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E_1927_Zeitung_Nr.104

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12 Wenn das Schlusslicht

12 Wenn das Schlusslicht spukt Man schreibt uns: Es ist 12.15 mittags. Das Telephon schrillt. Ich frebe Bescheid. «Ist Herr X ra sprechen?» «Jawohl.« «Sind Sie persönlich am Telephon?» «Persönlich.» «Hier Stadtpolizei Z ..,» die Stimme nimmt einen imponierenden Klang an. Ich habe ein gutes Gewissen. Trotzdem, man kann nie wissen. •Sind Sie gestern abend um 6.15 von W. gegen Z. gefahren?» «Gewiss.» «Sie waren also persönlich am Lenkrad?» Ich bejahe. «Wissen Sie....?» lange Kunstpause. Ich habe Zeit mir zu überlegen, was ich alles nicht weiRs. Die Stimme lässt das Schlimmste ahnen. Am andern Ende räuspert man sich. «Ohne Schlusslicht herumfahren.» In meinen Ohren ist ein Brausen. Erleichtert atme ich auf. Meiner schwerwiegenden Schuld bewusst. waee ich es darzulegen, dass ich das Fehlen des Schlusslichtes noch am gleichen Abend vor dem Einstellen des Wagens in die Garage bemerkt und sofort veranlasst habe, dass alles in beste Ordnung gebracht wird. Meine Anfrage, der Vorfall werde doch kein Nachspiel haben, bleibt unbeantwortet. Also ist der Fall auch für mich erledigt. Ich unseliger Optimist. Die Strafe für meine «Missetat» blieb nicht aus. Wie eine Sturzflut bricht sie über mich herein und rieht gleichzeitig noch einen ganzen Kometenschweif von Nebengebühren, die nun einmal nicht zu umgehen sind, mit sich. Die Strafe mit Fr. 5.— verdaue ich. die Ntebengebühren von Fr. 3.40 bilden einen berechtigten Anlass, um in Wut zu geraten. loh habe mich schuldig gemacht der üebertretung des Art 80 des Konkordates betr. den Verkehr mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern vom 7. April 1914. — Ich bezahle. Die Festtage sind da und wenn man schon einmal sein mildes Herz walten lässt warum hier eine Ausnahme machen. Meines Wissens hatte LA MAI SO N JEAN HUBER fondee en 1896 a LAUSANNE sMuS DEM .LESERKREIS Le jjflCiß Hotel des 3 Kois Encierement renova. — Kao oonrante ohaude et boide dans tcratea les chambres. 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Ich werde die Festtage zum Ausarbeiten von Projekten für meine Erfindung benützen und keinen Moment feiern, denn solange ich den Ausweg nicht gefunden habe, um inskünftig solchen Bussen aus dem Wege zu gehen, habe ich keine ruhige Stunde mehr. F. B. Die sogenannte Beleuchtung der ruhrwerke. Ein Leser schreibt uns in Ergänzung unseres Artikels in Nr. 102 folgendes: Was nützt das Licht an einem Fuhrwerk, wenn es, einer gewissen ländlichen Unsitte zufolge, hinter einem Rad angebracht wird oder gar unmittelbar hinter dem Pferde? Mancher Fuhrmann scheint sich eine Spezialität daraus zu machen, ausgerechnet so neben dem Wagen herzugehen, dass er das oft mehr als spärliche Laternlein mit seinem Körper verdeckt Wäre es nicht vernünftiger von gewissen Bauernzeitungen, einmal ein paar Worte darüber zu verlieren, wie das Licht am Wagen anzubringen sei, statt sich in abfälligen und oft gehässigen Bemerkungen über das Automobil zu ergehen. Dass die Verhütung von Unfällen Menschenpflicht ist, steht noch nicht in jedem Fuhrmannshirn Da heisst's: «Da söu warte dahinger....!» oder «Da het ja ZU zum hörne..!» Wer wollte dabei denken dass Menschenleben auf dem Spiel stehen! E. S. Ich kaufe wenig gefahrenen WAGEN, 4/5-Plätzer. zu Occasionspreis. Offerten an Postfach 2148, Filiale Oberstrasse. St. Gallen. 33545 5-Tonnen- ****• Lastwagen Kardanantrieb, mit möglichst langer Ladebrücke, in gutem Zustande, für grössere Touren geeignet, für längere Zeit zu mieten gesucht. Späterer Kauf nicht ausgeschlossen. Off. unt. Chiffre Z. F. 3912 beförd Rudolf Mosse. Zürich. WWWVYWWWVW Achete occasion: 1 radiateur Ford, parfait etat; 1 Ford, usag6, pr. pieces; 1 p. chatnes ä neige, 30 X 5.25. — Offres sous Chiffre 33550 ä la Revue Automobile, Berne. Limousine Modell 25 G. M. 4 ZyL. 4/5-PL. Scintilla- Licht u. Hörn, elektr. Anlasser, Km.-Zähler. Uhr, [nnenbeleuchtung. in sehr gut. 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Ich bezweifle diese Geschwindigkeit heute noch, denn ich fahre nie rasch durch Ortschaften, besonders nicht, wenn ich sie zum erstenmal befahre. Meine sachlich abgefasste Reklamation nützte nichts, ich musste berappen. Wenn ich wieder einmal gebüsst werde — davor ist ja keiner gefeit — bezahle ich nur noch mit Rappen oder 3 Rp.-Marken. Oder darf das der Autler nicht? F. W. 1926, peu roule. etat de neuf. ä vendre cause double emploi, fr. 8000.—» Offres sous Chiffre G 1033 ä la Revue Automobile, Geneve. Birsfelden oder Schweizerhalle? Recht bös scheinen die Autokontrollen an diesen Orten zu sein. Ein geschätzter Mitarbeiter meldet uns folgendes: « Es ist wohl wieder einmal am Platze, auf diese beiden Autofallen des Kantons Baselland aufmerksam zu machen. Denn ich bin wohl nicht der Einzige gewesen, der dort hängen blieb. Doch über das « wie » möchte ich ein paar Worte verlieren, weil es nicht uninteressant ist. Mitte Oktober erhielt ich den Besuch der Zürcher Polizei Sie hätte eine Anzeige aus Schweizerhalle, ich sei dort am 29. September mit 36 km Geschwindigkeit durchgefahren. Dagegen sagte ich aus, dass mir die Kontrolle in Schwoizerhalle (wie auch in Birsfelden) wohlbekannt sei. dass ich ausserdem etwas Kontrollorgan-Aehnliches gesehen hätte, und dass ich meinen Begleiter noch speziell darauf aufmerksam machte, dass wir eine Geschwindigkeit von 25 bis 28 km nicht überschreiten. — Man könne nie wissen, ob er nicht einmal darüber aussagen müsse. — Von einer Geschwindigkeit von 36 km könne also nicht die Rede sein; eine solche, wie ich sie innegehabt hätte, werde aber überall toleriert, sogar im Kantons Schwvz. Dasselbe Tempo hatten wir in Birsfelden. Die Zürcher Po* lizei nahm davon Notiz und meinte, dass es vielleicht ohne Busse abgehe. Zwei Monate hörte ich nichts mehr von der Sache. Etwas vor Weihnachten brachte mir die Polizei als Weihnachtsgeschenk einen Strafbefehl mit einer gefällten Busse von 34 neu bereift, garantiert la. Läufer, 1200—1500 kg Tragkraft Fr. 1000.—. 33302 Schläppi-Hauswfrth, Interlaken. 6-Plätzer, offen. 8/20 PS. nur 8. rosp 11 Steuer-PS. äussersl solid gebaut, auch für Lieferungszwecke geeignet, elektr Licht und Anlasser Bosch. 6facb bereift, tadellos erhalten. 3 Monate Garantie. 0867 Fr. 4500.— Mercedes- Ben? - Automobil- A.-G., Zürich Franken ins Haus — aus Birsfelden. « Wegen Ueberschreitung der Automobilvorschriften » am Jtetaaßöraadhmpen- OCGASION RARE! Conduite int. Standard BUICK Fiat-Chassis Badenerstrasse 119. — Tel Oto 1693. Touringwagen, 4/5-Plätz., in tadellosem Zustand, el. Licht u. Anl., Boschhorn, Kurvenlampe, Km.-Zähler. Dhr, 6facb bereift, fast neu, frisch revidiert, für Fr. 3500. Ev. Tausch geg 8—10 PS, 4-Plätzer, Allwetter-Karosserie, neueren Modells. Offerten unter Chiffre 33518 an die Automobil-Revue. Bern. 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Es gibt wirklich recht merkwürdige Polizeipraktiken auf dem Gebiete der Autokontrollen; die Praxis der beiden Baselländer-Autofallen ist aber als « sehr merkwürdig» zu bezeichnen; denn der «sündige» Autofahrer wird aus dem Versteckten kontrolliert und die Art der Kontrolle ist nicht ersichtlich. Der Strafbefehl wird kurzerhand als summarische Verurteilung, ohne genaue Begründung ausgefertigt. Mit dem Orte der Kontrolle wird nach Belieben gewechselt. — Wir möchten die Behörden dieser beiden Orte auffordern, zu diesen Tatsachen Stellung zu nehmen! Eine den Taxiverkehr erschwerende revidierte Verkehrsordnung. Der Regierungsrat des Kantons St. Gallen beschloss in seiner letzten Sitzung: Der Art. 13 der kantonalen. Vollzugsverordnung über den Motorwagen^ und Fahrradverkehr wird im Sinne der Preisgabe der bisherigen Taxvergünstigung für die Taxameter-Automobile (hälftige Taxbelastung) revidiert- Durch die Revision verdoppeln sich die Gebühren für den Taxibetrieb und belasten so das Gewerbe in empfindlicher Weise! Im Interesse des städtischen Verkehrs wäre doch sicher eher eine Reduktion der Taxen* am Platze gewesen! = XXXXXXXXXXXXXXXXXX»OOOOOOOOOOCXXXXXXX30wOCOOCXXXXX U. Amnizin, Maschinenfabrik A.-G., Langenthai Modell 1924 Grösste 8o teuren Pneni Pneuschoner Occasiorien ! OVERLAND elektr. Licht und Anlasser, 4-Plätzer, Fr 950.— CITROEN 10 PS, Torpedo. 4-Plätzer, Modell 23, elektr. Licht u. Anlasser, Fr. 1750.— unentbehrlich XXXXXXXXXXX3000000000000000CXX30CXXäOOOOOOOOO(XXXX3G Verkaufe meinen 18 PS DODGE zum FIAT dnrob Auisieneo Un es Arnos Sollte In keiner Garage fehlen. 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N°104 III. Blatt BERN. 30. Dez. 1927 Die einsichtige Schweiz. Unter diesem Titel veröffentlicht die «Adac Motorwelt», die Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs, die Kassierung einer Busse, welche wegen angeblicher Oeschwindigkeits-Ueberschreitung über einen deutschen Reichsangehörigen anlässlich seiner Autotour durch die Schweiz in der kleinen bündnerischen Gemeinde Roffna vernängt wurde. Die deutsche Zeitschrift spricht sich über die Entscheidung der Berufungsbehörde sehr lobend aus und kann nicht umhin, das Vorgehen des Kleinen Rates des Kantons Graubünden als Musterbeispiel darzustellen. Wie aus dem nachfolgend zum Abdruck gebrachten Protokoll ersichtlich ist, wurde die Busse aus dem Grunde iür null und nichtig erklärt, dass die Anzeige lediglich auf der rechtlich unzulässigen Schätzung der Ge schwindigkeit durch das Auge beruhte. Vor dem Kleinen Rat des Kantons Graubünden. Protokoll Nr. 1940 Sitzung vom 7. September 1927. Mitgeteilt den 24. Sept. 1927. Mit Schreiben vom 13. Juli hat sich Hr. Rechtsanwalt K aus D. darüber bei der Regierung des Kantons Graubünden beschwert, dass er auf Veranlassung des Kantonslandjägers G. durch den Ortspolizisten von Roffna zur Zahlung einer Busse von 10 Fr. verhalten worden sei. weil er durch die Ortschaft mit eineT gesetzlich anzulässigen Geschwindigkeit von mindestens 25 km die Stunde gefahren sei Der Gebüsste bestreitet die Richtigkeit dieser Behauptung, und er beanstandet die Art and Weise, wie der Landjäger glaubte, seine Fahrgeschwindigkeit, um seinen eigenen Ausdruck zu gebrauchen, lediglich aus dem Fahrensehen festsetzen xu dürfen. In seineT Vernehmlassung, die Landjäger G. auf Veranlassung des Gemeindevorstandes von Roffna einsandte erklärte dieser unumwunden, dass die Uebertretung nicht mit der Stoppuhr kontrolliert worden sei. Gemäss Publikation des Baudepartements in Nr. 17 des Kantonsamtsblattes vom 29. April 1927 ist die rechtlich einwandfreie Feststellung der Fahrgeschwindigkeit der Motorfahrzeuge nur bei Vornahme der Kontrolle durch Doppelposten (zwei Mann), von denen jeder mit Stoppuhr ausgerüstet ist, gegeben. In der gleichen Publikation wurden die Gemeindevorstände aufgefordert, die auf Grund der Verordnung vom 3. Juli 1925 für die Behandlung von Automobilkontraventionen bezeichneten Organe dem Bau- und Forstdepartement mitzuteilen. Laut Mitteilung des Gemeindeyorstandes vom 17. Mai a. c. wurde von der Gemeinde Roffna J. de L. als Autopolizist ernannt; die Gemeinde Hess es also trotz Weisung des, zuständigen Departements bei der Bestellung eines Polizeiorganes bewenden. In der Schlussbemerkung zu dieser amtlichen Kundgebung wurde seitens, des Baudepartements den Gemeindefunktionären eingeprägt, dass Gesetz und Verordnung mit Einschluss ihrer Bussbestimmungen da sind zur Handhabung von Zucht und Ordnung und nicht zum Zwecke der Geldmacherei Aus diesem Grunde besteht der Kleine Rat unbedingt darauf, dass die Verordnung über die gemeindepolizeiliche Behandlung von Uebertretungen der Vorschriften über den Automobilverkehr und der oben zitierten Bekanntmachung des Baudepartements seitens der für die Handhabung der Automobilpolizei bestellten Polizeiorgane genau beobachtet werden. Vorschriftswidrig vorgenommene Konitrollen und ausgefällte Bussen werden auf Beschwerde hin ausnahmslos kassiert. ; Demnach beschliesst der Kleine Rat: 1. das vorschriftswidrig ausgestellte Bussdekret iäes Gemeindepolizeiorgans in Roffna im Falle X. wird annuliert und die Busse aufgehoben. 2. Der Gemeindevorstand Roffna wird hiermit angewiesen, den Betrag von Fr. 10.— dem Gebüssten kostenfrei zu erstatten. 3. Mitteilung an Herrn K.. Rechtsanwalt in B., an den Vorstand Roffna. an das kant. Landjäger- Kommando und an das kantonale Bauamt je im Doppel, sowie an das Bau- und Forstdepartement. * • • Die eindeutige Festlegung von Seiten der Behörden, dass die Kontrolle zur Handhabung der Verkehrsordnung und nicht als willkommene Einnahmequelle der Gemeinden da ist, bedeutet eine erneute Bestätigung einer in den Spalten der «Automobil-Revue» immer und immer wieder gestellten Forderung; sie darf noch vielen Gemeinden zur Beherzigung empfohlen werden. Unser Land, das wie kein zweites auf die Fremdenindustrie angewiesen ist, muss alle Garantien einer gerechten Verkehrsregelung bieten können. Was nützen unsere Bestrebungen zum Anlocken des Fremdenstromes, was nützen selbst die Schönheiten unserer Berge, wenn sie durch rigorose Praktiken vergällt werden? v. Die Automobilzirkulation in New York. Die Automobilzirkulation von New York wird im wesentlichen von zwei Momenten bestimmt: Von der Konfiguration der Stadt selbst und von der Intensität des Verkehrs! In New York herrscht eine Fahrordnung, welche in jedem Stadtteile eine Verstopfung normalerweise ausschaltet; häufige und starke Verlangsamungen lassen sich indessen auch damit nicht ganz vermeiden, wie die kurze Beschreibung zeigt: In New York verlaufen alle «avenues» und «streets» bekanntlich in einer geraden Linie. Die «avenues» führen von Norden nach Süden und die «streets» von Osten nach We- Schweiz. Automobil-Kalender 1928. , Wer kennt es nicht, dieses weiss-gelbe Jahrbuch mit seinem reichen Inhalt? Wie manche Fahrer haben in den bereits erschienenen dreizehn Jahrgängen einmal einen Versuch machen wollen und haben sich seitdem nicht mehr von ihm getrennt! Das was ein derartiges Fachwerk an Vordrucken und Tabellen aufweist, muss sich jedes Jahr in der einmal festgefügten Gestalt wieder vorfinden. Das Tabellenwerk des Automobil-Kalenders ist von Anfang an in scharfsinniger Erfassung aller für Fahrt und Garagierung erdenklichen Fälle so erstellt worden, dass es sich alljährlich unverändert zur Benützung bieten kann. Aber was im Kreislauf der Jahre wechselt, sich ergänzt oder erneut, das weist auch im Automobilkalender jedes Jahr neue Züge auf. Die Verwendung des Automobilkalenders ist eine fast unentbehrliche, doch lassen sich nach der Inhaltsbenützung vier bestimmte liauptrichtungen herausschälen: Für die meisten Fahrer bedeutet das Werk ein Tagebuch non plus ultra, praktische Vordrucke, u. a. ein automobilistisches Kalendarium laden geradezu zur Fixierung bestimmter Eindrücke ein, deren Lektüre auch in spätem Jahren die entsprechenden Erinnerungen auslöst Diese und viele andere Fahrer benützen mit Vorliebe die in «gäbigen» Vordrucken gebotene automobilistische Buchführung des Automobilkalenders, mit deren Ergebnissen sie sowohl während als am Schluss des Jahres interessante Aufschlüsse erhalten und aus Vergleichungen den Hebel herausfinden, der zur Verbilligung des Betriebes führt. Der technische Teil lockt auch Veteranen vom Lenkrad immer und immer wieder zur Lektüre; für den Neuling ist seine Zerlegung und einzigartige.textliche und illustrative Darstellung der wichtigsten Elemente der Fahrpraxis jeweils geradezu eine Offenbarung. In Verbindung mit einer grossen Zahl von Ablesetabellen fördern sie sein Wissen vom Automobil und lassen ihn in keinen Nöten auf der Landstrasse und in der Garage im Stich. Als piece de resistance hat sich bei allen Benutzern das Adressenverzeichnis der Personenwagenbesitzer der ganzen Schweiz erwiesen, dessen Anlage ein sofortiges Feststellen des Besitzers jeder Wagennuni mer erlaubt. Von den kantonalen Kontrollstellen revidiert und bis Ende November nachgetragen und mit den Mutationen unseres Zeitungsdienstes versehen, darf es mit dem schärfsten Massstab der Zuverlässigkeit gemessen werden. Angenehm wird stets die Zugabe eines automobilistischen Wörterbuches deutschfranzösisch und umgekehrt, sowie einer Distanzenkarte empfunden. Den Höchstleistungen der Redaktion wollte der Verlag nicht nachstehen und hat trotz einer Vermehrung des Besitzer-Verzeichnisses um nicht weniger als 7000 Namen dem Werk mit einer Dicke von 22 mm bei unveränderter Höhe durch Anwendung technischer Finessen ein Format gegeben, welches sein Mitnehmen in jeder Tasche gestattet Nach dem Gesagten wird es wohl glaublich erscheinen, wenn die Beibehaltung des Preises von Fr. 4.80 für Abonnenten als billig bezeichnet wird. Tausende langjährige Freunde haben die auf Jahreschluss erschienene Ausgabe für 1928 schon bezogen, ihnen und allen weitem Bezügern; die uns herzlich willkommen sind, wird er sich als wahrer Freund erweisen. Verlag Automobil-Revue, Bern. « • « • • • • • • • • « • • « - • • * • • • * • • • • « • • « • • * • « • » • • « • • • • »«••*f#mrtf •••••• • • » • • • • • • • « • • • « • • • • • • • • • • • • • . . . . Ott jadefocune)U m isskenGakagc CARAGE-WERffZEUCfäfl )M es eint tess&e nqenSii Respekte od&iVäfii GENERALmTRETUNQ FÜR DIE SCHWEIZ ZÜRICH BERN GENF N° 104 III. Blatt BERN, 30 De*. 1927 sten, so dass sie sich in geradem Winkel schneiden. An diesen Strassen sind nun von 100 zu 100 Metern Signalpfosten angebracht, die rot oder grün leuchten, und zwar leuchtet jeweils für die ganze «avenue» oder «street» die gleiche Farbe. Sofern nun die «avenues» auf grün eingestellt sind, ist die Zirkulation der ganzen Länge nach offen, während indessen alle Autos, welche von den «streets» kommen, anhalten. Die «streets« stehen in diesem Augenblick unter dem roten Signai. Im umgekehrten Falle warten die Autos der «avenues» an den Kreuzungspunkicn und geben dem Verkehr aus den « streets > die Strasse frei. Diese Organisation scheint dem Europäer auf den ersten Blick absonderlich, denn in den bestimmten Momenten stehen alle Autos an den Scheidepunkten still, obgleich eine äussere Veranlassung nicht gegeben war. Die Halte dauern je nach der Tageszeit ein bis zwei Minuten. In den Stunden intensivsten Verkehrs werden Polizisten an die belebtesten Strassenecken postiert. In ihren Bewegungen, ziemlich passiv, geben sie jede Lichtveränderung durch ein Pieiiensignal bekannt, das in raschestem Tempo nach allen Richtungen weitergegeben wird und zu den Charakteristiken des Verkehrslebens dieser Weltstadt gehört. Autos, welche direkt zufahren, belegen die Mitte der Strasse, während diejenigen, die ein langsames Tempo innehaben, wie ieere Taxis, «busses», rechts fahren. Das Vorfahren geschieht rechts oder links, wobei vorausgesetzt ist, dass immer die rechte Fahrlinie eingehalten wird. Eine ganze Anzahl von Strassen dürfen nur in einer Richtung befahren werden. Dies. trifft ebenfalls bei zwei sich aufeinander folgenden Strassen zu, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Fahrrichtung entgegengesetzt ist. Nur die breiten Strassen sind nach beiden Seiten offen. Das Anhalten ist in den «avenues» nicht erlaubt, dazu sind die «streets» reserviert, wobei immerhin die engen Strassen ausgeschlossen sind. Das Stationieren ist im aligemeinen limitiert, doch sind auch dafür durch weisse Linien bezeichnete Plätze reserviert. Die Zirkulation wird grösstenteils darch verschiedenartige Signalpfosten geregelt. So befindet sich an der Ecke eines jeden Trottoirs ein Pfosten mit der Bezeichnung des» Namens und der Nummer der befahrenen «avenue» und der «street», die man traveraiert Diese praktischen Angaben, welche die Orientierung erleichtern, werden durch Weisungstafeln betreffs Fahrrichtung und Stationieren ergänzt. Gewisse drehbare Pfosten tragen den Hinweis «Umweg»; ihr Zweck ist, den Verkehr in gewissen Tagesstunden oder bei grossem Zudrange abzulenken. Daneben findet man an äusserst gefährlichen Punkten grosse An~ zeigen, welche das Publikum zur Vorsicht mahnen, z. B. «Es ist besser, zwei Minuten Verspätung, als überhaupt nicht ans Ziel zu gelangen!» Alle Polizisten sind imstande, einen Wagen zu führen, wie sie überhaupt eine grosse Fertigkeit im Regulieren des Automobilverkehrs an den Tag legen. Zwischen den Polizeiorganen und den Automobilisten herrscht durchwegs das denkbar beste Einvernehmen. Beide sind bestrebt, das Möglichste zu tun, um die Zirkulation zu erleichtern. Bei leichtern Uebertretungen der Verkehrsvorschriften wird als Strafe ein Umweg diktiÖrt. Ist man z. B. im Begriffe abzuschwenken, so muss man geradeaus fahren, oder auch das Gegenteil. Nur selten wird durch das «ticket» bestraft. In einem solchen Falle übergibt der Polizist dem Fehlbaren ein « ticket», womit er sich ohne Aufschub zur nächsten Polizeistation begeben muss und die Busse ohne Diskussion zu bezahlen hat. Die normale Fahrgeschwindigkeit beträgt 30 km in der Stunde. Zahlreiche Polizeiorgane mit Motorvelos kontrollieren das Innehalten dieser Vorschrift. Eine weitere vorzügliche Massnahme befasst sich mit der Kontrolle der Bremsen. Dieselbe wird an Ort und Stelle durch Monteure vorgenommen. Es ist klar, dass die New Yorker Verkehrsvorschriften durch die Intensität der Automobilzirkulation und die geographische Lage der Stadt bestimmt werden. Immerhin lassen sich gleichwohl gewisse Anordnungen nach Europa verpflanzen, namentlich die Verwendung der drehbaren Signalpfosten. JK. Weisse Handschuhe an den Händen des Wagenlenkers erleichtern nach Anbruch der Dunkelheit oder bei Nebel besonders bei Wagen ohne Innenbeleuchtung die Zeichengebung an den Verkehrspolizisten. Bei Autos ohne Richtungszeiger sollte der weisse Handschuh im Nächtverkehr zu den dringenden Notwendigkeiten gezählt werden. xi.