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E_1927_Zeitung_Nr.101

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Telephon No. 64 Gefl.

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Amerikanische Zeifimgsrettlame. Etwa 85 % der amerikanischen Automobilerzeugung werden in den Vereinigten Staaten abgesetzt, nur ca. 15 % exportiert. Trotzdem der Weltmarkt mit amerikanischen Automobilen sozusagen überschwemmt wird, nimmt der dortige Inlandmarkt die Erzeugung seiner Industrie zu mehr als vier Fünfteln auf. Die Vereinigten Staaten sind, wie man weiss, im wahrsten Sinne des Wortes automobilisiert. Diese Durchdringung eines Landes mit Motorfahrzeugen kam nicht von ungefähr, sie musste ursprünglich und in ihren Anfängen erst geschaffen werden. Das Bedürfnis für ein Automobil ist dem Amerikaner durch die Reklame, wenn man so sagen will, aufgeschwatzt worden. Der AutomoDilfabrikant hat seine Kundschaft nicht nur erzogen, sondern sie förmlich aus dem Boden gestampft. Fachpresse und Tageszeitungen weckten das Bedürfnis nach Motorwagen, die Technik gab ein gutes, absolut zuverlässiges Fahrzeug, die Riesenorganisationen machten seine Herstellung zu sehr billigem Preis möglich, aber die Zeitungsreklame schuf den Automobilisten. Die gleiche Erscheinung hat der amerikanische Fabrikant auch bei andern Produkten zuwege gebracht, z. B. mit Schreibmaschinen. Füllfedern, etc. So vollständig wie mit Automobilen ist es ihm aner nirgends gelungen. Die Riesenziffern, welche der amerikanische Automobilfabrikant für seine Zeitungspropaganda auslegt, werden durch folgende Zahlen der bedeutendsten Werke demonstriert: Dodge Brothera Vacitum Oil Co. Standard Oil Co. of Tndian. United States Rubber Co. Goodyear Tire and RiibberCo. Buick Motor Car Co. Fire?tone Tire and Rubber Co. Parkard Motor Car Co. Chevrolet Motor Car Co. Hupinobil Car Co. Franolin Automobile Co. 1926 1927 1.603 810 2.000.000 1.577.880 2.250.000 1500.000 2.400000 1 365.250 2.000.000 1.056.797 1.600.000 1.041.850 1.500.000 1.009 700 1.800.000 940 500 1.200.000 920 727 1.500 000 812160 1.000 000 553.540 800.000 Man muss nur diese Zahlen etwas genauer ansehen, um zur Ueberzeugung zu gelangen, dass in unserer modernen Wirtschaft Bedürfnisse vorhanden sein können, die sich wirtschaftlich noch nicht auswirken, also gewissermassen latent vorhanden sind, und dass sie geweckt und zum Bewusstsein ihrer Träger durch grosszügige Reklame gebracht werden müssen. An berühmten Beispielen der Wirtschaftsgeschichte fehlt es nicht! Nun wird mancher sagen, diese riesige Reklamesummen trägt letzten Endes der Konsument, weil sie auf die Preise abgewälzt werden. Allein dieser Standpunkt ist unrichtig und wer so spricht schaut in die falsche Blickrichtung. Theoretisch ist es schon so, dass Reklamekosten auf die Preise übergewälzt werden. Geschickte und intensive Reklame hat aber auch entsprechend grössere Umsätze zur Folge, so dass die Rekidmekosten wie alle andern Regiekosten aui eine immer ernssere Produktenmasse verteilt werden. Damit wird der Reklamekosten mteil pro Produktionseinheit auch stets entsprechend geringer. Den besten Beweis hietür bilden die vielen Unternehmungen, die trotz gesteigerten Reklameaufwendungen trotzdem oder richtiger gesagt eben gerade deswegen die Preise ihrer Produkte und Fabrikate herabsetzen konnten. Vergessene Autos. Die erleichterten Zahlungsbedingungen, die dem Amerikaner beim Kauf eines Autos gewährt werden, haben die selbstverständliche Folge gehabt, dass die Zahl der Kraftwagen jenseits des Ozeans eine enorme Steigerung erfahren haben. Hand in Hand mit diesem beispiellosen Anwachsen der Aütomobübesitzer hat sich indessen in jüngster Zeit eine Gepflogenheit herausgebildet, die schwere Unzuträglichkeiten für den Verkehr mit sich gebracht hat, ja, sich geradezu zu einer Gefahr auszuwachson droht. Diese Gefahr ergibt sich aus der zunehmenden Sorglosigkeit, mit der man sich der unbrauchbar gewordenen Wagen einfach dadurch zu entledigen sucht, dass man sie auf der Strasse stehen lässt Solche Verkehrshindernisse bedeuten namentlich in der Nacht eine ernste Gefahr für den Strassenverkehr. Wenn ein Wagen, der lange genug gedient hat, und nur deshalb durch einen neuen ersetzt werden soll, unterwegs eine Panne erleidet, so steigt der Besitzer einfach aus und begibt sich zu Fuss nach dem nächstliegenden Bahnhof, um mit der Eisenbahn nach seinem Domizil zurückzukehren. Ereignet sich der Unfall in der Stadt und in einer von seiner Wohnung entfernten Strasse, so benützt er zum gleichen Zweck ein Drotschkenauto, um die Kosten des Abschleppens des unbrauchbar gewordenen alten Wagens zu ersparen. In New-York allein sind im Verlaufe des Jahres 1927 auf diese Weise nicht weniger als 200 Automobile auf der Strasse «vergessen» worden. Angesichts dieses zunehmenden Unfugs hat sich die Polizei entschlossen, mit aller Energie gegen die Verkehrsfrevler vorzugehen. In letzter Zeit sind bereits mehrere dieser «vergesslichen» Laute festgenommen worden. Oel im Schlamme des Ozeans. Der Gedanke, dass die Oelgewinnung der Welt aus der Durchforschung des Meeresgrundes Nutzen ziehen und gesteigert werden könnte, mag auf den ersten Blick absurd erscheinen. Gleichwohl aber hat Dr. Parker G. Trask vom amerikanischen Institut der Petroleumforschung, wie man vernimmt, nach dieser Richtung praktische Vorschläge gemacht, die sich auf seine Untersuchungen des Grundes des Stillen Ozeans an der kalifornischen Küste beziehen. Auf dem Wege der Destillation hat Tfask feststellen können, dass Oel in wechselnden Mengen aus den Ablagerungen gewonnen werden konnte, die er aus einer Tiefe von mehreren Fuss unter dem Ozeanschlamm zutageförderte. Der Zweck der Forschungen der amerikanischen Gelehrten, deren Arbei- Herr Bfinzii. Beamter der Automobilkontroilo will sich die Weltstadt Paris ansehen, hatte er aiuh nur die Verkehrsregeln besser geiuerüt! denn*er war in eine Sei» umque-Strasse geraten . . . 1 ten bezeichnenderweise von dem Petroleirmmagnaten John D. Rockefeller gefördert werden, läuft ersichtlich aber nicht darauf hinaus, den Meeresschlamm zur Oelgewinnung industriell auszunützen. Ihre Studien zielen vielmehr darauf ab, die Bedingungen festzustellen, unter denen die Lagerbildung in den Quellschichten des Petroleums vor sich geht. Von den meisten Quellschichten der gegenwärtigen Petroleumfelder weiss man ja, dass sie ursprünglich maritimer Natur sind. Man hofft auf dem Wege der Durchforschung des Meeresschlammes Aufklärung zu erhalten, die dem Geologen bei Auffindung neuer petroleumhaltiger Zonen wertvolle Dienste zu leisten vermöchten. Das Auto als Retter. Der englische Forscher Oberst Fawcett, welcher auf einer Expedition tief ins Innere Südamerikas eingedrungen war, blieb, da jegliche Nachricht von ihm fehlte, monatelang verschollen. ILondon Ophiton) Nun wurde kürzlich der längst Totgeglaubte von einem kühnen Automobilisten heil und gesund aufgefunden: Der Ingenieur Roger Courtevilte, der eine kühne Automobilfahrt von Rio-de-Janeiro nach Lima in Peru glücklich durchgefühlt hatte, teilte vor einiger Zeit mit. dass er den verschollenen englischen Forscher Oberst Fawcett im Innern des Staates Geraes aufgefunden habe, und zwar in einem gänzlich unerforschten Gebiet, hundert Meilen von Diamantina entfernt. Courteville ist inzwischen an der brasilianischen Küste eingetroffen und bestätigt diese Meldung. Danach hat er den kühnen englischen Forscher im Innern des Staates Matto Grosso getroffen, wo er als Farmer lebe. Fawcett teilte Courteville bei dieser Gelegenheit mit, dass er in den «Sertoes» von Matto Grosso Spuren einer Zivilisation gefunden habe, die er als die älteste der Erde ansehen zu dürfen glaubt. In der Kurve von Eva von Baadissin. (7. r ortsetznna) «Den lassen's fei' ausm Spiel,» meinte sie etwas ängstlich und passte einen weissen •und einen gelben Schuh aneinander, ob die Grosse wenigstens stimme. — Er riss sie ihr aus der Hand und knallte sie in den Schrank zurück. «Warum seid's dann nacha gar so eitel,» •warnte sie vorwurfsvoll, «es gibt doch sovüll wichtigere Dinge auf der Welt —» Als seine Fussbekleidung? Wusste denn sie, wieviel Gertrud darauf gab, dass man sich korrekt anzog? «Das ist auch durchaus Kultur,» behauptete sie oft. «und es muss so in Fleisch und Blut übergegangen sein, dass man gar keine Fehler mehr machen kann!» Aber die Deutschen seien leider noch lange nicht so weit •— sie begriffen immer noch nicht, dass die Kleidung einen wesentlichen Teil zum harmonischen Auftreten bedeute und dass sie im Nachteil andern Völkern gegenüber blieben, wenn sie diese Frage vernachlässigten. Diese Frau Willstadt jedenfalls, die ihm da gegenüberstand und sich mit tiefen Seufzern über seinen törichten Anspruch, ein gleiches Paar Schuhe an den Füssen zu haben, die Hände rieb, die würde zum grossen Völkerverständnis in dieser Hinsicht nicht viel beitragen! «Leben Sie wohl,» er reichte ihr die Rechte hin und deutete mit der Linken auf das Stiefelchaos, «und lassen Sie sich ums Himmelswillen nicht in den Sinn kommen, hier noch mehr aufräumen zu wollen!» Mit dem Koffer in der Hand lief er die Treppen hinunter, warf das Gepäckstück in den Wagen und kurbelte an: aber mein Gott, er hatte ja vergessen Benzin nachfüllen zu lassen. Mit dem Rest, den die Uhr noch anzeigte, kam er ja kaum aus dem Burgfrieden Münchens heraus! Inzwischen war sein «Laden», wie er oft spöttisch die Niederlage nannte, geschlossen. Am besten, er führe in die Sonnenstrasse, wo man ihn kannte und ihn auch jetzt noch bedienen würde. Er fuhr am Englischen Garten entlang, bis dahin, wo seine schöne und elegante Strasse in die enge Galleriestrasse einbog, jagte weiter zum Odeonplatz und suchte zwischen allerlei Fahrzeugen und den Trams einen Ausweg in die Briennerstrasse. Da musste er halten, weil eben Passagiere der Elektrischen aus- und einstiegen; ungeduldig und gespannt glitt sein Blick durch die Menge. Vom Trottoir drängte ein Paar zu ihm hin — das heisst, der Impuls ging wohl mehr von der Dame aus. Es war Marie Kattern. Icurzgeschürzt, aber niedlich und frisch, und neben ihr der Doktor : « a perfect sight» (eine ansehenswerte Erscheinung), wie der Engländer treffend sagen würde — mit leuchtend weissen Gamaschen, leuchtend gelben Handschuhen, einem Hut, den in seiner Anspruchsfülle Gertrud nur einen «Bibi» genannt hätte — einem viel zu dicken Spazierstock und einem prachtvollen, auffallend karierten Anzug. «Der würde Frau Willstadt gefallen», dachte Hans und sah sich in aller Geschwindigkeit die Einzelheiten an, um sie später Gertrud zu schildern. Das nannte dieser Mann sicherlich gut angezogen sein! Nein, es ging nicht, ihm Gertrud zu überlassen! «Wir gehen ins Deutsche Theater», verriet Marie stolz, die für heute auf der ganzen Linie gesiegt hatte. «Nicht ins Kino», meinte Hans spöttisch und musterte sie beide, als seien sie angehende Komparsen. Im Doktor aber war noch unvergessen das Gefühl, dass Hans ihn verraten habe. Er musste gleich etwas Rache nehmen. «Wohin des Weges?» fragte er. «Wahrscheinlich mache ich auch in diesen Tagen eine längere Tour — ich will eine Bekannte auswärts treffen.» «Wirklich?» Hans machte ein höchst interessantes Gesicht — er verstand sofort, worauf der andere hinauswollte. «Ja,» sagte er, «ich hole mir auch gerade noch Brennstoff — ich muss nämlich nach Baden-Baden!» Er hob die Hand halb zur Mütze empor, auf der vorläufig noch die Brille sass. blickte nur geradeaus und fand gerade eine Lücke in der Wagenreihe, durch die er hindurchschlüpfen konnte — fort war er! «Wohin fährt er?» fragte der Doktor ganz verblüfft mehr sich als seine Begleiterin. «Nach Baden-Baden», antwortete Marie Kettern empört. War sie nicht schon wieder hereingefallen? «Wie kommt er dahin — was will er da?» sagte der Doktor vor sich hin. Marie hätte es ihm sagen können, aber sie schluckte ihre Wut nieder. Sie standen beide noch eine Weile und sahen seinem so fröhlich und unbesorgt davongleitenden Wagen nach. Ihnen zum Hohne klang es aus der Ferne von den Strassenecken und -kreuzungen: kurz lang, kurz, lang. Er war ihnen voraus — er fuhr nach Baden-Baden! III. Kapitel. Der Verlust von Gertruds Kette hatte sich natürlich gleich im Hotel verbreitet. Man stellte Vermutungen auf. was nun wohl geschehen würde: Kriminalpolizei natürlich, peinliche Verhöre aller Angestellten, Durchsuchungen vielleicht — nun, man hatte ja gewiss kein schlechtes Gewissen, sie mochten nur kommen und ihre Nase in alles hineinstecken; aber fatal war solch ein Fall doch für alle Anwesenden. Und das gerade von einer Dame, die eben angekommen war. die niemand kannte und von der das Hotelpersonal behauptete, sie sei früher einmal unter einem ganz andern Namen da gewesen Was i man anfangs als jetzt fast selbstverständliche I Begleiterscheinung einer eleganten, jungen