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E_1927_Zeitung_Nr.099

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In fliessr Rubrik

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Sei•ne d*s4e Der Traum von Friedrich August Kurvenöl war ein Auto. Diesen Traum träumte er bereits seit Jahren Tag und Nacht, am Tage etwas weniger intensiv als Nachts. Da ihm aber sein Prinzipal bereits mehrere Male mit der Entlassung gedroht hatte, wenn er in Zukunft seine Gedanken nicht besser an der Arbeit habe, so beschloss er nun, mit ganzer Energie an die Verwirklichung, seines hauptsächlichsten Lebenszweckes heranzutreten. Auch fürchtete er, einmal auf seinem Totenbette sich Vorwürfe machen zu müssen, zu wenig lang sich dem Genüsse des Autospor-" tes gewidmet zu haben. Seinen freien Samstagnachmittag benützte er nun dazu, sämtliche Garagen und Automobilsalons der Stadt zu besichtigen. Vorläufig nur von aussen, erst wollte er mit sich selber einig werden, welche Marke und welcher Typ für ihn der allein richtige sei. So stund er nun stundenlang vor den Schaufenstern und ergab sich in Gedanken den himmlischen Genüssen hin, einen herrlichen Wagen über die Erde zu steuern. Von solchen Inspektionsreisen kam er gewöhnlich erst dann wieder nach Hause, wenn die Läden geschlossen und die Schaufenster dunkel; wurden. Todmüde legte er sich dann ins Bett, der Samstagnachmittag stellte an ihn die viel grösseren Ansprüche als die ganze Woche. Auch heute hatte er wieder viel Neues und für ihn höchst Wissenswertes gesehen, aber je länger er prüfte, um so weniger wusste er, was er wollte. Auf dem Heimwege überlegte er sich nun, was zu tun sei, einmal musste er sich für einen Wagen entschliessen. Geld besass er keines, das war auch vorläufig ganz gleichgültig, bevor er den Preis kannte, kam die Geldfrage gar nicht in Betracht. Sein sehnlichster Wunsch war zwar ein sogenannter schwerer Luxus-Wagen, aber damit hatte er sich bereits abgefunden^ dass er von einem solchen Wunder der Technik absehen müsse. Immer mehr stund sein Sinn nach einem kleineren Sportmodell 1927. Dies schien ihm so ganz das zu sein, was für ihn passte. Dieses besass einen rassigen Motor, feine Linienführung, und als Zweiplätzer war er nicht genötigt, ganze Familientransporte zu übernehmen, wie dies mit einem Sechsplätzer der Fall gewesen wäre. Auch war der Preis von Fr. 5600.— sicher als ein sehr bescheidener zu nennen. Niemand konnte ihm so den Vorwurf des Luxuses machen. So stund also fest, dass er einen kleinen Zweiplätzer wählen werde, höchst befriedigt von dieser ersten Tatsache steuerte er seinem elterlichen Hause zu. Dass ihn sein Weg an einer Garage vorbeiführte, dessen Inhaber die Vertretung rassiger Sechszylinder hatte, dafür konnte er nichts. Dass er vor diesem Hause einen Moment stehen blieb, um auch noch diese Autos zu bewundern, dafür wird ihm kein Mensch einen Vorwurf machen wollen. In der Kurve von Eva von Baadissin. (6. Fortsetzung) Um zehn Uhr am nächsten Morgen — er sah in seinem Bureau noch die Geschäftsbriefe durch, die sich am Montag immer häuften, da einer befremdlichen Einrichtung nach am Sonntag in München keine Post verteilt wurde — läutete sein Telephon an. «Hier Vertretung Feldt Firma —»; weiter kam er nicht «Sind Sie es selbst Hans?» «Ja, gewiss.» «Hier Marie — Marie Kattern.» «Ah, grüss Gott.» «Outen Morgen, Hans. Also, ich weiss es schon.» «Oh, wie geschickt...» «Garnicht — es war keine Kunst — ich tat eifersüchtig, obgleich ich es im Grunde genommen ja auch bin.» «Logik der Frauen», dachte er. «Und sagte, was er denn immer so Geheimnisvolles mit dieser Schwester habe — das Wort muss ich wohl einwenig zu stark betont haben, denn er meinte, ob Sie mir wohl verraten hätten, wer sie sei —»; sie brach ab Akufofiahffi* Der Garagebesitzer füllte eben Benzin in einen Wagen, mit diesem fing Kurvenöl ein Gespräch an über Automobile im allgemeinenund besagtem rassigen Sechszylinder im besondern. Der Schluss war eine Besichtigung des gesamten Lagers. Der Enthusiasmus Friedrich August Kurvenöls kannte keine Grenzen. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte sogleich einen Kaufvertrag abgeschlossen, er kostete ja bloss die Kleinigkeit von lumpigen 10,000 Franken. Zweihundert Franken hätte er sofort in bar als Anzahlung leisten können, über den Rest würde man sich noch einigen müssen. Er rechnete aber dann gleich aus, dass er in diesem Falle nichts mehr übrig hatte für die Versicherung und Fahrbewilligung. Er ging also auf den Kauf nicht sofort ein, sondern versprach, am Montag wieder zu kommen, um die Angelegenheit in Ordnung zu bringen. Bis er daheim anlangte, war der Zweiplätzer Sport vergessen, es existierten für ihn nur noch schwere Wagen, er musste über jeden lachen, der eine andere Marke steuerte. Daheim in seiner stillen Klause begann er nun mit dem Studieren der Finanzfrage. Geld musste er haben, darüber war er sich im Klaren, das Woher schien schon mehr Mühe zu verursachen. Er war das einzige Kind seines Vaters, eines gut bürgerlichen Spiessers, der sich jetzt so langsam mit der Existenzberechtigung der Eisenbahnen abgefunden hatte Von Velos und Motorrädern sprach er nur als von Ausgeburten der Hölle, Autos, darüber verlor er überhaupt nie ein Wort. Also mit diesem Vater war nichts zu machen. Er wäre : sofort enterbt und zur ärztlichen Untersuchung in eine Irrenanstalt gebracht worden, wenn er mit seinem Anliegen gekommen wäre. Blieb noch sein Onkel, der war reich, der reichste Mann der Stadt, schon alt und 1 ohne Kinder. Aber der war der Geiz selber.' Eher hätte man am Nordpol Kakteen zum. j,Ea erscheint unmöglich, den grossen Autocara die Strassen zu verbieten, doch könnte das schwierige .Problem nicht auf eine Weise gelöst werden, wie es diese Zeichnung vorschlägt?", meint die englische humoristische Zeitschrift „London Opinion", der wir diese Zeichnung entnehmen! zu.sondieren. Er sprach von seinem weiten Büreauweg, von der Möglichkeit, als einziger Sohn und Erbe des edlen Geschlechts der Kurvenöls krank zu werden bei dem schlechten Wetter. Das Tramfahren sei sehr ungesund, Erkältungen in den ungeheizten Wagen.nicht'zu vermeiden. Der rege Geschäftsgang erheische oft ein frühzeitiges Erscheineirim'Bureau, kurz, er wisse keinen weitern Ausweg, als sich eben selber ein Fahrzeug anzuschaffen, um Gesundheit und Existenz zu erhalten. ' Sein Onkel hörte aufmerksam zu, er sprach kein' Wort,' er nickte nur ab und zu bedeutungsvoll 1 mit dem Kopfe. Schon wollte er vor'Freude einen Luftsprung machen und gleich mit einem Pump' von zehntausend Franken an 'den Alten herantreten, da begann dieser eine längere Auseinandersetzung über Blühen bringen können, als ihn dazu, einmal'- die Bequemlichkeit 'der heutigen Jugend, die, etwas von seinem Reichtum zu verschenken, inicht mehr laufen wolle, was sehr zum. Schaden ihrer Gesundheit sei etc. . .. Aber trotzdem blieb dieser Onkel die einzige > Immerhin verstehe er auch seinen Standpunkt und wenn er sich Mühe gebe im Geschäft und sein Prinzipal mit ihm zufrieden sei, dann wolle er ihm denn seinen Wunsch erfüllen und ihm, wenn auch nicht ein. neues, so doch ein noch gut erhaltenes Velo auf nächste Weihnachten schenken. Dem Friedrich August fiel die Zigarre aus dem Munde, er wurde bleich wie Münsterkäse und stammelte nur immer wieder vor sich hin, Velo, Weihnachten, und dabei schrieb man den Monat Februar. Aus solchen Höhen der Hoffnung in bodenlose Tiefen war Geldquelle, die er versuchen konnte, anzu-1 bohren. Etwas anderes blieb ihm nicht übrig. So beschloss er, am Sonntagnachmittag den für ihn so schicksalsschweren Gang anzutreten. } Der Onkel war daheim und nicht wenig erstaunt, den Besuch seines Neifen zu erhalten. Erst war er etwas reserviert, er ahnte vielleicht die Beweggründe dieses Besuches. Aber im Laufe des Nachmittages entschwand dieses Misstrauen vollständig und eine gemütliche Stimmung kam auf. Der Kaffee wurde serviert und in Anbetracht, dass es Sonntag war, gab es frisches Brot dazu. Friedrich August rieb sich im Stillen vergnügt die Hände, der Sechszylinder rückte immer mehr in greifbare Nähe. Wie ihm dann der Onkel gar eine seiner Zigarren offerierte, etwas, das sonst nur bei ganz hohen Familienfesten oder Erbteilungen vorkam, da fasste er allen Mut zusammen und begann langsam «Und?» forschte Hans lächelnd. «Ihr seid Einer, wie der Andere,» rief da Marie Kattern heftig durchs Telephon «denn als ich ihm dann verriet: «Jawohl, er hat mir gesagt, es sei garnicht Deine Schwester», antwortete er: «Ich kann mir denken, dass es ihn ärgert — es ist seine frühere Frau». Erwartungsvoll brach sie ab. Hans Feldt Hess sie zappeln. «Was weiter?» fragte er vergnügt. «Na, Sie sind gut,» klang es empört zurück, «die Hauptsache verraten Sie mir nicht.» «Ich wusste nicht, ob Sie das interessierte, Marie. Die meisten Menschen haben mal eine Frau gehabt.» Wie frivol das klang, er durfte dabei nicht an Gertrud denken, aber Marie durfte nicht wissen, wie er innerlich zu ihr stand. «Und wegen meines Prozesses, wissen Sie, liegt mir daran, ihren Aufenthalt zu erfahren.» Er lauschte, aber nun schwieg sie. «Nun, ist das Ihre danze Neuigkeit? Dass sie meine Frau gewesen ist, das wusste ich ziemlich genau.» «Ach, man soll immer gefällig sein, und nachher...» «Nachher, was?» «Wird man beiseite geschoben oder angeflunkert.» Die arme Kleine, das war ihre ganze Lebenserfahrung! Er verbiss ein Lachen und tröstete: «Nun, Marie, mit mir wird Ihnen das nicht passieren. Sie wissen, dass Sie einen Wunsch freihaben.» A."ULtle:r GF'eioret'toexxcaL er noch nie gefallen. Jetzt war auch hier nichts mehr zu hoffen, dies stund ausser Zweifel. Er überlegte, ob es nicht besser für ihn wäre, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Er nahm seinen Hut und ging, kopfschüttelnd sahen ihm Onkel und Tante nach. Die Zigarren seien ihm zu stark, deshalb wäre er «So will ich ihn gleich äussern,» kam es eifrig durch den Hörer, «Sie sollen mich mal auf eine ordentlich weite Tour, eine tagelange Reise mit Ihrem Auto mitnehmen, Hans. Wissen Sie, die meisten Leute sind so geizig mit ihrem Wagen, gerade die guten Bekannten, fast als hätten sie sich verschworen, ihr Fahrzeug nur für sich zu behalten.» «Die Verantwortung ist immerhin gross», schaltete er ein. «Da sehen Sie — Sie auch! Ich habe mir's ja gedacht.» «Nein, nein, ich nehme Sie schon mit, aber augenblicklich scheinen Sie mir doch gebunden.» «Ach bewahre, ich habe gar keine Lust mehr, hier zu bleiben, obgleich der Doktor ganz ausser sich war, als ich heut morgen sagte, ich wolle fort.» «So,» stellte er voll Wut bei sich fest, so unwohl geworden, erklärte die Tante. Nein, es sei bloss die unerwartete Freude an dem versprochenen Geschenk, das ihn vollständig aus der Fassung gebracht hatte, belehrte sie der Onkel. Unterwegs kam der unglückliche Kurvenöl an einem Kiosk vorbei, die «Automobil- Revue » lachte ihm von weitem entgegen. Er kaufte sie aus Gewohnheit und um daheim etwas zu haben, das ihn über die schreckliche Enttäuschung hinweghelfen sollte. Den Selbstmordgedanken gab er auf aus Furcht, event. dauernd Schaden davontragen zu müssen. Zu Hause angelangt, zog er sich zurück und studierte seine Zeitung ungefähr mit dem gleichen Gefühl, wie einer im Gefängnis die Menukarte eines Grand-Hotel studiert. Da auf der letzten Seite sieht er ein .Inserat: ' '' ',,; / • r ' Zu verkaufen rassiges Sportmodell, in prima Zustand,- fast : " neu, fahrbereit, rassiger 'Bergsteiger, Modell 1927, zu massigem Preis, event. Tausch an" ' gut erhaltenes Herrenvelo. Zu besichtigen bei ' Isidor Veilchenduft, Rennweg 569 A. Zwei-, dreimal las er dies Inserat, war das nicht gerade wie gemacht für ihn, ein Sportmodell, ein rassiger Bergsteiger, wenn auch nicht mehr ganz neu, wenn nur der Motor in prima Zustand war, alles andere war Nebensache. Herrgott, wenn nur morgen nicht gerade Montag gewesen wäre, wo er unter keinen Umständen fehlen durfte im Bureau. Das war schon verfluchtes Pech, diese Occasion und die konnte er nicht sofort ausnützen. Wenn nun ein anderer ihm zuvorkäme, nein, das durfte unter keinen Umständen geschehen. Er stund auf und schrieb einen Expressbrief an Herrn Isidor Veilchenduft, er dürfe den Wagen nicht veräussern, bevor er bei ihm gewesen wäre, er sei schon so gut wie gekauft. an seinen Schreibtisch gegangen. Das ist mein gutes Recht, wissen Sie, ich brauch' mich nicht betrügen zu lassen. Und bisher hatte ich ja gar keinen Argwohn — also, es war ein leichtes, ein paar Briefe zu finden. Sie lagen obenauf — dieser abscheuliche Kerl! — und die Briefe sind aus Baden-Baden datiert.» «Dem Platz ihrer ersten Triumphe — schon darum liebt sie es», dachte er. «Ob sie dort bleibt, konnte ich allerdings nicht so schnell herausbringen.» «Gut, danke, es genügt auch. Also, pfüt' Gott, Marie. Sie hören wieder von mir.» «Ob's wahr ist?» Gedankenvoll sah sie auf den Apparat, während sie den Hörer anhing. Ach, es war ihr so gar nicht ge reben, klug zu sein und Kommendes vorauszuahnen. Immer wurde sie erbarmungslos von den «Gertrud lässt er im Glauben, dass er sieTatsachen überrascht! Nun hatte sie so etwas wie einen Verbündeten. Einen guten, an- allein liebt, und dabei hängt er an diesem kleinen Geschöpf.» ständigen Menschen, dem sie eine Gefälligkeit erwiesen hatte und mit dem sie auf «Also, Marie, es bleibt dabei: auf der nächsten schönen Reise kommen Sie mit, ganz einem ganz andern Fuss stand als sonst mit und gar als mein Gast.» den übrigen Herren der Gesellschaft, die es «Ach ja!» Sie schlug mit der Rechten vermieden, sie zu grüssen oder gar sie zu glücklich gegen die Linke, die den Hörer kennen, wenn sie mit ihren Damen gingen, hielt er hörte das leichte Klatschen. «Aber Hans van der Feldt war stets gleichmässig nun schnell, Marie, ich habe auch noch so nett zu ihr, ohne sie je mit einem Wort oder etwas wie einen Beruf und kann nicht den Blick zu verletzen. Und wenn er sie wirklich ganzen Morgen mit Ihnen verplaudern, so einmal mitnähme — ihm konnte sie sich anvertrauen, und sie brauchte nicht den ganzen lieb es mir wäre.» «Also,» sie sprach eilig, «er ist fort, zu Tag darauf bedacht zu sein, vorteilhaft aus- einer Kunstauktion bei Helbing, und: ich bin Izusehen und zu gefallen laclit . . .