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E_1927_Zeitung_Nr.102

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Automobil-Hilfsdienst

Automobil-Hilfsdienst bei Landeskatastrophen. Vor einigen Tagen veranstaltete der Frankfurter Gau des A. D. A. C. eine Uebung, deren Motive auch in schweizerischen Automobilkreisen volle Würdigung finden dürften. Im Zusammenwirken mit Polizei, Feuerwehr, Sanität und der Technischen Nothilfe improvisierten die alarmierten Automobilgruppen einen Hilfsdienst nach einer abgelegenen Gegend, wobei man annahm, dass die betreifende Gegend von einer schweren Katastrophe betroffen worden sei. Die Meldung wurde durch die näheren Angaben:, Telephon- und Telegraphenlini-en unterbrochen — Hilfe aus eigener Kraft reicht nicht aus! — vervollständigt. Die Uebung erzielte einen beachtenswerten Erfolg. Unverzüglich wurden die auf dem Sammelplatze eintreffenden Hilfsmannschaften auf die zahlreichen Wagen der Automobilisten verteilt und in beschleunigter Fahrt in nächste Nähe des verheerten Gebietes gebracht. Motorfahrer hatten zuvor den Zustand der Strassen erforscht, sich über die Grenzen des Gefahrengebietes erkundigt und die am furchtbarsten betroffenen Orte der Leitung des Hilfsdienstes gemeldet. Inzwischen unterhielten die Automobile des A. D. Volkes treffen können, in den Dienst der Allgemeinheit stellt, seine Ueberlegenheit vor A. C. eine ununterbrochene Verbindung zwischen den HilfsStationen und den bedrängten anderen Fahrzeugen tatkräftiger Hilfe zunutze kommen lässt, wird der Gewinn — Ortschaften, führten neue Mannschaften zu, Lebensmittel, Medikamente und übernahmen wenn wir bei einem guten Werke diesen egoistischen Ausdruck gebrauchen wollen — für den gesamten Verwundetentransport nach den Spitälern oder Notlazaretten. den schweizerischen Automobilismus nicht ausbleiben können! Vit. Nach Beendigung der Uebung, die von der Oeffentlichkeit mit reger Anteilnahme verfolgt wurde, anerkannten die Vertreter der Vallotton-Warnery Regierung die bahnbrechende Bedeutung dieser Hilfsorganisation und hoben hervor, dass Die Zahl der begeisterten Anhänger, die Gelegen- über seine Reise im Orient. heit gehabt hat, das spannende Buch unseres nationalen Automobilpioniers, Herrn Nationalrat Val- bei einem grossen Rettungswerk nicht Parallelarbeit zum Ziele führt, sondern planmässige Zusammenarbeit, wie dies durch den Abenteuer und Cefahren der 10 000 km langen Fahrt lotton-Warnerys, zu lesen, welches die Kette der auf einem sechsräderigen Wagen beschreibt, ist A. D. A. C. so mustergültig vorgeführt worden sei. organisierenden welschen Vereine des durch die 300 begeisterten Zuhörer der drei grossen Vortrags- Das deutsche Beispiel wird auch in der Schweiz auf keinen unfruchtbaren Boden fallen. Wir stehen noch im Schatten der Ereignisse unserer grossen Katastrophen im Rheintal, Bünden und Tessin. Ob und wieweit ein Dienst privater Automobilisten bei diesen Ueberschwemmungen Hilfe gebracht hätte, wäre wohl wert, untersucht zu werden. Doch darauf kommt es hier nicht an. Die Hauptsache ist die prinzipielle Einstellung des einzelnen, seine ganze Unterstützung in den Dienst der ersten Hilfe zu stellen, sich also als Automobilist aktiv am Rettungswerk in Zusammenarbeit mit den -andern Hilfskräften zu beteiligen. Diese Einstellung wird nie verlangt werden können, muss sogar im Inter- esse des guten Werkes Sache des eigenen Wollens bleiben. Vielleicht, dass ein Club den Gedanken aufnehmen wird und sich, wie es uns der deutsche Club zeigt, mit seinem gesamten Wagenpark zur Verfügung stellt. Erst das birgt die Möglichkeiten zu grosszügigen und wirkungsvollen Aktionen in sich. Vom einzelnen Automobilisten wissen wir, dass er schon oft Hilfe gebracht hat, wohl mehr in kleinen, aber nicht weniger bedeutsamen Fällen. Der Gedanke ist den Clubs nicht neu; viele schon sind mit der guten Tat vorangegangen, haben Gebrechliche, Alte und Kinder aus den vier grauen Mauern ihrer Asyle herausgeholt und für einen Tag durch das sonnige Land geführt. Wir wollen uns nichts vormachen: die Ablehnung gegenüber dem Automobil wurzelt leider noch in gewissen Kreisen der Bevölkerung, das beweist der Kampf, den wir zu führen haben. So sich das Automobil aber bei schweren Schicksalsschlägen, die ganze Teile unseres abends vom 15. Dezember im Bürgerhaus Bern vergrössert worden. Auch für uns brachte der klare, von einem Meister des Geistes und der Dialektik gewürzte Vortrag wieder viel N'eues und Spannendes. Herr Nationalrat Vallotton ist einer iener Menschen, die mit den Augen des Dichters in die Erinnerung zurückblicken und immer Neues. Farbiges und Wildbewegtes aufleben lassen können. Gegen 100 prachtvolle, vom künstlerischen Auge festgehaltene Lichtbilder der von Paris über Konstantinopel, Angora, Bagdad, die Salzwüste und die Wüste von Euphrat, Semiramis, Palmyr, Beirut, Damaskus, Jerusalem und die Wüste Sinai führenden Monsterfahrt ergänzten das gesprochene Wort. AUTOMOblL-KfcVUK 1927 — N° Ungenügender rechti. Schutz vor Autostrolchen. Das Bezirksgericht Zürich verabfolgte kürzlich an zwei Früchtchen, welche in einem gestohlenen Auto eine unerlaubte Nachtiahrt machten, einen gesalzenen Denkzettel, indem der eine 4, der andere 3 Wochen lang Gelegenheit haben wird, über das Lausbübische ihrer Tat im Gefängnis nachzudenken. Die Reise führte auf vielen Umwegen nach Glarus, wo sie ein klägliches Ende nahm, indem der Wagen einfach herrenlos auf der Strasse stehengelassen wurde und man per Bahn die Heimreise antrat. Die Ausfällung einer ver- hältnismässig hohen Strafe liegt aber in Begleitumständen begründet, da die Strolchenfahrt als solche leider nur ungenügend geahndet werden kann. Das Gericht erkannte nämlich auf leichtsinnige Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Der eine Kumpan steuerte den Wagen in stark angeheitertem Zustand und fuhr nach Aussagen des Mitschuldigen in gefährlichem Zickzack, so dass der Zweite um sein Heil Ausnahmefällen, wo eben die notwendigen Begleitumstände dies erlauben, eine Möglichkeit geboten, exemplarische Strafen auszufällen. Das heute gültige Recht weist eben eine klaffende Lücke auf, indem zum grössten Teil eine Normierung für alle diejenigen Fälle fehlt, welche sich erst mit und durch die gewaltige Entwicklung des Verkehrslebens ergeben haben. Es wird daher Aufgabe der gesetzgebenden Behörden sein müssen, diese neuartigen Delikte zu berücksichtigen und den Gerichten die Mittel in die Hand zu geben, für deren Sühne sorgen zu können, womit dem allgemeinen Rechtsempfinden in erhöhtem Masse entsprochen werden könnte, Z. Auch im Winter Autoverkehr ins Muotatal. Wie wir erfahren, beabsichtigt die Automobil A.-G- Schwyz-Sattel-Muotatal ihren Automobildienst ins Muotatal, sofern es die Schneeverhältnisse zulassen, auch über die Wintermonate aufrecht zu erhalten. Ein bangte und unterwegs ausstieg. Dieser Letztere hatte allerdings auf einer grösseren Strecke ebenfalls als Führer «gewirkt», obwohl er nie zuvor am Lenkrad eines Autos besonderer, dem Kursauto vorgespannter gesessen hatte. So bot sich der Gerichtsbehörde wenigstens auf Grund dieses Tatbe- Schneepflug wird den Weg offen halten, so dass auch Privatwagen zirkulieren können. standes eine Handhabe, schärfer mit den Die Bevölkerung bekundet über die vorzüglichen Verbindungsdienste während der sonst so einsamen Bergwinterzett aufrichtige Freude. v. Schlingeln abzurechnen. Bekanntlich kann der Diebstahl zum Zwecke des zeitweiligen widerrechtlichen Gebrauches nach zürcherischem und auch nach anderem kantonalen Rechte nicht bestraft werden. Man muss anerkennen, dass das Bezirksgericht diese Lücke im Gesetz dadurch auszufüllen suchte, indem es jeweilen böswillige Eigentumsbeschädigung annahm, sofern der Zustand des gestohlenen Wagens nach seiner Auffindung Die unterbrochene Weltreise! Klärenore Stinnes, die Tochter des verstorbenen deutschen Grossindustriellen, zeigt beachtenswerten Unternehmungsgeist: sie unternahm eine Weltreise im Automobil, die leider durch die Ungunst der Witterung und auch durch die Nichtbeachtung der Mahnungen Sachverständiger in Perm,jäh unterbrochen werden musste. Eine von den Adlerwerken in Frankfurt a. M. veröffentlichte Erklärung weist nun darauf hin, dass Fräulein Stinnes, entgegen den Mahnungen der Fachkreise, über Moskau hinaus auf der Strecke Kasan-Perm den diesen Schluss zuliess. Die Oberbehörde konnte sich jedoch dieser Auffassung nie anschliessen und so blieb es stets nur beim Versuch. Es blieb der unteren Instanz nur noch der Ausweg, die Uebeltäter für eigentlichen Diebstahl zur Verantwortung zu ziehen, wobei als Ural bezwingen zu wollen, die Autofahrt Diebstahlsbetrag der Gegenwert für die verbrauchten Brennstoffe angerechnet wurde. Schnees, durch Einfrieren des Kühlwassers fortgesetzt hat und dann wegen des hohen Dabei, handelt es sich natürlich nur um verhältnismässig geringe Beträge, so dass auch zugeben. Ihre Meldungen von der Ankunft gezwungen war, die Reise von Perm an auf- die Strafe recht klein ausfällt im Vergleich in Nowosibirsk u. Irktzk, welche Strecke sie zur Schwere des Gesamtvergehetis. In Anbetracht der zunehmenden Zahl solcher Strolchenfahrten ist diese Lösung jedoch absolut unbefriedigend, ist doch dem Gericht nur in NEUES VOM WAGF bereits mit der Bahn zurückgelegt habe, hätten den irrtümlichen Eindruck erweckt, dass sie auch dort mit dem Auto angekommen sei* ??? Warum verwenden Sie nicht ??? J. Pohlers „Hydatoxy" renis upiiseia ili Grösstc Brcrnsfiibi^koil, Zuvenässigkeii and Haltbarkeit. — {lober Re bunnskoet'lizient» — Kein Schmieien nnd dadurch entstehendes Gleiten. y M _ Ist vorteilhafter als Metall- Hydato* *• ]f oder andere Bremsbeläge. Aeusserst vorteilhafte Preise für Wieder. 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N« 102 - 192? AVTO TEC§-il\3S CMC Eine neuartige Innenkonuskuppelung wird zurzeit in Frankreich ausprobiert. Die Konuskuppelung hat immer noch gute Freunde, ist doch fast die Hälfte aller Motorwagen mit ihr ausgerüstet. Ihre Vorteile übertreffen ihre Nachteile, und zwar sowohl vom Standpunkt des Fabrikanten als auch von dem des Fahrers aus. Kurz gesagt: die Komuskuppelung ist billiger und bezüglich ihrer Behandlung und Bedienung weniger empfindlich als ihre Kolkginnen mit Platten oder Lamellen. Deshalb geben sich auch viele Konstrukteure die Mühe, sie zu verbessern, um ihr die letzten Schwächen, die sie noch aufweist, zu nehmen. In dieser Beziehung ist die Innenkonus- oder umgekehrte Konuskuppelung schon als ein Fortschritt zu bezeichnen. Leider hat aber auch sie noch immer den Nachteil, dass ihre Kuppelungsscheibe, gerade wegen ihres konischen Randes, •der ihre Fliehkraft beim Auskuppeln vermehrt, nicht so rasch stillsteht als die wesentlich leichteren Scheiben oder Platten anderer Kuppelungsarten. Um diesen Uebelstand nach Möglichkeit zu beseitigen, hat ein französischer Konstrukteur die hier im Schnitt dargestellte Innenkonuskuppelung Schnittdurch eine neuartige Innenkon uskupplung, die das Schalten erleichtert. a) Motorschwungrad; b) Kupplungsscheibe; c) Arretiervorriehtung. ämbishm