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E_1927_Zeitung_Nr.101

E_1927_Zeitung_Nr.101

Anagabe: Deutsche Schweiz. ifR" Gtonstou, 20. Dezember T9Z7. Nummer 20 Cte, 23 Jahrgang. — N° lOl; ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-interessen ABONNEMtNTS-PREISE: Encöelnt leden Olenstao und Freit«« Monatlieh „Gelbe Liste" Ihfbjtbriieb f*. 5.-, tfihrllcti Fr. 10.-. Im Aasland unter Portozuschlag, •alun Hiebt postamtllch bestellt Zuschlag für postamtliche Bestellung im ADMINISTRATION: Breitenralustrasse 97, Bern In- and Ausland SO Ranpen. Postcheok-Recnnuna IM'414 Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern INSERTIONS-PREIS: Die aehtRespaltene 2mm hohe Grund»«« «tal deren Raum 45 Ct». für die Schweiz: für Anzeigen au» dem Ausland «0 Cü. Grossere Inserate nacb Seitentarif, hueracensehlus; 4 Taoe vor Erscheinen der betreffenden Hn« Nach d^r S'ossen fa^un^ cfles >&• C S. Olten^R* Die beiden Oltener Tage des A.C.S. brachten harte, zum Teil beschwerliche, in ihrem Gesamtresultat aber doch fruchtbare Arbeit: Am ersten Tage erntete die Opposition, die der Fall Naly an die Front rief, die Früchte Ihrer geschlossenen Stellung anläßlich der Churer-Tagung: die neuen Statuten, welche die Kontrolle der Finanzen bedeutend verschärfen und auf allgemeine Dezentralisation tugunsten der einzelnen Sektionen, denen das Verfügungsrecht ober die Beiträge zugesprochen wird, ausgehen, wurden einhellig gemobil-Club der Schweiz schreibt unser Zürcher -c/j-Mitarbeiter: ,Wer am Samstag nach Ölten gefahren war, um eine restlose Beseitigung der seit der Angelegenheit Naly im A. C. S. herrschenden Differenzen zu erleben, sah sich in seinen Erwartungen in der Generalversammlung vom Sonntag wohl ziemlich enttäuscht. Die erhoffte Einmütigkeit aller Sektionen erfuhr leider durch den Ausgang der Wahlen einen starken Dämpfer und das bekundete Desinteressement der Sektionen Zürich und Fribourg 82 Glarus 79 Genf 709 Graubünden 264 Hauenstein 157 Les Rangier 193 Liechtenstein 50 Luzern 422 Montagnes-Neuch. 118 St. Gallen-Appenzell 623 Schaffhausen 169 Schwyz 106 Seeland-Jura 204 Sölothurn 230 Tessin 166 Thurgan 404 üri 45 Wallis 78 Waadt 993 Zürich 1831 Zu« 79 zur Annahme empfohlen. Auch der Vorschlaa letzterer zu beantragen, die Statuten ab 1. Januar 1928 in Kraft zu erklären und den neuen und zwar nach den alten Statuten zu wählenden Zentralvorstand mit dem Erlass der Uebergangsbestimmungen zu beauftragen, fand einstimmige Zustimmung aller Sektionen. Mit der Behebung der noch bestehenden redaktionellen Differenzen wurde die Statuten-Revisionskommission beauftragt» Im Namen der Delegiertenversammlung sprach Herr Olivet, Genf, der Statutenrevisionskommission und ihrem Präsidenten. Herrn G. Stalder, Uster, den verdienten Dank aus, der mit allgemeiner Akklamation quittiert wurde. Die an der letzten Delegiertenversamra- mm Während einer Unterbrechung der Sitzung: Die wa»dtländischen Delegierten. Im Zentrum (sitzend) Herr Senneut, der Sektionapräüdent, Mitglied des Zentralvoratandea. Links: Herr Wegener, Delegierter der Sektion Wallis. uehmigt An dem Erreichten ändern auch die dem Zentralvorstand zugestandenen, meist rein formellen Konzessionen nichts — sie bleiben auf die neugeschaffene Aera des A. C. S. ohne spürbaren Einfluss. Am zweiten Tag versuchte die Opposition Ihren sieghaften Zug gegen zwei Persönlich* keiten zu führen: die eine zog sich, zu internationalen Funktionen berufen, selbst zurück, die andere, umgeben von der geschlossenen Einheit des Zentralvorstandes, verharrte auf Ihrem Posten. Der Widerstand war nicht erfolglos. Der A.C.S. hat wohl seine Statuten geändert, seinen Präsidenten aber beibehalten. Ueber die Oltener Tagungen des Airto- Thtrrgau an der inskiinftigen Geschäftsleitung verspricht nicht allzu Gutes. Die Delegiertenversammlung. An der Delegiertenversammlung vom 17. Dezember waren mit Ausnahme von Schwyz und Tessin alle 26 Sektionen vertreten. Nach •der bekanntgegebenen Statistik zählt der A.C.S. gegenwärtig 10,131 Mitglieder, gegen 9377 Ende Mai 1927. Die effektive Zunahme beträgt somit 754. Die einzelnen Sektionen weisen folgende auf (per 12. Dezember 1927): Aargau 444 Basel 774 Bern 678 Emmental 193 Mitgliederbestände Herr Dufour hält nach seiner Wiederwahl eine Ansprach*. Im Ausland domiziliert sind 441 Mitglieder. Nach Genehmigung des Protokolls ging die- Versammlung über zur artikelweisen Beratung des Statutenentwurfes, der, wie in der Automobilrevue bereits ausgeführt, eine vermehrte Dezentralisation und erhöhte Selbständigkeit der Sektionen mit sich bringt. Der Zentralvorstand hatte davon abgesehen, einen Gegenvorschlag zum Entwurf der Revisionskommission zur Diskussion zu stellen und lehnte jegliche Verantwortung für die neuen Vorschläge betr. die Statuten des A. C. S. und deren inskünftige Auswirkung ab. In fünfstündigen Verhandlungen wurden Artikel für Artikel der neuen Statuten durchberaten und diese alsdann ohne wesentliche Aenderungen einstimmig von allen Sektionen angenommen und der Generalversammlung lu.ig von» Juni In Chur verweigerte OeneSmigung des Budgets pro 1927 wurde auch diesmal auf Antrag von Hürlimann, Zürich, nicht vorgenommen, indem die Rechnung pro 1927 abgewartet werden solL Des weitern wurde beschlossen, die morgigen Wahlen auf Grund der alten Statuten zu vollziehen. Ein Antrag der Sektion St. Gallen-Appenzell, für die Vorstudien der projektierten Walenseestrasse einen Beitrag von Fr.^2000 beizusteuern, fand allseitige Genehmigung. Die interessierten Sektionen des A.C.S. werden zudem einen weitern Beitrag von 1000 Franken leisten*. Zu handen der Generalversammlung des A. C. S. wurde beschlossen, Herrn Prof. Steinmann, Genf, in Anerkennung seiner vielfachen Verdienste um Die Benzinstation: Roman von Sinclair Levts. UebprlrazTin« a. d Amerikas ron Ciarisse Heitner. (Copyright by J. Ilert & &•„ Verlag, ViennaJ (Schluss) Der Karren fuhr hinunter — schoss über die Böschung, tauchte unter, bis die kleine Haube sich unter ihnen senkte, ais machten sie einen Looping, schlug auf das fliessende Wasser auf, dass es in gelben Tropfen über Claires rosafarbenes Kleid spritzte, rollte schwerfällig vorwärts, stiess an den jenseitigen Uferrand, griff schwach an, kroch zwei Zoll hoch empor, glitt zurück und sass mitten im gurgelnden Wasser fest, zu einem Motorboot umgewandelt. «Nein, geht nicht», brummte Mflt «Erschrocken?» cNix da. Es gefällt mir gerade. Das ist eine richtige Lagerstätte: das Gebüsch dort längs des Ufers und der Fluss — horch, wie er unter dem Trittbrett plätschert». «Möchtest du gerne mit mir in einem Lager kampieren?» «Ja, sehr.» «Sag! Herrjeh! Hab noch nie daran gedacht. — Ciaire! Hast du deine Karte schon, nach dem Osten?» «Mein Billett? Ja. Warum?» «Na, ich glaub sicher, dass du's noch zurückgeben kannst und das Geld dafür zurückbekommst. Das ging schon.» «Möchtest du mich vielleicht in das Geheimnis einweihen?» «Oh ja, herzlich gerne. Ich habe eben üJerlegt — Ich glaube, es hat nicht viel Sinn, unsere ganze Jugend aufs Warten zu vergeuden — zwei — drei Jahre auf der Universität und vielleicht noch in den Krieg gehen und eine Ingenieurstelle suchen als Anfänger — und ich, einsam wie ein Truthahn in einem Hühnerhof, und du spielst die treue, junge Dame in Brooklyn — Ich denk, wir Könnten vielleicht morgen heiraten und...» «Du Heber Gott, was glaubst du...?» «Willst du zu Brooklyn-Gilsons zurückkehren?» «Nein, aber...» «Liebste, könnten wir nicht ein einziges Mal verrückt sein, so lang wir noch iung sind?» «Ueberrumpel mich nicht so! Lass mich denken. Man muss praktisch sein, sogar wenn man verrückt ist. «Das bin ich. Ich habe noch über tausend Dollars von meiner Garage und ich kann abends arbeiten — wie Freund Jeff vorgeschlagen hat! Ciaire —» «Oh, lass mich doch denken. Ich glaub, ich könnte auch noch auf die Universität gehen und mancherlei lernen, hab's nötiger als du, ich kann ja nicht eine einzige Sache wirklich ganz.» «Willst du mich morgen heiraten?» «Nun — tja —» «Denk an das Gesicht, das Frau Gilson machen wird, wenn sie's erfährt! Und Saxton!» Nicht zu irgendeinem ausgesprochenen Satz, sondern zu dem Kuss, den sie ihm gab, fügte Ciaire hinzu: «Vorausgesetzt, dass wir den Wagen da aus dem Wasser Kriegen!» «Oh, du Liebe, Liebe! und all die romantischen Redewendungen, mit denen ich um dich anhalten wollte! Ich hatte mir die schönsten Sachen ausgedacht, mit Rosen und Sternen und Engeln und allem möglichen...» «Das machen alle so; aber niemand hat noch bisher in einem Karren mitten in den Fluten um mich angehalten. Oh, Milt! Das Leben ist lustig! Ich hab es nie gewusst, bevor du mich entführt hast. Wenn du mich noch einmal so küssest, werden wir umkippen und beide ins Wasser fallen. Nebstbei gesagt, können wir den Wageu da herauskriegen?» «Ich glaub schon, wenn wir die Ketten nehmen. Wir müssen Schuh und Strümpte ausziehen.» Sie zog — sich einwenig verlegen abwendend — ihre Strümpfe und Pumps aus, während er sich aus einem Autofahrer in einen jungen Wikinger verwandelte, die Hose bis über die Knie hinaufgerollt. Sie schwangen sich über das Trittbrett hinaus, das nun vom Wasser umspült war. Leise quietschend stiegen sie in den kalten Fiuss. Tropfend, lachend, mit nassen Kleidern, die an seinem Körper klebten, duckte er sich hinter dem Wagen nieder, um den Wagenheber unter die Hinterachse zu bekommen; während sie im gurgelnden, kalten Wasser, das ihr ins Gesicht spritzte, sich lieben ihm niederbeugte, um die steifen, neuen ketten um die Hinterräder zu schlingen. Sie kletterten in den Wagen zurück, übermütig und verwildert wie Zigeuner. Sie wischte einen Kotspritzer von ihrer Wange und bemerkte mit tiefem Ernst und einer natürlichen Selbstverständlichkeit, die dieser Jeff Saxton, der sie so gut kannte, ihr niemals zugetraut hätte: