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E_1927_Zeitung_Nr.099

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A. C. S.

A. C. S. Ausscrordenilichs Generalversammlung In Ölten. Sie beginnt Sonntag den 18. Dezember, morgens um 10 Uhr im Hotel « Schweizerhof» in OUen und weist folgende Traktanden auf. 1. Protokoll; 2. Revision der Zentralstatuten.; 3. Wahlen; •4. Individuelle Vorschläge. A. C. S. Deles'icrtcnversammlung in Ölten. Laut 8en Beschlüssen, die in Chur gefasst wurden und auf Antrag der Statutenrevisionskommission, findet Samstag den 17. Dezember, um 13 Uhr im Hotel € Schweizerhof » in Ölten eine Delegiertenversammlung statt, zur Behandlung der nachfolgenden Traktanden ; 1. Protokoll der letzten Sitzung; 2. Revision der Zeotralstatuten; 3. Budget 1928 ; 4. Vorschläge, die der ausserordentlichen Generalversammlung zu unterbreiten sind.; =s 5. Verschiedenes. Bunter Abend der Gruppe St. Gallen-Stadt des T. C. S. (Schluss des Berichtes). Nach beendigter Preisverteilung folgte das zweite Auftreten Beckereliis. das wiederum durchschlagenden Erfolg hatte, insbesondere, da er mit einigen neuen Produktionen aufwartete, die einem wirklich Bewunderung für das Können und die Geschicklichkeit dieses Hexenmeisters abnötigten. Unterdessen war längst die Künstlerkapelle Scheffel eingetroffen. Alsbald wurde nach deren rassiger Musik der Muse der Tanzkunst gehuldigt. Damit •war das Programm aber noch nicht beendigt. Die Kapelle Scheffel liess es sich nicht nehmen, zu zeigen, dass sie nicht nur flotte Tanzmusik machen kann, sondern sie überzeugte die Anwesenden durch eolistischa Einlagen davon, dass jedes ihrer Mitglieder sein Instrument mit Meisterschaft beherrscht. Ein besonderes Kränzchen der Anerkennung gebührt der gewandten Direktion. Herrn Max Scheffel, der mit dem von ihm eigens komponierten und gewidmeten cStadt St. GallerTouring-Club Marsch» einen Beifallssturm auslöste. Für diese sowohl melodisch als auch rhythmisch hochwertige Leistung fiberreichte Herr 0. Fierz, Vergnügungspräsident, dem Komponisten einen Ehrenpokal. Erst mit diesen musikalischen Darbietungen fand das Programm des tBunten Abends» sein eigentliches Ende. Es folgte der Ball — and war echon 2 Uhr vorbei. Die nicht Tanzenden sind somit ebenfalls in reichlichem Masse auf ihre Rechnung gekommen. Besonderes Haüo erweckte es. als mitten, während des Tanzes ein Bauersmann, eine grosse Tasche m}t sich schleppend, Einlass begehrte. Jedermann war gespannt, was nun folgen würde und «ehe da, unser Bäuerlein kramte aus seiner Tasche 1 — ein lebendiges Schweinchen hervor, das alsbald iiim allgemeinen Gaudium ebenfalls auf dem glatten Parkettboden Charleston zu tanzen anfing. Es war ein Geschenk der bestbekannten Firma Moebius & Fils in Basel, das unter grossem Hallo verlost wurde, und — eigenartiges Zusammentreffen — Herrn Ubier aus Zürich, der im cUhler» seinerzeit das Licht der Welt erblickt hatte, zufiel. Der Bauersmann entpuppte sich als der verdiente Präsident der Gruppe St. Gallen-Stadt, Herr E. Gross. Der Berichterstatter suchte bald darauf «eine häuslichen Penaten auf — er Hess sich jedoch sagen, dass nur wenige seinem Beispiel gefolgt sind, die Mehrzahl dagegen noch lange zusammen blieb und tanzte, um schliesslich erst bei einbrechendem •Morgen — voll Befriedigung über den so wohl gelungenen Abend — heimwärts wanderte. Es ist keine Frage, dass die Gruppe St. Gallen- Stadt des T. C. S diese Veranstaltung als vollen Erfolg buchen kann und der Berichterstatter glaubt, wohl im Namen aller Teilnehmer zu sprechen, wenn er dem Vorstand für diese grosse Mühe und Arbeit, die dieser in der Vorbereitung dieses Abends geleistet hat, herzlich dankt. Der Lohn für diese Bemühungen, nämlich das gute Gelingen der Veranstaltung, ist denn auch nicht ausgeblieben und der Vorstand kann sicher sein, dass noch eine grössere Zahl von T. G. S.-Mitgliedern dem Rufe folgt, wenn er wieder einmal zu einem solchen Abend einladen wird. Dr. EL Autosektion Graubunden, T. C. S. Jahresbericht and Rückblick auf das bündnerische Automobilwesen. Die Sektion Graubünden hat in ihrer letzten Generalversammlung ihren Vorstand bestätigt, den Jahresbeitrag von 5 Fr. auf 8 Fr. erhöht, sowie die Jahresrechnung und den Jahresbericht genehmigt. Aus dem Jahresbericht der Sektion seien einige bemerkenswerte Ausführungen über die Vereinsgeschichte und über die Automobilgeschichte des Kantons Graubünden überhaupt wiedergegeben: Erst im Jahre 1927 fiel die wichtigste Entscheidung im Kampfe des modernen Verkehrsmittels gegen veraltete Schranken und Abneigungen, die in Graubünden gegen das Motorfahrzeug herrschten. Am 5. März 1911 hatte das Bündner Volk beschlossen: «Das FahTen mit Automobilen jeglicher Art, Personen- und Lastautomobilen, sowie Motorvolos, ist auf sämtlichen Strassen des Kantons Graubünden verboten. Die Regierung ist nicht kompetent, irgendwelche Fahrbewilligungen zu erteilen.» Umsonst war der Kampf des Bündnervolkes, die Zeit verlangte ihr Recht. Im Jahre 1920 beantragte der Grosse Rat: «Der Gebrauch von Motorfahrzeugen im Kanton Graubünden ist nur mit besonderer Bewilligung des Kleinen Rates gestattet.» Dieser Antrag wurde zwar verworfen, doch am S4. Juni 1923 wurden probeweise einige Strassen für das Automobil in Graubünden geöffnet. Das Gesetz hat damals dem Reiseauto, mit Ausschluss des Reiselastwagens, des Gesellschaftswagens und :== der Motorvelos, die Nord-^Süd-Route probeweise für das Jahr 1923 und 1924 geöffnet. In jenen Kämpfen erstand die Sektion Graubünden des Automobilcluhs der Schweiz. In Erkenntnis der Zeit deren Bedürfnisse führte diese in ihrer Eingabe vom 28. Mai 1923 an den Grossen Rat Graubündens aus: «Nicht das Sportinteresse, sondern die Erkenntnis, dass einzig der Automobilverkehr imstande ist, unsere darniederliegende Sommersaison zu heben, hat zahlreiche Männer, die enge Beziehungen zum Fremdenverkehr haiwn, veranlasst. eine Sektion dea A. G. S. zu gründen.» Der Arbeit dieser Männer sei hier dankbar gedacht. Nach harten Kämpfen entschied das Biindnervolk am 21. Juni 1925 sich für die teilweise Zulassung des Automobils im Kanton Graubünden. «Das Auto im Dienste der Allgemeinheit!» lautet die Marginale zu Artikel 1. und im Art. 8 verlangt das Gesetz ein neues Strassengesetz und eine Neuregelung des Automobilverkehrs bis spätestens Ende 1926. Am Kampfe um das neue Strassengesetz nahm auch unsere Sektion teil, die am 5. Juni 1926 in Chur gegründet wurde. Das Gesetz wurde am 20. Februar 1927 angenommen. Erst an diesem Tage hat das Motorfahrzeug den bündnerischen Freiheitsbrief erhalten. Es war ein Ehrentag für den rhätischen Souverain. Alle Pass-. Fahr- und Kommunalstrassen wurden unter gewissen Einschränkungen dem Motorfahrzeug geöffnet. Den Untorhalt des bündnerischen Strassennetzes übernahm der Kanton, der bis anbin von den Territorialgemeinden getragen wurde. Für die Finanzierung des Strassenunterhaltes hatte Graubünden auch mit einem minimalen Benzdnzolltreffnis von 200,000 Fr. gerechnet; die vom Bundesrat vorgesehene Verteilungsformel der Benzinzolleinnahme hat aber das Bündnervolk enttäuscht und beunruhigt. Unser Kanton mit seinem gewaltigen Strassennetz, seinen kostspieligen Alpenstrassen, die dem internationalen Durchgangsverkehr dienen und von dem Grossteil der inländischen Motorwagen benützt werden, hat vor allem mit Rücksicht auf seine schwachbevölkerten Talschaften, die nicht in der Lage sind, die für den modernen Durchgangsverkehr erforderlichen Strassenlasten zu tragen, einen Anspruch von mindestens 500,000 Fr., wenn die Beteiligung am Zollanteil an die Bedingung geknüpft würde, dass die Einreise- und Durchgangsgebühren fallen müssten; denn die gesamten Einnahmen aus dem Automobil- und Fahrradverkehr beliefen sich für die verflossenen 10 Monate dieses Jahres auf rund 300.000 Fr. In diesen Tagen beschäftigte sich der Grosse Rat von Graubünden mit dem Erlass der grossrätlichen Vollziehungsverordnung zum neuen Strassengesetz und nahm dieselbe an. Nach der neuen Verordnung ist der Verkehr mit Personen-Automobilen bis zu acht Sitzplätzen auf allen Pass-, Tal- und Kommunalstrassen gestattet; dagegen wurden leider der Verkehr mit Fahrrädern mit eingesetztem Hilfsmotor und Motorrädern nur für Kantonseinwohner erlaubt. Während die gemachten Erfahrungen mit der Zulassung des Motorfahrzeuges in wirtschaftlicher Hinsicht durchaus befriedigend waren, so hat sich anderseits gezeigt, dass das Automobilgesetz vom Jahre 1923 dringend der Revision bedarf und dass vor allem die Handhabung der Automobilpolizeikontrolle neu geregelt werden muss. Dieselbe liegt heute in der Kompetenz der Gemeinden; dieser Zustand führte zu Unsicherheiten, Ungleichheiten und häufig zu direkter Willkür. Uni diese Missstände zu beseitigen, wird daher im Entwurf der neuen A tomobil-Verordnung vor allem die Kontrolle des Motorfahrzeugverkehrs und die Strafkompetenz in Fällen der Ueibertretung der Regierung übertragen. Auch die Fahrgeschwindigkeiten sollen nunmehr den Vorschriften der Konkordatsverordnung angepasst werden. Die neue Verordnung zengt von gutem Wallen der Autoren, das Gesetz dem modernen Verkehr und den Interessenverhältnissen anzupassen. F. Vorstands-Sitzung vom 8. Dezember der Autosektion Zürich des T.C.S. Das Protokoll wurde genehmigt und 32 Kandidaten in unsere Sektion aufgenommen. Den Austritt auf Ende des Jahres haben 15 eingereicht, eo dass wir heute 2699 Mit glieder zählen. Letzten Sommer hat die Autosektion, Glarus tmt ihr rühriger Präsident, Herr Landrat Jakober, ei fertig gebracht, öjjss an Sonntagen an den Grenzen des Kantons Wachen aufgestellt wurden, um die Automobile vor der Einfahrt in den Kanton zu warnen, da infolge des Sonntag-Fahrverboteä dor nur Bussen, zu holen wären. Di&se Wachen wurden etwas mager entlöhnt, darum beschloss der Vorstand, diesen Leuten einen kleinen Zuschuss aus unsereT Kasse' zu gewähren, denn viele unserer Mitglieder blieben so von unliebsamen Bussen verschont. Eine österreichische Rekordfahrerin hat mit einigen Amerikanern die originelle Wetto gemacht, 100.000 km mit ihrem Auto zurückzulegen ohne Geld. Sie wünscht nun von unserm Club aus dii moralische Unterstützung zu erhalten, dass es ihr möglich wäre, einige Franken zu verdienen, wenn sie in Zürich sei. Es soll ihr etwa« an die Hand gegangen werden. Einige' Fragen finanzieller Natur, sowie -Gesuche, etc., wurden behandelt. In Raipperswil sind viele Mitglieder des T.C.S., die aber heute noch keiner Sektion angehören. Diese möchten eich nun zu einer Gruppe zusammenschliessen, um dann als Untergruppe einer schon bestehenden Sektion angeschlossen zu worden. Ueber die Zugerrötelfahrt referiert Dr. Tilgenkamp. Für dio Weihnajchts-Theatervorstellunsr unserer Kinder sollen die hiesigen drei Theater um Offerten angegangen werden. 0. H. . Dl© Genler Automobilsten sind mit der vorgeschlagenen Benzinzoliverteilung nlchi zufrieden. Der Vorstand der Sektion Genf des Touring-Club Suisse (T. C. S.) veröffentlicht einen Protest, in welchem es heisst, das Komitee habe Kenntnis genommen von der Botschaft des Bundesrates vom 23. September 1927 an die Bundesversammlung über die Zuteilung der Subvention an die Kantone für die dem Auto geöffneten Strassen und er protestiere energisch gegen den vorgesehenen Verteilungsmodus und besonders gegen die anormale Situation, in die dabei der Kanton Genf kommen würde. Nach den statistischen Feststellungen würde der Kanton Genf, der etwa ein Zehntel des Zolles auf Benzin bezahle, nichts oder nur wenig an Subventionen erhalten. — (Weitere Clubnachrichten siehe Seite 10.) AUTOMOBIL-REVUE 1927 — Betrachten Sie diesen Verschluss Er ist derjenige der In den Nordländern...-., wo man sich auskennt, die meist verbreitete. 104, Rue du Rhone GENF KMcr-OOOOOOOOOOOC selbst, oder Nägel in den Pneu Ihres Autos oder Rades verursachen keins Panne, wenn die Schläuche gefüllt sind mit dem sicher wirkenden Dichiungs - Mittel Schneekette "Voxrt©ill3Laft© Preis© Verlangen Sie Preisliste und Auskünfte bei Verkauf in allen guten Garagen 38, Neumühlequal ZÜRICH La nouvelle bougie „KIVA" £»? Schuss Lucifer Marque deposee FABR1CAT1ON SUISSE: Q. GRANDJON & Cle., rviecanlciens - Constructeurs, RENENS - Lausanne. Construction Specials ä etancheite absolue - ameliore U rendement de votre moteur en evitant despertes de compression. Tient sur moteur ä haut regime. Depots prineipaux: LAUSANNE! Garage Beau Söiour, Mr. Sudheimert MONTKEUXi Qarage du Kursaal, Mr. Junod; NYONi Qarage de Nyon, Mr. Schenkel. 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N°99 II. Blatt BERN. 13 Dez. 1927 Die unterirdische Automobilsirasse in New York. Die Eröffnung des Holland-Tunnels, der unter dem Hudson-Fluss angelegt wurde und New-York mit Jersey City verbindet, fand in feierlicher Weise im November statt. Diese unterirdische Verbindung dient ausschliesslich dem Automobilverkehr. zwischen diesen beiden Weltstädten. Der Bau des Tunnels kostete nicht weniger als 49,500,000 Dollars, eine selbst für Amerika ansehnliche Summe! Man hofft indessen, mit dieser modernsten Automobilstrasse nicht nur den bestehenden Verkehr zu erleichtern, sondern denselben vielmehr zu erweitern, so dass die Vollendung dieses Riesenwerkes für die amerikanische Automobilindustrie weit mehr als lokale Bedeutung besitzt. Bild oben? Plan uni Ansicht der Einfahrt des Holland Strassentunnels zwischen New-York-City und Jersey- City. Bild unten: Teilansicht der unterirdischen Automobilstrasse. Ein ähnlicher Tunnel — indessen nur m einer Länge von einer Meile — ist zwar schon vor sieben Jahren in Pittsburg erbaut worden. Der Holland-Tunnel umfasst zwei separate Tunnel, von denen ein jeder an der Sohle 20 Fuss breit ist und den Verkehr in jeder Richtung aufnimmt. Zwei unaufhörliche Ströme von Automobilen werden demnach nach jeder Richtung sich bewegen, wobei wiederum die Luxusautos getrennt werden von den Lastwagen. Man rechnet mit einer stündlichen Benützung, beide Richtungen inbegriffen, von ungefähr 3800 Fahrzeugen. Diese Schätzung dürfte indessen nicht zu hoch gegriffen sein. Zur St. Galler Autorazzia. Die in unserer Mitteilung in Nr. 98 bekanntgegebene Kontrolle, bei der über 100 Wagen vom 15. bis 19. NovembeT 1927 hängen blieben, hat in der Gallusstadt erregte. Wellen geworfen utid zur Abfassung von Protestartikeln in der Tagespresse unter der beissenden Bezeichnung «St Gallens neueste Industrie» geführt. Die Polizei sah sich daraufhin genötigt, eine Erklärung zu veröffentlichen, der wir entnehmen: Die Kontrolle wurde wie immer durch zwei Polizeimänner vorgenommen, die mit Stoppuhren versehen waren, und zwar auf der Zürcherstrasse zwischen Winkeln und Bruggen auf einer Distanz von 690 Metern. Die Strecke weist einen unübersichtlichen Rank auf, besitzt kein Trottoir und führt über die Sitterbrücke. An beiden Endpunkten der Strecke sind deshalb grosse, gut sichtbare Tafeln mit der Inschrift «Inner Ort» angebracht, was heissen will, dass nur mit der reduzierten Fahrgeschwindigkeit, die für Ortschaften Geltung hat, gefahren •werden darf. Diese Vorschrift muss jeder Fahrer kennen. Bei diesen Kontrollen wurde konstatiert, Öass 179 Personenautos, 17 Lastwagen und 4 Motorräder zu schnell fuhren. Einige wenige Fahrzeuge wiesen Geschwindigkeiten von 36 bis 40 Kilometer auf, die übrigen machten 40 bis 60 und mehr Kilometer. Es •wurden lediglich diejenigen Fahrer, welche mit mehr als 36 Kilometer fuhren, in Straftmtersuchung gezogen. An den Bussen hat die Stadt keinen Anteil, sie fallen in die Staatskasse. Ob wohl nicht ein grosser Fehler darin Regt, dass an der betreffenden Stelle Innerortstafetn aufgestellt werden, obwohl die Strecke durchaus Ausserortscharakter hat? St Galler, welche allwöchentlich vorbeifahren, werden deshalb einer unangebrachten Signalisäerung keine weitere Beachtung schenken. Wenn die betreffende Stelle wirklich so gefährlich ist — und das scheint zuzutreffen — kann einzig und allein eine Kurventafel mit dem in die Augen springenden Wort «Gefahr» den erwünschten Zweck erfüllen. Eine unrichtige Anwendung der Verkehrszeichen ist mrr dazu angetan, die Fahrer zu verwirren und ihr Vertrauen in die Strassensignalisierung zu erschüttern, was Ideren volle Nichtbeachtung zur Folge hat, das sich bei dem vorliegenden Fall bestätigt y. So wird demnach der Verkehr zwischen New-York und Jersey City, der bis anhin durch den Hudson River stark verhindert wurde, einen neuen gewaltigen Stimulus erfahren, wozu indirekt das Automobil die Veranlassung gab. Die bisherigen Erfahrungen haben anderseits gezeigt, dass die Verkehrsstockungen, eine Kalamität der Grossstädte, sehr hemmend auf den Absatz von Automobilen wirken. Eine jede Verkehrserleichterung wird daher nicht nur vom kaufenden Publikum, sondern ebenso sehr von der Automobilindustrie im allgemeinen begrüsst. Als z. B. die Philadelphia - Camden - Hängebrücke erstellt wurde, rechnete man mit einem jährlichen Verkehr von 6,000,000 Fahrzeugen. Dies Wirklichkeit hat selbst diese optimistischen Annahmen um 1,700,1000 übertroffen. Aehnliche Erfahrungen hoffen die Erbauer des Holland-Tunnels zu machen. Nebst den allgemeinen technischen Aufgaben war die befriedigende Ventilierung dieses Tunnels in der Tat keine leichte Aufgabe. Sie fand in dem Sinne ihre Lösung, dass Luftleitungen über und unter deT Fahrstrasse angelegt wurden. Gewaltige Ventilatoren blasen die frische Lüfte in die untern Röhren, von wo dieselbe durch Oeffnungen in den Tunnel tritt, um alsdann von der obern Leitung, angesogen und. abgeleitet zu werden. Die Ventilatoren pressen auf diese Weise in der Minute 3,761,000 Kubikfuss Luft in die Röhren und erneuern dieselbe in der Stunde 42 Mal. Die Totallänge des Tunnels beträgt 9250 Fuss, wovon 5460 Fuss sich unter dem Hudson befinden. Die Gebühren für die Durchfahrt sind folgendermassen festgelegt worden: Motorvelos Dollars 0.25 Passagieraiitos » 0.50 Lastautos bis 2 Tonnen > 0.50 Lastautos von 2 bis 5 Tonnen > 0.75 Lastautos von 5 bis 10 Tonnen > 1.00 Lastautos von 10 bis 12 Tonnen » 2.00 Autobus bis 29 Personen » 1.00 Die Tunnelkommission hatte auch Vorkehrungen zu treffen, um allfällige steckengebliebene Autos wieder ans Tageslicht zu befördern. Zu diesem Zwecke wurden besondere Notwagen erbaut, die am Eingang der Tunnels bereitstehen. Nebst einer siebenköpfigen Rettungsmannschaft sind dieselben mit allen erdenklichen Hilfsmitteln, wie Leitern, Krahnen, Hebewerkzeugen, Laternen, starken Schiffstauen,Werkzeugen, Feuerlöschapparaten etc. versehen. Den Bedienungsmannschaften werden überdies Gasmasken, tragbare Inhalations-Apparate, Sanitätsutensilien u. a. m. beigegeben, so dass nach menschlichem Berechnen für alle Eventualitäten Vorsichtsmassnahmen getroffen wurden. JK. Der Automobil-Salon in Brüssel. Nach Paris und London setzt nun auch Brüssel den Reigen der Automobilausstellungen fort, der hier durch einen wirklichen Clou, den neuen Ford, ein spezielles Gepräge, erhielt! Das Interesse der Zuschauer hielt jeden Tag unvermindert an; die Stände der bekannteren Marken sind immer dicht vom Publikum umlagert. In einer speziellen Abteilung werden die Lastwagen und Industrievehikel gezeigt, welyon den Fachleuten und Käufern andauernd niit Kennermieneri gemustert werden. Wie mitgeteilt wird, konnten schon zahlreiche Verkaufsäbschlüssö getätigt werden — der X AMTHIA Boitcbleue Fr.-ßO »Botte rougcFrlr N»99 II. Blatt BERN. 13 D'z 102 Siegeszug des Motorfahrzeuges setzt sich fort. Auch der Brüsseler Salon steht im Zeichen des Sechszylinders, so dass nun ein jeder von der Tatsache überzeugt sein dürfte, dass der Mehrzylinder an der Spitze des Fabrikationsprogramms moderner Automobilkonstruktionen steht. Die belgische Automobilindustrie macht-—; wie alle ihre europäischen Leidensgenossen — gewaltige Anstrengungen, der amerikanischen Invasion die Stirne zu bieten. Diese Aufgaben werden die beiden berufenen Vertreter Minerva und F. N. sicher mit Erfolg lösen. Minerva stellt neben seinen als klassisch bekannten Wagen ein neues Sechszylindermodell von zwei Liter Zylinderinhalt aus : der ventillose Motor hat 68 mm Bohrung und 92 mm Hub, die Kurbelwelle ist siebenfach gelagert, der Aluminiumkolben hat eine Ricardoform. Eine Dewandre-Servo-Vierradbremse wird eingebaut. Zur Ausrüstung gehören Hardford-Stossdämpfer. F. N. zeigt sein berühmtes 10-PS-Modell, Vierzylindermotor von 1500 ccm Inhalt (68X100); der Sportwagen gleicher Stärke erreicht 130 km/Std. Auch der grössere Vierzylinder mit den Abmessungen 75 X 125 wird weiter hergestellt. Beide Typen sind mit Solexvergasern ausgerüstet. Die ausgestellten Marken: Frankreich: Voisin, Citroen, Chenard & Walker, Renault, Delahayo, Peugeot, Delaunay-Belleville. Delage, de Dion-Bouton, Aries, Panhard-Levassor, Lorraine-Dietrick, Rochet-Schneider. Berliet. Donnet, Ballot, Corre La Licorne, Unic, Mathis, Suere» G, Irat. Amilcar, Sizecire, Bugatti, Messier. Amerika: Chrysler, Studebaker. Oakland, Pakkard, Ford, Lincoln, Essex, Hudson, Cadillac, Paige, Locomobile, Marmon. etc. Belgien: Minerva, Excelsior, F. N.. Naganf, Auto-MetalluTgique, Imperia, A.D.K., Niepce. Bovy. Italien: Issota-Fraschini, Lancia, Fia?t, Itala, Ansaldo. Deutschland : Mercedes und Benz. Spanien : Hispano-Suiza. Schweiz: Sarurer. f.-se- Winterthurer Verkehrsfragen. Die Verkehrskommission hat in einer Eingabe an den Gesamtrat auf verschiedene Postulate verwiesen, denen die Behörde besondere Aufmerksamkeit schenken sollte. Die Kommission unterbreitet gleichzeitig ihre eigenen Vorschläge, welche eine recht annehmbare Diskussionsbasis darstellen. Ueber den Vorschlag der Einführung einer Autobuslinie wurde berichtet. Daneben wird eine Umgestaltung und Tieferlegung des Bahnhofplatzes gewünscht. Die jetzigen dort vorhandenen Tramhaltestellen, welche beidseitig der Einmündung in die Stadthausstrasse liegen, werden mit Recht als unbefriedigend und verkehrshindernd bezeichnet. Sie sollten weiter auseinander gelegt werden, wodurch für den intensiven Strassenverkehr, der sich, aus zwei Richtungen kommend, auf jenem Platze sammelt, eine freie Passage ermögicht ist. Man dachte zuerst daran, die von Töss kommende Linie in beinahe gerader Fortsetzung durch die bis anhin tramfreie Technikumstrasse zu führen, so dass die ebenfalls in der Längsrichtung verlaufende Stadthausstrasse entlastet worden wäre. Durch dieses veränderte Trace hätte sich eine verkürzte Fahrzeit sowie die Bedienung ines weitern Stadtviertels ergeben. Interessant ist nun die Auffassung der Kommission, trotz dieser unmittelbaren Vorteile von einer Verlegung der Linie abzusehen. Die beiden vorerwähnten Parallelstrassen nehmen nämlich zu einem nicht geringen Teil den Durchgangsverkehr Zürich-Ostschweiz auf und ist deshalb dringend zu wünschen, dass wenigstens eine der städtischen Hauptadern tramfrei bleibt, um einen ungehemmten Motorfahrzeugverkehr zu ermöglichen. Die Kommission richtete ihr Augenmerk auch auf die in der Umgebung der Stadt sich befindlichen Niveauübergänge. Es wurde festgestellt, dass das heutige Trace der Bahnlinie nach Schaffhausen infolge zahlreicher Kreuzungen von Hauptstrassen für den Verkehr hindernd und gefährdend wirke. Anstatt Ueber- und Unterführungen vorzuschlagen, wird eine radikalere Lösung, nämlich die Verlegung der Linie nach Ober-Winterthur-Seuzach-Heuttlingen empfohlen. Der Stadtrat wird eingeladen, diesbezüglich mit den interessierten Instanzen Fühlung zu nehmen. Wenn freilich insbesondere das letzte ostulat vorläufig noch keine Aussicht auf baldige Verwirklichung hat, so verdienen doch die Anregungen volle Aufmerksamkeit und ist zu hoffen, dass die aufgerollten Probleme weiterhin mit aller Energie behandelt werden. Z.