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E_1927_Zeitung_Nr.103

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tat, reichte die Gesellschaft gegen ihn Strafanzeige wegen Unterschlagung ein, und B. wurde dem Gericht zur Beurteilung überwiesen. Die Verteidiung des B. machte aber geltend, dass hier von Unterschlagung nicht die Rede sein könne B. habe keine fremde Sache, die er habe aufbewahren, resp. weitergeben müssen, für sich behalten. Seine Gesellschaft, die ihn für Haftpflichtfälle versichert hat, sei ja mit dem Lastautobesitzer in keinem Verhältnis gestanden, sondern einzig mit B., dem sie Fr- 478 habe zahlen müssen, sobald der Unfall eintrat. Mit der Auszahlung sei das Geld in sein Eigentum übergegangen, er habe nur noch die aus unerlaubter Handlung (fahrlässige Schadenzufügung) zivilistisch dem Lastwagenbesitzer etwas geschuldet. Da dieser aber schon von einer ändern Versicherung gedeckt worden war, verwandelte sich die Schuld des B. in eine rein zivilrechtliche Schuld aus ungerechtfertigter Bereicherung, die Gesellschaft des Angeschuldigten habe aber keinen dringlichen Anspruch auf das Geld gehabt. Unterschlagung komme nicht in Frage. Das Gericht teilte offenbar diese Ansichten, denn es sprach den B. frei und legte die Verfahrungskosten dem Staate auf. Hingegen wies es die Entschädigungsbegehren des Angeschuldigten ab. Dieser Fall zeigt uns, dass die Versicherung die Deckung für den Schaden dem Versicherungsnehmer zu zahlen hat, ohne dass sie irgendwelche Rückzahlungsansprüche geltend machen darf, wenn das Verhalten des Versicherungsnehmers gegenüber dem Geschädigten rechtswidrig ist. go- Eine wohlverdiente Ehrung. Wie wir aus Frankreich erfahren, wurde ein Sohn der Cälvinstadt, Herr Marc Birkigt, Ingenieur und Gründer der weltbekannten Fabrik c Hispano-Suiza », mit höchsten Auszeichnungen geehrt. In Würdigung seiner schöpferischen Arbeiten für Automobil- und Flugzeugkonstrüktionen verlieh die französische Zeitschrift « L'Air» den « Grossen Preis für wissenschaftliche Arbeiten 1927» dem unermüdlichen Schweizerkonstrukteur Birkigt. Bei diesem Anlass möchten wir unseren Lesern nochmals die glanzvolle Laufbahn unseres Landsmannes in Erinnerung rufen: Herr Maro Birkigt. Herr Birkigt, den das herbe Schicksal schon frühzeitig Vollwaise werden Hess, besuchte die Schulen seiner Vaterstadt und absolvierte mit äusserst guten Erfolgen die « ecole mecanioue». Als junger Mann wantferte er nach Spanien aus und gründete in Barcelona die Hispano-Suiza- Werke. Spanisches Kapital und das helvetische Genie brachten die Fabrik rasch zur Blüte. Schon der erste Wagen, den Birkigt entworfen hatte, bedeutete damals eine revolutionäre Konstruktion, be- «Der Onkel Krombach!> «Ach du lieber Himmel! Der alte Knacker! Halten! Aussteigen! Heimfahren!» rief sie halb ärgerlich, halb belustigt. «Nur langsam, wildes Geschöpf! Sieh Dir ihn nur erst mal an! Erstens ist er gar nicht so alt, noch lange nicht vierzig! Er ist von passender Figur, ritterlich im Wesen, hochanständig im Charakter, gutmütig bis zur Schwäche, dazu immens reich! Ja, was willst Du noch mehr! Autofahren kannst Du als Frau Krombach bis zum Erbrechen!» Lore sann eine Weile nach. Sie hatte den Onkel Krombach noch nie gesehen und er sie nicht, sie hatte nur von seiner sprichwörtlichen Güte gehört und von seinem Reichtum, wohl auch, dass er etwas täppisch in gesellschaftlicher Hinsicht sei. — Und nach einigem Besinnen antwortete sie: «Na, so will sass doch das Automobil einen Blockmotor, ohne den heute ein modernes Motorfahrzeus fast nicht mehr zu denken ist. Schon 1912 stellte er Kompressormodelle her; drei mit solchen Motoren ausgerüstete Chassis sollten am Grossen Preis für Geschwindigkeiten teilnehmen. Aber zu jener Zeit konnten die damaligen Kugellager, für deren Konstruktion Spezialfabriken verantwortlich sind, den erhöhten Beanspruchungen nicht genügend standhalten. Aus diesen Gründen verzichtete Birkigt nach den Versuchsfahrten auf einen Start am Rennen selbst. Birkigt, der auch in Frankreich eine Zweigfsbrfk ins Leben gerufen hatte, leistete der Armee dieses Landes im Kriege gewaltige Dienste, indem er eich in einem Spezialstudium dem Bau von leistungsfähigen Flugmotoren widmete. Er brachte auch als einer der Ersten eine praktische Erfindung heraus, wonach in Jagdflugzeugen das Maschinengewehr direkt mit der Propellerachse ge- Kuppelt ist. Wir wissen auch, dass Birkigt der geistige Urheber ungezählter kleiner Verbesserungen am Automobil und Flugmotor ist. Doch sind diese Erfindungen schon längst so stark Allgemeingut geworden, als dass sie noch stark mit dem Namen ihres Schöpfers verbunden wären. In seiner rastlosen Tätigkeit erinnert uns Birkigt — der sich wochenlang mit Plänen und Problemen wälzte, Tag und Nacht in seinem Bureau Zeichnungen anfertigte und Berechnungen zu Papier brachte, seine Nahrung und den Schlaf auf das allernotwendigste Minimum beschränkte, nur damit der Fluss seiner Arbeit keinen grossen Unterbruoh erleide — an das amerikanische Erfindergenie: Edison. Dieser Genfer Bürger macht seinem fernen Vaterland wahrlich viel Ehre; er hält das rot-weisse Banner auch im sonnigen Süden hoch und rein. Nur schade, dass diese imponierende Persönlichkeit der einheimischen Industrie verloren ging. Doch, hätte unser Land einem Techniker von solchem Format, der sich mit unbeugsamem Willen, eiserner Energie und einer guten Dosis hoffnungsvollem Optimismus als Arbeitgebiet jene jungen Zweige der Technik auserwählte, die teils in unserem Ländchen nicht gerade beliebt oder fast unbekannt sind, auch den nötigen Spielraum für eine ungehemmte Betätigung und ausreichende Expansionsmöglichkeiten bieten können ? Wir beglückwünschen unseren Mitbürger herzlich für die ihm zuteil gewordene, verdienstvolle Ehrung, die auch uns als Anerkennung für das uneigennützige, erfolgreiche und nimmermüde Schaffen eines Landsmanns in der Fremde freut! mo. Normen für Berufschauffeure. Durch Verhandlungen des Verbandes Schweizerischer Motorlastwagen - Besitzer (Aspa) mit der Schweizerischen Berufs- Chau'ffeur-Vereinigung wurden, bevor der Bernische Grosse Rat das Dekret in Angriff nahm, «Normen für die Anstellung von Chaiuffeuren und ständigen Mitfahrern» aufgestellt. Sie dienen der Anbahnung normaler und geordneter Arbeitsbedingungen. Diese Klagen gegen die Ueberanstrengung der Chauffeure (und der damit verbundenen Verkehrsgefährdung) soll damit von einer Seite gesteuert werden. Wir geben nachfolgend die Normen, die ein allgemeines Interesse verdienen, im Wortlaut wieder: Art. 1. Geltung. Der Verband schweizerischer Motorlastwagenbesitzer stellt für seine Mitglieder die nachfolgenden Minimal-Bestknmungen als Richtlinien für die Anstellung von Chauffeuren und ständigen Mitfahrern auf in denjenigen Fällen, wo nicht schon durch den einzelnen Dienstvertrag, das Fabrikgesetz oder durch Gesamtarbeitsverträge von Brancheverbänden usw. -idas- Arbeitsverhältnis ber reits geregelt "ist. Art. 2. Anstellung. Für die Anstellung gelten die Bestimmungen des Scheizerischen Obligationenrechts, Abschnitt Dienstvertrag, soweit die vorliegenden Normen keine Abweichungen enthalten. Für Neuangestellte beträgt die Probezeit vier Wochen. Art. 3. Kündigung. Während der Probezeit besteht eine gegenseitige Kündigung von drei Tagen. Nach Ablauf dieser Probezeit beträgt die gegenseitige Kündigung des Anstellungsverhältnisses in Abänderung des Artikels 348 des 0. R. auch nach überjährigem Dienstverhältnis 14 Tage. Abgesehen von der Probezeit, hat die Kündigung jo auf Wochenende zu erfolgen. Art. 3. Arbeitszeit. Die Arbeitszeit richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften (siehe Art. 1) oder, wo solche fehlen, nach den örtlichen Verhältnissen. Sie wird so eingeteilt, dass dem Arbeitnehmer täglich eine zusammenhängende Ruhezeit von 10 Stunden gesichert ist. Der Samstagnachmittag wird frei gegeben. Wo dies jedoch nicht möglich ist, hat der Arbeiter Anspruch auf einen andern halben freien Arbeitstag. Für Betriebe, welche den freien Samstagnachmittag eingeführt haben, gelten folgende Bestimmungn: a) sie sind berechtigt, an Samstagen, die unmittelbar vor zwei oder nach einem offiziellen Feiertag liegen, auch am Nachmittag ohne Ueberzeitvergütung arbeiten zu lassen; b) Nachmittage vor Feiertagen, die auf einen Wochentag fallen, sind nicht frei. Für die Einnahme der Hauptmahlzeiten haben die Arbeiter Anspruch auf mindenstens je edne Stunde Pause. Art. 5. Sonntagsarbeit. Wenn Chauffeure an Sonntagen zu fahren haben, ist ihnen in der vorangehenden oder folgenden Woche mindestens ein halber Freitag zu gewähren. Art. 6. Löhne, Spesen und Bussen. Die Entlohnung richtet sich nach den ortsüblichen Verhältnissen. ich ihn mir wenigstens einmal ansehen! So mal bisschen beriechen — das verpflichtet ja zu nichts! Uebrigens, will er mich denn?» «Mädel, das weiss ich natürlich nicht! Ich habe einen genialen Plan ausgebrütet, den höre an: Ich habe Dich auf sechs Wochen an ihn verborgt!» Na, erlaube mal! Du bist wohl nicht ganz nüchtern!» «Heute schon! Nur Geduld, Fräulein Lindt! Ich kenne Deine etwas extravagante Natur und habe darnach meinen Plan eingerichtet Er riecht etwas stark nach Kino, der Plan aber gerade das wird Dir imponieren, schätze ich! Also Krombach hat sich gestern ein Auto gekauft, den gleichen 45 PS, den Du seit zwei Monaten fährst. Aber Krombach hat keinen Chauffeur, und da habe ich ihm zur Aushilfe bis Ostern meinen Chauffeur gepumDt. und der Chauffeur — bist Du!» AUTOMOBIL-REVUE 1927 - N° 103 (Schluss folgt.) Die Lohnauszablung erfolgt während der Arbeitszeit Ḋie Rückvergütung der Auslagen für auswärtige Hauptmahlzeiten ist Sache besonderer Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Auslagen für üebernachten, Garagebenützung sowie andere für die Sicherheit und den Unterhalt der Fahrzeuge nachgewiesene Ausgaben sind von dem Geschäftsinhaber zurückzuvergüten. Wird der Chauffeur von amtlichen Stellen gebüsst wegen schlechter Bereifung, mangelhafter Beleuchtung oder Ueberladung der Fahrzeuge, so hat er Anspruch auf Rückerstattung dieser Beträge, insofern er die Firma vorher ordnungsgemäss auf die Uebelstände aufmerksam gemacht hat. Der Arbeiter hat alle Ansprüche innert der laufenden Zahltagsperiode geltend zu machen. Art. 7 Versicherungen. Chauffeure und Mitfahrer sind auf Kosten der Firmen gegen Betriebsunfall zu versichern. Verunfallten ist der Lohn in üblichen Fristen auszuzahlen, und es erfolgt die Auszahlung gemäss den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Kranken- und Unfallversicherung. Die Chauffeure sind in die Haftpflichtversicherung gegen Personenund Sachschaden mit einzubeziehen. Chauffeure und Mitfahrer sind verpflichtet, einer anerkannten Krankenkasse beizutreten. An die Prämien leistet der Unternehmer gegen Ausweis einen Beitrag von 50%. Art. 8. Entschädigung bei Krankheit und Militärdienst. Bei Krankheit und Militärdienst hat eine teilweise Lohnvergütung zu erfolgen, deren Höhe sich nach den ortsüblichen Verhältnissen richtet. Art. 9. Ferien. Jeder Chauffeur und Mitfahrer hat grundsätzlich Anspruch auf jährliche Ferien bei voller Lohnzahlung. Das Ausmass und die Zeitfestsetzung dieser Ferien ist Sache der Vereinbarung zwischen Firma und Arbeitnehmer. Art. 10. Pflichten des Personals. Den anvertrauten Fahrzeugen, sowie den zum Transport übergebenen Waren ist alle Sorgfalt angedeihen zu lassen. Ausserdem haben sich die Wagenführer allen gesetzlichen Vorschriften zu unterziehen. Mitfahrern oder Drittpersonen, die über keine Fahrbewilligung verfügen, ist das Lenken von Fahrzeugen strenge untersagt. Den Chauffeuren ist da« Mitführen von fremden Personen (Familienangehörige inbegriffen) verboten. Jede Haftpflicht des Wagenbesitzers für Personen- oder Sachschaden aus Uebertretung dieses Verbotes wird ausdrücklich abgelehnt; Drittpersonen sind hierauf durch eine besondere, am Wagen anzubringende Tafel aufmerksam zu machen. Der Chauffeur ist verpflichtet, diese Warnungstafel stets am Wagen mitzuführen. Mit Ausnahme für die Einnahme der Mahlzeiten soll der Besuch- von Wirtschaften unterbleiben. Der Alkoholgenufis ist im allgemeinen während der Arbeitszeit verboten. Bei Unfällen ist unverzüglich anzuhalten und der Tatbestand durch Zeugenaufnahme, wenn möglich unter polizeilicher Mitwirkung, feststellen zu lassen. Beim Passieren einer Unfallstelle ist den Verunfallten nach bestem Vermögen Beistand zu leisten, unter Meldung an die Firma. Art. 11. Fahr- und Betriebsvorschriften. Die beiden Verbände werden gemeinsam Fahr- und Betriebsvorschriften aufstellen, die als integrierender Bestandteil dieser Normen gelten sollen. Es ist in Aussicht genommen, diese Anstellungsbedingungen baldmöglichst zu ergänzen durch Vorschriften für den Betrieb und den Fahrdienst. Die obenstehenden Normen sollen nächsthin durch die Mitgliederversammlung der Aspa ratifiziert werden, lt. Die «Debrefsseudie In Zürich. Wenn Klein und Alt angesichts der brennenden Weihnachtskerzen Wunschzettel ausfüllt, glaubt auch die Geschäfts-führungskommission des Grossen Rates bei der Vorlegung des Verwaltungsberichtes pro 1926 dem Regierungsrat ihre Anliegen kund tun zu müssen. Hören wir selbst: « Die Zürcher Regierung wird eingeladen, die Frage zu iprüfen, ob es nicht angebracht wäre, ein Dekret zu 'erlassen, welches den Motorwagen-Nachtverkehr auf dem gesamten Kantonsgebiet verbieten würde.» Hübsche Aussichten! Der Dekretsgeist spuckt, nachdem er bereits eine Niederlage erlitten, zum zweiten Male in gewissen Zürcher Köpfen. Sollen wir 1928 einer neuen Epoche der Kantonsselbstherrlichkeit, diesem alten Grundübel im schweizerischen Verkehrswesen, entgegengehen? Wird sich die Zürcher Industrie eine derartige Fessel gefallen lassen? Man dürfte in Zürich auch ein zweites Mal die Antwort finden, welche den Dekretsgelüsten endgültig die Türe weist. v. Wieder ein kleiner Fortschritt in der Signalisierung der Bahnübergänge ist zu vermelden., Zwischen den Organen der S. B. B. und der Schweizerischen Strassen-Numerierungs-Gesellschaft haben Beratungen stattgefunden mit dem Endergebnis, dass nach und nach an allen bewachten oder unbewachten Strassenübergängen Dreiecktafeln mit der Lokomotive aufgestellt werden sollen, und zwar beidseitig der Uebergänge in 150—200 Meter Entfernung, deutlich sichtbar, möglichst am rechten Strassenrand. Ebenso soiien beschädigte oder undeutlich gewordene Automobilzeichen bei Uebergängen in Stand gesetzt bezw. erneuert werden. Wir registrieren derartige Handinhandarbeit zwischen Automobil und Bahn jeweils besonders gern; wenn wir auch immer wieder für Abschaffung der Uebergänge eintreten, darf doch derartigen Fortschritten die Anerkennung nicht versagt werden. A Das Budget 1928 für Basel-Stadt und die Verkehrswünsche. Im neuen Budget steht einleitend geschrieben, man möchte gleich den Wunsch beifügen, dass die Oeffentlichkeit in der Aufstellung neuer Begehren an den Staat, auch auf dem Gebiet der Verkehrswünsche stets auf den Stand der Staatsfinanzen Rücksicht nehmen und sich der Schwierigkeit der Schaffung neuer Einnahmequellen bewusst bleiben möchte. Liest man diese Auslassung, so könnte man, da die Verkehrswünsche an erster Stelle genannt sind, glauben, dass Basel in den letzten Jahren bedeutende Aufwendungen für den Verkehr gemacht habe. Das ist aber, wie in den Basler Zeitungen behauptet wird, keineswegs der Fall. Wohl sind grosse Summen für die Rheinschifiahrt und das Flugwesen geopfert worden, aber im Gegensatz hierzu ist auch alles und jedes, was einer Besserung der misslichen Verkehrsverhältnisse in den Hauptzügen der Stadt Basel gleichgekommen wäre, unterblieben. Für die Behebung der ganz schlechten, geradezu beschämenden Verkehrszustände in der Altstadt hat man seit über einem Jahrzehnt nie etwas ausgegeben, es sei denn, man rechne die Anschaffung einiger Verbottafeln aus Blech dazu, welche die Einführung des Sens- Uniqueverkehrs ermöglichen. Nun soll endlich die vor über 20 Jahren begonnene Korrektion der Greifengasse weitergeführt werden. Die gemachten trüben Erfahrungen lassen es skeptisch erscheinen, wann sie beendigt sein wird. Ueber fast ebenso dringliche andere Korrektionen wird kein Wort gesprochen. Dagegen ist beim Tiefbau, der für Unterhalt von Strassen Fr. 1,450,000 aufführt, zu prüfen, ob nicht die Lohnsumme, deren Detail aus dem Gesamtbetrag nicht ersichtlich ist, durch Mechanisierung und Autoimobilisierung des Betriebes erniedrigt werden kann. Ein früherer Anlauf, die Strassenreinigung in der Hauptsache durch Maschinen zu besorgen, schlug fehl, weil der damalige Strassenzustand die manuelle Reinigung erfordert haben soll. Es wäre heute dringend geworden, bei der Strassenreinigung in Basel wenigstens das durchzuführen, was in andern Städten schon seit einem Vierteljahrhundert anstandslos besteht. Man sucht im Budget 1928 auch umsonst einen Betrag für die Schaffung von Parkingplätzen (Barfüsserplatz u. a.) Das zeigt mit aller Deutlichkeit den ungesunden Abstand zwischen den Ansichten der Basler Regierung und den Erfordernissen des modernen Verkehrs. Es gibt ausserdem wohl kaum eine Stadt von der Grosse Basels, wo nicht neben dem Tram und als dessen Ergänzung Autobusse im Betrieb stehen. In Basel ist nichts dergleichen vorgesehen, obgleich noch bedeutende, teils vollbebaute, teils baureife Quartiere in nächster Nähe der Stadt dringend einer Fahrverbindung bedürfen. Dass man einleitend des 1928er Budgets gleich von einer Einschränkung der Verkehrswünsche spricht, wo doch noch so viel Dringendes zu tun übrig bleibt, ist dach mehr als seltsam! :-: Will nun der Kanton Tessin das Berner Autodekret auch nachmachen ? Nationalrat Zeli hat im Grossen Rat des Kantons Tessin eine Motion eingereicht, die bezweckt, den Autoverkehr analog dem Vorgehen des Kantons Bern einer gesetzlichen Regelung zu unterstellen. Damit wird in der Schweiz ein weiterer Versuch gemacht, dem Automobilverkehr auf kantonalem Boden Fesseln anzulegen und die Lösung auf eidgenössischem Boden zu verzögern. Das zeigt, wie notwendig engster Zusammenschluss aller Automobilinteressenten und die energische Förderung der Fachpresse ist! Die Red. Eine eidgenössische Zählung der Automobilbetriebe im Jahre 1929. Wir haben je und je die enorme Bedeutung von Automobilindustrie und Automobilhandel innerhalb der Volkswirtschaft hervorgehoben. Das Automobil ernährt heute Tausende und Abertausende von Personen. In jeder Ortschaft stehen heute Betriebe im Dienste des Automobilverkehrs. Millionen und Abermillionen von Franken sind in Autobetrieben investiert. Bis jetzt wurde noch keine amtliche Zählung vorgenommen, die der Bedeutung des Automobils nahegekommen und gerecht geworden wäre. Nun soll endlich ein Vorstoss in dieser Richtung gemacht werden. Der Verband Schweiz. Motorlastwagenbesitzer hat das eidg. statistische Bureau ersucht, in die für das Jahr 1929 vorgesehene eidg. Betriebszählung auch die Schweiz. Automobilbetriebe und der mit dem Automobilismus zusammenhängenden Berufe, wie Garagen, Reparaturwerkstätten, Tankstellen usw- einzubeziehen, um einen Einblick in die Ausdehnung dieser neuen Erwerbsbranche in unserem Lande zu gewinnen. Das Vorgehen der A. S. P-A verdient daher volle Anerkenung! Ib.

N" 103 — 1927 AUTOMOBIL-REVUE Uli •tjfcl'edei» des neuen Zeniralkomiiees des JJk. C S. Hr. 0. Kofmehl, Solothura. Hr. Dr. A. MeuJL Ghun Hr. Marti. OKen. Hr. R. Hefmann, La Tour-de-Peik. Hr. P. Müller-Brunner, Aarau. Hr. Prof. Dr. E. Steinmann, Genf. Hr. A. Sennnrt, JA Hr. C. J. Bucher, Luzeru. Hr. de l'Harpe, Genf. Hr. Dr. H. Perrier. Freibure. PACKARD das schönste and beste Automobil der Welt Pas Ereignis des Automobiljahres ist eingetreten) die neuen PACKARD- Modelle mit wertvollen Neuerungen sind eingetroffen. Wie immer bei PAORARD sind die Neuerungen, zugleich wirkliche Bereicherungen, glänzend durchgeführt und erprobt: sie sichern PACKARD wiederum die Überlegenheit über die Konkurrenz. Ein fachmännischer Vergleich wird Sie überzeugen. Dies gilt insbesondere für die PACKARD-Zentral-Chass •- Schmierung, deren immenser Wert für den Wagen und den Fahrer aber leider noch nicht einmal allen Fachleuten bekannt ist. Wohl wird auch der neue PAOKAKD nachgeahmt werden; die Nachahmungen beweisen nur seine Vorbildhchkeit. Prüfen Sie Insbesondere den neuen 4/5-Plätzer 6-Cylinder-Sedan, die derzeit glänzendste Proposition auf dem Automobilmarkt. Verlangen Sie die neuesten Preise und besichtigen Sie mein Wagen* und Ersatz- teillager- Werner Risch, Zürich Packard-Automobile und Flugmotoren Hr. T. Walser, Herisau.