einzuplanen,

wenn sie ein Event auf die Beine stellen. Wer Besuchermassen

mobilisieren möchte, muss ein belastbares Sicherheitskonzept

bieten –Barrikaden gegen Fahrzeuge, die

zu Waffen werden, gehören dazu.

Wenn der globale Terror eine Reaktion verlangt, die Schutz

bietet und sich im Alltag bewährt, dann hat eine kleine Firma

aus Greven offenbar die Antwort geliefert.

Mindestens für die meisten dieser Szenarien. Ob sich auch

schwerere Laster durch eine erweiterte Anordnung der Indutainer

bremsen lassen, stellt eine weitere Herausforderung

an die Entwickler dar.

Ein Ergebnis liegt aber schon auf der Hand. Die Pionierleistung

aus dem Münsterland hat schon völlig zu Recht die

Verantwortlichen in vielen Amtsstuben und Veranstalterbüros

überzeugt. Ob Kirmes, Konzert oder Weihnachtsmarkt –

hinter einer zähen Wasserwand lässt sich mit deutlich weniger

Furcht feiern.

Maike Harhues

Mit voller Wucht kracht der 7,5-Tonner auf die Wassercontainer –und wird gestoppt. Beim Test überzeugen die Ergebnisse

Wasserwand geg

Martin Siegbert, Geschäftsführer der Indutainer GmbH, hat

entwickelt. Selbst ein schwerer Lastwagen wird nach einem

Innovation im Terrorschutz: Martin Siegbert, Geschäftsführer der Indutainer GmbH, hat

eine mobile Straßensperre aus Spezialcontainern entwickelt.

Foto: Maike Harhues

Zuverlässig und schnell

Kompetenz rund um Digitaldruck

und Weiterverarbeitung,

das stellt die CCC Druck und

Medien GmbH in Münsters

Kreuzviertel bereits seit mehr

als 40 Jahren unter Beweis.

Im Laufe dieser Zeit hat sich

das Familienunternehmen beständig

weiter entwickelt –vom

Kopierladen zur Digitaldruckerei

mit umfangreichen Möglichkeiten.

Und seit einigen Jahren gehört

auch die Werbetechnik zur

breiten Produkt

- und Servicepalett

e, die unterschiedlichsten

Wünsche und Ansprüchen gerecht

wird. Mit den Geschäft

s-

bereichen Digitaldruck, Repro,

Copy Shop und Weiterverarbeitung

bietet das CCC eine der

breitesten Angebotspalettt en im

Münsterland. Weitere Möglichkeiten

bieten sich im Bereich

der Werbetechnik. Dazu zählen

beispielsweiseBanner,Displays,

Fensterfolien, Beachflags, Werbeaufsteller

oder Aufkleber.

Auch Autobeklebungen sind

dank unterschiedlicher Folien

möglich, und selbst Tapeten

können im CCC nach individuellen

Vorgaben bedruckt werden.

Kooperationen bei Offset- und

Siebdruckarbeiten erweitern

dieses Spektrum noch weiter.

„Von der Visitenkarte bis hin zum

großen Banner“, soGeschäft

s-

führerin Nadine Thöne fertigt

das Unternehmen heute eine

große Vielfalt an Produkten zuverlässig

und schnell. Und nicht

nur das: Auch die kompetente

Beratung der Kunden besitzt

hier einen hohen Stellenwert.

So kümmert sich stets ein und

derselbe Ansprechpartner um

die Wünsche der Kunden. Die

Beratung erfolgt in den Räumlichkeiten

an der Coerdestraße

im Kreuzviertel. Bei größeren

Auft

rägen nimmt der CCC-Werbetechniker

auch vor Ort Maß,

berät und gibt Tipps aus der eigenen

Erfahrung.

Dank moderner Technik können

„alle Materialien bedruckt

werden, die eben sind und bis

vier Zentimeter dick“, so Nadine

Thöne. Kunststoffe, Holz,

Aluminium, Spiegel oder auch

Glas können so mit individuellen

Wunschmotiven versehen werden.

Der Firmensitz in der Coerdestraße 44.

Anzeige

20 Mitarbeiter sowie die Auszubildenden

sorgen dafür, dass

Auft

räge beim CCC zuverlässig

und schnell erfüllt werden und

dass der Service stimmt. So

werden in Münster und den

Stadttt eilen auf Wunsch etwa

Unterlagen bei Kunden abgeholt,

die fertigen Auft

räge gebracht.

Das geschieht seit gut

fünf Jahren umweltschonend

und leise mit einem elekt

risch

angetriebenen Smart.

Umweltbewusstsein stellt das

Unternehmen auch durch die

Teilnahme am münsterischen

Energiesparprojekt

Ökoprofit

unter Beweis und setzte als

einer der ersten gewerblichen

Kunden in Münster zu 100 Prozent

auf Ökostrom.

AusgerechnetWasserstoppt den Terror wirksamerals

Beton: Wenn der 7,5-Tonner mit 48

Stundenkilometern auf die Indutainer

kracht, kommt er nach nur zehn Metern zum

Stehen. Dabei spritzt Wasser –aber weder

schießen Trümmer des Fahrzeugs noch Teile

der Straßensperre durch die Luft, die Menschen

noch zusätzlich verletzen könnten.

„Unsere mobilen Straßensperren absorbieren

die Aufprallenergie des Lkw. Das ist der

entscheidende Unterschied zum System mit

den Betonpollern. Derendoppelter Nachteil:

Sie halten das Fahrzeug nicht auf und verwandeln

sich beim Crash auch noch in lebensgefährliche

Geschosse“, erläutert Martin

Siegbert.

Der Geschäftsführer der Grevener Indutainer

GmbH hat ein mobiles

Straßensperren-System aus flexib-

len, faltbaren Containern entwickelt,

die sonst vorallem in der Chemieindustrie

eingesetzt werden, in denen aber

auch fl

üssige Lebensmittel wie Honig oder Presskuchen

transportiert und gelagert werden. Die

blau beschichteten Containerwände sind aus Polypropylengewebe,

die Wabenstruktur bekommtdas

faltbare System durch Verbindungsfäden. Stabilität

verleiht Polyurethanschaum, der in die Hülle

gespritzt wird und nach der Befüllung die ganze

Fertigungshalle erwärmt.

„Bis zu 70 Grad wirdder Indutainer beim Aushärtenwarm“,

erklärt Siegbert. Das Ergebnis ist hart,

aber dennoch fl

exibel. Wichtigstes Kriterium für

die neue Nutzung: Als Schutzwand gegenden Terrorwerden

mehrere, miteinander verbundene faltbare

Industriecontainer mit jeweils 1500 Litern

Wasser befüllt –sie wirken beim Aufprall wie ein

Puffer, der im Falle des Falles das Terrorfahrzeug

auffängt, den Lkw bis zur Fahrunfähigkeit zerlegt

und komplett innerhalb von zehn Metern

bremst.

Terroranschläge wie beispielsweise in Barce

hätten durch die Schutzwand aus Greven ver

dert werden können. Dass Siegbert sein Stra

sperrensystem ausgerechnet am gleichen Tag

der Dekra in Bielefeld testen und zertifizi

lässt,andem nur wenige Stunden später in de

talonischen Metropole durch einen Anschlag

einem Lieferwagen16Menschen sterben und

verletzt werden, ist wohl Ironie des Schick

Eine,die das kleine Unternehmenmit nur fünf

arbeitern aus Westfalen bundesweit bek

machte. Das Youtube-Video vomDekra-Test s

am 17.August2017bereits online, als sich Jou

listen nach Vermelden der eigentlichen Sc

ckensnachrichten dem Thema widmeten, wie

solche Attacke zuverhindern sei: „In der Ber

erstattung nach dem Anschlag wurde natü

auch dem Terrorschutz viel Raum gegeben –

man solche Anschläge, bei denen Lieferwa

oder Lkw zu Waffen werden, stoppen kann“, e

nert sich Siegbert.

Doch das Indutainer-System ist eine mobile S

ßensperre, das heißt, vorallem dafür gut geeig

um Weihnachtmärkte, Volksfeste und Großve

staltungen zu schützen und nicht Fußgängerzo

wie den AnschlagsortinBarcelona dauerhaft z

chern. Ins Stadtbild integriert, sind elektrisch

senkbare Poller die ästhetischere Variante.

Im temporärenEinsatz liefert das leichteHand

der Indutainer einen entscheidenden Vorteil

sind faltbar,zusammengelegt passen acht Stü

einen Pkw-Kombi, und die im Leergewichtelf K

gramm schweren Spezialcontainer sind imH

umdrehenaufgestellt: „Eine einzelnePerson k

das System in 30 Sekunden aufb

auen“, bete

Siegbert. Ein bisschen dauert es allerdings sc

bis danach 1500 Liter Wasser aus einem Hyd

ten, naheliegendem Gewässer gepumpt oder

Druck und Medien GmbH

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Telefon (0251) 92201- 0

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Geschäft

sführerin

Nadine Thöne

Für die Kirmes in Saerbeck im Kreis Steinfurt haben Mitarbeiter des Bauhofes die Indutainer

per Hydrant befüllt.

Foto: Indutainer


BETRIEBE 19

Der Erfolg

des Pioniers

Uwe Hagemann, Gutachter bei der Dekra, sieht im

neuen Grevener System viele Vorteile.

nicht nur den Dekra-Gutachter –die mobile Straßensperre aus Greven wird zertifiziert.

en den Terror

eine bewegliche Straßensperre aus Spezialcontainern

Crash schnell anseiner Weiterfahrt gehindert.

auslona

hinenvon

eren

rkamit

120

sals.

Mitannt

tand

rnahreeine

ichtrlich

wie

gen

rin-

tra-

net,

rannen

usiab-

ling

Sie

k in

iloandann

uert

hon,

ranaus

einem Tankwagen durch den Füllstutzen ins Innere

einer Innenfolie gefl

ossensind. Schweres Gerät

ist zum Aufb

au jedenfalls nicht erforderlich, Mitarbeiter

von Ordnungsämtern und Feuerwehren

oder auch Privatpersonen schafften dies mit beiliegender

Anleitung, ergab die Probe in der Praxis.

Die Feuerwehr war esauch, die den Grevener

Unternehmer auf die Idee brachte,seinen Spezialcontainern

eine neue Funktion zu geben: „Die

Feuerwehr Bad Homburgbrauchteein zuverlässigesContainersystem

für Streusalz, das bedarfsgerecht

inunterschiedlichen Mengen entleert werdensollte“,

berichtet Siegbert. „Ob wir sonst noch

etwas für sie tun könnten, habe ich damals gefragt

–und wir konnten“, so der Betriebswirt. Gemeinsam

mit den Wehrleuten entwickelteder Chef von

Indutainer das Straßensperren-System, die Anforderungen

der Bad Homburger an das Endprodukt

warensehr präzise: Das Bilden einer Rettungsgasse

sollte insehr kurzer Zeit möglich sein (im Notfall

kann das Wasser aus den Indutainern sehr

schnell entweichen), die Straßensperre sollte auf

jedem Untergrund aufgebaut werden können und

eine Mehrfachnutzung solltemöglich sein. „Die Indutainer

haben einentextilen und damit fl

exiblen

Unterboden. Mit Wasser befüllt passt sich dieser

optimal den üblichen Straßenbelägen an –egalob

Asphalt, Beton oder Kleinpfl

aster“, ist Siegbert

sich sicher. Und: „Beim Aufprall eines Fahrzeugs

erfolgt nur eine geringfügige Verschiebung der

Sperre. Zeitgleich wirdder Indutainer gekippt und

das definierte –und gewünschte –Aufplatzen erfolgt.“

Wasein zusätzliches sehr gutes Warnsignal im Falle

einesTerroranschlags für eine Menschenmenge

bei Kirmes oder Adventsmarkt in Saerbeck wäre.

Ein Alarm, der aber eben nur aus spritzendem

Wasser besteht und nicht aus zersplittertem Beton,

„der wie Schrapnelle durch die Gegend fl

iegt und

Leute verletzt“, markiert Ludger Hartken, zweiter

Foto: ESMedia und Fotografie

Vorsitzender des Saerbecker Verkehrsvereins, den

Unterschied. Nach Beratung mit Polizei und Ordnungsamt

hat sich der Verkehrsverein der Münsterland-Gemeinde

für die Anschaffung von 20Indutainern

entschlossen. „Eine Lösung, die für uns

im Gegensatz zu elektrisch absenkbaren Pollern

auch pekuniär darstellbar war“, wie Hartken betont.

Und die Gemeinde hat sich diese mit einer

Haube überzogenen Indutainer dann auch gleich

für eine GroßveranstaltungEnde September 2017

geliehen. „Für die Kirmes haben wir die Indutainer

noch per Hydrant befüllt, das dauerteziemlich lange.

Beim Adventsmarkt haben wir dann eine

Übung der Jugendfeuerwehr mit großem Löschtankfahrzeug

gemacht –dawaren die Straßensperren

in Minuten voll.“

In 2,42 Minuten, um genau zu sein. Das weiß Agnes

Reckert. Denn die Eventmanagerin der Werbegemeinschaft

Bochum-Lingen hat beim Aufb

au am

Morgen des Rosenmontages die Zeit gestoppt, als

die Bochumer Feuerwehr die Indutainer im Ruhrgebiet

befüllte. Statt Laster querzustellen, hat Reckert

lange nach einem effektiven und zertifizierten

Sicherheitskonzept mit Wassertanks gesucht

und ist vonder Lösung aus Greven auch persönlich

ganz begeistert: „Dass ich als Frau die faltbaren

Container selbst tragen und aufstellen kann, hat

mich zusätzlich überzeugt.“

Eine weitere Funktion des Containers will Geschäftsführer

Siegbert jetzt der Stadtverwaltung

Emsdetten, die die Indutainer ebenfalls schon als

mobile Straßensperre nutzt, schmackhaft machen:

Zusammen mit der Uni Bremen hat Siegbert

die Indutainer mit vorgelagerter Plane im Hochwasserschutz

getestet: „Statt eines in drei Minuten

befüllten Containers müssen 250 Sandsäcke befüllt

und gestapelt werden –und unsereContainer

können in Endloskette aufgestellt werden. Das ist

ein ziemlich starkes Argument.“

Maike Harhues

Es gleicht dem Ei des Kolumbus

–Uwe Hagemann, Diplom-Ingenieur

und Gutachter

bei der Dekra Bielefeld, würdigt

die Pionierleistung der

Grevener Firma Indutainer GmbH, die

für Großveranstaltungen ein zertifiziertes

Sicherheitskonzept entwickelt hat.

Über die Chancen und Grenzen der neuen

Technik sprach unsere Autorin Maike

Harhues mit dem Experten.

Die Frage, wie öffentliche Großveranstaltungen

vor Terroranschlägen

unter Einsatz von Fahrzeugen geschützt

werden können, treibt derzeit

wohl alle Städte und Gemeinden

um. Wie bewerten Sie die Lösung

per Indutainer?

Uwe Hagemann: Indutainer hat eine

Lösung vorgestellt, die sich nicht nur als

wirksam erwiesen hat, sondern auch beträchtliche

Vorteile in der Handhabung,

bei der Lagerung, im Auf- und Abbau sowie

bei der Beförderung aufw

eist.

Gelangt die Abwehr per Indutainer

an Grenzen –durch Fahrzeuggröße

oder Geschwindigkeit beim Aufprall

–und ist es realistisch, dass

dieses Szenarien tatsächlich drohen?

Hagemann: Wie bei den meisten Systemen

kann die Grenze unter anderem

durch die Art und Anzahl der aufgebautenBehälter

noch weiter angehobenwerden.

Neben der physikalischen Wirkung

dürfte die „Indutainer-Wand“ aber auch

durch ihr Erscheinungsbild einen gewissen

Respekt auslösen, so dass man sich

den Versuch eines Durchbruchs nur

schwer vorstellen kann.

Liegt ein Risiko darin, dass die Indutainer

womöglich sabotiert, also

etwa kurz vor einem Anschlag geleert

werden können und ihre

Uwe Hagemann, Ingenieur und Gutachter

Dekra Bielefeld

Foto: Dekra

Schutzfunktion damit entfällt?

Hagemann: Durch eine Entleerung würden

die Indutainer sicherlich ihre Wirkung

verlieren. Es wäre zuprüfen, wie

lange soetwas dauert und welche Zeitspanne

der Vorwarnung dadurch entsteht.

Würden Sie angesichts der Vorteile

dieses Verfahrens insgesamt von

einem Ei des Kolumbus sprechen?

Hagemann: Man hat sich bei Indutainer

Gedanken gemacht abseits der bekannten

und vielleicht auch naheliegenderen

Methoden. Wenn die Umsetzung dann

gelingt, darf man wohl vom Erfolg des

Pioniers sprechen.

Müsste nicht ein obligatorisches

Zertifikat eingeführt werden, das

den Nachweis erbringt, obSperren

überhaupt ihre Funktion erfüllen?

Hagemann: Wie bei vielerlei technischem

Gerät sollte ein Zertifikat auch in

Bezug auf mobile Straßensperren Auskunft

über deren Eigenschaften geben.

Ein diesbezügliches von Indutainer entwickeltes

Anforderungsprofil liefert bereits

eine interessante Grundlage.


20 BRANCHEN &BETRIEBE

Putz und Stuck –die nicht

alltägliche Herausforderung

Die Warendorfer Firma Vorwerk denkt bei Fassaden und Wänden gleich an Charakter und

Ausstrahlung. Dafür werden Putzmaterialien sogar nach eigenen Rezepturen erstellt.

Schwarzer Kratzputz ander Decke?

Oder eine Wohnzimmerwand in

Schlangenhaut-Optik? Vielleicht

auch eine Einlegearbeit aus Goldwachs

an der Wand? „Erst, wenn

man etwas ausprobiert, weiß man,

wie faszinierend es aussehen kann“,

sagt Frank Vorwerk aus Überzeugung.

Ermuss es wissen, denn als Geschäftsführer

der Heinz Vorwerk

GmbH hat er mit seinem

Unternehmen schon so

einiges ausprobiert, wenn es

um das Veredeln vonWänden und Fassaden

geht. Von historischen Gebäuden,

über neu geschaffene Sakralbauten bis

hin zur edlen Villa in Südfrankreich

reicht die Bandbreite der Herausforderungen

der Vorwerk GmbH, die im vergangenen

Jahr auf ein 40-jähriges Bestehen

zurückblicken konnte.

Wie diese Herausforderungen an einer

Wand tatsächlich wirken, verrät ein Blick

in die Ausstellungsräume der Firma Vorwerk

in Warendorf. Und dort ist die Versuchung

groß, das Zusammenspiel von

Materialien, Farben und Formen, die das

Thema Putz und Stuck imArbeitsalltag

immer wieder zu einer Herausforderung

machen, einfach mal genauer unter die

Lupe zu nehmen.

Wer mit der Handfl

äche vorsichtig über

eine Oberfl

äche streicht, die mit einer

Schlangenhaut-Putztechnik gefertigt

wurde, oder über eine Fläche mit Calce-

Exclusiva-Kalkputz, der ist fasziniert von

der Lebendigkeit und Individualität, die

eine Wandfl

äche ausstrahlen kann. Wozu

noch Kunst an der Wand? Die Wand ist

die Kunst. Das Miteinander vonMarmormehlen,

Kalken und Pigmenten verleiht

der Oberfl

äche eine Persönlichkeit mit

Charakter und Ausstrahlung. Da werden

Frank und Heinz Vorwerk (v.l.) setzen auf Kreativität.

Viel Einfühlungsvermögen und Geduld sind erforderlich, wenn denkmalgeschützte Stuckarbeiten restauriert und bewahrt werden sollen.Fotos: Vorwerk

Wände und Fassaden plötzlich mit Leben

erfüllt.

Aber genau hier liegt aus der Sicht von

Frank Vorwerk, Geschäftsführer der

Heinz VorwerkGmbH,auchein Problem.

„Die Schwierigkeit ist, diese Vielfalt an

Gestaltungsmöglichkeiten auch an die

Kunden heranzutragen. Die Leuteerwarten

soetwas meistens nicht von einem

Stuckateur.“ Deshalb hat sich Vorwerk

schon vorJahren auf die Suche gemacht,

wie eine Präsentation von Wand- und

Fassadenoberfl

ächen tatsächlich die

Emotionen ansprechen kann. „Das geht

auf keinen Fall in einer Baustellen-Atmosphäre“,

sagt Vorwerk auch heute noch.

Als sich vor Jahren die Gelegenheit bot,

mit der Gründung von „krukenkamp am

Kai“ am Kreativkai in Münster einigeBeispiel-Flächen

in den dortigen Ausstellungsräumen

zu präsentieren, war das

für die Firma Vorwerk eben ein solcher

Schritt, weg von der Baustellen-Atmosphäre

hin zu einer Präsentation mit

Wohnraum-Charakter. Seither präsen-

„Die Leute erwarten soetwas

meistens nicht von einem

Stuckateur.“

tiert die WarendorferFirma verschiedene

Oberfl

ächentechniken in den Geschäftsräumen

des Raumausstatters Gerold Berges,

die die Vielfalt widerspiegeln, mit

der Wände zum Leben erweckt werden

können.

Als Heinz Vorwerk 1977 die Firma gründeteund

denSchritt in die Selbstständigkeit

im Putz- und Stuckateurhandwerk

wagte, da war die

Kelle das Arbeitsgerät

schlechthin, und

geputzt wurden

vorwiegend die Innenwände.

Von

dem Charakter

Frank Vorwerk

einer Putz-Wand

war danoch nicht

die Rede. Heute

müssen Oberfl

ächen intelligent sein –ob

innen oder außen. Ihre Diffusionsfähigkeit

ist wichtig für ein angenehmes

Raumklima. Moderne Baustoffe müssen

aufeinander abgestimmt sein. Vorwerk

Senior war von Anfang andavon überzeugt,

dass Fassaden und Wände einem

Gebäude sein Gesicht geben. Deshalb hat

Heinz Vorwerk, ebenso wie seine Söhne

Frank (Geschäftsführer) und Jörg (Stuckateurmeister)

vonAnfang an auf Kreativität

und den Mut, stets etwas Neues zu

probieren, gesetzt. Genau deshalb findet

sich im Hause Vorwerk auch eine „Hexenküche“

wie der Arbeitsraum oftmals fast

liebevoll genannt

wird, der hinter

einer gläsernen

Wand den Blick freigibt

auf ein buntes

Sortiment an Farben

und Zutaten.

„Wir mischen auch

Putzmaterialien

nach eigenen Rezepturen.

Es besteht letztlich immer die

Möglichkeit, Materialien individuell anzumischen

und einzufärben, um damit

eine ganz persönliche Gestaltung zu

schaffen“, zieht Frank Vorwerk Bilanz.

►Fortsetzung auf Seite 21

VertieftesWissenerworben

ConradKlöcker istnun Fachanwalt fürArbeitsrecht

Es sei eine gute Zusatzqualifikation, da ist sich

Conrad Klöcker sicher. Seit Januar darf er sich

Fachanwalt für Arbeitsrecht nennen – und

punktet inZukunft mit seinem vertieften Wissen:

„Es ist sinnvoll, um die Mandanten spezialisiert zu

beraten“, erklärt der Anwalt der Kanzlei „Klöcker,

Knippenbergund Partner“.

NachdemerimJahr 2009 an der Westfälischen-Wilhelms-Universität

das erste Staatsexamen und zwei

Jahre später das zweite Staatsexamen mit Prädikat

abgeschlossen hatte, begann er im Oktober 2016

mit der Vorbereitung auf die Zusatzqualifikation.

Rechtsanwalt Klöcker ist seit nunmehr sechs Jahren

vornehmlich auf dem Gebietdes Arbeitsrechts tätig

und zählt sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen

zu seinen Mandanten. Aus diesem Grund sei

die Fachanwaltschaft auch „logische Konsequenz

gewesen“. Für eine fundierte und durchsetzungsstarkeInteressenvertretung

sei eine Spezialisierung

unabdingbar. Die enge Zusammenarbeit mit den

Steuerberatern ermögliche es zusätzlich, die Beratung

und die rechtliche Vertretung optimal an die

Bedürfnisse der Mandanten anzupassen. Seit dem

9. Januar ist Rechtsanwalt Klöcker berechtigt, den

Titel „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ zu führen.

Regelmäßig mussersich nunfortbilden und dieses

auch nachweisen. „Sonstbleibtman nichtauf dem

Laufenden, was die aktuelle Rechtsprechung angeht“,

weiß er.Die Kanzlei Klöcker,Knippenbergund

Partner hatihren Hauptsitz in Ladbergenund Niederlassungen

in Münsterund Tecklenburg. Die Steuerberater,

Rechtsanwälte und Finanzberater nehmen

die Herausforderung an, Vermögen und Werteihrer

Mandantenzuschützen –mit Objektivität,Disziplin,

Präzision und Engagement. Obunternehmerische

oder privateAnliegen,ihreMaxime lautetstets: „Wir

streiten für unsere Mandanten partnerschaftlich

–Anzeige –

Rechtsanwalt Conrad Klöcker istberechtigt, zugleich den Titel „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ zu führen.

und entschlossen.“ Vier Partner (jeweils zwei Steuerberater

und Rechtsanwälte) und über 30Mitarbeiter

setzen sich für dieRechte der Mandantenein.

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BRANCHEN &BETRIEBE 21

Blick indie „Hexenküche“ – so heißt bei Vorwerk der Raum, in dem Putzmaterialien nach eigenen Rezepturen

hergestellt werden.

Experimentieren

auf hohem Niveau

Baustellen ander Cote d‘Azur und im Sauerland

Die schneckenförmige Kapelle

„Krömpel“ im sauerländischen

Morsbach ist

ein gutes Beispiel für diese

Vorgehensweise. Die starke

und beschützende Ausstrahlung dieser

Kapelle erforderte nach Ansicht der

ausführenden Architekten die Verwendung

heimischer Materialien. Nach einer

Bemusterung durch die Vorwerk GmbH

sollteein speziell für dieses Bauvorhaben

hergestellter Edelkratzputz mit einer

Acht-Millimeter-Körnung die sakrale Atmosphäre

dieses Raumes unterstreichen

und dabei zugleich den Bezug zum äußerenrauen

Natursteinmauerwerk aufnehmen.

Eine Partner-Firma vonVorwerk lieferte

die Möglichkeiten dazu. Farblich

gab es ebenso einiges zu bedenken –

letztlich fiel die Entscheidung dann zugunsten

einer farblichen Angleichung an

das Fugenmaterial des Natursteinmauerwerkes

der Außenfassade. Die Gestaltung

der neuen Kapellefand 2014 Beachtung

in diversen Fachzeitschriften.

Historische Wandfl

ächen hingegen erfordern

wieder andere Vorgehensweisen:

„Der Respekt vor historischen Flächen

fordert Einfühlungsvermögen und Geduld“,

erläutert Vorwerk. Von Putzfl

ä-

chen im Bestand werden Materialproben

genommen, und nach einer Analyse können

sie original nachgemischt werden.

Mittlerweile haben auch Bauherren im

Ausland die Experimentierfreudigkeit

auf hohem Qualitätsniveau der Vorwerk

GmbH erkannt.

So stellte sich ein rund zehnköpfiges

Team der Firma im Frühjahr 2017 einer

ganz besonderen Herausforderung: Zwei

Baustellen an der Cote d’Azur sollten

„veredelt“ werden. Knapp zehn Tonnen

Lehmunterputz wurden per Spedition direkt

aus Deutschland importiert und von

den Vorwerk-Stuckateuren verarbeitet.

Handwerkliches Talent und Kreativität

waren hier gefordert. So bauten die Mitarbeiter

vor Ort eigens eine Schablone,

um die halbrunden Fenster ohne Eckschutzschienen

einzuputzen und den

Unterputz inseine endgültige Form zu

bringen.

Auch das Oberfl

ächenfinish mit einem

Lehmdesignputz war alles andere als

Standard. Eine extra für den Kunden ausgesuchteQuarz-Sandmischung

kamzum

Einsatz. Die Herstellerfirma Claytec veränderte

hierfür ihre uralte Rezeptur, um

für den Kunden der Firma Vorwerk eine

einmalige Oberfl

äche zu schaffen. Eine

Gratwanderung zwischen außen und innen,

zwischen Neubau und Denkmal und

zwischen Handwerk und Gestaltung.

Deshalb wird Ausbildung und Fortbildung

bei der Firma Vorwerk auch großgeschrieben.

Das jüngsteErfolgsbeispiel:

Jonathan Plaszczyk, 24-jähriger Geselle

der Vorwerk GmbH, kam imHerbst in

den Genuss eines Stipendiums am Europäischen

Zentrum für Berufeinder Denkmalpfl

ege inThiene im italienischen Venezien.

Kurz zuvor hatte erkurz als Innungsbester

im Stuckateur-Handwerk

seine Ausbildung abgeschlossen.

Ab Anfang September konnte er eine

dreimonatigespannende Reise durch die

Handwerkskunstunternehmenund lernte

dabei auch die Wurzeln alter Handwerkstechniken

neu kennen. Auch die

historischen Handwerkstechniken verraten:

Eigentlich wollten Menschen ihren

Häusern und Wohnungen schon immer

gerne ein Gesicht geben.

Monika Vornhusen

Der Raum der Stille im ThyssenKrupp-Quartier in Essen. Seidig und edel wirkt hier die

von Vorwerk geschaffene Wandoberfläche.

Fotos: Vorwerk

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LEBEN &WISSEN 23

Alles wieder auf Anfang

Der Naturschutzbund (Nabu) führt Landschaften im Münsterland nach und nach

in den Urzustand zurück. Konikpferde aus Polen und Heckrinder helfen dabei.

Rinder und Pferde friedlich nebeneinander. Die Wildpferde verstehen sich gut mit den Rindern, die an die ausgestorbenen Auerochsen erinnern.

Fotos: Nabu Naturschutzstation Münsterland

Die Tiergruppe, die ganz am Ende

der Weide ruht, bringt nichts aus der

Fassung. Nicht der gleichmäßig

monotone Klangteppichder nahe gelegenen

A1. Auch nicht die Bahn, die

gerade von Davensberg nach Wuppertal

rast. Und schon gar nicht der

Silberreiher, der für sein Winterquartier

offenbar dieses Naturreservat

ausgesucht hat und die Herde

langbeinig umkreist. Die Rinder und

Pferde haben die Ruhe weg und wirken

–wenn man es denn so menschlich

so sehen möchte –sehr zufrieden

mit sich und ihrer Welt.

Aus Polen kommen die Konikpferde: Ihr Auftrag: fressen und

durch Wälzen sandige Flächen erzeugen, auf denen zarte Pflanzen

wachsen können.

Grund genugdazu hätten sie

in jedem Fall. Die Tiere

sind Teil eines Beweidungsprojektes,

das die

Nabu-Naturschutzstation

Münsterland an fünf verschiedenen

Standorten betreibt. Insgesamt 140Hektar

Weidefl

äche ähneln von Jahr zu Jahr

mehr der Natur, die das Münsterland

prägte, ehe der Mensch vor rund 3000

Jahren begann, die Region in eine Kulturlandschaft

zu verwandeln.

Ohne die Rinder –präziser gesagt handelt

es sich um sogenannte Heckrinder –

und die dem Dülmener Wildpferd sehr

ähnlichen Konikpferdewäreall das nicht

möglich. Der Naturschutzbund hat sie

mit einem präzise definierten Arbeitsauftrag

versehen: Ihr sorgt durch Fraß und

eure Lebensgewohnheiten dafür, dass

sich die Weiden nicht mit der Zeit in ein

Dickicht verwandeln, in dem nur die zähen

und starken Pfl

anzen überleben. Als

Gegenleistung bietet ihnen der Nabu ein

sorgenfreies Leben auf üppigen Weidefl

ä-

chen –amstets gedeckten Tisch gewissermaßen.

2004 haben die Naturschützer ihre erste

Fläche erschlossen und seitdem beträchtliche

Veränderungen erwirkt. Wenige

Jahre reichen, um Pfl

anzen eine neue

Chance zu geben, die zuvor durch regelmäßigen

Weideschnitt oder Pfl füge tief

ins Erdreich zurückgedrängt wurden.

Um diese so selten gewordenen Pfl

anzen

wiederzuerwecken, hat der Nabu dort,

wo es möglich war, Mutterboden abgetragen

und erstaunlich viele Samen im Ruhemodus

vorgefunden. „Samen von

Pfl

anzen, die nur darauf gewartet haben,

wieder ans Licht zu kommen“, sagt Kristian

Mantel, der dem Nabu als wissenschaftlicher

Mitarbeiter zur Verfügung

steht.

Thymian im Münsterland? Vor mehr als

3000 Jahren wardieser Bestand eine ökologische

Selbstverständlichkeit. In den

Naturschutzreservaten blühen mittlerweile

wieder Heidenelken und Bergsandglöckchen.Alles

natürlich zu seiner Zeit.

Im Spätsommer glichen die Weiden

einem lilafarbenen Meer aus Kuckuckslichtnelken.

►Fortsetzung auf Seite 24

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24 LEBEN &WISSEN

Suhlen für

die Natur

In fünf Naturreservaten nimmt die Landschaft

nach und nach ihr ursprüngliches Aussehen an.

Stattlicher Anblick: Die Heckrinder bleiben das ganze Jahr über auf den Weiden.

„Stängel, die die Tiere nicht

mögen, sind ideal für Insekten.

Sie bohren Löcher indie Stängel

und legen dort ihre Eier ab.“

Die Wilde Möhre wiederum

tauchte die Wiesen in ein

fast blendendes Weiß. Ein

paar Stängel blühen noch

jetzt im Oktober. Kristian

Mantel deutet gerade darauf. „Stängel,

die die Tiere nicht mögen, sind ideal für

Insekten. Sie bohren Löcher in die Stängel

und legen dort ihre Eier ab.“

Mantel steht auf der Aussichtsplattform,

die die Naturschützer am Rande ihres

jüngsten Beweidungsprojektes in Davensberg

mitten in der Davert und der

Emmerbachaue angelegt haben. Auf 4,5

Kilometern schlängelt sich ein Lehrpfad

um die Weiden, und nirgendwo sonst ist

das25Hektar große Areal besser zu überblicken

als vom

Aussichtsturm

aus.

Mantel genießt

denBlick,der sich

ihm bietet. Und

wenn ihn jemand

fragt, worin genau

der

Kristian Mantel

Unterschied

bestehe

zwischen landwirtschaftlich

geprägten Wiesen und der

halboffenen Weidelandschaft, die die Naturschützer

auf ihren Gebieten anstreben

– nun, diesen Menschen empfiehlt der

Wissenschaftler einen Blick nach links

und dann nach rechts. Links –dort befindet

sich am Rande des Emmerbaches eine

Wiese, die vor etwa vier Wochen noch

einmal gemäht worden sein dürfte. „Für

diese Wiese gibt es nur zwei Zustände:

Sie ist entweder gleichmäßig lang oder

kurz. Und dort“ –Mantels Blick wandert

von der Wiese über den Emmerbach –

„gibt es eine Million unterschiedliche Zustände.“

Derzeit ragen Büschel aus dem Grasteppich.

Disteln beispielsweise, die auf dem

Plan der bevorzugten Rinder-und Pferdespeisen

keinen Platz haben. Schafgarbe,

filzige Kletten und Wilde Möhren. Die

meisten von ihnen sind hervorragende

Nektarspender. „Auf der Wiese“ –Mantels

Blick wandert wieder auf die bewirtschaftete

Fläche hinter dem Bach –„gibt

es keinen Nektar.“

Die Tiere, die in einem Winkel der Weidelandschaft

in der noch milden Mittagssonne

dösen, dürfteall das nicht interessieren.

Jedem von ihnen steht eine theoretischeFläche

vonzweiHektar als Nahrungsquelle

zur Verfügung. Die Rinder,

die dem alten westfälischen Auerochsen

ziemlich ähnlich sehen, und die Wildpferde

machen dort genau das, was sie

sollen. Sie suhlen sich auf der Erde und

sorgen sodafür, dass immer wieder sandigeFlächen

entstehen, auf denen die Samen

zarter Pfl

anzen eine Chance haben.

Sie weiden, tragen dabei mit ihren Klauen

und Hufen Samen an neue Standorte

und rubbeln mit

ihren Körpern an

Stämmen.

65 Rinder und 20

Pferde grasen in

den fünf Naturreservaten.

„Wir haben

damit unseren

Maximalbestand

erreicht“,

erklärt Dr. Thomas

Hövelmann, der dem Naturschutzbund

ebenso wie Kristian Mantel als wissenschaftlicher

Mitarbeiter zur Verfügung

steht. Für die Fohlen und jungen

Pferde, die auf den Weiden keinen Platz

mehr finden würden, der sie ganzjährig

ernähren könnte, interessieren sich immer

ausreichend viele andere Naturschutzorganisationen.

Bei den überschüssigen Rindern ist das

anders. Sie werden vermarktet –und das

ausgesprochen erfolgreich. Gastronomen

erkundigen sich in der Regel schon

Wochen zuvor, wann mit den Heckrindern

zu rechnenist. Das Fleisch der Tiere

gilt bei ihren Gästen als regionale Delikatesse

und der Titel als Gourmet-Empfehlung:

„Auerochsenwochen im Münsterland“.

Weitere Informationen unter anderem

auch zu den Standorten der Beweidungsprojekte

finden sich auf der Homepage.

www.nabu-station.de

Dasideale

Umfeld.

Unternehmer im ecopark wissen:

Wo Mitarbeiter sich wohlfühlen, da

leistensie gute Arbeit. Investieren

auch Sie in ein gutes Umfeld–für Ihre

Mitarbeiter und fürIhr Unternehmen.

Im ecopark an der HansalinieA1.

ecopark –der Qualitätsstandort.

So wie vor 3000 Jahren? Mag sein, dass das Münsterland an vielen Stellen soausgesehen hat, ehe der Mensch

begann, die Region in seinem Interesse zu formen und zu kultivieren. Fotos: Nabu Naturschutzstation Münsterland


ÖKOPROFIT 25

Umweltschutz mit Gewinn

Ökoprofit Münster startet in die elfte Runde –weitere Teilnehmer sind willkommen.

Informationen und gemeinsame Arbeit stehen im Mittelpunkt der Workshops, bei denen sich alle Teilnehmer treffen.

Fotos: Stadt Münster

Manchmal ist es nur eine kleine Veränderung,

in anderen Fällen eine

größere Investition. Aber: Der Nutzen

ist immens, das Projekt Ökoprofit

lohnt sich immer. Ökologisch wie

auch ökonomisch. „Es ist ein sehr

praxisorientiertes Einsteigerumweltprogramm,

bei dem die Unternehmen

viel Unterstützung bekommen.

Sie sind nicht alleine“, erklärt

Uschi Sander, Projektleiterin bei der

Stadt Münster.

Bereits in die elfte Aufl

age

startet Ökoprofit Münster in

diesemJahr.Zieldes Projektes

ist es, Betriebskosten im

Bereich Energie, Wasser und

Abfall zusenken, den Firmen Rechtssicherheit

im Umgang mit umweltrelevantenVorschriften

zu vermitteln unddie Erfolge

öffentlichkeitswirksam herauszustellen.

Ökoprofit Münster dauert zirka

ein Jahr,indem der betriebliche Umweltschutz

in den Mittelpunkt gestellt wird.

ERFOLGSBILANZ VON ÖKOPROFIT

Der Anspruch, die Umwelt zu schonen und dabei Betriebskosten

zu senken, steht im Zentrum der zirka zwölfmonatigen

Projektphase. An Ökoprofit Münster haben in

den zehn Durchgängen bisher insgesamt 112 Betriebe aus

der Domstadt teilgenommen und sparen zusammen zirka

vier Millionen Euro pro Jahr. Gemittelt bedeutet dies für

jedes Unternehmen zirka 36000 Euro pro Jahr. Für die

Umwelt bewirken die umgesetzten Maßnahmen gleichzeitig

jährliche Einsparungen von 23,8 Millionen kWh Energie,

17 800 Tonnen C02, 1540 Tonnen Abfall und 156600

Kubikmetern (Ab-)Wasser.

Dabei schauen die Teilnehmer über den

Tellerrand und profitieren vonden Erfahrungen

der Mitstreiter und vom Wissen

eines qualifizierten Teams. Aufgrund

einer Landesförderung kann die Teilnahme

kostengünstig angeboten werden.

Doch woherweiß man, an welchen Stellschrauben

man drehen muss? Wie wird

ersichtlich, welche Investition zum richtigen

Zeitpunkt kommt? Die Stadt sowie

deren Kooperationspartner stehen den

Teilnehmern die gesamte Zeit über mit

Ratund Tatzur Seite. Außerdem mit dabei:

zwei externe Beratungsbüros, die

Hilfestellungen geben. In Workshops und

durch individuelle Vor-Ort-Beratungen

werden praxisnahe Einsparmaßnahmen

entwickelt. Und diese sind so unterschiedlich

wie die Unternehmen, die an

dem Projekt teilnehmen. Ob das Abfallmanagement

optimiert, beleuchtete

Außenlogos gegen unbeleuchtete getauscht

werden oder eine konsequente

Mülltrennung eingeführt wird –die verschiedenen

Maßnahmen zeigen Wirkung.

Die Firma Agravis hatte beispielsweise

im Jahr 2016 diealten Papierhandtuchspender

auf effizientere Papierspender

umgerüstet. Die Investition lag bei etwa

800 Euro, die Einsparungen bei etwa

1200 Euro, 1,5 Tonnen Abfall und 1,4

Tonnen CO2-Emissionen. Brief und mehr

spart im Bereich Beleuchtung nach der

Umstellung auf LED (Investition: 1740

Euro) jährlich 1478 Euro, 10 950 kWh

Stromund 6,2 Tonnen CO2.Nach der Umstellung

des Filters für Zu- und Abluft von

Energieklasse Dauf A+ (Investition: 480

Euro) hat die WL Bank die Kosten um

5800 Euro jährlich reduziert und spart

Belohnung: Zum Schluss der Aktion werden die Teilnehmer in

einer Feierstunde ausgezeichnet.

29 020 kWh Strom, 16,4 Tonnen CO2 sowie

verlängert den Intervall bis zum Filtertausch.

Ein Imagegewinn ist den Teilnehmern garantiert:

„Als Druckunternehmen, dessen

Hauptarbeitsmaterial Papier aus den

Wäldern der Erde stammt, ist es uns

wichtig, unseren Beitrag zu einem nachhaltigen

Umgang mit der Umwelt zu leisten“,

berichtet beispielsweise Daniel

Thiekötter (Thiekötter Druck) vonseinen

Erfahrungen. Er ergänzt: „Ökoprofit hat

uns die Chance gegeben, unsere eigenen

Bemühungen zu bündeln und mit professioneller

Hilfe auf Sinnhaftigkeit zu

durchleuchten. Wir erzielten Einsparungeninden

Bereichen Stromund Wärme,

die sowohl der Umwelt zugutekommen,

als auch unsere Kosten senken.“ Für Melanie

Schneider (WL Bank) war eswichtig,

dass alle Beschäftigen mitgezogen

haben: „Für uns hat sich die Teilnahme

an Ökoprofit doppelt gelohnt: Unsere

Energiebilanz hat sich verbessert und

unsere Mitarbeiterinnen liefern selber

neue Ideen, deren Umsetzung alle unterstützen.

So wird Ökoprofit in der WL

Bank wirklich gelebt.“ Betrieblicher Umweltschutz

muss nicht teuer sein, so

Uschi Sander vonder Stadt. EinigeMaßnahmen

kosten sogar gar nichts, andere

wiederum seien etwas teurer: „Etwa 30

Prozent der Maßnahmen refinanzieren

sich innerhalb des Projektes“, weiß die

Expertin, die für die Bereiche Umweltmanagement

und Nachhaltigkeit zuständig

ist. Manchmal, so ergänzt sie, seien es

auch die „ganz kleinen Dinge, die zum Erfolg

führen. Es sind nicht immer die großen

Investitionen.“ Einsparungen bedeutendarüber

hinaus auch eine Standortsicherheit.

Einige Investitionen würden

sich aber auch in nicht-monetärer Weise

auszahlen. Etwa, wenn Mitarbeiter Ideen

und Konzepteumsetzen können und sich

mitgenommen fühlen.

Ökoprofit ist ein bewährtes Konzept, an

dem sich bundesweit über 3000 Unternehmen

in 100 Kommunen beteiligen.

Teilnehmen können bis zu 15 Betriebe,

kleine wie große, produzierende Unternehmen

wie Dienstleister,Handwerksbetriebe

und soziale Einrichtungen aus der

Domstadt.

Ansprechpartnerin ist Uschi Sander unter

der Nummer 0251/4 92 67 61 (sander@

stadt-muenster.de).

jeh

Gedankenaustausch: In Workshops erhalten

die Teilnehmer viele gute Tipps.

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26 LEBEN &WISSEN

„Schreibt eure Geschichte“

Kim Leopold aus Rheine ließ sich von einer Krebserkrankung nicht unterkriegen und verfolgte weiter

ihren Traum, Autorin zu werden. Heute haben ihre Blogs und Bücher eine treue Fangemeinde.

Die Veränderung kommt plötzlich.

Ein Knoten in der Brust. Ein Arztbesuch.

Diagnose: Brustkrebs. Mit 23

Jahren. Im Oktober 2015. Kim Leopold

ist erst schockiert. Doch wenig

später fängt sie sich. Die Bloggerin

und Buchrezensentin weiß nur

eines: „Ich will unbedingt mein erstes

eigenes Buch fertig schreiben

und es auch selbst herausbringen!

Vorher will ich die Welt auf keinen

Fall verlassen!“ Schreiben als Therapie

wurde für die junge Frau richtig

wichtig, nachdem sie bei einer Chemotherapie

einen allergischen

Schock bekam. „Ich bekam keine

Luft mehr“, erinnert sie sich. Um die

Angst bei dennächstenSitzungen zu

verdrängen, nutzte sie die Zeit mit

Musikhören und Schreiben. „Damit

konnte ich mich gut ablenken, denn

eine Chemotherapie ist echt ätzend.“

Und in der Tat: Mit dem

Schreiben an ihrem Romanerstling

besiegte Kim

Leopold Seitefür Seiteihre

Angst vorden nächsten Behandlungen.

Und mit Blick auf den Krebs

formuliert sie im Gespräch im Rückblick:

„Ich habe das Beste gehofft, das

Schlimmste erwartet.“ Kim Leopold

schafft es schließlich, die Krankheit zu

besiegen. Im April 2016 wardie alles entscheidende

Operation. Zeitgleich erschien

ihr erstes Buch, der Liebesroman

„Love Kiss Cliff“.

Als Kim Leopold aus der Narkose erwacht,

strahlt sie wieder. Nicht nur, weil

die Ärztesagen, der Knoteninihrer Brust

sei entfernt und sie werdeschnell wieder

gesund. Sondern auch, weil ihre Eltern

sie besuchen. Früher wollten sie immer,

dass die Tochtereinen ordentlichen Beruf

ergreift. Bloß nicht Schriftstellerin. Jetzt

sitzen sie am Krankenbett und halten

stolz den ersten Roman hoch: „Love Kiss

Cliff“.

Den Krebs hat die Frau aus Rheine besiegt,

geblieben sind regelmäßige Nachsorge-Untersuchungen.

Leopold hat ihre

Ernährung umgestellt: „Seit ich veganesse,

fühle ich mich gesünder.“ Mehr noch

als vor dem Krebs „brennt“ sie für die Literatur

und das Leben: „Während der

Chemotherapie habe ich erfahren, wie

Sie hat ihr Lächeln nicht verloren und schafft Glücksgefühle, denn ihre Bücher haben stets ein Happy End: Erfolgsautorin,

Bloggerin und Buchgestalterin Kim Leopold aus Rheine.

Foto: Peter Sauer

wertvoll und schön das Leben ist.“ Sie

schloss Freundschaften mit den unterschiedlichsten

Menschen, führte wichtige

Gespräche: „Ich spürte den wahren

Wert vonFreundschaft und Familie.“ Das

alles prägt den Stil ihrer Bücher,die sehr

authentisch wirken, sagen auch die Rezensionen

von Lesern und Fachpresse.

Kim Leopold hat eine klare Philosophie

für ihr neues Leben und ihre Lust an der

Schriftstellerei, die sie schon seit Kindheitstagen

hat: „Ich mache meine Träume

zu Zielen.“

Und das weitere Leben bringt ihr den

Glauben ans Glück zurück. Zunächst geht

es bei ihr über den direkten Kontakt zu

den Lesern. Ihr erstes Buch „Love Kiss

Cliff“ hattesie häppchenweise auf ihrem

Blog im Internet veröffentlicht. Immer

donnerstags gab esfrische 2000 Wörter.

„Das ist ein gutes Mittel gegen die Aufschieberitis“,

rät sie. Und sie konnte aktuell

am Werk feilen, denn ihreLeser gaben

ihr regelmäßig Rückmeldungen zu ihren

Kapiteln. Sie veröffentlichte „Love Kiss

Cliff“ schließlich in Eigenproduktion,

denn auch Buchgestaltung, Layout, Vertrieb

und die Arbeit mit den Sozialen Medien

gehörenzuihren kreativen Stärken.

Fan-Post kommt aus ganz Deutschland,

Österreich und der Schweiz.

Inzwischen ist die Romanautorin im Real

Life angekommen. Ihre Bücher werden

vom Amrûn-Verlag herausgegeben. Eine

Verlagsmitarbeiterin entdeckte Kim Leopold

durch Zufall im Internet und verschlang

ihr erstes Buch an nur einem Tag.

Das hatteFolgen: Der Verlag ediertemittlerweile

die ersten drei sogenannten

„New-Adult-Love“-Romane vonKim Leopold

neu und wird auch ihre weiteren

Publikationen veröffentlichen. Der Verlag

schätzt es sehr, dass „Kim ein toller

Team-Player ist“. Sie sprühe nur so vor

Ideen. So lud der Verlag die jungeAutorin

gleich zur Leipziger Buchmesse ein. „Das

war ein Traum“, erinnert sich Leopold

heute, „mal nicht als Besucher da zu sein,

sondern jetzt seine eigenen Bücher dort

am Stand zusehen.“ Der Amrûn-Verlag

verschaffteihr gleich eine eigene Signierstunde.

Zum Dank brachte die Rheinenserin

eine ganze Kiste selbst gebastelter

„Glücksgimmicks“ mit: „Sie bestehen aus

einem Stück Joghurt-Schokolade, New-

York-Chai -Latteund einem ganz persönlichen

Schnipsel einer Original-Romanseite.“

Gerade auch diese liebevollen

Überraschungen schätzen ihre Fans.

„Ich fühle mich jetzt als Buchautorin wie

richtig angekommen“, sagt sie, während

sie Kater „Filou“ zärtlich krault. „Mein

Berufswunsch waresschon als Kind, später

Autorin zu werden.“ Die 25-Jährige

sitzt gerne mit Cappuccino, Schokolade,

veganen Fruchtgummis, Laptop und jeder

MengeZettel in ihrem Ohrensessel im

Wintergarten der neuen Zwei-Etagen-

Wohnung inRheine mit vielen großen

Fenstern nebst Weitblick. „Schreiben ist

für mich die Möglichkeit, neue Welten zu

erschaffen, die nicht nur für mich, sondern

später auch für meine Leser ein

Rückzugsort sein können.“

Die selbstständige Allrounderin arbeitet

gerne zuHause. „Es ist gut, wenn man

aus dem Bett auf den Schreibtisch fallen

kann, den Tagselbst gestalten kann, immer

da ist, wenn Pakete kommen. Ich

möchte meine Selbstständigkeit nicht

mehr missen.“ Auch wenn Leopold zugibt,

dass nicht alles toll ist: „Selbstständig

zu arbeiten, ist aber auch sehr anstrengend,

weil man eigentlich keinen

Feierabend hat, außer man achtet darauf

–aber ich habe immer so viele Ideen im

Kopf.“

So setzt Leopold, die einen Bachelorabschluss

in Germanistik und Archäologie

hat, auch auf andere Standbeine.

„Schließlich beginnt jetzt mein zweites

Leben.“ Die 25-Jährige berät mit ihrem

Internetportal „ungecovert.de“ andere

Autorenbei der Buchgestaltung und entwirft

individuelle Buchcover. Außerdem

hat sie einen eigenen YouTube-Channel.

Dort liest sie regelmäßig aus ihren Büchern

vor oder stellt sich zum Interview.

Die leidenschaftliche Teetrinkerin ist mal

Joggerin, mal nicht, je nach Tagesstimmung.

Mit ihrem Mann schaut sie gerne

TV-Serien beim Essen. Ammeisten freut

sie sich auf den Sommer.„Ich habe schon

als kleines Mädchen von einer Traumhochzeit

geträumt. Auf dem Standesamt

war ich mit meinem Mann schon Ende

2017,aber das zählt irgendwie nicht richtig.

So fiebern wir unserer Trauung im

Sommer in Emsdetten entgegen.“

In ihren Büchern wird übrigens auch öfters

geheiratet. Und wasgibt sie angehenden

Autoren mit auf den Weg? „Schreibt

eureGeschichtejetzt, sonst ist es irgendwann

zu spät dafür.“ Peter Sauer


Von Liliennächten

und Ascheblüten

LEBEN &WISSEN 27

Die Buchwelt der Kim Leopold ist trotzdem bodenständig.

Kim Leopold schreibt so, wie

sie spricht. Sehr lebendig

und fl

üssig. Stets mit einem

Lächeln. Sie besitzt eine fein

Beobachtungsgabe für Ke

das, was das Leben und die Liebe prägt.

Ihre Bücher sind angenehm kitsch-befreit,

ungezwungen-locker und sehr bodenständig.

Dass die Romantik nicht zu

kurz kommt, hat auch viel mit ihrem eigenen

Leben zu tun. Ihren Ehemann Jens

Leopold, Klimaschutzbeauftragter der

Gemeinde Mettingen, lernte Kim schon

in der zehnten Klasse kennen: „Ich suchte

jemanden, der das Banner für unsere

Schülervertretung festhält.“ Als Jens

kam, war esLiebe auf den ersten Blick.

„Und seitdem hält er mich –fest und sicher.“

IhreBücher haben stets ein HappyEnd –

auch dasist der 25-Jährigen wichtig. Man

kann sie einzeln lesen, aber auch als Reihe,

denn die handelnden Figuren haben

alle etwas miteinander zu tun, ob im Vorder-

oder Hintergrund der Geschichte.

Das macht das Lesen so spannend wie horizontal

erzählte moderne TV-Serien. So

geht es in ihren

ersten drei Romanen

kurz gesagt

um Wege zum

Glück, um alltägliche

Irrungen und

Wirrungen der Ge-

Kim Leopold

schlechter und

spannende Achterbahnfahrten

der Gefühle mit viel Kino im Kopf, denn:

Kim Leopold liebt Cliffhf anger. Sobleibt

auch die Leser dran und freuen sich bei

der Lektüre eines Bandes gleich auf dessen

Fortsetzung. Davonzeugen auch viele

E-Mailsund Kommentarezuihren Büchern.

Ihr erstes, noch völlig in Eigenregie veröffentlichtes

Buchdebüt „Love Kiss Cliff“

findet man im Handel inzwischen unter

dem Namen „Liliennächte“. In der typischen

„Coming-of-Age“-Geschichte geht

es auf 389 Seiten um das Mädchen Meredith,

das nach Manhattan zieht. Nach

langer Funkstille will sie ihrem Vaterwieder

näher sein. Wohnt dazu in einer WG

mit Draufgänger Ash und Nerd Jamie,

versucht ihrem Leben einen neuen Sinn

zu geben. Leopold erzählt, wie man auf

dem Weg zum Erwachsenwerden trotz

schwerer Schicksale und unvorhersehbarerHerausforderungen

glücklich werden

und auch bleiben kann.Das ist poetisches

Seelenfutter, spannend, nachdenklich

und unterhaltsam zugleich. „Die meisten

meiner Charaktere entwickeln sich während

des Schreibens“, erläutert Leopold.

Auch trägt mit zur Lebendigkeit ihrer Bücher

bei.

„Das hat mich alles soverzaubert

in New York. Ich habe mich daso

wohlgefühlt.“

In ihrem zweiten Roman „Ascheblüte“

geht es um Camille und Ashton. Mit

Rucksack und Zelt ziehen sie durch Irland.

Das erzählt Leopold abwechselnd

aus beiden Perspektiven, wasden besonderen

Reiz ausmacht. Irland ist ihr absolutes

Lieblingsland. „So schön urwüchsig.

Da war ich 2015 drei Wochen als

Rucksacktouristin.“ Und ihrewichtigsten

Eindrücke findet man auch im Buch.

„Meine besten Ideen kommen im

Urlaub“, verrät sie, „da kommt man ganz

zu sich. Die jeweiligen Orte lösen tiefe

Gefühle in mir aus.“

Im dritten Buch „Vergiss Mein Nicht“ geht

es um die Tücken einer Fernbeziehung

und darum, wie Amor diese meistern

kann. Die 16-Jährigen Liz und Toby

trennt räumlich ein Meer und innerlich

ein Ozean unausgesprochener Gefühle.

Auch wieder mit autobiografischen Bezügen.

„Ich habe meinen 16.Geburtstag in

New York gefeiert“, erinnert sich Kim

Leopold, während Stubentiger „Filou“

sanft ihreBeine umstreichelt, „ich warim

Central Park und aß diese wunderbare

Pizza in Little Italy.Das hat mich alles so

verzaubert in

New York. Ich

habe mich da so

wohlgefühlt.“

Ihr viertes Buch

„Winterrose“,

das im Herbst

2018 erscheinen

soll, spielt in Kanada.

„Im

Gegensatz zu meinen früheren Roman-

Locations war ich da noch nie –also bislang.“

Denn die geplante Hochzeitsreise

im Sommer führt sie mit ihrem Mann

nachKanada. Und da ihr Lieblings-Kindheitsheld

HarryPotterwar und Kim Leopold

immer viel zu viele Ideen auf einmal

im Kopf hat, nachdem ihr zweites Leben

anfing, schreibt sie auch romantische

Gruselgeschichten unter dem Titel„Black

Heart“, die sich nicht nur an die nordische

Mythologie anlehnen. Leopold

nennt dieses Genre „Urban Fantasy“,

denn Protagonisten von heute sowie aus

dem Mittelalter begegnen sich munter

zwischen den Buchdeckeln, Gestalten

zwischen Gut und Böse, Schein und Sein.

Es gibt Geschichten voller Magie, Gefühle

und Gefahren.

So erfährt zum Beispiel das Mädchen

Louisa, wie schnell Märchen in all ihren

Ausmaßen wahr werden können. Alle

vier Bände sind als E-Books im Netz

(Kindle-Edition) schon ein Renner,am1.

März erscheinen sie nun als Sammelband

„Black Heart“ endlich auch im Buchhandel

auf Papier. Und natürlich kommt

auch hier die Liebe nicht zu kurz –sonst

wäre esjakein echter Leopold! pesa

Lieblingsplatz Ohrensessel: Hier legt Kim Leopold letzte Hand anihren „Urban Fantasy“-Sammelband

„Black Heart“ an, der am 1. März erscheint.

Fotos: Peter Sauer

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Nach dem Stau

ist vor dem Stau …

Kaum sind die Weihnachtsferien vorbei, da kündigen sich die Osterferien –Ende März –bereits an.

Ob Urlaubsreisende, Berufspendler oder Betriebsinhaber auf dem Weg zum nächsten Kundentermin: Reisezeit

ist Stauzeit. „Doch es gibt Strategien und Kniffe, wie man möglichst stressfrei und damit gesund durch dichten

Verkehr und vorübergehenden Stillstand auf den Autobahnen kommt“, weiß Karin Jöhring von der IKK classic.

Stauforscher haben herausgefunden, dass

jeder Deutsche statistisch gesehen jedes

Jahr knapp 50 Stunden im Stau verbringt.

Spitzenreiter in Staustatistiken ist unter

anderem NRW. Doch was helfen diese wissenschaftlichen

Erkenntnisse dem stressgeplagten

Berufspendler oder Betriebsinhaber mit Kundenterminen?

Stau ist für viele Menschen purer Stress: Nicht nur

die Unfallgefahr steigt, auch die Gesundheitsrisiken

für das Herz-Kreislauf-System sind erheblich.

Eine Stausituation aktiviert dieselben Hirnregionen

wie zum Beispiel ein Überfall, wissen Stauexperten.

Viele Autofahrer empfinden Kampf- und

Fluchtreflexe, Angst paart sich mit Aggressionen.

Das Risiko für einen Herzinfarkt verdreifacht sich.

Aber: Staus wird es geben, solange es Menschen

gibt. Fahrfehler, Egoismus, überhöhte Geschwindigkeit,

plötzliches Bremsen sowie ständiger Spurwechsel

sind die häufigsten Gründe für einen

Stau. „Die folgenden Tipps für den Stressabbau im

Verkehrsstau schonen Nerven, Herz und Kreislauf

und helfen, gesund und möglichst entspannt

aus dem Stau herauszufahren“, so Jöhring:

• Nie die Spur wechseln. Spurwechsler verlängern

durch ihr Verhalten den Stau –für andere und

für sich selbst. „Dass es auf der anderen Spur

immer flüssiger fließt“, ist ein falscher Mythos.

• Stets den richtigen Sicherheitsabstand zum

Vordermann einhalten. Faustregel (bei klarer

Sicht und trockenen Straßen): halber Tacho,

zum Beispiel: 60 km/h –30Meter Abstand.

• Nie von der Autobahn abfahren –außer bei

Vollsperrung, raten renommierte Stauforscher.

Bleiben Sie möglichst auf der Autobahn und

auf der gewohnten Strecke. Umleitungen und

„Schleichwege“ sind im Zeitalter der Navigationsgeräte

nie geheim und dauern dann oft

länger, als die Hauptroute.

• „Berüchtigte“ Verkehrsknoten- und Brennpunkte

meiden: Ein großer Stau-Magnet ist die

Autobahn A3 bei Köln.

• Ein Stau ist „höhere Gewalt“. Die meisten

Mitmenschen haben Verständnis, wenn sich

jemand durch dichten Verkehr verspätet. Ein

kurzer Anruf beim wartenden Ansprechpartner

mit Hinweis auf die neue Ankunftszeit entspannt

die Situation für beide.

• Der Dienstag und der Mittwoch sind –statistisch

gesehen –die Reisetage mit dem geringsten

Staurisiko, also bestens geeignet für Langstreckenfahrten.

Egal, ob beruflich oder privat.

• Wer die Stausituation annimmt, sie als „höhere

Gewalt“ akzeptiert und als unverhofften Freiraum

sieht, hat einen wichtigen Schritt hin zu

mehr Gelassenheit getan.

• Auf Stau vorbereiten und beispielsweise eine

Freisprechanlage für wichtige Telefonate unterwegs

nutzen oder das spannende Hörbuch –

das man schon so lange mal hören wollte –einschalten

und damit eine halbe Stunde Auszeit

vom Alltag nehmen.

• Autogenes Training, Atemtechnik, progressive

Muskelentspannung –jetzt hat man dazu die

nötige Ruhe!

• Der Stau löst sich auf, nichts wie weg. Wer jetzt

das Gas durchdrückt und im richtigen Sicherheitsabstand

zum Vordermann schnellstmöglich

Kilometer zwischen sich und den Stau bringt,

macht alles richtig. Stauforscher haben herausgefunden,

dass sich jede Sekunde ein Auto ins

Stauende einreiht. Autos, die herausfahren,

brauchen dagegen oft zwei Sekunden zum

Beschleunigen. Wer vorn schnell herausfährt,

verhält sich also richtig.

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