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E_1928_Zeitung_Nr.001

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II) AUTOMOBIL-REVUE

II) AUTOMOBIL-REVUE 1928 - N° 1 Inhaltsübersicht der Ausgabe 1928 des Schweiz. Automobil-Kalenders Winke aus der Fahrpraxis: Ableuchtvornchtnna, Akkumulatoren, Aniasser, Auspnfftopt, Beleuchtung, Benzin, Brennstoff, Bremsen, Einfrieren, Federn, Getriebe, Kabel, Kardan, Kühler, Kupplung, Motor, Pneumatiks, Schmierung, Stoasdämpter, Ventile, Vergaser, Zündung. Automobilistische Buchführung: Brennstotfverbrauch,PneU" marikverbrauch, Scnmiermittel, Karbid,Elektrizität, Petroleum, Reparaturen, Ersatzteile, Werkzeuge, Zubehörden, Chauffeur, Garage. Uebersioht der Jahreakosten, Betriebskosten früherer Jahre. Technische Tabellen: Bestimmung des Zylinderinüaltes, Pferdestärken, amerik. Motoren, Gescnwindigkeitstabellen, Pneumatiktabelle, Tabelle d. Steuer-PS. Gesetzliche Bestimmungen: Militärische Vorschriften, Kant. Fahrverordnunsen, Automobilsteuern, Praktische Ratschläge, Bahntransport, Versicherungen, Unglücksfälle. Die wichtigsten Beilagen: Automobilistischer Rückblick. Die Automobil-Verbände. Aotomobilistiscnes Wörterbuch. Distanzen-Karte. Schnittzeicbnunsen. Hanarcres Formal Trotz der Vermehrung des Besitzerverzeichnisses um 7000 Namen ist es gelungen, den Umfang des Buches nicht über 22 mm Dicke werden zu lassen. Die Bestell u ngen werden m der Reihenfolge, ihres Einganges erledigt. Sichern Sie s l sofort die nötigen Exemplare. Vergangenes Jahr konnten Hunderte von Besitzern wegen verspäteter Bestellung nicht mehr bedient werden. Benützen Sie unsern BeAteUaclicin (nur 5 Bp. Porto). Seit dem Uebertritt des Automobils vom Luxusgut zum typischen Verkehrsmittel der Neuzeit macht sich das Bedürfnis nach möglichst billiger Gestaltung des Fahrbetriebes in vermehrtem Masse geltend. Wesentliche Ersparnisse kann indessen nur der machen, dem alle Finessen und Notwendigkeiten im Betrieb und Unterhalt bekannt sind und der über die Gesamtheit und Zusammensetzung seiner Jahresausgaben genau orientiert ist. Ohne eine gelegentliche Rekapitulation des Wissens vom Automobil und der Funktion seiner Einzelteile auf der einen, das genaue Festhalten der Einzelfälle auf der andern Seite geht es allerdings nicht ab. Nun besitzen die Schweizer Automobilisten aber in dem jeweils auf Jahresschluss erscheinenden Automobil-Kalender ein Instrument, bei dessen Benützung der angestrebte Zweck ohne wesentlichen Zeitaufwand erreicht wird. Schon vor mehr als einem Jahrzehnt extra dazu geschaffen, all das viele Wissensnotwendige, was mit dem Wagen in sportlicher Verbindung und technischer Beziehung steht, in zweckmässiger Inhaltsgliederung zusammenzustellen, durfte er an der Frage der rationellen Betriebsgestaltung nicht vorübergehen. Ein besonderer technischer Teil trägt alles das in übersichtlicher Weise zusammen, was in allen Nöten auf der Landstrasse und in der Garage gebraucht wird. Vordrucke wohlerwogenen Inhaltes laden geradewegs zu einer Buchführung in der Rocktasche ein. Tausenden von Benutzern schafften sie die Grundlage zur rationellen Betriebsgestaltung, die sich um so sinnfälliger bemerkbar macht, wo Vergleiche mit den Kosten der Tonnen-Kilometer früherer Jahre gemacht werden. Folgen Sie den Beispielen derer, welche von dem Nutzen einer systematischen Betriebsführung schon seit Jahren profitieren, für System und Ordnung ist es nie zu spät. Fangen Sie mit dem Jahre 1928 an. Der AutomobiJ-Kalender wird den Abonnenten, solange der Vorrat reicht, zu dem ausserordentlich billigen Preis von Fr. 4.80 abgegeben, worin u. a. auch ein vollständiges Verzeichnis der gegenwärtigen Personenwagen-Besitzer der ganzen Schweiz enthalten ist. uerlagder AuloinoDilReuue, Bern Bucherzettel Senden Sie sofort per Nachnahme: EK. dutomoDil Kalender 1928 mit Personenwaaenverzeichnis zum regulären Preis von Fr. ü.— zum Abonnenten-Preis v. Fr. 4.a0 den •) Nichtzutreffendes streichen. %.............. • >•>.•.. ............' \ und gelehrten Hochmuts. Ludwig XIV. war der Gefangene von vier Aerzte, die sich ablösten und ihn bis über den Tod hinaus nicht aus den Klauen Hessen. Der erste, der 14 Jahre «regierte», war Vautier; dann lolgte Vallot, der ihn 20 Jahre beherrschte, dann Daquien, der 22 Jahre seine Stellung inne hatte, und schliesslich der schreckliche, tyrannische Fagon, der erst von dem König abliess, als er seinen Totenschein unterzeichnet hatte. Ueber seine Krankheit waren sich die Doktoren nicht einig; der eine hieit ihn für «gallsüchtig», der andere für blutarm. Nun ist aber durch ihre Befunde zweifellos erwiesen, dass Ludwig XIV. mindestens seit seinem 20. Jahre an einem Bandwurm litt. Man ging diesem durch Purgieren und Aderlässe zuleibe, wandte Schwitzkuren an ..nd schwächte ihn auf jede Art und Weise, so dass es ein Wunder ist, wenn seine kraitvolle Natur diesen Angriffen solange widerstand. Da er ausserdem keine Zähne hatte, konnte er die Speisen nicht richtig verdauen, und daher erklärt sich sein riesiger Heisshunger. Die im Körper nicht verarbeiteten Speisen nützten ihm nichts; er hatte immer von neuem Hunger. Dabei beherrschte sich der König dermassen, dass es ihm sogar gelang, diesen krankhaften Heisshunger zu bezähmen. Er ass bei den Mahlzeiten überrrässig viel, nahm aber in der Zwischenzeit nichts zu sich. Dazu kam noch ein unstillbarer Durst, den er durch Obst und kalte Getränke zu befriedigen suchte. Das war aber ebenfalls seinem geschwächten Magen- und Oarrnapparat schädlich. Da er in seinem empfindungslosen, durchlöcherten Gaumen keinen Geschmack hatte, stopfte er sich mit stark gepfefferten Ragouts und scharfen Gewürzen voll. Schliesslich war er bis zum Skelett abgemagert und brach trotz seiner bewunderungswürdigen Selbstbeherrschung zusammen, ist also als Opfer seiner Aerzte und Chirurgen gestorben. Der «Mann mit dem photographischen Gehirn». Varietetricks sind oft schwer festzustellen. Jüngst brachte nun die «Frankfurter Zeitung» einem Mann mit dem «photographischen Gehirn» die Geheimnisse an den Tag. Der im folgenden wiedergegebene Fall zeigt zugleich, welche Möglichkeiten die moderne Technik dem Variete bietet: In einer grösseren Stadt Westdeutschlands gastierte vor einigen Jahren ein Mann — nennen wir ihn K. —, der sich stolz als der «Mann mit dem photographischen Gehirn» ankündigen Hess. Er produzierte sich folgendermassen: K. Hess unter das Publikum Zeitungen verteilen. Von der Bühne aus kündigte er nun an, dass er aus einer bestimmten Seite der Zeitung, z. B. dem Handelsblatt, jede ihm nach Spalte und Seitenzahl genau bezeichnete Zeile sofort aus dem Kopf repetieren würde. Weiter Hess K. zwei Herren auf die Bühne kommen und jedem 16 Spielkarten aushändigen. Nachdem diese von den Herren selbst gemischt wurden, Hess K. sich von diesen Herren aus dem Publikum die Karten der Reihe nach vorlesen und wiederholte auch die Karten in der richtigen Reihenfolge. Das letzte Experiment bestand darin, dass K. 24 Uhren-Pappscheiben mit drehbaren Zeigern auf der Bühne aufhängte, diese der Reihenfolge nach, je nach den Zurufen der Zuschauer stellte und dann, mit dem Rücken zu diesen Uhren und verbundenen Augen, auch diese Zeitangaben der Reihenfolge nach richtig repetierte. Eine Leistung, die ihm gewiss so leicht keiner nachmachen könnet, wenn es eben eine Leistung und nicht nur eben ein Varietetrick gewesen wäre. Wie machte der Mann das nun? Um das erklären zu können, muss zunächst die Kleidung des Herrn K. beschrieben werden. Wenn er auf die Bühne trat, geschah das immer als europäisierter Inder, schwarzer Anzug, braun geschminktes Gesicht und Turban. Aus der Kulisse trat er immer mit einem Einglas im Auge, Hess dieses jedoch zu Beginn seiner Produktion stets ausser Gebrauch. K. stand stets vorn an der Rampe und hatte seine Hände stets so frei, dass es ausgeschlossen war, dass er etwa einen Spiegel oder einen Zettel in der Hand gehabt hätte. Das hätte ihm wohl auch wenig genützt, da die betreffenden Aufgaben sich ja immer erst durch die Zurufe der Zuschauer ergaben. Ich war durch die begeisterten Schilderungen meiner Freunde neugierig geworden, mir dieses Phänomen auch einmal anzusehen. Mit einer tüchtigen Portion Skepsis geladen, sonst aber genau so unvorbereitet wie alle anderen Zuschauer, ging ich hin. Das erste Experiment ging vorüber. Allgemeines Staunen, Händeklatschen; da kam auch schon das zweite, das Kartenexperiment, an die Reihe. Und als Herr K. zwei Herren zur Kontrolle auf die Bühne bat, war ich im Laufschritt oben. Während ich meine Karten mischte, sah ich mir K. einmal genauer an. Ich entdeckte nur folgende Kleinigkeiten: Er trug einen Turban und hatte ein Monokel am Band bei sich. Weiter fiel mir auf, dass auf dem glatten Fussboden ohne jeden Teppich zwei blankgetretene Nagelköpfe vorn au der Rampe aus dem Holz sahen. Das passte ausgezeichnet in meine Kombination. Vollends überzeugt wurde ich aber erst, als ich sah, dass das Band, an dem K. sein Monokel trug, am Turban befestigt war. Da das weder hier in Europa noch je in Indien Mode ist, musste es einen besonderen Grund haben, und der war der: Herr K. trug unter seinem Turban Kopfhörer. Die zwei dazugehörigen Leitungsdrähte gingen durch sein Monokelband, daher auch die Befestigung am Turban. Ein zweites Monokelband leitete die Drähte zum Anzug und war deshalb am Aufschlagknopfloch befestigt. Unter dtemi Anzug teilten sich die Drähte und gingen durch je ein Hosenbein weiter in die Schuhe und durch deren Sohlen auf eine kleine Metallplatte auf den Sohlen. Das übrige ist einfach. Auf der Bühne waren, wie erwähnt, vorne an der Rampe und an jeder Seite zwei Nagelköpfe sichtbar. Diese konnte K. wahlweise benutzen, da er, um keinen Verdacht zu erwecken, dringend einer gewissen Bewegungsfreiheit bedurfte. Von den Nagelköpfen gingen Drähte über eine Batterie zu einem Sprechtrichter, an diesem Trichter sass Frau K. K. oben auf der Bühne wiederholte alle ihm gestellten Aufgaben, die Spalte und die Zeilenzahl aus der Zeitung, die ihm vorgelesenen Karten, die verlangten Uhrstellungen — jeweilig dem Publikum. Seine Frau unter der Bühne hörte sich das mit an, sah in der Zeitung die verlangte Zeile in aller Gemütsruhe nach, schrieb sich die Reihenfolge der Karten und die Uhrzeiten auf und sagte sie ihrem Gemal per — Telephon. Und die ganze Kunst des Herrn K., des «Menschen mit dem photographischen Gehirn», bestand einzig und allein darin, jeweilig unauffällig auf zwei der oben bezeichneten Nägel zu treten und so die Leitung zu seinen Kopfhörern herzustellen. Abwechslung muss sein... Auf der Strecke der London and North Eastern Railway, die London mit Manchester verbindet, liegen eine ganze Reihe von Tunnels, die sich bei Anlage der Linie ohne Schwierigkeiten hätten vermeiden lassen. Sie werden jetzt als übeiilüssig aufgehoben, und die Bahn wird um die in Frage kommenden Berge herumgeführt. Diese Tunnels verdanken ihre Entstehung nicht einer durch das Gelände gebotenen Notwendigkeit, sondern vielmehr einer eigenartigen Vorliebe, welche die Eisenbahnbaue? früherer Zeit, und wohl auch das Publikum, für derartige Kunstbauten hatten. So erzählt man, dass beim Bau der Strecke nach Whitstable der die Vermessungsarbeiten leitende bekannte englische Eisenbahningenieur John Dixon nach Beendigung seiner Arbeiten einen Bericht einreichte, in dem er voller Stolz darauf hinwies, dass man die Bahn unter Vermeidung jeglicher Tunnelbauten würde anlegen können. Zu seiner grössten Ueberraschung war die betreffende Gesellschaft von seinen Plänen aber keineswegs entzückt, sondern vielmehr im höchsten Grade bestürzt. Eine Eisenbahn ohne Tunnel! Wer hatte je von so etwas gehört! Niemals würde das reisende Publikum eine Bahn benützen, die dieser Anziehungskraft entbehrte. Trotz seines Sträubens wurde Dixon genötigt, seine Pläne entsprechend zu ändern. Man führte die Bahn durch den Tyler-Berg, durch den sie noch heute geht. Heute denkt man auch in England wirtschaftlicher, aber immerhin liefert das Geschichtchen einen interessanten Beitrag, wie vor Jahrzehnten Bahnpolitik getrieben wurde; heute sollte das Motorfahrzeug die damaligen Fehler büssen ... Wartest du auf einen Liebesbrief ? Ein Liebesantrag in Ostturkestan und eine Liebeserklärung bei uns sind zwei grundverschiedene Dinge. Nicht etwa deshalb, weil unter der brennenden Sonne Zentralasiens die Initiative meistens von Seiten der gelben Schönen ergriffen wird! Der Unterschied liegt nur, wie soll man sagen, mehr im Technischen. Für das billet doux kommen dort weder rosa noch blaues, weder glutrot umrandetes, noch sinnvoll mit Wasserzeichen durchflossenes Briefpapier, noch seidengefütterte, siegellackverschlossene und pulserhöhenden Duft ausströmende Enveloppen in Betracht, die bei uns auch gleich das Gesicht des Briefträgers im Mitbewusstsein der da kommenden schönen Dinge mitstrahlen lassen. Vorausgesetzt natürlich, er sei kein Griesgram. Nein, ein schlichtes, braunes Ledersäcklein schliesst in Ostturkestan die schlichten Zeichen still schmachtender Liebe: einen Kieselstein, ein bisschen Zucker, ein Stückchen Stroh, eine Prise Tee, eine Feder des Falken und hin und wieder auch eine Nuss. — Und was bekunden diese toten Gegenstände? Nicht wenig Schmeichelhaftes; denn sie sprechen zum glücklichen Empfänger: Dein Herz, Grausamer, ist hart wie dieser Kieselstein, aber deine Lippen sind süss und verlockend wie Zucker. Ich ergelbe vor so viel Liebe zu dir (denn wie sollte eine Braune erröten!), vor lauter Gram schmeckt

mir der Tee, das Schönste, was ich bisher genoss, nicht mehr, — ach, hätte ich Federn, wie der Falke, gleich flöge ich zu dir.» Gar nicht so phantasielos also, die braunen Mädchen... oder die Lederbeutelchen! Doch halt, die Nuss, des Pudels Kern der ganzen Geschichte. Sie liegt dem Antrag, wie gesagt, nicht immer bei. Aber auch wenn sie im turkestanischen Liebesbeutel enthalten ist, so macht das die Nuss keineswegs härter. Sie besagt ganz einfach: «Ganz bin ich dein.» Der Landvogt kommt geschritten! Im alten Frankfurter Schauspielhause war manges Mädchen, dessen Knie sichtbar waren. Er erblickte er auf einer Bank im Park ein jun- mitunter recht sparsam und schenkte sich im bekam einen Anfall und wandte sich an irgend « Teil » meist auch das Pferd für den Landvogt. Friesshardt hatte deshalb in Abändeten, den Rock etwas tiefer zu ziehen. Aber eine Frau: sie möchte doch dem Mädchen rarung des Schillerschen Textes in der Hohlen da kam er an die Rechte. Sie riet unter Assistenz des Mädchens dem Polizisten, seines Gasse zu sagen: «Mein gnädiger Herr, der Landvogt, kommt dicht hinter mir geschrit- Weges zu gehen und seine Pflicht zu tun. Er ten » und nicht geritten, wie es in der ursprünglichen Fassung heisst. Der Frankfurter Friesshardt konnte sich an die Aendemng nicht gewöhnen. Immer wieder, trotz allen Verwarnungen, donnerte er ins Publikum «geritten», und regelmässig gab es unfreiwillige Heiterkeit, wenn der Landvogt dann per pedes apostolorum ankam. Schliesslich wurde es dem Regisseur aber doch zu dumm. Zum letzten Male erklärte er dem guten Friesshardt, dass es ein für alle Male in Frankfurt geschritten statt geritten heisse, und wenn er sich am Abend wieder unterstehe, den Passus falsch zu sagen, koste es drei Mark Strafe. Die Szene kommt. Friesshardt erscheint, und wieder schreit er mit Donnerstimme: «Mein gnädiger Herr, der Landvogt, kommt dicht hinter mir geritten! » «Jetzt kost's drei Mark! » flüstert's sehr deutlich aus der Kulisse. Doch das stört Friesshardt nicht im mindesten. Er dreht sich langsam um, hält die Hand vor die Augen und brüllt im besten Frankfurter Deutsch: « Na, na. ewe steiht er ab! » Für dieses mehr unfreiwillige Extempore gab es erstens einen Sonderapplaus im Publikum, zweitens fünf Mark Geldstrafe zugunsten der Pensionskasse, drittens in der nächsten Teilaufführung einen-neuen Friesshardt und viertens jahrelangen Spott der lieben Freunde und Kollegen. 1 - 1928 AUTOMOBIL-REVUE 17 In der Kunst sollte man nicht sparen müssen .-.. Das umstrittene Knie. In der ersten Novemberhälfte beschäftigte sich — wie die Boulcvardpresse in langen Spalten berichtete — di-e öffentliche Diskussion in den Vereinigten Staaten vornehmlich mit Damenknien; der Bischof auf der Kanzlei, die Polizei, der Modekönig und der Bildhauer, sie alle haben in diese Diskussion eingegriffen und ihr selbst wieder neue Nahrung gegeben. Dabei hat es sich gezeigt, dass der Gegenstand von recht verschiedenen Seiten betrachtet werden kann, dass ihn der Bischof anders sieht als der Polizeifachmann, und dass die Frauenrechtlerin bald moralisierend sich über die Sache ereifert, bald mit stummer HausHoniehi für die bessere Familie Verachtung daran vorbeigeht. 0, da hätte ein Satiriker, der erleuchtete und erleuchtende Dichter und die Witzblätter Stoff, um seinem Epos vom Knie noch ein paar neue Verse anzuhängen! Bischof Hughes von Chicago hat in einer Kirche zu Pittsburg über die heutige Damenmode und im speziellen über die kurzen Röcke gepredigt. Vernichtend — denken Sie! Nein, der Bischof hat sie in den höchsten Tönen gepriesen, hat kaum die Worte gefunden, seinem überschwenglichen Lob Ausarka VZ borten, nur daa Beste, von rem E>er and Naturbutter hergestellt. Makröoli, Wafteln, Haselnussbisboita, BaslerieckerT nsw. versendet in Buch- ;seu von 2 kg gegen Nachnahme v. Fr. 10.— rranko. Wer einmal bezogen, bestellt weder! A. WIEDEMANN, Biskuitfabrik Horw bei Luzern Für die autofahrende Dame empfiehlt de Neuville, Zürich Eingang ßahnnolstrasse 37 Entresol seine DAUERWELLEN rana-hote.. *OU neuen. I». inüjl. Eigenes Künstler rchester THfi-DflNSHNT. Hutoverbindung mit Bern H.B. Bern ab 11.20 u. !8 Uhr. Direktion H. KREBS und F. W. BERGEK. druck zu verleihen- Der kurze Rock sei in Hotels. Es ist abzuraten, in den grossen ; Luxushotels abzusteigen, da sie erstens seit dem hygienisch und praktisch. Die heutige , Kriege ausserordontlich teuer sind und dann ist die Mode verdiene nur Anerkennung, die alte Nahrung meistens schlecht, weil auf Touristenherden eingerichtet. Es gibt nun sehr gute kleine Ho- Mode sei lächerlich gewesen und alle diejenigen seien alsMucker zu verurteilen, die die tels 2. Ranges, die man allerdings kennen muss. In Alexandrien würde ich das H o t o 1 neue Mode kritisieren. So sprach der Bischof B o n n a r d empfehlen, von einer Französin ge- führt, reichlich und mit ausgezeichneter Küche. Es auf der Kanzel. Die Damenwelt war begei-stert für ihn. Wir wissen leider nicht, ob steigen alle Geschäftsreisenden dort ab. und die Bischof Hughes schon verheiratet ist. wissen, wo man gut lebt und relativ sehr billig. I, Auch das Windsor Hotel ist gut, aber schon etwas Aber ein Polizeimann in Washington ist > teurer. anderer Ansicht als der Gottesmann. Als er In Gairo empfehle ich das Hotel Victoria jüngst vor dem weissen Hause patrouillierte, (•ehbmals New Khedival Hotel), zweiten Ranges, aber ganz neu installiert, nahe am Bahnhof und zeigte jedoch die beiden wegen Diensterschwerung und Sittenverletzung an. Vor Gericht blamierte er sich, denn der Kommissär, der als Richter amtete, wies ihn gehörig zurecht und meinte, solche Kleinlichkeiten schadeten höchstens dem Prestige der Polizei. Anzeige sei nur dann gerechtfertigt, wenn das freie Knie Skandal errege, nicht aber, wenn ein Polizist den Skandal selbst anzetteln wolle. Im rechten Moment äusserte sich dann Paul Poiret, der grosse Pariser Modediktator, der eben durch die Vereinigten Staaten reist. Natürlich sieht er Damenknie gern, aber nicht amerikanische. Die seien zu dick und zu rauh. Er fand sofort die Zustimmung einer prominenten Frau. Ein Mann wandte seh indessen gegen ihn, der Bildhauer Jakob Epstein; Poiret schwatzte durch seinen Backenbart. Aber Poiret trägt keinen Backenbart. er zumindest so plaudere, wie wenn er einen Backenbart hätte, und im übrigen habe die Amerikanerin sehr, sehr schöne Knie. Die Frauenrechtlerin Ruth Haie geriet darob in Zorn und rief aus: « Ja, die Frauen zeigen hässliche Knie, aber die Männer zeigen hässliche Ohren! » Damit hätte die amerikanische geistreiche Diskussion für ein Weilchen, aufgehört,, und sie hat uns gezeigt, welch grosse Probleme die Öffentlichkeit jenseits des grossen Wassers mitunter beschäftigen. Das Erbteil der Kaiserin Charlotte. Dieser Tage wurde vor dem Obersten Londoner Gerichtshof über die Freigabe der Gelder Land und führen durch dio schönen, für Korsika verhandelt, die den Anteil der verstorbenen so typischen Wälder. Eine prachtvolle Tour, die Kaiserin Charlotte von Mexiko an den Be-unsitzungen ihres Vaters Leopold I. von Bel- recht zum Bewusstsein kommen lässt. führt von den reichen Wechsel korsischer Landschaft so Piana durch den Foröt d'Aitone. den grössten gien darstellen. König Leopold I. besass Immobilien in der Grafschaft Surrey, deren Er- und durch die Schlucht der Scala di Santa Regina Wald Korsikas, über den Col du Vcrgio (1464 M.) lös laut Testament zu gleichen Teilen an die nach Gorto. drei Kinder des Erblassers, den König Leo- In den grösseren Orten, wio Bastia und Ajaccio. pold II., den Grafen von Flandern und die Kaiserin Charlotte gefallen ist. Infolge des Geisteszustandes der Kaiserin konnte der ihr zukommende Teil von 214,698 Lst. nicht ausgezahlt werden. Die Summe war im Mai 1879 beim Gericht in Rentenpapieren zu 2M> Prozent deponiert worden. Heute ist die Summe auf 37,572,150 belgische Franken anwird sie dem Rechtsvertreter der Erben der verstorbenen Kaiserin Charlotte ausgeliefert Erbschafts- werden, nachdem die fällige steuer bezahlt ist. idealer uimter-sportpiatz Taglich flutolahiten n. Seelibühl Pracht gJ Eis- Ü SGhliueiaaiiii | nahe bei dem grossen berühmten Shephoard-Hotel. Vorausbestellung der Zimmer wäro in der Saison anzuraten. Dr. A. S. in B. Touring-Antwort 12. Oberitalien. Im Nachfolgenden sei eine Reiseroute durch Oberitalien angegeben, die in relativ kurzer Zeit den Besuch aller wichtigen Städo erlaubt. Ausgangspunkt Mailand. Auf wunderbarer, ?anz neuer Auto-Strada nach Bergamo, weiter über | Brescia am Südufer des Gardasees entlang nach Verona übeT Vicenza, Padua. Mestre nach der Lagunenstadt Venedig. Von hier wieder zurück nach Padua und dann südwärts über Ferrara, Bologna und den Appennin nach Florenz. Weiter empfiehlt sich dio Route über Empoli nach Pisa (Abstecher nach Livorno), und dann dem Meer entlang über Via Reggio, Carrara, Spezia, Rapallo nach Genua. I Von Genua aus übor Novi-Lij;ure, Alessandria Asti, Turin, Vercelli. Novarra nach Mailand, lässt sich der Kreis in der ausserordentlich empfehlenswerten Rundfahrt schliessen. J. R. in B. Touring-Antwort 13. Route des Alnes. Unter der Route des Alpes d'ete versteht man einen Strassenzug, der sich durch dio Alpen Savoyens. der Daupbince und der Provence zieht, nur in den Sommermonaten fahrbar ist, und folgende Orto berührt: Ausgehend von Thonon (Gonfcrfee). über Taningos, Sallanehos, Albertville. St. Pierre