adsons bücher 2018 /Vorschau
Das Büchermagazin von adson fecit im Frühjahr 2018
Das Büchermagazin von adson fecit im Frühjahr 2018
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<strong>adsons</strong><br />
<strong>bücher</strong> <strong>2018</strong>
inhalt<br />
Editorial 3<br />
„Bücher sind“ von Mirko Kussin 4<br />
100 Dinge 8<br />
Interview Kussin/Wimbauer 9<br />
Gefahren des Lesens 14<br />
Interview Gust-Kazakos 15<br />
Werdener Schätze 20<br />
Backlist 22<br />
Kontakt 24<br />
Illustrationen:<br />
aus Kussin/Wimbauer - 100 Dinge<br />
Fotos:<br />
S. 3: C. Spangenberg, Bistum Essen<br />
S. 7: T. Wimbauer, privat / Mareen Meyer - Photography<br />
S. 13: P. Gust-Kasakos, privat<br />
Gestaltung: ersteliga.de<br />
© adson fecit <strong>2018</strong>
editorial<br />
Dosenöffner, Teller und Bücher<br />
Nora Gomringer sagte zu Denis Scheck (in dessen Sendung<br />
Druckfrisch am 20. Dezember 2015), dass ein Dichter eine<br />
Art Dosenöffner für die Welt sei. Das hat uns in tiefes Denken<br />
gestürzt - wenn Dichter Dosenöffner sind, was sind dann Verleger?<br />
Produzenten von Haushaltswaren und Buchhändler betreiben<br />
Haushaltswarengeschäfte?<br />
Was auf den ersten Blick befremdlich wirkt, ist bei genauerem<br />
Nachdenken gar nicht so abwegig. Ist ein Buch im Haus nicht<br />
ebenso wichtig wie ein Teller - werden nicht Gedichte und Geschichten<br />
in Büchern serviert wie feine Speisen auf Tellern?<br />
Der Dichter öffnet die Welt und präsentiert das Ergebnis im<br />
Buch - der Dosenöffner öffnet die Dose und deren hoffentlich schmackhafter Inhalt wird auf<br />
mal mehr mal weniger schönen Tellern präsentiert. Ein Verlag ist dann der Hersteller der Teller.<br />
Wir stellen schöne Bücher her, wir sind - um in diesem Bild zu bleiben - die kleine, aber<br />
feine Porzellanmanufaktur der Bücherwelt.<br />
Allerdings sind unsere Teller nicht leer. Wir präsentieren sie mit dem Inhalt, den uns die Autoren<br />
eröffnet haben. Und auf unsere Teller kommt lange nicht alles, da sind wir wählerisch.<br />
Wir empfehlen mal „100 Dinge“ zu versuchen oder vom Teller der „Gefahren des Lesens“ zu<br />
naschen. Ganz hartgesottene schauen mal, ob die Vampire in „Bücher und Vampire“ genießbar<br />
sind.<br />
Aber wir habe es auch gefälliger: ab Mai erscheinen in loser Folge die „Werdener Schätze“,<br />
Es sind Schätze in einem kleinen Museum, die den Beginn der christlichen Zivilisation im<br />
Ruhrgebiet dokumentieren.<br />
In diesem Magazin präsentieren wir, nunmehr jedes Jahr im Frühjahr, Teller mit interessanten<br />
Gerichten aus unserer Produktion. Wir liefern die schönen Teller; darauf unsere Autoren<br />
Ihnen die Welt eröffnen.<br />
Ihr<br />
Dr. Gregor Meder<br />
| 3
ücher<br />
sind<br />
„Wenn du nicht all deine Bücher lesen<br />
kannst, dann nehme sie wenigstens zur<br />
Hand, streichle ein wenig über sie, schau’<br />
etwas hinein, lasse sie irgendwo auffallen<br />
und lese die ersten Sätze, auf die dein<br />
Auge fällt, stelle sie selbst aufs Bord zurück,<br />
ordne sie nach deinen Vorstellungen<br />
so, dass du wenigstens weißt, wo sie sind.<br />
Lass’ sie deine Freunde sein; lasse sie auf<br />
alle Fälle deine Bekannten sein.“<br />
Winston Churchill<br />
Du beginnst:<br />
Das Buch aufklappen, die ein, zwei Seiten<br />
auf denen nichts steht mit etwas mehr Druck<br />
auseinanderbiegen, mit dem Finger durch<br />
den Falz streichen, in der Nase den Geruch<br />
spüren und dann: weiterblättern.<br />
Die ersten Worte lesen. Die ersten Sätze erfassen.<br />
Die ersten Absätze hinter dich bringen.<br />
Worum geht es? Wohin führt es dich?<br />
Was soll das alles überhaupt?<br />
Dann irgendwann eine Ahnung spüren, eine<br />
Lust. Mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger<br />
die obere Ecke der Seite greifen, das Papier<br />
unter den Fingerkuppen spüren, die Seite
von mirko kussin<br />
umlegen: weiterblättern. Und weiter. Und<br />
weiter. Jetzt bist du angekommen, hast die<br />
Welt zwischen den Buchdeckeln betreten,<br />
hast eine andere Welt hinter dir gelassen.<br />
Jetzt. Der Alltag: weggeblättert.<br />
Du machst dich auf deinen Weg durch die<br />
Wörter, Sätze, Seiten des Buches. Du wirst<br />
Teil. Und Teil eines Teiles. Teil von allem.<br />
Letztendlich wirst du alles.<br />
Manchmal verirrst du dich im Dickicht der<br />
Gedanken eines anderen. Fühlst dich fremd<br />
zwischen den Seiten. Etwas schneidet sich<br />
in deine Nervenbahnen. Langsam. Du tastest<br />
dich vorwärts.<br />
Wohin führt es dich?<br />
In die Angst.<br />
Du beißt dir die Lippen blutig.<br />
In das Dunkel.<br />
Du knibbelst die Nagelhaut deines Daumens<br />
ab.<br />
In die Tiefe.<br />
Bis es schmerzt.<br />
Zwischen den Seiten steigst du Abgründe hinab.<br />
Der Teufel zieht die Fäden … Du durchquerst<br />
Höllenkreise und verbrannte Welten,<br />
… ein grauer Ort, weithin verdunkelt, ausgebombt.<br />
Und du ahnst, dass die Angst nicht<br />
in diesen Seiten gespeichert ist. Sie ist in dir.<br />
Und manchmal richtest du dich in den Gedanken<br />
eines anderen ein. Fühlst dich wohlig,<br />
warm und geborgen. Schreitest durch die<br />
Sätze. Langsam, achtsam, ganz bewusst. Mit<br />
dir.<br />
Wohin führt es dich?<br />
In das Wissen.<br />
In das Glück<br />
In die Erkenntnis.<br />
Und das Aufhören schmerzt.<br />
Zwischen den Seiten lernst du Menschen,<br />
Tiere, Dinge kennen, … es bedeutet sich vertraut<br />
miteinander machen. Du durchquerst<br />
das Weltall, die Zeit, den Raum. Dann geht<br />
ein Bild hinein … Und du ahnst, dass all das<br />
nicht zwischen den Seiten gespeichert ist.<br />
Das Weltall ist in dir.<br />
Nimm die Bücher in die Hand. Blättere darin.<br />
In den scheinbar guten, in den scheinbar<br />
schlechten. Lies Dante, Percht und Homer.<br />
Lies Pilcher, Lind und Konsalik. Lies<br />
Mao, lies Hitler, lies Marx und Adorno und<br />
Deleuze. Gehe durch die Bücher und lasse<br />
dich schneiden, lasse dich verwöhnen, fühle<br />
Liebe und Hass, entdecke die Lügen und den<br />
Betrug, finde Wahrheiten. Deine.<br />
| 5
»<strong>bücher</strong> sind« von mirko kussin<br />
Lebe mit den Büchern. Lerne mit den Büchern.<br />
Zu leben. Wenn du aufblickst muss da<br />
ein Buch sein, vielleicht eines das du kennst,<br />
vielleicht eines das du noch nie aufgeschlagen<br />
hast. Auf dem Tisch sollen Bücher sein,<br />
in den Regalen sowieso. Lasse ein paar neben<br />
deinem Bett liegen und neben dem Sofa.<br />
Bücher sind die Spiegel für deine Seele. Füge<br />
deinen Büchern Notizen hinzu. Markiere<br />
Stellen, die zu dir sprechen. Frage dich nicht,<br />
warum du das tust. Frage dich, was es mit<br />
dir macht. Begegne deinen Büchern als wären<br />
sie Gold, doch nutze sie als Gebrauchsgegenstand.<br />
Sie sind nicht das Papier wert,<br />
auf dem sie gedruckt sind. Sie sind alles und<br />
müssen nichts sein.<br />
Kaufe Bücher. So oft es geht. Sei mutig und<br />
kaufe sie blind. Lass dich überraschen, betritt<br />
Welten, die du mutlos niemals entdeckt<br />
hättest. Überwinde dich hin und wieder.<br />
Lies Bücher, die du nicht lesen willst, die du<br />
nicht magst. Kämpfe mit ihnen. Kämpfe mit<br />
dem Autor. Quäle dich Wort für Wort durch<br />
Satz um Satz um Seite um Seite. Selbst wenn<br />
du verlierst wirst du gewinnen. In Büchern<br />
erkennst du dich selbst. Und in Büchern die<br />
du nicht magst ist dein Bild von dir am ehrlichsten.<br />
Verschenke Bücher an Freunde. Auch wenn<br />
es einfallslos erscheint. Das ist es nicht.<br />
Wenn du ein Buch verschenkst, verschenkst<br />
du eine ganze Welt voller Wert. Verschenke<br />
Bücher an Fremde. Lass ein Buch das dir<br />
gefällt in der Bahn liegen oder im Wartezimmer<br />
deines Hausarztes. Lächle, wenn du dir<br />
vorstellst, wer das Buch als nächstes lesen<br />
wird. Wer wird es sein? Was wird jemand<br />
zwischen den Seiten finden? Wen wird das<br />
Buch zum Vorschein bringen? Und wie wird<br />
die Reise deines Buches weitergehen?<br />
Denke an Bücher. Immer, wenn du kannst.<br />
Denke in Zitaten, denke an Figuren, Fakten<br />
oder Fiktionen. Mische dein Denken mit den<br />
Büchern. Wirf deine Gedanken zwischen die<br />
Seiten und schaue was passiert. Reiße Seiten<br />
aus Büchern, mit Sätzen drauf, die dir gefallen.<br />
Klebe sie an die Wände deiner Wohnung,<br />
lege sie unter dein Kopfkissen. Zerkaue die<br />
Seiten die du liebst und schlucke sie hinunter.<br />
Nimm sie ganz in dich auf. Spüre ihnen<br />
nach. Spüre in dich hinein und fühle, was sie<br />
mit dir machen.<br />
Liebe die Bücher. Lebe die Bücher. Sie sind<br />
immer. Du.
das buch als momentaufnahme<br />
ein interview mit tobias wimbauer<br />
und mirko kussin
Geschichten hinter den Dingen<br />
Ein Akkuschrauber, ein Einkaufswagenchip,<br />
ein T-Shirt, eine Zahnprothese – das sind<br />
nur einige der Begriffe mit denen sich die<br />
Autoren Tobias Wimbauer und Mirko Kussin<br />
in 100 Dinge beschäftigen. Die 100 sehr<br />
persönlichen Texte kommen inhaltlich mal<br />
humorvoll, mal nachdenklich, stilistisch mal<br />
reduziert, mal wie ein Trommelfeuer daher<br />
und stellen in ihrer Gesamtheit vielleicht so<br />
etwas wie das Bild einer Generation – die in<br />
den 1970er-Jahren Geborenen – dar.<br />
Dass diese Idee trägt,<br />
liegt nicht nur an der<br />
ganz klaren Abgrenzung<br />
zu populären<br />
Werken wie „Generation<br />
Golf“, auf die<br />
die Autoren bereits im<br />
Vorwort hinweisen.<br />
Denn den beiden geht<br />
es nicht um das pure<br />
Aufzählen von Namen,<br />
Marken und Produkten,<br />
die ihre Kindheit<br />
und Jugend prägten<br />
– auch wenn der Commodore<br />
64, das YPS-mit-Gimmick-Heft und<br />
die Lamy-Füller auftauchen. Vielmehr finden<br />
Wimbauer und Kussin lesenswerte Geschichten<br />
hinter diesen Gegenständen und<br />
Namen. So geht es in Wimbauers Text über<br />
Zahnprothesen zwar vordergründig um das<br />
Gebiss des Autors, er zeigt aber gleichzeitig<br />
sehr pointiert den täglichen Irr- und Unsinn,<br />
den Soldaten der Bundeswehr ausgesetzt<br />
sind. Und wenn Kussin über den legendären<br />
Commodore 64 schreibt, geht es in erster<br />
Linie um den Wert, den ein Gegenstand für<br />
seinen Besitzer besitzt und weniger um die<br />
technischen Spezifikationen dieses Computers.<br />
Die Texte werden durch zahlreiche – teilweise<br />
seitenfüllende – Grafiken von Dirk<br />
Uhlenbrock aufgewertet, die sich durch das<br />
gesamte Buch ziehen und es so zu einem<br />
echten Hingucker machen. Ein Gastbeitrag<br />
von Melanie Wyssen-Voß über das Tamagotchi<br />
bringt einen zusätzlichen weiblichen<br />
Blickwinkel in das Konzept und rundet den<br />
Lesegenuss ab.<br />
Mirko Kussin/Tobias Wimbauer<br />
Hundert Dinge.<br />
190 Seiten, durchgehend vierfarbig, 17,90 €<br />
ISBN 978-3-9816594-7-4
das buch als momentaufnahme - interview wimbauer / kussin<br />
Im Jahr 2011 machten sich die beiden Autoren Tobias Wimbauer und Mirko Kussin auf,<br />
mit dem Kolumnenband 100 Dinge ein Bild ihrer Generation anhand von Alltagsgegenständen<br />
zu zeichnen. Ende 2017 erschien die Neuauflage als Hardcover im Essener<br />
Verlag adson fecit. Grund genug für ein Gespräch mit den Autoren über Herzensdinge,<br />
Momentaufnahmen und Social Media.<br />
Herr Wimbauer, Herr Kussin, in dem<br />
Buch 100 Dinge zeichnen Sie anhand von<br />
100 Alltagsgegenständen ein Mosaik, das<br />
ihre Generation porträtiert. Wenn Sie heute<br />
dem Buch jeweils einen weiteren Text<br />
hinzufügen müssten, worüber würden Sie<br />
schreiben?<br />
WIMBAUER: Seitdem wir das Buch 2011<br />
geschrieben haben, sind uns natürlich einige<br />
neue Gegenstände begegnet und andere<br />
alte haben eine neue Bedeutung bekommen.<br />
Seitdem Silvia und ich im Nimmertal<br />
leben, sind zum Beispiel mit dem Vorhandensein<br />
zweier Kaminöfen der Schürhaken,<br />
und Sägen in Form einer Tischkreissäge<br />
und einer Wippsäge in unser Leben<br />
getreten. Andere verblassen und rücken<br />
beiseite. Das Buch war ja mit Absicht eine<br />
Momentaufnahme.<br />
KUSSIN: Witzig, dass Tobias auf Kaminöfen<br />
zu sprechen kommt. Denn den Begriff<br />
„Kamin“ würde ich wahrscheinlich auch<br />
aufgreifen. Vielleicht auch „Spaltaxt“. Da<br />
gibt es ja riesige Qualitätsunterschiede<br />
und jede Menge Potenzial für illustre Geschichten.<br />
Aber diese Begriffe spuken erst<br />
seit 2015 in meinem Kopf rum – da kauften<br />
meine Frau und ich ein 120 Jahre altes<br />
Haus am Rande des Muttentals.<br />
Wie sind Sie auf die einzelnen Begriffe gekommen?<br />
Welche Eigenschaften musste ein<br />
Ding besitzen, um von Ihnen beschrieben<br />
zu werden?<br />
WIMBAUER: Da gab es einige, die sich<br />
mir aufdrängten, die ganz unbedingt reinmussten,<br />
an anderen blieb mein Blick eher<br />
zufällig hängen. Das wichtigste Kriterium:<br />
das Ding musste mich in diesem Moment<br />
interessieren.<br />
| 9
KUSSIN: Ich sammelte damals auf einer<br />
Tafel Begriffe, die mir interessant erschienen.<br />
Wichtig waren mir die Geschichten<br />
hinter den Dingen. Ich wollte zeigen, dass<br />
auch banale Alltagsgegenstände emotional<br />
aufgeladen sein können. Deshalb ist beispielsweise<br />
der Text über „Netzteile“ eigentlich<br />
ein Text über cholerische Lehrer<br />
und die Angst, die sie verbreiten können.<br />
Sie haben das Buch ja zu zweit geschrieben.<br />
Wie kann man sich den Arbeitsprozess<br />
vorstellen? Wie haben Sie sich ausgetauscht?<br />
WIMBAUER: Nachdem wir unsere Kollaboration<br />
abgemacht hatten, gerieten wir<br />
beide in einen Schaffensrausch und mailten<br />
uns Nacht für Nacht die ganz frischen<br />
Texte zu und waren dann sehr viel früher<br />
fertig als wir gedacht hatten, ganz einfach,<br />
weil wir so viel Spass daran hatten.<br />
KUSSIN: Darüber hinaus verlief die Textproduktion<br />
bis auf wenige Ausnahmen<br />
komplett eigenständig. Wenn einer von uns<br />
einen Text fertig hatte, wurde dieser per<br />
Mail verschickt, man jubelte kurz gemeinsam,<br />
dann wurde der nächste geschrieben.<br />
Es war wirklich wie im Rausch.<br />
Sie sind beide sehr präsent in sozialen<br />
Netzwerken wie Facebook und Twitter.<br />
Beeinflusst die Onlinewelt die Art Ihres<br />
Schreibens?<br />
WIMBAUER: Twitter übt einen mit seiner<br />
Zeichenbeschränkung sehr gut darin, auf<br />
überflüssigen Wortfirlefanz zu verzichten.<br />
Überhaupt ist das Buch ja aus dieser Social<br />
Media-Sphäre geboren. Wir kannten uns<br />
über Twitter und von Blogs und über diese<br />
Kanäle kam es dann auch zu unserer Zusammenarbeit.<br />
KUSSIN: Wenn man als Autor viel in den<br />
sozialen Netzen unterwegs ist, lernt man<br />
fast automatisch, sich kurz zu fassen und<br />
pointiert zu schreiben. Darüber hinaus<br />
liest man viel von anderen Autoren und<br />
sieht, dass die auch nur mit Wasser kochen.<br />
Schaut man in Ihre Biografien, stellt man<br />
fest, dass Sie beide Liebhaber von Tage<strong>bücher</strong>n,<br />
Briefwechseln und Sammlungen<br />
von Alltagstexten wie Walter Kempowskis<br />
Echolot sind. Woher kommt die Begeisterung<br />
für diese spezielle literarische Gattung?<br />
WIMBAUER: Ja, absolut. Mich sprach immer<br />
die Unmittelbarkeit an, die Tage<strong>bücher</strong><br />
und Briefwechsel auszeichnet. Es gibt
nicht wenige Autoren, deren Romane mich<br />
langweilen, die aber ganz fabelhafte Briefeschreiber<br />
waren. Kempowskis Echolotpanorama<br />
ist das modernste und kühnste,<br />
das man sich überhaupt vorstellen kann,<br />
diese völlige Gleichzeitigkeit der Dinge.<br />
Was Kempowski da gemacht hat, ist der<br />
Grundgedanke auch von Twitter und Facebook:<br />
das zeitgleiche Nebeneinander des<br />
gleichzeitig Geschehenden als ein echtes<br />
Abbild der Welt. Während Thomas Mann<br />
sich etwa über einen Kaffeelöffel mokiert<br />
und über neue Gamaschen nachsinnt, sitzt<br />
in Auschwitz jemand und aktualisiert die<br />
Lagerlisten, friert sich ein Soldat in Russland<br />
den Arsch ab und feiert vielleicht in<br />
Berlin jemand seinen Geburtstag.<br />
KUSSIN: Kempowski hat mit Echolot<br />
wirklich einen Moloch von zigtausend<br />
Seiten erschaffen, der die Banalität und<br />
Brutalität des Krieges zeigt. Ich mag an<br />
Tage<strong>bücher</strong>n und Briefwechseln den sehr<br />
direkten Blick in das Leben anderer Menschen.<br />
Ich bin wohl sowas wie ein literarischer<br />
Voyeur, der gern in die Köpfe anderer<br />
Autoren blickt.<br />
Ihr ultimativer Lesetipp: Welches Buch<br />
sollte in jedem Regal stehen?<br />
WIMBAUER: Ein DUDEN wär nicht<br />
schlecht.<br />
KUSSIN: Ach, so lange überhaupt ein Buch<br />
im Regal steht, ist die Welt noch nicht ganz<br />
verloren. Wenn es ein Tipp sein soll, nehme<br />
ich was ganz artifizielles. Vielleicht<br />
ZETTELS TRAUM von Arno Schmidt. Das<br />
muss gar nicht gelesen werden, vielleicht<br />
ist das sogar unmöglich. Aber es zeigt einfach<br />
sehr schön, dass Literatur mehr und<br />
anders sein kann, als das Vehikel für eine<br />
Geschichte.<br />
Hat Sie ein Buch schon einmal so bewegt,<br />
dass Sie weinen mussten? Oder so verärgert,<br />
dass Sie es wegwerfen wollten?<br />
WIMBAUER: Ja, sowohl als auch.<br />
KUSSIN: Verärgert, verängstigt, in schwarze<br />
Löcher gestoßen. Ja sicher. Eine gute Geschichte<br />
schafft das alles.<br />
Wer viel liest, hat viele Bücher. Wie entsorgen<br />
Sie Ihre ausgelesenen Bücher?<br />
WIMBAUER: Das ist bei mir ganz einfach:<br />
als Inhaber eines Antiquariates (Wimbauer<br />
Buchversand) sind solche Bücher ebenso<br />
schnell wieder im grossen Kreislauf wie<br />
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all jene, die ich einfach nur einmal gelesen<br />
haben wollte, die aber zu keiner meiner<br />
Sammlungen oder Arbeitsbibliotheken gehören.<br />
„Viele Bücher“ ist wörtlich zu nehmen:<br />
hier stehen 160.000 Titel.<br />
KUSSIN: Im Entsorgen von Büchern bin<br />
ich nicht gut. Hier sammelt sich viel zu<br />
viel in den Regalen. Da ich aber überhaupt<br />
kein Vielleser bin, ist das Problem noch beherrschbar.<br />
Hand aufs Herz: Wie viel Unveröffentlichtes<br />
liegt in Ihrer Schreibtischschublade?<br />
WIMBAUER: Bücher? Eine handvoll sind’s<br />
gewiss. Dazu ganz viele angefangene und<br />
noch viel mehr nur als Idee Umrissene.<br />
Und auf der Planungsliste der von mir herausgegebenen<br />
Buchreihe „Nimmertal 75“<br />
stehen auch noch ein Dutzend, die ich nach<br />
und nach bearbeiten und veröffentlichen<br />
werde. An Arbeit hatte ich noch nie Mangel.<br />
KUSSIN: In der Schreibtischschublade liegen<br />
ein, zwei Sachen, die ich vor Jahren mal<br />
begonnen hab und die ich eigentlich an ein<br />
paar Verlage schicken wollte. Aber auf dem<br />
Rechner gibt es noch jede Menge Konzepte,<br />
Anfänge und Ideen, die ich in Zukunft umsetzen<br />
werde.<br />
Adson fecit ist ein junger Verlag aus Essen<br />
– was verbinden Sie mit dem „Literaturstandort<br />
Ruhrgebiet“?<br />
WIMBAUER: Nichts. Ist denn Literatur<br />
hier etwas anderes als meinetwegen im<br />
Sauerland oder in Südbaden?<br />
KUSSIN: Ich denke schon, dass Autoren<br />
aus dieser Region anders schreiben als<br />
etwa die Studierenden an den Schreibschulen<br />
in Hildesheim oder Biel. Was ich<br />
etwas skeptischer sehe ist dieser über allem<br />
schwebende Bezug zum Malocher-Kohle-<br />
Stahl-und-Pils-Klischee. Da wünschte ich<br />
mir manchmal etwas mehr Selbstbewusstsein.<br />
Zwischen Dortmund und Duisburg<br />
sitzen so viele kluge Autoren, so viele ambitionierte<br />
Verlage, so viele kreative Köpfe,<br />
da muss man sich gegenüber den anderen<br />
Metropolen wie Berlin oder Hamburg nicht<br />
verstecken.
trigger warnings<br />
im wolkenkuckucksheim<br />
über die gefahren des lesens<br />
ein interview mit petra gust-kazakos
Warum Lesen gefährlicher ist als Sie ahnen<br />
In ihrem Band Gefahren des Lesens stellt Petra Gust-Kazakos<br />
stellt eine Reihe von Essays vor, die sich unterhaltsam und pointiert<br />
mit den Gefahren des Lesens auseinandersetzen.<br />
Spätestens seit der Verbreitung der Buchdruckkunst Mitte des<br />
15. Jahrhunderts waren all die Ideen zwischen den Buchdeckeln<br />
vielen Menschen ein Dorn im Auge. Weltliche Herrscher klagten<br />
über das Buch, kirchliche Herrscher, Faschisten, Kommunisten,<br />
Männer, Frauen, Soziologen, Psychologen. Immer gab<br />
es irgendwen, der Bücher für gefährlich hielt. Bis in unsere<br />
heutige Zeit hinein.<br />
Bereits im Glöckner von Notre Dame lässt Victor Hugo einen<br />
Buchhändler feststellen, die Buchdruckerkunst sei eine „weitere<br />
Pest aus Deutschland“, die Unruhe stifte. Auch in der bürgerlichen Welt wurde das Buch<br />
immer wieder skeptisch betrachtet. Zu viel Lesen sei gesundheitsschädlich, hieß es. Goethes<br />
Werther sollte für zahlreiche Nachahmungs-Suizide verantwortlich sein, hieß es. Und insbesondere<br />
Frauen seien für all den Schmutz und Schund empfänglich, hieß es. Selbst in der Gegenwart<br />
wird gewarnt und verboten. Am Inhalt von Bret Easton Ellis‘ American Psycho nahm<br />
die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften so sehr Anstoß, dass sie den Roman<br />
1995 auf den Index setzte und die Indizierung erst 2001 aufhob.<br />
Petra Gust-Kazakos geht in ihren Essays den Gefahren des Lesens nach: Gefahren für den<br />
Leser, Gefahren für den Autor, Gefahren durch Übersetzung, Bearbeitung und Zensur, Gefahren<br />
durch Informationsflut und Informationsselektion. Die „Gefahren des Lesens“ sind<br />
eine Aufforderung, sich in Gefahr zu begeben. Sie sind eine Aufforderung zum Lesen.<br />
Petra Gust-Kazakos<br />
Gefahren des Lesens.<br />
Essays zu Risiken und Nebenwirkungen.<br />
206 Seiten, 17,90 €<br />
ISBN 978-3-9816594-2-9
trigger warnings im wolkenkuckucksheim - interview gust-kazakos<br />
Die Germanistin und Anglistin Petra Gust-Kazakos gehört zu den Literatur-Bloggern<br />
der ersten Stunde. Sie lebt mit ihrem Ehemann in Karlsruhe, wo sie als PR-Managerin<br />
in einem Softwareunternehmen arbeitet. Im November erschien im Essener Verlag<br />
adson fecit ihr Buch „Gefahren des Lesens“, in dem sie essayistisch Risiken und Nebenwirkungen<br />
für Leser und Autoren von Texten aufzeigt.<br />
Frau Gust-Kazakos, gerade erschien Ihr<br />
Essayband „Gefahren des Lesens“, in welchem<br />
ganz unterschiedliche Risiken für Autoren<br />
und Leser beschrieben werden. Wer<br />
lebt denn nun gefährlicher? Der Autor oder<br />
der Leser?<br />
Ich denke, das kommt auf die Situation an.<br />
Und dann ist es ja so, dass Autoren auch<br />
immer Leser sind, insofern ist eine harte<br />
Trennung der Rollen bei dieser Frage<br />
schwierig. Wenn es allerdings um die Lebensbedingungen<br />
in autoritären Regimen<br />
und Diktaturen geht, lebt zuallererst der<br />
Autor gefährdet, weil er eher greifbar ist.<br />
Schließlich tritt er mit seinen Texten und<br />
seinem Namen in die Öffentlichkeit. Seine<br />
Leser können die Texte, wenn sie zugänglich<br />
sind, auch unerkannt im Verborgenen<br />
studieren.<br />
Das Thema Ihres Buches ist spannend<br />
und originell, denn Sie betrachten Literatur<br />
und Bücher unter einem neuen Aspekt,<br />
über den man sich als Leser bisher vielleicht<br />
noch nie Gedanken gemacht hat. Gab<br />
es so etwas wie eine Initialzündung oder ein<br />
Schlüsselerlebnis mit einem gefährlichen<br />
Buch?<br />
Eigentlich nicht, die „Gefahren des Lesens“<br />
sind eher eine Art Lesefruchternte. Wenn<br />
man viel liest, auch Bücher über vergessene<br />
oder verbrannte Bücher und verfolgte<br />
Schriftsteller, werden einem schnell etliche<br />
Gefahren für die Autoren bewusst. Aber<br />
auch wenn man liest, lebt man nicht im<br />
Wolkenkuckucksheim, sondern ist durchaus<br />
gefährdet. Zum Beispiel weil man einem<br />
literarischen Scherz aufsitzt oder falschen<br />
Informationen. Als ich begann, mich<br />
intensiver mit diesen Aspekten zu beschäf-<br />
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tigen, fand ich immer mehr Indizien für die<br />
Gefahren, Risiken oder Nebenwirkungen<br />
wie Textänderungen bei Übersetzungen<br />
oder Bearbeitungen bis hin zur Zensur.<br />
Schräg finde ich auch die Forderung nach<br />
Trigger Warnings auf Buchdeckeln, um vor<br />
bestimmten Inhalten zu warnen.<br />
Sie zeigen in Ihren Essays auch den Aktionismus,<br />
den Bücher und Texte hervorrufen.<br />
Sind Bücher und Texte wirklich noch<br />
relevante Ideengeber, die den Leser „infizieren“<br />
können?<br />
Bücher sind auf jeden Fall wichtige Ideengeber,<br />
denken Sie nur an den riesigen<br />
Markt der Ratgeber und Sach<strong>bücher</strong>: Egal,<br />
ob Managementtheorie, Erziehungsratgeber<br />
oder Lebenshilfe, die Buchläden sind<br />
voll mit solchen Ideengebern. Aber auch<br />
die Belletristik pflanzt neue Ideen in unsere<br />
Köpfe. Wir können beim Lesen mit den<br />
Romanfiguren unterschiedliche Lebensläufe<br />
durchspielen, und uns fragen, wie wir<br />
selbst in dieser oder jener Situation gehandelt<br />
hätten. Und vielleicht sprechen wir mit<br />
Freunden über das Buch, empfehlen oder<br />
verreißen es und geben unsere Meinung –<br />
und damit auch ein Stück weit die Idee des<br />
Buches oder des Autors – weiter.<br />
Und wie denkt eine Buchliebhaberin und<br />
Autorin über Zensur und Buchverbote?<br />
Das ist ein weites Feld, aber ich denke, man<br />
sollte auch schwierige Bücher nicht verbieten.<br />
Mir wäre es lieber, wenn zu solchen<br />
Werken eine breite öffentliche Diskussion<br />
stattfinden würde. Von mir aus mit Diskussionsrunden<br />
im Fernsehen, in denen die<br />
Vertreter der unterschiedlichen Positionen<br />
ihre Argumente austauschen. Auch wissenschaftlich<br />
kommentierte Ausgaben, wie<br />
etwa bei der Neuauflage von Hitlers „Mein<br />
Kampf“, halte ich für eine gute Lösung. So<br />
kann auch ein weniger gut informierter Leser<br />
den Inhalt besser einordnen.<br />
Sie sind ja nicht nur Autorin, sondern<br />
bloggen auch seit 2010 über Literatur. Also<br />
eine Profi-Leserin. Wie wichtig ist Ihrer<br />
Meinung nach das Marketing für einen Bucherfolg?<br />
Ohne Marketing geht – leider – nix. Das<br />
klingt etwas abgeklärt, aber es entspricht<br />
einfach der Situation auf dem Buchmarkt.<br />
Die Annahme, dass sich Qualität schon<br />
durchsetzen wird, teile ich in dieser Form<br />
nicht. Jährlich kommen zigtausend Neuerscheinungen<br />
auf den Markt, in Publikumsverlagen,<br />
in Kleinverlagen, im Eigenverlag
oder ausschließlich als E-Book und nur ein<br />
Bruchteil dieser Neuerscheinungen erzielt<br />
relevante Verkaufszahlen. Ein Buch muss<br />
also schon einem breiten Publikum vorgestellt<br />
werden. Die großen Verlage haben<br />
es da natürlich einfacher, weil sie auf ein<br />
riesiges Netzwerk und Marketingbudget<br />
zurückgreifen können. Gleichzeitig ist der<br />
Platz im Feuilleton großer Zeitungen wie<br />
FAZ, Süddeutsche oder ZEIT natürlich<br />
begrenzt. Dort werden selbst bekannte Autoren<br />
nicht zwangsläufig besprochen, auch<br />
wenn wir oft das Gefühl haben, dass dort<br />
immer die gleichen Verdächtigen auftauchen.<br />
Trotzdem können gute, engagierte<br />
Verleger durch Messeauftritte und persönliche<br />
Kontakte zum Buchhandel etwas bewegen<br />
und Erfolge erzielen. Und nicht zuletzt<br />
wird von Autoren heute fast erwartet,<br />
Selbstmarketing zu betreiben, etwa über<br />
die sozialen Medien oder durch Lesungen.<br />
Sie erwähnten gerade bereits E-Books.<br />
Was ist Ihnen lieber. Das klassisch gedruckte<br />
Buch? Oder der praktische E-Book-Reader?<br />
Ganz klar das Print-Produkt, wie es duftet,<br />
raschelt, sich anfühlt. Aber ich muss zugeben,<br />
dass ich mir vor ein paar Tagen einen<br />
E-Book-Reader gekauft habe, nachdem ich<br />
mir das Gerät bei einer Freundin einmal<br />
näher angeschaut und getestet habe. Es ist<br />
nun mal wirklich praktisch, insbesondere<br />
auf Reisen. Ein weiterer Vorteil, der aber<br />
mit meinen ganz persönlichen Lesevorlieben<br />
zu tun hat: Ich lese sehr gern die alten<br />
Klassiker. Und die gibt es auf den unterschiedlichen<br />
Plattformen ja nahezu geschenkt.<br />
Was macht eine Vielleserin eigentlich mit<br />
ihren „ausgelesenen“ Büchern? Ins Regal?<br />
Altpapiercontainer? Ebay?<br />
Bücher, die mir wichtig sind, egal ob Fachliteratur<br />
oder Roman, behalte ich. Und<br />
schaue auch immer mal wieder hinein. Viele<br />
andere gebe ich weg, frage im Freundeskreis,<br />
füttere damit einen Bücherschrank<br />
hier ganz in der Nähe oder spende sie.<br />
Wie lautet die ultimative Leseempfehlung<br />
einer Profi-Rezensentin? Welches Buch<br />
sollte in jedem Regal stehen?<br />
Eine so weitreichende Empfehlung kann<br />
ich nicht geben. Ich möchte nicht bestimmen,<br />
was die Menschen lesen oder in ihre<br />
Regale stellen sollen. Ich könnte auch nicht<br />
ein einzelnes Buch benennen, das über al-<br />
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len anderen thront. Dafür ändert sich der<br />
Lesegeschmack im Laufe eines Lebens<br />
auch zu sehr. Es gibt Bücher, die waren in<br />
bestimmten Lebensphasen sehr wichtig,<br />
und mit zeitlichem Abstand betrachtet man<br />
sie auf einmal ganz anders. Allerdings hat<br />
mich Shakespeare im Laufe meines Leselebens<br />
immer begeistert.<br />
Hand aufs Herz: Hat Sie ein Buch schon<br />
einmal so bewegt, dass Sie beim Lesen weinen<br />
mussten?<br />
Oh ja. Und nicht nur geweint, auch lauthals<br />
gelacht und mich geärgert. Beim Lesen bin<br />
ich sehr emotional.<br />
Und nochmal Hand aufs Autorinnenherz:<br />
Wie viele unveröffentlichte oder nicht beendete<br />
Manuskripte liegen in Ihrer Schreibtischschublade,<br />
Frau Gust-Kazakos?<br />
Ach, da liegt eigentlich nur ein Manuskript.<br />
Eine Sammlung von Kurzgeschichten, die<br />
ich demnächst noch einmal sichten und<br />
gegebenenfalls überarbeiten werde. Das<br />
könnte auch mein nächstes Projekt werden<br />
und es wäre nach zwei essayistischen<br />
Büchern mein erstes belletristisches Werk.<br />
Darüber hinaus gibt es aktuell nichts, was<br />
auf eine Veröffentlichung wartet. Was auch<br />
daran liegen mag, dass ich tagtäglich sehr<br />
viel schreibe – für meinen Blog, in meinem<br />
„Alltagsjob“ als PR-Managerin, in mein Tagebuch.<br />
Ihr Buch erscheint im Verlag adson fecit<br />
aus Essen. Sie wohnen jedoch am anderen<br />
Ende der Republik, in Karlsruhe. Was ist<br />
Ihre Meinung zum Literaturstandort Ruhrgebiet?<br />
Ich muss zugeben, dass ich das Ruhrgebiet<br />
nicht als erstes mit dem Begriff „Literaturstandort“<br />
beschreiben würde. Das sind<br />
dann wohl eher die großen Verlagsmetropolen<br />
Berlin, Hamburg, Köln. Ich wohne<br />
ja nicht dort und kenne leider kaum Ruhrgebiets-Verleger<br />
oder -Autoren. Aber ich<br />
freue mich sehr, dass es meinem Verleger<br />
Gregor Meder mit adson fecit im wunderschönen<br />
Essen-Werden gelungen ist, einen<br />
kleinen, spezialisierten und sehr charmanten<br />
Verlag zu etablieren. Und damit gewiss<br />
einen weiteren Baustein zum Literaturstandort<br />
Ruhrgebiet hinzugefügt hat.
unsere <strong>bücher</strong>
Die Abtei Werden wurde vor mehr als 1200<br />
Jahren durch Liudger, einen der Missionare<br />
Karls des Großen, gegründet. Nach der<br />
Auflösung des Klosters 1803 wurden dessen<br />
Schätze weit verstreut. Einige sind jedoch<br />
in der Schatzkammer und der ehemaligen<br />
Klosterkirche erhalten geblieben und werden<br />
der Öffentlichkeit präsentiert.<br />
Mit den Werdener Schätzen beginnen wir<br />
eine Reihe mit Sammelbänden und Monographien,<br />
die die erhaltenen und in Werden<br />
verwahrten „Schätze“ vorstellen. In loser<br />
Folge werden einzelne „Schätze“ besprochen<br />
und über deren Geschichte und Restaurierungen<br />
berichtet.<br />
Nach der Auflösung<br />
der Abtei<br />
wurden die Bücherschätze<br />
der<br />
einstmals berühmten<br />
Bibliothek<br />
weit verstreut. Die wertvollsten Stücke<br />
dieser fast vergessenen Bibliothek befinden<br />
sich nun in den Bibliotheken Deutschlands<br />
und Europas.<br />
Erstmals werden in diesem reich bebilderten<br />
Band die sprach- und kulturgeschichtliche<br />
Bedeutung der Bibliothek und ihre<br />
Bestandsgeschichte dargestellt. Einige der<br />
Codizes dieser fast vergessenen Bibliothek<br />
werden im Detail vorgestellt.<br />
Eine vergessene Bibliothek.<br />
Die Bibliothek der Reichsabtei Werden.<br />
Werdener Schätze, Bd. 1<br />
ca. 120 Seiten 20 farbige Abb., 17,90 €<br />
ISBN 978-3-9816594-3-6<br />
Erscheint 15. Mai <strong>2018</strong>
Das Werdener Kruzifix zählt zu den bedeutendsten<br />
Kunstwerken des 11. Jahrhunderts<br />
und ist eines der wichtigsten Stücke der<br />
Schatzkammer St. Ludgerus in Essen-Werden.<br />
Über die Geschichte ist nur wenig bekannt.<br />
Als das Kruzifix im Rahmen eines Brandes<br />
evakuiert werden musste, wurde es schwer<br />
beschädigt. Der Band dokumentiert die Restaurierung<br />
und die Erkenntnisse, die daraus<br />
gewonnen wurden. Er gibt Einblicke in die<br />
Geschichte des Kruzifixes und erlaubt einen<br />
Blick in weitere spannende Zusammenhänge.<br />
Die seit 1979 in der<br />
Schatzkammer St.<br />
Ludgerus in Essen-Werden<br />
der Öffentlichkeit<br />
zugänglich gemachte Sammlung<br />
bewahrt den Rest des einst sehr umfangreichen<br />
Schatzes der um 800 gegründeten<br />
ehemaligen Benediktinerabtei Werden. Die<br />
wichtigste Gruppe bilden frühmittelalterliche<br />
Schatzstücke. Daneben gibt es zahlreiche<br />
Werke der Gold- und Silberschmiedekunst<br />
sowie Elfenbeinschnitzereien, Skulpturen<br />
und Reliefs, Gemälde und Handschriften.<br />
Der Katalog behandelt erstmals den gesamten<br />
Bestand derSchatzkammer und die Ausstattung<br />
der ehemaligen Klosterkirche, der<br />
heutige Basilika St. Ludgerus.<br />
Goldene Zeiten?<br />
Die Restaurierung des Werdener Kruzifix.<br />
Werdener Schätze, Bd. 2<br />
80 Seiten, ca. 40 durchgehend<br />
vierfarbige Abb., 14,90 €<br />
ISBN 978-3-9816594-8-1<br />
Erscheint Juli <strong>2018</strong><br />
Schatzkammer St.Ludgerus.<br />
Bestandskatalog. Werdener Schätze, Bd. 3<br />
ca. 300 Seiten, mit zahlr. farbigen Abb.<br />
der Objekte, 39,95 €<br />
ISBN 978-3-9816594-9-8<br />
Erscheint Herbst <strong>2018</strong><br />
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unser programm- backlist<br />
Vampire leben in Büchern!<br />
Das geschriebene Wort sichert den Fortbestand<br />
des Vampirs. Seit fast 200 Jahren<br />
treibt er als literarische Figur sein Spiel mit<br />
der Angst des Lesers. Mal als hässliche Kreatur,<br />
mal als aristokratischer Edelmann, mal<br />
als romantische Fantasie. Eric W. Steinhauer<br />
verfolgt seine Spur zwischen Buchdeckeln<br />
und in den Regalen der Bibliotheken, wo der<br />
Vampir die Jahrhunderte überlebte.<br />
Die christliche Kirche der Zukunft strahlt<br />
aus, ist freundlich und dient den Menschen.<br />
Ausgehend von Leben und Werk des evangelischen<br />
Theologen Dietrich Bonhoeffer gibt<br />
der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus<br />
Pfeffer, Impulse für ein Christsein in der Gegenwart<br />
und skizziert eine Zukunftsvision<br />
der christlichen Kirche.<br />
Eric W. Steinhauer<br />
Bücher und Vampire.<br />
Morbides Bücherwissen, Bd 1.<br />
127 S., Hardcover 16,90 €<br />
ISBN 978-3-9816594-4-3<br />
Klaus Pfeffer<br />
Christsein ist keine einfache Angelegenheit.<br />
Mit Dietrich Bonhoeffer auf dem Weg<br />
zu einer erneuerten Kirche.<br />
140 Seiten, Hardcover 16,90 €<br />
ISBN 978-3-9816594-5-0
kontakt<br />
Was bringt es Christ zu sein?<br />
Karneval und Fastenzeit, Zukunft der Kirche,<br />
Geschichten aus der Bibel, Leben mit<br />
dem Tod - Klaus Pfeffer, Generalvikar des<br />
Bistums Essen, erzählt in kurzen Texten, die<br />
seinen beliebten Radiobeiträgen entstammen,<br />
von seinen Erfahrungen mit Menschen,<br />
Kirche und Glauben. Kongenial illustriert<br />
Thomas Plaßmann die Beiträge mit seinen<br />
Karikaturen.<br />
Klaus Pfeffer<br />
Hab’ Mut zur Lockerheit!<br />
Vom Glück des Glaubens.<br />
Mit 19 Karikaturen von Thomas Plaßmann,<br />
104 Seiten, durchgehend vierfarbig 16,90 €<br />
ISBN 978-3-9816594-1-2<br />
Auslieferung<br />
Medien Service Runge (MSR)<br />
Runge Verlagsauslieferung<br />
Ansprechpartner: Team 3<br />
Bergstr. 2<br />
33803 Steinhagen<br />
Tel.: +49 (0)52 04 | 99 81 23<br />
Fax.: +49 (0)52 04 | 99 81 14<br />
E-Mail: msr@rungeva.de<br />
Web: www.rungeva.de<br />
BAG über VN 11271 | MSR<br />
Gebündelte Faktur und Auslieferung<br />
Vertretung<br />
Verlagsvertretung Schäfer<br />
Ines Schäfer<br />
Dotzheimer Str. 85<br />
65197 Wiesbaden<br />
Tel.: +49 (0)6 11 | 18 59 15 91<br />
VN 31477<br />
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Telefonisch erreichen Sie Frau Schäfer<br />
am ehesten dienstags bis donnerstags<br />
von 10 bis 14 Uhr, per E-Mail jederzeit.<br />
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Verlag adson fecit<br />
Rittergasse 25<br />
45239 Essen<br />
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Fax: (0)201 | 830 44 39<br />
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