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E_1928_Zeitung_Nr.001

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12 AUTOMOBIL-REVUE

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ZurücL zwar Landifrasse •s di«s> Eisenbahnschine das ALut«»Bni«>l»al erobert* Vor bald achtzig Jahren, als die letzten Diligeneen über das Pflaster der Marktorte und Landstädtchen rollten, fühlte der greise Lamartine, dass es mit der sonnigen königlichen Landstrasse zum Sterben komme. Poetische Reminiszenzen aus den Jahrhunderten ihres höchsten Glanzes, aus der Zeit der berittenen Kuriere, der stilisierten Karossen, des wandernden Scholarenvolkes verliehen ihrem raschen Niedergang einen Zug ins Tragische, während die Eisenbahn sich Stück um Stück alten Kulturlandes eroberte und die Technik des Verkehrs Triumphe feierte. Heute hat die breite Chaussee, die seit jenen Tagen dem Wandervolk, dem Ochsengespann und Planwagen der wöchentlichen Märkte überlassen war, ihr altes reiches Leben dank dem Automobil wieder zurückerhalten. Ja, so fruchtbar und kühn gestaltet sich dieses neue Leben der Landstrasse, dass neidische Liebhaber sich in ihren Besitz nicht teilen wollen. Gehört sie dem Fussgänger zu eigen, dem langsamen Bauernfuhrwerk oder dem eleganten Sportwagen? Oft hört man diese Frage in der Form eines wenig freundlichen Protestes, der von der Landbevölkerung oder Ausflüglern dem vorbeieilenden Auto pflichtschuldigst nachgeworfen wird. Die Vergangenheit aber lehrt, dass die «grosse Strasse» von jeher Mittel des Schnellverkehrs war zwischen Stadt und Stadt, Land und Land. Ihre Erbauer schufen sie nicht für den Anwohner, sondern für den «Fahrenden», den Passanten. Ihr Trasse Hess damals Dörfer und Weiler abseits liegen und dafür an geeigneter Stelle befestigte Orte und Posthaltereien erstehen, die sich mit der Zeit zu ansehnlichen Städtchen auswuchsen. Heute verlangen wir von einer Landstrasse nur, dass sie gut angelegt und unterhalten sei. Unsere Vorfahren waren anspruchsvoller: sie forderten Kürze, Bequemlichkeit und Sicherheit. Deshalb das Aufsuchen der niedrigsten Pässe im Gebirge, der seichtesten und ungefährlichsten Flussstellen und der Wäldengen. Darum aber auch die festen Türme und Burgen am Eingang von Engpässen, Passagen oder Strassenkreuzungen. Der Forderung in bezug auf Kürze entspräche die Strasse, die sich der Talsohle entlang zieht, grössere Sicherheit hingegen würde jene bieten, die die Höhenlinie einhält. Als Resultante von beiden nun erstand die mittelalterliche Strasse, welche das Land in seiner mittleren Höhenlage und parallel zu den Niederungen durchzieht. Deutlich zeigt sich also, dass die Landstrasse als kürzeste und sicherste Verbindungslinie zwischen Verkehrsknotenpunkten In der Kurve von Eva von Baudissin. (9. Fortsetzung) «£ Drunten im Garten spielten die reizendsten Sinder, angezogen wie Modeilpuppen und körperlich tadellos gepilegt. Reifen hatten sie und Bälle und Miniaturautos und herr.i- :he Tiere auf RäderrT," aber alles Hessen sie im Stieb, um zum Kummer ihrer weissbehaupten, hoheitsvollen Wärterinnen im Sand zu buddeln oder heimlich ans Ufer zu schleichen und wenigstens etwas hineinzuwerfen, wenn man schon nicht selbst mit Händen und Füssen drin herumpatschen konnte! Sie hörte das Lachen und das Geschrei bei den Verfolgungen der ewig angeführten Aufpasserinnen. Ach, weshalb überliess man sie nicht ihren Urinstinkten, die durch die Generationen hindurch zu den Elementen zurück woiiten. Wozu sie vergewaltigen, sogar im Sftiel? «Meine Kinder,» dachte sie, «die i;e.\se ich tun, was sie ihren Trieben nach wünschten.» Ihre Kinder — manchmal hatten Hnns un1 sie davon gesprochen. In weiche Welt hinein wären sie geboren worden? Was einst das höchste Glück junger Eheleute gewesen wai und die natürliche Folge ihrer Vereinigung, das mussten sie nun iast als schlimmes Ereignis ansehen. dass sie post festum kommen. Das tut aber nichts. Irgendwann wird es einmal wieder sagen pflegt — je nach Einschätzung und Weihnachten werden, und dann gedenke ich Erwartung des Gegengeschenkes... von meinen weihnachtspolitischen Einsichten Aufrichtig gesagt, Weihnachten und bei Gebrauch zu machen. Falls ich sie bis dahin Geburtstagsfesten komme ich mir immer als nicht vergessen haben sollte. Zur Sicherheit herzensguter Mensch vor. Nur beim Silvester ... Nun, soll es einem bei dem traditio- Hier sind sie. habe ich sie aufgeschrieben. nellen Insichkehren zwischen dem Ein- und Die Weihnachtsvorbereitungen des Lebenskünstlers beginnen spätestens Anfang No- Ausläuten nicht miesepetrig zu Mute werden? Muss*' einem nicht das Klein-Menschliche, gegen das wir wieder ein langes Jahr vergevember. , Der Ehemann. bens angekämpft haben, mit seinen sündhaften Augen zu".eidrücken suchen? 'Glücklich, Der verheiratete Lebenskünstler versäume nicht, von jenem Zeitpunkt an täglich- in wer beim Hauch champagnerbenetztei' weicher Lippen über die Sentimentalitäten eines schweren Sorgen nach Hause zu kommen. Seine gutmütige Frau wird ihn dann sehr jahrhundertealten Sittenkodex hinwegkommt. bald fragen, was los sei; er möge sich doch Jedes Jahr wird mit dem gewissengeborenen offen aussprechen, er wisse doch, dass sis Besserwerdenwollen begonnen, jedes Jahr bereit sei, auch das Schwerste mit ihm zu mit dem gewissenertötenden Immerschlimaiergewordenen beendet. Zwingt das nicht zu ; tragen. Er schüttle dann bloss den Kopf, sage es sei wirklich nichts, tue so, als ob er sich Resignation? ? zwänge ein freundliches Gesicht zu machen, Der Festtagsnachgeschmack äusserst sich stürze hastig ein paar Gläser Likör hinunter, aber nicht nur in moralischer Mundbitterkeit. diskret andeutend, dass er sich betäuben Er findet auch im Portemonnaie seinen Niederschlag. Frau Lebenskünstler hiervon nicht ruhiger wolle. Psychologin, wie alle Frauen, wird Wie man diesem Niederschlag begegnen werden und wird nicht aufhören, in ihn zu kann, hat ein Treppenphilosoph der «B. Z- dringen. Endlich murmele er etwas von geschäftlichen Fehlschlagen, die gerade jetzt so am Mittag» zu ergründen gesucht. Seine Ergründungen schürften im Reiche der Erfahrungen und fanden daher die Erkenntnis. «Warum gerade jetzt?» furchtbar unangenehm... Erkenntnis auf Kosten der Dummheiten eines «Nun — ich wollte dir doch so gern zu andern schmeckt wie ein unbezahlter Festschmaus. Gemessen wir ihn: seidene Kleid, die grosse Stehlampe, die Weihnachten den Pelzmantel schenken, das eleku»üd*! aber den Lokalverkehr hinaus einzig den Anforderungen des. Schnellverkehrs entsprechen und genügen sollte, während Landwege Dotier und Weiler verbanden. Das Bedürfnis beschleunigten Reisens hat. die Landstrasse ins Leben gerufen, ihr Nutzungsrecht gehört deshalb dem Automobilisten in bevorzugten* Masse. Die alte Feindseligkeit zwischen Anwohner; und Passanten entspringt einer Verkennung der Herkunft und Geschichte unserer Lahdstrassen. Diese Geschichte beeinflusste auch: in hohem Masse Lage und Leben der Städte, waren doch die von ferne kommenden Strassen die natürlichen Arterien, durch welche Macht und Reichtum zu Bürgerhaus und Marktplatz floss. Je mehr im Laufe der Zeit die Sicherheit des Reisenden gewährleistet und. die Strassenbautechnik vervollkommnet wurde, desto intensiver wagte man sich an das Problem, die alten Höhen- oder Hangstrassen durch Tal- oder Tiefstrassen zu ersetzen. Wie überall, so folgten auch hier die Ansiedelungen den Verkehrswegen und so kam es, dass viele an Hängen gebaute «Burgstädte» durch; eine geschmacklos gebaute «Unterstadt» Zuwachs erhielten. Dieser zugewanderte Stadtteil verschlang immer mehr, die alten,, bodenständigen, und es war als ob das Weichbild der mittelalterlichen, höhenwärts' angelegten Ansiedelungen nach dem Gesetz der Schwerkraft ganz gegen die Talebene, hin sich verschiebe. Diese Verschiebung war in erster Linie bedingt durch die Anlage der Eisenbahn, die der Richtung des kleinsten Gefälles folgte und das «Gros» des Verkehrs an sich raffte, wodurch städtische Handels- und Gewerbeleute sich veranlasst sahen, ebenfalls in der Niederung, in nächster 'Nähe des Bahnhofs Geschäfte zu eröffnen. Solche Wechsel des Stadtplans zeigen sich z. B. in Lausanne, St. Gallen, Chur, auch in Sitten und dem kleinen Lenk. Das Wiederaufleben der alten Strassen, das dank dem Automobilismus bereits einsetzte, wirkt der Lahmlegung des Lebens in hochgelegenen Stadtquartieren entgegen. So hat, um nur dies zu nennen, der Montmartre in Paris nach Jahren der Vergangenheit wieder Berühmtheit erlangt. Unter der alleinigen Herrschaft der Eisenbahnen fiel das biedere Gasthaus zum «Weissen Rössli» der Baufälligkeit anheim, nur das «Hotel de la Gare» florierte. Heute hat das «Weisse Rössli» einen neuen Anstrich und verachtet seinen Konkurrenten als Parvenü. Was aber wichtiger scheint, ist, dass unseren Städten durch den wieder erwachten «Ich krieg's im Auto und falire gieieft damit los, irgendwo hin, wo's noch kein; Kinderfresser gibt», hatte sie sich vermessen. Und Hans meinte, dann wär's Zeit, sich irgendwo an einem der herrlichen Seen in der Umgebung Münchens sesshaft zu machen. In einem Haus nach eigenen Plänen una einer Architektur, die sich der Landschait anpasse. Vielleicht, wenn sie ein Kind gehabt halten, wäre sie nicht ohne weiteres auf- und davongelaufen. Andererseits hinderte solch kleines Wesen ja schrecklich. Man musste sich nach ihm richten, und wenn gerade irgendwo ein Rennen gewesen wäre und das Kind hätte eine dieser tausend Krankheiten gehabt, durch die sie ja alle hindurch müssen — was wäre dann geschehen? Hans hätte eben zu Hause bleiben müssen; in vielen Enen übernahm ja jetzt der Mann die Obliegenheiten der Frau, besonders, wenn die Frau beruflich tätig war. Na, das hätte bei ihnen sicher manchmal deswegen Krach gegeben. Hans war ja so unvernünftig- ein paar Mal zu beanstanden, wenn sie doch einfach zu einem Turnier musste! Entweder man tat eine Sache — oder man Hess sie. Wahrscheinlich war es gut, dass ihnen Kindersegen versagt geblieben war! Ob nun, in ihrer neuen Ehe? Angestrengt horchte und sah sie hinunter: der süsse, dicke Bengfi da, mit den braunen, wilden Locken, so hatte Hans gewiss früher ausgesehen! Ihre Kinder wären sicherlich hübsch geworden. Das zierliche Ding da wie sie, mit so zarten Gelenken und gutgeformten Beinen. Eigentlich schade drum! Alois — den könnt man sich gar nicht gut als Vater vorstellen. Hans hatte schon Verkehr auf den von fern her kommenden Landstrassen das historische Ansehen zurückgegeben und dass ihr von den Eisenbahnen vielfach verkrüppelter Organismus neu hergestellt wird. Dieser Organismus hatte, wie oben bemerkt, als natürliche Arterien, durch die der Stoffumsatz vor sich ging, die Landstrassen. In der Mitte zwischen den sich treffenden und kreuzenden Strassen lag die Axe, um die sich das Innenleben der Stadt drehte. Dann kam die Eisenbahn. — Durch die sog. Bahnhofstrasse oder « Avenue de la Gare » gelangte der Reisende und Ortsunkundige in die Stadt, ohne dass er sich erklären konnte, wie die Stadt entstanden, warum der Marktplatz und dieser oder jener historische Bau gerade an der betreffenden Stelle sich befindet. Gedanken, Sorgen und Pläne der Stadtbürgerschaft, alles orientierte sich bahnhofwärts im Zeitalter der Eisenbahn. Neben den so oft exzentrischen Bahngebäuden, F«*f#ai^x*Naidh^ex Nu» füm LebemkSSmtl Es war wieder einmal sehr schön. Die Weihnachtskerzen bestrahlten einen kleinen Berg von Paketen und Paketlein, alle tannenzweiggeschmückt, mit siissen Zettelchen und noch süsseren Worten herausgeputzt, wie «Meinem lieben Oskar», oder «Aus dankbarer Zuneigung», oder «Dem selbstlosen Freunde» und wie man bei solchen Gelegenheiten zu durch welche die Reisenden und mit ihnen das Aussenleben iii die Stadt strömten, schienen die grossen Zeugen der Vergangenheit, die alte Kirche, das Rathaus, das Schloss, die Abtei, der Marktplatz, Ueberreste eines barbarischen Zeitalters! Die Harmonie und Ruhe des Stadtbildes war zerstört, die Provinzstadt selbst schien nur mehr ein unnützes totes Gewicht, an eine Eisenschiene gehängt. Heute erhält die Stadt ihre Funktion als Zentrum und Wegkreuzung zurück. Sie besinnt sich auf die grandiosen alten, befestigten Eingangspforten, durch welche ehemals das Reisevolk in ihren Bannkreis eintritt und in deren Nähe sich die Herbergen und Warenhäuser befanden. Vielleicht wird eine jüngere Generation ähnliche, dem modernen Strassenverkehr angepasste Portale und Eingänge schaffen als Denkmäler jener Periode der Verkehrsgeschichte, die im Zeichen des Automobiles steht. Sr. ganz kleinen Mädchen gegenüber solch ritterliche Art. Nun, das stand ja alles nicht mehr in Frage. Aloys' Kinder — fade Dinger sicherlich, mit seinem etwas grossen Schädel und die Neugeborenen ihm schon sehr, sehr ähnlich durch den höchst bescheidenen Haarwuchs, den er leider nur noch aufzuweisen hatte. Sie musste lachen, so traurig die Tafsache an und für sich war! Aber Kinder von ihm — nein, lieber doch nicht. Sie wusste plötzlich, dass sie sich keine mehr wünschte. Es war doch zu unbequem. Sie blickte nicht mehr zu der rrohen Horde hinunter. Ihre Heiterkeit störte sie. Sie sah vor sich hin in die Baumwipfel. Dabei Hess sich auch gut träumen. Hans kam nicht. Sie entschloss sich, die Mahlzeiten unten im Speisesaal einzunehmen. Durch die Glaswand zum Garten konnte man sie ja sitzen sehen, wenn man wollte Niemand schien darnach Verlangen zu tragen. Obwohl sie sich so schön angezogen hatte, dass alle Köpfe sich ihr zuwandten. Ein Amerikaner am Nebentisch begann sofort auffällig mit ihr zu kokettieren. Sonst hätte ihr das Spass gemacht, aber wenn man auf jemand wartet und immer wieder gespannt auf die grossen Eingänge sieht, die in die Nebenräume führen, dann hat man nicht Aufmerksamkeit genug für einen unschuldigen Flirt. Als der Mann dann dicht an ihrem einsamen Tisch vorüberging und den Kellner ersuchte, ihm den Kaffee im Spielzimmer zu servieren, damit sie es nur ja hörte, da war sie so gelangweilt, dass sie «Geben ist seliger als Nehmen. Ich bin selig, aber pleite. Nicht ganz pleite. Auf der Aktivseite, wenistens auf der geistigen, stehen immerhin einige wertvolle Erkenntnisse, die mit allen übrigen Erkenntnissen das gemeinsam hab n, sich gar nicht mehr unten aufhielt, sondern allen Amerikanern der Welt zu entkommen suchte. Oben überlegte sie, ob Hans abends im Kurkonzert sein würde — oder im Theater — oder im Kino — irgendwo musste er ja hoffen, sie zu sehen. Aber dann konnte sie ihn verpassen, falls er sie direkt aufsuchte. Besser, sie bliebe auf ihrem Zimmer. Sie zog das schöne Kleid, das seinen Zweck verfehlt hatte, aus und einen prachtvoll gestickten, echten Kimono an. Hans brauchte nicht vorauszusetzen, dass sie als trauernde Witwe auf jede Eleganz verzichte — im Gegenteil! Noch kannte sie Alois' Geschmack nicht recht. Viel würde sie sich nach dem auch nicht richten. Wenn Hans nur käme! Durch sein Benehmen und seine Worte würde sie sogleich gewusst haben, was nun zu tun sei. Eigentlich war diese Auffassung dumm: er am allerwenigsten durfte ihr doch eine Richtschnur geben! Verzweifelt rannte sie im Zimmer auf- und ab, rang die Hände und biss sich auf die Knöchel: ihr fiel nichts, aber auch garnichts ein! Sie wurde so nervös, dass ihr die Tränen kamen, wenn sie im Vorbeigehen unten beim Portier nach Post fragte und nichts da war, obgleich man ihr ja alles sofort hinaufgeschickt haben würde. Einmal telephonierte sie zum Schloss hinauf, ob dort etwas läge, denn sie habe ja vergessen, ihre Adresse zu hinterlassen. Nichts, auch nicht von Alois, diesem faulen Menschen, der ja seiner angehenden Braut wohl mal einen lieben Brief schreiben konnte! Am dritten Tag hob sie die selbstgewählte Klausur endgültig auf und ging stundenlang