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E_1928_Zeitung_Nr.008

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U AUTOMOBIL-REVUE

U AUTOMOBIL-REVUE 1928 ~N°8 abgebildeten Platte und ist auf ihrer Rückseite mit der bekannten Simms-Boschkupp- A 1/rOTECH/X ISCHE lung versehen, wie das aus unserer oberen Abbildung der kompletten Anlage hervorgeht. Der Ring links wird über die beiden Platten geschoben, die er damit zusammenhält. Die beiden Kupplungsplatten haben auf ihnen befestigte Mitnehmer, bzw. Führungsstücke a, die dazu dienen, dass die eine Platte die andere in ihrer Umdrehung mitnimmt Eine einfache automatische Zündzelfpunfcfversfelliing. Seitdem der Motorwagen, ganz gleich ob •für private oder geschäftliche Zwecke verwendet, immer mehr Allgemeingut wird, ist man bestrebt, seine Bedienung nach Möglichkeit zu vereinfachen. Hieher gehört auch die Verstellung des Zündzeitpunktes, die beim Automobil- und Motorradmotor wegen der grossen Variabilität ihrer Tourenzahlen unerlässlich ist. Es gab wohl eine Zeit, in der manche Autoniobilfabrikanten glaubten, darauf verzichten zu können und ihre Wagen daher mit einem Magnetapparat mit festem Zündzeitpunkt versahen, aber die Praxis hat sie eines anderen belehrt. Sie entschlossen sich dann meist dazu, an Stelle der Verstellung des Zündzeitpunktes durch den Fahrer eine an den Magnetapparat angebaute Vorrichtung zu verwenden, die diese Verstellung selbsttätig übernahm. Seither hat sich die automatische Zündzeitpunktverstellung immer mehr verbreitet, zumal deren früher komplizierten Organe jetzt auf einfache und dennoch oder gerade deshalb sicherer funktionierende Teile reduziert wurden. geringeren Brennstoffverbrauch im Gefolge, wie es auch den Motor davor bewahrt, durch unrichtiges Zünden übermässig erhitzt zu werden. In der Tat ist mancher zu hohe Benzinverbrauch, sowie das Ueberhitzen des Motors mit damit verbundenem erhöhtem Oelkonsutn, nur auf falsche Einstellung des Zündzeitpunktes im Motor zurückzuführen. Heute baut und liefert jede bedeutende Fabrik von Magnetapparaten auch solche mit automatischer Ziindverstellvorrichtung. Wie üblich, hat dabei jedes Fabrikat sein eigenes, ihm geschützes System, das speziell auf die Die selbsttätige Zündzeitpunktverstellung hat den grossen Vorteil, dem Fahrer diese Betätigung ganz abzunehmen. Das ist vielen Oben: Wagenkuppehmg mit der unten in ihren Einzelteilen abgebildeten. Vorrichtung zur Verstellung aus zweierlei Gründen erwünscht. Einmal, weil sie dadurch ihre ganze Aufmerksamkeit des Zündzeitpunktes z. a) Führunssstüokc; b) kleine der Lenkung des Fahrzeuges und der Be-Spiralfederndienung seiner übrigen Organe widmen kön- die die Rollen auf ihre Sitze zurückführen, wenn sich, die Motoitourenzahl verringert. nen, ohne sich um die Verstellung der Zündung kümmern zu müssen, und zweitens, weil passt, an anderen Fabrikaten aber nicht im- von dieser Fabrik hergestellten Apparate heute sehr viele Autolenker, zumal von Motorlastwagen und ähnlichen Nutzfahrzeugen, kann. Die hier auf unseren Skizzen wiedermer oder ohne weiteres angewendet werden nicht immer die Gabe oder Kenntnis haben, gegebene Zündverstellung dagegen ist an jedem Apparat anzuwenden, da ihre die Zün- die Zündung den Fahrtbedingungen gemäss ganz richtig und im gegebenen Zeitpunkt zu dung verstellenden Organe nur einen Teil des verstellen. Aus beiden Umständen ergibt Kupplungsstückes zwischen dem Magnetapparat und dessen Antrieb bilden. Diese sich, dass durch die Einrichtung der selbsttätig verstellbaren Zündung für solche Wagenlenker eine wesentlich günstigere Lage Teil rechts wird in der üblichen Weise auf Kupplung besteht aus drei Teilen. Der eine geschaffen ist. Aber auch der Motor hat dabei Vorteile, die keine geringe Rolle spielen. wo er durch seine konische Bohrung auf dem die Welle des Magnetapparates aufgesetzt, Seine Lager können nicht durch falsche konischen Ende der Welle von selbst gut Zündverstellungen frühzeitig beschädigt werden, und das richtige Auftreten der Zündfun- auf unserer Skizze in der Mitte dargestellt ist. sitzt. Auf ihn wird die Platte geschoben, die ken hat erfahrungsgemäss auch stets einen Diese ruht lose auf der Lagerhülse der rechts Zwischen diesen Führungsstücken wird je eine Rolle eingefügt, die mit einer schwachen, kleinen Spiralfeder b auf ihrem Platz gehalten wird. Läuft der Motor mit niederer Tourenzahl, so genügt die Reibung zwischen den Rollen und ihren Führungen, die Rollen in ihrer Normalstellung festzuhalten. Sobald der Motor aber schneller läuft, überwinden die Rollen diesen geringen Widerstand, sowie den des Zuges der kleinen Spiralfedern und gleiten infolge der Zentrifugalkraft nach aussen, dadurch den Zündzeitpunkt je nach der Geschwindigkeit des Motorlaufes verstellend. Verlangsamt sich der Gang des Motors, so werden die Rollen infolge des Nachlassens der Zentrifugalkraft durch die kleinen Spiralfedern nach und nach wieder auf ihren normalen Platz, den der Spätzündung, zurückgeführt. Beim Stillstand des Motors steht die Zündung daher stets auf Spätzündung. Während es bei der Verstellung des Zündzeitpunktes von Hand aus meist nur möglich ist, ihn etwa um 35 Grad zu verstellen, gestattet eine derartige Einrichtung die Verstellung in Grenzen bis zu 60 Grad, was bei schnellaufenden Motoren von grossem Werte ist. Erweist sich die automatische Zündzeitpunktverstellung für geübte Fahrer auch als nicht absolut notwendig, so ist sie für weniger erfahrene Wagenlenker doch eine sehr grosse Annehmlichkeit, mit der noch die Vorzüge verbunden sind, die wir hier schon geschildert haben. to. Auiogen-Schweisskurs. Die Continenial-Lichfund Apparaiebau-Gesellsehaft in Dübendorf veranstaltet vom 14. bis 16. Februar 1928 für ihre Kunden und weitere Interessenten neuerdings einen Schweisskurs, an dem Gelegenheit geboten ist. sich mit dem Schweissen der verschiedenen Metalle vertraut zu machen. Z. Eine Rekordfahrstrecke für Automobile in Belgien beabsichtigt das « Belgische Komitee für die mechanischen Sportarten > auf die grosse Ausstellung in Lüttich, im Jahre 1930 hin zu erstellen. Die Rekordstr«cke soll 8 im lang und 14 Meter breit sein. Eine Strassenbreite von 8 Meter würde speziell dem Automobil zugeteilt. fit. Der grosse Amsterdamer Salon, der am 19, Januar eröffnet wurde, könnte die Bezeich-> nung «Salon des kompletten Wagens» tragen Der Holländer besitzt kein reges Interesse für Chassis, Beleuchtungsanlagen, Zubehörteile, etc. Er will das Qanze sehen, den Wagen, dessen Farben — mit einem WorC vor allem den äussern Anblick. Begreiflich, die ganze Automobilindustrie ist auf den Karosseriebau eingestellt! Der Motor muss keine Monsterkilometerzahlen herausholen, denn die Strassen sind meist eng und die Polizei sehr streng in den Niederlanden. Trotzdem ein internationaler Salon. 82 Marken, amerikanische, französische, englische, italienische, belgische, deutsche und österreichische — die amerikanischen in der Uebermacht, wie überall. Bei der vielbeachteten Ausstellung der Lastwagen ist auch die Schweiz vertreten. Kanton Gesperrte Strassen V. »trecke | Bemerkungen Bern Thnn-Stefflaburg- vom Botel Emmental bis Straase znm Bttbeli, at, 5. Jan. für ca. 4 Woobsn. 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N" 8 KAUS DEM LESERKREIS Nochmals die Durchgangsgebühren. unserem zürcherischen Leserkreise geht Aus uns nachfolgende Zuschrift zu: Die von Ständerat Ainstalden in Ihrem Blatt erhobene Forderung nach gebührender Berücksichtigung der Gebirgskantone bei der Benzinzollvcrteilang hat gowiss allgemeine Beachtung und Anklang gefunden. Gerade das Beispiel von Obwalden mit seinem prozentual sehr grossen Netz an Durchgangsstrassen beweist, wie notwendig es ist, bei der vorläufig vom Ständerat vorgesehenen Verteilungsbasis den besonderen Verhältnissen der Gebirgskantone Rechnung zu Iragen. Die ürkantonc bedürfen gewiss eines Ersatzes für don durch die Aufhebung der Durchgangsgebühren bedingten Einnahmeausfall. Insbesondere auch dann, wenn die bisherigen Einnahmen, wie dies bei Obwalden der Fall zu sein scheint, restlos für den Strassenbau Verwendung fanden. Man weiss, dass dio Einnahmen aus den Automobilsteuern speziell bei den Innerkantonen verhältnismässig klein sind, entsprechend dem geringen Bestand an im Kanton stationierten Motorfahrzeugen. Es liegt deshalb im wohlverstandenen Interesse der Automobilisten, wenn, diesen Ständen anderweitige Mittel für ihr Strassenwescn zur Verfügung gestellt werden. Die nähero Betrachtung der verschiedenen kantonalen Finanzverwaltungen gibt aber darüber Aufschluss, dass man die bis anhin erhobenen Durchgangsgebühren nicht nur für Strassenzwecke verwendete, sondern die Gelegenheit benützte, den ansserkantonalen Automobilisten in stärkerem Umfang zu schröpfen. Dies ergibt sich vor allem aus der urnerischen Staalsrechming. Der Kanton verausgabt für ordentlichen und ausserordentlichen Unterhalt der Passstrassen jährlich 240 000 Franken. Dem gegenüber stehen aber nicht weniger als 400 000 Franken an Einnahmen, welche sich aus folgenden Posten zusammensetzen: 160000 Fr. Bundessubvention für die Alpenstrassen, 220000 Fr. Automobilgebührcn, 20000 Fr. Motorfahrzeug- und Velosteuor. Daneben kommen die Gemeinden und Korporationen für den Unterhalt der Brücken und Strassen 2. Klasse auf, wofür sie 40 000 Fr. jährlich verausgaben. Selbst wenn diese Leistung noch mit in Anrechnung gebracht würde, so verbleibt dem Staat noch eine Nettoeinnahme von 120000 Fr. Diese wird nun ohne weiteres der allgemeinen Rechnung zugeführt und für andere als strassenbauliche Zwecke verwendet. "Wir begreifen wohl, dass der Ausfall von über 200000 Franken den urnerischen Finanzminister in Sorge bringt, da der Benzinzollanteil kaum mehr als ein Viertel dieser Summe ausmachen würde. Der Ruf der Urner nach einem angemessenen Ausgleichsverfahren ist wohl verständlich, aber hier im Unterschied zu Obwalden nur zum Teil berechtigt. Es scheint uns unbedingt unzulässig, den ausscrkantonalen Automobilisten zur Finanzierung der allgemeinen Staatsrechnung heranzuziehen. Die bisherige Gebühr hätte so gehalten werden sollen, dass dem Staat neben der Bundessubvention die für Strassenbauzwecke noch benötigten weiteren Mittel von ungefähr 100000 Franken zugeflossen wären, anstatt der mit grösster Gemütsruhe einkassierten 220 000 Franken. Man war also in Uri um eine Einnahmequelle verlegen und belastete kurzerhand die autofahrenden ausserkantonalen Miteidgenossen unter dem Deckmantel der enormen Strassenausgaben. Wenn mit der Verteilung des Benzinzolles eine solche Finanzakrobatik verschwindet, wird dies wohl niemand bedauern. Die Automobilisten setzen sich durch ihre Presse und ihre Verbände stets dafür ein, dass die vom Bund einkassierten Benzinmillionen den Kantonen zur Verfügung gestellt werden und beweisen dadurch ihre Bereitwilligkeit, das ihrige für den Unterhalt der zahlreichen Durchgangsstrassen beizutragen. Es ist bestimmt zu hoffen, der vorgesehene Ausgleichsfonds werde derart dotiert werden, dass der Einnahmeausfall der Gebirgskantone eine Kompensation erfährt, allerdings nur in dem Umfange, als die bisherigen Mittel für den Strassenbau und -unterhalt verwendet wurden. Aufgabe des urnerischen Finanzdepartomentes wird es sein, andere Wege zu finden für den Ausgleich der allgemeinen Staatsrechnung, da der kantonsfremdo Autofahrer schon zu Hause sein redlich Teil an allgemeinen Staatssteuern ablassen muss. T. B. AUTOMOBIL-REVUE Auto, und Verkehrskontrolle in der Stadt Bern. Ein Leser erzählt uns seine interessanten Beobachtungen aus dem bernischen Stadtverkehr: Der Einsender war a-m Mittwoch den 2. Januar 1928 Zeuge einer Automobilkontrolle an der oberen Thunstrasse. Als langjäriger Automobilist und eifriger Leser der « A.-R. *, möchte er zu dem vorgenannten Kontrollbctrieb prinzipiell folgendes bemerken: 1. Beanstande ich die Genauigkeit der Kontrolle mit folgender Begründung: Die Kontrolle veranlas-sto mich, selbst eine Stoppuhr in die Hand zu nehmen und eine « Kontrolle der KontroEo > auszuüben, wobei sich herausstellte, dass allerdings eine Kontrollstrecke von 200 m abgesteckt war, dass aher das Ueberfahren der Streckengrenze höchst ungenau gemessen wurde, indem die diensttuenden Beamten, um keinen Verdacht zu erregen, in der Längsrichtung der Kontrollstr«cke, d. h. auf dem Trottoir hin und her spazierten. Dabei wurde das Ueberfahren der Streckengrenze in einem kleineren oder grösseren Winkel zur Senkrechten, die allein ein genaues Abstoppen ergeben würde, konstatiert. Dass bei einer so kurzen Strecke, wo es sich nur um Sekunden handelt, dabei ganz gewaltig ins Gewicht fallende Fehler begangen werden, ist klar. Ferner konnte die Zeichengebung duTch dio Hand nicht genau sein, weil dabei auch ine funktionelle Verlangsamung eintritt, nämlich der Zeitunterschied vom Momente an, wo der Wagen die Grenze überfährt (der erste hebt die Hand hoch, der zweite muss es bemerken und dio Stoppuhr drücken), bis er abgestoppt wird. Zu allem Uebcl war die Sicht auf dem Trottoir sehr schlecht, infolge eines dichten Fussgängerverkehrs. Ich möchte jodoch ausdrücklich betonen, dass dio Fehler, die bei dieser Kontrolle vorkamen, nicht don diensttuenden Beamten zur Lerst gelest werden dürfen, sondern dem System der Kontrollo und der Instruktion. Als Beispiel der Loyalität der Beamten, möchte ich erwähnen, dass der diensttuende Unteroffizier bereitwilligst mit einem Automobilisten die Strecke befuhr, da dieser offenbar nicht das grösste Vertrauen zu seinem Geschwindigkeitsmesser hatte und denselben auf die Probe stellen wollte. 2. Bestreite ich den Wert einer Kontrolle damit, dass sich die Fahrer, wie ich mich selbst überzeugte, bis nach Münsingen hinauf das bekannte Zeichen machten. Viele hatten gewiss einen ganz ermüdeten Arm. Dass hei diesem «cavo canem» nur die allerersten und vielleicht noch ein oder zwei Neulinge hängen blieben, und der ganze Rest straflos ausging, ist sonnenklar. Die Gewohnheitsraser dafür, gegen dio auch wir Automobilisten kämpfen müssen, spielten mit grösster Wonne den Wolf im Schafspelz und unterboten sich gegenseitig im Fussgängertempo. Wenn man nun schon behauptet, dass dio Kontrolle präventiv wirken soll, so möchte ich doch noch ein viel besseres, offeneres und für die Polizei billigeres Mittel angeben. Anstatt mit 4 Mann zu kontrollieren, kommt man auch mit einem Manne zum gleichen Ziel. Der Leser braucht keine Angst zu haben, dass ich ihm nun eine zu patentierende Einmannstoppuhrkontrolle präsentiere. Bewahre! Der Mann, der den Automobilisten einen heiligen Schrecken einjagt und dem zu Liebe sie ein Schneckentempo einschlagen, ist weder der erste noch der zweite, sondern der dritte, der etwas entfernt von der Kontrollo die armen Sünder in Empfang nimmt. Die zwei andern spazieren so eifrig umher, dass man hinter ihnen gar nichts Böses vermutet. Diese Psychose, dass dor Fahrer angesichts eines uniformierten Polizisten den Fuss vom Gaspedal wegnimmt, ist allgemein, und dio Polizei könnte sich diese vielmehr zu Nutzen machen. Ich habe nämlich schon beobachtet, dass im Falle, wo der Bezirkspolizist seinen Patrouillengang macht und dabei zufällig am Trottoirrande stehen bleibt, plötzlich ein ganz vernünftiges Tempo herrscht und eitel Tücher- und Handschwenken zeigt sich bis fast nach Thun. Wer's nicht glaubt, der möge sich überzeugen. Der geneigte Leser und vielleicht auch die Polizeidirektion merkt etwas, nämlich das einzuführen, was in andern Kantonen schon lange besteht, nämlich, dass man einen schönen, strammen Polizist an den Strassenrand stellt, der ein wachsames Auge auf alles hat, was sich auf der Strasse bewegt. Das wirkt Wunder, macht eich viel besser, als das hinterhältige ' Kontrollieren und ist auch billiger. Dieser einzelne Mann aber kann viel erzieherischer wirken als eine Kontrollmannschaft, dio durch ihre Aufgabo absorbiert wird. Er kann als Stichproben Fahrausweise kontrollieren, offene Auspuffe ahnden, unrichtiges Verhalten von Fahrzeuglenkern und Fussgängem korrigieren, Velofahrer und Fuhrwerke auf Beleuchtung prüfen, ja er kann allfällig vorkommende Geschwindigkeitsexzesse (die jedoch kaum zu erwarten sind, vom Moment an, wo man sich beobachtet weiss) vormerken. In unserem heutigen Beispiel hätten also vier Strassen gerade so gut und mit einem besseren Erfolsr kontrolliert weiden können. Soviel ich weiss, wohnt die Mehrzahl der Polizeibeamten in Aussenquartieren, es wäre doshalb «ehr gut möglich, dass diese Beamten bei Arbeitsbeginn und Schlus sogen Anrechnung als Dienstzeit auf ihrem Gange etwas Strassenpolizei ausüben würden. Damit hätte man dio Gcwissheit, dass mindestens die Hauptsirasenzügo ziemlich konstant unter Beobachtung wären. Ganz unverständlich ist dem Einsender der Umstand, dass in Bern nach sovielen Unglücksfällen, (Stadttheater, Dufourstrasse, Thunplatz), einem anhaltendem Tram ohne die geringste Vorsichtsmassnahme und ohne von der Polizei etwas befürchten zu müssen, vorgefahren wird. Ich habe eines Tages vom Helvetiaplatz bis. Burgernziel als Fahrgast eines Trams acht Autos gezählt, die an den, verschiedenen Haltestellen vorfuhren. Dabei halte. ich das Linksvorfahren, wegen den entgegenkommenden Fahrzeugen und Beanspruchung der ganzen linksseitigen Fahrbahn für viel gefährlicher* Entweder besteht eine diesbezügliche Regelung, dio jedoch von niemandem beachtet wird, oder aber es besteht nichts derartiges, dann sollte es schleunigst geschaffen worden. Interessant ist dabei, dass ausserkantonale Automobilisten gewöhnlich anhauten, sobald sie jedoch sehen, dass man sich in Bern nicht daran hält, wird es ihnen natürlich auch zu dumm. Vielleicht würde sich die zuständigo Amtsstello erkundigen, wie diese Regelung in Genf und; andern Städten so vorzüglich gehandhabt wird, eventuell sogar einen Augenschein vornehmen,. Sie wird ordentlich erstaunen über dio mangelnde Disziplin in Bern's Strassen. Besteht jedoch, wie gesagt, eine diesbezügliche Vorschrift, so ist es mir schlechterdings unmöglich zu begreifen, warum man dann dem Gesetze nicht mehr Achtung verschafft, zu Nutz und Frommen sowohl der Autofahrer als auch der Fussgänger. J. B. Anmerkung der Redaktion: Diese Beobachtungen und Anregungen regen vielleicht eine Diskussion über die Kontrollfrage an, und neben den Ansichten aus Automobilistenkreisen dürfte auch die Meinung der Verkehrspolizei interessant und aufklärend sein! Abermals die «neue St. Galler Industrie». Ein St. Qaller Leser schreibt uns: Unter den über 100 in. Stocken gebüssten Opfern des 16. November 1927 (des sog. St. Galler Fabrikantenmarktes) tratf es auch mich mit 31 guten Schweizerfranken. Wie in Ihrem geschätzten Blatte bereits festgestellt wurde, wird dio kontrollierte Strecke ganz allgemein von don Fahrern als Ausserort betrachtet; überdies befindet sich vor dem steilansteigenden Stiche die schnurgerade mit einem Trottoir versehene Brücke. Jeder Automobilist beschleunigt deshalb dort sein Tempo, um den kurzen. Stich ohne zu vieles Wechseln der Geschwindigkeiten überwinden zu können. Das weiss offenbar auch der Polizeikassier, darum dio Kontrolle an einer Stelle, der stets uneingeweihte Fahrer zum Opfer fallen werden. Im Polizeirapport wurde übrigens noch erwähn i* dass die Strasse im Moment meiner Durchfahrt frei von Verkehr gewesen «ei. In der Stadt würde es keinem Menschen einfallen einen Fahrer, der auf freier Strecke vorübergehend 46 km hält, einzuklagen. Im Gegenteil, fährt man bei Wegkreuzungen nur seine 25 km, riskiert man cino energische Aufmunterung, zur Eilo seitens des Polizisten. Das die Logik: Auf freier Strecke wird der Fahrer gebüsst. In der Stadt, der verkehrsreichen, soll er sich dem Taschen Verkehr anpassen, um kein Verkehrshindernis zu bilden. Aber schliesslich: wenn'e nur Geld einbringt! Ed. M.-M.. Nesslau. Auto-Oel, erstkl. amerik. Marke, wird zuf. 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