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E_1927_Zeitung_Nr.104

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1927 - N° 104 Die Meisterschaftsmedaille 19?7 des A. C. S.: Vorderansicht. Die Meisterschaftsmedaille 1927 des A. 0. S.i ELwteranedcht. JNTERESSANTES AUS ALLER . . _ , — . «e- WELT Automoblllstlsches aus dem mederosterreichischen Landtag. Im niederösterreichischen Landtag kam es zu Beschwerde, dass die Wiener Automobilisten an die Erhaltung der niederösterreichischen Bezirksstrassen keinen Beitrag leisten würden, obwohl sie das Hauptkontingent der Benutzer ausmachten. Um nun die Wiener Landesregierung einzuschüchtern, schwören die niederösterreichischen Gemeinden das Gespenst der Weggelder herauf, treffen hlebei aber auf die geschlossene Front der Automobilisten, die sich gegen diesen mittelalterlichen Feind des modernen Verkehrswesens, der sich auf Handel und Wandel hemmend auswirkt, zur Wehr setzen. Der niederösterreichische Landtag nahm nach langen Debatten eine Resolution an in dem Sinne, dass eine Automobilabgabe an die Bezirksstrassen in eine Verbrauchssteuer auf Benzin und Pneumatik umzuwandeln sei, deren Erträgnis auf die Länder nach zu vereinbarendem Schlüssel eingeteilt werden solle. Also eine Parallele zu unserem berühmtem Benzinzoll. Es wird interessant sein, die nächsten Schritte zu verfolgen, imi zu beobachten, wie Oesterreich mit dem Verteilungsmodus, der bei uns in der Schweiz schon so viel Mühe und Zeit verschlungen hat, fertig wird. v. Einige Zahlen aus dem englischen Strassenwesen. Ende 1926 zählte man in England 676,000 Privatautos, 257,000 Lastwagen, 99,000 Autodroschken und 630,000 Motorräder. Die Einnahmen aus der Automobilsteuer sind für das Jahr 1927/28 auf 24,1 Mill. Livre-Sterling veranschlagt, wovon 19,5 Mill. dem Strassenbaufonds zufliessen, während der Rest in die Staatskasse geht. Im Finanzjahr 1924/25 wurden für den Bau und Unterhalt von Strassen 56 Mill. Livre-Sterling ausgegeben, die Zuschüsse aus der Automobilsteuer tragen also durchschnittlich nur ein Drittel dazu bei Die erstklassigen Strassen in einer Länge von etwa 40,000 Kilometer erhalten 50 Prozent, die zweitklassigen mit 25,000 km 25 Prozent. Zum Vergleich sei bemerkt, dass das englische Eisenbahnnetz rund 32,000 km umfasst + Der Automobilist vor den Richtern — In England und bei uns. Die englischen Zeitungen erzählen folgendes amüsante, eines tieferen Hintergrundes nicht entbehrendes Geschichtlein: Ein Bauunternehmer wurde von einem Polizisten angehalten, da er verzeigt worden war, in betrunkenem Zustande am Volant zu sitzen. Der Polizist führte den Verhafteten gleichen Tages unverzüglich vom Wagen weg vor die Richter der kleinen Stadt Felthau in der Umgebung Londons. Die Richter stellten, um des einwandfreien Beweises sicher zu sein, dem Delinquenten folgende Fragen: « Sie stehen unter dem Verdachte, in betrunkenem Zustande Ihren Wagen geführt zu haben. — Sie leugnen es! Gut, es liegt in Ihrer Hand, uns vom Gegenteil zu überzeugen. Sie sind Architekt, bitte, zeichnen Sie das Strassenstück, das Sie heute von Staines bis Houslow durchfahren haben! Sie erzählen uns, dass Sie heute ein Haus verkauft hätten? Es soll uns freuen, wenn Ihnen vor Weihnachten der Abschluss eines solchen Geschäftes gelungen ist! Skizzieren Sie uns also einen Situationsplan und Grundriss dieses Hauses. Des weitern den genauen Entwurf eines Hausbaues für ein zu bebauendes Terrain von 55 Fuss Länge und 40 Fuss Breite. Bitte sehr! > Der unter dem erwähnten Verdachte stehende Autler sicherte sich durch die exakte und fachmännische Skizzierung der verlangten Arbeiten die volle Bewunderung seiner Richter. Das Resultat: Die Anschuldigung, im betrunkenen Zustande am Volant gesessen zu haben, wurde als unbegründet zurückgewiesen. Und bei uns?... Die sofortige Erledigung eines Falles vor den Richtern dürfte bei helvetischen Verhältnissen als Ding der Unmöglichkeit bezeichnet werden; schon dadurch ist die ganze Schlagkraft des Augenblickbeweises lahmgelegt. Unsere Richter brauchen zur Erledigung solcher Begebenheiten ja gar keine salomonischen Inspirationen: man lädt ganz einfach zwölf Fussgänger als Zeugen! Warum, fragen Sie? Wir sind eben nicht in England...! xi. Was Amerika ausführt geht immer ins Gigantische. Das beweist wieder eine neue Hängebrücke, die gegenwärtig im Bau ist und vom Norden der Halbinsel Manhattan, auf der die Stadt liegt, über den Hudsonfiuss führt und ein noch fast unbebautes Terrain erschliesst. Zwischen den beiden Uferpfeilern soll die Spannweite 1067 Meter betragen, also gut das Doppelte dessen, was man bisher für eine Hängebrücke als zulässig hielt. Die «zweistöckige» Brücke enthält oben eine 32 Meter breite Fahrbahn, auf der acht Reihen von Automobilen zu gleicher Zeit Platz finden. Der untere Teil dient dem Eisenbahnverkehr und hat vorläufig vier Geleise aufzunehmen. Die grössten Ozeandampfer werden unter der Brücke durchfahren können, da der Abstand der neuen Fahrbahn vom Wasserspiegel 61 Meter beträgt. Man hofft, bis zum Jahre 1932 mit dem riesigen Bauwerk, dessen Kosten auf 75 Millionen Dollars veranschlagt sind, fertig zu werden- :—: NEUES VOM WAGF Neben einer Nord-Süd-Autostrasse, will man nun auch eine solche von Westen nach Osten! Nach der so unglücklich verlaufenen Oltener Tagung der Hafraba, die mit ihrem «Hie Qotthard — Hie Lötschberg» die Interessenten in zwei Lager getrennt hat, wird man sich klar, dass eine Nord-Süd-Verbindung durch eine Autostrasse den schweizerischen Anforderungen nicht genügen kann und die schweizerischen Interessen nicht zu einem Gesamtproiekt vereinigen kann. Nun hat sich auch der Verein «Autostrasse-Basel-italienische Grenze» ins Zeug gesetzt. Der provisorische Ausschuss dieses Vereins besprach in einer am 21. Dezember abgehaltenen Sitzung die Aufstellung eines fachmännischen Tätigkeitsprogramms, nahm ein Projekt über ein generelles Autostrassennetz für die ganze Schweiz entgegen und beschloss, zur Prüfung und Begutachtung desselben eine siebengliedrige technische Kommission einzusetzen. Es ist klar, dass nur ein vereinigtes Vorgehen der schweizerischen Interessenten nach gemeinsamen Richtlinien Erfolg haben kann. Dessen wird man sich deutlich bewusst, wenn man die verschiedenen Begehren näher prüft! go. Contri li gri, jDsqo'a moioi 4O°C Demandez rospectai Tel. Uto 29.64 est le mellleur et le plus ftoonomlque de« prftservatlfs contra le gel, poor tons muteort, ne cause abaoioment aucun dommage. Four ane oontenanoe de IS 1 Fr. 16.—. H. 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N°1D4 ••— 1927 AUTOMOBTL-fcEVUE nem Benzinkasten hat sich das Rohr beim Frage 6648. Anhanger von 2500 kg Tragfähig- Eingiessloch gelöst. Wie kann ich das nun Ceit. Sind Hohlspeichon-Stahlräder. Grundfelgen, herausnohmen, ohne den Kasten zu öffnen, 150 mm breit und 670 mm äusserer Durchmesser, denn es wälzt sich beim Fahren im Kasten herum passend zu normalen Vollgummireifen, zulässig und und macht einen unliebsamen Lärm. Habe schon entspricht es den gesetzlichen Vorschriften? probiert, es zusammenzudrücken, aber das Blech ist 0. W in J. zu dick. Können Sie mir vielleicht da einen guten Antwort. Ihre Angaben entsprechen den gesetzlich erlaubten Massen, nur möchten wir Sie Rat geben? Fr. Seh. in W. darauf aufmerksam machen, dass ab 1. Januar 1928 an Motorlastwagen nur noch Einachseranbänger laut den Bestimmungen des neuen Dekretes für den Verkehr mit Motorfahrzeugen im Kanton Bern gestattet sind. Traktoren dürfen entweder einen Zweiachser oJer zwei Einachser mitführen. Die am Tage des Inkrafttretens des Dekretes mit einer bernischen Verkehrsbewilligung ausgewiesenen Anhänger an Motorlastwagen dürfen an denselben noch bis Ende 1932 mitgeführt werden. Bekanntlich reichte die «A.SPA. (Verb. Schweiz. •Motorlastwagenbesiuer) gegen das zitierte Dekret einen wohlbegründeten Rekurs an das Bundesge- Ticht ein. der auch speziell die Frage der Anhänger zum Gegenstand hat. In dieser Angelegenheit ist also das letzte Wort noch nicht gesprochen. Frage 6649. Warum läufl er nicht mehr ? Bin im Besitze eines altern Wagens. 7 HP., den ich Antwort: Wenn es sich am ein Rohr aus vor zwei Monaten gänzlich revidiert habe. Bei der Eisen bandelt, so lässt sich dasselbe! mit einem Probefahrt von ca. 10 km bemerkte ich das Aus-Magnetstasetzen eines Zylinders. Das Ergebnis der Unter- Andernfalls machen Sie sich aus einem Stück herausnehmen. suchung war ein Riss im Wassermantel. Ich habe Draht ein Klämmerchen nach untenstehender Skizze. den Zylinder abgehoben und in die Fabrik zum Nachdem dasselbe durch das Rohr geschoben ist, Schweissen gesandt. dehnt es sich aus und stellt am unteren Rand des Bevor ich den Zylinder aufmontierte, habe ich Rohres an, und dasselbe kann dann auf diese Art sämtliche Ventile noch einmal eingeachliffen und herausgezogen werden. den Zylinder wieder montiert, aber seither bringe Frage 6651. Warmhalten des Motors in der Garage. Gemäss Ihres vorzüglichen Artikels «Das ich den Motor nicht mehr zum Laufen. Der Magnet •wurde der Firma Bosch zugesandt, welche mir mitteilte, dass er tadjllos funktioniert. Auch das ein-eine elektrische Glühlampe von 50 Kerzen Auto im Winter » habe ich unter meine Motorhaube gehängt, gespritzte Benzin verbrennt der Motor nicht, sondern wirft es rauchförmig zum Auspuff hinaus Habe schon mit Aeter und Azetylen probiert, aber alles war vergebens, keine einzige Explosion kam zustände. Auf Anschleppen und Einspritzen hat der Motor auf hoher Tourenzahl reagiert, und ist regelinässig gelaufen Ich habe beim Abheben des Zylinders keine Stirnräder demontiert, so dass ein eventueller Fehler beim Einstellen ausgeschlossen ist Beim Wechseln der Kabel gibt der Motor auch keine Feh'zündungen an. Vor dem zweiten Abheben des Zylinders ist der Motor mit 3 Zylindern auf 45 km gelaufen, und nach dem Schweissen gibt er keine einzige Explosion mehr an. Kann mir vielleicht jemand anhand von Erfahrungen einen Ratschlag geben. Zu_n voraus meinen besten Dank. D. A. in N. Antwort: Anband Ihrer Angaben lassen sich nur Vermutungen aufstellen. Ist der Magnet richtig eingestellt, zündet er nicht vielleicht viel zu spät? Wurden die Ventile so stark eingeschliffen, dass sie auf den Stöpseln aufstehen, bezw wurde das Stöpselspiel nicht richtig einregulitrt? Ist vielleicht der Ansaugstutzen nicht dicht am Zyiinderblock angeschlossen oder ifaF sicü der letztere durch das Schwefssen : vetzogen, so dass eine Undichtigkeit entstand? E!eH!ro