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Flüchtlingsschicksale - Wie acht afghanische Jungen in Düsseldorf ein neues Leben beginnen wollten

Flüchtlingsschicksale - Wie acht afghanische Jungen in Düsseldorf ein neues Leben beginnen

27. Februar 2018, 16:24 Uhr Flüchtlingsschicksale Wie acht afghanische Jungen in Düsseldorf ein neues Leben beginnen wollten Fünf Pädagogen, acht minderjährige Flüchtlinge, ein eigenes Haus - besser können die Voraussetzungen für eine Integration eigentlich nicht sein. Katja Thimm hat sie zwei Jahre begleitet. Karims Vormund hat sich angesagt. Der Asylbescheid sei mit der Post eingetroffen. Wann der Junge denn zu Hause anzutreffen sei? Nachmittags, hatten die Betreuer geantwortet. Noch ist alles wie an anderen Tagen: Karim kommt von der Schule, streift die Schuhe ab, zieht die Gummischlappen an, kocht Reis, kocht dunkle Bohnen, setzt sich an den Tisch im Wohnzimmer, isst bedächtig. Hört, wie die anderen im Nebenraum mit Herrn Sameeian diskutieren. Warum kaum einer der Jungs zu der Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan mitgegangen sei, will der Pädagoge wissen. Und Jamils heftige Antwort: "Unser Protest ändert ohnehin nichts." Als die Klingel schellt, spült Karim die Töpfe in der Küche und trocknet sorgfältig die Hände ab. Dann schließt sich die Tür hinter ihm und dem Vormund. Karim und seine Mitbewohner sind Söhne afghanischer Familien, Flüchtlinge, minderjährig und unbegleitet; wie Hunderttausende, die über die Balkanroute nach Europa kamen, suchen sie in Deutschland ein besseres Leben. Zelte, Notunterkünfte, monatelang, aber dann erschien plötzlich alles greifbar. Seit dem 20. Januar 2016 leben sie in diesem braunen Einfamilienhaus in einer der beliebten Gegenden Düsseldorfs. Ein Gymnasium liegt um die Ecke, Restaurants, ein paar Schritte entfernt beginnt der Wald. Der Flachbildfernseher auf dem alten Kachelofen, die Playstation, das samtige Sofa - lauter Versprechen. Den Jugendlichen soll es gut gehen in dem neuen Zuhause, dafür sorgen Saba Sameeian und seine Kollegen. Herr Sameeian stammt aus einer persischen Familie, er spricht Farsi und Paschtu wie die Jungen und ist einer von fünf Pädagogen der Organisation SOS Kinderdorf, die im Schichtdienst mit den http://www.spiegel.de/spiegel/fluechtlinge-in-duesseldorf-wol…e-afghanen-ein-neues-leben-beginnen-a-1195395-druck.html 28.02.18, 11C03 Seite 1 von 12

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