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E_1928_Zeitung_Nr.005

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1928 Der Bug ist als Kollisionsraum mit seemännischer Ausrüstung ausgebildet worden, so dass auch bei Beschädigungen desselben ein Sinken unmöglich ist. Der Aufbau des Rumpfes besteht aus Rahmenspanten mit glatter Duraluminhaut und aussen aufgesetzten Längsversteifungs-Profilen. Duraiuminblech mit wenigen Stahlbeschlägen bildet die Aussenhülle des Rumpfes. An Backbord befinden sich der mit Doppelsteuerung versehene Führerraum und ein Gastrawm für 12 Personen; an Steuerbord der Funkraum, der Tankraum, der Gepäckraum und ein Gastraum für weitere 8 Personen. Die Gasträume sind äusserst elegant, bequem und geräumig eingerichtet, so dass man den Eindruck bekommt, sich in einem Pullmanwagen zu befinden. Die Motoranlage umfasst 4 luftgekühlte 480 PS 9 Zylinder in Sternform Jupiter Gnome- und Rhone-Motoren. Je zwei von ihnen sind in einem auf dem Flügel aufgesetzten Motorrumpf in Tandemanordnung untergebracht. Ein Steigschacht führt vom Rumpf zum Flügel, ein Kriechgang in diesem zu den Motorrümpfen, so dass der Bordmechaniker die Motoren auch während des Fluges überwachen kann. Vier 4flügelige LMB-Holzluftschrauben, die mit der halben Motordrehzahl laufen, übertragen die Kraft der vier Motoren. Das Untersetzungsgetriebe in Form 1 eines Planetengetriebes ist direkt an das Motorgehäuse angesetzt und infolge seiner Kleinheit kaum bemerkbar. Die Vielzahl der Motoren gewährleistet selbst bei Aussetzen von zwei Motoren noch volle Flugfähigkeit. Die Tankanlage fasst insgesamt 3600 Liter Brennstoff, was einem ganz bedeutenden Aktionsradius entspricht. Die Besatzung beläuft sich auf 4 Mann: 2 Führer. 1 Mechaniker und 1 Funker. An Fluggästen können 20 Personen mitgenommen werden. Die Hauptabmessungen der Maschine sind folgende: Spannweite 28,6 w Gesamtlänge 24,6 m Gesamthöhe 5,9 m Flächeninhalt des Tragflügels 143 m 2 Das von Italien erworbene Flugzeug hat bereits seinen Bestimmungsort Genua in 2 Stunden auf dem Luftwege erreicht. 0. Der Autobus in aller Welt. In Portorika besitzen die Autobusse keine Fenster, sondern nur Rolladen, da das Klima dort zu heiss ist. In Lima laufen Autobusse, die einen besonderen Schaffner für das Oberdeck mit sich führen. Frauen dürfen hier nicht auf diesem Deck fahren. In Rio de Janeiro wurden die offenen Wagen wegen der häufigen Unfälle verboten. Dagegen fahren diese Wagen mit einer Bedienung von drei Mann, dem Führer, dem Schaffner und einem Beaufsichtiger des Schaffners. In Mexiko haben die Autobusse keine Türen, sondern nur Vorhänge, die bei schlechtem Wetter herabgelassen werden. In Uruguay und Montevideo haben die Autobusse an einer Längsseite sechs Türen. Von 600 Autobussen in Finnland gehören 100 der Regierung und auf den übrigen 500 Wagen sind keine Stehplätze, deren Anlage verboten ist. In Japan wird den Autobusunternehmern, die ein von der Heeresverwaltung genehmigtes Chassis benutzen, eine Unterstützung gezahlt. Auch in Italien besteht ein Gesetz, nach welchem die Regierung eine Unterstützung für den gefahrenen Kilometer zahlt. In Griechenland haben die Autobusse zehn Prozent der Einnahme, ausser der Kraftwagensteuer, die auf Grund des Fassungsvermögens und der Motorkraft berechnet wird, zu zahlen. In Buenos Aires betragen die Abgaben für Autobusse sechs Prozent der Einnahme. Vor Erteilung der Erlaubnis ist eine Grundgebühr zu entrichten und ausserdem für jeden gefahrenen Kilometer eine besondere Abgabe. In Adelaid dürfen in zu diesem Behufe gekennzeichneten Autobussen keine Farbigen fahren. Amerikanische Automobilisten in Europa. Man schätzt die Zahl der Automobile in den U. S. A. bekanntlich auf etwa zwei Dutzend Millionen; diese ungeheure Ziffer macht es verständlich, dass der Autotourismus in Amerika nicht mehr lediglich als «Vergnügungsfahrt» bezeichnet werden kann. Der Amerikaner ist mit seinem Wagen derart verwachsen, dass er ihn auch auf seinen Ueberseereisen nicht missen will; bisher waren die Schiffsgesellschaften auf den Hinund Rücktransport von Passagierautos nicht eingerichtet, bereits aber haben einige Schiffsgesellschaften herausgefunden, dass die Beförderung von Touristenautomobilen ein ausgedehntes Geschäft werden kann. Bereits sind eine Anzahl Dampfer für diesen Zweck hergerichtet; derartige «Garagendampfer» werden nächsten Sommer vollgepfropft mit amerikanischen Autos die Reise von Newyork nach europäischen Häfen antreten. Die Verfrachtung an Bord und das Wiederabbringen geschieht auf die einfachste Art; die Fahrzeuge können nach Eintreffen im Bestimmungshafen innert wenigen Stunden fahrbereit sein und von ihren Besitzern ohne weiteres in Empfang genommen werden. Man hofft in Schiffahrtskreisen einen Tourenwagen mittlerer Grosse für höchstens 100 Dollar hin- und rückspedieren zu können. Diese 500 Franken opfert der Amerikaner gerne, denn er ist damit imstande, in Europa bedeutend bequemer und sogar, infolge Wegfall der Bahnbillets, billiger zu reisen. Die Zunahme autotouristischer Besucher wird die Touristenländer Europas dazu veranlassen, ihr Strassenprogramm mit Energie an die Hand zu nehmen. Vor allem wird England grosse Anstrengungen machen, um die amerikanischen Autotouristen in seinem Lande festzuhalten; in Frankreich und Italien wird man in gleicher Richtung arbeiten; wer sich auf autotouristischen Besuch am raschesten einzurichten weiss, wird die amerikanischen Autler am ersten auf seinen Strassen sehen. A Automobile zu vermieten. In nordischen Ländern, insbesondere in Dänemark und Schweden kann jeder, der eine amtliche Fahrbewilligung besitzt, Automobile auf kürzere oder längere Zeit mieten. Von diesem Angebot wird sehr viel Gebrauch gemacht, hauptsächlich für sogenannte «Weekend- Fahrten». Wer am Samstag-Nachmittag oder Sonntags einen Ausflug projektiert, setzt sich in Dänemark mit Kind und Kegel in einen Blick auf die niedrigen Fenster, an deren Scheiben allerlei Einzelteile der Violinen zum Trocknen gelehnt waren. «Halt, halt!» rief der Doktor. Sie stoppte. «Was ist denn los?» und um ihm zu zeigen, wie sehr sie auch auf seine Interessen einzugehen gewillt war, fragte sie: «Möchtest Du das Haus betrachten, in dem Goethe auf seiner italienischen Reise übernachtete? Wir sind schon daran vorüber.» «Ach was, Goethe,» sagte der Aesthetiker unwirsch, «ich bin wahnsinnig hungrig und hier kann man so gut essen. Im Krieg habe ich mich eine Weile mal hierher gerettet.» Jetzt war er schon hungrig! Wo nach ihrer Meinung die Fahrt gerade anfing! Aber er deutete rückwärts. Nicht auf Goethes Nachtquartier, sondern auf die Kirchturmsuhr, und bewies ihr, dass es höchste Zeit sei, entweder zu einem späten Frühstück, denn die Anstrengung und die frische Luft verlange eine gute Verpflegung, oder zu einem frühen Mittagessen. «Ich dachte, bis wir in Innsbruck seien», meinte sie harmlos, nach ihrem Prinzip, sich mit den Mahlzeiten nicht an eine bestimmte Zeit zu halten. «Nein, liebes Kind,» hörte sie da, «die regelmässige Tageseinteilung wollen wir doch beibehalten! Das bin ich meiner Konstitution schuldig. Und gerade auf Reisen soll man keine Experimente machen.» «Ich brauch' mich wohl wenigstens nicht daran zu beteiligen», tat sie harmlos und nahm sich vor, sein «Halt, halt» immer nur zu beachten, wenn es ihr passte. Das sollte fehlen, dass sie sich vielleicht bis zur äussersten Spitze Italiens durchassen, überall, wo es gut war! Aus halbem Trotz gegen ihn wollte sie jetzt nichts zu sich nehmen, obgleich sie angeangesichts der guten Dinge, die er sich bringen Hess, auch Hunger verspürte. Gelangweilt stand sie auf, um nicht mitanhören zu müssen, wie er sich mit dem Wirt, der den guten Gast gleich wiedererkannte, die Abscheulichkeiten vorzählte, von denen man sich damals hatte ernähren müssen und um die man doch so froh gewesen sei! Ach, die Zeiten waren doch abgetan, überwunden, weshalb sich daran erinnern. Gemessen an allem übrigen, das dann noch über Deutschland hereingebrochen war, war es so gleichgültig, so gering! Sie spazierte lieber durch die Strassen und sah durch die Scheiben markante alte und junge Köpfe, die selbst ein wenig wie aus Holz geschnitzt aussahen, über ihre Arbeit gebeugt, und dann trat sie rasch in einen Bäckerladen und holte sich ein paar frische Semmeln, die sie eilig in sich hineinstopfte, damit Alois es nicht merken sollte. Wie oft, wie oft hatten nicht Hans und sie sich damit begnügt, wenn es ihnen darauf ankam, schnell vorwärts zu kommen (und sie waren eigentlich immer in der Hetz', auch zuweilen unnötigerweise, aber es lag wohl so in ihnen). Sobald sie fertig war, sprang sie aufs Auto und tutete so heftig, dass alle Köpfe an die niedrigen Scheiben fuhren: nur ihr hoher Gast rührte sich nicht. Sie schickte den Mausknecht hinein mit der Bestellung in genau fünf Minuten fahre sie ab. vierplätzigen Ford oder Chevrolet oder je nach Familien-Umfang und Kasse langt es zu einem sechsplätzigen Buick oder Chandler; die Taxe für die Miete eines solchen Wagens ist kilometermässig tarifiert. In jenen Ländern hat man längst herausgefunden, dass auf diese Weise ein Familien-Ausflug mindestens nicht teurer kommt als einige Fahrkarten der Bahnen. In Dänemark z. B. erfreuen sich derartige Arrangements grösster Beliebtheit. Ein grosser Teil der Sonntagsbummler zieht im Mietauto an die Picknick- und Badeplätze; auch die Wagenbesitzer kommen auf diese Weise ganz gut auf ihre Rechnung. Die Mietfahrer tragen zu den ihnen anvertrauten Fahrzeugen im allgemeinen gut Sorge, so dass bei derartigen Fahrten auch nicht mehr zu riskieren ist als bei Fahrten im eigenen Fahrzeug. Die Versicherungsgesellschaften verlangen einen kleinen Zuschlag für Fahrzeuge, die für allgemeine Mietfahrten benutzt werden, so dass die ganze Institution mehrfachen Bedürfnissen entspricht. Es wäre nicht uninteressant, wenn sich ein unternehmender schweizer. Garagebesitzer einmal auf diesen neuartigen automobilistischen Erwerbszweig einstellen würde. Die hunderte älterer aber guter Wagen könnten auf diese Art recht nutzbringende Arbeit leisten. A Wie ein Schweizerjunge Doüar-iVnilionär wurde. Romantisch, wie in der Fabel der alten Heimat, klingt die Geschichte des Lebenswandels von Charles F. Haring, eines Schweizers, der kaum das Schwabenalter überschritten hat und in die Millionärklasse des amerikanischen Lebens aufgerückt ist. Wer ist Charles F. Haring? Wenige in der Schweizerkolonie werden sich selbst des Namens erinnern. Denn er, der im Alter von acht Jahren mit der Familie die Reise von den Schweizer Gletschern zum Lande der unbegrenzten Möglichkeiten antrat, hat sich seitdem in sein Arbeitsfeld abgeschlossen und es dank seiner Ehrlichkeit, Ausdauer und Weitsichtigkeit zum Wohlstand gebracht. Ais Knaben von acht Jahren finden wir Charles F. Haring als Zeitungsjungen die letzten Entwicklungen am politischen Horizont oder in der Newyorker Verbrecherwelt in der Achten Avenue ausrufen. In der Gegen 1, wo heute der neue Madison Square Garden steht, war er in Wind und Wetter anzutreffen. Und hier begann er, seine Pfennige aufzuheben, bis er grösser wurde und sich ein Grocerygeschäft einrichtete. Wieder finden wir ihn von früh bis abends hinter dem Ladentisch, sorgfältig seine Unkosten und Profite berechnend- Dann kam das Wandelbildtheater. Ch. F. Haring, mit der Weitsichtigkeit, die ihm eigen ist, sah die Zukunft des Wandelbildtheaters und er kaufte mit einem seiner Schwäger eins nach dem andern auf, bis heute seine eigenen Unternehmungen über ein Dutzend der bedeutendsten Häuser in New Jersey und im Bronx eignen. Damit nicht genug. Charles F. Haring beobachtete in seinen Theater-Unternehmungen, wie Grund und Boden in Newyork immer an Mit einer Virginia im Mund erschien er: «Weshalb so ruhelos?» stiess er vergnügt aus, «ich habe ja kaum meinen Wein austrinken können; aber ich komme wieder, Herr Wirt, dann erzählen wir uns weiter.» «Vorwärts, vorwärts,» drängte sie. Aber entschieden war er besserer Laune als in der Frühe. Also einer von diesen nervösen Menschen, die sich erst im Laufe des Tages auf sich selbst besinnen und nach den Mahlzeiten am zugänglichsten sind! Eine nette Entdeckung. Sie fand sie während der ganzen Reise bestätigt. An Hans mochte sie garnicht denken: sie waren vom Augenblick an, wo sie die Augen aufschlugen, vergnügt gewesen. Musste man sich erst mühsam dazu durchringen, wie dieser Mann — wie abscheulich! Natürlich konnte man ihn sich besser erziehen, nur auf dieser Reise war keine Zeit — später, später. Scharnitz und Seefeld lagen hinter ihnen. In Scharnitz hatte sie die Verhandlungen mit den liebenswürdigen Zollbeamten allein führen müssen. Natürlich, es war ja ihr Auto, auf das die Papiere lauteten; aber diese gänzliche Gleichgültigkeit ihres Begleiters (die sie bei sich viel derber bezeichnete!) reizte sie ungeheuer. Sie wurde immer stiller, er immer zufriedener. «Warte nur, warte,» dachte sie. «Ja, ja, köstlich das Gebirge, die Seilrainer und Stubaier sind es», belehrte sie ihn, «und dort unten das Inntal! Und nun geht's bergab, der berühmte Zirlerberg kommt!» Sagte er: «Fahr' vorsichtig!» Gewiss, ein Unfall, wie neulich fast bei der Begegnung mit Hans, sollte ihr nicht wieder passieren. Wert zunahm. Eine Interessengemeinschaft mit Henry Sonn und verwandten Interessen wurde abgeschlossen und heute gehen die Grundanlagen dieser Korporationen fast in die zehn Millionen Dollar. Die Grundinteressen der Firma Haring und Blumenthal, eines der Kinder von Charles F. Haring, erstrekken sich über den Bronx, in der Pelham Parkway-Gegend und Eastchester Avenue, sowie über Westchester, in der Gegend von Rye, wo der grosse neue Vergnügungspark gebaut wird, der 15 Millionen Dollar kostet, in Mount Kisco und in Crestwood. Aber die Energie unseres Schweizers Char-i les F. Haring hat auch hiermit ihren Höhepunkt nicht erreicht. Erfolgreich als Zeitungsausträger, als Grocer, als Theaterunternehmer und als Grundstücksmann begann er, grosse Strecken Landes mit allen Verbesserungen auszulegen und durch seine eigene Verkaufsorganisation dem grossen Publikum eine Gelegenheit zu bieten, an seinen Profiten teilzunehmen. Nachdem er auch hierin wieder Erfolge erzielte und seine erstjährigen Verkäufe eine Million Dollar überschritten, fand er ein neues Gebiet zur Betätigung seiner übermenschlichen Energie — er wurde Baumeister. In Bronx Ridge, einem Development an der Eastchester Road, zwischen der Gun Hill Road und dem Pelham Parkway, haben die Interessen mit denen Charles F. Haring verbunden. 33 Einfamilienhäuser aufgebaut mit allem erdenklichen Komfort und die Tatsache, dass 15 dieser Häuser verkauft worden sind, bevor sie baufertig waren, spricht Bände für das Vertrauen, das das grosse Publikum allen Unternehmungen entgegenbringt, mit denen der Name Charles F. Haring verknüpft ist. Herr Haring wohnt mit seiner Familie, seiner Gattin Frau Blanche Haring und seinen drei Kindern Elizabeth, Blanche und Charles Jr. in Pelham. Sein Hauptbureau befindet sich in 1440 Broadway, Ecke 40. Strasse. für Sie uessere Familie zirka 12 Sorten, nur das Beste von rein Eier und Naturbutter hergestellt. Makrönli, Waffeln, Haselnussbukuits, Baslerleekerli usw., versendet in Büchsen von 2 kg gegen Nachnahme v. Fr. 10.— franko. Wer einmal bezogen, bestellt wieder! Ä. WIEDEMANN, Eis; uiHai>nk KOiW bei Luzern. Wer ganz sicher sein will, für sein gutes Geld einen echten und doch preiswürdigen, feinen und alten Medizinal-Cognac zu erhalten, verlangt von seinem Lieferanten den seit Jahrzehnten bewährten FINE CHAMPAGNE J. FAVRAUD & CIE. CHÄTEAU DE SOUILLAC Erhältlich durch alle Spezial-Geschäfte Aufpassen wollte sie schon! Aber sie hemmte kaum die Geschwindigkeit und nahm die steilen Kehren mit einem Schwung, dass er ein paar Mal ausstiess: «Um Gotteswillen!» Im Nu waren sie drunten in Zirl. «Das war köstlich, nicht wahr,» meinte sie tiefaufatmend, «da hat man wirklich ein bisschen die Idee, man flöge — und fliegen kommt bei mir so ziemlich an gleicher Stelle wie Autofahren — nur dass ich noch nicht selbst steuern kann, und das gehört dazu.» «Um Gotteswillen,» wiederholte er laut und fuhr sich über die Stirn, «fliegen willst du auch noch?» «Unbedingt! Hans sagt — d h. alle Flieger, die ich kenne, und das sind nicht wenige — kaum eine andere Frau hätte soviel Ruhe und Geistesgegenwart und solche sichere Hand wie ich.» «Mein Kind, dazu gehört denn doch noch etwas mehr! Sich in der Luft zu orientieren, ist schwer und die einschlägigen, technischen Kenntnisse.» «Wofür hältst du mich eigentlich, Alois? Noch kein Mann hat mich so unterschätzt. Und wenn ich dich bitten darf: nenne mich nicht «mein Kind» oder «liebes Kind». Den Sammelnamen hast du dir wohl aus Bequemlichkeit angewöhnt, um nicht immer Irrtümer zu machen; aber zu mir passt er gar nicht.» Ja, das sah er auch von Stunde zu Stunde mehr ein. In Innsbruck stiegen sie aus zu einer grossen Kaffeepause, obgleich er doch satt war! Und sie lachte ihn aus, dass er Tee in Oesterreich tränke, in diesem Paradies des schwarzen Trankes. Fortsetzung folgt)*

NO 5 - 1928 AUTOMOBIL-REVUE 15 Streiflichter aus dem Leben berühmter Männer. Eine kurze Anekdote prägt oft eine Charakterisierung eines Menschen, die Züge und Dinge seiner selbst oder seiner Umgebung offenbaren, welche ihn uns menschlich verständlicher machen, als tausend Einzelheiten aus der Nachrichtenmühle der Tageszeitungen. Ford machte in einem Wagen eigener Fabrikation einen Ausflug. Was Wunder: das Lenkrad brach und hoffnungslos raste das Auto dem felsigen Abhang entgegen. Ein Tramp aber, der eben auf der Landstrasse nach Detroit schlenderte, sah das Unglück kommen. Mit Todesverachtung lief er dem Wagen nach, sprang auf das Trittbrett, stiess die Bremse — drei Meter vor dem Abgrund stand das Automobil still. Ford stieg aus dem Wagen und wischte sich den kalten Schweiss aus der Stirne. «Ich heisse Ford,» sagte er zu dem Tramp und klopfte ihm auf die Schulter. «Du bist sehr tapfer; ich will dich belohnen. Was ist dir lieber: 1000 Dollar auf die Hand oder eine monatliche Rente von 500 Dollars bis an dein Lebensende.» Der Landstreicher drehte verlegen seine staubige Kappe. «Ach, Mister Ford, geben Sie mir 1000 Dollars auf die Hand.» Ford zog das Scheckbuch aus der Tasche. Doch bevor er den Scheck ausfüllte, sagte er lächelnd: «Sieh mal, was für ein schlechter Geschäftsmann du bist! In zwei Monaten sind die 1000 Dollars futsch und du stehst da wie zuvor. Die Rente aber läuft bis an dein Lebensende!» Da zwinkerte der Tramp mit den Augen: «O no, Mister Ford, bei Ihrem berühmten Glück sterbe ich übermorgen.» Poincare fuhr zur Erholung in die Berge. Im Abteil nebenan pfiff einer schrill und unaufhörlich. Der Minister hörte eine volle Stunde geduldig zu, dann aber wurde er wild, stürzte in das Nebencoupe, warf seine Visitenkarte auf das Tischchen und schrie: «Können Sie nicht Ihren Schnabel halten, he?» — Für einen Augenblick wurde es mäuschenstill... dann ging das Pfeifen wieder los. Poincare bekam einen zornroten Kopf, rief nach dem Schaffner und bat um Hilfe: «Sagen Sie dem Kerl, wenn er nicht sofort aufhört, schlage ich ihm den Schädel ein.» — Dienstbeflissen betrat der Schaffner das Abteil, in dem der Pfeifende sass. «Mein Herr, Sie müssen das Pfeifen sofort einstellen, die Passagiere haben sich beschwert.» Der Angeredete verzog keine Mine, während er in Trillervariationen schwelgte, hob er lässig die rechte Hand und zeigte nach der Visitenkarte, die Poincare auf das Tischchen gelegt hatte. Der Kondukteur las sie dreimal durch, wurde leichenblass, entschuldigte sich stotternd und verschwand. Draussen wartete Poincare: «Nun?» Der Kondukteur legte den Zeigefinger auf den Mund und lispelte: «Psssst! Das ist doch Poincare! Der alte Esel soll nur pfeifen, bis ihm die Zunge herausfällt.» Hausgarfen und Pflanzland Sowohl für Pflanzgartenliebhaber als tür eigentliche Gemüsepf lanzer gibt dieses Buch gründliche Anleitung über Wachstums - Bedingungen, Raum - Ausnützung, Konservierung jeder Gemüsesorte. 200 Seiten. 100 Abbildungen. Preis nur Fr. 2.—. (Abonnenten dieses Blattes erhalten 20"/. Rabatt.) Zu beziehen bei der znm Preise von Fr. 2.— (mit 20% Kabatt als Abonnent dieses Blattes. Name und Adresse: Bestellschein. Senden Sie sofort per Nachnahme Ex. v. Hausoarten und Plianzland Ausfüllen, ausschneiden and in einem mit 5 Rappen frankierten, offenen Couvert an die Landfreund- Genossenschaft Bern einsenden. _ Charlie Chaplin Sing es seinerzeit in London, da er noch in inem Vorstadttingeltangel mit Keulen jonglierte und auf dem Seil tanzte, hundsmiserabel; nicht einmal die paar Pennys für Zigaretten hatte er. Allerhand Unkraut rauchte er, das er sich aus den Zigarettenstummeln seiner Freunde zusammentrug. Täglich watschelte er an einem kleinen Tabakladen vorbei. Und weil er auch kein Geld für Streichhölzchen hatte, ging er täglich in den Laden, lüftete artig den kleinen, steifen Hut, nahm eine seiner Patentzigaretten aus der kleinen Blechdose, zog an dem Gashebel, dass die Flamme hoch schoss, nahm sich Feuer, lüftete wieder den Hut und tätschelte hinaus. Das ging Wochen hindurch. Bis dem Händler die Geduld riss. Chaplin kam wieder in das Geschäft, zog den Gashebel und rauchte sich eine an. Der Kaufmann ballte die Faust und klopfte wütend auf den Tisch, indem er fragte: Wer sind denn Sie eigentlich?» Charlie machte eine tiefe Verbeugung: «Wie? Sie kennen mich noch nicht? Ich bin doch der kleine Mann, der sich täglich bei Ihnen Feuer holt-» Einstein sass in der Strassenbahn und fuhr die Leipziger Strasse entlang. Kam der Schaffner. Einstein griff in die Tasche und bezahlte den Fahrschein. Der Schaffner zählte das Geld nach und sagte: «Da fehlen noch fünf Pfennige!» «Wieso denn?» «Weil fünf Pfennige fehlen.» Einstein wollte es noch immer nicht glauben: «Ausgeschlossen!» Da hielt ihm der Schaffner die flache Hand unter die Nase; es waren wirklich nur fünfzehn Pfennige. Einstein entschuldigte sich und zahlte die fünf Pfennige nach. Und der Schaffner? Zuckte die Achseln und brummte: «Kopfrechnen schwach!» Das Alter be! den Sportmeistern Im folgenden sei auszugsweise eine Darstellung der «Vossischen Zeitung» über das Alter und die Persönlichkeit einiger Sportasse wiedergegeben. Die Frage des Alters ist beim Sport um so interessanter, als niemand sie absolut beantworten kann, ohne Gefahr zu laufen, einen Fehler zu begehen. Der Veteranenpreis gebührt zweifelsohne dem Läufer Dan O'Leary. Er wurde am 29. Juni 1842 in County Cork, Irland, geboren. Noch im vorigen Jahre war er bereit, mit bedeutend jüngeren Gegnern um die Wette zu laufen. An seinem 84. Geburtstage veranstaltete er einen Schaulauf: Er lief zwölf mal um ein Fussballgelände in 9 Minuten 52 Sekunden. Seit 1871 hat er in verschiedenen Wettläufen über 162000 Kilometer zurückgelegt. 1875 lief er in Chicago beim Sechstage-Laufen zugleich mit Edward Payson Weston und siegte mit 809 Kilometern gegen 725, die Weston zurückgelegt hatte. Zwei andere Siege errang er 1877 in London und 1880 in San Francisco. Edward Payson Weston ist noch älter al; Dan O'Leary. Er wurde am 15. März 1839 in Providence geboren. In seiner Jugend kränklich, konnte er keine fortgesetzte Anstrengung leisten. Er behauptet, dass nur das Laufen ihn gerettet habe. Im Augenblick, da er sich diesem Sport zu widmen anfing, hörte jedes körperliche Unbehagen auf. Er unternahm als erstes 1861 einen Marsch von Boston nach Washington, wo er den Abraham-Lincoln-Festen beiwohnen wollte. Auf dieser Tour legte er in 208 Stunden 729 Kilometer zurück. Im Jahre 1867 wurde er Berufsläufer und siegte im Juni 1879 im Revanche-Lauf um den John-Astley-Gürtel gegen Dan O'Leary. Gehen wir zum Ringkampf über: Stanislaus Zbyszko (Cyganiewicz), der berühmte polnische Meister, behauptete im vorigen Jahre, 47 Jahre alt zu sein. Wer aber seine Laufbahn verfolgt hat, merkt sehr bald, dass sich der Athlet, gleich einer eitlen, schönen Frau, «jünger macht». Er hat in Wirklichkei die 50 überschritten; ja, einer seiner ältesten Bekannten behauptet sogar, er habe schon seinen sechzigsten Geburtstag gefeiert. Nichtsdestoweniger besass dieser Koloss noch am 9. Mai 1925 Kraft und Elastizität genug, den Weltmeistertitel für Schwergewichtler gegen den Nebrasker Studenten Wayne Munn (Sieger über Strangler Lewis) zu erringen. Nehmen wir das Fechten : Vor kurzem kämpfte der französische Fechtmeister Louis Merignac in Antwerpen mit grossem Erfolg — er steht im Alter von 81 Jahren! De wahrscheinlich Beste der Superklasse, de Unbesiegbare: Lucien Gaudin, zählt 41! Und der Boxsport, der Sport, der einen jeden Muskel, jeden Nerv des eigenen trainierten SCllÖneri 1 JCnrnfirs ZU Rfiwnsetsp.in hrin