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E_1927_Zeitung_Nr.103

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fahl meine Gefährtin

fahl meine Gefährtin und automatisch schraubte ich den Deckel von der Benzinkanne, deren Inhalt sich alsbald über Pop ergoss. Los, kommandierte sie! Mein Zündholz flammte auf und gleich darauf loderte unser alter Strassengetährte in hundertfältiger Flamme. Der Richtplatz war gut gewählt, denn obwohl sich die Landschaft auf einige Distanz um uns herum erweiterte, so regte sich doch niemand weit und breit. In einer schwachen halben Stunde war alles vorbei, und von unserem Pop verblieben nur noch eine unförmige Masse mottender Teile und verbogene Eisenstangen. Noch ein letzter Blick auf das Opfer unseres Misserfolges im Spielsaale und dann ging's auf den Heimweg. Nachdem wir endlich nach stundenlangem Wandern das Hotel wieder erreicht hatten, schlug es bereits drei Uhr und nach verschiedenen vergeblichen Versuchen gelang es uns endlich, den Nachtportier vom Esperance aufzurütteln. Primm gab ihm eine lebhafte Darstellung unseres Unfalles, der uns auf verlassener Strasse so plötzlich überraschte und der Bericht war so farbenreich, dass der Portier endgültig aus .seinem Halbschlummer erwachte. Erst gegen Morgen fand ich ein wenig Schlaf und ich hatte wohl kaum die Augen recht geschlossen, als ich durch heftiges Klopfen an unserer Türe wiederum erwachte. Von Vorahnungen gequält, schlüpfte ich rasch in meinen Bademantel, und als ich öffnete, fand ich mich einem Fremden gegenüber, der lebhaft gestikulierte und vor Freuden auf- und niedertanzte. «Cher Monsieur,» spricht er aus, « ich danke Ihnen aufs verbindlichste und erlaube mir, Sie und Madame zum Dejeuner einzuladen und wir werden es uns dabei einige Flaschen vom Besten kosten lassen.» Ich wusste nicht recht, hatten meine Gewissensbisse die Nerven derart ruiniert, dass ich an Fieberphantasien litt, aber der Strudel seiner Rede ergoss sich weiter über mich, so dass ich ziemlich rasch zur Besinnung kam.» « Der Portier hatte mir soeben von Ihrem Unfall erzählt,» fuhr er strahlend weiter, «und ich konnte nicht anders, als gleich bei Ihnen vorsprechen. Das hat die Sachlage mit einem Schlag geändert. Sehen Sie, seit Tagen war ich am Spieltisch vom Pech verfolgt und vergangene Nacht legte ich meinen letzten Napoleon auf das grüne Feld. Aber als auch dieser vom Croupier kaltlächelnd eingezogen wurde, wusste ich mir nicht anders zu helfen, als noch das letzte zu versuchen und einen Freund von mir um Geld zu bitten, der zifka 2 Meilen weit von hier entfernt logiert. Ich suchte deshalb in der dunklen Garage nach meinem Wagen, der auch gleich zunächst bei der Türe stand und fuhr ohne weiteres in die Nacht hinaus. Kaum war ich so recht auf der Landstrasse, da stoppte der Motor und bei einer kurzen Revision musste ich zu meinem Schrecken bemerken, dass ich gar nicht in meinem eigenen Wagen sass, sondern einen wildfremden aus der Garage geholt hatte, der allerdings dem meinen derart ähnlich war, dass man sie wohl kaum auseinander kennt. Umkehren wie immer, und die eine war nach rechts, die andere nach links gelaufen, jede mit dem Kasten des Hörapparates der andern inr Arm — auch wie immer — und es hat+e eine grosse Zerrerei gegeben, bis sie sich wieder auseinanderwickeln konnten, denn jede hatte noch den Stöpsel vom eigenen Apparat im Ohr. Sie musste sich zusammennehmen, nicht zu lachen. Hans van der Feldt beugte sich etwas vor, sah ihr lest in die Augen und sagte: «Da Du es also weisst: ich habe die Kette und ich behalte sie — verschaff sie Dir nur selbst wieder!» «Das ist aber doch — doch,» stiess sie aus, «mit welchem Recht? Andere Menschen würden — würden einen ganz andern Ausdruck dafür gebrauchen — und dass Du es zugibst —» «Es fällt mir nicht ein, es zu leugnen — meinetwegen» — er zuckte die Achseln — «ruf ruhig die Polizei gegen mich.» «Ss — so geschmacklos bin ich nicht.» «Ah — hat das Aesthetentum schon auf Dich abgefärbt?» Wie, er wusste? Ihr wurde heiss unter ihrer Kappe, als ertappe er sie auf einem Unrecht. Eine Frau, die fast geschieden ist, kann aber doch tun, was sie will. «Bitte, keine unnötigen Redensarten. Ich fordere noch einmal meinen Schmuck zurüch.» «Nein,» sagte er hart, «wenn Du ihn haben willst, musst Du ihn Dir selbst verschalten.» Damit begann er langsam rückwärts bergab zu fahren, an ihrem Auto vorbei, das er nur mit kühlem, sachverständigem Blick streifte. Roh kam ihr das vor, ihren Wagen, den er selbst noch mitausgesucht hatte und sicher wiedererkannte, während er bei ihr zu seinem neuen Typ wohl kein persönliches Verhältnis mehr vorauszusetzen brauchte. Er fand Platz genug, hupte kurz, lang, kurz, konnte ich auf keinen Fall und da entschloss ich mich, weiterzufahren, um das Versehen am Morgen zu regeln. Heute, bei meiner Rückkehr, berichtet mir der Portier von dem Unfall und ich erfasste sogleich die Zusammenhänge. » « Welche Zusammenhänge? » keuchte ich erblassend. « Ja, dass das Auto, das gestern verbrannte, mein Eigentum ist.» Ich taumelte rückwärts und vermochte gerade noch, mich an der Türklinke zu halten. «Ja, ja, Monsieur,» sprudelte der Fremde grinsend weiter, «das ist seit langem mein erster glücklicher Zug. Der Wagen war recht ordentlich versichert, und dank des Unfalls, der Ihnen gestern zustiess, bin ich nun bald wieder bei Kasse. Zudem habe ich das Vergnügen, Ihnen mitzuteilen, dass Ihr Auto heil und ganz in der Garage steht.» Was ich darauf .antwortete, weiss ich tatsächlich nicht mehr. Ich glaube zwar, dass ich im Moment unfähig war, irgend etwas zu erwidern. Nur die Tür schlug ich zu, dass es krachte und der überraschte Fremde sich beinahe die Finger eingeklemmt hätte. Geknickt stürzte ich zurück ins Zimmer, gerade noch früh genug, um Primm, welcher der Unterhaltung gefolgt war, in meinen Armen aufzufangen, bi. Die Dame am Schach. Es gibt nicht nur Damen am Volant, sondern — wie männiglich bekannt sein wird — auch Damen am Schach. Die Dame am Volant ist eine Erscheinung unserer Zeit, die Dame am Schach ist bereits ein historisches Phänomen, das schon Lessing gekannt hat. Am Lenkrad hat die Dame ihren männlichen Sportgenossen schon längst ihre Leistungen gezeigt. Jedes Rennen sieht heute Damen in der Konkurrenz. Doch wie steht es mit der Dame vor dem Schachbrett? Auch hier beginnen sie ihre Ansprüche auf Meisterschaften geltend zu machen. Als im Sommer dieses Jahres der Weltschachbund seinen Kongress in London abhielt, wurde auch ein internationales Schachturnier für Damen veranstaltet, aus dem Fräulein Menschik, eine in England lebende Jugoslawin, in überlegener Weise als erste Preisträgerin hervorging. Sie wird nun Gelegenheit haben, in einem unmittelbar nach Weihnachten zu Hastings stattfindenden Amateurturnier ihre Kräfte im öffentlichen Kampfe mit männlichen Partnern zu messen. Einen interessanten historischen Exkurs über die Dame am Schachbrett bringt in einer hübschen Plauderei das «Berliner Tageblatt », um zugleich die Leistungen der Damenwelt auf den bedeutungsvollen Feldern des Schachs zu würdigen: Damen am Schachbrett: ein Sujet, das schon wiederholt in allerliebsten Genrebildern von talentvollen Malern behandelt worden ist. Und wer erinnert sich nicht dabei an jene reizenden kleinen Szenen aus « Na- lang, um zu warnen und kehrte vorsichtig um. Sie sah schweigend zu. Erst als er verschwunden war, fiel ihr ein, dass er wohl nur sie habe treffen wollen, weil er nun nicht weiterfuhr. Hilfslos stand sie auf der Chaussee: war es praktisch, klug, von irgendwelchem Nutzen, wenn sie nun gleich die Verfolgung aufnähme? Die Schamlosigkeit, mit der er es zugegeben hatte, sich an ihrem Eigentum vergriffen zu haben, empörte sie, dass sie zitterte. Mein Gott, zu welchen Mitteln erniedrigten sich die Menschen, wenn sich ihre Liebe in Hass verkehrte! Und sie hatte ja nun die Erklärung er hatte sich wohl eingebildet, er sei nicht zu ersetzen — seine Bemerkung über das Aesthetentum verriet genug. Ja. gewiss, sie kam jetzt in einen andern Interessenkreis; für Alois waren es böhmische Dörfer, sprach sie von bemerkenswerten neuen Kraftwagentypen oder gar von ihren Leistungen durch moderne Prinzipien bei ihren Kühlern, oder der Lage des Motors und der Ventile. Mit brennender Teilnahme verfolgte sie jede Entwicklung und las die Fachzeitungen. Ganz so schlimm wie seine Ignoranz auf ihrem Gebiet' war ja die ihre nicht auf dem seinen — wenigstens erlaubte sie sich zuweilen ein Urteil. Auch hatte sie Wölflins prachtvolles Buch «Kunstgeschichtliche Grundbegriffe» gelesen und eine Ahnung von der Stilentwicklung in der neueren Kunst, während er — es war hoffnungslos, ihm klarmachen zu wollen, was eine Kardanwelle sei oder ein Solexvergaser! «Ich seh' schon,» hatte sie gemeint, «dass in unserer Ehe ich das Auto in Ordnung halten und dafür sorgen muss, dass wir nicht mit einem schon historisch gewordenen Wagen aus dem vorigen Jahrhundert herumfahren.» «Würd' mich auch nicht kränken,» war seine Antwort gewesen, «solange man nur I vorwärtskommt.» AUTOMOBIL-REVUE than der Weise» und aus « Götz von Berlichingen ». — Lessing, der selbst ein recht geübter Schachspieler war, führt uns ein regelrechtes, mit geistreichen Apercus gewürztes Schachgespräch vor. — Ganz anders wiederum, mehr in graziösem Plaudertone, ergeht sich der jugendliche Goethe über das edle Spiel, diesen « Prüfstein des Gehirns ». In einem Punkte aber stimmen unsere beiden grossen Dichter überein. Im « Nathan » wird der kluge Sultan Saladin von seiner spielgewandten Schwester mattgesetzt, und Goethe lässt den welterfahrenen Bischof von Bamberg gegen die schöne, feingeistige Adelheid unterliegen. In beiden Fällen also siegt weibliche Findigkeit, schlaues, weibliches Spieltalent über den gröberen männlichen Verstand. Ob Lessing und Goethe wirklich so dachten, oder ob sie nur die gute Gelegenheit zu einer Verbeugung vor dem schönen Geschlecht benutzen wollten, möge dahingestellt bleiben. Ein moderner Psychologe würde jedenfalls anders urteilen, denn dass ein so abstraktes Denken, wie es zu gutem Schachspielen erforderlich ist, der weiblichen Mentalität nicht recht liegt, ist wohl zweifellos. Im übrigen entspricht die Schachszcne im «Götz» durchaus dem geschichtlichen Milieu jener Zeit. Das Schachspiel erfreute sich nämlich im 14., 15. und 16. Jahrhundert in Mitteleuropa einer Verbreitung und Bch btheit, von der man sich kaum einen Begriff machen kann. Zu den «Tugenden» eines Ritters gehörte auch eine gewisse Fertigkeit im Schachspielen. Aber nicht nur an den Höfen und in den höheren Ständen, auch in der besseren bürgerlichen Gesellschaft, ja sogar bei den Dienstboten und dem Gesinde wird von den Chroniken der damaligen Zeit das Schachspiel als etwas ganz Gewöhnliches erwähnt. Auch in den Frauenkreisen galt es damals als zum «guten Ton», zur allgemeinen Bildung erforderlich, im Schachspiel nicht unerfahren zu sein. — Der furchtbare Kulturrückgang, den der . Dreissigjährige Krieg mit sich brachte, hat auch das Schachspiel auf sehr lange Zeit in den Hinfergrund gedrängt. In Deutschland jedenfalls hat man seitdem von schachspielenden Damen nichts mehr gehört, wohl aber gelegentlich in England und in Frankreich. Napoleon, der das Schachspiel sehr liebte, obwohl er gewiss kein guter Spieler war, wählte gern die schöne de Remusat zur Partnerin und eine der Partien die er mit ihr gespielt haben soll ist uns noch erhalten. An ihrer Echtheit ist freilich sehr zu zweifeln. Mandolinen, Lauten, Gitarren, Konzert- und Gitarre- Zithern, Handorgeln, Mundharmonikas, Utensilien, Saiten Stimmungen, Reparaturen, TEILZAHLUNG, MIETE TELEPHON: SELNAU 1509 Ah, da kannte er sie doch falsch! Und während sie bei all diesen Ueberlegungen mechanisch wieder den Rosafarbenen bestieg, versprach sie sich selbst, auch neben dem Doktor nicht gleichgültig zu werden und nicht vollständig in Kunstinteressenten unterzugehen. Selsam, wie verändert einem derselbe Tag vorkommen kann! Und wie kalt sie heute der schöne Wald Hess. So freudlos sah alles aus, und sie hatte gar kein besonderes Ziel vor Augen. Das beste und einfachste wäre ja, sie führe direkt wieder ins «Stephanie»; aber von dort aus hatte Hans natürlich ihre Spur aufgenommen. Wollte er noch eine neue Begegnung mit ihr herbeiführen, wie sie mit Sicherheit annahm, so suchte er sie wieder dort. Nein, sie dankte, sie hatte von diesen auf der Landstrasse ausgetauschten Höflichkeiten vorläufig mehr als genug! Und sie musste einen Plan machen, ihn zu überraschen, um die Kette zurückzuerobern. Nachdem sie sich vor ihm gebrüstet hatte, keine Gewalt gegen ihn in Anspruch zu nehmen, war es nun eine Art von Ehrensache, dass sie allein die Mittel ersann, ihn zu überlisten. Sie iuhr immer langsamer. Alois würde sich wundern, dass sie doch schon wieder den Aufenthalt wechselte. Aber auf das, was er dachte und empfand, kam es vorläufig blitzwenig an. Es war ausserdem gar nicht nötig, ihm sofort Bescheid zu sagen. Dann blieb er im Unklaren darüber, wann sie das Schloss verlassen habe... Gut! Aber mit Hans — sie musste schari nachdenken, welche Schritte die nächsten sein sollten. Bis dahin durfte sie ihn nicht mehr sehen — und geradenwegs fuhr sie zum «Stephanie!» Sie rechtfertigte sich vor sich selbst, ais sie im Lift nach oben in ihr Zimmer fuhr. Baden-Baden war so klein, er brachte doch gleich heraus, wo sie wohnte. Das kostete Erst vom letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts ab hat sich das Schachspiel wieder mehr und mehr Eingang in die Kreise der gebildeten Damenwelt verschafit. Es ist charakteristisch, dass diese Bewegung gerade von England ausging, wo die Frauenemanzipation zuerst in den schärfften Formen in Erscheinung getreten ist. In London gibt es einen seit benahe 40 Jahren bestehenden «Ladies Chess-Club», der zahlreiche Mitglieder hat, darunter solche mit ganz beachtenswert ter Spielstärke. Im Jahre 1897 fand in Lon-i don ein internationales, in grösserem Stiie veranstaltetes Damenschachturnier statt, das mit verhältnismässig hohen Geldpreisen ausgestattet war. Kleinere Damenschachturniere sind seitdem sehr häufig in England arrangiert worden, so z. B. in den letzten Jahren regelmässig zur Weihnachtszeit in Hastings. Im Jahre 1924 wurde in Meran ein Damenschachturnier abgehalten, wobei die weibliche «Schachmeisterschaft des Kontinents» ausgespielt wurde. Eine Wienerin, Frau Kal-< mar-Wolf, die Gattin des bekannten Schach« meisters Wolf, gewann sie. — Auch der «Deutsche Schachbund» hat, dem Zuge der Zeit Rechnung tragend, sowohl auf dem Kongress in Breslau 1925, als auch bei Gelegenheit des diesjährigen Kongresses zu Magdeburg ein Damenschachturnier veranstaltet. Ia Breslau gewann eine Schwedin, Frau Dr. Bernhagen, mit grossem Vorsprung den ersten Preis. Das Magdeburger Damenschachturnier wurde von Frau Mittelmann aus AItona nach einem Stichkampf mit Fräulein Marcus (Leipzig) gewonnen. Was die Spielstärke der besten und erfolgreichsten Schachamazonen anbelangt, so darf man freilich noch nicht Massstab von Schachmeisterturnieren anlegen. Am besten wird ohne Zweifel in englischen Damenkreisen gespielt. Die Siegerin im Londoner internatio-i nalen Damenturnier 1927, Miss Rudge, war meiner Ansicht nach an Spielstärke einem durchschnittlichen deutschen Hauptturnierspieler annähernd gleich. Keinesfalls hätte ihr ein Meister eine grössere Vorgabe als die von Bauer und Zug machen können. Wahrscheinlich aber ist ihr die oben erwähnte, in Hastings wohnhafte Jugoslawin Miss Menschik noch überlegen. Sie dürfte gegenwärtig in der Damenschachwelt eine Klasse für sich bilden. ; zwanzig Pfennig in dem poetisch umrankten Polizeigebäude, falls er sie nicht in der Kurliste fände. Also wozu? Hier kannte man sie, tragte nichts, kümmerte sich nicht darum, dass sie eben abgereist war. Verwöhnte Frauen haben eben ihre Launen. Wenn es ihr hier unten doch noch besser gefiel, als dort oben in dem pompösen Schloss mit Citronenoder Olivenholzwänden und den silbernen, arabischen Beleuchtungskörpern — umso besser! Sie sass auf ihrem Balkon, der über den Garten und die silbrige Oos fort den Bück auf die entzückenden Anlagen der Liechtentalerallee gewährte. Auf ihrem Tisch lagen Bücher. Keine leichtfertigen Romane, nein, ein paar Kunstbiographien und Eessays und Gregorovius' «Rom in der Renaissance» — extra im Hinblick auf Alois' Herrenzimmer. Alles hatte sie sofort telephouisch bei einem Buchhändler bestellt. Es kam ihr heimlich wie ein bischen Theater vor, aber Hans so.Ite doch gleich sehen, welches ihre Geistesrichtung nun sei, weit von der seinen fort. Aber sie hatte doch nicht Ruhe genug, um sich ganz in eins der Werke zu vertiefen. Sie nippte hier ein wenig und dort und horchte dabei immer, ob das Telephon nicht anläute, oder ob jemand an ihre Türe klopfe. Alles blieb unheimlich still — es war ja das Haupt« Prinzip der feinen Hotels, dass ihre Gäste so wenig wie möglich gestört wurden und sich das wirtschaftliche Getriebe abspielte, als fände beständig eine, Umlaufschmierung statt, durch eine zwangsläufig wirkende Zahnpumpe! Es ging nun mal nicht anders:! sie entnahm ihre Vergleiche noch ihrem eigensten Gebiet, es mochte ja sein, dass sicti später auch bequeme Aehniichkeiten auj ästhetischem Feld finden Hessen — vorlaut fig aber misstraute sie diesen noch. «Bleibe im Auto und nähre Dich von Reifen», pflegte Hans zu sagen. Er kann nicht. 1927 — NO 1

N&103 -1927 AUTOMOBIL-REVUE 15 Des Autofähre** enfe Hilfe tw Vortrag des Herrn Dr. Walthard, gehalten in der Sektion Bern des A. C. S. (Fortsetzung aus Nr. 99 und 101) Ist die Wunde verbunden, so soll bei gröbern Verletzungen der verwundete Teil, be- Linie das Ausf Messen des Blutes, dieses kost- unbedingt nötig. Gilt es doch hier in erster sonders für den Transport, in möglichst ungezwungener und natürlicher Stellung gelablutungstod abzuwenden; die Beschmutzung baren Lebensträgers, zu verhindern, den Vergert und eventuell fixiert werden, wozu man, wie ich Ihnen noch weiter ausführen werde, eine Tragschlinge, gegebenenfalls auch Taschen- und Handtücher und verschiedene Unterlagen verwenden kann. Wichtig ist bei der Wundbehandlung die Die erste Behandlung der Quetschungen besteht in der Anwendung von möglichst kalten, sehr häufig zu wechselnden Umschlägen. Die Anwendung von warmen Umschlägen oder das Warmwerdenlassen kalter Umschläge durch die Körperwärme ist falsch, da so der Blutandrang zur verletzten Stelle vermehrt und die Blutung in die Gewebe begünstigt wird. Wenn möglich wird dem Wasser Eis, Essig, Blei- oder Qoulardwasser, essigsaure Tonerdelösung zugesetzt. Hochlagerung und Ruhe vermindern die Schmer- der Wunde mit unreinen Fingern und die zen und begünstigen die Aufsaugung des ausgetretenen Blutes. daraus entstehende Infektion muss in solchen Fällen unbedingt unberücksichtigt bleiben. Bei Schlagaderblutungen an Armen und Beinen ist die Umschnürung die einfachste Art Verstauchungen entstehen an Gelenken, 2. Verstauchungen. der Blutstillung. Aus anatomischen Gründen wenn ein solches durch Einklemmung, Sturz, Blutstillung. Wir können 3 Arten von Blutungen unterscheiden: angelegt werden. Sie besteht darin, dass bogen oder verdreht wird. Gelenkkapsel und soll sie am Oberarm bzw. am Oberschenkel Sprung, Misstritt übermässig gestreckt, ge- Gelenkbänder und die in der Nähe befindlichen Blutgefässe werden gespannt, gezerrt 1. Die Blutung aus den Haargefässen. Beiman die betr. Extremität zwischen Wunde derselben quillt oder sickert das Blut in und Herz mit einem passenden Mittel fest und öfters teilweise zerrissen. Nicht selten geringer Menge aus der ganzen Wundfläche langsam hervor, so z. B. bei Schürgepresst sind, dass kein Blut mehr durch die- umwickelt, bis die Blutgefässe so zusammen- kommt es auch zu einem Bruch der das Gelenk bildenden Knochen. Unmittelbar nach fungen. selben fliessen kann. Zur Umschnürung eignet sich am besten eine elastische Binde, ein dem Entstehen der Verstauchung sind äusserlich keine Veränderungen des Gelenkes 2. Die Schlagader- oder arterielle Blutung. Sie ist die gefährlichste Blutung, weil bei Gummischlauch, ein Hosenträger, unter Umständen eine Krawatte, ein zusammengeroll- bemerkbar. Bald aber schwillt es an und wird ihr das hellrot gefärbte Blut unter Druck, sehr schmerzhaft; denn aus den zerrissenen in einem oft meterlangen Bogen und in tes Tuchstück, ein Riemen. Nicht elastische Absätzen, entsprechend dem Pulsschlag, Umschnürungsmittel kann man durch Umdrehen eines zwischen Haut und den zu aus der Wunde spritzt. um- 3. Die Blutader- oder venöse Blutung. Bei Blutungen aus grössern Venen strömt das Blut auch in einem Bogen hervor, aber gleichmässig, nicht absatzweise, wie Wasser aus einer Brunnenröhre, oder es quillt in starkem Strome, meist von schwärzlichroter Farbe, aus der Wunde hervor.